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14.04.2005
Ausbeutung
Nun ist es beschlossen: auch Bayern führt das „Büchergeld“ ein.
Das bedeutet: Schulbücher werden von den Eltern bezahlt, bleiben aber Eigentum des Staates. Damit haben die Schulbuchverleger ein Etappenziel erreicht. Das Endziel ist die völlige Abschaffung der Lernmittelfreiheit – ohne Herstellung von Marktwirtschaft, wohlgemerkt. Der Staat schreibt vor, welche Bücher angeschafft werden müssen, und die Eltern zahlen die überhöhten Preise. Zugleich sorgen die Schulbuchverleger durch ständige kleine Änderungen dafür, daß die Bücher weder an jüngere Geschwister noch über Tauschbörsen weitergegeben werden können. Das jüngst flächendeckend eingeführte, lesepsychologisch ungünstige Breitformat verhindert, daß Doppelseiten kopiert werden können. Man braucht bloß die internen Dokumente dieser feinen Gesellschaft zu lesen, um die Strategie der Ausbeutung zu durchschauen. Die Mehrheit der Bevölkerung hält still, weil die Mehrheit keine Kinder hat. Und die welche haben, sehen keine Möglichkeit, etwas gegen den Zangenangriff von Staat und Verlegern zu unternehmen. Bundeselternrat und Landeselternräte unterstützen den VdS noch, weil sie sich geschmeichelt fühlen, zu dessen „Verbändeallianz“ zu gehören und dadurch in ihrem Schattendasein wenigstens eine Stimme zu bekommen, die sie ab zu in gemeinschaftlichem Blöken der „Bildungsverbände“ hören lassen können.
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Kommentare zu »Ausbeutung« |
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Kommentar von Matthias Künzer, verfaßt am 26.04.2005 um 10.24 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=60#136
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> Man braucht bloß die internen Dokumente dieser feinen Gesellschaft zu lesen,
> Man kann sie aber nicht lesen. Evtl. wäre es sinnvoll, denjenigen Journalisten, die eine klare Meinung
> zur RSR haben, diese Informationen gezielt zugänglich zu machen.
Ja, bitte weiterleiten!
Wäre es nicht einfacher, den Schulbuchverlagen direkt eine Lizenz zum Gelddrucken auszustellen, und
ihnen dafür das Versprechen abzunehmen, die Schüler nicht länger zu behelligen?
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Kommentar von Bernhard Schühly, verfaßt am 16.04.2005 um 23.16 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=60#80
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Hierzulande gibt es doch genügend "skandalsuchende" Journalisten, für die das ein gefundenes Fressen wäre - da wird sich doch einer finden lassen!
Und überhaupt: Wäre das, wenn man diese Dokumente oder auch nur Teile davon einmal vorlegen würde - und anscheinend kennen sie ja bereits auch einige außerhalb der "Verbündeten" - nicht auch ein Fall für das Kartellamt?
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Kommentar von Reinhard Markner, verfaßt am 14.04.2005 um 11.00 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=60#66
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Die Genehmigungspflicht für Schulbücher soll verhindern, daß Lehrwerke zur Unterrichtsgrundlage gemacht werden können, in denen die Erde als 5000 Jahre alt und flach dargestellt wird. Sie hat es aber nicht verhindert, daß an deutschen Schulen gelehrt wird, daß sich Menschenaffen und Menschenvorfahren auseinander entwickelt hätten.
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Kommentar von glasreiniger, verfaßt am 14.04.2005 um 10.21 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=60#63
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> Der Staat schreibt vor, welche Bücher angeschafft werden müssen, und die Eltern zahlen die überhöhten Preise.
Daraus ergibt sich, daß der richtige Angriffspunkt die Genehmigungspflicht für Schulbücher ist. Diese muß zu Fall gebracht werden.
> Man braucht bloß die internen Dokumente dieser feinen Gesellschaft zu lesen,
Man kann sie aber nicht lesen. Evtl. wäre es sinnvoll, denjenigen Journalisten, die eine klare Meinung zur RSR haben, diese Informationen gezielt zugänglich zu machen.
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