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Kommentare zu den Thorheiten

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Theodor Ickler zu »Besser weder falschliegen noch falsch liegen«
Dieser Kommentar wurde am 15.02.2020 um 07.08 Uhr verfaßt.

Anders gesagt: Die neue Rechtschreibung ist die alte, das Zwischenspiel der Reformen gilt nicht mehr. Die Begründung der Zusammenschreibung ist heute wieder die gleiche wie im alten Duden: Idiomatisierung. Sie ist heute ebenso unrealistisch wie damals. (falsch liegen wird nach wie vor meistens getrennt geschrieben.) In meinem Wörterbuch ist selbstverständlich fakultative Zusammenschreibung angegeben, außer bei adverbialer Konstruktion („auf falsche Weise liegen“).

Anlaß meines Nachschlagens war heute die Schlagzeile: Warum Merz falsch liegt (https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/warum-merz-falsch-liegt,RqUoOv1)


Theodor Ickler zu »Besser weder falschliegen noch falsch liegen«
Dieser Kommentar wurde am 15.02.2020 um 06.05 Uhr verfaßt.

Duden zu falschliegen (nur so):

„Wussten Sie schon? Die Schreibung dieses Wortes wurde 1996 geändert (Beispiele zur neuen Rechtschreibung).“

Unter den Beispielen steht:

„Diese Liste ist eine umfangreiche Zusammenstellung der geltenden neuen, gegenüber der alten Regelung von vor 1996 veränderten Schreibungen (...)

Alt: falsch liegen – Neu: falschliegen

Aber 1996 war das Wort gar nicht im amtlichen Wörterverzeichnis enthalten. Man konnte daraus und aus dem Regelwerk allenfalls die Getrenntschreibung erschließen. Vor der Reform wurde es zusammengeschrieben, wie jetzt wieder nach den Revisionen. „Alt“ im heutigen Duden (online) bedeutet also: „nach 1996, aber vor 2004“. Der Duden betreibt ein Verwirrspiel.


Theodor Ickler zu »Saure Gurken und ein überflüssiges Jubiläum«
Dieser Kommentar wurde am 20.01.2020 um 17.50 Uhr verfaßt.

Erstens wurde die neue Rechtschreibung in den meisten Ländern am 1. August 1998 nur probeweise eingeführt. (Schmachthagen)

Das glaubten damals viele, auch wenn das Datum nicht stimmt: 1996 bis 1998 wurde sie eingeführt, und dann war eine mehrjährige Übergangsfrist vorgesehen, in der die neuen Schreibungen ausschließlich unterrichtet, die alten aber nur angestrichen, nicht notenrelevant bewertet werden sollten.

Eine Erprobungsphase war nicht vorgesehen, die späteren Revisionen wurden den Politikern mit großer Mühe abgerungen, weil es gar nicht anders ging und man den Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen wollte - hauptsächlich durch Zulassung unzähliger fakultativer Altschreibungen.


Manfred Riemer zu »Altweibersommer«
Dieser Kommentar wurde am 31.12.2019 um 10.30 Uhr verfaßt.

Alle Omas, die nicht im Hühnerstall Motorrad fahren, sind sowieso ausgenommen.


Theodor Ickler zu »Nicht alles ist falsch, was wie falsch aussieht«
Dieser Kommentar wurde am 30.12.2019 um 17.26 Uhr verfaßt.

Wer nur hier liest, was Schmachthagen von sich gibt und wie es zu beurteilen ist, sollte nicht vergessen, auch einmal hier vorbeizuschauen: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=712


Theodor Ickler zu »Altweibersommer«
Dieser Kommentar wurde am 30.12.2019 um 06.40 Uhr verfaßt.

Vor Jahren zog eine ältere Frau vor Gericht und durch mehrere Instanzen, weil sie sich durch das Wort „Altweibersommer“ verunglimpft fühlte, obwohl niemand sie als altes Weib bezeichnet hatte und „Altweiber“ als Erstglied eines Kompositums ohnehin keine Referenz hat. Zur Zeit fühlen sich Omas durch den Liedvers „Meine Oma ist ne alte Umweltsau“ beleidigt. Wenn jemand, ob fiktional oder nicht, satirisch oder nicht, seinen Opa beschimpft, fühle ich mich nicht angesprochen; ich bin zwar Opa, aber nicht seiner. Das hat schon Platon im „Euthydemos“ logisch aufgeklärt.


Theodor Ickler zu »Wie schreibt man recht?«
Dieser Kommentar wurde am 09.12.2019 um 05.33 Uhr verfaßt.

Joghurt kommt zum Beispiel aus dem Türkischen –und dort schreibt man es ohne „h“. Daher ist beides weiter zugelassen. (Güthert OVB 1.6.17)

Im Türkischen schreibt man es auch nicht mit j (und mit dem g stimmt sowieso etwas nicht).

Zur Zeit der Entlehnung schrieb man Türkisch noch mit arabischen Buchstaben.


Theodor Ickler zu »Mister Duden«
Dieser Kommentar wurde am 18.10.2019 um 04.57 Uhr verfaßt.

Pecunia vincit omnia. Buchverlage werden von Investoren zusammengekauft, die bisher vielleicht im Casino- und Lotteriegeschäft tätig waren. Wohin mit dem vielen Geld? Wo es noch Rendite gibt.
Nur der Staat kann noch große Langzeitprojekte, etwa Wörterbücher, finanzieren, weil er nicht auf Rendite schauen muß. Allerdings werden auch Universitäten nach und nach der Wirtschaftlichkeit in einem sehr schlichten Sinn unterworfen. Niemand weiß, wer in zehn Jahren regieren wird, deshalb lieber keine Mittel langfristig binden!


Theodor Ickler zu »Mister Duden«
Dieser Kommentar wurde am 17.10.2019 um 10.58 Uhr verfaßt.

Zu http://www.sprachforschung.org/index.php?show=thorheiten&id=150#1939

Was verbindet den emeritierten Papst Benedikt XVI. mit dem Astronauten David Wolf? Die Antwort: ein gelbes Buch mit blauem L auf dem Cover. Der Papst soll ein solches Wörterbuch von Langenscheidt während seiner Amtszeit genutzt haben, um sein Italienisch aufzufrischen. Astronaut Wolf brauchte es, um sich in der Mir-Kapsel mit seinen russischen Kollegen zu verständigen.

Das war damals eine komische Vorstellung, aber nun scheint Christian Stangs Geschichte kanonisiert zu werden.

Langenscheidt gehört ja nun zu PONS, und es fragt sich, ob das Unternehmen eine gelbe und eine grüne Reihe von Wörterbüchern parallel führen wird. Ich glaube es eher nicht.


R. M. zu »Rechtschreibung: sogenannt oder so genannt?«
Dieser Kommentar wurde am 05.10.2019 um 13.04 Uhr verfaßt.

Das nennt sich spelling pronunciation und kann sich ganz von allein ergeben. Aber es hat bestimmt auch schon Biologielehrer gegeben, die ihren Schülern erklärt haben, daß man Stengel jetzt anders ausspreche als früher.


Frank Daubner zu »Rechtschreibung: sogenannt oder so genannt?«
Dieser Kommentar wurde am 25.09.2019 um 09.08 Uhr verfaßt.

Etwa die Hälfte der Studenten sagt im Referat mittlerweile "der so genánnte ..." statt "der sógenannte ..." Lernt man das so in der Schule?


R. M. zu »Meisterdenker«
Dieser Kommentar wurde am 26.12.2018 um 17.31 Uhr verfaßt.

Hinzu kommt noch die Liebe mancher Philosophen für Substantivierungen wie z. B. das Seiende.


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