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Kommentare zu den Thorheiten

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Theodor Ickler zu »Das Ganze ist belämmert, aber bitte mit "ä"«
Dieser Kommentar wurde am 24.03.2017 um 16.21 Uhr verfaßt.

Hier in meiner Gegend bilden die Leute das Partizip ohne ge-, da kollidiert nichts.


Germanist zu »Das Ganze ist belämmert, aber bitte mit "ä"«
Dieser Kommentar wurde am 21.03.2017 um 22.29 Uhr verfaßt.

Beim süddeutschen "hat / ist gestanden" kollidiert das Perfekt "ge-" von "stehen" mit dem Präfix "ge-" von "gestehen". Außerdem wird das Imperfekt / Präteritum im Süddeutschen Hochdeutsch selten benutzt, es wird z.B. in den bayerischen Grundschul-Deutschlehrbüchern als norddeutsche Besonderheit eingeführt. Den Sinn erst aus dem ganzen Satzzusammenhang erkennen zu können entspricht dem klassischen Latein gegenüber dem Bürgerlatein.


Manfred Riemer zu »Das Ganze ist belämmert, aber bitte mit "ä"«
Dieser Kommentar wurde am 21.03.2017 um 18.14 Uhr verfaßt.

Ja, eine interessante Stelle, die Zweideutigkeit dürften aber fast nur Sprecher des Süddeutschen bemerken, weil nur für sie gestanden haben eine besondere Markierung, sozusagen ein "Achtung" bedeutet.

Die anderen vermuten zunächst das Richtige (weil Naheliegendste) und werden vom Kontext bestätigt. Im Untertitel steht:

Der Angreifer vom Pariser Flughafen Orly stand offenbar unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen.

Nicht gestand. Darunter im Text noch klarer, nicht etwa beim Geständnis, sondern bei seiner Tat:

Der Angreifer vom Pariser Flughafen Orly stand laut Ermittlern bei seiner Tat am Samstag unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen.

Es ist ja allgemein bekannt, daß keine Sprache immer ganz eindeutig ist. Ich bin mir ziemlich sicher, ohne daß ich jetzt sofort ein Beispiel wüßte, daß auch im Süddeutschen so manche Zweideutigkeit existiert. Normalerweise ist das kein Problem, weil der Zusammenhang diese Zweideutigkeiten aufhebt. Wo es nötig ist, weil zu viele Mißverständnisse entstehen, wandelt sich die Sprache von allein.



R. M. zu »Das Ganze ist belämmert, aber bitte mit "ä"«
Dieser Kommentar wurde am 20.03.2017 um 21.39 Uhr verfaßt.

Netter Fund!


Germanist zu »Das Ganze ist belämmert, aber bitte mit "ä"«
Dieser Kommentar wurde am 20.03.2017 um 15.40 Uhr verfaßt.

Heute in spiegel.de: "Angreifer soll unter Alkohol- und Drogeneinfluß gestanden haben." Das ist zweideutig: Stand er beim Geständnis oder bei der Tat unter Alkoholeinfluß? Süddeutsches Hochdeutsch ist eindeutig: "gestanden haben" heißt ein Geständnis abgelegt haben, "gestanden sein" heißt bei der Tat gestanden gewesen sein. Einfache Sprache heißt zuerst eindeutige Sprache.


Germanist zu »Das Ganze ist belämmert, aber bitte mit "ä"«
Dieser Kommentar wurde am 07.03.2017 um 22.57 Uhr verfaßt.

Die oiden Rittersleut: Nur die Geister von densölben spuken nachts in den Gewölben.


Theodor Ickler zu »Das Ganze ist belämmert, aber bitte mit "ä"«
Dieser Kommentar wurde am 07.03.2017 um 09.33 Uhr verfaßt.

Zu http://www.sprachforschung.org/index.php?show=thorheiten&id=201#1573

Dieses inzwischen wieder veraltete derselbe anstelle des einfachen Pronomens er(der ist im Duden (online) nicht zureichend dargestellt:

"1.dieser (sich selbst Gleiche) und kein anderer; der, die, das Nämliche; Kurzform: selbe
2.(umgangssprachlich) der, die, das Gleiche
3.(veraltet, Papierdeutsch) nachgestellt und auf eine vorausgegangene Größe zurückweisend

3. nachgestellt und auf eine vorausgegangene Größe zurückweisend
Gebrauch
veraltet, Papierdeutsch
Beispiel
das Haus, vor allem das Dach desselben (sein Dach)"

Das Pronomen wurde und wird durchaus auch in anderen Funktionen und Stellungen gebraucht:

Ein bürokratischer Alptraum für jeden Veranstalter. Derselbe muss dann von jeder Party ein vollständige Playliste bei der GEMA einreichen, mit Name jedes Liedes, Künstlername des Interpreten, sein Label, sein bürgerlicher Name und dessen genaue Adresse!!!(https://de-de.facebook.com/bachstelzen/posts/430907936970721)


Theodor Ickler zu »Besser weder falschliegen noch falsch liegen«
Dieser Kommentar wurde am 12.02.2017 um 04.57 Uhr verfaßt.

Zu http://www.sprachforschung.org/index.php?show=thorheiten&id=195#1291
und http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1614
und http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1614#34452

Schmachthagen übersieht, wie gesagt, den entscheidenden Punkt. Seine "Zerlegung" des Ausgangssatzes macht aus einem Satz zwei, mit einem neuen Subjekt, und das verschiebt natürlich die Bedingungen der Pronominalisierung ganz entscheidend.

Hier ein aktuelles weiteres Beispiel:

Dass Erdogan Kritik an ihm überhaupt nicht zulässt und in seinem Land Andersdenkende hinter Gitter bringt und die freie Presse ausradiert, ist freilich hinlänglich bekannt. (FAZ 11.2.17)

Ich würde an sich sagen, aber so geht es auch.


Tobias Bluhme zu »Sie wartete vergeblich an der Litfaßsäule«
Dieser Kommentar wurde am 18.01.2017 um 14.11 Uhr verfaßt.

Nein, Herr Bluhme, das darf man auch jetzt nicht.

Das ist mir schon klar... Haben Sie einen Sarkasmus-Filter?


Chr. Schaefer zu »Sie wartete vergeblich an der Litfaßsäule«
Dieser Kommentar wurde am 18.01.2017 um 09.44 Uhr verfaßt.

Nein, Herr Bluhme, das darf man auch jetzt nicht.

Das Problem ist, daß die Reformer bei der Formulierung ihrer Trennregeln die digitale Textverarbeitung bzw. den Textsatz und die Erfolge von deren Optimierung völlig außer acht gelassen haben. Bis heute ist es Programmierern nicht gelungen, funktionierende und leserfreundliche Algorithmen für die reformierte Silbentrennung zu finden, während das alles vor der Reform nicht immer einwandfrei war, aber im großen und ganzen doch gute Ergebnisse gezeitigt hat.

Heute steht man vor der Wahl, entweder massenweise Unsinnstrennungen zu akzeptieren oder Texte erheblich nachzubearbeiten.


Tobias Bluhme zu »Sie wartete vergeblich an der Litfaßsäule«
Dieser Kommentar wurde am 17.01.2017 um 17.33 Uhr verfaßt.

Zu s-t: Die "Welt kompakt" trennt in Ihrer Ausgabe vom 22.12.2016 (Seite 31): "Sheriffs-tern".

Schließlich darf man das ja jetzt.

Mit der klassischen (Faust-)Regel wäre das nicht passiert.


Theodor Ickler zu »Sie wartete vergeblich an der Litfaßsäule«
Dieser Kommentar wurde am 15.01.2017 um 11.38 Uhr verfaßt.

Zur Verbreitung: http://www.atlas-alltagssprache.de/runde-7/f13a/

(Ich glaube es aber schon von Menschen aus anderen Regionen gehört zu haben.)


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