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Kommentare zu den Thorheiten

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Theodor Ickler zu »Besser weder falschliegen noch falsch liegen«
Dieser Kommentar wurde am 12.02.2017 um 04.57 Uhr verfaßt.

Zu http://www.sprachforschung.org/index.php?show=thorheiten&id=195#1291
und http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1614

und http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1614#34452



Schmachthagen übersieht, wie gesagt, den entscheidenden Punkt. Seine "Zerlegung" des Ausgangssatzes macht aus einem Satz zwei, mit einem neuen Subjekt, und das verschiebt natürlich die Bedingungen der Pronominalisierung ganz entscheidend.

Hier ein aktuelles weiteres Beispiel:

Dass Erdogan Kritik an ihm überhaupt nicht zulässt und in seinem Land Andersdenkende hinter Gitter bringt und die freie Presse ausradiert, ist freilich hinlänglich bekannt. (FAZ 11.2.17)

Ich würde an sich sagen, aber so geht es auch.


Tobias Bluhme zu »Sie wartete vergeblich an der Litfaßsäule«
Dieser Kommentar wurde am 18.01.2017 um 14.11 Uhr verfaßt.

Nein, Herr Bluhme, das darf man auch jetzt nicht.

Das ist mir schon klar... Haben Sie einen Sarkasmus-Filter?


Chr. Schaefer zu »Sie wartete vergeblich an der Litfaßsäule«
Dieser Kommentar wurde am 18.01.2017 um 09.44 Uhr verfaßt.

Nein, Herr Bluhme, das darf man auch jetzt nicht.

Das Problem ist, daß die Reformer bei der Formulierung ihrer Trennregeln die digitale Textverarbeitung bzw. den Textsatz und die Erfolge von deren Optimierung völlig außer acht gelassen haben. Bis heute ist es Programmierern nicht gelungen, funktionierende und leserfreundliche Algorithmen für die reformierte Silbentrennung zu finden, während das alles vor der Reform nicht immer einwandfrei war, aber im großen und ganzen doch gute Ergebnisse gezeitigt hat.

Heute steht man vor der Wahl, entweder massenweise Unsinnstrennungen zu akzeptieren oder Texte erheblich nachzubearbeiten.


Tobias Bluhme zu »Sie wartete vergeblich an der Litfaßsäule«
Dieser Kommentar wurde am 17.01.2017 um 17.33 Uhr verfaßt.

Zu s-t: Die "Welt kompakt" trennt in Ihrer Ausgabe vom 22.12.2016 (Seite 31): "Sheriffs-tern".

Schließlich darf man das ja jetzt.

Mit der klassischen (Faust-)Regel wäre das nicht passiert.


Theodor Ickler zu »Sie wartete vergeblich an der Litfaßsäule«
Dieser Kommentar wurde am 15.01.2017 um 11.38 Uhr verfaßt.

Zur Verbreitung: http://www.atlas-alltagssprache.de/runde-7/f13a/

(Ich glaube es aber schon von Menschen aus anderen Regionen gehört zu haben.)


Theodor Ickler zu »Sie wartete vergeblich an der Litfaßsäule«
Dieser Kommentar wurde am 31.12.2016 um 04.57 Uhr verfaßt.

Ja, richtig, ich bin nicht gleich darauf gekommen, daß dies die Vorlage für Schmachthagens sonst unbegreifliche Verwechslung sein muß, zumal er sonst so dudengläubig ist und dort bestimmt nichts Einschlägiges gefunden hat.


R. M. zu »Sie wartete vergeblich an der Litfaßsäule«
Dieser Kommentar wurde am 30.12.2016 um 14.46 Uhr verfaßt.

Berlinisch ist ein zu vor stehen oder liegen: Wir haben im Wohnzimmer ein Klavier zu stehen. Mit Meyers Beispielen hat das wenig bis nichts zu tun.


Theodor Ickler zu »Sie wartete vergeblich an der Litfaßsäule«
Dieser Kommentar wurde am 28.12.2016 um 07.34 Uhr verfaßt.

§ 73: Bei der Reihung von selbständigen Sätzen, die durch und, oder, beziehungsweise/ bzw., entweder – oder, nicht – noch oder durch weder – noch verbunden sind, kann man ein Komma setzen, um die Gliederung des Ganzsatzes deutlich zu machen

Dem Täter ist die Flucht ins Ausland gelungen(,) bzw. er versteckt sich.

-

Aber dieses beziehungsweise anstelle von oder ist sowieso schlechter Stil. Schmachthagen (27.12.16) gibt: Er fährt mit dem Auto zur Arbeit[,] beziehungsweise seine Frau fährt ihn.

Wieso beziehungsweise? Das sollte dem Sprachlehrer wohl einen Kommentar wert sein.

Schmachthagen schreibt auch:

Ein Kind schlagen ist ungezogen. Die Infinitivkonstruktion ist ein Satzglied, und zwischen Satzgliedern (ohne Einschub) steht kein Komma. Übrigens heißt es "ein Kind schlagen, ein Auto fahren" und nicht "ein Kind zu schlagen, ein Auto zu fahren". Der Infinitivbestandteil "zu" im Satzglied ist regionalsprachlich und kommt hauptsächlich in Berlin und auch in Hamburg vor.“

Vielleicht unterliegt der Hamburger hier der verbreiteten Illusion, anderswo werde richtiger gesprochen als zu Hause.


Theodor Ickler zu »Besser weder falschliegen noch falsch liegen«
Dieser Kommentar wurde am 26.12.2016 um 04.53 Uhr verfaßt.

„Der Ausruf Pustekuchen bedeutet so viel wie von wegen. Man drückt damit je nach Zusammenhang aus, dass jemand etwas nicht bekommt, was er gerne hätte, oder mit seiner Meinung falschliegt.“ (Wikipedia)

Warum sollte man falschliegen zusammenschreiben? Die Rechtschreibreform war von dem Gedanken geprägt: eher getrennt als zusammen, und eher formal (nach Wortarten) als nach der Bedeutung entscheiden! Seit der Revision unter Eisenbergs Einfluß rückt die Bedeutung wieder in den Vordergrund. So in § 34 und im dritten Bericht auch bei der Groß- und Kleinschreibung in „festen Verbindungen“ von Adjektiv und Substantiv.
Der unklare Begriff der „Idiomatisierung“ führt jedoch in voraussehbare Schwierigkeiten. „Figurativer“ Gebrauch (nicht näher definiert) soll laut drittem Bericht etwas anderes als Idiomatisierung sein. Ist großschreiben in der Bedeutung „mit großem Anfangsbuchstaben schreiben“ idiomatisiert? Wann ist also falschspielen, falschliegen zu schreiben? Für solche Fälle gilt
E5: „Lässt sich in einzelnen Fällen keine klare Entscheidung darüber treffen, ob eine idiomatisierte Gesamtbedeutung vorliegt, so bleibt es dem Schreibenden überlassen, getrennt oder zusammenzuschreiben.“

Man kann also schreiben, wie man will, denn gerade wegen der Zweifelsfälle wird ja nachgeschlagen.

In diesem Bereich kann nicht viel mehr gesagt werden, als daß kürzere Resultativzusätze gewöhnlich zusammengeschrieben werden. Im übrigen: Freiheit! Der Versuch der Reglementierung kann nicht gelingen und ist bisher auch immer gescheitert.



Theodor Ickler zu »Sie wartete vergeblich an der Litfaßsäule«
Dieser Kommentar wurde am 15.12.2016 um 08.35 Uhr verfaßt.

Schmachthagen befaßt sich mit der Frage, warum es zwei Boten, aber zwei Obdachlose heißt.

„Die Erklärung liegt in der Erkenntnis, dass es sich hier eigentlich gar nicht um die Deklination eines starken Substantivs, sondern um die eines Adjektivs handelt – und die Deklination der deutschen Adjektive springt zwischen schwachen und starken Formen hin und her, sodass bereits Mark Twain das Deutsche deshalb verzweifelt als eine "schreckliche Sprache" bezeichnet hat. Mit einem Artikelwort wird das Adjektiv schwach flektiert (die obdachlosen Menschen), mit einem Zahlwort jedoch stark (zwei/viele obdachlose Menschen).“

Aber auch Bote ist kein starkes Substantiv, und die Adjektive werden nicht nach jedem Artikelwort schwach: ein kranker Obdachloser. Und natürlich auch die zwei obdachlosen Menschen.


Theodor Ickler zu »Sie wartete vergeblich an der Litfaßsäule«
Dieser Kommentar wurde am 06.12.2016 um 19.16 Uhr verfaßt.

Heute erzählt Schmachthagen allerlei Krauses über Relativpronomina:

"Relativpronomen werden dekliniert: Die Mütter, deren Kinder im Sandkasten spielten, saßen auf der Bank. Er machte häufig Pausen, während deren (nicht: der) er vom Buch aufschaute. Die Hündin, deren (nicht: derer) Verletzungen er sich annahm … Ohne Substantiv wäre auch richtig: Die Hündin, derer (oder: deren) er sich annahm … Dabei handelt es sich dann aber um kein Relativpronomen mehr, sondern um ein Demonstrativpronomen."

Das Relativpronomen ist ohnehin mit dem Demonstrativpronomen formgleich, nur der Gebrauch ist verschieden, und zwar in allen genannten Fällen relativisch. In "deren Kinder"und "deren Verletzungen" ist er außerdem attributiv, und bei "deren Verletzungen" ist der vom Verb geforderte Genitiv in Wirklichkeit gar nicht vorhanden - ein Fehler, der allenfalls durch seine Häufigkeit Nachsicht verdient.


A.B. zu »Aus! Aus! Aus!«
Dieser Kommentar wurde am 03.12.2016 um 13.35 Uhr verfaßt.

Darf ich dazu noch anmerken, daß f''=0 nur notwendig, aber nicht hinreichend für Wendestellen ist. Außerdem ist die zweite Ableitung einer Funktion nicht identisch mit der Krümmung der zugehörigen Kurve.


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