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Chr. Schaefer zu »Das große ß ist da«
Dieser Kommentar wurde am 22.05.2020 um 01.19 Uhr verfaßt.

Man muß entscheiden, wo man den meisten Platz einsparen kann, und da sich die Schrift- und Buchkultur des Westens im allgemeinen hin zu einem Hochformat entwickelt hat, spart man eben an der horizontalen Ausdehnung der Glyphen. Nach oben ist einfach mehr Platz.


Stellen Sie sich doch einfach das Gegenteil vor. Es wäre aus gestalterischer und lesetechnischer Sicht ein Debakel.


Theodor Ickler zu »Das große ß ist da«
Dieser Kommentar wurde am 03.05.2020 um 05.33 Uhr verfaßt.

Das leuchtet ein, aber hinzu kommt die einheitliche Stilisierung. Und daß es durchweg bis zur Unleserlichkeit getrieben ist, bleibt paradox. Vielleicht ist eine Mindesthöhe der Buchstaben vorgeschrieben, so daß man eben sn der Breite sparen muß?


Chr. Schaefer zu »Das große ß ist da«
Dieser Kommentar wurde am 03.05.2020 um 00.19 Uhr verfaßt.

Das mit den Filmplakaten läßt sich einfach erklären: Es gibt in der Filmindustrie zwischen den Studios und den verschiedenen Gewerkschaften bzw. Berufsverbänden (Drehbuchautoren, Schauspieler, Regisseure usw.) detailliert ausgehandelte Bestimmungen, wer wo genannt werden muß (z.B. im Vorspann, im Abspann, auf dem Filmplakat). Weil sich anhand dieser Erwähnungen über die Jahre der Marktwert eines Filmschaffenden erhöht, wurden die obligatorischen Namens- und Funktionsnennungen im Laufe der Zeit immer umfangreicher. Das ist im Grunde so ähnlich wie die fragwürdige Methode, wissenschaftliche Leistungsfähigkeit mittels der Zitathäufigkeit zu ermitteln.


Für DVDs und BluRay-Datenträger werden die Filmplakate aus Kostengründen meist einfach herunterskaliert, so daß man erst recht nichts mehr lesen kann.


Theodor Ickler zu »Das große ß ist da«
Dieser Kommentar wurde am 02.05.2020 um 03.47 Uhr verfaßt.

Der Hinweis stand ausdrücklich in einem Text, in den ich dank meiner Tochter (Fachübersetzerin) Einblick nehmen konnte, den ich aber nicht zitieren darf. Wenn ich Näheres herausfinde, werde ich darauf zurückkommen.

Übrigens steht auf Filmplakaten und daher auch auf DVD-Covers bekanntlich eine Unmenge der Titelei (Besetzung, Regie, Musik) durchweg in einer absurd engen Versalienschrift, die man praktisch nicht lesen kann - woher kommt das eigentlich?


Chr. Schaefer zu »Das große ß ist da«
Dieser Kommentar wurde am 02.05.2020 um 02.06 Uhr verfaßt.

Welche Staaten sind das denn? Wenn es sie tatsächlich geben sollte, dann sind es wohl solche, in denen Großkonzern- und Anwaltslobbies solche Vorschriften durchgesetzt haben, vermutlich, nachdem das buchstäbliche Kleingedruckte, das man ohne Lupe kaum lesen kann, per Gerichtsbeschluß oder Gesetz für illegal erklärt wurde.


Die durchgehende Verwendung von Versalien in nichtproportionalen Schriften ist für Unternehmen die nächstbeste Methode, um Kunden vom Lesen der Lizenzbedingungen und Haftungsausschlüsse abzuhalten. Die Software-Industrie praktiziert dies seit Jahrzehnten, und das böse Erwachen erfolgt beim Kunden erst im Schadensfall.


Theodor Ickler zu »Das große ß ist da«
Dieser Kommentar wurde am 01.05.2020 um 16.43 Uhr verfaßt.

Das habe ich bisher nicht herausfinden können.


Wolfram Metz zu »Das große ß ist da«
Dieser Kommentar wurde am 30.04.2020 um 19.31 Uhr verfaßt.

Weiß man auch, welchen Sinn diese Vorschrift haben soll?


Theodor Ickler zu »Das große ß ist da«
Dieser Kommentar wurde am 29.04.2020 um 17.14 Uhr verfaßt.

Ich habe mich oft gewundert, warum gewisse Teile von Textbeilagen zu verschiedenen Geräten durchgehend in den schwer lesbaren Großbuchstaben gedruckt sind. Wie ich nun erfahre, ist das in einigen Staaten vorgeschrieben und betrifft Garantiebestimmungen und Haftungsausschlüsse. Dabei ist man sich der Leseerschwernis durchaus bewußt. Hier kommt dann auch das große ß vor.


Germanist zu »Viel Spaß mit den neuen Regeln!«
Dieser Kommentar wurde am 26.04.2020 um 00.22 Uhr verfaßt.

Sie haben recht: "office" und "büro" sind dissoziierte Wörter, d.h. sie haben im Gegensatz zu "Arbeit" keine Wortfamilie, auch in ihren Herkunftssprachen (Englisch, Französisch) nicht. Deshalb kann man mit ihnen im Deutschen nicht viel anfangen.


Wolfram Metz zu »Viel Spaß mit den neuen Regeln!«
Dieser Kommentar wurde am 18.04.2020 um 21.22 Uhr verfaßt.

Wenn ich sage, daß ich im Moment »Heimarbeit« mache, denkt niemand, daß ich neuerdings zu Hause Prospekte falte oder Kugelschreiber montiere. Meistens sage ich aber nur, daß ich zu Hause arbeite (»von zu Hause aus« erscheint mir fast hyperkorrekt). »Feldarbeit« bezeichnete ursprünglich nur die Arbeit auf dem Feld, irgendwann ist die aus dem Englischen entlehnte Bedeutung hinzugekommen, da hat man auch nicht gesagt: geht nicht, ist schon vergeben. Die anderweitige Belegung von »Heimarbeit« (es gibt sogar ein Heimarbeitsgesetz, inklusive Legaldefinition von »Heimarbeiter«) mag manche gehemmt haben, das Wort auch auf die Ausübung von Bürotätigkeiten in der eigenen Wohnung statt im Gebäude des Arbeitgebers anzuwenden, erklärt aber noch nicht das geradezu reflexhafte Ausweichen auf englische Wortbrocken. »Homeoffice« ist übrigens nicht nur ein Pseudoanglizismus, sondern klingt auch irreführend vornehm. Viele meiner Kollegen haben zu Hause jedenfalls kein Büro im Sinne eines Arbeitszimmers oder eines Computerarbeitsplatzes auf dem Dachboden, sondern sitzen recht unergonomisch den ganzen Tag am Küchentisch und tippen unentwegt Texte in ihre viel zu kleine Tablet-Tastatur.


Germanist zu »Viel Spaß mit den neuen Regeln!«
Dieser Kommentar wurde am 18.04.2020 um 20.35 Uhr verfaßt.

Deutsch "Arbeit" heißt engl. "work", und "housework" und "homework" sind anderweitig belegt.
Engl. "office" heißt deutsch "Büro". "Heimbüro" scheint mir schöner als "Hausbüro".


Theodor Ickler zu »Plattdüütsch höört in’n Kinndermund!«
Dieser Kommentar wurde am 18.04.2020 um 08.16 Uhr verfaßt.

Zum niederdeutschen Einfluß in Nordhessen fiel mir gerade ein: Die Luftröhre, die beim Schlachten der Weihnachtsgans (wozu sich in der Nachkriegszeit mehrere Familien zusammentaten) anfiel, nannten wir Strotte. Im Deutschen Wörterbuch steht nur die verschobene Form Strosse (vgl. engl. strut). Die Strotte wurde getrocknet, mit einer Handvoll Erbsen gefüllt und an beiden Enden zugebunden – fertig war die Rassel. So schönes und wohlriechendes Spielzeug gibt es heute gar nicht mehr.


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