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Wolfram Metz zu »Falsches Deutsch und schlechtes Deutsch«
Dieser Kommentar wurde am 03.04.2020 um 17.25 Uhr verfaßt.

Ähnlich: »Fast 100 vom Aussterben bedrohte Babyschildkröten in Brasilien geschlüpft« (spiegel.de)


Theodor Ickler zu »Rechtschreibrat: Unfähig! Setzen!«
Dieser Kommentar wurde am 24.03.2020 um 17.23 Uhr verfaßt.

Zu http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=754#11021

Mit vier Jahren Verspätung hat der Rat den Materialienband, aus dem seinerzeit schon zitiert wurde, endlich nachgereicht:

https://www.rechtschreibrat.com/DOX/rfdr_Bericht_2011-2016_Dokumentenband.pdf

Vielleicht haben unsere Nachfragen dazu beigetragen.


Ivan Panchenko zu »„Noch mehr Chaos“«
Dieser Kommentar wurde am 14.03.2020 um 20.44 Uhr verfaßt.

Eine Beobachtung (zu #3668): In der chemischen Fachsprache schreibt man Ether statt Äther, aber Molybdän (mit ä) statt Molybden. Ich empfinde das als inkonsequent, überhaupt stört mich das Nebeneinander: Zitronen enthalten Citronensäure, Estrogen wirkt östrogen.

Aber im Dänischen: ether (traditionell æter) und molybden (traditionell molybdæn)!


Theodor Ickler zu »Wie korrekt ist „Sinti und Roma“?«
Dieser Kommentar wurde am 01.03.2020 um 05.54 Uhr verfaßt.

Wie wollen denn die „Sinti und Roma“ bzw. „Zigeuner“ selbst benannt werden? Dazu soll man laut Stefanowitsch und anderen den Zentralrat der Sinti und Roma befragen. Damit macht man es sich zu leicht und verschließt ie Augen vor dem Problem, inwiefern Funktionäre wirklich im Namen derjenigen sprechen können, deren Interessen sie in anderer Hinsicht vertreten – die aber gerade zu solchen Fragen nie ein Votum abgegeben haben. So hatten ja auch „die“ Eltern von 10 Millionen Schülern keineswegs bekundet, was sie von der Rechtschreibreform hielten (man konnte es sich denken), was aber die Vorsitzende des Bundeselternrates keineswegs davon abhielt, das vermeintliche Votum der deutschen Eltern gegenüber Politikern und Richtern geltend zu machen.


Theodor Ickler zu »Anwendungsprogramme lernen richtiges Deutsch«
Dieser Kommentar wurde am 26.02.2020 um 05.18 Uhr verfaßt.

Stoppschild - Verkehrsschild mit der Aufschrift „STOP“(Duden)


Theodor Ickler zu »Goethe oder das Tagblatt?«
Dieser Kommentar wurde am 23.02.2020 um 08.41 Uhr verfaßt.

Stefan Stirnemann zitiert oben Goethes Worte aus DuW:

„Schreiben ist ein Mißbrauch der Sprache, stille für sich lesen ein trauriges Surrogat der Rede.“

Die Wendung trauriges Surrogat ist so exquisit, daß ich das Vorkommen in einem Brief Nietzsches an Deussen für ein Zitat halte, obwohl es nicht als solches gekennzeichnet ist.

In diesen Briefen, die Deussen in seinen "Erinnerungen an Friedrich Nietzsche" zugänglich gemacht hat, steht auch die Bordell-Szene, die Thomas Mann dann im "Doktor Faustus" verarbeitet hat.

Nebenbei erfährt man, daß Nietzsche beinahe durchs Abitur gerasselt wäre, weil er in Mathematik so grottenschlecht war. Kommt ja auch heute noch vor.


Theodor Ickler zu »Staatsstreich gegen die Sprache – die Rechtschreibreform«
Dieser Kommentar wurde am 14.02.2020 um 15.24 Uhr verfaßt.

Über Martensteins seltsamen Artikel, den er ausführlich zitiert, schreibt Michael Angele: „Mit seiner Kritik an der Hybris der Verlage hatte er ein breites Unbehagen formuliert.“ (Schirrmacher. Berlin 2018:127) – Woher will er das wissen?
Hält auch Angele es für Hybris, wenn Döpfner, Aust und Schirrmacher ihre Rückkehr zur herkömmlichen, von den Lesern mit großer Mehrheit gewünschten Rechtschreibung vereinbarten? Jedenfalls stimmt er zu, daß die Entscheidung über die Orthographie der eigenen Zeitungen Politik sei und daß die „vierte Gewalt“ dazu kein Recht habe. Zu Hubert Spiegels zähneknirschender Ankündigung in der FAZ (Unsinnigen Regeln werden wir auch in Zukunft nicht folgen: Schreibweisen wie Stängel statt Stengel oder Tollpatsch statt Tolpatsch wird es auch in Zukunft in dieser Zeitung nicht geben) sagt er: „Durch die Leserschaft dürfte in diesem Moment ein heftiges Ncken bei gleichzeitigem Kopfschütteln gegangen sein.“ (128) – Wiederum: Woher will er das wissen?

Die Zitate sind übrigens typisch für Angeles Buch. Er schreibt auch:

"Und ein wenig wie damals, als Stefan George auf den Straßen von Schwabing seine Jünger rekrutiert hatte, fischte Schirrmacher nun im World Wide Web. Er wollte schräge, begabte Blogger für die FAZ gewinnen." (181)


Theodor Ickler zu »Staatsstreich gegen die Sprache – die Rechtschreibreform«
Dieser Kommentar wurde am 09.02.2020 um 16.52 Uhr verfaßt.

Ich bin gerade noch einmal auf den von Helmut Jochems eingetragenen Auszug aus Harald Martensteins unsäglich staatshörigem Angriff auf die rückkehrwilligen Zeitungsmacher gestoßen (http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=201#287). Hier ist der ganze Text:

Die drei Berlusconis

Springer, „Spiegel“ und „FAZ“ wischen die Rechtschreibreform einfach weg. Damit stellen sie sich über die Politik

Von Harald Martenstein
(Tagesspiegel 15.08.2004)

In diesem Artikel geht es nicht darum, ob die Rechtschreibreform vernünftig oder unvernünftig ist, gut oder schlecht. Das ist ein anderes Thema. In diesem Artikel geht es darum, ob es gut ist, wenn drei mächtige Männer, Personen, die durch nichts anderes legitimiert sind als durch die Macht ihrer Firma, den Beschluss einer deutschen Kultusministerkonferenz kippen können. Kippen? Nein, wegwischen. In einer Aktion, die, wenn es um etwas Wichtigeres ginge als Rechtschreibung, Züge eines Staatsstreichs hätte. Die Reform taugt nichts, weg damit, wir machen das mal eben.

Wer hat die Macht? Die Parlamente und die Regierungen, die durch Wahlen bestimmt werden, oder die großen Medienunternehmen? Das ist die Frage.

Die drei Männer sind der Herausgeber der „Frankfurter Allgemeinen“, Frank Schirrmacher, der Chef des Springer-Konzerns, Mathias Döpfner, und der Chef des „Spiegel“, Stefan Aust. Zwei von ihnen haben gerade synchron und in großer Aufmachung ihren Ausstieg aus der neuen Rechtschreibung erklärt, der Dritte war gar nicht erst eingestiegen. Andere, vor allem die „Süddeutsche Zeitung“, haben sich angeschlossen. Wenn man das Gewicht dieser drei zusammennimmt, sind Schirrmacher, Döpfner und Aust fast eine Art Berlusconi. Zusammen repräsentieren sie einen guten Teil der publizistischen Macht in einem Land, in dem die Medien seit Jahren unablässig wichtiger und mächtiger geworden sind, was man unter anderem daran merkt, dass dieses Land einen Medienkanzler hat, der einmal gesagt hat, dass er zum Regieren vor allen die „Bild“-Zeitung und die Glotze braucht. Außerdem besitzt dieses Land ein Über-Parlament, das den Namen „Sabine Christiansen“ trägt.

Wie sehr das Machtgefüge sich zugunsten der Medien verschoben hat, wird einem klar, wenn man an Austs Vorgänger denkt, an Rudolf Augstein. Augstein wollte in einem bestimmten Moment seines Lebens zum politisch Handelnden werden, also ließ er sich für die FDP in den Bundestag wählen (wo er es nur kurz aushielt). Bundestagsabgeordneter! Für jeden Chef eines Medienkonzerns wäre dieser Job inzwischen ein gewaltiger Abstieg. Das macht heute keiner mehr. Volksvertreter sind viel zu machtlos.

Die drei Medien-Manager haben jedes Recht der Welt, mit Kommentaren und sogar mit Kampagnen Sturm zu laufen gegen eine Reform, die sie, aus nachvollziehbaren Gründen, für unsinnig halten. Es ist auch ihr Recht, in ihrem jeweiligen Medium an den alten Schreibweisen festzuhalten. Das ist jedermanns Recht: zu schreiben, wie man möchte. „Daß“ zu schreiben, ist nicht strafbar. Im Grunde dürfen die deutschen Kultusminister nur eines: Sie dürfen bestimmen, was an den Schulen gelehrt wird. Denn an den Schulen muss es eine geltende Schreibnorm geben, sonst verzweifeln Lehrer und Schüler. Mit ihrer konzertierten Aktion aber regieren die drei Medienmanager indirekt in die deutschen Schulen hinein. Sie wollen, kraft ihrer wirtschaftlichen und publizistischen Macht, bestimmen, wie die deutschen Schüler schreiben.

Was kommt als Nächstes? Werden als nächstes die drei größten deutschen Konzerne erklären, dass sie den Kündigungsschutz für noch unsinniger halten als die Rechtschreibreform, und dass sie sich deswegen ab sofort nicht mehr an die entsprechenden Vorschriften halten?

Der Respekt vor den Spielregeln ist nun mal eines der zentralen Prinzipien der Demokratie. Spielregeln gelten für alle. Das Gegenteil dieses Prinzips heißt: Recht des Stärkeren, Selbstjustiz.

Hinter dem Versuch der drei Manager, die Rechtschreibreform wegzuputschen, schimmert erstaunlicherweise der alte, antiautoritäre 68er-Geist, den man im Hause Springer zuallerletzt vermutet hätte. „Die Sprache gehört nicht der Kultusbürokratie“, heißt es im letzten „Spiegel“, Originalton ’68. Die Rede ist von einer „parteiübergreifenden Bürgerbewegung“. Man steht also wieder an der Spitze der Bewegung. Im Kampf gegen die Rechtschreibreform ist ein interessantes geistiges Mischprodukt entstanden – der revolutionäre Ton von einst verschmilzt mit dem neoliberalen Geist von heute. Der Neoliberale sieht im Staat ja immer und zuallererst „Bürokratie“, der Staat muss überall zurückgedrängt werden, zugunsten von – ja, was? Zugunsten der Manager. Das ist die neue revolutionäre Elite.

Die drei Manager haben eine Art magische Linie überschritten. Bisher hat als ehernes Prinzip gegolten: Journalisten sind Beobachter. Journalisten mischen nicht selber mit im Spiel der Macht. Sie beschreiben und kommentieren, mehr nicht. Seit der Rollenwechsel zwischen Politikern, Journalisten und Moderatoren eine alltägliche Sache geworden ist, galt dieses Prinzip ohnehin nur noch eingeschränkt. Jetzt muss man sich offiziell davon verabschieden. Die berühmte, in jeder Journalistenschule gelehrte Regel des Fernsehmoderators Hanns Joachim Friedrichs – Journalisten machen sich mit keiner Sache gemein, auch nicht mit einer guten Sache –, diese Regel gilt nicht mehr für alle.

Einen Volksentscheid würde die Rechtschreibreform bestimmt nicht überstehen. Das wäre immerhin ein demokratisches Verfahren. Das Volk entscheidet. Und nicht drei Firmenchefs, die sich zusammensetzen, in der Berliner „Paris Bar“ vielleicht, und zu dritt beschließen, mal eben einen Ministerbeschluss zu kippen.


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Also: Wenn die Kultusminister eine Rechtschreibreform für ihre Schulen beschließen, dann haben die Zeitungen gefälligst zu folgen.

Nimmt man seinen scharfen Angriff auf die Reform vom 31.7.1999 hinzu, fragt man sich, ob der Mann fünf Jahre später noch ganz bei Trost war.


Theodor Ickler zu »Rechtschreiben – eine Grundkompetenz in Schule und Gesellschaft«
Dieser Kommentar wurde am 07.02.2020 um 16.09 Uhr verfaßt.

Zu http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=704#9647

Wie banal das Konzept des "Spiralcurriculums" eigentlich ist, zeigt auch das Stichwort bei Wikipedia. Es gehört in diese Welt vor 50 Jahren: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=897#39942. Dafür muß man wirklich nicht Pädagogik studieren.

Damit soll nicht gesagt sein, daß es falsch ist, nur eben eine Selbstverständlichkeit (solange man es nicht verabsolutiert).

Neben den "Stellungnahmen" gibt es auf der Website noch eine Rubrik mit Interviews. Da steht aber nur ein einziges, mit Zehetmair, und es ist der Inbegriff des überflüssigen und auch - was die "Akzeptanz" betrifft - verlogenen Geredes. Natürlich weiß das auch die Geschäftstelle.

Dieses ganze intellektuelle Desaster wäre nicht möglich gewesen, wenn Zehetmair und seine Kollegen nicht diese Rechtschreibreform durchgezogen hätten.


Theodor Ickler zu »Die Bessere, Pardon, die bessere Schreibweise«
Dieser Kommentar wurde am 01.02.2020 um 09.11 Uhr verfaßt.

Der Preis ist zu hoch, und Sie haben ja selbst die Lösung angegeben, wenn jemand in der Frühe ins Bett gemacht haben sollte.


Tanathos zu »Die Bessere, Pardon, die bessere Schreibweise«
Dieser Kommentar wurde am 29.01.2020 um 07.47 Uhr verfaßt.

Man sollte im Hinblick auf "früh/Früh" differenzieren:

1.
"Ich habe heute früh ins Bett gemacht." => "Heute habe ich früh ins Bett gemacht." (früher als sonst)

2.
"Ich habe heute Früh ins Bett gemacht." => "Heute habe ich in der Frühe ins Bett gemacht." (nicht am Nachmittag oder am Abend)


Theodor Ickler zu »Rechtschreibrat: Unfähig! Setzen!«
Dieser Kommentar wurde am 26.01.2020 um 05.28 Uhr verfaßt.

Im dritten Bericht des Rechtschreibrates kommt das Wort Leser nicht vor, im zweiten nur einmal. Das entspricht dem Geist der Reform und neuerdings insbesondere der "sprachtechnologischen" Durchsetzungsforschung, die sich gar nicht mehr mit dem Inhalt der Neuregelung beschäftigt. Als ich in einer Arbeitsgruppe mal auf die miserable Arbeit von Augst und Genossen zu sprechen kam, unterband der heimliche Generalvorsitzende Eichinger das mit der Aufforderung, die alten Geschichten ruhen zu lassen. Ich glaube nicht, daß in den 15 Jahren nach meinem Ausscheiden Namen wie Augst oder Schaeder auch nur ein einziges Mal erwähnt worden sind. Die Erinnerung an den Ursprung wäre mehr als peinlich, sie würde den ganzen Rat als die Verrücktheit enthüllen, die er nun mal ist.


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