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Theodor Ickler zu »Wie korrekt ist „Sinti und Roma“?«
Dieser Kommentar wurde am 28.03.2019 um 06.34 Uhr verfaßt.

Sophie Freud (Im Schatten der Familie Freud. Berlin 2006:46), die in beiden Welten gelebt hat, bemerkt eine Parallele: In Wien und anderswo beschäftigten jüdische Haushalte auch der Mittelschicht christliche (katholische) Dienstmädchen, Kindermädchen, Köchinnen ähnlich wie die weißen Südstaatler in den USA ihr schwarzes Personal. Die jüdischen Kinder schlossen sich oft enger an die katholischen Kindermädchen an als an ihre eigenen, manchmal ziemlich unnahbaren Eltern, ähnlich wie in Amerika an die schwarzen Nannies.
(Solche Verhältnisse waren ja auch der Hintergrund der Affäre Edgardo Mortara.)
Im antiken Griechenland war der Paidagogos, der sicher großen Einfluß auf die ihm anvertrauten Kinder hatte, gewöhnlich ein Sklave. In Indien sind die niederkastigen Ayahs der Oberschichtkinder manchmal Opfer von deren Überlegenheitsdünkel und werden auch sonst wie Sklaven behandelt; es gibt aber auch Ausnahmen, wie seinerzeit in den USA.
Es ist anzunehmen, daß der Rassen- und Kastengeist um so nachdrücklicher eingeschärft wird, je enger man zusammenlebt. Wie stark das den Charakter und die Einstellungen der Erwachsenen prägt, kann man sich denken.


Theodor Ickler zu »Wie korrekt ist „Sinti und Roma“?«
Dieser Kommentar wurde am 19.03.2019 um 09.56 Uhr verfaßt.

Atheisten („Die Säkularen“) dürfen weiterhin keinen Arbeitskreis in der SPD bilden. (Wirtschaftsteil [!] der FAZ 19.3.19) Der Vorstand unterbindet das ziemlich rabiat. Angesichts der Religionszugehörigkeit in der Bevölkerung ist es erstaunlich, daß die sterbende Partei glaubt, sich auch das noch leisten zu können. Arbeitskreise der Christen, Juden und Muslime gibt es dagegen. Interessant ist die Sprache des FAZ-Berichts: Christen, Muslime und jüdische Genossen (...) Arbeitskreise von Christen, Muslimen und Sozialdemokraten jüdischen Glaubens. - Man sieht, wie das Wort Jude vermieden wird.


Theodor Ickler zu »Rechtschreiberat führt neuen Buchstaben ein«
Dieser Kommentar wurde am 10.03.2019 um 10.17 Uhr verfaßt.

Im Online-Duden heute jedenfalls nur noch Yoga, wie vom Rat beschlossen.

Die dankenswerte Zusammenstellung zeigt, daß der Duden die wirklichen Verhältnisse nur unzureichend wiedergegeben hatte.


Wolfram Metz zu »Rechtschreiberat führt neuen Buchstaben ein«
Dieser Kommentar wurde am 09.03.2019 um 23.23 Uhr verfaßt.

(Allem Anschein nach enthält dieser Strang eine frühere Fassung des ZEIT-Artikels, in der fälschlicherweise behauptet wird, die Schreibweise Yoga werde gestrichen und es sei nur noch Joga korrekt. Darauf bezog sich wohl auch die Anmerkung von Herrn Bluhme. In der aktuellen Textfassung unter dem Link ist dieser Fehler korrigiert.)


Wolfram Metz zu »Rechtschreiberat führt neuen Buchstaben ein«
Dieser Kommentar wurde am 09.03.2019 um 22.50 Uhr verfaßt.

Um doch noch Herrn Achenbachs Frage zu beantworten, nachstehend eine Zusammenstellung der Dudeneinträge seit der Erstaufnahme des Wortes 1929 (1954 bis 1986: Duden West):

10. Aufl. (1929): Joga
11. Aufl. (1934): Joga
12. Aufl. (1941): Joga
13. Aufl. (1947): Joga
14. Aufl. (1954): Joga
15. Aufl. (1961): Joga
16. Aufl. (1967): Joga
17. Aufl. (1973): Joga, Yoga
18. Aufl. (1980): Yoga, Joga
19. Aufl. (1986): Yoga, Joga
20. Aufl. (1991): Yoga, Joga
21. Aufl. (1996): Yoga, Joga
22. Aufl. (2000): Joga, Yoga; Yoga, Joga
23. Aufl. (2004): Joga, Yoga; Yoga, Joga
24. Aufl. (2006): Yoga, Joga (Schreibung mit Y gelb markiert)
25. Aufl. (2009): Yoga, Joga (Schreibung mit Y gelb markiert)
26. Aufl. (2013): Yoga, Joga (Schreibung mit Y gelb markiert)
27. Aufl. (2017): Yoga? (aus Verdruß habe ich mir diese Auflage nicht mehr angeschafft)



Theodor Ickler zu »Rechtschreiberat führt neuen Buchstaben ein«
Dieser Kommentar wurde am 09.03.2019 um 17.03 Uhr verfaßt.

"Nebenschreibweise" war nicht auf Häufigkeit bezogen, auch nicht auf Dudenausgaben; ich verfüge auch nicht über eine Statistik.

Ich glaube, zu Friedrich Schlegels Zeit überwog Joga, während sich in der späteren indologischen Literatur die englische Schreibweise durchsetzte. Hermann Oldenberg schrieb Yoga, z. B. 1915 in seiner "Lehre der Upanishaden (!)". Der Rassenforscher Hans Friedrich Karl Günther schrieb bis zu seinem Tod 1968 Joga, Weda, Upanischaden usw. Das sind nur einige Beispiele.

Vergleichbar ist vielleicht slawisch/slavisch.


Klaus Achenbach zu »Rechtschreiberat führt neuen Buchstaben ein«
Dieser Kommentar wurde am 09.03.2019 um 16.28 Uhr verfaßt.

Mit der Schreibung Joga bin ich „seit je“ aufgewachsen, und der Duden 1961 kannte noch kein Yoga. Es trifft daher nicht zu, daß es dazu „seit je“ eine Nebenschreibweise gegeben habe.

Spätestens im Duden 1980 war dagegen Yoga der Haupteingang und Joga tatsächlich nur noch Nebenschreibweise. Wie auch der Beitrag von Tobias Bluhme zeigt, scheint sich die Schreibung Yoga wohl sehr weitgehend durchgesetzt – und das wohl schon lange vor 1981.

Insofern könnte man den Verzicht auf die alte Schreibung eher als andere Fälle rechtfertigen.

Weiß jemand, wann die Schreibung Yoga im Duden geändert wurde, 1981 oder schon früher?


Theodor Ickler zu »Rechtschreiberat führt neuen Buchstaben ein«
Dieser Kommentar wurde am 06.03.2019 um 18.22 Uhr verfaßt.

Zur Verwirrung um Joga/Yoga:

Joga war keine von der Reform eingeführte Variante, die mangels Akzeptanz 2017 gestrichen worden wäre, sondern seit je eine Nebenschreibweise. Mit der Tilgung ist eine neue Fehlermöglichkeit entstanden. Bei den Durchsetzungshelfern heißt es nun: "früher auch Joga geschrieben". (Wikipedia)


B. Eversberg zu »Keine Zeit für Rechtschreibung«
Dieser Kommentar wurde am 27.01.2019 um 15.39 Uhr verfaßt.

Diese schönen Beispiele habe ich mal einbezogen in einen Aufsatz über Wort- und Satzbau im Polnischen, nebst etlichen weiteren:

www.allegro-b.de/db/pol/doc/bau.htm

Nach langjähriger Beschäftigung mit der polnischen Sprache bin ich doch der Ansicht, daß sie ihre Vorteile hat. Jedenfalls schwankt ihr Charakterbild in der Geschichte weitaus weniger als das der unsrigen.



Theodor Ickler zu »Wie korrekt ist „Sinti und Roma“?«
Dieser Kommentar wurde am 27.01.2019 um 08.29 Uhr verfaßt.

Das sächsische Schulbuch ist auch Anlaß eines SPIEGEL-Artikels, in dem eine Frau Ataman uns wegen fortbestehender kolonialistischer Gesinnung die Leviten liest. Ich fühle mich schuldig, weil ich anders als sie nicht Schwarze Menschen (groß) schreibe und nie People of Color sage.

Es gibt auch einen Hinweis auf den Februar als Monat der Black History. Da steht wieder eine antirassistische Breitsalve bevor. Ob es der Sache dient?



Theodor Ickler zu »Wie korrekt ist „Sinti und Roma“?«
Dieser Kommentar wurde am 24.01.2019 um 05.29 Uhr verfaßt.

In den - oft übersetzten - Datenschutzrichtlinien von Unternehmen ist ständig auch von "Rasse" (race) die Rede; und in der Tat könnte man, wie oft bemerkt, nichts schützen, wo nichts ist.

Auch ist es widersinnig, die "Vielfalt" (diversity) der Menschen bis in die feinsten Verästelungen herauszupräparieren, aber ausgerechnet diejenigen Merkmale, die jedem als erstes auffallen, für nichtexistent zu erklären.

Es sollte sich nachgerade von selbst verstehen, daß daraus keine Werturteile folgen; das wäre Rassismus.

Ich hätte auch mit Neger leben können, wie wir es in aller Unschuld bis etwa vor 30 Jahren getan haben, aber meinetwegen ... Zigeuner werde ich aber weiterhin sagen; dagegen haben ja auch viele derselben nichts einzuwenden.


Theodor Ickler zu »Wie korrekt ist „Sinti und Roma“?«
Dieser Kommentar wurde am 23.01.2019 um 16.38 Uhr verfaßt.

An einer Schule in Sachsen gibt es Ärger, weil mit einem Schulbuch unterrichtet wurde, das Menschenrassen anführt und bebildert.
Heute wieder mal in der Bibliothek gewesen und alle Menschenrassen wiedererkannt, wie sie im Buch abgebildet sind. Das ist eben die Vielfalt, die ja auch unsere Universität offiziell preist und anzieht. Sie studieren Elektrotechnik, Theologie usw. und verstehen sich prächtig.


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