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Manfred Riemer zu »„Das ist der Anfang vom Ende“«
Dieser Kommentar wurde am 13.10.2017 um 12.52 Uhr verfaßt.

Man braucht bei Amazon nur "er " einzugeben, schon wird "ist wieder da" als erster Vorschlag ergänzt.
Es soll witzig und sehr komisch sein, eine Persiflage, gesellschaftskritisch, schwarzer Humor, das Lachen bleibe einem im Halse stecken ...
Mag alles sein, aber mir wird allein schon bei dem Gedanken übel, diesem Mann in einem unterhaltsamen Buch zu begegnen. Sowas möchte ich nicht lesen.
Auch die neue Honecker-Komödie ("Vorwärts immer") sehe ich mir nicht an.


Theodor Ickler zu »„Das ist der Anfang vom Ende“«
Dieser Kommentar wurde am 11.10.2017 um 07.13 Uhr verfaßt.

DLF über Menasses Roman:

"Man kann hier sogar über Auschwitz lachen". Diese Themen unterhaltsam zu machen, sei eine große Leistung.

Aber das tun doch alle. Wegen des allgegenwärtigen Infotainments meide ich das Fernsehen. Übrigens: Hätten Sie einem Todeskandidaten in Auschwitz ins Gesicht gesagt, daß unsere Enkel über Auschwitz lachen werden - dank Robert Menasse?

Neulich erzählte jemand im Wirtshaus den Witz, der vor Jahrzehnten mit den Gastarbeitern aufkam:

Ein Türke fährt mit seinem Auto auf den Schrottplatz und fragt, wieviel es kostet, den Wagen zu verschrotten. Meint der Besitzer: "Wenn du drin sitzen bleibst, gar nichts!"

Das ist doch wirklich sehr unterhaltsam.


Theodor Ickler zu »„Das ist der Anfang vom Ende“«
Dieser Kommentar wurde am 10.10.2017 um 16.18 Uhr verfaßt.

Zu http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=68#7807

Robert Menasse bekommt den Deutschen Buchpreis. Sein neuer Roman bei Suhrkamp in Reformschreibung, das ist nicht schön zu lesen. Schön dagegen Nom de guerre, nur leider falsch im Sinne der Reform.


Tobias Bluhme zu »Keine Zeit für Rechtschreibung«
Dieser Kommentar wurde am 29.09.2017 um 09.36 Uhr verfaßt.

Jährlich werden eine Viertel Million Gegenstände im Zug vergessen

FAZ.NET, 28.9.2017, http://www.faz.net/-gun-929wp

Mit einem acht Meter langen Boot, auf dem 66 Menschen sitzen, geht es übers Mittelmehr.

Stuttgarter Zeitung, 26.9.2017, http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.unterschriftenaktion-in-tamm-fuer-mubarak-qasim-perfekt-integriertem-afghanen-droht-abschiebung.249bef80-f4dd-4446-a971-9ef67bc8cfb5.html


Theodor Ickler zu »Bericht zur Lage der deutschen Sprache«
Dieser Kommentar wurde am 23.09.2017 um 04.39 Uhr verfaßt.

Ich möchte meine alte Kritik erneuern:
http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=688#9335

Beobachtungen zur deutschen Wortstellung usw. haben sicher nichts mit der "Lage" der deutschen Sprache zu tun, sondern allenfalls mit ihrem Zustand. So hat ja früher beispielsweise die hochdeutsche Lautverschiebung nicht die Lage des Deutschen verändert. Sollte eine Akademie für Sprache und Dichtung diesen Unterschied nicht kennen?


Theodor Ickler zu »Bericht zur Lage der deutschen Sprache«
Dieser Kommentar wurde am 22.09.2017 um 08.47 Uhr verfaßt.

Den gesamten deutschen Wortschatz auszuzählen und statistisch zu bearbeiten hat wenig Sinn, weil er keine irgendwo existierende reale Größe ist.

Zum Grundwortschatz: Wenn deutsche Muttersprachler aus dem Duden diejenigen 2000 Wörter heraussuchen, die ihnen intuitiv besonders wichtig vorkommen, erhält man eine Liste, die den aufwendig ermittelten statistischen Grundwortschätzen (Zertifikat usw.) an Brauchbarkeit nicht nachstehen. Das heißt, wenn man sie an verschiedene deutsche Texte anlegt, erzielt man einen ganz ähnlichen Deckungsgrad.

Gerade die Mittelung über verschiedene Texte und Textsorten hinweg hat zur Folge, daß nur die Vielzweckwörter (Kernwortschatz und Argumentationswortschatz - vgl. mein Buch "Disziplinierung der Sprache") vollständig erfaßt werden, während natürlich jeder einzelne Text von ganz speziellen Gegenständen handelt, die logischerweise nicht erfaßt sind.


Theodor Ickler zu »Bericht zur Lage der deutschen Sprache«
Dieser Kommentar wurde am 22.09.2017 um 04.33 Uhr verfaßt.

Der Zweite Bericht wirft wieder die Frage auf, was diese Art von Nebenlinguistik eigentlich soll. Wolfgang Klein ist wieder zu vernehmen, Peter Eisenberg macht von außen den deskriptiven Standpunkt der wirklichen Sprachwissenschaft geltend, alles wie vor vier Jahren. Ein weiterer Band wird in die Institutsbibliotheken eingereiht, und dann vergißt man das Ganze.
Wissenschaftlich satisfaktionsfähig ist der Bericht nicht und will es gar nicht sein. Mit der Erforschung der deutschen Sprache beschäftigen sich die Universitätsgermanisten, und dabei sollte es bleiben. Meinungen zu "weil" oder zum "Kiez-Deutsch" gehören in die Leserbriefspalte.


mg zu »Keine Zeit für Rechtschreibung«
Dieser Kommentar wurde am 16.09.2017 um 02.39 Uhr verfaßt.

Wir essen jetzt Opa.

:-)


Manfred Riemer zu »„Ein bildungspolitischer Skandal“«
Dieser Kommentar wurde am 14.09.2017 um 09.10 Uhr verfaßt.

Zu meinen ersten Schreibversuchen gehörten auch die eher gemalten als geschriebenen Wunschzettel an den Weihnachtsmann. Da waren natürlich viele Fehler drin, aber nicht bei dem schweren Wort Weihnachten, denn das hatte ich natürlich abgeschrieben. Ich denke, auch Kinder, die erst lernen, sind sich durchaus bewußt, daß nicht alles so geschrieben wie gesprochen wird. Die konkreten Fehler bemerken sie aber nicht, deshalb macht es Spaß und die Eltern freuen sich und loben trotzdem. Das haben wir natürlich auch mit unseren Kindern so gehalten, und im Gegenteil, ein Brief mit Fehlern ist ein Zeichen dafür, daß das Kind ihn "ganz allein" geschrieben hat. Aber in der Schule sollen Kinder was lernen, das wollen sie auch. Da ist kein Platz und keine Zeit für einen Brief an die Oma, in der Schule sollen Kinder das richtige Schreiben lernen. Sie sagen nachher: Das haben wir in der Schule so gelernt! Auch Kinder unterscheiden schon zwischen spielerischer Anwendung in der Freizeit und ernsthaftem Lernen in der Schule. Und wenn sie das nicht lernen, wenn sie das Lernen nicht lernen (was die Methode Schreiben nach Gehör verursacht), dann hat die Schule ihre Pflicht nicht erfüllt.


R. M. zu »„Ein bildungspolitischer Skandal“«
Dieser Kommentar wurde am 13.09.2017 um 11.26 Uhr verfaßt.

Das Problem ist, daß die ganz selbstverständliche maßvolle Toleranz zu einer übertriebenen Methode des Laissez-faire aufgebauscht worden ist. Gäbe es keine »besorgten Eltern«, wären alle Schulen gleich schlecht.


Theodor Ickler zu »„Ein bildungspolitischer Skandal“«
Dieser Kommentar wurde am 13.09.2017 um 07.05 Uhr verfaßt.

Es ist einfach nicht wahr, daß ABC-Schützen sich falsche Schreibweisen einprägen, wenn man sie nicht von Anfang an korrigiert. Wahr oder sehr wahrscheinlich ist hingegen, daß sie die Lust am Schreiben verlieren, wenn jeder Versuch in orthographische Belehrung mündet. Erste Briefe an die Oma, an den lieben Gott oder an den dicken Tonno (das war bei uns ein abgewetztes Plüschtier) sind tollkühne Unternehmungen, die man nicht gleich abwürgen sollte

Und wie gesagt: In meiner Familie und in vielen anderen liegen die ersten Schreibversuche ja noch vor. Sie haben nicht verhindert, daß wir alle ziemlich gut schreiben können. Das Räsonieren "besorgter Eltern" und anderer Besserwisser zu dieser entscheidbaren Frage nervt.


Theodor Ickler zu »Rechtschreibreform produziert Analphabeten«
Dieser Kommentar wurde am 08.09.2017 um 06.56 Uhr verfaßt.

Funktionale Analphabeten sind im gleichen Sinne analphabetisch, wie Armutsgefährdete arm sind: Sie erweitern die Klientel, erschweren aber die Diskussion und erst recht die Lösung der Probleme.


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