zurück zur Startseite Schrift & Rede, Forschungsgruppe dt. Sprache    FDS - In eigener Sache
Diskussionsforum Archiv Bücher & Aufsätze Verschiedenes Impressum      

Kommentare zu den Nachrichten

Die neuesten Kommentare


Sie sehen die neuesten 12 Kommentare

Nach unten

Durch Anklicken des Themas gelangen Sie zu den jeweiligen Kommentaren.


Theodor Ickler zu »Wie korrekt ist „Sinti und Roma“?«
Dieser Kommentar wurde am 17.08.2018 um 03.16 Uhr verfaßt.

Im Lateinunterricht lernten wir:

„Nach si, nisi, ne und num
fällt der Ali um.“

(Es gibt noch vollständigere Fassungen.)

Politisch korrekt war das nicht.


Theodor Ickler zu »Wieso sind Sprachen schwierig?«
Dieser Kommentar wurde am 16.08.2018 um 16.20 Uhr verfaßt.

Jeder bemerkt es, wenn die Standardsprache Dialektwörter aufnimmt. Weniger auffällig, aber vielleicht bedeutsamer ist die Vereinfachung der Standardsprache dadurch, daß Erwachsene sie lernen, seien es Fremdsprachige oder eben Dialektsprecher – der Grundvorgang der Kreolisierung (vgl. McWhorter). Das „zerrüttete“ Tempussystem der deutschen Hochsprache, das zur Zeit keine konsistente grammatische Beschreibung erlaubt, hängt vielleicht damit zusammen, daß sowohl Nord- wie Süddeutsche ein jeweils verschiedenes System und keine Intuition für das hochsprachliche haben, das auch nie in der Volkssprache verankert war.


Theodor Ickler zu »Wieso sind Sprachen schwierig?«
Dieser Kommentar wurde am 14.08.2018 um 17.29 Uhr verfaßt.

The reason languages with fewer speakers are more complicated is not because the complexity befits their speakers in some way, but because for a language to be spoken by massive numbers of  people tends to mean that it was imposed on nonnative speakers at some point, and therefore beaten up by the mundane fact that it´s tough to really learn a language after adolescence.

In other words, the complex kind of language is a norm—it´s the way almost every language on earth has become over countless millennia of stepwise accretions of “mess.” First a feminine gender marker, then a subjunctive mood, next some evidentials, later a language becomes tonal—one never knows just what will happen, but something will, and then something else, and then something else. After a while you have the awesome mess that is a language. The only thing that interferes with this norm is the odd circumstance of people learning a language as adults rather than as children— something that has happened mostly in recent millennia as technology has allowed vast and rapid population movements. (John McWhorter: The language hoax. Oxford 2016:67)

https://de.scribd.com/doc/283737739/MCWHORTER-John-H-The-Language-Hoax

In größeren Sprachgemeinschaften könnte auch das Lernen der Hochsprache durch Dialektsprecher vereinfachend wirken.

McWhorter meint, daß alle Sprachen, wenn auch in verschiedenem Maß, unnötig kompliziert sind. Zu diesem Ergebnis kommt er nicht zufällig als Kreolsprecher und -forscher. Vgl. "Most languages are much, much more complicated than they need to be. They take on needless baggage over the millennia simply because they can." (http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=180#162)

Zur ganzen Diskussion s. hier: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=719#22963


Theodor Ickler zu »Einstieg in den Ausstieg?«
Dieser Kommentar wurde am 14.08.2018 um 04.00 Uhr verfaßt.

Wie sich damals die Journalisten ihre Unterwerfung erträglich schrieben:

Wer jetzt also zu den alten Regeln zurückkehrt, handelt genau so unterwürfig wie jener, der die unbedingte Einhaltung der neuen verlangt. (Claudius Seidl SZ 29.7.2000)

Das ist das Fazit eines pseudophilosophischen Beitrags. Noch eine Textprobe:

Insofern hat der neu aufgeflammte Widerstand gegen die Reform wohl auch etwas zu tun mit der Aufregung um die Entschlüsselung des Genoms. Das Leben selbst scheint einer Schrift aus den Buchstaben A, C, G und T zu gleichen – und wenn die Welt ein Text ist, dann sind es nicht die deutschen Kultusminister, die Kommata und Punkte setzen. Und genau so ist es ja auch gekommen: Die Reform war erfolgreich, weil die Reformer gescheitert sind.


Theodor Ickler zu »Wie korrekt ist „Sinti und Roma“?«
Dieser Kommentar wurde am 10.08.2018 um 16.03 Uhr verfaßt.

Nie?


Germanst zu »Wie korrekt ist „Sinti und Roma“?«
Dieser Kommentar wurde am 10.08.2018 um 13.43 Uhr verfaßt.

Merkwürdigerweise wurde "Jugoslawien" nie in "Südslawien" übersetzt. (Jug = Süd)


R. M. zu »Wie korrekt ist „Sinti und Roma“?«
Dieser Kommentar wurde am 09.08.2018 um 09.53 Uhr verfaßt.

Nachdem FYROM nun in Nordmazedonien umbenannt werden soll, könnte man auch erwägen, Armenien in Nordostarmenien oder Österreich in Südostdeutschland umzutaufen.


Theodor Ickler zu »Wie korrekt ist „Sinti und Roma“?«
Dieser Kommentar wurde am 07.08.2018 um 13.24 Uhr verfaßt.

Während meiner aktiven Zeit hatte ich immer wieder Studentinnen (zufällig alle weiblich), die mich für ihre nationale Sache zu begeistern versuchten, und zwar mit einem Feuer, das mich befremdete und amüsierte. Der Konflikt Griechenlands mit Mazdonien drehte sich irgendwie um die Frage, wem Alexander der Große gehöre. Dazu wurden mir auch Bücher überreicht, heftig im Ton, aber voller Informationen.

Dann Albanien. Ich muß zu meiner Schande gestehen, daß ich noch nie etwas von Skanderbeg gehört hatte ("Germanist" hat ihn hier mal erwähnt), aber nach Lektüre eines entsprechenden Buches wußte ich alles über ihn und noch einiges mehr.

Über die außerordentliche und verständliche Empfindsamkeit koreanischer Studentinnen habe ich schon gesprochen.

Solche Themen kommen in den platten Anleitungen zur interkulturellen Kommunikation nicht vor.


Theodor Ickler zu »„Duden war weise, die Reformer frech“«
Dieser Kommentar wurde am 04.08.2018 um 12.01 Uhr verfaßt.

Der Deutsche Lehrerverband gratuliert seinem Ehrenpräsidenten Josef Kraus zum Deutschen Sprachpreis. Dessen Kritik an der Rechtschreibreform erwähnt er nicht.


Tichys Einblick, 1. August 2018 zu »„Duden war weise, die Reformer frech“«
Dieser Kommentar wurde am 02.08.2018 um 09.05 Uhr verfaßt.

„20 Jahre Rechtschreibung – 20 Jahre Schlechtschreibung“ / von Josef Kraus:


https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/josef-kraus-lernen-und-bildung/20-jahre-rechtschreibung-20-jahre-schlechtschreibung/


Theodor Ickler zu »Prominenter Linguist verlässt den Rechtschreib-Rat«
Dieser Kommentar wurde am 01.08.2018 um 06.02 Uhr verfaßt.

Heike Schmoll würdigt Peter Eisenberg (FAZ 1.8.18):

"Auch der Duden-Band zu sprachlichen Zweifelsfällen und die Duden-Grammatik tragen seine klare Handschrift."

Beides stimmt natürlich nicht.



Auch wird Eisenberg als Kritiker der Reform vorgestellt, nicht als deren Vermarkter und Retter. Nun, diese Legende liest sich ja auch hübscher und wird uns wohl alle überleben.


Sigmar Salzburg zu »Friedliche Koexistenz«
Dieser Kommentar wurde am 29.07.2018 um 10.47 Uhr verfaßt.

Als ich meiner hübschen ersten Chinesisch-Lehrerin die Geschichte in klassischem Chinesisch, bestehend nur aus 53mal der Silbe „yi“, in meiner 26bändigen Collier‘s Encyclopedia zeigte (das einzige, was ich in 45 Jahren des öfteren dort nachschlug), sagte sie, das bedeute nichts. Als sie dann die alten Zeichen analysierte, die ja meist Teile der neuen enthalten sollen, mußte sie zugeben: „Ja, ja, ja doch ...“ Aber heute seien die Wörter doch meist zu zweisilbigen erweitert.


Die neuesten Kommentare

Zurück zur Startseite | nach oben


© 2004–2018: Forschungsgruppe Deutsche Sprache e.V.

Vorstand: Reinhard Markner, Walter Lachenmann, Jan-Martin Wagner
Mitglieder des Beirats: Herbert E. Brekle, Dieter Borchmeyer, Friedrich Forssman, Theodor Ickler, Michael Klett, Werner von Koppenfels, Hans Krieger, Burkhart Kroeber, Reiner Kunze, Horst H. Munske, Adolf Muschg, Sten Nadolny, Bernd Rüthers, Albert von Schirnding, Christian Stetter.

Webhosting: ALL-INKL.COM