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B. Eversberg zu »Keine Zeit für Rechtschreibung«
Dieser Kommentar wurde am 27.01.2019 um 15.39 Uhr verfaßt.

Diese schönen Beispiele habe ich mal einbezogen in einen Aufsatz über Wort- und Satzbau im Polnischen, nebst etlichen weiteren:

www.allegro-b.de/db/pol/doc/bau.htm

Nach langjähriger Beschäftigung mit der polnischen Sprache bin ich doch der Ansicht, daß sie ihre Vorteile hat. Jedenfalls schwankt ihr Charakterbild in der Geschichte weitaus weniger als das der unsrigen.



Theodor Ickler zu »Wie korrekt ist „Sinti und Roma“?«
Dieser Kommentar wurde am 27.01.2019 um 08.29 Uhr verfaßt.

Das sächsische Schulbuch ist auch Anlaß eines SPIEGEL-Artikels, in dem eine Frau Ataman uns wegen fortbestehender kolonialistischer Gesinnung die Leviten liest. Ich fühle mich schuldig, weil ich anders als sie nicht Schwarze Menschen (groß) schreibe und nie People of Color sage.

Es gibt auch einen Hinweis auf den Februar als Monat der Black History. Da steht wieder eine antirassistische Breitsalve bevor. Ob es der Sache dient?



Theodor Ickler zu »Wie korrekt ist „Sinti und Roma“?«
Dieser Kommentar wurde am 24.01.2019 um 05.29 Uhr verfaßt.

In den - oft übersetzten - Datenschutzrichtlinien von Unternehmen ist ständig auch von "Rasse" (race) die Rede; und in der Tat könnte man, wie oft bemerkt, nichts schützen, wo nichts ist.

Auch ist es widersinnig, die "Vielfalt" (diversity) der Menschen bis in die feinsten Verästelungen herauszupräparieren, aber ausgerechnet diejenigen Merkmale, die jedem als erstes auffallen, für nichtexistent zu erklären.

Es sollte sich nachgerade von selbst verstehen, daß daraus keine Werturteile folgen; das wäre Rassismus.

Ich hätte auch mit Neger leben können, wie wir es in aller Unschuld bis etwa vor 30 Jahren getan haben, aber meinetwegen ... Zigeuner werde ich aber weiterhin sagen; dagegen haben ja auch viele derselben nichts einzuwenden.


Theodor Ickler zu »Wie korrekt ist „Sinti und Roma“?«
Dieser Kommentar wurde am 23.01.2019 um 16.38 Uhr verfaßt.

An einer Schule in Sachsen gibt es Ärger, weil mit einem Schulbuch unterrichtet wurde, das Menschenrassen anführt und bebildert.
Heute wieder mal in der Bibliothek gewesen und alle Menschenrassen wiedererkannt, wie sie im Buch abgebildet sind. Das ist eben die Vielfalt, die ja auch unsere Universität offiziell preist und anzieht. Sie studieren Elektrotechnik, Theologie usw. und verstehen sich prächtig.


Theodor Ickler zu »Rechtschreibrat: Unfähig! Setzen!«
Dieser Kommentar wurde am 17.01.2019 um 04.46 Uhr verfaßt.

Zu http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=754#10847

Journalisten leben von Neuigkeiten. So ist es kein Wunder, wenn sie die jeweils neuesten Einfälle der Rechtschreibreformer wie Ereignisse kommentieren, die man unbedingt kennen muß, wenn man nicht als rückständig erscheinen will. Man muß ja auch wissen, mit wem Heidi Klum sich gerade zwischen den Bettlaken räkelt (mit Kind und Hund, wie mitgeteilt wird).


Theodor Ickler zu »Wie korrekt ist „Sinti und Roma“?«
Dieser Kommentar wurde am 16.01.2019 um 05.33 Uhr verfaßt.

Stimmt, auch wenn die Kamele nicht wie unser Nutzvieh gehütet werden, schon gar nicht getrieben, sondern geführt, sozusagen im Dienste der Spedition (habe ich selbst gesehen, einschließlich Rastplatz, "Karawanserei").

Die niedrige äußerliche Stellung des "göttlichen Schweinehirten" Eumaios im Dienste des Odysseus ist erzähltechnisch vorausgesetzt. Odysseus kehrt beim niedrigsten Mann ein, wird freundlich aufgenommen usw.

Schweine sind schmutzig und stinken; selber kommt´s ihnen natürlich nicht so vor..

.

Nachtrag: Der "göttliche Schweinehirt" ist meine Übersetzung, bei Voß ist er natürlich wegen des Hexameters ein "Sauhirt".


Chr. Schaefer zu »Wie korrekt ist „Sinti und Roma“?«
Dieser Kommentar wurde am 16.01.2019 um 02.12 Uhr verfaßt.

Es hilft vielleicht, Haustiere und Nutztiere zu unterscheiden, obwohl diese Unterscheidung in landwirtschaftlichen Betrieben, zumal den mittelständischen, weniger bedeutsam ist. Es hält sich aber niemand eine Kuh, ein Pferd oder eine Gans in den eigenen vier Wänden. Der Aspekt der Anwendung der eigenen sozialen Ansprüche auf Tiere bleibt davon selbstverständlich unberührt.


Zum "Kameltreiber", für den es in der hiesigen Tradition durchaus ein Äquivalent gibt: nämlich den Schweinehirt(en), d.h. eine Person, die sich um anderer Leute Vieh kümmert und dafür einen bescheidenen Lohn erhält. Schweinehirten waren in der Regel am unteren Ende der sozialen Skala angesiedelt. Noch weiter unten standen die Gänsehirten, eine Funktion, die oft von Kindern oder unverheirateten jungen Frauen ausgefüllt wurde. Auch "Kameltreiber", wenn es sie denn noch gibt, dürften keine Besitzer der Tiere sein.


Theodor Ickler zu »Wie korrekt ist „Sinti und Roma“?«
Dieser Kommentar wurde am 14.01.2019 um 11.21 Uhr verfaßt.

Ergänzend will ich noch sagen, daß der Hund, der ja so furchterregend aussieht, daß mancher ihn wohl gar nicht in die Nähe von Kindern lassen würde (ganz zu Unrecht, denn diese Rasse ist alles andere als ein Kampfhund), sich von dem Kind alles mögliche gefallen läßt. Sie greift also ordentlich zu, ins Gesicht und an die Ohren, aber er jault nicht auf, sondern geht schlimmstenfalls ein bißchen beiseite. Das beobachten wir ja auch am Umgang gerade der wehrhaftesten Tiere mit ihren eigenen Jungen: kleine Tiger oder Wölfe können sich fast alles erlauben. Es muß das Tolpatschige sein, was die Eltern so milde stimmt. Hinzu kommt die Domestikation; in den Tigerkäfig sollte man sein Baby vielleicht doch nicht setzen, auch wenn das Experiment ganz lehrreich wäre.


Theodor Ickler zu »Wie korrekt ist „Sinti und Roma“?«
Dieser Kommentar wurde am 14.01.2019 um 11.13 Uhr verfaßt.

Haustiere sehen wir vielleicht unwillkürlich wie Hausgenossen, beurteilen sie also physiognomisch wie Menschen, und dann sehen sie alle ein bißchen dumm aus, mit ihren - wie wir meinen - unbewegten Mienen, Glubschaugen usw. Es gehört viel Erfahrung und Reife dazu, in der Intelligenz der Kühe und Gänse nicht die Intelligenz der Menschen, sondern eben ihre eigene zu erkennen.
Die Enkelin (1;9) scheint den Familienhund (Französische Bulldogge, nicht schön, aber lieb), der schon vor ihr da war, wie einen großen Bruder zu betrachten, der leider etwas behindert ist. Sie führt Besucher zu ihm, damit er nicht unbeachtet bleibt, zeigt und benennt seine Körperteile und findet es richtig, wenn man ihn streichelt.


Chr. Schaefer zu »Wie korrekt ist „Sinti und Roma“?«
Dieser Kommentar wurde am 14.01.2019 um 04.25 Uhr verfaßt.

Was die Gewürze betrifft, so habe ich auch kein Erklärung, zumal man ja hier auch die oftmals abwertenden Bezeichnungen für die Händler dieser Gewürze berücksichtigen muß ("Pfeffersäcke" = Hamburger oder Niederländer).


Bei Bezeichnungen im Zusammenhang mit Tieren scheint die Begründung weniger schwer zu sein: Verhältnismäßig leicht zu domestizierende Vogel- und Säugetierarten wie Gänse, Hühner, Schweine, Wölfe (Hunde), Pferde oder Rinder werden oft (auch metaphorisch) als "dumm" dargestellt, obwohl es sich meistens (zumindest in der Wildform) um vergleichsweise intelligente Arten handelt. Die Domestizierbarkeit ist in der Regel auf das ausgeprägte Sozialverhalten dieser Tiere zurückzuführen, das aber mit dem subtilen des Homo sapiens nicht mithalten kann. Daher haben wir die "dumme Gans", das "alberne Huhn", das "Schwein" (in vielen Variationen), die "dumme Kuh" neben dem "Rindvie(c)h" oder den "Hund" in mancherlei Zusammensetzungen, die allesamt überwiegend pejorativ verwendet werden. Vermutlich gehören hierher auch abwertend gebrauchte Verben wie "schnattern", "krähen", "wiehern", "bellen" oder "grunzen".


Schwer bzw. gar nicht domestizierbare Tierarten wie Katzen oder Bären ohne nennenswerte soziale Bindungen inner- oder außerhalb ihrer Art oder Tierarten, die für den Menschen ohne direkten Nutzen sind, wie z.B. Raben- oder Singvögel, sind eher Gegenstand von Mythen, Märchen oder, im Falle von Katzen, seit einigen Jahren auch Tausenden von Fotos und Videos im Internet.


Theodor Ickler zu »Wie korrekt ist „Sinti und Roma“?«
Dieser Kommentar wurde am 11.01.2019 um 07.16 Uhr verfaßt.

Es ist gar nicht leicht zu erklären, wie Kümmelhändler und Kameltreiber zu Schimpfwörtern für Orientalen werden konnten.
Das Kamel ist ja ein ehrbares und auch heute noch nützliches Tier. Es gibt sogar Schönheitswettbewerbe, wie gerade erst in Erinnerung gerufen wurde. Daß Kamele keineswegs dumm sind, ist nichts Besonderes, das kennt man von anderen zu Unrecht verachteten Tieren auch. Seine buchstäblich "hochnäsige" Kopfhaltung hat ihm eine physiognomische Fehldeutung eingetragen, wie von Konrad Lorenz dargelegt.

Mit dem Kümmel dürfte hauptsächlich der Kreuzkümmel gemeint sein, der die orientalische Küche beherrscht. Eine liebe Verwandte meinte zwar beim ersten Kennenlernen, es schmecke wie Eselpisse, aber das ist eine Frage der Gewöhnung. Auch der Gemeine Kümmel ist schätzenswert; gesund sind beide Arten.

Weder der Handel mit dem einen noch das Treiben des anderen bieten also Anlaß zum Naserümpfen. Vielleicht kommt die Verachtung daher, daß die Händler bzw. Treiber meistens keine reichen Leute sind, also "Eure Armut kotzt mich an"?

Oder es ist nur eine etwas ausgebaute Form des endgültigen Verdammungsurteils: "Ihr anderen!"


Theodor Ickler zu »„Unsere Sprache“«
Dieser Kommentar wurde am 13.12.2018 um 14.53 Uhr verfaßt.

Ein Germanist erfand folgende "Formalisierung":

IH = (ä, int, kond, kons)

(= Die illokutive Handlung besteht aus Äußerungsakt, Intention des Sprechers, "endlicher Menge der Bedingungen, die in der Situation erfüllt sein müssen", "Menge von Konsequenzen", die eintreten können.)


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