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Blüthen der Thorheit

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27.07.2004
 

Flächen deckend

Der Vize-Chef der Zwischenstaatlichen Rechtschreibkommission, Gerhard Augst, erklärte, die neue Schreibung habe sich Flächen deckend durchgesetzt.



Quelle: Münchner Merkur
Link: http://www.merkur-online.de/nachrichten/politik/aktuell/297,303490.html

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Kommentare zu »Flächen deckend«
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Kommentar von Jo, verfaßt am 28.09.2004 um 15.58 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=thorheiten&id=4#13

Nachtrag:
Verwirrt bin ich über Ihre Ausführung zu "flachendecken". Das hat man auch nach der neuen Rechtschreibung nie auseinander geschrieben. Es hieß und heißt (korrekt): flachendeckend. Offenbar hat man da beim Münchner Merkur so einiges immer noch nicht verstanden.

 

Kommentar von Jo, verfaßt am 28.09.2004 um 15.50 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=thorheiten&id=4#12

Dass die Reform gut oder gar notwendig war, habe und werde ich auch nie behaupten. Aber ich halte es mittlerweile für genauso unnötig, problematisch, wirr, wenn wir einfach wieder zur Schreibung von vor 1998 zurückkehren. Vieles HAT sich durchgesetzt (z. B. Getrenntschreibung von zwei Verben: kennen lernen usw.). Außerdem finde ich's "merkwürdig", wenn man wieder jeder Schwachsinn der alten Schreibung übernimmt, nur weil der mal "regelhaft" war. Ich glaube schon, dass man sich mit der neuen Schreibe arrangieren kann, was ja nicht heißt, dass man nun jeden neuen Schwachsinn mitmacht.

 

Kommentar von Bernhard Strowitzki, Bonn, verfaßt am 21.09.2004 um 17.58 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=thorheiten&id=4#11

Definitiv letzter Eintrag von mir zu diesem Thema:
1. "... Stuten deckend ..." ist natürlich nach alter wie neuer Schreibung korrekt. Aber es ist eben ein ganz anders konstruierter Satz als "... flächendeckend ...". Menschen, die noch die deutsche Sprache beherrschen (ich weiß, es werden immer weniger), merken den Unterschied.

2. "höchstdotiert" ist seit August 2004 wieder amtlich zulässig. Das ist schön, entspricht aber weder den ursprünglichen Absichten der Reformer, noch dem bisherigen neuen Regelwerk. Es ist gerade das sprachliche Unvermögen der Reformer und ihrer Apologeten (Hinweis für Herrn Augst: könnte was mit Apollo zu tun haben, demnächst also bitte: "Apollogeten"), das sie die Unterschiede zwischen "hoch dotieren", "hochdotiert", "höchstdotiert" und "höchst dotiert" nicht erkennen läßt.

3. Die unbestritten häufiger gewordenen Fehlschreibungen in allen Bereichen (amtlich und nichtamtlich) haben sehr viel mit der Reform zu tun, weil sie eklatant die Behauptung widerlegen, mit der Reformschreibung werde alles einfacher und klarer. Sie zeigen deutlich: Die Reformschreibung "ist weder praktizier- noch erlernbar" (Zitat Lachenmann).

Die einzig sinnvolle Lösung für die vermurkste Reform lautet: Zurück auf Los.
Ende der Durchsage

 

Kommentar von Jo, verfaßt am 15.09.2004 um 16.31 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=thorheiten&id=4#10

Aber "Der Hengst zog viele Stuten deckend über die Weide" finden Sie okay? Das ist nämlich nach alter Regelung die korrekte Schreibweise. Einen großen Unterschied sehe ich zwischen beiden Sätzen nicht.
Es heißt höchstdotiert. Auch heute. Auch von Amts wegen kann man schließlich falsch schreiben. Was hat das mit der Reform zu tun?

 

Kommentar von Bernhard Strowitzki, Bonn, verfaßt am 14.09.2004 um 17.03 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=thorheiten&id=4#8

Ja, die Dödel,... Aber wenn die Dödelei amtlich verordnet wird, fängt es doch an, wehzutun. "Der Hengst zog Stuten deckend über die Weide" - hat Herr Augst vielleicht an so etwas gedacht?
Ganz amtlich und aktuell sehe ich eine Pressemitteilung des Bundesministeriums für Forschung und Technologie mit dem Titel "Höchst dotierter Preis für Nachwuchsforscher vergeben". Das wäre, anders formuliert, also ein "ziemlich dotierter Preis", oder nicht?

 

Kommentar von Jo, verfaßt am 14.09.2004 um 16.38 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=thorheiten&id=4#7

Ich hoffe, es ist jedem hier klar, dass es flächendeckend heißt, ob vor oder nach 1998. Man kann nicht ständig die Unfähigkeit von Journalisten und anderen Schreiberlingen der Reform als Ganzes anlasten. Wenn vor 1998 irgendwelche Pfeifen Unsinniges geschrieben haben, wurde schließlich auch nicht der Duden verantwortlich gemacht, sondern die Schreiberlinge selbst. Dabei sollte man es belassen.
Außerdem: Es heißt weitestgehend; auch jetzt, d. h. nach 1998. Und es heißt weitgehendst. (Zu den Dödeln gehören bekanntlich auch Schulbuchverlagslektoren.)

 

Kommentar von Bernhard Strowitzki, Bonn, verfaßt am 07.09.2004 um 17.58 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=thorheiten&id=4#6

Wie trefflich! Die Liste der Absurditäten, die die Schlechtschreibung produziert, ist wirklich endlos. Eine Artikelüberschrift im Bonner Generalanzeiger lautete "Warum Insekten fressende Fledermäuse nachts jagen" - die armen Fledermäuse. Im Buch "Geschichte der Französischen Revolution" (Ploetz-Verlag) fand ich die These, unter allen damaligen Umwälzungen seien in der Sprachpolitik die "weit gehendsten Veränderungen" geschehen - nicht einmal "weitest gehenden". Laßt die Schüler also lernen: gehend, gehender, am gehendsten!

 

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