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Blüthen der Thorheit

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13.04.2010
 

Sabine Hilliger verabschiedet sich
Im Regelwald

Über die Reform der deutschen Rechtschreibung ist viel gestritten worden. Über Sinn oder Unsinn, über Vereinfachung oder Simplifizierung, über Vereinheitlichung oder Zersplitterung.

Frau Hilliger aber weiß, worin das eigentliche Problem besteht: »Geschriebene Sprache ist im Vergleich zur gesprochenen Sprache stärker beschränkt und reglementiert. Aber bliebe sie in ihrer Entwicklung stehen, schrieben wir auch heute noch ein mittelalterliches Deutsch, würden sich Fremdwörter in der Schreibung nie und nimmer anpassen. [...] Je stärker feste Regeln jedoch für die Schreibung gelten, umso langwieriger ist der Angleichungsprozess. [...] Es sei denn, der jetzt dazu beauftragte Rat für Rechtschreibung achtet schon vorher darauf, dass sich Veränderungen im Sprachgebrauch relativ schnell in den allgemeinen Regeln und im Wörterverzeichnis widerspiegeln.«


Quelle: Frankfurter Rundschau
Link: http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wissen_und_bildung/aktuell/2531481_Im-Regelwald.html

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Kommentare zu »Im Regelwald«
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Kommentar von Oliver Höher, verfaßt am 16.04.2010 um 11.56 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=thorheiten&id=168#801

Dieser Blödsinn hat nun endlich einen angemessenen Platz gefunden (fast hätte ich einen "würdigen Platz" geschrieben, aber der ist wohl nur im Papierkorb). Eine kurze Anmerkung ist es mir dennoch wert, aber leider wurde mein Lieblingsabsatz hier etwas verkürzt, deshalb sei er einmal komplett zitiert:

»Die nächste Reform wird kommen – vielleicht in 20 oder 30 Jahren, wenn der Ruf nach Vereinfachung wieder ganz laut wird. Es sei denn, der jetzt dazu beauftragte Rat für Rechtschreibung achtet schon vorher darauf, dass sich Veränderungen im Sprachgebrauch relativ schnell in den allgemeinen Regeln und im Wörterverzeichnis widerspiegeln. Dann gäbe es eine kontinuierliche Entwicklung, die eine nächste Reform weit hinausschieben könnte.«

Da hat Frau Hilliger anscheinend nicht nur nicht mitbekommen, daß der Rat für Rechtschreibung nicht erst "jetzt" beauftragt wurde, sondern daß er auch seit geraumer Zeit schon gar nichts mehr macht, außer herbstlichen Treffen in schöner Landschaft (das vergaß ich fast zu erwähnen). Dafür gibt Frau Hilliger eben diesem süß schlummernden Rat in ihrem verquasten Satzbau eine geradezu seherische Aufgabe. Ob Zehetmair ahnt, welche Last da auf seinen Schultern ruht!

Eine weitere Reform (sie meint vielleicht eher Rückbau der Reform!) kann dadurch verhindert werden, daß der Rat schon "vorher" in seinem Kaffeesatz liest, welche Veränderungen im Sprachgebrauch es geben wird und wie zudem diese Veränderungen auch noch schnell in Regel gegossen werden können. Aha! Und so etwas nennt die Gute dann auch noch "kontinuierliche Entwicklung". Also Zehetmair und Konsorten unter den Auguren.

 

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