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Blüthen der Thorheit

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01.08.2008
 

VBE contra „gewisse Interessengemeinschaften“
ksülofon statt Xylophon

Der Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg, tut kund und zu wissen:

VBE: Neue Rechtschreibung nach 10 Jahren kein Aufreger mehr
ksülofon statt Xylophon, das wäre eine echte Reform gewesen!
Stuttgart, 01.08.2008

Medien berichten immer wieder über den aufflackernden Widerstand Ein­zelner oder gewisser Interessengemeinschaften gegen die neue Rechtschrei­bung. "An den Schulen des Landes ist das jedoch in der Regel kein Thema mehr, wenn nicht gerade ein verärgerter Germanist sich den Protest auf die Fahnen geschrieben hat", versichert der Sprecher des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg.

10 Jahre nach der ersten Einführung des neuen Regelwerks sind zwischenzeit­lich fast alle Schüler mit der reformierten Rechtschreibung groß geworden, für die es wichtigere Probleme gibt als die Frage, ob mit scharfem ß oder mit ss geküsst werden soll. Unsicherheit herrscht eher bei den Lehrkräften, die biswei­len nicht wissen, ob das Wort jetzt auf die gewohnt alte Weise, nach der neuen Regel oder nach der reformierten neuen geschrieben wird, und die, bevor sie etwas mit Rot als falsch anstreichen, sicherheitshalber nach dem Duden greifen, um sich zu versichern, was momentan gilt. Irritationen rufen auch immer wieder Druckwerke in alter Schreibweise hervor, zumal selbst aktuelle Zeitschriften vereinzelt noch in der vor 1998 gültigen Rechtschreibung veröffentlicht werden.

"Natürlich ist die Kritik an einzelnen Bestandteilen der Reform berechtigt", räumt der VBE-Sprecher ein, "aber auch die alten Rechtschreibregeln enthielten eine Fülle von Ungereimtheiten, und trotzdem ging das Abendland nicht unter." Sprache sei immer im Fluss und verändere sich. Auf jeden Fall sollten Beliebig­keiten in der Schreibweise vermieden werden, die die Schüler mehr verunsicher­ten als unterstützten.

Der große Wurf war die umstrittene Rechtschreibreform nach Meinung vieler Experten sowieso nicht, eher ein kleines Sowohl-als-auch-Reförmchen. So seien weder die groß geschriebenen Anfangsbuchstaben bei Substantiven noch über­flüssige Buchstaben abgeschafft worden. Schüler müssten nach wie vor über­legen, ob sie Fater oder Vater schreiben, Witamine oder Vitamine. Hexe dürfe nicht wie Hekse, Ochse nicht wie Okse aussehen. Auch das überflüssige Y wur­de nicht durch ein I oder Ü ersetzt. Statt "Xylophon" künftig "ksülofon" zu schreiben, wäre eine Orthografie-Revolution gewesen, über die es sich zu strei­ten gelohnt hätte, behauptet der VBE-Sprecher.


Quelle: bildungsklick.de
Link: http://bildungsklick.de/pm/62134/vbe-neue-rechtschreibung-nach-10-jahren-kein-aufreger-mehr/

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Kommentare zu »ksülofon statt Xylophon«
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Kommentar von n. n., verfaßt am 15.08.2008 um 09.30 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=thorheiten&id=148#678

Getretner Kwark
Wird breit, nicht stark

(Goethe, slawisiert)

 

Kommentar von Rominte van Thiel, verfaßt am 13.08.2008 um 12.54 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=thorheiten&id=148#669

Da es offensichtlich so unwichtig ist, ob nun geküsst oder geküßt wird, fragt sich Michel, wozu dann der ganze Käse (Verzeihung: Kwark) eigentlich veranstaltet wurde. Und warum nur erregen die Zeitschriften, die in bewährter Rechtschreibung erscheinen, solches Ärgernis, daß man sich darüber ereifern muß?

 

Kommentar von Marco Mahlmann, verfaßt am 13.08.2008 um 09.33 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=thorheiten&id=148#668

Im Niederländischen heißt es auch "Kwark" und "Tekst".

 

Kommentar von Germanist, verfaßt am 12.08.2008 um 18.15 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=thorheiten&id=148#667

Einen Ersatz der von den Römern übernommenen Buchstaben x und qu durch ks und kw oder kv würde ich als Slawisierung bezeichnen, weil es in den slawischen Lateinschrift-Sprachen so geschrieben wird.

 

Kommentar von Marco Mahlmann, verfaßt am 12.08.2008 um 12.01 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=thorheiten&id=148#666

Immer wieder wird die Behauptung hervorgeholt, in der bewährten Rechtschreibung hätte es viele Ungereimtheiten, Abstrusitäten und Fallstricke gegeben, und deshalb sei es zu verschmerzen, daß die reformierte "nicht perfekt" sei.

Abgesehen davon, daß damit ja nur das gemeint sein kann, was die Reform verändert hat, kann das doch nun wirklich kein Argument sein. Das Übel des einen ist keine Rechtfertigung für das Übel des anderen.

Wenn man mal jemanden, der das behauptet, fragt, welche Ungereimtheiten etc. er meint, kommt meistens nichts. Gar nichts. Er ist dennoch steif und fest davon überzeugt, die Reformschreibung habe hier Verbesserungen geschaffen.

 

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