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25.08.2004
 

„Verwerfliche Bildung“
Die Büchse der Pandora ist geöffnet

In Österreich fühlt sich mittlerweile selbst eine „Aktion kritischer SchülerInnen“ schon berufen, die weitere Reformierung der Rechtschreibung voranzutreiben.

In Deutschland ist es selbstverständlich die taz, die solche Initiativen begrüßt. Tradition ist Unfug; »Figuren der Geschichte«, schrieb vor fünfzig Jahren der Wiener Philosoph Günther Anders, betrachtet man »geradezu als komische Figuren, nämlich als Provinzler der Zeit, als Wesen, die nicht in der Hauptstadt: im Jetzt, groß geworden sind, und die sich deshalb als Dorftrottel der Geschichte oder als abergläubische Hinterwäldler benehmen« (Die Antiquiertheit des Menschen, 1956).

Die Wiener Schriftstellerin Marie-Thérese Kerschbaumer knüpft anläßlich der Rechtschreibreform an Anders an.



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Kommentare zu »„Verwerfliche Bildung“«
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Kommentar von Martin Bärsch, verfaßt am 30.08.2004 um 15.00 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=85#20

Die selbsternannten Hüter der "Tradition" müssen schon schweres Geschütz auffahren, um einer in ihren Augen wohl der Kritik unwürdigen Schülerinitiative zu begegnen. Hier die Büchse der Pandora geöffnet zu sehen erscheint mir ein metaphorischer Missgriff, von mir aus auch Mißgriff. Über sprachliche Präzision entscheidet nicht nur die Rechtschreibung.



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