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09.09.2013
 

Rechtschreibreform mit Fehlern
Bis heute umstritten

Vor 15 Jahren wurde die „neue deutsche Rechtschreibung“ ins Leben gerufen, die Klarheit in das unübersichtliche Regelwerk bringen sollte. Nach der Einführung kritisierten Schriftsteller, Verlage, Eltern und Schulen die Reform aber so heftig, dass sie bis 2006 zweimal nachgebessert wurde. Doch trotz der Reformen der Reform ist die Neuregelung bis heute umstritten.

Auch der heutige niedersächsische Landtagspräsident und damalige Kultusminister Bernd Busemann stellt im Gespräch mit unserer Zeitung klar: „Ein Freund der Reform meiner Amtsvorgänger bin ich nie gewesen.“ Bereits in der heißesten Phase der Diskussion 2004 habe er gesagt, dass Sprache und Rechtschreibung etwas Fließendes seien, das man dem Volk nicht verordnen könne.

Zu Beginn der schrittweisen Einführung der Reform im Jahr 1998 waren sich die Kultusminister aller Länder aber noch einig gewesen und hatten für den Reformentwurf des „Instituts für Deutsche Sprache“ gestimmt. Doch Autoren, Verlage und auch Bürger gingen auf die Barrikaden. Die heute 54-jährige Oldenburgerin Gabriele Ahrens gründete die landesweite Initiative „WIR gegen die Rechtschreibreform“ mit dem Ziel, 70000 Unterschriften für eine Volksinitiative zu sammeln. Sie erreichte immerhin einen Aufschub. Etliche Klagen gingen auch beim Bundesverfassungsgericht ein. In Schleswig-Holstein stellten sich die Bürger in einem Volksentscheid mehrheitlich gegen die Reform, was die damalige Ministerpräsidentin Heide Simonis allerdings unbeeindruckt ließ.

Der Leipziger Linguist Harald Marx, Professor für Pädagogische Psychologie, wies im Jahr 2004 in einem Interview mit unserer Zeitung auf beunruhigende Ergebnisse von Schreibversuchen hin. Sie legten offen, dass einige der neuen Schreibweisen fehlerträchtiger waren als die alten. Vor allem bezüglich der s-Laut-Schreibung zeigten sich negative Auswirkungen: Zum einen machten die Kinder aller Klassenstufen bei den von der Reform betroffenen s-Laut-Wörtern signifikant mehr Fehler, zum anderen übergeneralisierten sie, indem sie offensichtlich die neuen Schreibweisen auch bei s-Laut-Wörtern anwendeten, die nicht von der Reform betroffen waren.

Das Blatt schien sich zu wenden, als sich der damalige niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff überraschend gegen die Neuregelung aussprach, sogar vor einer „Sprachverhunzung“ warnte. Auch andere Politiker meldeten sich kritisch zu Wort. Die Axel Springer AG und der Spiegel Verlag kündigten an, dem Beispiel der FAZ zu folgen und bei der alten Rechtschreibung zu bleiben.

Doch die Hoffnungen der Gegner wurden enttäuscht. „Weil bereits seit 1998 alle Schülerinnen und Schüler nach den neuen Regeln unterrichtet wurden, war eine vollständige Aufhebung der Reform nicht mehr durchsetzbar“, erläutert Busemann, der damalige Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, die Hintergründe. So blieb nur noch,nur noch „die schlimmsten Auswüchse der Reform zu verhindern“. Auch die Tatsache, dass viele Schulbuch- und andere Verlage bereits nach den neuen Regeln abgefasste Bücher druckreif vorliegen hatten, soll bei der Entscheidung aber eine nicht unerhebliche Rolle gespielt haben.

Mit der undankbaren Aufgabe, die Reform zu überarbeiten, wurde der „Rat für deutsche Rechtschreibung“ unter der Leitung von Hans Zehetmair betraut. Im Gespräch mit unserer Zeitung erinnert sich der frühere bayerische Kultusminister an „schwierige und arbeitsintensive Beratungen, um evidente Unebenheiten in der damals bestehenden Reform zu glätten“ und wieder zu einer einheitlichen und verbindlichen Rechtschreibung im deutschsprachigen Raum zu kommen Änderungsvorschläge seien vor allem in den Bereichen Getrennt- und Zusammenschreibung, Interpunktion, Silbentrennung und Groß- und Kleinschreibung erarbeitet worden. Heute könne er mit Zufriedenheit feststellen, „dass die vom Rat erarbeiteten Neuregelungen von den Schreibenden angenommen wurden“. Dies gelte sowohl für die Schulen und Bildungseinrichtungen als auch für die Zeitungs- und Buchverlage.

Auch Busemann sieht die Arbeit des Gremiums insgesamt positiv: „Ihm haben wir es zu verdanken, dass wir heute wieder Nachrichten ans ‚Schwarze Brett‘ heften. Wir dürfen wieder ‚eislaufen‘ statt ‚Eis laufen‘, was niemandem ‚leidtut‘“ , freut er sich. An die Dreifachkonsonanten etwa in „Essstäbchen“, „Fitnessstudio“, „Genusssucht“, „Haselnussstrauch“ oder „Imbissstube“ habe er sich allerdings bis heute nicht gewöhnen können.

Am 1. August 2006 wurde die „Amtliche Regelung der deutschen Rechtschreibung in der Fassung von 2006“ auf Beschluss der Kultusministerkonferenz und mit dem Segen des Bundesverfassungsgerichts dann zur verbindlichen Grundlage des Unterrichts an allen deutschen Schulen. Ihr erklärtes Ziel war es, das Erlernen der Rechtschreibung zu vereinfachen.

Inzwischen gibt es immer mehr Zweifel, ob das wirklich gelungen ist: So hat Wolfgang Steinig , Professor für Germanistik an der Uni Siegen, Schulaufsätze aus drei Jahrzehnten miteinander verglichen. Das Fazit: Die Schüler machten mehr als doppelt so viele Rechtschreibfehler wie vor vierzig Jahren. Das ist sicher nicht allein auf die Reform zurückzuführen, doch vermutlich hat sie daran einen Anteil.

Auch der Germanist Uwe Grund erklärte in einem Gutachten, dass seit der Reform die Rechtschreibfehler bei Schülern eklatant zugenommen haben – in Abituraufsätzen sogar bis zu 120 Prozent. Die Groß- und Kleinschreibung, so Grund, vor allem aber die Schreibung des s-Lautes („s“, „ss“, „ß“) bereite immer noch große Schwierigkeiten. Damit bestätigte er die Befürchtungen, die der Leipziger Linguist Harald Marx bereits 2004 geäußert hatte.

Für Ilka Hoffmann, für Schule verantwortliches Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), ist die Rechtschreibung dagegen durch die Reform tatsächlich logischer geworden. „Das hat das Lehren und Lernen einfacher gemacht“, sagt sie gegenüber unserer Zeitung. Hoffmann weist aber auch darauf hin, dass Rechtschreibregeln nicht alles seien. „Beim Erlernen der Schriftsprache spielen die visuelle und die auditive Wahrnehmung, die Motivation und Vorerfahrungen der Kinder sowie die Schriftsprachkultur in der Familie eine große Rolle.“Die PISA-Studien hätten deutlich gezeigt, dass allein der Besitz von Büchern in einer Familie sehr positive Auswirkungen auf das Erlernen der Schriftsprache habe. „Viele Kinder und Jugendliche haben diesen Zugang zur Schriftsprache aber schlicht nicht .“ Hier soziale Barrieren und Berührungsängste abzubauen, Lesen und Schreiben gezielt und individuell zu fördern, sie eine der wichtigsten Aufgaben des Bildungssystems, die aber leider durch Ziffernnoten und Diktate oft verhindert würde.

Ein Kritiker der ersten Stunde ist der Germanist Theodor Ickler. Er kann der Reform bis heute nichts Positives abgewinnen. „Drei Rechtschreibreformen innerhalb von zehn Jahren haben die Lehrer so verunsichert und frustriert, dass darunter der ohnehin nicht besonders beliebte Rechtschreibunterricht sehr gelitten hat.“ Allerdings strichen die Lehrer kaum noch an, weil sie selbst verunsichert seien, so Ickler gegenüber unserer Zeitung.

Den Printmedien wirft Ickler vor, sich allen Warnungen zum Trotz und ohne Not den Wünschen der Kultusminister unterworfen zu haben. Sie trügen deshalb auch eine Hauptschuld. „Es ist aber nie zu spät“, sagt Ickler. „Eine Zeitung, die zur klassischen Orthographie zurückkehrt, an der ja nichts auszusetzen war, hätte den Beifall fast aller Leser.“ Ickler fordert eine „Reform der Reformen“.

Die findet nach Einschätzung von Busemann schon statt – allerdings außerhalb von Schulen, Amtsstuben und Gremien. Es habe sich insgesamt sehr viel Beliebigkeit in unsere Schreibweisen eingeschlichen, meint der Politiker. Nachrichten per Handy, E-Mails und von anderen elektronischen Diensten würden von Korrekturprogrammen lesbar gehalten. Und Zeitungen und Presseagenturen richteten sich überwiegend nach eigenen Hausorthografien. Auch wenn die sich meist nur in Einzelfällen von der Reform aus dem Jahr 2006 unterschieden, räumt Busemann ein.

Der Emsländer selbst nimmt bis heute besonders an der seiner Ansicht nach oft nicht stimmigen Ableitungen der Schreibung aus der angeblichen Herkunft der Wörter Anstoß: „Als Schafzüchter stört es mich einfach, dass wir uns heute ‚belämmern‘ lassen müssen statt des ursprünglichen ‚belemmern‘.“ Da das Wort vom niederländischen „belemmeren“ stamme, habe es mit Schafen nämlich [...]


Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung
Link: http://www.noz.de/deutschland-welt/gut-zu-wissen/artikel/224773/rechtschreibreform-mit-fehlern


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Kommentare zu »Rechtschreibreform mit Fehlern«
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Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 17.09.2013 um 15.54 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=702#9593

Natürlich haben wir auch viel Schönschrift geübt, zuerst auf der Schiefertafel und dann mit den bekannten Schreibheften (drei Linien). Außerdem eine Zeitlang "Sütterlin", aber nicht zu praktischen Zwecken. Und Fraktur mit extra breiter Feder im Federhalter und mit besonderer Tusche. Kugelschreiber waren uns bekannt, durften aber nicht benutzt werden. Ich glaube, der schon besprochene "Tintenkuli" (mit der Nadel, ein ausgesprochen unpraktisches Schreibgerät), den mein Bruder eine Zeitlang benutzte, bedurfte einer besonderen Genehmigung, aber das kann auch eine Erinnerungstäuschung sein. Wahr ist aber, daß die Volksschullehrer streng über solche Dinge wachten. Mein eigener Fall mit der entarteten Handschrift darf nicht verallgemeinert werden. (Ich wurde 1950 eingeschult – nur zu genaueren Datierung des Berichteten.)


Kommentar von Horst Ludwig, verfaßt am 16.09.2013 um 17.38 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=702#9592

"Aufgefallen ist mir auch, daß Briten und US-Bürger für meine Begriffe auch heute noch häufiger ausgeprägte Handschriften haben als Leute hierzulande. Und auch die Strichführung einzelner Buchstaben weicht dort von unserer ab." In den USA jetzt auch nur noch die älteren Leute! Zu denen gehört auch meine Nachbarin hier im mittelwestlichen Hinterland, die gestern Geburtstag hatte und bestimmt über 65, wenn nicht sogar um die 70 ist.
"Es wäre einmal eine Untersuchung wert, warum frühere Generationen überwiegend eine ausgeprägte Handschrift hatten; etwas, was man heute fast nicht mehr findet." Das wäre wirklich mal 'ne Dissertation wert, und die würde später, wenn der Verfasser Kultusminister oder Kultusministerin ist und wirklich was zu Bildung und Erziehung weiß, nicht angefochten werden können.

Zu Diktaten und Rechtschreibprüfungen und was fürs Leben Lernen hier allgemein (#9580ff): Zu denken, daß das Resultat guter Lehre sich in Tests feststellen läßt, ist die Grundlage allen Herrschaftsdenkens in den entsprechenden Ministerien. Wie sollten die da auch sonst — rein zur Verteidigung ihrer Aufsichts- und doch überhaupt ach so proaktiven Aktivität — messen können, was die ihnen Untertanen leisten? Zu Herrn Schaefer mit seinem "Ein Diktat ist eine Gelegenheit, [die aufgelisteten] notwendigen Fähigkeiten einzuüben, und es ermöglicht guten und engagierten Lehrern, Förderungsbedarf zum Besten der Schüler zu ermitteln" hätte ich jedenfalls meine Töchter gern in den Unterricht geschickt. Und wenn ich hier bei unsern reichlich annoncierten kleinen Klassengrößen in der letzten Woche vor den Semesterabschlußprüfungen nicht gewußt hätte, zu welcher Note sich der einzelne Student nach unsern Regelungen hier fürs Papier an den Registrar Nikolaus verdient gemacht hatte, dann hätte ich ein Dutzend Wochen halt immer nur geredet, aber nicht auch beobachtet.
Trotzdem: Einmal war da bei einer Studentin ein Sprung von einer vorgesehenen Vier minus auf eine Zwei plus (lt. Regelung hatte ich den Semesterdurchschnitt für die Endnote zur Hälfte mit in Betracht ziehen müssen). Was aber eben auch nur zeigt, worauf ein älterer Kollege mich Anfänger mal nebenbei hingewiesen hatte, als ich meinte, ich brauchte eigentlich keine Prüfungen: Die Prüfungssituation ist zum Lernen da, nicht zum Beurteilen. Und die erwähnte Studentin bekam im nächsten Semester übrigens eine glatte Eins.

Von sowas versteht jedoch "[d]ie gute Frau der GEW" (#9579) nicht das geringste, und so macht sie eben alles Relevante hier ganz falsch, — aber instinktiv spürt sie, welche schlagwortartigen Verdrehungen zur Erhaltung ihres Postens dienen, und die macht sie sich zunutze. Das sollten wir auch der Neuen Osnabrücker Zeitung anzeigen. (Ich finde hier leider keine E-Anschrift dafür.)


Kommentar von Germanist, verfaßt am 16.09.2013 um 11.32 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=702#9591

Als ich 1943 in die erste Klasse der damals achtjährigen Volksschule kam, haben wir im ersten Schuljahr eigentlich nur Schönschreiben geübt, und zwar jeden Buchstaben einzeln, bis die Schiefertafel voll war. Später fiel mir auf, daß Erwachsene, die mit 14 Jahren aus der Schule gekommen waren und danach wenig schrieben, noch genau ihre Schulschrift beibehalten hatten.


Kommentar von stefan strasser, verfaßt am 16.09.2013 um 08.39 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=702#9590

Es wäre einmal eine Untersuchung wert, warum frühere Generationen überwiegend eine ausgeprägte Handschrift hatten; etwas, was man heute fast nicht mehr findet. Meine Großmutter konnte in Kurrent und in Lateinschrift bis zu ihrem Tod schreiben, daß es vom Schriftbild her druckreif gewesen wäre.

Die Frage wäre, hing es damit zusammen, in welchem Alter was geübt wurde, oder war es einfach eine Folge durchgängiger und umfangreicher Übung unter (strafangedrohter) Vorgabe, wie das Resultat aussehen soll?

Aufgefallen ist mir auch, daß Briten und US-Bürger für meine Begriffe auch heute noch häufiger ausgeprägte Handschriften haben als Leute hierzulande. Und auch die Strichführung einzelner Buchstaben weicht dort von unserer ab.


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 16.09.2013 um 04.48 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=702#9589

Ich weiß nicht, wie es gekommen ist, daß meine Handschrift sozusagen völlig entartet ist. Immer wieder nehme ich mir vor, leserlicher zu schreiben, aber die Hand rennt einfach davon, verschleift und verkürzt, so daß es von weitem fast wie Stenographie aussieht. Es wirkt aber nicht einmal konsequent und charaktervoll. Gut, daß nie ein Graphologe mich zu beurteilen hatte!
(Der einzige Vorteil: außer mir kann es keiner lesen!)

Das Lesen ist – sobald man aus der Grundschule heraus ist – meiner Ansicht nach die Hauptquelle orthographischer Sicherheit, aber es gibt natürlich noch anderes. Zum Beispiel mache ich viele Fehler deshalb nicht, weil ich mich ziemlich eingehend mit Grammatik beschäftigt habe, andere deshalb nicht, weil ich bei Fremdwörtern auf Kenntnisse der Herkunftssprachen, vor allem Griechisch, zurückgreifen kann.

Vor hundert Jahren waren die Stillehrer noch unbefangen genug, dem Ratsuchenden den Verzicht auf Fremdwörter nahezulegen, die sie nicht schreiben konnten. Das war im Grunde der Rat, sprachlich nicht über seine Verhältnisse zu leben. Auch heute noch beherzigenswert.


Kommentar von stefan strasser, verfaßt am 15.09.2013 um 10.11 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=702#9588

Natürlich spielt Lesen eine wichtige Rolle. Beim Lesen richtig geschriebener Texte prägt man sich das Aussehen der Wörter ein. Ist man beim Schreiben dann im Zweifel, kann man Versionen eines Wortes auf ein Schmierpapier schreiben und sieht sofort, welche richtig ist. Analytische Leser können beim Lesen auch ihre Sicht bzgl. Zeichensetzung verifizieren bzw. ggfs. korrigieren. Leider sieht man heutzutage enorm viel Fehlerhaftes, in diesen Fällen verbildet Lesen vermutlich sogar.

Zumindest für motorische Typen meine ich trotzdem, richtig schreiben lernt man durch Schreiben am besten (Diktate und Aufsätze). Wobei ich mit Schreiben natürlich eines meine, bei dem es Rückmeldungen gibt, wo Fehler gemacht wurden und wie es richtig/besser wäre.

Wie lange es dauert, bis jemand überwiegend fehlerfreie Texte fabrizieren kann, das muß man die Lehrer unter den Mitlesern fragen. Glaubt man den Pressemeldungen, erreichen selbst Abiturienten diesen Status nicht immer – vermutlich auch deswegen, weil es nicht mehr zu den vorrangigen Zielsetzungen der Schulen gehört, diese Fähigkeit zu vermitteln.

Und noch etwas darf nicht außer acht gelassen werden, händisches Schreiben (Diktat) trainiert die Geläufigkeit und dient der Ausprägung einer Handschrift.


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 15.09.2013 um 04.19 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=702#9587

... und Lesen!

"Geübt" habe ich das Schreiben nur in der ersten Klasse. Alles andere kam vom Lesen. Ich glaube, man kann eine Beziehung nachweisen zwischen der Lesefreudigkeit eines Menschen und seiner Rechtschreibleistung. In den Schriften der Reformer kommt das Lesen bezeichnenderweise nicht vor. Sie sind daher auch nie auf den Gedanken gekommen, daß man für Leser schreibt. Sie dachten, man schreibe, um Rechtschreibfehler zu vermeiden.


Kommentar von stefan strasser, verfaßt am 14.09.2013 um 07.56 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=702#9586

Die Grundfrage ist doch, sollen Schüler in der Schule lernen, wie man schreibt?

Wenn man diese Frage mit ja beantwortet, heißt das, sie müssen das Schreiben üben. Am besten üben sie Schreiben, indem sie schreiben, und dazu muß einem erst einmal eine bessere Methode einfallen als das Diktat. Auch Sportlern ist noch nichts anderes eingefallen, als durch zyklisches Training besser zu werden.

Eine andere Frage ist natürlich die Benotung, hier gilt sinngemäß das selbe, wie Prof. Ickler es in seinem Kugelstoßbeispiel in einem anderen Faden erwähnt. Üben entspricht Training, Prüfung entspricht Wettkampf. Wobei Prüfungen gegenüber Wettkämpfen den großen Vorteil haben, daß alle Sieger sein können und nicht nur einer.


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 14.09.2013 um 05.49 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=702#9585

Herr Schaefer hat natürlich recht, auch bei Diktaten wie bei Prüfungen überhaupt lernt man etwas – so genau wollte ich gar nicht unterscheiden.

Meine jüngste Tochter, der ich immer gram sein werde, weil sie meinem Dilettieren auf dem Klavier ein Ende gesetzt hat, ist seit ihrem sechsten Lebensjahr an halböffentliches Vorspiel gewöhnt worden und hat bei diesen Gelegenheiten zwar nicht besser klavierspielen gelernt, wohl aber etwas anderes, Unschätzbares. Das ist der pädagogische Wert von Prüfungen.


Kommentar von Alexander Glück, verfaßt am 13.09.2013 um 08.58 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=702#9584

In einigen Tagen erscheint mein neues Buch "ADHS - Wie lebhafte Kinder für krank erklärt werden" in einem sehr guten Verlag. Selbstverständlich in klassischer Rechtschreibung, das war dort überhaupt kein Thema.

Auf meiner Amazon-Autorenseite finden sich auch meine anderen Bücher, allesamt unreformiert.


Kommentar von Chr. Schaefer, verfaßt am 13.09.2013 um 06.43 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=702#9583

Naja, in gewisser Hinsicht handelt es sich beim Diktat – und damit meine ich nicht das notenbewehrte – durchaus um Lehre, denn es geht darum, bestimmte Fähigkeiten einzuüben:

1) Koordination von Wahrnehmung, Gedächtnis und Motorik (ähnlich wie beim Abschreiben, das auch gelernt werden muß);

2) Konzentration/Zuhören;

3) Simulation eines Szenarios, wie es im nichtschulischen Leben häufig vorkommt (Gesprächsnotiz, Protokoll, Aufzeichnungen in Lehrveranstaltungen usw.).

Ein Diktat ist eine Gelegenheit, diese notwendigen Fähigkeiten einzuüben, und es ermöglicht guten und engagierten Lehrern, Förderungsbedarf zum Besten der Schüler zu ermitteln.

Herr Ickler hat aber natürlich recht, wenn er sagt, es sei keine Lehrmethode.

Um Herrn Icklers Anekdote vom "Körpergedächtnis" zu ergänzen: Ich habe in meiner Jugend Waldhorn gespielt und irgendwann in jugendlicher Begeisterung für das Instrument auch die Technik des "Stopfens" für sogenante Naturhörner gelernt, d.h. der Ton wurde nicht mehr durch das Drücken der Ventilhebel (deren Kombination man auswendig lernen mußte) modifiziert, sondern durch den gleichzeitigen Einsatz von unterschiedlich komprimiertem Atem am Mundstück und der Modifikation des Luftstromes mit der Hand am Trichter. Das ist anfangs ziemlich schwierig, weil man die Noten, die Atemtechnik, das Material und die Hand- bzw. Faustbewegungen zu koordinieren lernen muß. Vor einiger Zeit hatte ich mal wieder ein solches Instrument in der Hand und konnte mich mangels Übung beim besten Willen nicht mehr an alle Ventilkombinationen (geschweige denn die Transpositionsregeln) erinnern, obwohl ich diese viel länger eingeübt hatte. Aber das "Stopfen" hat noch erstaunlich gut geklappt, nachdem die physischen Komponenten (Lunge, Lippen, Instrument, Hand) in Einklang gebracht waren.


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 13.09.2013 um 05.40 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=702#9582

Herr Schaefer hat sehr schön ausgeführt, woran ich gedacht habe. Wie man beim Klavierspielen usw. auf das "Fingergedächtnis" vertraut (was natürlich nur eine Metapher ist, es geht wohl eher ums Kleinhirn), so auch beim Schreiben. Ich hätte manchmal Mühe, die lange Ziffernfolge aufzusagen, die ich zum Einloggen bei der Bibliothek brauche. Meine Finger wissen es, ich denke am besten gar nicht nach. Einmal hatte ich sogar die Abfolge der Ziffern für den Geldautomaten vergessen und mich zweimal geirrt. Bevor meine EC-Karte eingezogen wurde, schaltete ich meinen Verstand aus und überließ alles meinen Fingern, und es klappte.

Zu den albernsten Einwänden gegen das Diktat gehört die Behauptung, das sei keine gute Lehrmethode. Nur Schulfremde können so etwas vorbringen, weil sie nicht einmal wissen, daß es nicht ums Lehren, sondern ums Prüfen geht. Aber wen wundert's? Schulpolitik wird ja weitgehend von Schulfremden gemacht.


Kommentar von Chr. Schaefer, verfaßt am 12.09.2013 um 06.22 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=702#9581

Zum "Diktat" möchte ich noch bemerken: Wenn man prüfen will, ob jemand ein Wort schreiben kann, liegt es nahe, ihn dieses Wort schreiben zu lassen. Man könnte es buchstabieren lassen, aber das ist komplizierter und auch weniger gut auswertbar. Welches Wort? Das muß man ihm natürlich vorgeben. Schriftlich geht nicht, also mündlich. Damit sind wir schon beim Diktieren.

Die mündliche Überprüfung ist nicht nur unendlich kompliziert, sondern für Schüler auch erheblich schwieriger, weil sie ihnen keine visuelle Kontrolle des Geschriebenen/Buchstabieren oder das Ausprobieren verschiedener Varianten (wir durften das immer auf dem Löschpapier machen) erlaubt. Auch die nachträgliche Korrektur durch die Schüler wäre nicht möglich (abschließendes Durchlesen), und der Korrekturdurchgang ist an sich etwas, das eingeübt werden muß. Zudem ließe sich angesichts der Flüchtigkeit einer mündlichen Prüfungssituation individueller Förderbedarf kaum ermitteln – im Falle feinmotorischer Störungen sogar überhaupt nicht.

Sie wäre auch logistisch nicht zu machen, denn man müßte jeden Schüler einzeln prüfen, was schon aus Zeitgründen gar nicht möglich ist. Darüber hinaus würde eine mündliche Prüfung viele Schüler einem unglaublichen psychologischen Druck aussetzen, der durch die Gleichheit der Ausgangslage beim Diktat im Klassenraum doch erheblich gemildert wird.

Die Verteufelung von Diktaten gehört zu den Ideologemen einer sich als fortschrittlich und egalitär verstehenden Deutschdidaktik, während sie in Wahrheit das genaue Gegenteil ist, denn sie behindert Lernfortschritte ebenso wie gezielte Förderung und bevorzugt die besseren Schüler unverhältnismäßig.

Das ist den Herausgebern des edlen Blattes schnurzegal.

Hauptsache nicht "daß", denn das ist tabu. Und es ist ihnen nicht egal, ganz im Gegenteil. Es ist ihnen und anderen Blättern so peinlich, daß sie nicht daran erinnert oder damit konfrontiert werden möchten. In der Psychologie nennt man so etwas Verdrängung.


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 12.09.2013 um 05.15 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=702#9580

Ich finde den Artikel auch verhältnismäßig gut und informativ. Über die Bedeutung des Jahres 1998 und damit die Berechtigung von Jubiläumstexten zum Fünfzehnten kann man diskutieren. Die Jahreszahl spielt in offiziellen Texten eine Rolle, kaum in der Praxis der Durchsetzung.

Zum "Diktat" möchte ich noch bemerken: Wenn man prüfen will, ob jemand ein Wort schreiben kann, liegt es nahe, ihn dieses Wort schreiben zu lassen. Man könnte es buchstabieren lassen, aber das ist komplizierter und auch weniger gut auswertbar. Welches Wort? Das muß man ihm natürlich vorgeben. Schriftlich geht nicht, also mündlich. Damit sind wir schon beim Diktieren.

Ähnlich naheliegend sind Ziffernnoten. In manchen Ländern wird angegeben, ob ein Schüler zum oberen Drittel usw. gehört, das ist aber auch nur eine Variante von Notenskalen. Wozu hat der Mensch denn die Zahlen erfunden, wenn nicht zum Ordnen?

Aber Journalisten können noch so treffend über die Reformmisere berichten – das geht an den Verantwortlichen im eigenen Blatt vorbei, als beträfe es sie gar nicht. Das schönste Beispiel ist die FAZ. Gestern stand auf der Seite "Jugend schreibt":

Dass wollte keiner ... Das solche Stunden anstanden ...

Am Tag zuvor:

Dieses Manöver, dass Moskau und Minsk immer wieder gemeinsam abhalten...

Das ist den Herausgebern des edlen Blattes schnurzegal.


Kommentar von stefan strasser, verfaßt am 10.09.2013 um 14.59 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=702#9579

Die gute Frau der GEW sollte man fragen, welche Reformstufe sie denn meint, wenn sie sagt, die Rechtschreibung sei dagegen durch die Reform tatsächlich logischer geworden.

Wieso bestand trotz angeblich besserer Logik dann mehrfach Änderungsbedarf, so, daß heute kaum noch wer sagen kann, was denn nun eigentlich gültig/richtig ist und was nicht (mehr)? Weil Logik kann ja nicht bedeuten, es ist ohnehin alles egal!

Ganz abgesehen davon, das erste Ziel von Sprache und deren Schreibung ist nicht, logisch zu sein, sondern es ist, Sachverhalte möglichst eindeutig zu transportieren. Dabei entwickeln die Menschen geschickt Muster, die effizient, situationsangepaßt und aussagekräftig sind, logisch im mathematischen Sinn sind sie hingegen nicht immer.


Kommentar von Chr. Schaefer, verfaßt am 10.09.2013 um 09.29 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=702#9578

Meiner Ansicht nach hat die Journalistin ihre Aufgabe sehr gut erledigt.

Der Artikel ist gut zu lesen (abgesehen von dem "nur noch, nur noch"-Fehler – so etwas passiert im Tagesgeschäft) und sie macht deutlich, daß die Sache keineswegs als erledigt eingestuft werden kann.

Danke, Frau Messmann!


Kommentar von Kätzer, verfaßt am 10.09.2013 um 08.38 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=702#9577

Mal wieder ein Interlinearkommentar.

Doch die Hoffnungen der Gegner wurden enttäuscht. „Weil bereits seit 1998 alle Schülerinnen und Schüler nach den neuen Regeln unterrichtet wurden, war eine vollständige Aufhebung der Reform nicht mehr durchsetzbar“, erläutert Busemann, der damalige Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, die Hintergründe. So blieb nur noch,nur noch „die schlimmsten Auswüchse der Reform zu verhindern“. Auch die Tatsache, dass viele Schulbuch- und andere Verlage bereits nach den neuen Regeln abgefasste Bücher druckreif vorliegen hatten, soll bei der Entscheidung aber eine nicht unerhebliche Rolle gespielt haben.

Hier ist eine alternative Version:

Doch die Hoffnungen der Reformer wurden enttäuscht. „Weil bereits seit Jahrzehnten alle Schülerinnen und Schüler überwiegend erfolgreich nach den etablierten Regeln unterrichtet wurden, war eine Reform nicht mehr durchsetzbar“ [...] So blieb nur noch, „die Reform zu verhindern“. Auch die Tatsache, daß Schulbuch- und andere Verlage bereits nach in der herkömmlichen Orthographie abgefaßte Bücher druckreif vorliegen hatten, soll bei der Entscheidung aber eine nicht unerhebliche Rolle gespielt haben.



Mit der undankbaren Aufgabe, die Reform zu überarbeiten, wurde der „Rat für deutsche Rechtschreibung“ unter der Leitung von Hans Zehetmair betraut. [...] Heute könne er mit Zufriedenheit feststellen, „dass die vom Rat erarbeiteten Neuregelungen von den Schreibenden angenommen wurden“. Dies gelte sowohl für die Schulen und Bildungseinrichtungen als auch für die Zeitungs- und Buchverlage.

Zehetmair, wie er leibt und lebt. Mal wird die Regelung angenommen, mal nicht. Heute so, morgen so.

An die Dreifachkonsonanten etwa in „Essstäbchen“, „Fitnessstudio“, „Genusssucht“, „Haselnussstrauch“ oder „Imbissstube“ habe er sich allerdings bis heute nicht gewöhnen können.

Dank an Frau Messmann dafür, daß sie an dieser und anderen Stellen ausdrücklich das ss/ß-Problem erwähnt.

Am 1. August 2006 wurde die „Amtliche Regelung der deutschen Rechtschreibung in der Fassung von 2006“ auf Beschluss der Kultusministerkonferenz und mit dem Segen des Bundesverfassungsgerichts dann zur verbindlichen Grundlage des Unterrichts an allen deutschen Schulen.

Das Bundesverfassungsgericht hat eigentlich nur die 1996er Version abgesegnet, aber dies ist eher eine Petitesse.

Für Ilka Hoffmann, für Schule verantwortliches Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), ist die Rechtschreibung dagegen durch die Reform tatsächlich logischer geworden.

Das Privileg von Verbandsfunktionären ist es häufig, sich mit inhaltlichen Fragen nicht auseinandersetzen zu müssen. Die GEW war ein wichtiger Verbünderter Augsts, und in echter GEW-Tradition geht es ums Prinzip: Alles, was neu ist, sich das Mäntelchen des Fortschritts umhängt und irgendwie anti-bürgerlich erscheint, ist automatisch gut.

„Das hat das Lehren und Lernen einfacher gemacht“, sagt sie gegenüber unserer Zeitung.

Die Reform hat weder das Lehren noch das Lernen einfacher gemacht, aber sie hat einigen Lehrern das Leben einfacher gemacht, indem sie die Rechtschreibung auf die Anwendung von Regeln reduziert hat und damit auf das Niveau von Rechenaufgaben gestellt hat. Faule Lehrer lieben so etwas, weil sie auf diese Weise weniger zu korrigieren haben – sie müssen nur noch überprüfen, ob ein Schüler die Regeln korrekt angewandt hat. Dieser Aspekt wird m.E. immer noch zu wenig berücksichtigt, denn tatsächlich sind die einzigen Gewinner der regelbasierten Reform schlechte und faule Lehrer. Die Verlierer sind die guten Lehrer (die Mehrheit) und fast alle Schüler.

Hier soziale Barrieren und Berührungsängste abzubauen, Lesen und Schreiben gezielt und individuell zu fördern, sie eine der wichtigsten Aufgaben des Bildungssystems, die aber leider durch Ziffernnoten und Diktate oft verhindert würde.

Die übliche heiße Luft, aber mit einem Körnchem Wahrheit. Diktate an sich sind in mehrfacher Hinsicht äußerst nützlich, und auch die für Schüler und Eltern wichtige Rückmeldung (das Ziffernsystem ist hier nur eine Möglichkeit unter vielen, aber wirklich einfach zu handhaben) darf nicht unterschätzt werden. Die Frage ist bloß, welches Gewicht benotete Diktate haben sollten, denn hier spielen ja auch psychologische Faktoren wie Prüfungsangst eine Rolle.

Der Emsländer selbst nimmt bis heute besonders an der seiner Ansicht nach oft nicht stimmigen Ableitungen der Schreibung aus der angeblichen Herkunft der Wörter Anstoß: „Als Schafzüchter stört es mich einfach, dass wir uns heute ‚belämmern‘ lassen müssen statt des ursprünglichen ‚belemmern‘.“ Da das Wort vom niederländischen „belemmeren“ stamme, habe es mit Schafen nämlich [...]

Obwohl wir das Ende des Satzes nicht kennen, kann man in der Tat feststellen, daß "belemmert" und "Lamm" nicht ursächlich miteinander zusammenhängen. Dennoch ließe sich problemlos eine Verbindung zu "lähmen" herstellen, so daß man Augsts naive Assoziation auch etymologisch untermauern könnte. Aber das rechtfertigt es keineswegs, "belämmert" als ausschließlich gültige Schreibweise zu dekretieren.



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