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Nachrichten rund um die Rechtschreibreform

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17.06.2013
 

Die neue Schlechtschreibung
Spiegel-Titelthema – aber nicht zur reformierten Rechtschreibung

Seit vielen Jahren sind Grundschüler einem deutschlandweiten Feldversuch ausgesetzt: Reformer wollten kreativere Geschöpfe heranziehen. Nun lernen die Kinder nicht mehr richtig schreiben. Experten sprechen von einer Rechtschreibkatastrophe.

So der Anreißertext dieses neunseitigen Artikels, der nicht frei zugänglich ist. Der stellvertretende Spiegel-Chefredakteur Martin Doerry weist in seiner Online-Rubrik "Was man diese Woche lesen muß" auf den Artikel wie folgt hin:

»Nur jeder fünfte Neuntklässler verfasst fehlerfreie Texte – welchen Wert hat eigentlich noch die Rechtschreibung in Zeiten von Korrekturprogrammen, eiligen Tweets, LOL, 4U, ;-) und fix getippten Facebook-Kommentaren? Diesmal, stellt sich heraus, ist das Internet ausnahmsweise nicht schuld am allgemeinen Sittenverfall: Viele Kinder lernen bereits in der Grundschule nicht mehr, richtig zu schreiben. Reformpädagogen haben in der Vergangenheit kuriose Methoden des Schriftspracherwerbs eingeführt – meine Kolleginnen Veronika Hackenbroch und Rafaela von Bredow aus dem SPIEGEL-Wissenschaftsressort kennen die seltsamen Prinzipien der heutigen Grundschuldidaktik: Ihre Kinder lernen so. Aber um die Sprösslinge von Akademikern, so haben die beiden bei der Recherche erfahren, muss man sich keine Sorgen machen: "Es scheitern vor allem Kinder aus der Unterschicht", sagt Bredow. "Wenn es um die Gymnasialempfehlung geht, werden sie aussortiert – egal wie hoch ihr IQ ist. Nur weil sie die Rechtschreibung nicht beherrschen."«

Von der Rechtschreibreform ist nicht die Rede – was eine Durchsicht des gedruckten Textes bestätigt: Vor allem werden die Methode "Lesen durch Schreiben" von Jürgen Reichen sowie ihre Verbreitung durch Hans Brügelmann und die "Rechtschreibwerkstatt" von Norbert Sommer-Stumpenhorst thematisiert; als Gegenpositionen werden unter anderem Äußerungen von Renate Valtin, Agi Schründer-Lenzen und Henning Scheich zitiert.



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Kommentare zu »Die neue Schlechtschreibung«
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Kommentar von Bernhard Strowitzki, verfaßt am 09.05.2014 um 20.52 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9929

Aus der Werbung eines Bonner Fahrradladens:
Durch Elektroräder lassen sich Leistungsunterschiede sowie körperliche Einbußen ausgleichen und auch längere Strecken zurücklegen. Dies bereichert das Miteinander. Plötzlich ist es z.B. kein Problem mehr mit dem Rennrad fahrenden Ehepartner mit zuhalten.
Was für Eheprobleme es doch so gibt, auch wenn man kein Zuhälter ist...


Kommentar von Horst Ludwig, verfaßt am 07.05.2014 um 23.41 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9926

Alles eben schludrige Arbeit bei den Druckmedien.
Zur dpa-Wortartenkenntnis: "Ottawa (dpa) [...] Seiner Ansicht nach werde Russlands Präsident Wladimir Putin so weitermachen wie bisher, in dem er Unruhe stifte, die ukrainische Übergangsregierung in Verruf bringe und Separatisten anstifte. [/] 06.05.2014 07:55"
GZS bei der dts Nachrichtenagentur heute: «"Das Grundrecht auf Bildung darf durch den Terror der Islamisten nicht eingeschränkt werden. Wir rufen die Entführer nachdrücklich dazu auf, die Schülerinnen umgehend unversehrt frei zulassen", sagte Steinbach am Mittwoch in Berlin.»


Kommentar von Horst Ludwig, verfaßt am 05.05.2014 um 21.29 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9924

Journalistisch eine Fliege machen: «Billigfliegen sind laut Studie teurer geworden [//] Köln (dpa) - Billigflüge sind nach einer Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt zwischen März 2013 und 2014 in Deutschland teurer geworden. [...] 05.05.2014 20:35»
Ich stimme Herrn Ickler zu und gehe noch weiter: Auch "inhaltlich [ist es] mit dem Journalismus abwärts gegangen"; es scheint nicht nur so. Es liegt ein bißchen auch am schnellen Arbeitswerkzeug (Schreibprogramme, Aufnahmegeräte, Datenspeicherung). Wo z. B. ein Foto zur Mitteilung wirklich mal 1000 Worte ersetzen konnte, macht doch der Apparat jetzt alles allein und fordert nicht mehr intelligente Eigenarbeit des journalistischen Knipsers heraus, – wodurch der dann vielleicht auch mal zu etwas heranwachsen konnte. (Oder rede ich nur weise so, weil ich halt auch ziemlich alt bin?)


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 05.05.2014 um 05.32 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9922

Ich sehe das ebenso, lese in dumpfer Abgestumpftheit Israel ist Schuld am Scheitern als fette Überschrift in der heutigen FAZ und bin wieder mal so weit, überhaupt keine Zeitung mehr halten zu wollen. Liegt es an mir (Altersweisheit) oder an den Zeitungen, daß es auch inhaltlich mit dem Journalismus abwärts gegangen zu sein scheint? Man liest eigentlich nur noch wegen der Gastbeiträge von Politologen, Historikern, Ökonomen, manchmal sogar Literaturwissenschaftlern.
(Übrigens: Den Schwachsinn der FAZ über Siegfried Lenz – Jansen als verfälschter Nolde – kommentieren heute zwei Leser, darunter mein lieber Kollege Theo Elm. Leserbriefe sind auch oft lesenswerter als redaktionelle Beiträge.)


Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 05.05.2014 um 05.21 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9921

Diese Entwicklung beim SPIEGEL bestätigt mich in dem Vorsatz, persönlich bei der weit überlegenen Rechtschreibung zu bleiben, die vor der Reform praktiziert wurde. Man wird ja über die Jahre schon mal schwach und fragt sich, ob man die eine oder andere Neuschreibung allmählich übernehmen könnte. Sporadisch ist das auch in Ordnung. Aber so ein Mist wie die Großschreibung in vor Kurzem kommt mir überhaupt nicht in die Tüte. Ein Wörterbuch wie der Duden, der auf die Idee kommt, das zu empfehlen, disqualifiziert sich selbst, gründlich und dauerhaft.

Es ist abenteuerlich, wie ein paar einzelne Spinner (Augst, Gallmann) es fertiggebracht haben, mit ihren kindischen Kopfgeburten die Rechtschreibung einer Sprachgemeinschaft von rund 100 Millionen Menschen zur Sau zu machen.


Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 05.05.2014 um 05.00 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9920

Die nächste Frage ist: Werden sie wohl die neue Noch-schlechter-Schreibung auch auf Spiegel Online durchdrücken wollen?

Damit wäre die Gefahr verbunden, daß mancher Leser seine Irritation im Diskussionsbereich äußert und mehr Leute auf die Fehlentscheidung aufmerksam werden. Bei den wichtigeren der dort eingestellten Texte ist normalerweise ein Forum angehängt. Diese Foren werden ausgiebig genutzt.


Kommentar von Walter Lachenmann, verfaßt am 04.05.2014 um 22.59 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9919

Den Blödmännern ist die Rechtschreibung auch sowas von egal. Man kann inzwischen selbst Leute, denen man unterstellen möchte, daß sie den miserablen Zustand der deutschen Rechtschreibung erkennen (und gar nicht selten tun sie das auch), nicht mehr daraufhin ansprechen. Man erlebt da nur verständnislose große Augen "reitest du immer noch auf diesem abgehalfterten Roß? Klar ist das eine Kacke, aber was soll's?"
Frage ich mich inzwischen selber.


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 04.05.2014 um 17.27 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9918

Nachtrag: Hab den Blödmännern gerade einen Brief geschickt und ihnen erklärt, was für Blödmänner sie sind. Eigentlich wollte ich so etwas nicht mehr machen, weil mir die deutschen Journalisten inzwischen so was von egal sind.


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 04.05.2014 um 17.13 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9917

Zur Erinnerung: Unter den Reformern war es nur Peter Gallmann, der seit 1996 noch diese Hyperreform durchgesetzt und damit den gigantischen Rückschritt um mehr als hundert Jahre vollendet hat.

Ich frage mich, was die SPIEGEL-Leute selbst eigentlich davon halten. So blöd kann doch niemand sein?

Die Wiedereinsetzung des DUDEN in seine privilegierte Stellung ist natürlich auch bemerkenswert, man beobachtet sie auch sonst überall. Und das gerade jetzt, nachdem die Dudenredaktion so deutlich abgewirtschaftet hat.


Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 04.05.2014 um 16.28 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9916

Erste Kostprobe nach ein paar Minuten lesen: Noch vor Kurzem ...

Dieses große Kurze, vor dem etwas war, verkaufen sie uns als "Modernisierung" der Rechtschreibung. Dabei ist es ein Rückschritt um rund 100 Jahre. Aber man hat ja eine Ausrede: Es steht so als gelb markierte Empfehlung in der "aktuellen" Ausgabe des Duden.

Ob die Leute auf diese Verblödungstaktik hereinfallen werden?


Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 04.05.2014 um 16.06 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9915

Im neuen SPIEGEL (19/2014) werden in der sogenannten Hausmitteilung am Anfang des Hefts diverse Neuerungen präsentiert: neues Layout, Verzicht auf Autorennamen beim Leitartikel, neue Kolumnen. Am Ende heißt es:

Und, zu guter Letzt, und da wir gerade beim Aufräumen sind: Der SPIEGEL modernisiert auch seine Rechtschreibung und folgt von dieser Ausgabe an den Empfehlungen der aktuellen, 26. Auflage des Dudens.


Kommentar von Glasreiniger, verfaßt am 27.01.2014 um 11.33 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9790

Hadmut Danisch hat ein schönes Beispiel für den Nutzen des Handschriftlichen gefunden:
http://www.danisch.de/blog/2014/01/26/humanismus-2-0-ein-stueck-papier-von-hand-gemacht/#more-7771

Soll Schönschreiben ein Reservat für Waldorfschulen werden? Wozu überhaupt noch Handschrift?


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 26.01.2014 um 05.50 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9789

Soll Schönschreiben ein Reservat für Waldorfschulen werden? Wozu überhaupt noch Handschrift? Die Druckschrift als einzige kann nur eine Übergangslösung sein, das Schreiben mit der Hand muß ganz weg! Dazu möchte ich einen altmodischen Einwand formulieren: Ein Buchstabe ist schnell hingetippt, und wenn es am Computer geschieht, ist nicht einmal klar, wie es überhaupt geschieht (im Gegensatz zu den Stempelspielen und Kinderdruckereien, mit denen man Kindern immer noch eine Freude machen kann). Dieses durchrationalisierte Verhältnis zur Schrift ist Kindern vielleicht unangemessener, als wir glauben. Die Schönschrift, die man früher pflegte, auch die mit Federhalter und Tusche zu schreibende Zierschrift, würdigt die magischen Qualitäten der Schrift. Dafür haben Kinder viel Sinn. Sie erleben beim ersten Schreiben das Ungeheuerliche dieser Erfindung.


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 23.01.2014 um 04.49 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9788

Senator Ties Rabe und seine Hamburger Schulbehörde haben nochmals erklärt, was sie alles vorhaben, damit die Hamburger Kinder schreiben lernen. Von den Bayern wollen sie lernen usw.

Die löblichen Beschlüsse hinterlassen einen seltsamen Geschmack. Warum haben sich die Kultusministerien jahrelang auf die Durchsetzung einer Rechtschreibreform versteift, statt das zu tun, was Tausende von Jahren als selbstverständlich galt? Natürlich war Schulunterricht lange Zeit fast nur Unterricht im Lesen und Schreiben, dazu noch Singen und Beten. Aber das Lesen und Schreiben so sehr zu vernachlässigen, daß man es gewissermaßen erst im 21. Jahrhundert wiederentdecken mußte - das müßte die Bevölkerung doch ziemlich schockieren, wenn es wahr wäre.


Kommentar von Urs Bärlein, verfaßt am 16.01.2014 um 16.49 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9784

Die Verdruß-Regel habe ich Mitte der 60er Jahre in Baden-Württemberg gelernt. Das war in der Sexta oder Quinta. Ich erinnere mich noch, daß mir anfangs nicht einleuchtete, auch z.B. du mußt schreiben zu müssen, obwohl dort doch gar nicht ein ss in Schlußposition geraten würde.


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 16.01.2014 um 04.25 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9783

Richtig, das ist auch eine gute Regel, allerdings muß ich gestehen, daß ich sie bis zur Reform gar nicht kannte. Den Gehalt haben wir sozusagen intuitiv mitbekommen. Ich würde mich bestimmt daran erinnern, wenn sie in meiner Schulzeit ausdrücklich formuliert worden wäre.


Kommentar von Urs Bärlein, verfaßt am 15.01.2014 um 16.28 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9782

Noch 'ne Regel: "Doppel-s am Schluß bringt Verdruß." Übrigens die einzige mir bekannte Regel, die zugleich ihren tatsächlichen Grund angibt. Deshalb haben die Reformer sie ja auch am wenigsten verstanden.


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 15.01.2014 um 13.53 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9781

Dank für die Erinnerungsstütze! Das kenne ich natürlich auch; also haben wir drei Regeln bzw. zweieinhalb. Weit kommt man damit nicht.


Kommentar von Manfred Riemer, verfaßt am 15.01.2014 um 13.11 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9780

Aus meiner Schulzeit kenne ich noch diese Regel:
- Trenne nie st, denn es tut ihm weh.


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 14.01.2014 um 08.15 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9779

Nach Hamburg nun auch Bremen, wie der Weserkurier berichtet. Überall entdeckt man eine neuartige Aufgabe, um nicht zu sagen Herausforderung: Die Schule soll den Kindern Lesen und Schreiben beibringen. Nur wie?
Komischerweise fragt niemand, was die Schule denn bisher gemacht hat.


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 14.01.2014 um 08.08 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9778

Nicht nur die Reformer, auch die Politiker und die Journalisten sprechen ständig von den "Regeln" der Rechtschreibung. Wir haben in der Schule nur zwei Regeln gelernt:
1. Nach l, n, r, das merke ja,
steht nie tz und ck.
2. Wer "nämlich" mit h schreibt, ist dämlich.
Das zweite ist aber schon keine richtige Regel mehr, weil sie nur ein einzelnes Wort betrifft.


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 21.12.2013 um 15.07 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9766

Heutzutage lernen die Kinder in der Grundschule die Rechtschreibung nach Gehör. So soll die Lust am Schreiben geweckt werden. Eine Weseler Mutter übt Kritik. - Juliane N. stehen die Haare zu Berge, wenn sie sich die Rechtschreibung ihrer Tochter ansieht. Sie schreibt „Wassa“ statt Wasser. Usw.

(www.derwesten.de)

Die Panikmache der Medien hat dazu geführt, daß manche Eltern ihren gesunden Menschenverstand beiseite lassen. Es ist doch klar, daß Grundschüler Wörter, die sie weder gelesen noch geschrieben haben, nach Gehör schreiben. Die Alternative wäre, ihnen das Schreiben auf eigene Faust zu verbieten. Wer nicht schreibt, kann keine Fehler machen.

(Nachdem eine unserer Töchter die Sache mit dem vokalisierten -er verstanden hatte, schrieb sie hyperkorrekt Fermilie. Im übrigen s. 678#8796)


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 28.11.2013 um 05.54 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9729

Der Staat hatte erst kurz zuvor in einzelnen Ländern damit angefangen, sich um eine einheitliche Schulorthographie zu kümmern. Zuvor hatten Drucker und einflußreiche Autoren wie Adelung für die einheitliche Rechtschreibung gesorgt, ebenso wie in anderen europäischen Staaten.


Kommentar von Germanist, verfaßt am 27.11.2013 um 12.53 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9728

Es gab vor Konrad Duden einheitliche deutsche Rechtschreibungen, aber in jedem deutschsprachigen Land eine andere.


Kommentar von R. M., verfaßt am 26.11.2013 um 23.33 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9727

Da die Einführung der Schulpflicht in Deutschland, jedenfalls in den protestantischen Ländern, bis ins späte 16. Jahrhundert zurückgeht, müßte gemäß Reichens Darstellung seit dieser Zeit auch eine normierte Rechtschreibung existiert haben.


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 26.11.2013 um 15.01 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9726

Reichen schreibt auch:

"Historisch betrachtet ist die Normierung der Rechtschreibung eine junge Angelegenheit. Man hat eine verbindliche Rechtschreibung erst festgelegt und verlangt mit der Einführung der Volksschule. Vorher, als das Volk analphabetisch gehalten wurde und nur Adel, Klerus und gehobenes Bürgertum über die Schrift verfügten, war Rechtschreibung persönliche Angelegenheit jedes einzelnen. Goethe konnte keine Rechtschreibung."

Die edle Kunst des Lesens und Schreibens, so denkt man, muß doch ein Privileg der Reichen und Mächtigen gewesen sein! Das weiß man einfach, auch ohne Nachforschung.

Im alten Griechenland lernten die Knaben (Söhne der freien Bürger) in der Elementarschule schreiben. Handwerker und Künstler konnten auch schreiben, wie z. B. die Vaseninschriften zeigen, die übrigens orthographisch bemerkenswert einheitlich sind. Sklaven konnten auch oft schreiben, bei Kriegsgefangenen ja kein Wunder. Vornehme Leute wie Platon konnten schreiben, aber noch lieber diktierten sie, wie Goethe. Hundertschaften untergeordneter Schreiber waren fabrikmäßig damit beschäftigt, Bücher zu vervielfältigen. Quintilian handelt von lateinischer Rechtschreibung, wobei er auch als einer der ersten den Grundsatz "Schreib, wie du sprichst!" ausspricht (und einschränkt).

Goethe steht am Ende einer Epoche des Übergangs von der lateinischen zu deutschen Prosa. Während Latein orthographisch geregelt war, mußte das für das Deutsche nachgeholt werden. Das war zunächst Aufgabe der Drucker. Luther hatte aber ein Auge darauf, was die Druckerei leistete. Goethe war die Orthographie auch nicht gleichgültig, er wies seinen Sekretär an, sich darum zu kümmern und fleißig den Adelung zu benutzen.


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 25.11.2013 um 16.45 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9725

Von Jürgen Reichen hatte ich bisher nichts gelesen, weil ich schon ahnte, daß er mich nicht interessieren würde. Nun stoße ich auf einen Text von 1996, der mein Vorurteil nur bestätigt (www.reichen.de/jr01/lds_01.pdf):

Kostprobe:

»Nun hat zwar Rechtschreibung in vielen Ländern diese überhöhte Bedeutung, doch derart orthografiefixiert wie sich Deutsche geben ist es bei anderen nicht. In Deutschland, das zeigten die öffentlichen Reaktionen auf das kürzlich erlassene Rechtschreib-Reförmchen sind Diskussionen zum Thema wahnhaft verzerrt, denn die Verbissenheit, mit der über „Gemse“ und „Gämse“ diskutiert wird, lässt sich rational nicht nachvollziehen. „Verstehbar“ wird mir das Ganze nur unter der Annahme, dass eine kollektive Zwangsneurose vorliegt, welche nicht nur Folge der deutschen Autoritätsgläubigkeit sowie einer weitverbreiteten Bürokraten- und Erbsenzähler-mentalität ist, sondern irgendwo auch mit nationalsozialistischen Schuldverdrängungen zu tun hat. (Eine „nationalsozialistische Schuldverdrängung“ zu behaupten ist natürlich mehr als nur gewagt, weshalb mir wohlmeinende KollegInnen empfohlen haben, diesen Passus aus dem Text zu entfernen. Da tiefenpsychologische Überlegungen das Durchschnittsdenken überfordern, würden sie als unfaire Polemik missverstanden und d.h. sie wären zum aufklärerischen Anliegen des Aufsatzes kontraproduktiv. Dieser Rat ist nicht gänzlich abwegig. Daher beschloss ich, ihm halb zu entsprechen: im Text wird der Passus entfernt, aber in einem separaten Anhang sollen diezugehörigen Überlegungen für Interessierte gleichwohl kurz skizziert sein.)«

Die ebenso wohlfeile wie halsbrecherische These von der „nationalsozialistischen Schuldverdrängung“ ist also „Tiefenpsychologie“ und übersteigt das Fassungsvermögen der Durchschnittsmenschen! (Die Tiefenpsychologie hat schon einmal zugeschlagen: 1973 hieß es auf dem GEW-Kongreß „vernünftiger schreiben“, der „anale Zwangscharakter“ der Deutschen sei schuld.)


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 03.11.2013 um 06.21 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9654

Im "Stern" (25.10.13) warnt jemand vor der übertriebenen Aufregung über die Schlechtschreibung und die Methode Reichen. Grundsätzlich mit Recht, wenn auch nicht gerade gut geschrieben. Am Ende heißt es:

"Allen Unkenrufen zum Trotz - bereits vor 2500 Jahren beklagte sich Aristoteles über die Jugend - ist doch noch immer eine brauchbare Generation herangewachsen."

Ich kann nicht behaupten, daß ich das Gesamtwerk des Aristoteles im Kopf hätte, aber mich würde interessieren, wo das steht. Oder handelt es sich um ein Versatzstück wie das "chinesische Sprachwort"? Das kann ja auch niemand nachprüfen. (Am Anfang der Nikomachischen Ethik sagt Aristoteles, daß junge Leute mangels Lebenserfahrung in politischen Dingen nicht gut mitreden können; das wird ja wohl nicht gemeint sein.)


Kommentar von Marco Mahlmann, verfaßt am 26.10.2013 um 15.13 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9648

Hat die ARD noch immer keinen Sendemast in Dresden aufgestellt, oder wie ist zu erklären, daß dort der Stadtrat Reichen goldene Kränze flicht, ohne daß auch nur einer auf die massive Kritik an Reichens Lehren hinweist?

Der Artikel ist auch was für die "Blüthen der Thorheit".


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 25.10.2013 um 16.32 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9644

Aktuelle Neuigkeiten (22.6.2012)

Unsere Schule heißt jetzt 59. Grundschule "Jürgen Reichen"
Am 22. Juni beschloss der Stadtrat der Stadt Dresden einstimmig, unserer Schule den von uns beantragten Namen 59. Grundschule „Jürgen Reichen“ zu verleihen. Herr Peter Lames, Fraktionsvorsitzender der SPD-Fraktion der Stadt Dresden und Vater von Kindern unserer Schule, hielt den begleitenden Redevortrag.

Eine Gruppe von Kindern ist gemeinsam mit Stephan Häntzsch, ab September Referendar an unserer Schule, bereits dabei, Ideen für das Namensgebungsfest im Herbst zu sammeln. Weiteres dazu später hier.

Mit der 59. Grundschule verbinden mich fast 15 Jahre Schulbesuch. Schulbesuch meiner Kinder, versteht sich. Ganz besonders vor dem Hintergrund dieser Erfahrung kann ich Sie nur darin bestärken, diese Schule heute nach Jürgen Reichen zu benennen.

Nachfolgend die Rede von Peter Lames:

»Jürgen Reichen steht für das pädagogische Konzept dieser Schule. Er, selbst Lehrer und in der Lehrerausbildung tätig, ist der Vater von "Lesen durch Schreiben". Die Kinder bekommen, schon gleich zu Beginn der Schullaufbahn, eine Buchstabentabelle. Da ist ein Affe und eine Ameise neben dem "a", eine Banane neben dem "b" abgebildet und so weiter, bis zur Zitrone für das "z". Für jeden Buchstaben ein (An-)Laut, ein Bild, dazu noch ein paar Besonderheiten wie das Auto für den Laut "au". Damit legen die jungen Herrschaften dann los. Nicht mit dem engen Buchstaben- und Wörterkanon, wenn alles der Reihe nach geht, wie es die Erwachsenen vorgegeben haben. Sondern mit allen Wörtern von Anfang an. Was auch immer diese jungen Köpfe ausdrücken wollen: Sie können es, wenn sie wollen. Und sie wollen! Kommt man in eine solche Klasse (vergessene Pausenbrote nachbringen ist erlaubt, Schreibenüben nicht!), dann sind alle so aufmerksam beim Ausdrücken, dass ein ganz zartes Lernbrummen in der Luft liegt. Das Brummen kommt daher, dass sie sich die Wörter ganz leise und deutlich vorsagen, die sie gerade schreiben wollen, Laut für Laut. Und ganz genau auf die eigenen Wörter hören. Und während der junge Mensch schreibt, angeregt durch die eigene Phantasie, durch vorgeschlagene Themen oder durch Bildergeschichten, muss er schauen, was er schon geschrieben hat. Aus diesem Schauen wird, von ganz alleine, Lesen. "Das Lesen habe ich nicht gelernt, das konnte ich einfach so," sagen die Kinder dann. Gibt es einen schöneren Start in die Welt der Literatur?

Diese Kinder werden nicht "geschult" (eines der hässlichsten Wörter der deutschen Sprache), sondern sie lernen. Sie lernen gemeinsam in der Gruppe, aber doch nach individuellem Tempo, jeder nach seinem Fortschritt. Und von den Eltern wird was abverlangt: Zugucken, Geduld und Vertrauen in die Kinder haben. Und die abenteuerliche (der Fachbegriff ist "lautrichtige") Rechtschreibung junger Menschen ertragen, denen es viel wichtiger ist, "viel" zu schreiben, als zu wissen, ob da nun ein "v" oder ein "f" am Anfang steht. Jürgen Reichen hat gesagt: für solche Fragen gibt es Rechtschreibprogramme. So war Jürgen Reichen: ein Freund zuerst der Kinder und nicht der äußeren Regeln. Tatsache allerdings ist: Schon sehr bald interessieren sich die Kinder dafür, "wie das die Erwachsenen schreiben" und schaffen nachgewiesenermaßen eine gute Rechtschreibung. Und auch andere Methoden produzieren bekanntlich nicht nur Rechtschreib-Asse.

Ich bin froh, dass wir Jürgen Reichen ehren. Mit ihm ehren wir die Freiheit. Die Freiheit der Kinder, die nicht in ein Korsett gezwängt werden, sondern schreiben, was ihnen zu schreiben wichtig ist. Wir ehren aber auch Lehrerinnen vom Weißen Hirsch, die sich nach 1990 bewusst auf diesen Weg der Freiheit gemacht haben, die pädagogische Wege gesucht und mit Jürgen Reichen gefunden haben, um ihr Bild vom Kind, ihren Respekt vor den jungen Menschen auch praktisch zu leben. Diese Tradition eines außergewöhnlichen Engagements lebt bis heute im Kollegium fort, auch wenn die Pioniere längst im Ruhestand sind.

Ich bin auch froh und glücklich, dass sich hier eine Schule zu pädagischen Werten und Methoden bekennt, die dann auch den Alltag prägen. Die Freude ist doppelt: Dass sich eine Schule überhaupt zu Inhalten bekennt und sich nicht neutral und vermeintlich unverfänglich benennt, wie wir (aus Respekt vor der Schulautonomie) hier im Stadtrat so manche Feld-, Wald- oder Wiesenschule benannt haben. Und ich freue mich auch, dass bei all dem Mangel, der personell, fachlich und baulich die so skandalös vernachlässigten Schulen beutelt, trotzdem mit viel Elan gute Schule gemacht wird.

"Der Lehrer," so hat Reichen gesagt, "ist eigentlich überflüssig. Er soll nur Kaffee kochen und für gute Laune sorgen." Mit Jürgen Reichen ehren wir die Gelassenheit, auf die Kraft zu vertrauen, die in jedem Menschen steckt, und dort zu helfen, wo es nötig ist. Eine Abstimmung mit den kleinen Füßen findet auch statt: Die Schule kann sich vor Anmeldungen kaum retten.

Jürgen Reichen hat sich um die Kinder auf dem Weißen Hirsch und an anderen Schulen in Dresden wie auch außerhalb verdient gemacht, weit über seinen Tod vor drei Jahren hinaus. Es ist gut, dass wir ihn ehren.«


(Quelle)


Kommentar von Die Welt, 14. August 2013, verfaßt am 15.08.2013 um 18.05 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9554

Rechtschreibung auf dem Prüfstand
Grundschulverband weist Kritik der Politik an Lehrmethoden zurück
Von Peter Ulrich Meyer und Insa Gall

Wie Schulsenator Ties Rabe (SPD) und die FDP-Opposition fordert auch die CDU, die unterschiedlichen Methoden, nach denen Lesen und Schreiben in der Grundschule gelehrt wird, auf den Prüfstand zu stellen. "Es ist nicht akzeptabel, dass die Schulbehörde nicht weiß, nach welchen Verfahren Rechtschreibung unterrichtet wird", sagt die CDU-Schulpolitikerin Karin Prien.

Erst müsse die Wirksamkeit der Methoden wissenschaftlich überprüft werden, dann müsse es "verbindliche Vorgaben" für die Lehrer geben. Wie berichtet, fordert die FDP in einem Bürgerschaftsantrag, dass die umstrittene Methode "Lesen durch Schreiben" nicht mehr angewendet wird. Bei diesem Verfahren bilden die Schüler Wörter anhand sogenannter Anlauttabellen. Lehrer korrigieren die Schreibversuche zunächst nicht, so dass sich falsche Schreibweisen einprägen können. Susanne Peters, die Vorsitzende des Hamburger Grundschulverbands, weist die Kritik an der Methode zurück. "Ich möchte Freiraum für Pädagogen, nach allen Methoden zu arbeiten", sagt Peters. Auch "Lesen durch Schreiben" sei weiterentwickelt und durch andere Verfahren ergänzt worden. Peters räumt allerdings ein, dass die Rechtschreibung nicht mehr im Vordergrund der Grundschulbildung stehe. "An deren Stelle sind inhaltliche Fragen und der sprachliche Ausdruck getreten."

Im Übrigen sei es nicht möglich, "bei einer Differenz von drei Lernjahren" zwischen den Erstklässlern am Ende der vierten Klasse alle Defizite zu beseitigen. "Ich möchte eher den weiterführenden Schulen den Vorwurf machen, dass sie keine angemessenen Antworten darauf haben", sagte Peters.

Wissenschaftlich ist belegt, dass es um die Rechtschreibleistungen Hamburger Grundschüler schlecht bestellt ist. Die "Kess 4"-Studie hatte sich 2004 mit der orthografischen Kompetenz der Viertklässler in der Hansestadt beschäftigt und diese mit den Leistungen ihrer Altersgenossen in ganz Deutschland verglichen. Ergebnis: "Die Ergebnisse der Hamburger Viertklässler liegen deutlich unterhalb des deutschen Mittelwertes – nur die Kinder aus Bremen scheiden ungünstiger ab."

Wie schlecht es um die Rechtschreibkompetenz deutscher Schüler ohnehin bestellt ist, zeigt die 2003 veröffentlichte IGLU-Studie: Damals waren 2951 Kindern aus zwölf Bundesländern in einem Ergänzungstest 45 Wörter diktiert worden. Nur drei Kinder schrieben alles richtig, die schwächsten fünf Prozent machten in dem 45-Wörter-Test mehr als 63 Fehler, ein Schüler sogar 212 Fehler.

Aktuelle Erhebungen zur Rechtschreibkompetenz der Schüler in der Hansestadt gibt es nicht. Doch Peter May, wissenschaftlicher Direktor am Institut für Bildungsmonitoring und Qualitätsentwicklung (IfBQ), hat eine fundierte Einschätzung. Der Pädagoge ist Autor der Hamburger Schreibprobe (HSP), des meisteingesetzten Testinstrumentszur Überprüfung der Rechtschreibprüfung an Schulen bundesweit. Er sagt: "Das Leistungsniveau der Hamburger Schüler hat sich im Vergleich nicht verändert. Den großen Verfall der Rechtschreibleistungen gab es in den 70er bis 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts", sagt May. Damals habe formale Bildung, also beispielsweise Orthografie oder Kopfrechnen, an Stellenwert gegenüber Problemlösungsfertigkeiten und kreativen Kompetenzen eingebüßt.

(www.welt.de)


Kommentar von Die Welt, 13. August 2013, verfaßt am 15.08.2013 um 17.51 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9553

Der Abendblatt-Artikel von Peter Ulrich Meyer (vom 13. 8.) wurde auch in der Welt abgedruckt: www.welt.de.


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 15.08.2013 um 06.47 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9549

Peter Ulrich Meyer hat inzwischen noch einen weiteren Artikel (ein Kommentar in der „Welt“ vom 14.08.13: www.welt.de) über den Rechtschreibunterricht veröffentlicht. Die Rechtschreibreform wird wieder nicht erwähnt.

"Der Stellenwert, den die Rechtschreibung traditionell hatte, ist in der heutigen Schule gesunken. Das "Bimsen" der richtigen Schreibweise ist aus der Mode geraten. Vor die Basisqualifikationen, zu denen auch das Kopfrechnen zählt, ist die Entwicklung von Kompetenzen und kommunikativen Fähigkeiten getreten. Dies stellt sich nun als Fehler heraus."

Das stellt sich nicht heraus, das war immer bekannt; nur einige Ideologen haben es bestritten.


Kommentar von Pt, verfaßt am 14.08.2013 um 15.56 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9548

''Jedes Medikament wird sorgfältig über Jahre getestet, bevor es auf die Menschheit losgelassen wird, ...''

Ich will nicht wissen, wie bei der Zulassung von Medikamenten getrickst wird.


Kommentar von stefan strasser, verfaßt am 14.08.2013 um 14.41 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9547

Es ist erstaunlich, daß zwar einerseits eine Rechtschreibschwäche konstatiert und kritisiert wird, daß aber andererseits kaum jemand eine Brücke zur Rechtschreibreform (oder den Reformen) legt!
Ich meine halt, die Reaktion vieler Lehrer war, weil selbst verunsichert, diesen Teil im Unterricht einfach stark zu vernachlässigen und aus eigener Unsicherheit heraus fast alles zu tolerieren. Die Ergebnisse sieht man heute überall. Und um sich zu überzeugen, daß viele Lehrer selbst nicht ordentlich schreiben können, braucht man nur Lehrerforen zu besuchen.
Es muß einen also nicht wundern, wenn viele Schüler rechtschreibschwach sind. Und klar, die Reformen sind sicher nicht die einzige Ursache, aber indirekt spielen sie, wie gezeigt, offenbar eine wesentliche Rolle.


Kommentar von Hamburger Abendblatt, Leserbriefe, 14. August 2013, verfaßt am 14.08.2013 um 13.40 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9546

In großer Sorge
13. August: "Umstrittene Methode. Rechtschreibkatastrophe droht"

Wir beobachten schon seit einiger Zeit mit großer Sorge, wie an den Kindern in Sachen Rechtschreibung herumexperimentiert wird. Die Ergebnisse sind entsprechend, und es muss mit großem Einsatz und finanziellem Aufwand gegengesteuert und unterstützt werden. Jedes Medikament wird sorgfältig über Jahre getestet, bevor es auf die Menschheit losgelassen wird, aber diese neue Lernmethode wird einfach eingeführt nach dem Motto, mal sehen, ob das funktioniert. Unverantwortlich!

Michael Eilers

(www.abendblatt.de)


Kommentar von Chr. Schaefer, verfaßt am 14.08.2013 um 10.23 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9544

Zum "Abendblatt"-Artikel:

In der Hamburger Schulbehörde scheint man sehr wohl zu wissen, daß man den Kindern mit der Methode "Lesen durch Schreiben" (für die ja auch Augst eintrat), keinen Gefallen tut. Es geht offenbar nur noch um Zeitgewinn, und im Behördendenken heißt das: Bis turnusmäßig neue Lehrmittel angeschafft werden, sollen die Lehrer doch sehen, wie sie zurechtkommen. Die Kinder und Jugendlichen sind den Herrschaften vollkommen egal.

Die Aussage, daß die Aufhebung des Diktatverbots zu einer "Stärkung der Methodenvielfalt und der Bedeutung der Rechtschreibung geführt" habe, ist nicht nur grauenhaftes Deutsch (aber typisch für Schulämter), sondern auch lächerlich. Ein Diktat ist eine Konzentrationsübung und ein Instrument der Leistungs- bzw. Erfolgsmessung. Es kommt aber auf den vorhergehenden Unterricht an.


Kommentar von Hamburger Abendblatt, 13. August 2013, verfaßt am 13.08.2013 um 08.17 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9539

Hamburg: "Lesen durch Schreiben" soll auf Prüfstand

Die FDP will die umstrittene Methode des Schreibenlernens an Grundschulen abschaffen. Schulbehörde ist gesprächsbereit. Bei "Lesen durch Schreiben" dürfen die Schüler zunächst die Wörter so schreiben, wie sie sie hören.

Von Peter Ulrich Meyer

Hamburg. Die FDP-Opposition sagt einer umstrittenen Methode, Lesen und Schreiben zu lernen, den Kampf an. In einem Bürgerschaftsantrag fordern die Liberalen, das Konzept "Lesen durch Schreiben" und verwandte Lernverfahren aus dem Bildungsplan Deutsch der Grundschule zu streichen.

"Eltern, Bildungsexperten und Praktiker aus der Ausbildungswirtschaft warnen immer lauter vor einer Rechtschreibkatastrophe: Immer mehr junge Menschen beherrschen die simpelsten Grundlagen der deutschen Sprache nicht", kritisiert die FDP-Bildungspolitikerin Anna von Treuenfels. Eine Ursache seien offensichtlich "verfehlte Lernmethoden", zu denen von Treuenfels auch "Lesen durch Schreiben" zählt.

Bei "Lesen durch Schreiben" dürfen die Schüler zunächst die Wörter so schreiben, wie sie sie hören. Zentrales Hilfsmittel ist die Anlaut- oder Buchstabentabelle, die mit Bildern arbeitet. In den ersten beiden Klassen korrigieren die Lehrer die Schreibversuche nicht. Die Erwartung ist, dass die Jungen und Mädchen durch häufiges Schreiben allmählich die korrekte Rechtschreibung erlernen.

Nach Ansicht vieler Bildungsforscher ist es dann allerdings häufig schon zu spät, weil sich falsche Schreibweisen eingeschliffen haben und schwer abtrainiert werden können. Auch dem Senat sind die Nachteile des Verfahrens bekannt. "Die Methode ,Lesen durch Schreiben' wird in der Fachdidaktik kontrovers diskutiert, da in Studien nachgewiesen wurde, dass Klassen, die über einen langen Zeitraum ausschließlich oder einseitig nach dieser Methode unterrichtet werden, in ihren Rechtschreibleistungen hinter den Leistungen vergleichbarer Lerngruppen zurückbleiben können", heißt es in der Antwort des Senats auf eine Anfrage der FDP-Bürgerschaftsabgeordneten Anna von Treuenfels.

Die FDP-Politikerin formuliert es drastischer: "Das muntere Drauflosschreiben der Kinder ohne vernünftige Lerngrundlage führt zu dem dramatischen Ergebnis, dass sich falsche Schreibweisen innerhalb kürzester Zeit für immer einprägen."

An den Hamburger Grundschulen wird das Erlernen der Rechtschreibung generell nach einem Methodenmix unterrichtet. Grundsätzlich entscheiden die Schulen selbst im Rahmen der Lehrerkonferenz über den ihrer Ansicht nach richtigen Weg. Die Anlaut- oder Buchstabentabelle ist allerdings als Hilfsmittel ausdrücklich zugelassen. "Nach Kenntnis der zuständigen Behörde wird an keiner der Grundschulen ausschließlich nach der Methode ,Lesen durch Schreiben' unterrichtet", heißt es in der Senatsantwort auf die Treuenfels-Anfrage. Aber an welchen Standorten zumindest Teile des umstrittenen Verfahrens zum Einsatz kommen, ist der Behörde nach Angaben des Senats derzeit nicht bekannt.

"Es reicht nicht, das noch lange zu prüfen", kritisiert von Treuenfels. "Wir müssen jetzt dafür sorgen, dass die Rechtschreibung wieder erfolgreich absolvierter Lerninhalt in der Grundschule wird, ohne durch eine fragwürdige Methode unterminiert zu werden." Der FDP-Antrag fordert die Behörde nun auf, "den Bildungsplan Grundschule Deutsch dahingehend zu ändern, dass die Methode ,Lesen durch Schreiben' bzw. davon abgewandelte Methoden nicht weiter an Hamburger Grundschulen angewendet werden dürfen."

In der Schulbehörde stößt der Vorschlag durchaus auf Interesse. "In ganz Deutschland und auch in Hamburg sinkt offensichtlich das Rechtschreibniveau der Schülerinnen und Schüler. Es ist an der Zeit, mit Experten und Lehrkräften diese Entwicklung sorgfältig zu analysieren und ein Konzept zu entwickeln", sagt Peter Albrecht, Sprecher der Schulbehörde. "Die Schulbehörde wird entsprechend tätig werden und wünscht sich eine breite Diskussion, zum Beispiel im Rahmen einer Expertenanhörung im Schulausschuss der Bürgerschaft", fügt Albrecht hinzu, ohne allerdings direkt auf die Methode "Lesen durch Schreiben" einzugehen.

Schulsenator Ties Rabe (SPD) hat einen persönlich-beruflichen Zugang zum Thema: Er unterrichtete als Lehrer unter anderem Deutsch, wenn auch nicht an einer Grundschule, sondern an einem Gymnasium. Nach seinem Amtsantritt im März 2011 hatte er das Diktatverbot aufgehoben, das noch aus dem vorherigen Bildungsplan für die gescheiterte Primarschule stammte.

Aus Sicht der Schulbehörde hat dieser Schritt zu einer Stärkung der Methodenvielfalt und der Bedeutung der Rechtschreibung geführt. Das sichere Erlernen orthografischer und grammatikalischer Regeln ist im Bildungsplan Deutsch verbindlich vorgegeben. Der Plan schreibe vor, "dass von Anfang an vielfältige Lerngelegenheiten geschaffen werden, in denen zugleich Rechtschreibkompetenz, Rechtschreibstrategien und grammatikalisches Wissen erworben werden", heißt es in der Senatsantwort auf die Treuenfels-Anfrage. Auch für die Verwendung der Lehrmaterialien macht die Schulbehörde keine Vorgaben, sondern überlässt die Entscheidung den Schulen.

Die FDP-Fraktion fordert in ihrem Bürgerschaftsantrag, dass der Bildungsplan künftig "konkrete Vorgaben zum Rechtschreibunterricht an den Grundschulen enthält". Und die Liberalen greifen ein weiteres "heißes Eisen" auf: Sie fordern, dass das Erlernen der lateinischen Schreibschrift wieder verpflichtender Bestandteil des Deutschunterrichts an den Grundschulen wird. Der frühere schwarz-grüne Senat hatte den Schulen freigestellt, ob sie die als etwas einfacher geltende Grundschrift zur Basis des Schreibenlernens machen oder an der lateinischen Schreibschrift festhalten.

(www.abendblatt.de)


Kommentar von B.Troffen, verfaßt am 23.07.2013 um 16.28 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9469

Die Ziele stehen seit Jahr und Tag auf der Homepage des Rates.
Daß er damit unbehelligt durchkommt, sagt alles über die Wertschätzung, die er genießt, und das Ausmaß seiner Narrenfreiheit. Dabei geht's auch hier, wie beim Eurohawk, um verplemperte Großbeträge, nicht nur beim Steuerzahler. Von den ideellen Schäden am deutschen Schriftgut mal ganz abgesehen.


Kommentar von Chr. Schaefer, verfaßt am 22.07.2013 um 10.12 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9468

Ja, Herr Strasser, das war ursprüglich das Ziel, aber irgendwann ging es nur noch um die Eitelkeiten einiger Beteiligter oder um die nackte Geldgier.

Glauben Sie bloß nicht, daß die Schüler oder die Deutschlehrer am Ende im Zentrum der Beratungen und Beschlüsse standen.


Kommentar von stefan strasser, verfaßt am 21.07.2013 um 07.52 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9467

Soweit ich mich erinnere, war es doch erklärtes Ziel der Reform, eine Vorlage zu schaffen, welche Schülern hilft, weniger Fehler zu machen – selbst unter bewußter Inkaufnahme von grammatischen und etymologischen Unsinnigkeiten!

Wenn nun berichtet wird, daß die Fehlerzahlen bei den Schülern extrem gestiegen sind, wurde einerseits das Ziel bei weitem verfehlt, andererseits aber müssen sich seither alle orthographisch einigermaßen Gebildeten auf unabsehbare Zeit mit inkonsistenten und aus der Luft gegriffenen Einfällen der Reformer herumärgern.

Wo also liegt der Vorteil? Ob Zehetmair das wohl beantworten könnte?


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 21.07.2013 um 06.23 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9466

Grundschüler brauchen Chrysantheme nicht schreiben zu können, und Erwachsene, die erst nachschlagen müssen, bevor sie Obolus schreiben, kommen dabei möglicherweise zu der Einsicht, daß dieses Wort im Deutschen überflüssig ist.


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 21.07.2013 um 05.51 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9465

Der übliche Unsinn. Wer von Rechtschreibung spricht, ohne die Reform und das Lesen zu erwähnen, kann nicht ernst genommen werden.

„Wir leben generell in einer Gesellschaft, die die Rechtschreibung nicht mehr so stark im Fokus hat.“

Wieso denn? Es gibt eine Unmenge Texte, die dank Internet unkorrigiert an die Öffentlichkeit gelangen, aber alle Zeitungen, Bücher usw. bemühen sich um eine korrekte Schulorthographie. Deshalb fallen uns ja die Fehler auf. Man darf die ideologischen Strömungen der Schulpädagogik nicht überschätzen. Auch Reichen ist nicht so einflußreich, wie er jetzt dargestellt wird. Daß Lektoren eingespart werden, ist eine andere Sache.

Spaß an der Sprache kommt vor, aber "Spaß" ist kein Konzept, das eine ganze Pädagogik tragen kann. Freude am Gelingen trifft es schon eher. Das ist ja auch der Kern des Spielens. "Das Spiel ist die Arbeit der Kindheit", hat mal jemand gesagt. Kinder sind mit tiefem Ernst beim Spiel, nicht mit Spaß.

Die Rechtschreibreform hat nicht nur die Normen verwirrt, sondern war eine Zumutung für die Lehrer. Sie bewies, daß die Kultusminister weder sie noch die Sprache ernst nehmen. Die Revisionen haben zwar einiges verbessert (und einiges verschlimmert), vor allem aber die Frivolität des überstürzten Anschlags offengelegt. Seither ist die Rechtschreibung eine Sache für Kabarettisten. Wie kann man das einfach übergehen?


Kommentar von Augsburger Allgemeine, 20. Juli 2013, verfaßt am 20.07.2013 um 23.01 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9464

Wenn wier schraibn, wass wier hoern
Einer Studie zufolge schreiben Kinder immer schlechter. Lehrer sehen den Grund auch im Unterricht. Orthografie wird unwichtiger Von Madeleine Schuster

Nördlingen. In einer Rechtschreibkrise? Nein, in einer Krise sei hier keiner, entgegnet Gerlinde Remberger, Grundschullehrerin der dritten und vierten Klasse in Marktoffingen schnell. Aber Veränderungen? Ja, die gebe es schon: „Der Lehrplan hat sich in den letzten Jahren sehr verändert.“ Man konzentriere sich nicht mehr so stark auf die Rechtschreibung wie früher.

Denn statt sich jahrelang mit der Orthografie und der richtigen Schreibweise bestimmter Wörter herumzuplagen, sieht der heutige Lehrplan in bayerischen Schulen etwas anderes vor. „Der Fokus liegt mehr auf der Kreativität und der Freude am Schreiben“, erklärt Renate Heinrich, Direktorin des staatlichen Schulamtes im Landkreis Donau-Ries. Der Spaß an der Sprache sei wichtiger geworden, anstatt die Kinder in ihrem Schreibfluss zu hemmen, stehe gerade anfangs die phonetische Schreibung im Vordergrund.

Die Kinder schreiben also zunächst so, wie sie die Wörter hören.

„Lesen durch Schreiben“ als Unterrichtskonzept

Zurück geht dieses Konzept auf die Ideen des Schweizer Reformpädagogen Jürgen Reichen. Reichen ging es darum, den Drill in Klassenzimmern abzuschaffen und die Kreativität der Kinder im Gegenzug zu fördern. Sein Konzept nannte er „Lesen durch Schreiben“.

Doch was kommt dabei heraus, wenn wir tatsächlich das schreiben, was wir hören? „Furchtlose Schreiber“, die „Fogl“ („Vogel“) ebenso angstfrei aufs Papier pinseln wie „Krüsanteme“ („Chrysantheme“) oder „Oile“ („Eule“)?

Edith Disselberger, Rektorin der Max-Dünßer-Grundschule in Wallerstein, sieht diese Entwicklung skeptisch: „Wir müssen den Kindern schon sagen, wenn sie etwas falsch schreiben.“ Bei Texten mehr auf Kreativität oder den Aufbau zu achten, sei zwar durchaus wichtig, sollte aber nicht im Zentrum stehen.

Schüler machen mehr als doppelt so viele Fehler wie früher

Eine Studie der Universität Siegen, die unlängst im Spiegel veröffentlich wurde, greift diese Problematik auf. Demnach machen Viertklässler in Nordrhein-Westfalen 2013 mehr als doppelt so viele Fehler als noch vor 40 Jahren: kamen im Jahr 1972 auf 100 Wörter im Schnitt 6,9 Fehler, sind es heute 16,9. Wolfgang Steinig, Professor für Germanistik an der Uni Siegen, der die Studie in Auftrag gegeben hat, nennt diese Ergebnisse „dramatisch“.

Schulamtsdirektorin Renate Heinrich warnt jedoch davor, die Schuld an dieser Entwicklung im Lehrplan zu suchen. Zwar habe auch sie den Eindruck, dass sich die Schreibleistungen der Kinder über die Jahre hinweg verschlechtert hätten, die Gründe dafür seien allerdings vielfältiger: „Kinder lesen heute viel weniger als früher und sind deshalb das Schriftbild nicht mehr gewohnt.“ Zudem seien viele Fremdwörter und Anglizismen im Umlauf, die das richtige Schreiben erschwerten. „Die Probleme liegen aber nicht nur bei den Kindern. Wir leben generell in einer Gesellschaft, die die Rechtschreibung nicht mehr so stark im Fokus hat.“

Neue Medien tragen Mitschuld an Verschlechterung

Wie wenig fokussiert wir im Alltag auf korrekte Schreibweisen sind, sieht man vor allem im SMS- oder E-Mail-Verkehr. „Wir hauen oft ohne Rücksicht auf Verluste in die Tasten“, findet auch Hermann Kucher, Rektor der Grundschule Marktoffingen. Gerade in den Neuen Medien werde Sprache nur noch verkürzt und ohne Beachtung der Groß- oder Kleinschreibung verwendet. „Zudem bügeln die Rechtschreibhilfen der Computer viele Fehler automatisch aus.“

Auch er hat den Eindruck, dass sich die Orthografiekenntnisse der Kinder in den letzten Jahren dramatisch verschlechtert hätten. Anders als Heinrich sieht er jedoch vor allem die Lehrer in der Pflicht: „Die Schulen müssen mehr Dampf machen.“ Um seinen Schülern eine korrekte Rechtschreibung beizubringen, setzt der selbst ernannte „Lehrer vom alten Schlag“ deshalb nach wie vor auf Schreibübungen. „Rechtschreibung ist eben eine Sache des Trainings und Lernens.“ Eine Schule ohne Anstrengungen sei nach wie vor nicht möglich.

Verantwortung liegt auch bei den Eltern

Dass die Rechtschreibleistungen der Schüler abgenommen haben, beobachtet auch Johanna Eberhardt, Rektorin der Hans-Schäufelin-Grundschule in Nördlingen. Wie Kucher sieht auch sie die Schulen in der Pflicht: „Der Handlungsbedarf ist da. Wir sollten wieder mehr Wert auf Fördermaßnahmen legen.“ Dennoch liegt die Verantwortung für die Lehrerin auch im Elternhaus: „Gerade der Wortschatz eines Kindes wird von Eltern sehr stark beeinflusst.“ Wie gut ein Kind schreiben und wie tief es dabei in die Wortkiste greifen kann, für Eberhardt auch eine Sache der häuslichen Erziehung und Förderung.

Eines sollte man zudem nicht vergessen: Nicht alles ist schlechter geworden – das zeigt auch die Studie. So schreiben die Schüler von heute oft freier, kreativer und phantasievoller. Statt dem sturen Pauken von Rechtschreibregeln stehen vielmehr soziale Kompetenzen wie die Kommunikation im Fokus. Für Grundschullehrerin Gerlinde Remberger steht deshalb fest: „Der neue Lehrplan ist gut.“ Die Kinder langsam und mit Freude an richtige Schreibweisen zu gewöhnen, sei schließlich sinnvoller als stumpfer Unterricht.

(www.augsburger-allgemeine.de)


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 15.07.2013 um 10.14 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9462

Dazu kann ich leider über die Schulpädagogik und einen Teil der Political correctness hinaus keine eigenen Beobachtungen beisteuern.


Kommentar von Chr. Schaefer, verfaßt am 15.07.2013 um 09.40 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9461

Eine Frage (besonders an Herrn Ickler und Herrn Ludwig):

Werden seit den siebziger Jahren nicht häufig und seitdem immer intensiver inneramerikanische Probleme und Diskurse kritiklos auf europäische Verhältnisse übertragen? Immerhin hat man es ja schon beinahe geschafft, das amerikanische Bildungsysstem dem damit inkompatiblen europäischen Schul- und Hochschulsystem überzustülpen (Bachelor- und Master-Studiengänge).

Ich erinnere etwa an die Soziolinguistik (eines von Herrn Augsts Lieblingskindern), aber auch "identity politics".


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 12.07.2013 um 15.01 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9459

Vergessen hatt' ich's und vergaß es gern ...

Wir haben im Referendariat "Unterrichtsanalyse" getrieben, indem wir die Ereignisse einer Unterrichtsstunde in Sekundenschritten (oder waren es drei Sekunden?) nach Robert F. Mager klassifizierten und in vorgedruckte Bögen eintrugen. Diese Schnipsel wurden dann der Lernzieltaxonomie nach Bloom zugeordnet. Nach anderthalb Jahren bestanden wir das zweite Staatsexamen, wobei der ganze Unsinn zum Glück keine Rolle mehr spielte.

(Die Einzelheiten habe ich vergessen, auch damals schon verschlafen, wie man sich denken kann.)

Die Pädagogen müssen ja irgend etwas tun, also verfallen sie auf solche Sachen. Gäbe es sie gar nicht, würde ihr Fehlen nicht bemerkt. Aber man streicht lieber ganze Wissenschaften (z. B. vor einigen Jahren die gesamte Slavistik in Erlangen!), als von dem Aberglauben zu lassen, mehr Pädagogik bedeute auch mehr gute Lehrer.

Zur Ironie der Geschichte gehört, daß die hierzulande vergötterten, in ihrer Heimat wahrscheinlich unbekannten amerikanischen Pädagogikprofessoren sich gegen ein verknöchertes öffentliches Schulwesen in den USA richteten, das bei uns seit der Reformpädagogik und dem "Arbeitsunterricht" schon weitgehend vergessen war. Ich will damit nicht sagen, daß es bei uns perfekt war, aber jene inneramerikanisch gezielte Polemik kam mir immer eigentümlich verfehlt vor.

Wie es der Zufall will, habe ich gerade Gelegenheit, Lehrplan und Unterrichtsbetrieb von öffentlichen Schulen in Tennessee in den fünfziger Jahren zu studieren und kann auch das weitere Schicksal ganzer Absolventenjahrgänge verfolgen (allerdings nur Weiße). So schlecht war das nicht damals. Vielleicht kam es einfach mehr auf die Schulleitung an, als man sich das bei uns vorstellen kann.


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 12.07.2013 um 14.32 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9458

Jetzt ist mir auch der Name des amerikanischen Psychologen wieder eingefallen, dessen abstruse Pädagogik wir als Studienreferendare durchleiden mußten. Er hieß Benjamin S. Bloom, vermutlich eine wissenschaftliche Nullität, aber sein Buch "Taxonomie von Lernzielen im kognitiven Bereich" (1974 bei Beltz) war der Renner jener Jahre und die Bibel aller Lehrerausbilder. Damals lernten wir, daß die geringwertigste Leistung das "Wissen" war, weil rein reproduktiv. Am höchsten stand das "Bewerten" = zu allem und jedem eine Meinung zu haben. Leider wurde der Behaviorismus für diese verhängnsivolle Theorie verantwortlich gemacht.
Vor einiger Zeit habe ich den ganzen Mist aus meiner Referendarszeit weggeworfen, kann daher im Augenblick nichts daraus zitieren. Aber das ist vielleicht gar nicht mehr nötig.


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 12.07.2013 um 08.36 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9455

„Es geht nicht mehr um das Einschleifen von Wörtern, sondern um die Erziehung hin zu einer rechtschreibbewussten Haltung“, sagt er. Was genau er damit meint, macht er an einem Beispiel deutlich: „Wenn ich einen Einkaufszettel schreibe, dürfen da Fehler drin sein, so lange ich alles verstehe. Wenn ich allerdings einen offiziellen Brief schreibe, dann muss alles korrekt sein.“

Das ist nur eine weitere Version jener pädagogischen Phrase: Man braucht die Fakten nicht zu wissen, man muß nur wissen, wo man sie gegebenenfalls findet (die "Methode"). Ein pädagogischer Irrweg, wie man allmählich eingesehen hat. Eine rechtschreibbewußte Haltung führt ja nicht zum rechten Schreiben. Zu wissen, daß ein offizieller Brief korrekt geschrieben sein muß, macht den Brief um keinen Deut korrekter.

Natürlich gibt es Leute, die mehr wissen, als ihnen gut tut. Schon in der Antike war dieser Typ eine Spottfigur. Aber das ist nicht das Hauptproblem der Menschheit. Die meisten wissen einfach nicht genug. Zum Glück kennt man den Wissensdurst, nicht den Methodendurst.


Kommentar von Chr. Schaefer, verfaßt am 12.07.2013 um 08.24 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9454

Die anderen Teilnehmer und er beschäftigen sich im ersten von drei Kursen mit der Groß- und Kleinschreibung. Darin erarbeiten die Jugendlichen zum Beispiel, warum man „erinnern“ klein und „Erinnerung“ groß schreibt. Im zweiten Kurs folgen die deutschen s-Laute und in der letzten Sitzung die Regeln der Getrenntschreibung.

Sind dies nicht genau die Bereiche, die den Kern der "Reform" darstellen? Der größte Witz sind natürlich "die deutschen s-Laute" – als ob es damit jenseits von "daß"/"das" vor der Reform jemals große Probleme gegeben hätte.

Man wolle vielmehr den Kindern „eine Schreibfreude vermitteln, die nicht durch eine überzogene Rechtschreibkorrektur gehemmt werden sollte.“ Am Anfang stehe die phonetische Schreibung im Vordergrund. Die Kinder würden also so schreiben, wie sie die Wörter hören.

Und wie hören Kinder Wörter? Hören die Kinder etwa Buchstaben?

Auf diese Fehlschreibung werde natürlich hingewiesen, aber vor allem in der ersten und zweiten Klasse noch nicht streng überarbeitet, erklärt Martin. „Der schriftliche Ausdruck soll zunächst nicht durch orthografische Formen unterdrückt werden“, fügt Martin hinzu.

"Schreibfreude" ist doch nichts Natürliches. Kinder und Jugendliche müssen das Schreiben als etwas wahrnehmen, das eine nachahmenswerte Erwachsenenfähigkeit ist, ebenso wie das Fahrradfahren, das Schwimmen oder die Bedienung eines Computers. Natürlich wollen Kinder und Jugendliche wissen, wie man es richtig macht, denn wenn sie mit dem Drahtesel umkippen oder im Wasser untergehen, hilft ihnen das überhaupt nichts.

Es wird niemals gelingen, in der Mehrheit der Schüler so etwas wie "Schreibfreude" zu wecken, und schon gar nicht, indem man ihnen nicht zeigt, wie man es richtig macht. Letzteres lernt man überwiegend durch das Lesen, und auch für dieses wird man jenseits der Tageszeitung (gedruckt oder digital) nur eine Minderheit der Schüler begeistern können. Der Rest muß das richtige Schreiben und Lesen eben lernen, um später eine Chance im Berufsleben zu haben. Das ist für manche eine Qual, aber diese läßt sich nicht vermeiden, und darum es ist wichtig, es gleich von Anfang an richtig zu machen. Was wäre denn von einem Mathematikunterricht zu halten, der anfangs die Lösung 6*7=67 akzeptierte, um den Kindern die Freude am Rechnen nicht zu vermiesen?

Im übrigen ist "Schreibfreude" nur für ganz wenige Berufe von Bedeutung. Wichtiger wäre es gewesen, den Normfetischismus abzuschaffen, aber der ist durch die RSR ja noch verstärkt worden.

Der Satz „Der schriftliche Ausdruck soll zunächst nicht durch orthografische Formen unterdrückt werden“, ergibt keinen Sinn.

Auch Angelika Riesner, Rektorin der Grund- und Mittelschule Wittislingen, bestätigt, dass die Rechtschreibung in den ersten beiden Schuljahren nicht im Mittelpunkt stehe. „Sonst traut sich das Kind keinen Satz mehr zu schreiben“, sagt die Pädagogin.

Da kennt sie aber die Kinder schlecht (s.o).

Die Kinder sollten keinen Drill bekommen, weil sie so die Freude am Schreiben verlieren könnten.

Sie müssen die "Freude" erst einmal haben, und wenn der Enthusiasmus einmal geweckt ist, dann wollen Kinder wissen, wie man es richtig macht. Das hat überhaupt nichts mit "Drill" zu tun. Vielmehr scheint mit "Drill" die Benotung von Diktaten und die Erfüllung der "amtlichen Norm" gemeint zu sein, und da kann man in der Tat großzügiger sein.

Dass es immer mehr Orthografieprobleme gibt, hat aber auch sie beobachtet. Die didaktischen Methoden seien aber nicht der Grund, warum die Rechtschreibleistung der Kinder nachlässt, sagt Riesner. Sie sieht die Ursache eher in den Neuen Medien, in Sozialen Netzwerken, wo Sprache nur noch verkürzt und ohne Rücksicht auf Groß- und Kleinschreibung verwendet würde

Ach! Erst- und Zweitkläßler (also diejenigen, deren Zukunft man mit äußerst fragwürdigen Curricula verbaut) verwenden bereits soziale Netzwerke, obwohl dazu doch minimale Fähigkeiten im Lesen und Schreiben erforderlich sind?

Ich übersetze: Weder die fehlerhaften Lehrmethoden noch die Rechtschreibreform, d.h. die Fehlleistungen des Dienstherren, sind schuld an den "Orthografieprobleme[n]".

Mit intensiver Leseerziehung versuche man an ihrer Schule, diesem negativen Trend entgegenzuwirken.

Kommentar überflüssig.

dafür stünden heute viele andere Fähigkeiten verstärkt im Mittelpunkt, wie etwa problemlösendes Denken in den Naturwissenschaften oder soziale Kompetenzen wie Kommunikationsstärke.

Was, bitte schön, ist "Kommunikationsstärke"?

„Es geht nicht mehr um das Einschleifen von Wörtern, sondern um die Erziehung hin zu einer rechtschreibbewussten Haltung“, sagt er. Was genau er damit meint, macht er an einem Beispiel deutlich: „Wenn ich einen Einkaufszettel schreibe, dürfen da Fehler drin sein, so lange ich alles verstehe. Wenn ich allerdings einen offiziellen Brief schreibe, dann muss alles korrekt sein.“

Übersetzung: Es geht nicht mehr um Rechtschreibdrill, sondern um verschärften Rechtschreibdrill, denn auf dem Einkaufszettel "dürfen" Fehler drin sein. Vor der Reform hat es niemanden interessiert, was die Leute auf ihre Einkaufszettel geschrieben haben, und sogar ein "offizieller Brief" (was ist das eigentlich?) mußte nicht DUDEN-konform sein.

Abschließende Frage: Wer rettet die Schüler vor den Deutschdidaktikern und der Schulverwaltung?


Kommentar von Augsburger Allgemeine, 11. Juli 2013, verfaßt am 11.07.2013 um 16.39 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9449

Die Rächtschraipkriese
Einer Studie zufolge schreiben Kinder immer schlechter. Lehrer sehen einen Grund in den Neuen Medien, nicht aber im Unterricht, in dem die Orthografie eine immer kleinere Rolle spielt. Von Stephanie Sartor.

Dillingen. Ein bisschen sieht man Andreas* an, dass er jetzt lieber am Baggersee liegen würde. Doch statt in der Sonne zu faulenzen, muss sich der Realschüler an diesem Tag mit der deutschen Rechtschreibung auseinandersetzten. Andreas sitzt in einem der Seminarräume des Dillinger Studienkreises, durch das geöffnete Fenster strömt die warme Sommerluft herein. „Rechtschreibexpress“ ist der Name des Kurses, zu dem ihn seine Mutter angemeldet hat. Das mit der Rechtschreibung sei nicht so sein Ding, erzählt der Schüler. Die anderen Teilnehmer und er beschäftigen sich im ersten von drei Kursen mit der Groß- und Kleinschreibung. Darin erarbeiten die Jugendlichen zum Beispiel, warum man „erinnern“ klein und „Erinnerung“ groß schreibt. Im zweiten Kurs folgen die deutschen s-Laute und in der letzten Sitzung die Regeln der Getrenntschreibung. „Ich glaube, dass es nur einen kleinen Prozentsatz an Schülern gibt, der keine Rechtschreibprobleme hat“, sagt Studienkreis-Leiterin Andrea Titz. Und nicht nur das: Sie sei immer wieder „schockiert“, wie schlecht sich die Kinder und Jugendlichen ausdrücken könnten und wie gering der Wortschatz vieler Schüler sei. Das Wort „Förster“ etwa haben viele der Teilnehmer, die alle entweder eine Mittel- oder Realschule besuchen, noch nie in ihrem Leben gehört.

Schreibfreude nicht durch überzogene Korrektur hemmen

Wie es um die Rechtschreibkenntnisse von deutschen Schülern bestellt ist, zeigt auch eine Studie der Universität Siegen, die vor 40 Jahren gestartet wurde und kürzlich im Spiegel veröffentlicht wurde. Demnach machten Viertklässler in Nordrhein-Westfalen pro 100 Wörter 1972 durchschnittlich 6,9 Fehler, heute sind es 15,9 – mehr als doppelt so viele. Wilhelm Martin, Direktor des staatlichen Schulamtes in Dillingen, warnt jedoch davor, solche Ergebnisse zu pauschalisieren: „Die Probleme sind vielfältig, es gibt einen anderen Wortschatz mit vielen Anglizismen und Fremdwörtern. Dazu kommt ein höherer Anteil an Schülern mit Migrationshintergrund“, so Martin im Gespräch mit unserer Zeitung.

Die Rechtschreibung sei heute nicht mehr das entscheidende Kriterium im Deutschunterricht, so Martin weiter. Man wolle vielmehr den Kindern „eine Schreibfreude vermitteln, die nicht durch eine überzogene Rechtschreibkorrektur gehemmt werden sollte.“ Am Anfang stehe die phonetische Schreibung im Vordergrund. Die Kinder würden also so schreiben, wie sie die Wörter hören. Auf diese Fehlschreibung werde natürlich hingewiesen, aber vor allem in der ersten und zweiten Klasse noch nicht streng überarbeitet, erklärt Martin. „Der schriftliche Ausdruck soll zunächst nicht durch orthografische Formen unterdrückt werden“, fügt Martin hinzu.

Auch Angelika Riesner, Rektorin der Grund- und Mittelschule Wittislingen, bestätigt, dass die Rechtschreibung in den ersten beiden Schuljahren nicht im Mittelpunkt stehe. „Sonst traut sich das Kind keinen Satz mehr zu schreiben“, sagt die Pädagogin. Die Kinder sollten keinen Drill bekommen, weil sie so die Freude am Schreiben verlieren könnten.

Dass es immer mehr Orthografieprobleme gibt, hat aber auch sie beobachtet. Die didaktischen Methoden seien aber nicht der Grund, warum die Rechtschreibleistung der Kinder nachlässt, sagt Riesner. Sie sieht die Ursache eher in den Neuen Medien, in Sozialen Netzwerken, wo Sprache nur noch verkürzt und ohne Rücksicht auf Groß- und Kleinschreibung verwendet würde, oder in den Rechtschreibprogrammen von Computern, die Fehler automatisch ausbügelten. Mit intensiver Leseerziehung versuche man an ihrer Schule, diesem negativen Trend entgegenzuwirken.

Dass die Rechtschreibkenntnisse der Schüler nachlassen, bestätigt auch Huberth Schwarzer, Schulleiter der Carolina Frieß Grundschule in Lauingen. Natürlich sei das sehr bedauerlich, aber dafür stünden heute viele andere Fähigkeiten verstärkt im Mittelpunkt, wie etwa problemlösendes Denken in den Naturwissenschaften oder soziale Kompetenzen wie Kommunikationsstärke. „Es geht nicht mehr um das Einschleifen von Wörtern, sondern um die Erziehung hin zu einer rechtschreibbewussten Haltung“, sagt er. Was genau er damit meint, macht er an einem Beispiel deutlich: „Wenn ich einen Einkaufszettel schreibe, dürfen da Fehler drin sein, so lange ich alles verstehe. Wenn ich allerdings einen offiziellen Brief schreibe, dann muss alles korrekt sein.“

*Name geändert

(www.augsburger-allgemeine.de)


Kommentar von Tagesspiegel, 30. Juni 2013, verfaßt am 02.07.2013 um 15.55 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9428

Das Ende des Lesens, das Ende des Schreibens
von Barbara John

In vielen Schulen lernen Schüler nicht wegen, sondern trotz des Unterrichts richtig zu schreiben. Besonders sozial schwache Kinder sind betroffen.

Gibt es in Deutschland eine Rechtschreibkrise, hervorgerufen von Lehrern und Kultusministerien gleichermaßen? Nach der Lektüre der kürzlich erschienenen Titelgeschichte „Die neue Schlechtschreibung“ im Spiegel drängt sich diese Vermutung zwingend auf. An den Pranger gestellt werden Pädagogen, die in den neunziger Jahren eine Leselernmethode propagierten und praktizierten, mit der Schulanfänger von Anfang an lustvoll mit Buchstaben und kleinen Texten umgehen sollten, indem sie Erlebtes einfach aufschrieben, ohne die Wörter in ihrer Schriftform schon zu kennen. Sie orientierten sich dabei an einer Laut-Tabelle. Jedem Buchstaben ist ein Bild zugeordnet, beispielsweise eine Tasse dem T.

Wenn sie Tomate schreiben wollen, dann schreiben sie „Tumati“ oder „Domatä“, jeweils abhängig von ihrer Aussprache des Wortes. Wie das Wort richtig geschrieben wird, lernen sie ein oder zwei Jahre später. Oder eben gar nicht, weil sie ja für ihre kreative Schreibung schon gelobt wurden. Ja, diese Methode hat mit hoher Wahrscheinlichkeit sprachschwache Kinder zu Rechtschreibversagern getrimmt. Sprachstarken mit Leselust konnte sie nichts anhaben. Die haben Lesen und Schreiben trotz der Schule gelernt, wie vieles andere auch.

Doch die in Studien neuerdings gemessene stark gewachsene Fehlerquote bei Schülern aller Sozialschichten (am höchsten bei den sozial schwachen) hat noch viele andere Ursachen: die mehrfach reformierte Rechtschreibreform zwischen 1996 und 2006 mit dem Verlust der einheitlichen Schreibpraxis. Wer spielt heute noch Scrabble statt fernzusehen? Nicht mal mehr die Steinbrücks! Bei Facebook reichen Abkürzungen wie 4U (for you, für dich) oder HDL (Hab dich lieb) und bei E-Mails kann man sich immer mit Tippfehlern rausreden.

Na, wenn das so ist, wozu sich überhaupt noch mit Rechtschreibung abquälen? Stimmt nicht doch der Aufruf vieler Achtundsechziger „Befreit die Schule von dem lähmenden Zwang der Rechtschreibnormen!“ Enitshuligenzibiti, wenn jeder so schreibt, wie er denkt oder gerade kann, ist es aus mit dem Lesen und jeder schriftlichen Kommunikation.

(www.tagesspiegel.de)


Kommentar von Scholz, verfaßt am 29.06.2013 um 19.31 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9417

Habe ähnliche Erfahrungen machen dürfen, bei den Kindern meiner Frau. Bei dem Ältesten konnte noch gegengesteuert werden, aber lediglich deshalb, weil er dafür offen war bzw. Ratschläge durch Eltern umgesetzt wurden.

Bei dem Jüngeren ist die Katastrophe vorhersehbar, weil er, im Vergleich zu seinem Bruder, einen relativ labilen Charakter hat. Er möchte zwar, aber sein Wille, Verabredetes umzusetzen, reicht nicht aus.

Darum wurde bei dem Jüngsten, der demnächst 6 wird, vor 4 Monaten mit regelmäßigem Lesen, Schreiben und Rechnen angefangen. Er hat mittlerweile sein 5tes Buch, das 1te war eine alte Fibel aus Sachsen-Anhalt, allein durchgelesen. Diktate schreibt er 2 bis 3 in der Woche. Beim Rechnen ist er mittlerweile auf 2tes Klassenniveau.

Es ist zwar anstrengend, z. T. auch für das Kind, jedoch haben verantwortungsvolle Eltern heute keine andere "Alternative"!

Bin froh, dass er Lesen, Schreiben und Rechnen nicht durch Grundschullehrer erklärt bekommen brauch.


Kommentar von Spiegel online, 27. Juni 2013, verfaßt am 28.06.2013 um 15.25 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9413

Schuldebatte: "Sie irren, wenn Sie eine Rechtschreibkatastrophe heraufbeschwören"

Grundschüler müssen nicht gleich fehlerfrei schreiben lernen, findet Hans Brügelmann, einer der einflussreichsten Pädagogen Deutschlands. Kritiker geben dieser Methode die Schuld daran, dass viele Kinder die Rechtschreibung nie richtig erlernen. Im Interview verteidigt Brügelmann seinen Ansatz.

Siehe hier.


Kommentar von Pt, verfaßt am 24.06.2013 um 16.24 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9409

Warum muß denn die Kreativität von Kindern gefördert werden?


Kommentar von Jan-Martin Wagner, verfaßt am 23.06.2013 um 21.30 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9408

Schau an: Harald Martenstein hatte sich bereits Ende November 2011 seinen eigenen Reim auf die Methode gemacht, die Rechtschreibung nach Gehör zu erlernen – siehe z. B. www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=99#8339.


Kommentar von detektor.fm, 21. Juni 2013, verfaßt am 21.06.2013 um 22.40 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9407

Rechtschreibung: Mit welcher Methode lernt es sich am besten?

Schreiben lernen gehört für jedes Kind dazu. Dabei arbeitet jede Schule mit unterschiedlichen Methoden. Die häufig eingesetzten "kreativen" Ansätze werden von Sprachwissenschaftlern kritisiert – sie würden eine "Rechtschreibkatastrophe" verursachen.

Die ersten Schreibversuche in der Grundschule waren oft mühsam. Mal wurde die Schönschrift bemängelt, mal die Rechtschreibung. Beim Erlernen der Schrift gehören Fehler zum Lernprozess dazu, meint der Schweizer Reformpädagoge Jürgen Reichen.

Er hat das Prinzip „Lesen durch Schreiben“ an die deutschen Schulen geholt. Sein Ansatz: Er will die Kreativität von Kindern fördern. Sie sollen sich die Schrift selbst erarbeiten – genau so, wie sie laufen und sprechen lernen. Dazu haben Kinder eine Anlauttabelle, mit deren Hilfe sie sich die Buchstaben eigenständig herleiten können.

Bis heute wird die Lernmethode unter vielen anderen im Unterricht eingesetzt – Sprachwissenschaftler sprechen mittlerweile jedoch von einer „Rechtschreibkatastrophe“. Denn neben "Lesen durch Schreiben" gibt es noch viele andere Methoden – manche davon seien aber nicht mehr zeitgemäß und erschweren das Schreiben lernen für Kinder.

Sprachwissenschaftler Holger Klatte vom Verein Deutsche Sprache erklärt, warum die unterschiedlichen Lernmethoden nicht zielführend sind.

(Audio-Beitrag unter http://detektor.fm)


Kommentar von stefan strasser, verfaßt am 20.06.2013 um 22.53 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9404

Offenbar werden heute neue Unterrichtsmethoden eingeführt, ohne vorher einen verifizierten und nachvollziehbaren begrenzten Erfolgstest zu absolvieren. Scheinbar genügt es, wenn sogenannte Didaktiker behaupten, die neue Methode xy sei dem Status Quo haushoch überlegen. Übrigens wurde seinerzeit auch die Reform wie bekannt ohne Feldtest hart eingeführt …

Und wenn dann die Schüler weder richtig schreiben noch sinnerfassend lesen können, sind natürlich die Schüler blöd und man rät, teuren Einzel- bzw. Förderunterricht für "Lernschwache" nachzukaufen.

Mir ist nach wie vor unklar, wie es möglich ist, offenbar große Zahlen von Schülern als quasi funktionale Analphabeten aus den Schulen zu entlassen!? Mit den zuständigen Lehrern kann doch vieles nicht stimmen, oder mit dem System, in dem sie eingebettet sind.

Nebenbemerkung Rechtschreibreform: Ich kann mir gut vorstellen, daß die meisten Journalisten die Geschichte, wie sie speziell auf diesen Seiten ausführlich diskutiert wird, überhaupt nicht kennen und diesem Aspekt daher wenig Bedeutung beimessen. Ich kann mir gut vorstellen, die Nichterwähnung der Reform ist lediglich Ergebnis dieses Wissensniveaus. Wieso sollten Journalisten auch einen darüber hinausgehenden Background haben, die meisten haben doch schon jene Dinge vergessen, die vor 4 Monaten aktuell waren?

Natürlich, es wird schon einige wenige geben, auf die dieses Urteil nicht zutrifft …


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 20.06.2013 um 17.41 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9403

Der Glaube, daß Kinder nach "Regeln" schreiben lernen, ist zum Glück nicht so weit verbreitet, wie es scheint. Die meisten Leute meinen mit diesem Ausdruck offensichtlich nur: "schreiben, wie es richtig ist". Manche Schreibdidaktiker sprechen in diesem Sinne auch von einer Einzelfallregel oder Einzelwortregel. Das ist zwar nicht unser Regelbegriff, aber das spielt ja keine große Rolle.

Daß die Streithanseln unter den Rechtschreibdidaktikern sich wieder völlig einig sind, wenn es um das Verschweigen der Rechtschreibreform geht, ist erstaunlich. Vielleicht waren sie ja schon früher allesamt reformwillig; bei ihrer mangelhaften Einsicht in den Gegenstand wäre das verständlich.


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 20.06.2013 um 17.36 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9402

Im Tagesspiegel schlägt Brügelmann zurück, das braucht man aber so wenig zu lesen wie den Spiegel-Artikel.
Es scheint ja zu stimmen, daß dieser führende Grundschulpädagoge niemals Lehrer war.


Kommentar von Karsten Bolz, verfaßt am 20.06.2013 um 11.38 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9401

Dazu seit gestern in SPIEGEL ONLINE dieser Artikel:

www.spiegel.de

Im Forum dazu auch Seitenhiebe auf die RSR.


Kommentar von Kohl, verfaßt am 20.06.2013 um 10.51 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9400

Erinnert mich daran, daß die größten Probleme, die ich bei der Rechtschreibung hatte, nicht im Bereich Laut-Buchstaben-Zuordnung liegen, wie die Phonetiker immer postulieren, sondern bei der Zeichensetzung. Wer, so wie ich, die Grundschule zwischen 2000 und 2006 besucht hat, hat den Begriff erweiterter Infinitiv noch nie gehört, schlichtweg weil dieser damals fakultativ war. Alles andere konnte ich ziemlich gut durch Lesen lernen.
Wie sehr man sich an die verrücktesten Laut-Buchstaben-Zuordnungen gewöhnen kann, zeigt doch letztlich auch die englische Orthographie. Außer meinen phonetisch geprägten Englischlehrern hat sich daran auch bisher niemand gestört.


Kommentar von R. M., verfaßt am 20.06.2013 um 10.27 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9399

Er meint wohl: »Richtig Schreiben lernen wir durch Üben.« Eine noch so originelle Orthographie kann den unoriginellen Inhalt nicht verbergen.


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 20.06.2013 um 05.21 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9398

Dazu gibt es im SPIEGEL noch ein Interview mit einem Günter Jansen, der die Methode Reichen strikt ablehnt. Vielleicht hat er recht. Aber was heißt schon Methode! Wenn zwei Lehrer nach derselben "Methode" unterrichten, kann der Unterricht sehr verschieden aussehen. Unterricht ist viel zu komplex und steht ja auch nicht im luftleeren Raum. Kinder sind überall mit Schrift und Sprache konfrontiert. Gerade weil Methoden schwer definierbar und kaum objektiv vergleichbar sind, kann man hier so herrlich streiten.

Jansen sagt u. a.: „Hirnforscher wissen: Richtig Schreiben lernen wir ähnlich wie Geigespielen oder Hochsprung.“

Abgesehen von der originellen Orthographie: Hirnforscher wissen gar nichts vom Schreibenlernen. Außerdem gibt es große Unterschiede. Der wichtigste: Schreiben lernt man durch Lesen, sobald es nämlich über die bloße Motorik hinausgeht. Die Entsprechungen bei der Musik und Leichtathletik sind ziemlich dürftig, obwohl natürlich Zuhören und -sehen nicht schaden kann.


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 19.06.2013 um 11.18 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9393

Der überaus dumme SPIEGEL-Artikel spielt auch auf dem gesunden Volksempfinden, das sich natürlich gleich in Empörung steigert, wenn jemand empfiehlt, die ersten Schreibversuche unserer Kinder nicht durch Korrekturen zu entmutigen. Die beiden Journalistinnen scheinen auch noch keinem Kind das Schreiben beigebracht zu haben. Bezeichnenderweise kommt keine auf die Idee, daß man korrektes Schreiben durch Lesen lernt. Der Glaube an "Regeln" ist so undurchdacht, daß man ihn nicht einmal kritisieren möchte.
Die Pädagogikprofessoren sollte man allesamt in den Ruhestand versetzen und ihre Stellen ersatzlos streichen. Ich hatte in meinen Leben noch nie einen Grund, von dieser Meinung abzugehen.


Kommentar von Marco Mahlmann, verfaßt am 18.06.2013 um 17.38 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9392

Da ist ja mal wieder das alte Lied, daß Kinder der Unterschicht von der böswilligen Lehrerschaft nicht auf's Gymnasium gelassen werden; und das Vehikel dazu ist das »Machtinstrument Rechtschreibung«, das schon in den Siebzigern das Lieblingshirngespinst selbsternannt alternativer Weltverbesserer war.
Man fragt sich, was für Leute es sind, die heute den Spiegel lesen und sich diesen Blödsinn bieten lassen, ohne sofort das Abonnement zu kündigen.

Ob die Redaktion sich selbstzensiert oder ob die Redakteure tatsächlich glauben, die Rechtschreibreform habe nichts mit den miesen Rechtschreibleistungen zu tun, kommt letztlich auf das gleiche raus: Journalisten werden ihrem immerzu vorangetragenen Anspruch nicht gerecht, nur der Wahrheit verpflichtet zu sein und den Leser ohne Rücksicht auf Machtverhältnisse und das eigene Fortkommen zu informieren.


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 18.06.2013 um 11.53 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9391

Einen Augenblick hatte ich erwogen, mir den SPIEGEL zu kaufen, aber dann sagte mir ein Freund, daß die Rechtschreibreform nicht erwähnt wird und im übrigen die üblichen Verdächtigen wie schon seit Jahren und Jahrzehnten ihre ideologischen Scharmützel weiterführen.

Die SPIEGEL-Redakteure müßten es besser wissen, aber wahrscheinlich dürfen sie nicht schreiben, was sie denken (wir haben andere Beispiele von innerer Zensur noch in Erinnerung). Wer das Sturmgeschütz von Klatsch und Tratsch noch erträgt, kann es sich ja kaufen.

Es ist keine große Kunst, Kindern das Lesen und Schreiben beizubringen. Eine Schule, die das nicht schafft, und Kultusminister, die den Lehrer die Lust daran austreiben, sind einfach Versager.

Selbsthilfe ist anzuraten. Wer es irgend kann, sollte seinen Kindern das Lesen und Schreiben schon lange vor der Einschulung beibringen, dann kann der Schaden nicht mehr allzu groß werden.



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