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Nachrichten rund um die Rechtschreibreform

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11.08.2004
 

„Das ist der Anfang vom Ende“
Österreichische Schriftsteller zum deutschen Widerstand gegen die Rechtschreibreform

Elfriede Jelinek, Mitunterzeichnerin des Internationalen Schriftstelleraufrufs zur Rechtschreibreform, frohlockt. Gerhard Ruiss von der IG Autorinnen Autoren schöpft zumindest wieder Hoffnung.
Karl Markus Gauß bleibt bei der – noch – alten Rechtschreibung, fühlt sich aber unbehaglich in der Gesellschaft von Streitern gegen die sogenannte neue. Robert Menasse hält die neue Rechtschreibung für "rassistisch, neoliberal, reaktionär". Christian Ide Hintze, Leiter der Wiener Schule für Dichtung, gibt den Deutschen die Schuld an der Rechtschreibreform und schämt sich für die "österreichischen Gremialvertreter (, die) permanent beweisen wollen, dass sie die besseren Schriftdeutschen sind". Alois Brandstätter bestätigt: Österreich habe den "Unfug der Reform … fast schon in vorauseilendem Gehorsam" mitgemacht. Allein Franzobel, ein allerdings ohnehin eher unter die Kabarettisten zu reihender Autor, vertritt aufs ausführlichste eine etwas andere Meinung.



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Kommentare zu »„Das ist der Anfang vom Ende“«
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Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 10.03.2012 um 08.08 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=68#8963

Der Schriftsteller Franzobel hält bekanntlich alle Kritik an der Rechtschreibreform für bescheuert. In der Süddeutschen Zeitung vom 10.3.12 knittelt er sich durch ein Gedicht, in dem es heißt: Wird jeder, der nun sagt behände, Dass er heraus eine Wahrheit fände usw. Mit den Händen, also in Gebärdensprache?


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 18.07.2009 um 12.55 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=68#7807

Robert Menasse hat vor fünf Jahren die Rechtschreibreform in krassester Weise verurteilt (Süddeutsche Zeitung vom 11.08.2004).
Inzwischen läßt er seine Werke bei Suhrkamp in Reformschreibung drucken, sicher auf eigenen Wunsch, denn Suhrkamp zwingt niemanden dazu.
Die Süddeutsche Zeitung druckt heute einen Text aus einem demnächst erscheinenden Band, mit teilweise fehlerhafter Kommasetzung. Die Kostprobe genügt mir eigentlich; es bestätigt sich, daß reformiert schreibende Autoren auch sonst nicht viel taugen:

Eines Tages kam unser Lehrer, Herr Zeger, in die Klasse und verkündete mit dem Gesichtsausdruck eines Weihnachtsmannes, dass wir in der kommenden Woche ins Kino geführt werden würden. Unsere Freudenrufe gemahnten geradezu an Indianergeheul.
Der letzte Satz ist sehr schwach, sowohl das steife Verb gemahnen, das pedantische geradezu wie auch der abgegriffene Vergleich mit dem Indianergeheul.

Er hatte bereits einen leichten Zungenschlag vom Wein.
Wie soll man sich diesen Zungenschlag vorstellen, und macht der Wein die Zunge nicht eher schwer als leicht?

Kommt der Inhalt für die fehlende Sprachkunst auf? Das muß der Leser selbst beurteilen, mich reißt es jedenfalls nicht vom Hocker.


Kommentar von Siegfried Messerschmidt, verfaßt am 10.08.2004 um 23.33 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=68#5

"...so nimmt sich der Gräuel, der uns anfaßt, weil hier ein Wort sinnvoll auf den Grauen bezogen wird, von dem es sprachgeschichtlich herkommt, ..."
Sorry, Monsieur! Hier wurde kein Wort sinnvoll auf den Grauen bezogen. Weil Gräuel nicht etwa wie Säuseln von Sausen eine mildere Variante von Grauen ist, sondern eine ganz andere Herkunft hat, die im Französischen (und dem mir weniger vertrauten Englischen) noch wiederzufinden ist: cruel = grausam. Nix mit Grauen, Grausen oder gar Grau. C'est toute autre chose. Erstaunlich, wie unbekümmert Schreiberlinge ihr Halbwissen feilbieten.



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