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30.07.2009
 

Thomas Steinfeld
Jenseits von Duden

Der neue Duden ist da – und keiner hat's gemerkt: kein großer Ansturm, keine Masseneuphorie. "Gut aufgestellt" sind wir damit sprachlich nicht.

Als vor einer Woche die neue, 25. Ausgabe der "Deutschen Rechtschreibung" erschien, klang die Werbung, als gehe es darum, eine Offenbarung pünktlich unter das Volk zu bringen: "Seit kurz nach Mitternacht des Erstverkaufstages, Stunden bevor die Buchhandlungen ihre Türen öffnen, ist der neue Duden auf allen wichtigen mobilen Plattformen, Symbian S60, Windows Mobile und Palm OS lieferbar."

Zuverlässig wie immer, ganz so, als hätte sich das, woran man sich seit jeher hat halten können, gleichsam verjüngt und den neuesten Entwicklungen von Sprache und Gesellschaft angepasst, schien das Werk unter ein Volk zu treten, das auf dieses Ereignis drängend wartete. Das ist aber nicht der Fall.

Genauer: Es ist nie der Fall gewesen, und die Reform der deutschen Rechtschreibung mitsamt der daraus folgenden allgemeinen Sprachverwirrung hat auch die Lage der großen Wörterbücher schwieriger werden lassen. Das gilt sowohl für ihren Inhalt wie für deren öffentliche Geltung.

In der Redaktion des "Duden" ist offenbar bemerkt worden, welchen Schaden die Autorität des Wörterbuchs in den vergangenen Jahren genommen hat: Die gerade drei Jahre alte, 24. Ausgabe des "Duden" verwies, nach nicht klar erkennbaren Kriterien, auf noch zulässige "Schreibvarianten" und auf Neuschreibungen, indem Letztere in roter Farbe markiert wurden. Und weil es, nach der Reform viel mehr als je zuvor, in vielen Fällen mehrere Möglichkeiten gibt, ein Wort "richtig" zu schreiben, sprach der Duden "Empfehlungen" aus. Sie erschienen in gelber Farbe. Doch was vorher nur ein Vorschlag der Redaktion war, steht jetzt wie selbstverständlich an erster Stelle. Damit verstößt der "Duden" zwar gegen einen Beschluss desselben Rates für deutsche Rechtschreibung, auf den er sich für die Dokumentation der Schreibweisen beruft. Aber das sind Details.

Sonderbare Autorität

Details sind auch die 5000 Wörter, die dem "Duden" für die jüngste Ausgabe hinzugefügt wurden. Wer braucht eine Schreibung für "twittern", wenn doch gleichzeitig das nicht minder häufige "aufstellen" - in Sinne von: "wir sind gut aufgestellt" - gar nicht vorkommt, dafür aber die "Flurhüterin" und die "Agioteurin"? Nein, auch der "Duden" dokumentiert nur einen Ausschnitt der deutschen Sprache. Deren Grenzen sind letztlich willkürlich gewählt - und Stilvorschriften sind nicht Aufgabe eine Wörterbuchs. Gleichzeitig wird aber durch diese Auswahl deutlich, worauf es der Redaktion ankommt: auf die Durchsetzung oder auch Wiederherstellung einer Autorität. Demselben Zweck dient offenbar die scheinbare Überwindung des Variantenreichtums, den die Rechtschreibreform hinterlässt, durch die Vorlieben der Redaktion. An Autorität hat der "Duden" tatsächlich viel verloren. Aufrechterhalten lässt sie sich eigentlich weniger mit dem Buch als mit dem damit verknüpften Korrekturprogramm für Computer: also dann, wenn man die Rechtschreibung nicht mehr dem eigenen Kopf, sondern einem Automatismus überlässt.

Der Verlust an Autorität ist vor allem darin begründet, dass in der Verwirrung, die von der Reform der Rechtschreibung zurückgelassen wurde (und wird), das Bewusstsein für verbindliche Schreibungen deutlich beschädigt wurde (wird). Erkennbar ist das vor allem bei der Getrennt- und Zusammenschreibung, bei der - nach einer Phase des Übertreibens, in der fast alles, was man möglicherweise auseinander schreiben konnte, auseinandergeschrieben wurde - viele Menschen nun nach eigenem Gutdünken zu verfahren scheinen. Und haben sie, nach mehreren Revisionen und angesichts der Varianten, nicht recht? Denn die Beherrschung der Schriftsprache einmal vorausgesetzt und von Schlampereien abgesehen - die meisten Fehler in der Orthographie entstehen nicht durch Unkenntnis, sondern weil der Schreiber etwas ausdrücken will, was so nicht im Wörterbuch vorgesehen ist, weil er seinem Ohr vertraut oder weil sich die Regeln der Nachschlagewerke widersprechen - warum eigentlich soll man "abhandenkommen" zusammen, "zugrunde liegen" aber auseinander schreiben.

Wenn der Klett Verlag nun, begleitet von einer großen Werbekampagne, mit seinem unter den Namen "Pons" vertriebenen Wörterbuch der deutschen Sprache ins Internet geht, um dort seinen Rat - gratis, selbstverständlich - der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen, dann glaubt dort jemand, sich mit den Mitteln eines digitalen Mediums gegen das dicke gelb-schwarze Buch durchsetzen zu können, eben weil dessen öffentliche Geltung schon so gelitten hat. Dabei gehörte die Wörterbuch-Redaktion des Klett Verlags bislang nicht einmal zu den Experten, die in den Rat für deutsche Rechtschreibung geladen wurden.

Vielleicht muss sie auch nicht zu diesem halbstaatlichen Gremium gehören, da der "Pons" im Internet nach dem Prinzip von "Wikipedia" betrieben werden soll: als Gemeinschaftsprojekt seiner Benutzer, deren Tätigkeit von der Redaktion nicht gesteuert, sondern nur betreut werden soll. Zwar weiß man nicht recht, wie der Klett Verlag mit diesem Angebot Geld verdienen will: Aber dass sich da jemand vom Glauben an eine sonderbare Autorität abwendet und die Sprache, ein kollektives Gut, ihren Benutzern zurückgibt, erscheint zunächst als ehrenwertes Unterfangen.

Das wird nicht jedem gefallen. Der Schule nicht, die auf verbindliche Schreibungen drängen muss. Aber wenn es, was offenbar der Fall ist, immer weniger Schüler gibt, die sich auf hohem Niveau sprachlich ausdrücken können, dann liegt das nicht am "Duden", sondern am mangelnden oder fehlgeleiteten Umgang mit Literatur und Schrift. Und auch den vielen deutschen Menschen wird es nicht gefallen, die zwar die Schule längst hinter sich gebracht haben, aber dennoch ein ganz eigenes Vergnügen an der Rechtschreibung haben: Denn es ist, wenn von Rechtschreibung die Rede ist, allzu schnell ein Ruf nach Ordnung und ein Verlangen nach dem strengen Lehrer da - und der Ton von Vorschrift und Regel, von Pflicht und Zensur, von Nachhilfe und gefährdeter Versetzung.

Auf seltsame, oft bestürzende Weise verknüpfen sich dabei immer wieder Sprachkritik und Moral: so als wäre jeder, der unbeholfen, unverständlich, fehlerhaft spricht oder schreibt, zugleich ein schlechter Mensch - und der andere, der ihn bei einem Vergehen wider die gute Sprache ertappt, immer schon ein Richter, der, weil das Verbrechen ja offenbar ist, sich über dessen Ursachen keine Gedanken mehr machen muss. Der dauerhafte Erfolg der öffentlichen Nachhilfestunden Bastian Sicks ist insofern eine der unheimlichsten Errungenschaften der populären Kultur in Deutschland - und dass diese Unterweisungen oft selber fehlerhaft sind, wie der Berliner Sprachwissenschaftler André Meinunger in einem niederschmetternden Buch ("Sick of Sick". Kulturverlag Kadmos, Berlin 2008) nachgewiesen hat, macht die Sache nicht besser.

Schriebe nun jeder, wie er wollte, so wäre nichts gewonnen. Aber es schreibt ja fast nie einer, wie er will. Hielte man, wie es der Erlanger Linguist Theodor Ickler vor einigen Jahren mit seinem Wörterbuch der "normalen deutschen Rechtschreibung" (Reichl Verlag, 2004) tat, lediglich fest, was sich im Lauf der vergangenen 200 Jahre, auch mit Hilfe der angewandten Sprachwissenschaft, als allgemeine Schreibung herausgebildet hat, so wäre dem Anliegen, über eine nach vernünftigen, nachvollziehbaren, in sich konsistenten Regeln verfasste Schriftsprache zu verfügen, durchaus Genüge getan.

Und die so freigewordenen Kräfte ließen sich einem anderen, viel sinnvolleren Unternehmen widmen: Denn wie schade ist es - und wie bezeichnend -, dass die Redaktion des Duden Verlags vor Jahren ihr Werk "Zweifelsfälle der deutschen Sprache" durch eines mit dem Titel "Gutes und richtiges Deutsch" ersetzte. Denn durch Normen lernt man nichts. Um wieviel mehr aber durch Fragen.


Quelle: S.Z.
Link: http://www.sueddeutsche.de/kultur/863/482326/text/


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Kommentare zu »Jenseits von Duden«
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Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 15.12.2010 um 17.25 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=627#8408

Die HAZ zitiert, was ihr Redakteur zehn Jahre zuvor gesagt hat, und scheint zu glauben, daß der kluge Mann recht behalten habe. Aber in Wirklichkeit hat es danach zwei durchgreifende, wenn auch noch nicht ausreichende Revisionen gegeben, die ihn ins Unrecht gesetzt haben.


Kommentar von GT/ET, 31. Juli 2009, verfaßt am 03.08.2009 um 22.57 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=627#7912

(Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt: überregionale Kultur)

Viele Schriftsteller pfeifen auf die Rechtschreibrefom

Wenn Schriftsteller sauer werden, zieht das meist verbitterte, doch durchaus interessante Zeilen nach sich. Wenn es dann auch noch um ihr tägliches Arbeitsmaterial geht, die Sprache, wird diese meist mit großer Vehemenz eingesetzt, um den Ärger des Autors zu unterstreichen.

So könnte man sich zum Beispiel das genüsslich-ausschweifende Zetern eines Thomas Bernhard zur Rechtschreibreform und deren Folgen vorstellen. Erst mal in Rage hätte er sich vielleicht sogar als Österreicher vor drei Jahren an dem Appell zahlreicher Schriftsteller, Rechtswissenschaftler und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste gegen die Vorschläge des Rates für deutsche Rechtschreibung beteiligt. Dann wäre das Schriftstück mit dem Titel „Die Sprache kennt keine Kompromisse“ vielleicht noch etwas drastischer ausgefallen.

Aber auch ohne den längst verstorbenen Bernhard fanden sich darin Sätze, die in gebotener Deutlichkeit Reformkritik formulieren und die Kompetenz der Reformer infrage stellen: „Die Sprache kennt keine Kompromisse, jedenfalls nicht solche, wie sie in nicht öffentlichen Sitzungen seit über zwanzig Jahren zwischen ein paar Dutzend Didaktikern, Linguisten und Ministerialbeamten sowie Verbands- und Wirtschaftsvertretern ausgehandelt werden“, hieß es damals. Unterzeichnet wurde der Appell von Autoren wie Daniel Kehlmann, Christian Kracht, Judith Hermann und Iris Hanika. Und hätte man sich damals beim Slogan „Die Sprache kennt keine Kompromisse“ für den Singular entschieden, hätte man beim Wort Kompromiss mit einem „ß“ ein noch deutlicheres Zeichen setzen können.

Der Schriftstellerappell beschreibt den letzten Höhepunkt der langwierigen Debatte um die Rechtschreibreform. Seit sich 1996 die deutschen Bundesländer, Österreich und die Schweiz verpflichteten, eine reformierte Orthografie einzuführen, hagelte es Kritik. Autoren wie Günter Grass, Martin Walser und Siegfried Lenz zeterten, „Der Spiegel“ und die „Süddeutsche Zeitung“ verkündeten die Rückkehr zur alten Rechtschreibung, und in Schleswig-Holstein wurden die neuen Rechtschreibregeln per Volksentscheid direkt wieder abgeschafft – auch wenn die Landesregierung dies ein Jahr später wieder aufhob.

Vor genau zehn Jahren setzten die Schulen und die meisten Verwaltungen die Rechtschreibreform um. Auch die meisten Nachrichtenagenturen und die meisten Zeitungen – darunter die Hannoversche Allgemeine Zeitung – verwenden seitdem weitgehend die neuen Rechtschreibregeln. Doch erst am 1. August 2006, nachdem die Reform erneut reformiert wurde, beruhigte sich die Debatte. Der Schriftstellerappell von Kehlmann und Kracht konnte die Rechtschreibreform nicht aufhalten.

Doch gehören Autoren wie Siegfried Lenz („Die Rechtschreibreform führt zur Verflachung der deutschen Sprache“), Hans Magnus Enzensberger („Die sogenannten Regelwerke sind Ersatzhandlungen, mit denen die kulturpolitische Impotenz kaschiert werden soll“) und Harry Rowohlt („Diese Reform ist doch subventionierte Legasthenie“) nicht zu den Menschen, die sich von Politikern vorgeben lassen wollen, wie sie mit ihrem Arbeitsmaterial umgehen. Und oft gelesene Schriftsteller haben Verbündete: ihre Verleger.

So veröffentlicht zum Beispiel Judith Hermann ihre Bücher beim S. Fischer Verlag und lässt dem unterzeichneten Appell Taten folgen: Ihre Bücher „Alice“, das in diesem Jahr herausgekommen ist, und „Nichts als Gespenster“ (2004) erschienen in alter Rechtschreibung. Für den Verlag kein Problem: „Wir werden uns nicht dem Willen unserer Autoren widersetzen“, sagt Verlagssprecherin Petra Baumann-Zink. Auch wenn die Autoren ausschließlich Kleinschreibung bevorzugen, würde der Verlag gute Bücher veröffentlichen.

Die im März erschienene große Abhandlung „Du mußt dein Leben ändern“ des Philosophen Peter Sloterdijk erschien beim Verlag Suhrkamp ebenfalls im unreformierten Rechtschreibungszustand. „Wir richten uns da nach unseren Autoren, und viele bevorzugen die alte Rechtschreibung“, sagt Sprecherin Tanja Postpischil. Insgesamt werde sogar der überwiegende Teil der Suhrkamp-Bücher in alter Rechtschreibung publiziert. Nur selten komme ein Verlagsautor auf die Idee, nach den neuen Rechtschreibregeln zu schreiben.

Eines der prominentesten Bücher in alter Rechtschreibung ist das 2005 erschienene „Die Vermessung der Welt“ von Daniel Kehlmann. 2007 war der Roman auf Platz zwei der „New York Times“-Liste der weltweit meistverkauften Romane. Für die deutsche Version fanden sich schon mehr als 1,4 Millionen Käufer. Pikanter Nebenaspekt: Das Buch wird im Unterricht eingesetzt und ist in Mecklenburg-Vorpommern im kommenden Jahr für den Abiturjahrgang Prüfungsstoff.

Für den Verlag Rowohlt ist es eine Entscheidung der Schule, ob ein Buch in alter Rechtschreibung im Unterricht genutzt wird, so Sprecherin Ursula Steffens. „Wir veröffentlichen die Bücher nicht primär, damit sie im Unterricht eingesetzt werden“, sagt Steffens. Auch Rowohlt orientiere sich an den Wünschen der Autoren.

Die Geschäftsführerin vom Rat für deutsche Rechtschreibung, Kerstin ­Güthert, sieht in der täglichen Verlags­praxis keinen Affront gegen ihre jahrelange Arbeit. „Autoren genießen auch in der Rechtschreibung eine stilistische Freiheit“, sagt Güthert. Die Schüler können mit Büchern in alter Rechtschreibung schon umgehen. „Sie lesen ja auch Schiller-Schriften aus dem 18. Jahrhundert mit einer noch ganzen anderen Orthografie.“ Man solle eine gewisse Gelassenheit walten lassen.

Drei Jahre nach Inkrafttreten der reformierten Rechtschreibreform sieht Güthert die Arbeit des Rats als Erfolg. „Der Rat wurde eingesetzt, um einen tragfähigen Konsens herzustellen“, sagt Güthert. Die Hausorthografien der Medien orientieren sich sehr stark am neuen Regelwerk, die Rechtschreibvorschriften der „Frankfurter Allgemeine“ zum Beispiel unterscheiden sich nur durch 13 Wörter von der Ratsrechtschreibung. Auch die Entwicklung im Verlagsbereich beschreibt Güthert als positiv. Die Aufregung scheint sich damit gelegt zu haben. „Rechtschreibung ist wieder ein Mittel zum Zweck – die Menschen wenden sich endlich wieder den Inhalten zu“, meint Güthert.

Vor zehn Jahren schrieb der HAZ-Redakteur Jörg Kallmeyer zur Umsetzung der neuen Rechtschreibreform bei der HAZ: „Man kann sich noch ein paar Tage über den Sinn und Unsinn der neuen Formen streiten. Dabei sollte man es dann aber auch belassen. Wir haben wichtigere Probleme als die Rechtschreibung.“ Manchmal dauert es offenbar Jahre, bis sich eine Erkenntnis durchsetzt.

(Link)


Kommentar von buchreport.de, 30. Juli 2009, verfaßt am 03.08.2009 um 22.33 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=627#7910

Verlorene Autorität

Die „Süddeutsche“ hat im neuen Rechtschreib-Duden geblättert und macht einen „Autoritätsverlust“ aus, vor allem als Langzeitfolge der Rechtschreibreform: Die daraus folgende Sprachverwirrung habe die Lage der großen Wörterbücher schwieriger werden lassen. Thomas Steinfeld macht eine schwindende Verbindlichkeit aus, auch wenn die Duden-Redaktion versuche, den Variantenreichtum zu überwinden. Es werde nach der Reform stärker nach Gutdünken geschrieben und, fragt Steinfeld, haben sie, „nach mehreren Revisionen und angesichts der Varianten, nicht recht?“

Über den Klett-Vorstoß, ein „Pons“-Rechtschreibwörterbuch zu etablieren, wundert sich Steinfeld, weil der Verlag bisher keine einschlägige Kompetenz nachgewiesen habe und auch nicht recht ersichtlich sei, wie Klett mit seinem zugehörigen Online-Angebot Geld verdienen wolle. Ein gewisser Charme liege aber im Wikipedia-Prinzip: „Dass sich da jemand vom Glauben an eine sonderbare Autorität abwendet und die Sprache, ein kollektives Gut, ihren Benutzern zurückgibt, erscheint zunächst als ehrenwertes Unterfangen.“

„Süddeutsche Zeitung“, S.9

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