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21.12.2008
 

„Unsere Sprache“
Schriftenreihe der „Neuen Fruchtbringenden Gesellschaft“

Die vor knapp zwei Jahren (wieder) gegründete „Neue Fruchtbringende Gesellschaft zu Köthen/Anhalt“ hat den ersten Band ihrer Schriftenreihe „Unsere Sprache. Beiträge zur Geschichte und Gegenwart der deutschen Sprache“ veröffentlicht.
In dieser neuen Schriftenreihe (ISSN: 1867-4224) sollen ausgewählte Beiträge von den Veranstaltungen der NFG erscheinen. Der erste Band („Im Anfang war das Wort“) enthält unter anderem die Rede zur Sprache von Reiner Kunze sowie Beiträge von Ralph Mocikat (über Deutsch als Wissenschaftssprache), Claus Conermann („Zur Spracharbeit der Fruchtbringenden Gesellschaft des 17. Jahrhunderts“) und Reinhard Markner („Wissenswertes über die Reform der Rechtschreibreform“).



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Kommentare zu »„Unsere Sprache“«
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Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 17.04.2015 um 07.19 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#10070

Wie berichtet wird, lassen Nachrichtenagenturen immer mehr Texte automatisch herstellen. In standardisierten Bereichen wie Erdbebenmeldungen oder Börsenberichten werden die Daten in Textformulare eingefügt. Hier ist noch viel zu erwarten. Zum Beispiel sind psychologische Fachbeiträge schon stark standardisiert. Eigentlich geht es um die logische Ergänzung zum automatischen Archivieren und Information retrieval. Die automatisch erzeugten Texte könnten auch von Automaten „gelesen“ und weiterverarbeitet werden. Man führt an, die Journalisten könnten die gewonnene Zeit dann besser für Recherche, Analysen und Kommentare nutzen. Das ist wie auch anderswo vielleicht nur eine Beschwichtigungsformel vor der Entlassung.


Kommentar von Mitteldeutsche Zeitung, 26. März 2012, verfaßt am 30.03.2012 um 20.32 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#8982

Köthen
Goethe und die Ausbreitung des Allerweltswortes

KÖTHEN/MZ. Goethe in Köthen, das ist nicht unbedingt verbürgt. Seine vielfältige Sprache in seinem umfangreichen Werk hingegen schon. Jedes Schulkind quält sich oder freut sich am Werther, am Faust oder auch am Osterspaziergang. Goethe, der Klassiker der Weltliteratur, war auch ein eifriger Schöpfer neuer Wörter. Als solcher fand er über sein Werk am Samstag den Weg in das Veranstaltungszentrum Schloss Köthen.

Die Neue Fruchtbringende Gesellschaft hatte zu Auftakt des Jubiläumsjahres "Anhalt 800" gemeinsam mit der Anhaltischen Goethe-Gesellschaft zu einem Vortrag über die deutsche Sprache geladen. Eine Premiere, die zahlreiche Besucher im Anna-Magdalena-Bach-Saal verfolgten. Es referierten der Germanist Josef Mattausch, Vorsitzender der Leipziger Göthegesellschaft, und der Journalist Eike Christian Hirsch.

"Fehlentwicklung" der Sprache

Den Auftakt machte Eike Christian Hirsch, der sich als Journalist des NDR und Schriftsteller im Besonderen der deutschen Sprache und ihrer Pflege widmet. "Autsch, das ist Deutsch" lautete der Titel seines Vortrags, in dem er auf unterhaltsame Weise Entwicklungen der deutschen Sprache darstellte. Dabei sprach er über mehr oder weniger erfolgreiche Versuche von Sprachwissenschaftlern der Vergangenheit, "Fehlentwicklungen" zu korrigieren. Mit vielen Beispielen illustrierte er, wie sich mehrfache Bedeutungen eines Wortes trotz der "Sprachpflege" behaupten konnten und können, etwa das Adjektiv "umsonst". Oder wie im Sprachgebrauch "scheinbar" und "anscheinend" gleichwertig verwendet werden, obwohl die Sprachregeln anderes fordern. Eine Entwicklung, die laut Hirsch im Kaiserreich stärker kritisiert wurde, als heutzutage. "Dem Bürgertum blieb nur die Bildung. Sie nutzten Sprachkritik, um sich ihrer gesellschaftlichen Position zu versichern", betonte der Referent.

Aktuelle Entwicklungen in der deutschen Sprache und Beispiele der Sprachregulierung nannte Hirsch auch. Doch er ging nicht auf Anglizismen und die Rechtschreibreform ein, sondern übte als "laienhafter Sprachfreund" Kritik am Umsichgreifen von Allerweltsworten wie "Problem", "Kontakt", "positiv" und "negativ", die sich zunehmend im Sprachgebrauch verbreiteten. Die Sprache habe heute einen schweren Stand in der Welt der Massen bewegter Bilder. "Es kommt zu einer Verknappung der deutschen Sprache", konstatierte Hirsch. Und das, obwohl sie so zahlreiche Reichtümer aufweise.

Goethe prägt deutsche Sprache

Ein ganzes Bündel solcher Reichtümer verdankt die deutsche Sprache Schriftstellern wie Johann Wolfgang Goethe. Das stellte Josef Mattausch, seines Zeichens Herausgeber des Goethe-Wörterbuches, zu Beginn seines Vortrags heraus, indem er dem Publikum mehrere Seiten von Goethes Wortkreationen zum Lesen gab. Es waren Neuschöpfungen zu lesen wie "geblättert", "Geisterflut" oder die "Brandschandmalgeburt" aus dem Urfaust. Empfindsam sei die Sprache seiner Dichtung, hyperkorrekt hingegen die seiner rechtswissenschaftlichen Arbeiten, identifizierte Mattausch.

Kritik an Unterhaltungsliteratur

Abweichungen im Satzbau - heute nicht unüblich - habe Goethe ebenfalls als Neuerungen eingeführt. Der Germanist sprach von einer "Rebellion im Stil", die der Dichtererfürst seinerzeit angezettelt habe. Die Wortschöpfungen Goethes waren aber nicht allein für die Dichtung von Belang. "Sie umfassen auch Wörter aus der Alltagssprache, dem Amtsbereich und der Wissenschaft", erklärte Mattausch. Wenngleich selbst unermüdlicher Schöpfer von Sprache, war Goethe durchaus auch ein Kritiker der Sprachentwicklungen seiner Zeit. So "übte er Kritik an der Sprache der Unterhaltungsliteratur und der Presse", wie Mattausch erläuterte.

Die Vorträge von Mattausch und Hirsch fanden viel Anklang bei den Besuchern, von denen sich viele ebenfalls der Pflege der deutschen Sprache verpflichtet sehen. So etwa Inge Poetzsch aus Magdeburg, die auch ein Mitglied der Neuen Fruchtbringenden Gesellschaft ist. "Es war eine ganz wichtige Veranstaltung. Sprache ist ein Stück Kultur - und das ist zu erhalten", betonte sie.

(www.mz-web.de)


Kommentar von Karin Pfeiffer-Stolz, verfaßt am 09.01.2009 um 08.15 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7513

Mutmacher für alle Anhänger des Guten

Es kommt darauf an, daß eine Minderheit der Gebildeten die klassische Schreibweise unbeirrt beibehält und pflegt. Die hochentwickelte, gut lesbare Schrift muß in einer Art Winterruhe über die trüben Zeiten gebracht werden. Daß die klassische Orthographie ein Nischendasein führt, muß niemanden kränken oder ängstigen: sie atmet und ist stark und läßt sich wieder zum Leben erwecken, sobald der Wind sich dreht. Und er wird sich drehen!
Man muß sich klarmachen, daß die Masse, die derzeit die übelsten Schreibweisen praktiziert, noch niemals einen praktischen Richtungswechsel vollzogen hat – weder aus besserer Einsicht, noch aus Idealismus, noch aus persönlichem Leiden. Die Mehrheit folgt (nicht nur in Sachen Rechtschreibung) reflexhaft den Impulsen, die von außen gesetzt werden. Die Masse hat keine Meinung, und deshalb kommt es auf Massenmeinung auch gar nicht an. Jede Diskussion ist müßig.
Die Impulse zur besseren Schreibung werden kommen – allein der Zeitpunkt ist ungewiß. Doch steht für mich außer Zweifel, daß es qualitätsbewußte Leser – ja, die gibt es, wird es immer geben! – einmal satt haben werden, sich bei der Lektüre von den Mehrdeutigkeiten einer willkürlich herbeigeführten orthographischen Beliebigkeit quälen zu lassen. (Ich persönlich lese leider so manche Schrift mit zornig zuckendem Rotstift.) Der Generationenwechsel wird dafür sorgen: diejenigen, die der deutschen Schriftkultur den Frevel eingebrockt haben, die, welche nichts dagegen unternommen und ihr Fähnlein willfährig in den Wind gehängt haben, diese werden gewiß einmal abtreten. Und dann ist der Augenblick gekommen, in dem alles davon abhängt, ob man auf etwas Gutes zurückgreifen kann: die klassische Orthographie, die nun aus dem Nischendasein herausgeführt werden kann.
Hier nun liegt unsere schwierige und wichtige Aufgabe. Erfüllen wir sie konsequent, unaufgeregt, mit ruhigem Ernst. Missionarischer Eifer schadet, Unbeirrbarkeit nutzt: schreiben wir gute Orthographie!


Kommentar von Thomas Paulwitz, verfaßt am 05.01.2009 um 19.56 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7511

Zurück zum Thema: AP-Meldung über die NFG vom 04.01.2009 – siehe hier.


Kommentar von Oliver Höher, verfaßt am 04.01.2009 um 19.33 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7510

Womöglich kommt zu den handwerklichen Kenntnissen und der Begabung ('Lebendigkeit' nannte das Herr Wrase), die tatsächlich nur schwer erlernbar ist, auch noch die Fähigkeit, sich auf ein Gegenüber einzulassen. (Dieser Satz ist schon wieder ein Musterbeispiel dafür, daß bei mir diese Fähigkeit noch nicht voll entwickelt ist.)

Das Rechtschreibtagebuch von Herrn Ickler ist nun sowohl eine öffentliche Sache als auch eine, die zum Mitreden herausfordert. Ich mag nicht den Vergleich mit dem hier bekannten Bremer Sprachblog anstellen, sondern lieber wieder vor der eigenen Haustür kehren. Meine Beiträge hier sind meist Dinge, die mir beim Lesen von Tagebucheinträgen und Kommentaren mehr oder weniger spontan in den Sinn kommen. Dabei habe ich nur selten einen größeren Leserkreis im Auge. (Hinzu kommt, daß sich das Lesen am Bildschirm erheblich vom Lesen bedruckten Papiers unterscheidet. Auch darauf nehme ich wohl zuwenig Rücksicht, was meine Syntax zeigt.)

Bei der Gattung Tagebuch kann man diese angesprochene Fähigkeit (Rilke besaß sie als Briefschreiber in hohem Maße) sehr schön bei Autoren sehen, die ihr Tagebuch stets mit einem gewissen Schielen auf Publikation schrieben. Die Tagebücher von André Gide oder Thomas Mann sprechen nicht nur ganz hofmannsthalisch zu sich selbst, sondern auch zu möglichen Lesern. Die von Franz Kafka, Robert Musil oder Virginia Woolf jedoch nicht. Das macht sie nicht etwa weniger lesenswert, sondern die Lektüre nur zuweilen etwas schwieriger.

Ich kann freilich nur für mich sprechen, lieber Herr Wrase, aber hier scheint mir die Hauptursache für meine stilistische Schwerfälligkeit zu liegen. Das neue Jahr hat begonnen und daher gelobe ich Besserung und mehr Rücksicht auf größere, unsichtbare Leserkreise zu nehmen. (An einer lesbaren Gliederung durch Absätze habe ich schon gearbeitet.)

Neben Herrn Icklers Texte möchte ich jedoch abschließend noch die meisten Beiträge von Frau Pfeiffer-Stolz stellen, womit die Komplimente dann auch einigermaßen fair verteilt wären.


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 04.01.2009 um 12.26 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7509

Ich lese inzwischen wahrscheinlich weniger als jeder einzelne der hier Diskutierenden. Früher war ich allerdings ein Vielleser. Aber man wird älter und muß sehen, was man überhaupt noch schaffen kann. Selber denken ist allmählich wichtiger geworden. Ich segne immer noch den Tag, an dem ich den Fernseher aus dem Fenster geworfen habe. (Übrigens keine Metapher! Bei Umzug von Berlin nach München vor genau 30 Jahren haben wir unsere Wohnung tatsächlich so entrümpelt.) Dadurch gewinnt man doch viel Lebenszeit.
Germanisten, lieber Herr Isleif, schreiben wahrscheinlich nicht besser und nicht schlechter als andere Akademiker, die allerdings insgesamt nicht so gut schreiben, wie sie können sollten.
Wenn man Ratschläge geben will, muß man die Voraussetzungen klären. Geht es um Verständlichkeit – und für wen? Was dem Laien gefällt und nützt, ist dem Fachmann oft lästig. (Man denke an die anekdotisch und biographisch ausgeschmückten bzw. breitgewalzten populärwissenschaftlichen Sachbücher vor allem aus Amerika!) Geht es um automatische Dokumentation und "Information retrieval"? Geht es um Übersetzbarkeit (auch ein sehr wichtiger Gesichtspunkt)?
All dies bedacht, wird man herkömmliche Stilbücher wie etwa den Reiners nicht besonders hilfreich finden.


Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 04.01.2009 um 04.03 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7505

Lieber Herr Isleif,

Sie haben recht! Ich habe mich schon oft gefragt, woran es liegt, daß sich Professor Icklers Tagebucheinträge nicht nur leichter, sondern auch vergnüglicher lesen als meine Verlautbarungen. Genau dasselbe wie bei meinem aktuellen Vergleich Udo Ludwig vs. Scholl-Latour. Teilweise weiß ich es, teilweise nicht. Was die Verständlichkeit angeht, haben wir gerade einige nützliche Tricks erfahren. Die Lebendigkeit dürfte schwieriger sein, das sehe ich genauso.

Übrigens mag ich deswegen die Edelkarossenschmiede, ich empfinde sie inmitten von Zahlen und Fakten als funkelndes Kleinod. Wer will schon zwanzigmal hintereinander Porsche lesen? Oder zehnmal, dazwischen vielleicht viermal das Unternehmen, einmal die Porsche AG, zweimal der [schwäbische] Autohersteller – das ist schon ganz nett, aber eher untot statt lebendig. Die Edelkarossenschmiede bringt eine kräftige Prise Ironie, dem blutleeren Porsche wird Leben infundiert. Man sieht auf einmal kräftige Arbeiter munter vor sich hin werkeln, der PS-Wahn und die Status-Sucht der Käufer werden liebevoll auf die Schippe genommen. Der schreibende Wirtschaftsexperte leistet sich mit der Edelkarossenschmiedeinnerhalb seiner nüchternen Berichterstattung einen Stilbruch. Erst mit solchen Konturen wird der Text ansprechend.

Das Problem ist, wenn man so viel liest wie Professor Ickler. Dann begegnet man zum dreihundertsten Mal der Edelkarossenschmiede und ist pikiert, weil den Schreibern nichts Neues einfällt. Mein Tip an Professor Ickler: einfach weniger lesen! Das würde auch die Minderwertigkeitskomplexe Ihrer Bekannten reduzieren und wäre gelebte Solidarität.

Oder nehmen wir eine andere angebliche Marotte: in edles Tuch gehüllt.
Minister XY betrat die Bühne in einem hochwertigen Anzug – wer will das lesen?
In edles Tuch gehüllt, betrat Minister XY die Bühne. Ich halte das nicht für eine zwanghafte Demonstration von Kreativität, sondern der Schreiber gibt dem Leser Gelegenheit zum Schmunzeln.


Kommentar von Karl-Heinz Isleif, verfaßt am 04.01.2009 um 02.45 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7504

Lieber Herr Wrase!
Verständlichkeit ist ein wichtiger Gesichtspunkt der Sprache; Sie haben darum im Prinzip recht. Allerdings sollte man sich nicht zu sehr darauf versteifen, sonst bleibt man auf der Ebene der Gebrauchsanweisungen und der Kochbücher stecken. Gute Sprache besteht aus mehr. Aus wieviel mehr, das darf man natürlich keinen Germanisten fragen. Germanisten verteilen ihre Sätze wie vorgegossene Betonbauteile im Raum und denken, das sei gutes Deutsch. Korrekt, rechtwinklig, langweilig, leblos. Man kann seine Nachttischlampe gar nicht so schnell ausschalten, wie man dabei einschläft.

Gute Schriftsteller, Dichter, Journalisten sind die besseren Vorbilder. Olle Friedrich hat ja nicht gesagt, mit einer bestimmten Lebenseinstellung könne man Klassen- und Standesunterschiede überwinden, sondern er hat gesagt: “Deine Zauber binden wieder, was der Mode Schwert geteilt...” Wenn er das ‘verständlicher’ formuliert hätte, wäre Ludwig nicht aufmerksam geworden und wir hätten heute keine Neunte.


Kommentar von Urs Bärlein, verfaßt am 02.01.2009 um 13.15 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7503

Wörter wie "Edelkarossenschmiede" sind typische Journalistenmarotten. Sie entspringen zum einen dem zur Zwanghandlung gesteigerten Bedürfnis, Wiederholungen zu vermeiden, zum anderen dem sehr sinnvollen Gebot, keine Schleichwerbung zu betreiben. Das ist in Fällen wie dem von Porsche natürlich schon dann absurd, wenn sowieso jeder wissen muß, welche Firma gemeint ist, andernfalls die Berichterstattung gegenstandslos wäre. Besseres als "Zuffenhausener/Zuffenhäuser Autohersteller" darf man von der Zeitung trotzdem nicht erwarten, denn eine detaillierte Kasuistik zulässiger bzw. unzulässiger Nennung von Firmennamen ließe sich im Redaktionsalltag nicht durchhalten.


Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 02.01.2009 um 12.27 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7502

Es ist selbstverständlich, daß Herr Isleif die Vorstellung haßt, gegen seinen Willen gepflegt zu werden. Ich möchte Herrn Paulwitz jedoch zustimmen. Es ist nämlich keineswegs so, als würde die Verständigung allerorten mühelos klappen. Es kommt oft vor, daß die Zuhörer bei einem Vortrag nur Bahnhof verstehen. Dasselbe gilt für Reden oder Stellungnahmen von Politikern oder irgendwelchen Experten. Es gilt oft für Schreiben von Behörden. Und das liegt in der Regel nicht am Gegenstand, sondern an der Sprache, in der er vermittelt wird. Wobei das Resultat des Informationstransfers nur partiell mit der Intention des Sprechers korrespondiert :-)

Es gibt ja Untersuchungen darüber, daß englische Begriffe von vielen Leuten gar nicht verstanden werden oder daß die Abendnachrichten nicht wenige Zuschauer überfordern. Man muß den Sprachpflegern zugute halten, daß sie solche Probleme im Bewußtsein halten. Die fällige Erziehung der Sprecher geschieht dann ganz anders, zum Beispiel indem ein Bekannter dem Redner anschließend mitteilt: "Ich hatte den Eindruck, du hast einen tollen Vortrag gehalten, aber ehrlich gesagt, ich habe nicht viel verstanden." Oder indem ein Journalist einem befreundeten Kollegen den Tip gibt: "Eigentlich gut geschrieben, aber deine Sätze sind zu kompliziert, das halten die Leser nicht durch."

Ich habe gerade zwei Bücher angefangen zu lesen: "Tatort Krankenhaus" aus der Feder des Spiegel-Journalisten Udo Ludwig sowie "Der Weg in den neuen Kalten Krieg" von Peter Scholl-Latour. Scholl-Latours Texte sind sehr viel schwerer zu lesen als Udo Ludwigs Sätze. Es liegt am Stil. Udo Ludwig beherzigt vorbildlich alle von Professor Ickler genannten Ratschläge, Peter Scholl-Latour tut das nicht. Eine wesentliche Rolle spielt dabei auch ein Gesichtspunkt, der in Professor Icklers Liste bisher nicht genannt wird:

Sätze sind um so verständlicher, je kürzer sie sind und je einfacher sie gebaut sind.


Kommentar von Thomas Paulwitz, verfaßt am 02.01.2009 um 11.37 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7501

Wie kommen Sie darauf, daß sich fünfundsechzig Jahre lang niemand um gepflegtes Deutsch bemüht hat, Herr Isleif?


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 02.01.2009 um 11.17 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7500

Danke, Herr Wrase! Auch andere Verbesserungsvorschläge sind noch nicht ganz die allerbesten. Ich muß allerdings hinzufügen, daß meine Beispiele aus einem größeren Zusammenhang stammen (man ahnt es wohl an manchen Stellen), in dem z. B. auch statt "Porsche" durchaus mal der erläuternde Oberbegriff am Platze ist. Aber grundsätzlich bin ich bereit, in der Vereinfachung sehr weit zu gehen. Demnächst (hoffentlich) mehr zu diesem Projekt (Plan, Unternehmen).


Kommentar von Karl-Heinz Isleif, verfaßt am 02.01.2009 um 10.45 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7499

Thomas Paulwitz: "Daraus wird deutlich, daß Sprachpflege ein demokratisches Anliegen ist. Sie will, daß möglichst viele an Erkenntnissen teilhaben können."

Vor allem aber wird deutlich, daß man 'Sprachpfleger' selbst zu Wort kommen lassen muß. Man kann dann gar nicht anders, als sich zu verneigen vor der Klarheit der Gedanken, dem Zwang der Logik. Man ist betäubt, ach was, betört ist man, vom Rhythmus und von der Eleganz des Ausdrucks und man fragt sich ohn' Unterlaß, wie man es fünfundsechzig Jahre lang pflegelos geschafft hat, sich zu verständigen.


Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 02.01.2009 um 10.00 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7498

Ickler:
Edelkarossenschmiede (= Porsche, besser: das Autounternehmen, die Autofirma)

Wrase:
Edelkarossenschmiede (= Porsche, besser: Porsche)

(Ickler verbessern macht Spaß!)


Kommentar von Thomas Paulwitz, verfaßt am 02.01.2009 um 09.41 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7497

In Icklers Beispiel „Die Stichwortauswahl ist, was ihre quantitative Erfassung angeht, selektiv“ bilden nicht nur die Fremdwörter eine Verständnishürde, auch der Aufbau des ganzen Satzes ist verwirrend. Die Verbesserung „Es wird nur eine Auswahl von Stichwörtern geboten“ ist daher nicht einfach nur eine Übersetzung der Fremdwörter, sondern auch eine Verdichtung der Aussage. „Die Stichwortauswahl ist, was ihre mengenmäßige Erfassung angeht, auswählend“ wäre fremdwortfrei, aber ebenfalls verwirrend. Der Satz ohne Fremdwörter zeigt aber, daß der Gedanke unscharf geäußert wurde. Die entbehrlichen Fremdwörter dienen vielleicht nur dazu, diesen Mangel zu verschleiern.

Allerdings muß ein solcher Satz nicht nur aus Nachlässigkeit oder Unvermögen entstanden sein. Hier kommt es außerdem noch auf den an, an den der Satz gerichtet ist. Möglicherweise versteht der Empfänger den Satz sogar nur, wenn der mit diesen Fremdwörtern versehen ist, da er einer kleinen Gruppe angehört, die darauf geschult ist, bei Wörtern wie „quantitativ“ oder „selektiv“ bestimmte geistige Verknüpfungen herzustellen. Das wäre dann die Folge einer falsch entwickelten Wissenschaftssprache, die ausgrenzt und den Austausch mit Außenstehenden vernachlässigt. Bei einer solchen Sprache käme es nur darauf an, einzelne Schlagwörter fallen zu lassen, ohne daß sie gewandt miteinander verbunden sind. Das wäre eine Ausprägung der Sprache, die für die Mehrheit eine Zumutung darstellt, aber für eine kleine Gruppe durchaus kurzfristigen Nutzen bringt.

Daraus wird deutlich, daß Sprachpflege ein demokratisches Anliegen ist. Sie will, daß möglichst viele an Erkenntnissen teilhaben können.


Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 02.01.2009 um 00.39 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7496

Daß wir alle eigentlich dasselbe wollen, zeigt sich auch an der interessanten Zusammenstellung von Professor Ickler. Die Ratschläge 3 und 4 sind am leichtesten umzusetzen: Fremdwörter bzw. Fremdsprachen meiden. Ebendies ist das bekannteste Anliegen auch derjenigen, die sich als Sprachpfleger einbringen wollen. Man beachte auch, daß sich die meisten Ratschläge beim spontanen Sprechen erübrigen; sie beziehen sich auf das Verfassen von Texten. Nicht so das Problem der schwerverständlichen Fremdwörter: Darauf kann und sollte mancher Sünder, denken wir etwa an Politiker oder Lehrkräfte, auch schon beim Sprechen achten.


Kommentar von Thomas Paulwitz, verfaßt am 01.01.2009 um 19.18 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7495

Widerspruch gegen sprachliche Bevormundung ist ein guter Ausgangspunkt. So gesehen wäre Sprachpflege eine Sprachpolitik von unten. Leider gibt es Akteure, die aus der Einschränkung der Verständlichkeit Nutzen ziehen. Sprachpflege ist auch, diesen Nutzen zu schmälern, zum Beispiel durch Bildung und Aufklärung. Die Arbeit am Text ist also nur ein Teil der Sprachpflege.


Kommentar von Thomas Paulwitz, verfaßt am 01.01.2009 um 19.04 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7494

Herr Ickler erweckt den Eindruck, daß ich das Greule-Buch uneingeschränkt empfehlen würde. Das stimmt natürlich nicht. Das Buch trägt den Titel „Germanistische Sprachpflege. Geschichte, Praxis und Zielsetzung“. Es besteht also im wesentlichen aus drei Teilen.

Icklers nicht näher ausgeführter Tadel zielt offenbar vor allem auf den dritten Teil, in dem die "Kritische Theorie als Grundlage einer Theorie der Sprachpflege" vorgestellt wird. Dort ist dann viel von Adorno, Habermas, Horkheimer oder Marcuse die Rede. Das ist tatsächlich nichts, was man gelesen haben muß.

Wer kritisch lesen kann, dem werden die ersten beiden Teile, in denen es um Geschichte und Gegenwart geht, schon etwas bringen, auch wenn die "Gegenwart" nur bis zur Mitte der 1980er Jahre reicht. Ich finde es gut, daß Greule versucht, unterschiedliche Formen der Sprachpflege zu bestimmen. Seine Nähe zur GfdS sollte man beim kritischen Lesen jedoch berücksichtigen.

Vielleicht macht uns Herr Ickler seine Rezension ja zugänglich?


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 01.01.2009 um 16.57 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7493

Also im Grunde wollen wir alle doch so ziemlich dasselbe, und das geht beim Hin- und Herschieben der Wörter leicht verloren – wobei ich gestehe, zur Verwirrung beigetragen zu haben. Aber nachdem ich selbst mehr als einmal gegen das Dogma des sprachlichen Egalitarismus die Frage aufgeworfen hatte, wie gut die deutsche Sprache eigentlich ist, glaubte ich mir auch eine gewisse Zuspitzung erlauben zu dürfen. Was wir ja nicht wollen, ist sprachliche Bevormundung, und so etwas wie die Rechtschreibreform wollen wir nicht noch einmal erleben. Wie sollte ein nichtbevormundender Eingrif in die Sprache aussehen? Die Puristen haben Verbesserungen des Ausdrucks vorgeschlagen und damit zur besseren Verständlichkeit der Texte beigetragen. Die Vorschläge (rund 1.000 erfolgreiche Eindeutschungen) wurden von der Bevölkerung freiwillig angenommen, das ist das Entscheidende.
Wie könnten Ratschläge und Warnungen aussehen, wenn sie zu verständlicheren Texten führen sollen? Vielleicht ungefähr so (um auchmal etwas konkreter zuwerden):

1. Texte sind um so verständlicher, je mehr die Wörter aus dem zentralen Wortschatz stammen.
Die Engländer sind der alleinigen Kontrolle über die englische Sprache verlustig gegangen. (besser: Was Englisch ist, bestimmen nicht mehr nur die Engländer.)
Der Lehrer steht in der nämlichen Pflicht. (besser: Der Lehrer muß dasselbe tun.)
Zu vermeiden sind besonders die geistreichelnden Synonyma und Antonomasien, wie sie der SPIEGEL in Mode gebracht hat:
Edelkarossenschmiede (= Porsche, besser: das Autounternehmen, die Autofirma)
die Hugenottenstadt (= Erlangen), die Geigenbauergemeinde (= Bubenreuth)

2. Je weniger verschiedene Lexeme verwendet werden, desto leichter ist der Text zu verstehen. (= geringe Wortweite)

3. Fremdwörter werden oft ungenau oder gar nicht verstanden.
Der größte Part der reformierten Reform betrifft die Getrennt- und Zusammenschreibung ... (besser: der größte Teil)
Am Schulkiosk fällt die monetäre Situation des Hausmeisters mehr ins Gewicht als die Aufgabe einer Schule, den Kindern Vorbild zu sein. (besser: ... geht es mehr um das Einkommen des Hausmeisters als ...)
„Morbide Folgen des mobilen Fortschritts“ (Überschrift, besser: Mehr Autos – mehr Abgase)
Was ist das Novum an dieser Morphemkonzeption? (besser: Was ist neu an dieser Auffassung von Morphemen?)
Die Stichwortauswahl ist, was ihre quantitative Erfassung angeht, selektiv. (besser: Es wird nur eine Auswahl von Stichwörtern geboten.)

4. Fremdsprachliche Redensarten werden von einem großen Teil der Leser nicht verstanden:
sapere aude, expressis verbis, kat' exochen
Wenn jedwedes aside als autos epha Gewicht bekommt
(...)

5. Erweiterte Attribute links vom Substantiv sind schwer zu verstehen:
Man kann diesen Fall wie folgt in ein auch dem an Politik wenig interessierten Schüler zugängliches Erlebnisfeld projizieren. (besser: Man kann diesen Fall auch solchen Schülern nahebringen, die sich für Politik kaum interessieren.)

6. Kasusverpflichtungen sollte man einlösen, bevor die nächsten eingegangen werden:
Hat der Verbraucher seine auf den Abschluss eines Verbraucherdarlehensvertrags gerichtete Willenserklärung wirksam widerrufen, so ist er auch an seine auf den Abschluss eines mit diesem Verbraucherdarlehensvertrag verbundenen Vertrags über die Lieferung einer Ware oder die Erbringung einer anderen Leistung gerichtete Willenserklärung nicht mehr gebunden.

7. Adjektive und Verben sind einfacher als Verbindungen mit abstrakten Substantiven:
Wenn ein Bildungskanon keine Verbindlichkeit mehr aufweist ... (besser: nicht mehr verbindlich ist)
Rockgruppen stellen eine Fortsetzung der traditionellen Laienkunst in neuen Formen dar. (besser: setzen ... fort)
Den mathematischen Verfahren kommt die Dimension der Instrumentalität zu. (besser: Mathematische Verfahren sind sind Werkzeuge.)
Es steckt ebenfalls eine ausgeprägt autobiographische Dimension in diesem Text. (besser: Dieser Text ist stark autobiographisch.)
Hierher gehören die sogenannten „Plastikwörter“, die den Text unnötig aufblähen:
das Phänomen der Fachlichkeit von Texten (besser: die Fachlichkeit von Texten)

8. Verneinungen, besonders mehrfache, erschweren das Verständnis:
Er war einer der wenigen Sozialdemokraten, die nach 1982 nicht aus Opportunismus gegenüber den Linken den Nato-Doppelbeschluß preisgaben.
Ein allgemeiner Rechtsgrundsatz, daß der Schädiger keinen Vorteil davon haben dürfe, daß sein Gläubiger keinen Schaden erleide, besteht nicht.


9. Abkürzungen, die nicht allgemein gebräuchlich oder gar nur für den jeweils vorliegenden Text festgelegt sind, erschweren das Verständnis:
Ein Sprechakt, d.h. eine Verständigungshandlung, kann rekonstruiert werden als ein Tripel (HB, HM, HZ): Unter bestimmten Handlungsbedingungen (HB) ist es möglich, durch das Äußern eines bestimmten Satzes (bzw. einer Äußerungsform) als Handlungsmittel (HM) einen bestimmten kommunikativen (Handlungs)-Zweck (HZ) zu erreichen.

10. „Formalisierungen“ sollten nur vorgenommen werden, wenn sie tatsächlich zur mathematischen Behandlung eines Problems dienen, nicht als pseudowissenschaftliche Verkleidungen:
Pi rho = : ? f [rho/tau] = Eine praktische Problemstellung Pi rho ist definiert als ein zu suchender (=Fragezeichen) Realisierungsweg f mit Hilfe eines Verfahrens rho für ein Handlungsziel tau. (Ich habe die griechischen Buchstaben ausgeschrieben, weil ich sie sonst nicht darstellen kann.)

11. Mehrere Lesarten im selben Satz anzubieten führt zu Unlesbarkeit:
Da ich eher für den Bereich der Neuropsychologie als für den der Kognition(swissenschaft(en)) sprechen kann (...)


Kommentar von Horst Ludwig, verfaßt am 01.01.2009 um 14.28 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7492

Wie so oft im Leben, liegt die Wahrheit nicht nur in der Mitte, sondern überall, aber in Stückchen verteilt. So leugnen wir nicht — auch weil wir’s von unsern Lehrern so gelernt haben —, daß die deutschen Sprachgesellschaften des 17. Jahrhunderts mit ihrer Sprachpflege viel Gutes fürs Deutsche geleistet haben. Aber wir wissen von den gleichen Lehrern eben auch, daß sie mit dem deutschen “Gesichtserker” für die doch “fremde Nase” nicht weit gekommen sind. Man kann bei allem eben zu weit gehen. Und deshalb sollten wir unserem Gymnasialwissen jetzt auch hinzufügen, daß es sogar höchst fraglich ist, ob wirklich je einer dieser hochedlen Sprachordensleute vorgeschlagen hat, „Nase“ durch „Gesichtserker“ zu ersetzen. — “Sprache braucht keine Pflege, von der keiner weiß, was damit gemeint ist” ist völlig richtig. Wir brauchen auch kein Recht / keinen Wohlstand / kein Vertrauen / keinen Zuschuß, von dem keiner weiß, was damit gemeint ist; wir brauchen keine Liebe / keine Hilfe / keine Betreuung / keine Pflege, von der keiner weiß, was damit gemeint ist. Erklärung von Stilfragen ist aber nützlich, nicht nur, wo’s um Sprache geht. Bei Vorschriften, wo’s um Stil geht, — da klappt bei uns jedoch schon zu Recht oft ein rotes Fähnchen hoch, und dazu wollen wir dann erstmal einiges erklärt bekommen.


Kommentar von Karl-Heinz Isleif, verfaßt am 01.01.2009 um 12.37 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7491

Einen 'Bannstrahl' erkenne ich nicht. Auch niemanden, der versuchte, etwas 'anderen verbieten zu wollen,' oder '... mit einem Bann [zu] belegen'. Ich hege einfach gegenüber dem Wort Sprachpfleger Mißtrauen und tue das kund. Und weil eine untertänigste Anfrage vorlag, vielleicht etwas ausführlicher als angemessen. Daß es mir trotzdem nicht gelungen ist, die Gründe für meine Abneigung gegen das Wort plausibel zu machen, bedaure ich.

Reiner Kunze ist übrigens Dichter, nicht Pfleger. Er kann gar nicht gemeint gewesen sein. KHI


Kommentar von Rominte van Thiel, verfaßt am 01.01.2009 um 11.46 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7490

Trifft der Bannstrahl vielleicht auch noch Reiner Kunze, der einerseits zum Beirat der FDS gehört und sich andererseits nicht gescheut hat, vor der NFG eine Rede zu halten??
Bevor man alle, die dort sprechen, verdammt und so einer Art sprachlichen Blockwarttums verdächtigt, möge man doch bitte (nur mal so zum Beispiel) die Rede von Reiner Kunze lesen.


Kommentar von Karl-Heinz Isleif, verfaßt am 01.01.2009 um 08.46 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7489


Ich hoffe nicht, Herr Achenbach. Sprache braucht keine Pflege, von der keiner weiß, was damit gemeint ist. Und wer hat eigentlich den Pfleger beauftragt, authorisiert, an meiner Sprache herumzupflegen? Pflege der Sprache klingt nach besser wissen, also verbessern, also ändern, also reformieren, also deformieren. Zabel, Augst und wie sie alle hießen waren sicher überzeugte Sprachpfleger. Sprachpflege ist ein anderes Wort für Einmischung in meine privaten (sprachlichen) Angelegenheiten. Sprache braucht Schutz vor nicht bestellter Pflege.

Dagegen ist die Frage der Kompetenz der selbsternannten Sprachpfleger fast schon zweitrangig, aber sie stellt sich auch. Man lese zum Beispiel das ‘Über uns’ der (großgeschriebenen) ‘Neuen Fruchtbringenden Gesellschaft’. Ist dieses Deutsch das Ergebnis intensiver Pflegebemühungen? Dann trete ich sofort dem Klub für ungepflegte Sprache bei.

KHI


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 01.01.2009 um 08.32 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7488

Wenn man den Streit um Worte mal beiseite läßt, geht es um die Frage: Wollen wir bessere Texte, oder wollen wir durch irgendwelche Maßnahmen die Ausdrucksweisen der Sprachgemeinschaft verändern? Eine solche Maßnahme war die Rechtschreibreform. In diesem Sinne dient unsere Diskussion tatsächlich nicht der Sprachpflege, sondern der Abwehr von Sprachpflege. "Leave your language alone!" (Titel eines bekannten Buches und ganz meine Meinung)
Das Buch von Greule/Ahlvers-Liebel, das Herr Paulwitz empfiehlt, ist übrigens ziemlich schlecht, ich habe es, wenn ich mich recht erinnere, auch irgendwo rezensiert. Vor allem der zweite Teil (von der Mitverfasserin) handelt hauptsächlich von Habermasscher Diskursethik.


Kommentar von Klaus Achenbach, verfaßt am 31.12.2008 um 21.14 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7487

Darf ich untertänigst fragen, welchem anderen Zweck dieses Forum dient als dem der Sprachpflege?


Kommentar von Germanist, verfaßt am 31.12.2008 um 15.33 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7486

Dank Lothar Lafontaine hat das Wort "Kapitalverbrechen" eine zweite, jetzt wörtliche Bedeutung bekommen: Die Vernichtung von Kapital. Nur die Untergrenze muß noch festgelegt werden.


Kommentar von Wolfram Metz, verfaßt am 30.12.2008 um 21.03 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7484

Es gibt ja auch noch den Begriff »Sprachschützer«. Was die Analogien angeht, mag jeder selbst entscheiden, welche Vorstellung er mit Tierschützern, Umweltschützern usw. verbindet.


Kommentar von Germanist, verfaßt am 30.12.2008 um 14.18 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7483

Vielleicht würde es helfen, wenn die Leute vor "Service Points" ohne deutsche Untertitel im Stil von Karl Valentin ihr altes Porzellangeschirr abladen würden.


Kommentar von Urs Bärlein, verfaßt am 30.12.2008 um 13.02 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7482

Aber Herr Paulwitz, niemand hier denkt daran, die Bezeichnung "Sprachpflege" zu verbieten. Allenfalls geht es darum, ob einer seine eigene Tätigkeit so verstanden wissen möchte und ob er bekennende Sprachpfleger im eigenen Garten sehen will.


Kommentar von Thomas Paulwitz, verfaßt am 30.12.2008 um 10.43 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7481

Zur Schaudebatte über die Frage „Soll die Verwendung von Fremdsprachen in der Werbung verboten werden?“ gab es am 7. April 2008 einen Bericht in der Mitteldeutschen Zeitung. Es folgt ein ein Auszug:

»(…) Vielleicht war es auch dieses Erlebnis, was Seewald-Heeg zu der Überzeugung gebracht hat, dass vor allem englische Ausdrücke in der deutschen Sprache überhand nehmen. "Teilweise sind wir ja schon nicht mehr in der Lage, bestimmte Dinge mit deutschen Ausdrücken zu benennen", kritisiert sie und betont: "Es geht unserer Gesellschaft nicht darum, Begriffe aus Fremdsprachen gänzlich zu verbannen. Wir wollen das Übermaß kritisch überdenken." Und um das zu tun, lud die Fruchtbringende Gesellschaft am Freitag bereits zum zweiten Mal zum "Köthener Sprachforum" ein. Vier Mitglieder des Debattierclubs "klartext e.V." von der Martin-Luther-Universität Halle zeigten in einer Schaudebatte, welche verschiedenen Standpunkte es zu dem Thema geben kann. Der provozierende Titel der Veranstaltung in der Dr. Samuel-Hahnemann-Schule war: "Soll die Verwendung von Fremdsprachen in der Werbung verboten werden?" "Nein", sagten Knut Kleiden und Matthias Schwarze vom Debattierclub. Dafür waren Tom Knoth und Torsten Rössing. Jedoch, und darauf legen die Mitglieder des Debattierclubs großen Wert, gaben ihre Positionen und Argumente nicht zwingend ihre wirklichen Ansichten wieder. Die Positionen, die die vier "Klartexter" jeweils einnahmen, wurden vorher ausgelost.
"Wir sehen debattieren als Sport. Es gibt feste Regeln, an die sich jeder Redner halten muss. Immer mit dem Ziel, bessere Argumente als die Gegenseite zu bringen und das Publikum zu überzeugen", erklärt Torsten Rössing. Die gegensätzlichen Positionen der Schaudebatte wurden von der Gruppe der "Regierung" und der "Opposition" vertreten.
Tom Knoth nahm die Rolle des ersten Redners der "Regierung" ein. Gerade ältere Menschen hätten Schwierigkeiten die vielen Fremdwörter in der deutschen Sprache zu verstehen. Die Gesellschaft solle mehr Anstrengungen unternehmen, die Dinge mit deutschen Namen zu benennen. Fremdsprachen sollten also in der deutschen Werbung verboten werden, so der von Knoth vorgetragene "Regierungsantrag". Gar nicht damit einverstanden war natürlich Matthias Schwarze, der erste Redner der "Opposition".

Im Zuge der Globalisierung würde auch Sprache keine Grenzen mehr kennen. Die Entwicklung, dass immer mehr Fremdwörter in der deutschen Sprache zu finden sind, sei nicht mehr aufzuhalten. Begriffe wie "surfen" würden bereits im deutschen gebeugt. Fremdwörter würden die deutsche Sprache bereichern und sollten also "eingebürgert" werden, statt sie zu verbieten, brachte Schwarze die Ansicht der "Opposition" auf den Punkt. Sabrina Kopp fand als einzige aus dem Publikum den Mut, als "freie Rednerin" vorne ans Pult zu treten. Die Elftklässlerin aus Dessau, machte ihre Position klar: Niemand würde mehr "Geldbörse" zum "Portemonnaie" sagen. Sprache müsse sich frei entwickeln können. "Ich bin strikt dagegen, die deutsche Sprache gesetzlich zu verankern", machte die Schülerin nachdrücklich deutlich und vertrat damit tatsächlich ihre eigene Meinung. Im Gegensatz zu Torsten Rössig, dem die Position der "Regierung" zugewürfelt worden war.

"Eigentlich denke ich auch, dass man Sprache nicht mit Gesetzen einschränken sollte. Wenn es um meine Meinung geht, müsste ich also bei der 'Opposition' sitzen", verriet er nach der Schaudebatte. Ähnlich geht es Knuth Kleiden, der sich am Rednerpult für eine freie Entwicklung der deutschen Sprache auch mit Fremdwörtern einsetzte. "Im wirklichen Leben denke ich genau das Gegenteil", sagte er später.

Die teilweise provozierend vorgetragenen Standpunkte der Schaudebatte animierten das Publikum zu zahlreichen Zwischenfragen und Anmerkungen. Die englischen Begriffe in der deutschen Sprache würden nicht nur zu häufig benutzt, sondern teilweise auch falsch eingesetzt, betonte so eine Zuschauerin. Als Beispiel nannte sie den Begriff "Handy", den kein englischer Muttersprachler verstehen könne. "Mobiltelefon" sei aber auch kein deutsches Wort, merkte eine andere Zuschauerin an. Und eine Dame machte ihrem Ärger Luft, dass sogar das deutsche Wort "Kinder", durch das englische Wort "kiddies" ersetzt würde. Zuschauer Hubert Fritsche unterstrich, dass er als Techniker manchmal Probleme habe, bestimmte Begriffe zu verstehen. "Die Amerikanisierung des Deutschen ist beängstigend. Ich beneide die Franzosen, die ihre Sprache schützen", unterstützte ihn Cornelia Fritsche.

Einen ganz anderen Aspekt erwähnte eine weitere Frau aus dem Publikum: "Mit den Fremdwörtern werden wir schon fertig. Ich sehe das Problem eher darin, dass die Sätze im Laufe der Zeit immer kürzer werden", betonte sie. Schüler hätten zunehmend mehr Schwierigkeiten komplexe Sätze von Autoren wie Thomas Mann aufzunehmen. "Sprache wird durch Nachahmung gelernt", merkte Matthias Schwarze daraufhin an. Je mehr Multiplikatoren, beispielsweise Schulen oder Medien, also kürzere Sätze oder Fremdwörter benutzten, desto mehr junge Menschen würden ebenfalls davon Gebrauch machen. (…)«


Kommentar von Thomas Paulwitz, verfaßt am 30.12.2008 um 10.30 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7480

Das Bemühen um Schönheit oder Verständlichkeit kann man „Pflege“ nennen oder es bleiben lassen. Eigenartig finde ich jedoch, anderen verbieten zu wollen, diese seit langem gebräuchliche Bezeichnung zu verwenden. Warum soll man eine allgemeinverständliche Bezeichnung mit einem Bann belegen?

Zur Einführung: Albrecht Greule, Germanistische Sprachpflege. Geschichte, Praxis und Zielsetzung, Darmstadt 1986.


Kommentar von Karl-Heinz Isleif, verfaßt am 29.12.2008 um 22.07 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7479

Über uns allen schwebt drohend die Verbannung ins Diskussionsforum. Darum schnell vor Verschiebeschluß: Eben! Wenn einer sich einen Sprachpfleger nennt, stutze ich. Wenn einer sagt, er sei Körperpfleger, auch.
KHI


Kommentar von Karin Pfeiffer-Stolz, verfaßt am 29.12.2008 um 17.26 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7478

Da haben wir's doch: Körperpflege betreiben wir in der Regel an uns selbst und dienen somit der Allgemeinheit, der wir angenehm "duften". Und wenn uns andere "stinken"? Haben wir dann das Recht, deren Körper zwangsweise zu pflegen oder pflegen zu lassen?
Mir gefällt Wrases Vergleich zwischen Körper- und Sprachpflege gut, denn daran wird deutlich, daß wir stets vor unserer eigenen Tür kehren sollen, möglichst bescheiden und dennoch im Dienste des Ganzen. Sprachpflege betrachte ich deshalb in erster Linie als Aufforderung, mich selbst um die bestmögliche Form zu bemühen. Besserwisserei oder gar Verbote sind der Sache wenig dienlich.


Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 29.12.2008 um 12.04 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7477

Jede Analogie hat ihre Grenzen. Aber nicht umsonst spricht man von einem gepflegten Stil oder einer gepflegten Aussprache. Man könnte auch an die Körperpflege denken. Der Körper lebt auch ohne jede Pflege, aber es macht in ästhetischer und sozialer Hinsicht doch einen großen Unterschied, ob man sich reinigt, ob man das Haar ordentlich frisiert oder ein verfilztes Knäuel oben drauf hat. Im weiteren Sinn gehört auch die (gepflegte) Kleidung zur Pflege des Körpers. Eine ähnliche Wirkung hat es, wenn jemand sich um die treffende Formulierung bemüht, unverständliche Fremdwörter meidet, einer vulgären Sprache entsagt oder eine ordentliche Zeichensetzung in seinen Texten besorgt. Ich sehe da schon Parallelen zwischen Sprachpflege (die eigene Sprache pflegen) und zum Beispiel der Pflege eines Gartens oder der Köperpflege. Also ist innerhalb der Gesamtheit aller Sprech- und Schreibakte, die in einer Sprachgemeinschaft vorkommen, die Differenzierung möglich, daß es hier gute und dort weniger empfehlenswerte Sprech- und Schreibweisen zu beobachten gibt. Pflegen kann man natürlich nur die eigenen Sprech- und Schreibakte, und auch das nur begrenzt. Ich dusche mich selbst, ich dusche vielleicht meine kleinen Kinder, aber ich dusche nicht meinen Freund.

"Sprachpflege" wird oft so verstanden, als ob ein Sprachpfleger oder eine Gruppe von Sprachpflegern die Sprache der Gemeinschaft positiv beeinflussen könne, wolle, solle. Da kann man schon fragen, ob das nicht von vornherein ein vergebliches Ansinnen ist. Hier und da ein Problem wie die Anglizismen ins Bewußtsein bringen, ein Buch über guten Stil empfehlen, einen ironischen Preis für die schlechteste Formulierung ausloben und dergleichen ... Die Möglichkeiten sind schnell ausgeschöpft.


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 29.12.2008 um 11.37 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7476

Ein Garten ist ein Gegenstand, man kann ihn bearbeiten oder sich selbst überlassen usw. Aber was ist eine Sprache? Ich halte es mit Hermann Paul: eine Sprache ist die Gesamtheit der Sprechtätigkeiten, die wir tagtäglich vollziehen. Was gibt es da zu pflegen? Es gibt gute und schlechte Texte. Wir bemühen uns um gute und geben Ratschläge, wie man gute Texte hervorbringt (falls jemand das wirklich will).


Kommentar von Rominte van Thiel, verfaßt am 29.12.2008 um 11.36 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7475

Herr Wrase und Herr Achenbach haben das Wesentliche gesagt. Die Analogie von Herrn Wrase ist sehr schön. Man könnte auch eine Analogie zur Musik ziehen. Der Musikliebhaber wird auch niemanden, der falsch singt oder spielt, ins Gefängnis bringen oder das auch nur wollen, aber dennoch auf Mißtöne und Verzerrungen hinweisen, sei es im kleinen Kreis oder auch öffentlich. Kontroverse Thesen und Diskussionsbeiträge bei einer Tagung wären - wie ich es auch bei der NFG erlebt habe - keineswegs ausgeschlossen.
Und betreiben wir, die wir uns hier äußern, damit nicht auch Sprachkritik oder im weitesten Sinne auch Sprachpflege?
Was ist dann überhaupt mit allen, die sich in irgendeiner Weise mit der Sprache beschäftigt haben, z. B. Schopenhauer?
Sind die alle verdächtig?


Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 29.12.2008 um 06.07 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7474

Guten Tag, Herr Isleif,

Germanist schreibt sonst immer präzise und gibt nützliche Hinweise. Sein Beispiel (der Rechtspfleger) war unglücklich gewählt, weil der Recht und Gesetz bei ihm der Gegenstand der Pflege sind, während Sie doch fragten, ob die Pflege selbst etwas mit Regeln, Gesetzen, Verboten zu tun habe, wie es Ihr Beispiel des Verkehrspolizisten verdeutlicht. Die Verwendung des Normativen auf beiden Ebenen ist verwirrend.

Man kann sich an Analogien orientieren. Ein Sprachpfleger ist wie ein Gärtner. Die Pflanzen sind Natur, von selbst würde ein Urwald entstehen. Die pure Wildnis mutet nur auf den ersten Eindruck chaotisch an. Sie ist artenreicher, komplexer, sie enthält mehr Geschöpfe und Reichtümer als ein gepflegter Garten. Dem menschlichen Auge gefällt jedoch der gestaltete Garten meistens besser. Jedenfalls dann, wenn der Gärtner Nutzen aus dem Garten ziehen will, wenn er den Ertrag optimieren will, wird er Sorten auswählen und züchten, er wird Obst und Gemüse in übersichtlichen Reihen anordnen, er wird unbrauchbare Kräuter ausmerzen (auch wenn das oft wie eine vergebliche Mühe aussieht, denn das Störende wächst immer nach).

Die Problematik, die Sie ansprechen, besteht darin, daß jeder sich um seinen Garten kümmern, aber schwerlich anderen Vorschriften machen kann, was sie tun oder lassen sollen. Der Sprachpfleger wird sich um seine eigene Verständlichkeit mühen, aber andere nicht zwingen können, seinem Beispiel zu folgen, auch wenn er dies gern täte. Deshalb kann der Sprachpfleger nur Empfehlungen aussprechen, auf Probleme und mögliche Lösungen hinweisen, er kann für einen pfleglichen, einen bewußten und sinnvollen Umgang mit der Sprache werben. Es wird in erster Linie darum gehen, einige offensichtliche Auswüchse zurückzudämmen. Der Anblick eines verwahrlosten Gartens tut dem Pfleger in der Seele weh, er wird aufstöhnen und seinem Entsetzen hin und wieder öffentlich Luft machen.

Es gibt natürlich fanatische Gärtner, deren missionarisches Auftreten oder deren Pingeligkeit den Nachbarn auf die Nerven gehen. Es gibt aber auch kluge Gärtner, die ihre Hinweise sparsam und einleuchtend aussprechen. Man merkt ihnen an, daß ihre Ratschläge nicht aus der Angst vor dem Chaos, sondern aus der Liebe zur Schöpfung gespeist werden. Sie werden Zustimmung ernten und den einen oder anderen aktiven Anhänger gewinnen, aber natürlich nur wenige dazu bringen, sich mehr Mühe mit dem ihnen anvertrauten Gut zu geben. Sie wissen, daß sie vor allem mit guten Beispielen für ihr Anliegen werben können; es ist aber durchaus nützlich, daß sie sich zu Interessengemeinschaften zusammenschließen und ihre Stimmen bündeln.

Die meisten Hobbygärtner sind zufrieden, wenn es in ihrem eigenen Garten schön aussieht und wenn sie einige Gleichgesinnte gefunden haben, mit denen sie sich über ihre Erkenntnisse austauschen können.

Der Ruf nach dem Staat ist naheliegend, wenn es um das Schaffen von Ordnung geht, aber in diesem Fall natürlich unsinnig. Vielleicht könnte der Staat dieses oder jedes Verbot aufstellen, aber die Leute mögen es nicht, wenn man in ihren Vorgarten hineinregiert. Sie würden mit demonstrativer Mißachtung reagieren. Nur Fanatiker glauben, die Sprache sei beim Staat in der besten Obhut. Im Moment üben die Kultusminister ein solches fanatisches Regiment aus. Ihre Anordnungen haben überall lange Befehlsketten ausgelöst. Aber der lustlose Umgang mit der staatlich verordneten Reformschreibung macht deutlich, daß ihr keine große Zukunft beschieden ist. Was niemand liebt, wird auf Dauer verkümmern.


Kommentar von Karl-Heinz Isleif, verfaßt am 28.12.2008 um 11.36 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7473

Aha. Wir brauchen den Staat, sonst funktioniert unsere Sprache nicht.


Kommentar von Germanist, verfaßt am 28.12.2008 um 11.11 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7472

Bildet man eine Analogie zum Rechtspfleger, dann hat der Sprachpfleger Vorschriften und Gesetze anzuwenden und auszuführen. Eine Rechtsprechung oder die Änderung von Vorschriften steht ihm nicht zu. Solche Leute braucht der Staat, um zu funktionieren.


Kommentar von Karl-Heinz Isleif, verfaßt am 28.12.2008 um 09.58 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7471

Sprachpfleger

Weil Frau Pfeiffer-Stolz das Wort gerade in Anführungszeichen aufgegriffen hat, und weil die Obstlieferanten es sich ebenfalls auf die Fahnen geschrieben haben, hake ich vorsichtig nach: Was ist eigentlich ein Sprachpfleger? (Nicht einmal der schiergar übermächtige Herr Riebe konnte mir das damals auf Anfrage erklären.)

Was ein Schriftsteller ist, weiß ich. Auch an Dichter, Journalist, Übersetzer, Korrektor, Deutschlehrer, Sprachwissenschaftler, Germanist usw. verschwende ich keine Grübelpause. Aber was tut ein Sprachpfleger? Welche Qualifikation hat er, braucht er? Wessen Sprache pflegt er? Die ganze langue oder (seine, meine) parole? Wie denn? Sitzt er im Kämmerlein mit ernster Miene und verbessert verbissen und unaufgefordert, was andere geschrieben haben? Freut er sich und hat ein Erfolgserlebnis wie ein Polizist an der Kreuzung, wenn er merkt, daß jemand die Regeln mißachtet hat? Oder muß man sich einen Pfleger in der Sprache etwa so vorstellen wie einen Kritiker in der Musik, der sich mit “punktgenau”, “energischem Zugriff” und ähnlich nichtssagenden Floskeln aufplustert, weil er verstecken muß, daß er unmusikalisch ist (frei nach Georg Kreisler)?

Manche teuer klingenden Wörter treffen genau ins Schwarze meines Mißtrauens.


Kommentar von Karin Pfeiffer-Stolz, verfaßt am 28.12.2008 um 08.46 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7470

Niedergang von Sprache und Bildung

Der Niedergang der Sprache ist überall spürbar. Schritte, wie sie zum Zwecke von „Schutz“ oder „Pflege“ der deutschen Sprache unternommen werden, sind meines Erachtens ein Ausdruck der Not und Hilflosigkeit, womit ich keine Wertung vornehmen möchte. Die Wurzeln des Verfalls sind weitverzweigt. Willenskundgebungen oder gar Gesetze können die unheilvolle Entwicklung nicht aufhalten.

Ich mache mir oft Gedanken darüber, ob der fortschrittliche Unterricht an den staatlichen Schulen nicht maßgeblich mitverursachend wirkt, oder ob die traurigen Ergebnisse Folgeerscheinungen sind. Wo liegen die eigentlichen Ursachen? Wahrscheinlich ist eine Verquickung von Ursachen und Wirkungen am Werk, so daß am Ende nicht klar ist, wo das Übel seinen Ausgang genommen hat.

Dazu eine Beobachtung, die ich seit Jahren mache. Ich bekomme in sporadischen Abständen Post von Schulklassen. Die Kinder schreiben unter Anleitung der Lehrperson kleine Geschichten, angeregt durch Lektüre aus unserem Verlag. Nun erhielt ich vor Weihnachten gleich zweimal Post: aus der Schweiz und aus Nordrhein-Westfalen. Im Umschlag aus der Schweiz befanden sich sauber geschriebene Briefe, sorgfältig redigiert, fast fehlerfrei, formalästhetisch unter Beachtung der Höflichkeitsregeln aufgesetzt. Die Lektüre war ein Vergnügen.

Die Kinderbriefe aus Hessen waren von der Lehrperson aufwendig gebunden. Die Lektüre aber stellte sich als quälend heraus, und das nicht nur wegen der schlecht lesbaren Kopierqualität. Da war einerseits der durchgängig dürftige, ja entsetzliche Inhalt: das gesamte Spektrum der modernen Passivmentalität breitete sich vor dem Leser aus: Achtjährige, deren Denkgewohnheiten sich bereits auf Glotzen, Saufen und Fressen, auf Ärgern, Zertrampeln, Totschlagen und leeres Partygetöse eingependelt haben – obwohl die Lektüre ein phantasievolles Märchen vorstellte. Geradezu beschämend sind die äußere Form und die Rechtschreibung. Und hier ist klar: so lange an Schulen die „moderne“ Lehrmethode vorherrscht, nach der Kindern von Beginn an keine richtige Schreibweise beigebracht wird, wo Eltern „verboten“ wird, die kreativen Schreibweisen der Kinder zu korrigieren, wo die I-Dötzchen dazu ermutigt werden, draufloszuschreiben und zu tun, wozu sie doch noch gar nicht in der Lage sind, da wird die Abwärtsspirale der Sprache nicht nur bedient, sondern zusätzlich beschleunigt. Schreiben und Denken hängen zusammen! Unsere Kultur ist eine Schriftkultur und ohne hohes Niveau auch bei der Masse des Volkes nicht aufrechtzuerhalten!

Deutschland steht offenbar, was den Zerfall dieser kulturellen Grundmauern betrifft, an der Spitze. Der Zufall wollte es, daß ich zwei Briefe an einem einzigen Tag erhielt. Der Vergleich fiel für die deutsche Schulklasse vernichtend aus. Die Gegenüberstellung hätte nicht drastischer ausfallen können.


Kommentar von Rominte van Thiel, verfaßt am 27.12.2008 um 11.27 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7469

Es gibt eine traditionelle und eine "Reform"version. Kann man oben rechts auswählen.


Kommentar von Hans-Jürgen Martin, verfaßt am 27.12.2008 um 09.43 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7468

Zu Frederick Weyfeld: Bei der "Neuen Fruchtbringenden Gesellschaft" irritiert mich weniger der Name (bei Namen politischer Parteien und anderer politischer Organisationen hätte ich mehr Grund dazu) als vielmehr die Rechtschreibung:

Auf der Seite "Über uns" lese ich: "[...] um ein Bewusstsein für den Wert der deutschen Sprache und ihrer Ausdrucksfähigkeit zu schaffen". In der "Köthener Erklärung" lese ich "im Bewußtsein um den Wert einer jeden Muttersprache" und in der Satzung "Schluß" und "Ausschluß".

Vielleicht sind da ja nur zwei Redakteure am Werke, die sich noch absprechen müssen.


Kommentar von Germanist, verfaßt am 25.12.2008 um 18.13 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7467

Ich fordere, die englischen Aufschriften bei Bahn und Post durch zweisprachige für die nur deutschsprachige Minderheit zu ergänzen. (Art. 3 GG: Niemand darf wegen seiner Sprache benachteiligt werden.)


Kommentar von Urs Bärlein, verfaßt am 25.12.2008 um 15.43 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7466

Die Frage nach einem Fremdsprachenverbot in der Werbung hat mich zunächst auch irritiert. Beim zweiten Hinschauen stellt man jedoch fest, daß es um eine "Schaudebatte" mit einem universitären Debattierclub ging. Vielleicht sind wir ja inzwischen politisch so korrekt, daß wir nicht nur bestimmte Antworten von vornherein ausschließen, sondern schon die Frage danach. Der Vorwurf einer "reaktionären" (oder jedenfalls beschränkten) Sichtweise fiele dann auf denjenigen zurück, der ihn den Veranstaltern gegenüber erhebt.

Störend finde ich vielmehr bei manchen Mitgliedern den Gestus des Sprachschützers. Dieser ist mir genauso unsympathisch wie der Kinder- oder der Tierschützer, und zwar nicht deshalb, weil ich etwas gegen Kinder oder Tiere hätte, sondern weil, wer Schutz anbietet, immer auch Gehorsam fordern wird (Hobbes).

Dennoch scheint mir die Gründung einer Dachorganisation von Sprachvereinen außerhalb des Deutschen Sprachrates ein erfreulicher Ansatz. Andernfalls haben sie nur die Wahl, entweder dort Anschluß zu suchen oder öffentlich nicht zu existieren.


Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 25.12.2008 um 09.00 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7465

Ich weise darauf hin, daß es sich bei der Frage, ob Fremdsprachen in der Werbung verboten werden sollten, um eine Frage handelt und nicht um eine Forderung. Außerdem: Die Zuspitzung ist ein legitimes und wirksames Mittel, für ein ansonsten nicht weltbewegendes Thema Aufmerksamkeit zu wecken.

Stellen Sie sich vor, der Nachrichtenkanal Bayern 5 aktuell hätte das Motto (man nennt das in der Werbung "Claim"): "In fifteen minutes the world can change." Hätten Sie da nicht das Gefühl, daß da eine Fehlentwicklung stattfindet – warum nicht auf deutsch? Der Claim lautet übrigens: "In 15 Minuten kann sich die Welt verändern."

Solche englischen Claims sind bei deutschen Unternehmen bekanntlich verbreitet. Also wird man doch mal fragen dürfen. Dahinter steht m. E. die durchaus realistische Überlegung: Wenn wir die Fremdsprachen in der Werbung loswerden wollen, ginge das wohl nur über ein Verbot; daß dieses Verbot seinerseits unrealistisch ist, bestreite ich nicht. Welche Weisheit der Verfasser oder der Redner unter dem provokanten Titel vorträgt, das müßte man sich erst einmal ansehen, bevor man über ihn urteilt; ich habe es nicht getan.


Kommentar von Karl-Heinz Isleif, verfaßt am 25.12.2008 um 06.21 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7464

Sehr geehrter Herr Achenbach,

Wenn jemand mit den Nachbarn zusammen kämpft, gegen wen tut er das, wenn nicht gegen Feinde?

Wörter verbieten (!) zu wollen, ist ein Ausdruck diktatorischer Gesinnung. Rhetorisch kann die Frage nicht gemeint sein, denn die Alternative (ja) wird außerhalb reaktionärer 'Kreise' nirgendwo wahrgenommen. Ich bin es darum, der um Antwort fragt: Ein Verbot muß man versuchen durchzusetzen, sonst ist es sinnlos. Welche Strafen hält der Verfasser also für angemessen?

KHI


Kommentar von Klaus Achenbach, verfaßt am 25.12.2008 um 01.03 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7463

Sehr geehrter Herr Weyfeld,
die fragliche Gesellschaft wendet sich mit ihrer Namenswahl an ein gebildetes Publikum, dem die Anknüpfung an die Anfang des 17. Jahrhunderts gegründete Gesellschaft sofort klar ist.
Das mag unklug sein, wenn die Gesellschaft, wie man vermuten darf, auch eine Breitenwirkung entfalten möchte.
Andererseits ist es ein nicht selten in der Werbung genutztes Mittel, durch ungewöhnliche, ja rätselhafte Ausdrücke die Neugier und damit die Aufmerksamkeit des Publikums zu wecken.

Sehr geehrter Herr Isleif,
haben Sie die Beiträge oder nur die Überschriften gelesen? Wenn jemand einen gemeinsamen Kampf mit "unseren Nachbarn" ins Auge faßt, wie kann er glauben, "von Feinden umgeben" zu sein?
Was ist denn die Antwort auf die rhetorisch-provokative Frage nach einer Strafbarkeit von "Fremdsprachen in der Werbung"?

Lieber Germanist,
ich schließe mich Ihren Wünschen an, meine allerdings, daß man vier oder fünf Gänge nicht ausschließen sollte. Nur drei Gänge wäre ja schon etwas popelig.


Kommentar von Germanist, verfaßt am 24.12.2008 um 12.43 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7462

Jedenfalls wünsche ich allen Mitstreitern zum Weihnachtsfest eine wohlschmeckende Festplatte mit drei oder vier Gängen.


Kommentar von Frederick Weyfeld, verfaßt am 23.12.2008 um 22.09 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7461

Ob der Name, den ich am ehesten mit einem Karnevalsverein assoziiere, neu oder alt ist, ist ja unerheblich.


Kommentar von Karl-Heinz Isleif, verfaßt am 23.12.2008 um 22.06 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7460

Themen der 'Gesellschaft':

" Dr. Kurt Gawlitta, Berlin, „Unsere Nachbarn – unsere Sprachen:
Ist ein gemeinsamer Kampf möglich?“

Aha. Kämpfen. Wir sind offenbar umzingelt von Feinden.


„Soll die Verwendung von Fremdsprachen in der Werbung verboten werden?“

Das Mindeststrafmaß bei Zuwiderhandlung beträgt zwei Jahre (Gefängnis natürlich).

Saubere Gesellschaft.

KHI


Kommentar von RvT, verfaßt am 23.12.2008 um 18.43 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7459

Wenn Sie in obigem Text "Veranstaltungen" anklicken, gelangen Sie zur Neuen Fruchtbringenden Gesellschaft, dort können Sie bei "Über uns" lesen, daß dieser Name historisch bedingt ist, weil er auf die damalige Fruchtbringende Gesellschaft zurückgeht und keineswegs neu erfunden wurde.


Kommentar von Frederick Weyfeld, verfaßt am 23.12.2008 um 17.50 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=610#7458

Sollte eine Organisation, so sie ernst genommen werden möchte, nicht zuallererst einen seriös klingenden Namen haben? So wie z.B. die "Forschungsgruppe Deutsche Sprache"?

Den Namen "Neue Fruchtbringende Gesellschaft" assoziiere ich spontan mit einer Art Karnevalsverein...



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Mitglieder des Beirats: Herbert E. Brekle, Dieter Borchmeyer, Friedrich Forssman, Theodor Ickler, Michael Klett, Werner von Koppenfels, Hans Krieger, Burkhart Kroeber, Reiner Kunze, Horst H. Munske, Adolf Muschg, Sten Nadolny, Bernd Rüthers, Albert von Schirnding, Christian Stetter.

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