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22.07.2008
 

Chefredaktoren unterstützen die Empfehlungen der SOK

Die Konferenz der Chefredaktoren der Schweizer Print- und elektronischen Medien unterstützt die Empfehlungen der Schweizer Orthographischen Konferenz, die eine konsequente Verbesserung der missglückten Reform anstreben.

Auf der gleichen Linie liegt der Verband Schweizer Presse, der ein koordiniertes Vorgehen der Verlage mit der SDA befürwortet. Am Verlegerkongress vom 11./12. September 2008 in Montreux wird der Präsident Hanspeter Lebrument die SOK-Empfehlungen ins Programm aufnehmen. Die Empfehlungen bereits umgesetzt haben die SDA, das „St. Galler Tagblatt“, die „Schweizer Monatshefte“ und mit geringfügigen Abweichungen die NZZ.

(Redaktionelle Anmerkung: Es ist nicht richtig, daß die NZZ die Empfehlungen der SOK „umgesetzt“ hat. Vielmehr stimmen die Empfehlungen der SOK im Grundsatz mit der Hausorthographie der NZZ überein. Der Chefkorrektor der NZZ, Herr Stephan Dové, ist Mitglied der Arbeitsgruppe der SOK. Zudem vertritt er im Rat für Rechtschreibung den Verband der Schweizer Presse [VSP].
Nachtrag: Mittlerweile wurde die Erklärung der Chefredaktoren auf www.chefredaktoren.ch entsprechend korrigiert.)


Link: http://www.chefredaktoren.ch/


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Kommentare zu »Chefredaktoren unterstützen die Empfehlungen der SOK«
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Kommentar von Germanist, verfaßt am 20.09.2008 um 12.24 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=594#7362

Nicht nur die öffentliche Kritik an der Rechtschreibreform, sondern jetzt auch die Schweizer Rechtschreibempfehlungen scheinen von oben zu Tabu-Themen erklärt worden zu sein. Weil man sie nicht widerlegen oder als Spinnerei abtun kann, werden sie öffentlich totgeschwiegen.


Kommentar von Markus Majewski, verfaßt am 20.09.2008 um 00.45 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=594#7361

Die Erklärung der SOK gibt mir Hoffnung in einer hoffnungslosen Rechtschreibwelt. In Deutschland hat niemand den Mut, dergleichen zu äußern, ganz im Gegenteil: wir mußten uns unlängst anhören – war es in der SZ oder in welchem gleichgeschaltetem Scheißblatt auch immer, sie sind ja alle austauschbar – die NDR sei keine "Schlechtschreibreform", sondern ganz im Gegenteil eine "Besserschreibfreform". Es ist nämlich um Lichtjahre besser, "gestern Abend" dem "26-Tonner" "kurz entschlossen" knapp entronnen zu sein und bei der Gelegenheit auch noch alle Kommata wegzulassen, als ausnahmsweise einmal einen vernünftigen deutschen Satz hinzulegen. Fortschritt durch Rückschritt oder so. Daß die Mehrheit der Deutschen diesem Thema gleichgültig gegenübersteht, ärgert mich nicht. Daß führende Journalisten sich aber mit fadenscheinigen Argumenten "umpolen" lassen, läßt mich doch an der deutschen Presse zweifeln. Den Pragmatiker interessiert das Ergebnis: Grundschülern wird heute der größte Humbug seit Willem Zwo beigebracht, Kommakompetenz wird nur noch von Abiturienten erwartet, und auch die versagen kläglich. Guten Morgen.


Kommentar von Red., verfaßt am 19.09.2008 um 00.49 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=594#7360

Die Chefredaktoren begründen ihre Empfehlung wie folgt (http://www.sok.ch/files/aktuelles/Empfehlung_CRK.pdf):

„An die Rechtschreibung werden zwei Kernansprüche gestellt: Einheitlichkeit und Sprachrichtigkeit. Für Printmedien kommt ein sehr wichtiger dritter hinzu: Lesefreundlichkeit. Unseren Lesern den Zugang zu den Texten zu erleichtern, ist uns wichtiger als Erleichterungen für Wenigschreiber.

Die sogenannte neue Rechtschreibung gewährleistet trotz vieler Verbesserungsversuche auch in ihrem zwölften Jahr Lesefreundlichkeit, Sprachrichtigkeit und Einheitlichkeit nicht. Einheitlichkeit ist angesichts der um ein Vielfaches vermehrten Varianten nicht mehr gegeben, und die Sprachrichtigkeit wird durch die Aufgabe der Unterscheidungsschreibung (wohl bekannt/wohlbekannt, Handvoll/Hand voll, naheliegend/nahe liegend), durch volksetymologische, also falsche Herleitungen (belämmert, gräulich, Tollpatsch) sowie die antiquierte Grossschreibung von Nichtsubstantiven (im Voraus, jedes Mal, nicht im Geringsten) verletzt. Entscheidend für uns ist, dass darunter die Lesefreundlichkeit leidet: Der Leser wird vor Rätsel gestellt oder irregeführt, seine Aufmerksamkeit wird auf Nebensächliches gelenkt, aufgrund der vermehrten Varianten findet er Gleiches immer wieder unterschiedlich geschrieben.

[. . .]“


Kommentar von Red., verfaßt am 29.07.2008 um 16.39 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=594#7088

"Es ist keine Frage, daß das Regelwerk des Rates für Rechtschreibung sehr verbesserungsbedürftig ist. Daher sind die Initiativen der Schweizer Orthographischen Konferenz (SOK) jetzt gerade das Richtige. Der Weg, den sie einschlägt, wird insbesondere den Schulen helfen, mehr Sicherheit im aktuellen Durcheinander zu gewinnen."

(Michael Klett, Verleger und Mitglied im Beirat der Forschungsgruppe Deutsche Sprache, anläßlich der Jahrestagung der FDS in Stuttgart)



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