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Nachrichten rund um die Rechtschreibreform

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31.07.2007
 

Dankwart Guratzsch
Ein Wirrwarr wie im 19. Jahrhundert

Nach einem Jahr „Pause“ in Sachen Rechtschreibreform werden Schüler, Lehrer, Ämter und Zeitungsleser von heute an erneut mit „neuen“ oder „neu verbindlichen“ Schreibweisen konfrontiert.

Eine Auswahl präsentiert Die Welt.



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Kommentare zu »Ein Wirrwarr wie im 19. Jahrhundert«
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Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 01.05.2015 um 06.48 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#10072

Thomas Steinfelds Neuübersetzung von "Nils Holgersson" (die erste wirklich vollständige) ist in klassischer Rechtschreibung erschienen. Bemerkenswert auch, daß Steinfeld sich bei Amazon auf einen Dialog mit Lesern einläßt.


Kommentar von Bernhard Strowitzki, verfaßt am 09.05.2014 um 14.15 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#9928

Vermutlich wohl von der Rechtschreibreform des Jahres 2006, die das Schriftliche dem näherbrachte, was man in Wirklichkeit ausdrücken will, und damit so manche Mängel der bis dahin gültigen Schreibweisen beseitigte – oder so?


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 09.05.2014 um 06.47 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#9927

„Veränderung ist nicht nur möglich sondern der Normalzustand: Allein von 2000 bis 2010 hatten sich 10.000 neue Wörter soweit verbreitet, dass sogar die Dudenredaktion sie aufnahm. Zur selben Zeit vollzog sich erfolgreich eine Rechtschreibreform, die schriftlichen und Ausdruck aneinander näherbrachte.“
(Malte Daniljuk in Neues Deutschland 9.5.14)

Selbst wenn der Satz grammatisch vollständig wäre, wüßte man nicht, wovon der Mann spricht.


Kommentar von Germanist, verfaßt am 08.12.2007 um 19.00 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6253

In der Schweiz herrscht noch keine Friedhofsruhe in den Fragen der Rechtschreibreform, auch wenn Herr Zehetmair das nicht zur Kenntnis nehmen will. Auch wenn die meisten Deutschen von diesem Streit ermüdet sind, ermutigen wir die tapferen Schweizer, keine Ruhe zu geben! Auch wenn die deutschen Zeitungen das ignorieren. Die Groß- und Kleinschreibung ist noch nicht korrigiert!


Kommentar von Wolfram Metz, verfaßt am 08.12.2007 um 16.48 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6252

"Es gibt so gut wie keine Unruhe mehr", sagt Hans Zehetmair …
Eine sehr bezeichnende Wortwahl.

Ob man sich für das kleine "du" oder das große "Du" in der Anrede entscheidet, bleibt dem Briefeschreiber überlassen.
Ja natürlich, wem denn sonst?

Für Eckinger, der als Vertreter der deutschen Lehrerorganisationen im Rechtschreibrat sitzt, verläuft die Umsetzung "ohne Probleme". Die Verunsicherung von Schülern, Eltern und Lehrern gehörten der Vergangenheit an.
Und wovon träumt der Herr nachts?

Ein wenig anders sieht es der Philologenverband, in dem zumeist die Gymnasiallehrer organisiert sind. Die Rechtschreibreform habe nicht zu weniger Fehlern geführt, meint dessen Vorsitzender Heinz-Peter Meidinger: "Die Hauptfehlerquellen sind weiter die Groß- und Kleinschreibung sowie die Dehnung und Schärfung von Vokalen." Allerdings räumt er ein, dass 95 Prozent der Fehler gar nicht in Bereichen gemacht würden, in denen es Änderungen gegeben habe.
Wieso wird hier „allerdings“ etwas „eingeräumt“? Im Gegenteil. Daß diese Fehlerquellen völlig außer acht gelassen wurden, ist doch eines der schlagendsten Argumente gegen die Reform!

Anders als vor zehn Jahren beschäftigt die Rechtschreibreform den Mannheimer Dudenverlag kaum noch. "Die Reform ist für die meisten Menschen längst Alltag geworden", sagt Pressesprecherin Angelika Böhm. Zwar würden sich nach wie vor viele Anrufer in Zweifelsfällen der Rechtschreibung und Grammatik an den Verlag wenden, doch gezielte Anfragen zur Reform "gibt es faktisch keine mehr".
Natürlich nicht! Wenn ich morgen dort anrufe und frage, ob man nun „leer stehend“ oder „leerstehend“ schreibt, ist das vielleicht eine Frage zur Rechtschreibung, aber keine gezielte „Anfrage zur Reform“.

In einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) geht der Vorsitzende des bis zum Jahr 2010 bestellten Rechtschreibrates, Hans Zehetmair, davon aus, "dass die Sprache und die Schreibgewohnheiten eine Antwort darauf geben, welche Schreibweise sich durchsetzt".
Sprache und Schreibgewohnheiten hatte diese Antwort vor 1996 längst gegeben.

"Als ich in die Schule ging, habe ich mir ein Paar Skier geleistet; heute schreibe ich natürlich auch Schi."
Köstlich. Da hat sich wohl wieder mal sein Ur|in|s|tinkt gemeldet.

"An die Rechtschreibreform geht die nächsten 20 bis 50 Jahre niemand mehr ran", prophezeit Lehrer-Funktionär Meidinger. "Da hat man sich nur die Finger verbrannt."
Das klingt nicht gerade, als wäre er über den Status quo glücklich. Vielleicht sollten die Verantwortlichen ihren Mut zusammennehmen und die Sache in Ordnung bringen. Wir werden sie gewiß nicht steinigen.


Kommentar von Mannheimer Morgen vom 1. August 2007, verfaßt am 08.12.2007 um 14.23 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6251

Im Biologie-Unterricht äst jetzt nur noch die Gämse
An den Schulen wird die Rechtschreibreform verbindlich / Lehrerverbände ziehen durchwachsene Bilanz der Übergangsfrist

Von unserem Redaktionsmitglied Michael Schröder

Um die Rechtschreibreform ist es still geworden. Ihre schärfsten Gegner wurden kaltgestellt (zusammengeschrieben). Dass man den Pudding über Nacht nur auseinandergeschrieben kalt stellen darf, wird sich allmählich herumsprechen. Die hitzigen Debatten gehören der Vergangenheit an. "Es gibt so gut wie keine Unruhe mehr", sagt Hans Zehetmair, Vorsitzender des Rates für deutsche Rechtschreibung. Der Rat war im Dezember 2004 nach heftigen Protesten zur Überarbeitung des Regelwerks ins Leben gerufen worden.

Zwar wurden die geänderten Regelungen der Rechtschreibreform vor einem Jahr, am 1. August 2006, einheitlich in allen Bundesländern amtlich. Doch an den Schulen sind die neuen Schreibweisen erst ab heute endgültig: Die einjährige Übergangsfrist, mit der die Umsetzung dort abgefedert werden sollte, ist abgelaufen. Pennäler, die die neuen Regeln falsch anwenden, bekommen dies vom Schuljahr 2007/08 an als Fehler angerechnet. Nur die alpenländischen Schüler können sich noch etwas Zeit lassen: In Österreich dauert die Übergangszeit ein Jahr länger, in der Schweiz sogar zwei.

Kaum eine andere Reform war so umstritten. 1996 hatte eine Expertenkommission sie bereits als eigentlich beschlossene Sache präsentiert. 1998 trat die Reform offiziell mit einer Übergangsregelung in Kraft, nach der alte und neue Schreibweisen benutzt werden konnten. Doch die Kritik an ihr riss nicht mehr ab. Für die meisten Bundesbürger war sie so überflüssig wie ein Kropf, Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff nannte sie ein "Fiasko". Im vergangenen Jahr schließlich wurden die problematischsten Neuerungen nach Empfehlungen des Rechtschreibrates geändert und teilweise die alten Schreibweisen wieder eingeführt.

Mit der Reform der Reform dürfen "so genannt" und "allein erziehend" wieder in einem Wort geschrieben werden. Ob man sich für das kleine "du" oder das große "Du" in der Anrede entscheidet, bleibt dem Briefeschreiber überlassen. Vorgeschrieben dagegen ist das Komma wie schon früher bei Nebensätzen mit "um zu": "Sie öffnete das Fenster, um frische Luft hereinzulassen." Abgeschafft wurde die kurios anmutende Trennung "A-bend" .

Die Reaktionen in den Schulen fallen unterschiedlich aus. So berichtet etwa der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Ludwig Eckinger, von "positiven Rückmeldungen" in der Übergangsfrist. Für Eckinger, der als Vertreter der deutschen Lehrerorganisationen im Rechtschreibrat sitzt, verläuft die Umsetzung "ohne Probleme". Die Verunsicherung von Schülern, Eltern und Lehrern gehörten der Vergangenheit an. Ein wenig anders sieht es der Philologenverband, in dem zumeist die Gymnasiallehrer organisiert sind. Die Rechtschreibreform habe nicht zu weniger Fehlern geführt, meint dessen Vorsitzender Heinz-Peter Meidinger: "Die Hauptfehlerquellen sind weiter die Groß- und Kleinschreibung sowie die Dehnung und Schärfung von Vokalen." Allerdings räumt er ein, dass 95 Prozent der Fehler gar nicht in Bereichen gemacht würden, in denen es Änderungen gegeben habe.

Anders als vor zehn Jahren beschäftigt die Rechtschreibreform den Mannheimer Dudenverlag kaum noch. "Die Reform ist für die meisten Menschen längst Alltag geworden", sagt Pressesprecherin Angelika Böhm. Zwar würden sich nach wie vor viele Anrufer in Zweifelsfällen der Rechtschreibung und Grammatik an den Verlag wenden, doch gezielte Anfragen zur Reform "gibt es faktisch keine mehr". Der Duden steht seit 52 Wochen auf der Sachbuch-Bestsellerliste von Media Control. Seit ihrem Erscheinen im Juli 2006 ist die 24. Auflage gut über eine Million Mal verkauft worden.

In einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) geht der Vorsitzende des bis zum Jahr 2010 bestellten Rechtschreibrates, Hans Zehetmair, davon aus, "dass die Sprache und die Schreibgewohnheiten eine Antwort darauf geben, welche Schreibweise sich durchsetzt". Zu den neuen Schreibweisen seien politische Beschlüsse nicht unbedingt notwendig, sagt der frühere bayerische Kultusminister. Ob "Gämse" (neu) oder "Gemse" (alt), ob "Frisör" (neu) oder "Friseur" (alt) - es werde sich herausstellen, was sich langfristig durchsetze. Zehetmair: "Als ich in die Schule ging, habe ich mir ein Paar Skier geleistet; heute schreibe ich natürlich auch Schi."

Für die Schüler und Studenten herrscht jetzt zumindest Klarheit, die Unsicherheiten wurden beseitigt. Dass sich an den Änderungen noch etwas ändern wird, ist kaum anzunehmen. "An die Rechtschreibreform geht die nächsten 20 bis 50 Jahre niemand mehr ran", prophezeit Lehrer-Funktionär Meidinger. "Da hat man sich nur die Finger verbrannt."


Kommentar von Jan-Martin Wagner, verfaßt am 08.09.2007 um 12.44 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6194

Es ist doch in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert, daß in der SZ der Leserbrief von Herrn Zotz abgedruckt wurde (s. u. #6185). Zum einen finde ich es befremdlich, daß die SZ jemandem so schlecht Informierten Raum gibt; das sollte doch unter ihrem Niveau sein. Hätte man da nichts Besseres auswählen können? Aber gerade deshalb ist es zum anderen ermutigend: Wenn diese Pro-Reform-Wortmeldung repräsentativ ist und, da zum Abdruck ausgewählt, für das beste gehalten werden kann, was an Zuschriften dieses Tenors eingegangen ist, haben die Befürworter offenbar kaum noch etwas zu bieten, das einer ernsthaften Kritik standhalten könnte.


Kommentar von Christoph Schatte, verfaßt am 27.08.2007 um 18.21 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6187

Wolfgang A. Zotz, Weinheim, zeigt mit seinem Text, daß er vordem kaum etwes zum nunmehr zehnjährigen Reformgewerkel gelesen hat.
Hans Kriegers Buch "Der Rechtschreibschwindel" zum "Reformtheater", das dessen in der Bayerischen Staatszeitung ab 1971 publizierten Beiträge enthält, ist W.A. Zotz ebenfalls unbekannt. Daraus erklärt sich das Geständnis schon im Titel: "Rechtschreibreform besser als ihr Ruf". Freilich ist Ruf der Reform aus guten Gründen unter aller Kanone, obwohl er nur ziemlich unter aller Kanone ist. Bleiben wir also sensibel!


Kommentar von Süddeutsche Zeitung, 25./26. 8. 2007 (Leserbriefe), verfaßt am 27.08.2007 um 17.43 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6186

Auch für Profis unüberschaubar

Neue Orthographie: Gräuliche Stängel / SZ vom 1. August

Es ist verdienstvoll, dass Thomas Steinfeld noch einmal an die unbewältigten Folgen der Rechtschreibreform erinnert. Die Fehler, die die Nachrichtenanalyse enthält, belegen, wie heillos die Verwirrung und wie unüberschaubar die neue Orthographie sogar für Profi-Schreiber ist. Die Schreibung „heute Früh“ etwa ist keineswegs verbindlich; auch „heute früh“ bleibt zulässig und wird vom Duden durch Gelbmarkierung als empfehlenswert gekennzeichnet. Dass der Duden in zahllosen anderen Fällen die vom Rechtschreibrat als Variante wieder zugelassenen herkömmliche Schreibung (etwa „notleidend“) ausdrücklich verwirft, hätte nicht unerwähnt bleiben dürfen.

Es ist ein kulturpolitischer Skandal, dass der ohnehin halbherzige Versuch des Rechtschreibrates, die Sprachvernunft wiederherzustellen, von der Redaktion des führenden Rechtschreibwörterbuchs sabotiert werden darf. Wer Klarheit und zweckmäßige Schreibungen will, muss verlangen, dass die jüngste Duden-Ausgabe schleunigst aus dem Verkehr gezogen wird. Ein wahrhaft unabhängiges Gremium aber sollte die vorzeitig abgebrochene Arbeit des Rechtschreibrates zu Ende führen und den verbliebenen Sprachunfug tilgen, den das „bürokratische Wahngebilde“ hinterlassen hat. Von alleine wird das Chaos sich schon deshalb nicht klären, weil die „Reform“ auch das ruiniert hat, was man früher einmal Sprachgefühl nannte.

Hans Krieger, München


Leider sieht Thomas Steinfeld die kommende Entwicklung zu optimistisch. Er meint, dass eines Tages nur noch die „ss“-Schreibung an das „bürokratische Wahngebilde“ Rechtschreibreform erinnern werde. Aber woher sollen noch weitere Rückbildungen kommen? Der Rechtschreibrat wurde aufgelöst, ehe notwendige weitere Regeln geprüft werden konnten. Die Nachrichtenagenturen und die großen Zeitungsverlage haben sich im vergangenen Jahr notgedrungen auf den „kleinstmöglichen“ Unsinn geeinigt. Und die Leser nehmen verbittert den jetzigen Zustand zur Kenntnis. Wer soll also weitere Änderungen in die Wege leiten?

Uta Hoßfeld, München


Kommentar von Süddeutsche Zeitung, 25./26. 8. 2007 (Leserbriefe), verfaßt am 27.08.2007 um 17.34 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6185

Rechtschreibreform besser als ihr Ruf

Gräuliche Stängel / SZ vom 1. August

Ich frage mich, warum Thomas Steinfeld so herausgehoben auf Seite 1 der SZ seinen offensichtlichen Ärger über die Rechtschreibreform kundtun darf. Steinfeld trauert „lauter vernünftigen und viele Jahrzehnte gebräuchlichen Schreibweisen“ nach. Wie „vernünftig“ waren denn Schreibweisen wie: Elefant (einst Elephant) – aber Delphin? Einer Person Herr werden – einer Person feind sein? Der Schwarze Kontinent – der blaue Planet? Als Ganzes gesehen – im ganzen gesehen? Beim Bisherigen bleiben – beim alten bleiben? Auto fahren – radfahren – ich fahre Rad? Rein halten – sauberhalten? Bummeln gehen – spazierengehen? Die Beispiele ließen sich fortsetzen.

Was meint der Autor mit „heute Früh – seit heute früh verbindlich“? Richtig ist doch: entweder „heute Früh“ oder „heute früh“. Beides gilt als richtig. Will er damit „unbedarfte“ Leser verwirren – im Stile der oft einseitigen Kritik seit 1998?

Zur Überschrift der Nachrichtenanalyse: Die „Gämse“ hat sich totgelaufen, jetzt muss wohl die täglich zu schreibende Wortgruppe „gräulicher Stängel“ herhalten, um das scheinbar „bürokratische Wahngebilde“ zu belächeln.

Ob es Steinfeld gefällt oder nicht: Wir haben die neue Rechtschreibung. Und die ist besser als ihr Ruf. Zumindest Eltern mit schulpflichtigen Kindern kommen überwiegend zu dieser Erkenntnis.

Wolfgang A. Zotz, Weinheim


Kommentar von stefan strasser, verfaßt am 23.08.2007 um 20.43 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6182

Aus Schmachthagens Lektionen (5):

»a) Der Lehrer muss sich mit der Frage auseinandersetzen, ob er die schwatzenden Schüler auseinander setzen soll.

a) gibt die Schreibweise wieder, wie sie nach der alten Norm bis 1998 richtig war: Getrennt vom folgenden Verb schrieb man das Adverb in der Bedeutung "räumlich oder zeitlich auseinander": die Schüler auseinandersetzen. Zusammen schrieb man, wenn es sich um einen Verbzusatz handelte: mit der Frage auseinandersetzen (die Frage erörtern). Man musste den Satz und Sinn kennen, um die Schreibweise erkennen zu können.«

Daß es genau umgekehrt ist, daß man nämlich aufgrund der Schreibweise den Sinn des Satzes erkennt, diese Idee ist dem Hrn. Schmachthagen wohl noch nie gekommen; schön langsam ist zu verstehen, warum er früher jedes zweite Wort nachschlagen mußte.


Kommentar von Christoph Schatte, verfaßt am 13.08.2007 um 12.31 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6174

Lieber Herr Bärlein,

vielen Dank für Ihren Hinweis! Ich werde ihm nachgehen und sicher Gewinn haben.


Kommentar von Urs Bärlein, verfaßt am 12.08.2007 um 23.45 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6173

Lieber Herr Schatte, danke für den Literaturhinweis (C.S. Peirce). Darf ich mich revanchieren? –: Cornelius Castoriadis.


Kommentar von Christoph Schatte, verfaßt am 12.08.2007 um 19.13 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6171

Vor Orwell hatte C.S. Peirce vor solchen gewarnt, die – lange vor der Wiener Schule – leibnizgläubig meinten, die menschliche Sprache würde nur dann zu etwas taugen, wenn die Wörter und ihre Bedeutungen in eineindeutige Relation zueinander gebracht wären. Der Vermessungsingenieur meinte dazu, daß dann nichts Neues mehr gedacht werden kann.

Die Frage hat bis heute an Anziehungskraft und an Tragweite nicht verloren. Die Reformer versuchen mit der ersatzlosen Liquidierung von Differenzierungsmöglichkeiten zum einen und mit gegenstandslosen Schreibunterscheidungen wie kalt stellen vs. kaltstellen oder gar stecken bleiben vs. steckenbleiben zum andern bereits in die Köpfe von Schülern dasselbe Durcheinander einzurichten, das in den ihren mit "übertragene Bedeutung" unablässig wabert.


Kommentar von Charlotte, verfaßt am 06.08.2007 um 18.13 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6154

"Es war vorauszusehen, daß im Laufe der Zeit die Besonderheiten der Neusprache immer mehr hervortreten würden – es würde immer weniger Wörter geben und deren Bedeutung immer starrer werden."
aus George Orwell, 1984


Kommentar von Urs Bärlein, verfaßt am 05.08.2007 um 17.53 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6152

Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder stellt man es dem Schreiber anheim, etwas "wörtlich" oder "übertragen" zu meinen. Dann wirft die Unterscheidung von "wörtlicher" und "übertragener" Bedeutung kein orthographisches Kriterium mehr ab (das Problem verschwindet damit in seiner - Icklerschen - Lösung). Oder man überläßt es dem Grammatiker (oder dem Lehrer, oder dem Korrektor) zu entscheiden, was jeweils als wörtliche Bedeutung gelten soll. Damit läßt man den Grammatiker usw. jedoch Festlegungen treffen, die ihm gar nicht zustehen, jedenfalls nicht qua Grammatiker (oder qua Lehrer, oder qua Korrektor). Wenn die erste Möglichkeit ausgeschlossen wird, gibt es aber nur die zweite. Daß es in der Lebenswelt regelmäßig die besonders beschränkten Köpfe sind, die sich die Festlegung einer "wörtlichen" Bedeutung zutrauen, ist nur der augenfälligste Nachteil dieser Lösung.


Kommentar von Karin Pfeiffer-Stolz, verfaßt am 05.08.2007 um 12.36 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6151

steckenbleiben/stecken bleiben

Es ist seit jeher Kennzeichen dümmlicher Pädagogik, Kniffeliges mit ausgesuchtem Seltenheitswert zu präsentieren, noch ehe Kinder die "ganz normale und alltägliche" Orthographie sicher beherrschen. Offensichtlich meinen viele Pädagogen, die Regel lerne man nicht durch Übung, sondern durch Konfrontation mit Ausnahmeregelungen, die selbst von Fachleuten kaum durchschaut und von niemandem wirklich beherrscht werden.
Einfältige Konstrukteure von Lehrwerken werden überall das Haar in der Suppe finden und in "Lerneinheiten" packen. Es war zu erwarten, daß heute der Schwerpunkt der Betrachtungen auf die s-Schreibung, die Groß- und Kleinschreibung und die Zusammen-/Getrenntschreibung gelegt wird. Und in diesen Bereichen sucht sich die pädagogische Einfalt das Schwerverdaulichste aus und knallt es den unschuldigen Schülern an den Kopf.

Ich hoffe, der Sohn von C. Schardt läßt sich dadurch nicht von seinem Interesse an Geschriebenem und Gedruckten abbringen.


Kommentar von C. Schardt, verfaßt am 05.08.2007 um 11.43 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6150

"Wörtliche" und "übertragene Bedeutung" in einem Praxisbeispiel:
Das Deutschbuch nennt "stecken bleiben" mit dem Beispiel der Wurzel im Boden als wörtliche Bedeutung und "steckenbleiben im Verlauf eines Vortrags" als übertragene.
Das daruffolgende Deutschdiktat enthält das Wort in Verbindung mit einem Autostau. Ist das nun wörtlich oder übertragen? Eine Entscheidung dazwischen scheint mir willkürlich. Sieht man das abstrakte 'Vorwärtskommen auf einem Weg' als das Eigentümliche dieses Bildes an, so ist es dem Vortragsbeispiel sicher näher als dem Pflanzenbeispiel (das materielle Festgehalten-sein).

Mein Sohn schrieb es zusammen, er bekam einen Fehler angestrichen. Er wurde für sein Sprachgefühl bestraft.

Wollte man die Kleinlichkeiten und Unverständlichkeiten des alten Dudens eigentlich abschaffen, so hat man mit dem Feld der "übertragenen Bedeutung" wieder unbegrenzte Möglichkeiten geschaffen, mit denen die Schüler malträtiert werden können. Das "Radfahren"-Beispiel hat ausgedient, aber es hat einen wirksamen Nachfolger bekommen.



Kommentar von Urs Bärlein, verfaßt am 04.08.2007 um 22.11 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6149

"Kaputtmachen" soll in wörtlicher Bedeutung getrennt ("kaputt machen"), in übertragener Bedeutung jedoch zusammengeschrieben werden. Kleine Meditationsübung.


Kommentar von Germanist, verfaßt am 04.08.2007 um 19.59 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6148

Daß die Unterscheidung "wörtliche oder übertragene Bedeutung" nicht zuverlässig ist, zeigt das Beispiel "dabei bleiben" (bei einer Aussage) und "dabeibleiben" (bei einer Versammlung). Beide Bedeutungen sind ganz wörtlich, denn es sind zwei verschiedene Verben.

Der Werbegag mit einer Buchbanderole "Für Schüler nicht geeignet" würde dem Umsatz der Bücher in herkömmlicher Rechtschreibung gewaltig steigern, nämlich bei Schülern, die sich Bücher selber kaufen dürfen.


Kommentar von Wolfgang Hinrichs, verfaßt am 04.08.2007 um 11.10 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6147

Nur benebelt zu ertragen
Zum Bericht "Alkoholverbot und neue Rechtschreibung" (SZ vom 31.Juli): Die Abschaffung der bewährten Rechtschreibung und damit die Vernebelung eines auf Korrektheit bedachten Sprachbewusstseins und Sprachgeschichtsbewusstseins verträgt man nur, wenn man ein paar Gläser mit Hochprozentigem getrunken hat, also fröhlich benebelt ist. Angesichts der mit Ach und Krach mühselig "aufwändig" geflickten Rechtschreibreform könnte man ob des dafür aufgewendeten (oder neu gewändeten?) Geldes und Schweißes der Edlen die Wände hochgehen. Käme doch eine Wende (oder Wände?) zur Nüchternheit und zum alten Duden! Die abgeschriebenen Alten, die bald nicht mehr zählen (oder zahlen?) würden nach solcher Rückkehr zur Vernunft Kränze winden (oder wänden oder wenden?) und wieder gern alkoholfrei fahren.
(LB. in der Siegener Zeitung v. 2. 8. 2007)



Kommentar von Philip Köster, verfaßt am 03.08.2007 um 20.08 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6143

Die RSR, Frau Niemann, ist in der Tat nicht nur ein gesellschaftliches, sondern auch ein psychologisches Problem. Wie würden die Herren Augst, Sitta und Gallmann (ich höffe, die Personalien hauen so hin, ich kenne diese Menschen nicht) reagieren, wenn man ihnen plausibel machte, daß alles, woran sie in den letzten Jahrzehnten auf Staatskosten gearbeitet haben, ein Hirngespinst, ein ebenso ärgerliches wie überflüssiges Unterfangen war? Da muß man wohl schon seine diplomatischen Künste walten lassen, auch wenn genau das ausgedrückt werden soll. Irgendwo haben diese Herren auch ein Recht darauf, ihr Gesicht zu wahren. Für mich kommt dennoch nicht einmal Heyse in die »Tüte«, um es einmal mit Herrn Zehetmair zu sagen.


Kommentar von Borghild Niemann, verfaßt am 03.08.2007 um 19.29 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6142

An meiner Tür hängt der zitierte Spruch von Tetje Wind (Theodor Storm) und der von Theodor Ickler:
„Besonders schwierig ist es für Menschen, die ihr Leben dem Dienst einer Sache, schlimmer noch einer Instanz, gewidmet haben, sich einmal vorzustellen, wie sie eigentlich dächten, wenn es diese Sache, diese Instanz, nicht gäbe. Wenn es nur auf ihr ganz eigenes, persönliches Urteil ankäme.

Dies ist wirklich schwierig, dies halte ich bis zu einem gewissen Grade allen Menschen, die in Abhängigkeitsverhältnissen leben, zugute. Beneidenswert, wer unabhängig ist, bedauernswert, wer unter seiner Abhängigkeit leidet, beklagenswert, wer sie mit seiner eigenen Identität verwechselt.“

Habe ich irgendwann vor Jahren aus rechtschreibreform.de rausgeschrieben, hat mich schon oft getröstet, gilt nicht nur für die RSR. „Intelligenz“, „Bildung“ kann man abfragen, Charakter nicht. Ich las neulich in einem Interview mit dem Bankier Friedrich von Metzler, sein Vater habe ihm geraten, auf die drei großen C zu achten: Charakter, Charakter, Charakter. Hat mich sehr gefreut. Denn wenn man erst einmal begriffen hat, daß Bildung und Intelligenz keineswegs zu erfreulichen Verhaltensweisen führen muß, hat man sich schon manch Kopfzerbrechen gespart.

Dank und Gruß an alle, die hier schreiben, es gibt außer mir sicherlich viele andere Leser, für die diese Seite sehr wichtig ist, auch wenn sie sich selten zu Wort melden.


Kommentar von Philip Köster, verfaßt am 03.08.2007 um 16.08 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6140

Liebe Frau van Thiel, es wäre ja schon einiges gewonnen, wenn wenigstens Amazon auch aufführte, in welcher Rechtschreibung ein Buch gedruckt ist.

Im letzten Winter habe ich bei Amazon Moby Dick, Jim Knopf und Robinson Crusoe bestellt -- diese Bücher waren allesamt reformiert. Daß diese Ausgabe von Moby Dick sogar in einer serifenlosen Grotesken gesetzt war und nicht in einer Antiqua, ist eine interessante Randnotiz -- da sind Kopfschmerzen nach wenigen Seiten vorprogrammiert. Ich habe die Bücher allesamt wieder zurückgeschickt und in meiner Buchhandlung um die Ecke Ausgaben in normaler Rechtschreibung gefunden bzw. bestellt. Auf diese Weise bin ich auf einen wahren Schatz gestoßen: auf Moby-Dick (hier mit Bindestrich) in einer sensationellen Übersetzung von Matthias Jendis. Ich hab schon mal die ersten zwanzig Seiten überflogen: ein einziger Hochgenuß.


Kommentar von David Weiers, verfaßt am 03.08.2007 um 14.45 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6139

"Man könnte natürlich auch - entsprechend den Warnhinweisen auf Zigarettenpackungen - alle Bücher mit normaler Rechtschreibung, ganz besonders die gefährlichen deutschen Klassiker, mit Banderolen versehen".

Och, das wird noch kommen. Überhaupt gehen wir ja viel zu lässig mit dem Wohl unserer immer weniger werdenden Kinder um... Da ist es doch noch das mindeste, daß wir uns der Rechtschreibreform beugen, damit die Kleinen schön leicht schreiben können, ohne daß wir Verkalkte reinreden und sie von unseren Wahnvorstellungen (hoffnungslos euphemistisch auch "Erfahrungen" genannt) überzeugen wollen...
Wie auch immer.
Jedenfalls ist es kein Spaß mehr, mitansehen zu müssen, wie die doch so aufgeklärte moderne Schule am laufenden Meter Sekundäranalphabeten produziert.

Wie wollen die Lehrer eigentlich jetzt, wo ja alles endgültig amtlich ist, korrigieren? Man berichtige mich, wenn ich mich irre, aber soweit ich das bislang mitbekommen habe, hat vom Lehrkörper bestenfalls eine verschwindende Minderheit so etwas wie den Hauch einer Ahnung, was jetzt wie "gültig" ist; die müßten sich doch ausbooten lassen bis zum Gehtnichtmehr.
Wie viele Prozesse laufen eigentlich schon?


Kommentar von Rominte van Thiel, verfaßt am 03.08.2007 um 10.32 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6138

An Charlotte:
Das ist eine interessante Frage. All die so überaus zufriedenen Lehrer und Kultusminister wollen nicht wahrhaben, daß die Kinder doch überall normaler Schreibung begegnen, ganz besonders die Kinder und Jugendlichen, die sich zu klassischer deutscher Literatur hingezogen fühlen oder auch einfach ein ganz aktuelles Buch aus einem unreformierten Verlag lesen. Nicht zu vergessen die Kinder- und Jugendbücher, die die heutigen Eltern noch aus ihrer Jugendzeit besitzen und die sie nun auch ihren Kindern geben möchten. Um den Storm aufzugreifen: Eigentlich müßten die Lehrer zu ihren Schülern sagen: "Lies meinetwegen Storm, Fontane, Mann, aber schreibe um Gottes willen nicht so wie sie!" Eine andere Möglichkeit ist das "Säubern" von Schülerbibliotheken, wovon auf dieser Seite unter den Nachrichten schon einmal ein trauriges Beispiel zitiert wurde. Dazu paßt, daß ich vor einigen Monaten in der Buchhandlung einen "umgeschriebenen" Erich Kästner fand.
Man könnte natürlich auch - entsprechend den Warnhinweisen auf Zigarettenpackungen - alle Bücher mit normaler Rechtschreibung, ganz besonders die gefährlichen deutschen Klassiker, mit Banderolen versehen: DAS LESEN DIESES BUCHES VERWIRRT DEN GEIST - DIE KULTUSMINISTER.


Kommentar von Peter Müller, verfaßt am 03.08.2007 um 00.06 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6129

übertragen/wörtlich

Vielleicht wurde das hier schon einmal thematisiert. Erst bei der Beschäftigung mit der dpa-Beispielliste ist mir folgendes aufgefallen, das das Chaotische der Neuregelung (Version Duden) beleuchtet:

Bei Fügungen, die für eine Analyse in Frage kommen, ob wörtliche oder übertragene Bedeutung vorliegt, ist

- manchmal in beiden Fällen die Schreibweise festgelegt (übertragen zusammen, wörtlich getrennt): näherkommen = in engere Beziehung treten, näher kommen = in größere Nähe kommen

- ist manchmal die Schreibweise bei übertragener Bedeutung festgelegt (zusammen) und bei wörtlicher freigestellt: richtigstellen = berichtigen, aber: die Uhr richtig stellen/richtigstellen

- ist umgekehrt manchmal die Schreibweise bei wörtlicher Bedeutung festgelegt (getrennt) und bei übertragener freigestellt: sitzen bleiben = auf dem Stuhl sitzen bleiben, aber: in der Schule sitzen bleiben/sitzenbleiben.

Vielleicht gibt es auch noch die fünfte und sechste Version: in beiden Bedeutungen freigestellt sowie in beiden festgelegt, aber übertragen getrennt und wörtlich zusammen?


Kommentar von Peter Müller, verfaßt am 02.08.2007 um 23.26 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6128

@ David Konietzko:
Meines Wissens trat die reformierte Rechtschreibung 1998 in Kraft.

Auch in der Schweiz. Die Formulierung „nicht reformrelevantes Jahr 1998“ war wohl unglücklich. Gemeint war, daß 1998 keine Änderungen des Regelwerks beschlossen wurden. Die Reform wurde bekanntlich am 1. Juli 1996 durch die Wiener Absichtserklärung verabschiedet (der Duden erschien mit neuer Rechtschreibung am 22. August 1996), sollte ab 1. August 1998 in den Schulen gelehrt werden (wobei 10 Bundesländer und auch vereinzelte Schweizer Kantone dies schon ab August 1996 taten), und ab 1. August 2005 verbindlich werden („Das Regelwerk 1996 in der Fassung von 2004“, Sprachregelung der KMK); die „strittigen“ Fälle in von den Behörden 2006 akzeptierter korrigierter Form ab 1. August 2007 (Österreich 2008, Schweiz 2009).



Kommentar von Chr. Schaefer, verfaßt am 02.08.2007 um 22.14 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6127

Geschichte wiederholt sich zuweilen doch, wie der Streit um die Waldschlößchenbrücke in Dresden zeigt.: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,497871,00.html

Man müßte in dem SPIEGEL-Artikel nur ein paar Wörter austauschen, um die die sogenannte Rechtschreibreform zu charakterisieren. Was ist das bloß für ein Land?


Kommentar von stefan strasser, verfaßt am 02.08.2007 um 20.27 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6126

Der Hr. Schmachthagen wird also weiterhin schmachten müssen, ob der von ihm entdeckten Unlogik in der Version 2006, oder auch häufig im Wörterbuch nachschlagen; auf die Idee, seine geliebte Schreibung 1998 einfach weiterzuverwenden, wenn sie ihm so toll erscheint, kommt er offenbar nicht., vielleicht traut er sich auch nur nicht.

Wenn er früher wirklich jedes zweite Wort nachschlagen mußte, dann liegt die Vermutung auf der Hand, daß er seinen Beruf weit verfehlt hat. Deswegen wahrscheinlich auch sein Hang zum Schmachten.

Jedenfalls fällt auf, daß der Großteil seiner Kollegen die Geschehnisse eher in die Kategorie kläglich gescheiterte Bürokratenexperiment einreihen.


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 02.08.2007 um 20.02 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6125

Der Freie und der Knecht - zitiert ist es beinahe richtig, aber zu Goethe paßt es leider nicht so besonders. Also sagen wir: Theodor Storm. Der war auch gerade mal wieder Gesprächsthema in der Familie. Natürlich wegen seiner Gedichte, während uns, was die Erzählungen betrifft, sein Freund Gottfried Keller besser gefällt. Beide kann man gar nicht oft genug lesen, in jedem Lebensalter, wirklich starke Kerle!


Kommentar von MG, verfaßt am 02.08.2007 um 19.54 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6124

| Nicht für die Schule lernen wir ...

Das hat der alte Seneca aber anders geschrieben:

Non vitae sed scholae discimus

Für die aktuelle Situation passen allerdings folgende Sprüche erheblich besser:

Der Staat hat die Rechtschreibung an sich gerissen und, wie bei einem staatlichen Projekt zu erwarten, versemmelt.

Die Deutschen sind nicht undiszipliniert, sie leben nur seit weit über 100 Jahren in Obrigkeitsstaaten - sie haben es einfach gern, wenn etwas entweder Pflicht oder verboten ist.


Kommentar von Charlotte, verfaßt am 02.08.2007 um 18.41 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6123

"Für Schüler ist die Schreibweise "daß" statt "dass" notenrelevant".

Nicht für die Schule lernen wir ...

Mich würde brennend interessieren, was wohl passieren würde, wenn ein Schüler, der ein "daß" als Fehler angestrichen bekommen hat, darauf pochte, daß "daß" nicht falsch sein kann, da er es gerade in einem - in traditioneller Rechtschreibung verfaßten - Buch von 2007 so gelesen habe??



Kommentar von R. H., verfaßt am 02.08.2007 um 15.17 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6122

Wenn wir schon bei Goethe sind... Folgendes, von Schopenhauer Angemerkte, liest sich verteufelt aktuell (Stichwort 'Schweigespirale'):
"... nun wird das Schlechte gepriesen und ausposaunt, das Gute verunglimpft, oder auch, wie Goethe sagt, 'durch ein unverbrüchliches Schweigen sekretiert, in welcher Art von Inquisitionszensur es die Deutschen weit gebracht haben' (Tag- und Jahreshefte, 1821)."
(Zitat aus "Die Fackel" Nr. 413, 1915)


Kommentar von jms, verfaßt am 02.08.2007 um 14.53 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6121

Für Schüler ist die Schreibweise "daß" statt "dass" notenrelevant. Viel schlimmer bzw. ein wirklicher Fehler aber ist "dass" statt "das" (oder umgekehrt), was seit der Rechtschreibreform immer öfter auftaucht.

Vorschlag an die Betreiber dieser Seite: Einrichtung einer Extra-Rubrik, in der solche Beispiele aktuell eingetragen werden können, und zwar nur s/ss/ß-Fehler mit Datum und Quellenangabe. [Die Rubrik gibt es im Forum bereits. – Red.]

Eine solche Fehlersammlung würde in kurzer Zeit sintflutartig anschwellen und wäre ein stichhaltiger Beweis für die Untauglichkeit der ss/ß-Regelung. Damit kann man den Kultusministern vor Augen führen, was sie angerichtet haben und vielleicht sogar manch einen Redakteur dazu bewegen, über das Problem zu berichten.

In "stern-online" steht heißt es heute zum Beispiel:

Es ist kein schlechtes Ergebnis, dass Gabriele Pauli beim gemeinen bayerischen Wahlvolk einfährt: Etwa ein Viertel der Bayern traut der Fürther Landrätin Gabriele Pauli das Amt der CSU-Parteichefin zu.

http://www.stern.de/politik/deutschland/:CSU-Vorsitz-Pauli-Seehofer/594362.html


Kommentar von Michael Schuchardt, verfaßt am 02.08.2007 um 14.21 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6120

zu #6117: "durfte nicht"

"Der eine fragt: Was kommt danach?, der andere nur: Ist es recht?
und also unterscheidet sich der Freie von dem Knecht."

Ich hoffe, ich habe Goethe richtig zitiert. Es kennt bestimmt fast jeder aber ich finde, es paßt zu gut zu Herrn Meyers Einlassungen - und vieler anderer Journalisten. Das Thema "Obrigkeitsdenken" bei den Deutschen ist ja hier schon mehrfach thematisiert worden.

Apropos Journalisten:
In der Autobiographie von Prof. Ferdinand Sauerbruch ("Das war mein Leben") findet sich dessen gewonnene Erkenntnis, daß nicht das, was in den Zeitungen stünde wichtig sei, sondern das, was nicht darin stünde.


Kommentar von Rominte van Thiel, verfaßt am 02.08.2007 um 12.18 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6118

Beim Deutschlandradio ist ein erfreulich spöttischer Kommentar unter dem Titel "Eine unendliche Geschichte" zu finden; verfaßt von Burkhard Müller-Ulrich.


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 02.08.2007 um 04.56 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6117

Peter Meyer geht für seine Verhältnisse ausgesucht höflich mit mir um. Sogar meine vermeintliche Kompromißunfähigkeit zitiert er bloß, und "Pausenclown" nennt er mich auch nicht mehr. Warum ich allerdings wirklich aus dem Rat ausgetreten bin, sagt er auch nicht, obwohl ich es öffentlich dargestellt habe.

In einem früheren Brief behauptete er einmal, er kenne alle Auflagen meines "unbrauchbaren" Wörterbuchs. Dann müßte er wissen, daß das Buch eine schlanke und eine superschlanke Fassung der Rechtschreibregeln enthält. Was soll ich denn noch tun?

Inzwischen habe ich auch die Meyer/Schmachthagensche Übersicht über die Änderungen gesehen. Es ist die übliche Mischung. "Tageszeiten schreibt man jetzt groß: gestern Morgen wie gestern am Morgen, heute Abend, morgen Mittag. Bei gestern früh handelt es sich um kein Substantiv, sondern um ein Adverb der Zeit. Der Gegensatz zu "gestern früh" ist nicht "gestern Abend", sondern gestern spät."

In Wirklichkeit ist "morgen früh" der Gegensatz zu "morgen abend", woraus nach Schmachthagens Logik folgt, daß "abend" ebenfalls adverbial gebraucht und daher klein zu schreiben ist. Die Analogie von "heute Abend" und einem zu erwartenden "Dienstag Abend" bleibt unerwähnt, damit auch eine neue Fehlerquelle ersten Ranges (die alte Regelung war auch nicht so, wie er es darstellt).

Daß die Etymogeleien nun obligatorisch vorgeschrieben und nicht bloß zugelassen sind, würdigt er keines Kommentars. Beim "Albtraum" findet er es ewähnenswert, daß er nichts mit den Alpen zu tun hat (wie aber gerade das Fritzchen glaubte, dem er sonst nach dem Munde redet), aber daß die Augstschen Etymologien auch nicht stimmen, bekümmert ihn dann nicht weiter. Natürlich war ihm die Einsetzung des Rates und damit die Aussicht auf Korrekturen der Reform von 1996 schon immer ein Ärgernis, er wäre tatsächlich am liebsten bei jener geblieben, ohne Rücksicht auf Verluste. Die Behauptung, man habe früher bei jedem zweiten Wort im Duden nachschlagen müssen, erledigt sich eigentlich von selbst, wirft aber ein interessantes Licht auf die Dudengläubigkeit und damit Obrigkeitshörigkeit des Verfassers: "Die Reform gilt jetzt uneingeschränkt." Wieso denn? Zutreffend ist natürlich seine Diagnose, die ss-Regelung sei das Kernstück der Reform. Aber wie sie dazu geworden ist, obwohl die Reformer etwas ganz anderes auf ihre Fahnen geschrieben hattem das wäre wohl auch einmal ein Wort wert. Die Varianten sind 2006 ohne Grund vermehrt worden, da hat er mit seiner Kritik recht, aber er übertreibt ganz fürchterlich, wenn er schreibt: "Ab 1998 entfiel in weiten Bereichen das Nachschlagen, weil die Regeln eindeutig waren." Eindeutigkeit, auch gegen die Sprachentwicklung, als höchster Wert? Was für eine Auffassung von Sprache! Die archaisierende Großschreibung findet er anscheinend gut, obwohl nach alter wie neuer Rechtschreibung die Maxime gilt "Im Zweifel klein".

"Es ist nicht schuld [!] der Reformer von 1996, dass 2006 die erreichte Einheitlichkeit in einigen Randbereichen wieder aufgegeben werden musste. Glücklicherweise durfte der Rat rund 98 Prozent der Reformschreibweisen nicht anfassen."

Da ist die Katze aus dem Sack! "durfte nicht"! Das sollte er mal dem Herrn Zehetmair sagen! Der hat ja bis zuletzt die Fiktion aufrechterhalten, der Rat und der Vorsitzende stünden zwar unter Druck, gäben aber nicht nach. In Wirklichkeit war Zehetmair Befehlsempfänger, und der Rat ließ nur zu gern exekutieren. In den Pressekonferenzen kleisterte Zehetmair das alles mit seiner routinierten Suada zu. Schmachthagen reißt ihm die Maske herunter. Gut so!


Kommentar von Neues Deutschland, 1. 8. 2007, verfaßt am 02.08.2007 um 03.12 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6116

Einigermaßen kritisch berichtet Martin Hatzius:
http://www.nd-online.de/artikel.asp?AID=113856&IDC=4


Kommentar von MG, verfaßt am 02.08.2007 um 00.33 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6114

| Nichts liest man mehr vom Ziel der Reform, den
| Wenigschreibern das Schreiben zu erleichtern

Das hat leider nicht ganz geklappt.

| und der gebildeten Klasse das Herrschaftswissen
| Rechtschreibung zu entreißen.

Dafür war das allerdings ein voller Erfolg.

Nur die "ewig Gestrigen" zieren sich noch etwas, sich in die normierte Reihe der Schlechtschreiber einzureihen. Ob man diese auch noch "klein kriegt"? In näherer Zukunft wohl nicht, aber sicher auf lange Sicht. Die Dealphabetisierung und SMSierung schreitet jedenfalls unaufhaltsam fort. Übrigens ist diese ein in vielen "so genannten" Kulturnationen verbreitetes Phänomen; allerdings haben wir uns mit Staates Rückenwind an die Spitze der Bewegung gesetzt.


Kommentar von Chr. Schaefer, verfaßt am 02.08.2007 um 00.07 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6113

Die vox-Nachrichten dürften heute den Vogel abgeschossen haben, denn dort war tatsächlich von einem "Schreibgesetz" die Rede.


Kommentar von Germanist, verfaßt am 01.08.2007 um 20.43 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6112

Was für einen Kompromiß gibt es zwischen richtig und falsch? Tertium non datur. Ein Drittes gibt es nicht.
Nichts liest man mehr vom Ziel der Reform, den Wenigschreibern das Schreiben zu erleichtern und der gebildeten Klasse das Herrschaftswissen Rechtschreibung zu entreißen. Keine Beschimpfungen der Gegner mehr, daß sie nur zu faul zum Umlernen seien. Die haben sich nämlich viel unnütze Arbeit erspart. Aus allen Verlautbarungen geht dem Sinn nach hervor, daß die armen Kinder zwar in den letzten zehn Jahren leider einiges Falsche lernen mußten, man ihnen das Richtige aber nur in ganz kleinen Schritten zumuten könne.


Kommentar von stefan strasser, verfaßt am 01.08.2007 um 20.23 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6111

Viele Medienberichte bekräftigen, daß es die neuen Regeln sind, die ab heute verbindlich gelten. Keiner zitiert jedoch so eine Regel. Gebracht werden immer nur Beispiele, z. B. "auseinander brechen" vs "auseinanderbrechen". Wie lautet nun die Regel, nach der man solche Fälle entscheiden kann?

Wenn ein Stuhl auseinander bricht , dann ist er auseinander gebrochen, oder?

Wenn eine Ehe auseinanderbricht , dann ist sie auseinandergebrochen?

Stört eine der beiden Schreibweisen?


Kommentar von Martin Gerdes, verfaßt am 01.08.2007 um 19.51 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6110

| Schulministerin Barbara Sommer zeigt sich davon überzeugt,
| dass der Übergang von der Markierung zur Sanktionierung
| an den Schulen in NRW den Schülerinnen und Schülern
| keine allzu großen Schwierigkeiten bereiten dürfte:

Davon bin ich auch überzeugt.

| "Die neue Rechtschreibung ist in den Schulen angekommen
| und bereitet keine Probleme mehr", erklärte sie in
| Düsseldorf.

Das allerdings stimmt halt vorn und hinten nicht.

Ich weiß nicht, warum von unserer Seite so großer Wert darauf gelegt wird, daß Neuschreibungen nun notenrelevant seien. Warum die Staatsmacht auf diese Feststellung Wert legt, kann ich mir denken. Warum die speichelleckerische Journaille in diesen Sommerlochzeiten schreibt, wie sie schreibt, ist auch klar und ein Lehrstück für das Agieren der Vierten Gewalt in der Wirklichkeit. Aber spielt das alles in der Schule wirklich eine Rolle?

Bereits das Gesetz der Zahl legt natürlich nahe, daß es im Staate mindestens einen Schulmeister geben muß, der mit flammendem Bemühen allen Fialen des neuen Dudens nachsteigt, mehr als er es in der Vergangenheit je getan hat (Ein Treppenwitz der Geschichte, daß man nun durch ein Unternehmen, das eigentlich den Duden entmachten sollte, ihm mehr Macht denn je in die Hand gegeben hat und mehr denn je an seinen Grillen hängt). Ist ein solcher Schulmeister denn die Regel? Sicherlich nicht. Ein Gutteil der Pädagogen ist mittlerweile angewidert von dem jahrelangen Hin und Her und sucht seinen Weg, im Schulalltag zu überleben. Man kann die neue Rechtschreibung im Wirklichkeit überhaupt nicht beherrschen, das weiß jeder hier, das weiß jeder an der Schule, der sich mit der Sache auseinandergesetzt hat und es noch tut. Entsprechend beherrschen viele Lehrer die Reform auch nur nach der Spur. Es ist ja schon rein zeitlich gesehen Illusion, in jedem Zweifelsfall nachzuschlagen. Was also macht der durchschnittliche Lehrer? Er macht die Augen zu, weil das die einzig gangbare Lösung ist.

Ich habe schon lang kein Schriftstück der hiesigen Schulen mehr gesehen, das nach neuen Regeln fehlerfrei war. Noch nicht einmal die Zeugnisse sind fehlerfrei geschrieben.

Übrigens: Die Rechtschreibung ist bei uns mittlerweile so gut wie nicht mehr notenrelevant. Allenfalls 10% der Deutschnote, so wurde mir neulich erläutert, hängen an ihr. Und das soll ein Markstein sein?

Angesichts der Schreibung öffentlicher Texte, bei jedem Aufschlagen der Zeitung hat man wahrlich Grund genug, dem nachzutrauern, was wir hatten. Die Schule aber ist in diesem Zusammenhang eigentlich völlig nachgeordnet.


Kommentar von R. M., verfaßt am 01.08.2007 um 19.36 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6109

Im Hamburger Abendblatt schreibt natürlich der sattsam bekannte Peter Meyer unter seinem nom de guerre „Peter Schmachthagen“. Kostprobe: „Im Rat scheint es recht kontrovers zugegangen zu sein. Besonders der Erlanger Germanist Theodor Ickler, als Professor für Deutsch als Fremdsprache eigentlich auf ein schlankes Regelwerk verpflichtet, zeigte sich nach Meinung anderer Ratsmitglieder kompromissunfähig und trat aus dem Gremium aus.“
http://www.abendblatt.de/daten/2007/07/31/777052.html


Kommentar von Rominte van Thiel, verfaßt am 01.08.2007 um 18.55 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6107

Die Kommentare einiger Jubel-Journalisten sind mehr als ärgerlich und natürlich auch wahrheitswidrig ("Die Reform gilt jetzt uneingeschränkt".) Einige erfreuliche Ausnahmen gibt es. Leider folgen klugen Erkenntnissen keine Taten.
Der Kommentator des Hamburger Abendblattes versteigt sich zu der Behauptung, die "Rechtschreibung von 1901 sei in den Neunzigerjahren derart uneinheitlich und mit Ausnahmen und Unlogik durchsetzt" gewesen, "dass großer Handlungsbedarf" bestanden habe.
Wo hat der Mann eigentlich gelebt? Und wo sieht er nun Einheitlichkeit? Und welcher geübte Schreiber (um das zu werden, brauchte man keinen Duden, sondern hatte viel gelesen) hat unter der Rechtschreibung gelitten?
Seinem Beitrag hat der Journalist die Überschrift "Nicht nur Klein Fritzchen muss jetzt offiziell belämmert schreiben" gegeben. Wie wahr. Mit e genauso. Dummheit wird jetzt auch schon verordnet. Wirklich bedrückend.


Kommentar von Charlotte, verfaßt am 01.08.2007 um 18.39 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6105

"Für Behörden muß die Schreibnorm jeweils eigens angeordnet werden"

Weiß jemand, wie solche Anordnungen in der Praxis aussehen? Welche Form haben sie, werden sie schriftlich erteilt oder mündlich? Wie werden sie bekanntgemacht?


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 01.08.2007 um 18.08 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6104

Die Thüringer Landeszeitung belehrt ihre Leser mit einem dpa-Artikel:

"Die Rechtschreibung hat in den letzten Jahren sogar Erwachsene ganz durcheinander gebracht."

Nanu?

Zehn Zeilen später:

"Schreibt jemand »auseinander brechen«, streicht der Lehrer das künftig als Fehler an. Richtig ist: »auseinanderbrechen« - zusammen."

Aha!

Wie man sieht: "Es gibt keine Probleme mehr."


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 01.08.2007 um 18.03 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6103

Daß Sönke Krüger als Textchef der Welt am Sonntag harte Kritik an der Rechtschreibreform übt, ist zwar erfreulich, aber noch besser wäre es, wenn er den Gegenstand etwas genauer studiert hätte. Er findet es einen Skandal, daß man "J/Yachtk/club" auf vier verschiedene Weisen schreiben kann. Das konnte man natürlich auch schon vor der Reform, und es erklärt sich leicht genug. Das einzige Gute ist in seinen Augen, daß jetzt endlich Schluß ist. Und zwar "endgültig", jawoll! So sind sie eben, die Journalisten, einer wie der andere.


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 01.08.2007 um 17.49 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6102

Bei "TeachersNews-Net" kann man folgendes lernen:

"Alte Schreibweise ist in Zukunft ein Fehler
Schiffahrt oder Schifffahrt? Delphin oder Delfin? Desweiteren oder des Weiteren? Manchmal fällt die Unterscheidung zwischen alter und neuer Rechtschreibung noch schwer. Bei allen drei vorangegangenen Beispielen entspricht die zweite Auswahlmöglichkeit der neuen - und damit richtigen - Schreibweise.

Ab nächster Woche hat die alte Form für Schülerinnen und Schüler Konsequenzen: Mit Beginn des neuen Schuljahres 2007/08 endet in Nordrhein-Westfalen die Übergangsfrist der Rechtschreibreform bei der Korrektur und Fehlerbewertung von Schülerarbeiten.

Bereits seit dem vergangenen Schuljahr 2006/2007 ist die amtliche Neuregelung der deutschen Rechtschreibung in der Fassung von 2006 die verbindliche Grundlage des nordrhein-westfälischen Schulunterrichts. Bis zum 31. Juli 2007 galt an allen Schulen jedoch noch eine Übergangsfrist, nach der veraltete Schreibweisen nicht als Fehler zu bewerten, sondern lediglich zu kennzeichnen waren.

Schulministerin Barbara Sommer zeigt sich davon überzeugt, dass der Übergang von der Markierung zur Sanktionierung an den Schulen in NRW den Schülerinnen und Schülern keine allzu großen Schwierigkeiten bereiten dürfte: "Die neue Rechtschreibung ist in den Schulen angekommen und bereitet keine Probleme mehr", erklärte sie in Düsseldorf. Die gültige Fassung von Regeln und Schreibweisen ist im Internet im Online-Angebot des Rates für deutsche Rechtschreibung einsehbar."

Komisch, daß in der besten aller Schulwelten schon der erste Absatz wieder einen Fehler enthält!


Kommentar von Germanist, verfaßt am 01.08.2007 um 16.29 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6099

Eine Bitte an die Redaktion: Wir haben jetzt Zusammenstellungen der vernünftigen, aber noch immer nicht wieder erlaubten Wörter, für deren Wiederzulassung wir weiter streiten müssen. Diese Wörterliste sollte nicht in den Kommentaren nach hinten rutschen, sondern mit einem entsprechend benannten Link direkt von der Hauptseite aus auch für Gelegenheitsleser sofort erreichbar sein.


Kommentar von Christoph Schatte, verfaßt am 01.08.2007 um 15.57 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6098

Im Bonner "Generalanzeiger" steht zu lesen:

Zum Teil entscheidet auch die Bedeutung über die Schreibweise: «kaltstellen» und «kalt stellen» stehen in der konkreten Bedeutung («den Pudding in den Kühlschrank stellen») als Varianten nebeneinander. In der übertragenen Bedeutung («den politischen Gegner kaltstellen») ist nur die Zusammenschreibung erlaubt.“ [eingetr. Hervorh.]

Wenn man nur wüßte, wo oder zu welchem Teil! Für den Pudding gibt es die Varianten «kaltstellen» und «kalt stellen», für den Gegner indessen nicht. Und wieder wabert die sog. "übertragene Bedeutung" durch die Niederungen der Orthographieregeln.

Neben Pudding und politischem Gerangel hat es auf dieser Welt z.B. noch Missetäter:
Ein tapferer Bürger hat den Dieb kalt gestellt.
vulgo:
Ein tapferer Bürger hat den Dieb cool gestellt.

Ist das nun die "direkte / gerade / unschräge" usw. Bedeutung, die "übertragene" oder, wer hätte es gedacht, keine von beiden? Es ist letzteres, denn es geht nicht um i]kalt[/i] als Spezifikation des Handlungsresultats, das füglich mit dem Partizip zusammengeschrieben werden sollte, um so unterscheidbar zu sein von der Spezifikation des Handlungsmodus im Beispiel.
In diesem steht freilich ein anderes Verb stellen; also nicht noch eine "übertragene" Bedeutung des Kühlschrankverbs. Das tut aber nichts zur Sache, denn es geht um die unmotivierte Getrenntschreibung von kaltstellen im Kühlschrank- wie im Polit-Kontext, durch welche kalt den Anschein einer Modusspezifikation erhält. Solange Rechtschreibregulatoren das Schreibvolk so irre (nicht Subjektsprädikativ, sondern Modusspezifikation!) führen, sollten sie sofort daran gehindert werden, das deutsche Schreibvolk weiterhin schamlos irrezuführen.

Ohne Zweifel ist die jetzt den Schulen neuamtlich oktroyierte soundsovielte Schreibvorschriftensammlungsnovelle nicht konsistent. Sie ist nicht einmal eine Melange / Mischung. Niemand weiß, woraus und ob das Machwerk besteht.


Kommentar von David Konietzko, verfaßt am 01.08.2007 um 15.52 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6097

1998 ist kein reformrelevantes Jahr.

Meines Wissens trat die reformierte Rechtschreibung 1998 in Kraft. Von 1996 bis 1998 wurde sie zwar bereits an vielen Schulen unterrichtet (um vollendete Tatsachen zu schaffen), aber amtlich gültig war damals noch das Regelwerk von 1901.

Zumindest gilt das für Deutschland. Es kann natürlich sein, daß es in der Schweiz anders war.


Kommentar von Peter Müller, verfaßt am 01.08.2007 um 15.15 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6096

Die Leipziger Volkszeitung hat auch die dpa-Beispielliste publiziert (http://www.lvz-online.de/download/dokus/070801_hintergrundrechtschreibung.pdf.) Sie weist mehrere Fehler auf, unteren anderem wird die erste Spalte mit „Bis 1998“ statt „Bis 1996“ betitelt. Das hat die Leipziger verständlicherweise verwirrt, weil nicht klar war, ob jetzt die vorreformatorischen oder altreformatorischen Schreibweisen gemeint sind. Wohl deswegen haben sie die Liste noch verschlimmbessert (Eis laufen, Rad fahren, richtig stellen in der ersten Spalte):

Bis 1998 ~~~ 1998 bis 2006 ~~~ Seit 1. August 2006

Eis laufen ~~~ Eis laufen ~~~ eislaufen
leid tun ~~~ Leid tun/leidtun ~~~ leidtun
recht haben ~~~ Recht haben ~~~ recht haben/Recht haben
Rad fahren ~~~ Rad fahren ~~~ Rad fahren
näherkommen ~~~ näher kommen ~~~ näherkommen/näher kommen
richtigstellen ~~~ richtig stellen ~~~ richtig stellen/richtigstellen
kennenlernen ~~~ kennen lernen ~~~ kennen lernen/kennenlernen
Essen warm machen ~~~ Essen warm machen ~~~ warm machen/warmmachen
Wand rot streichen ~~~ Wand rot streichen ~~~ rot streichen/rotstreichen
schwerkrank ~~~ schwer krank ~~~ schwer krank/schwerkrank
der Blaue Brief ~~~ der blaue Brief ~~~ der Blaue Brief/der blaue Brief
angst und bange ~~~ Angst und Bange ~~~ angst und bange/Angst und Bange
bis auf weiteres ~~~ bis auf Weiteres ~~~ bis auf weiteres/bis auf Weiteres
für jung und alt ~~~ für Jung und Alt ~~~ für Jung und Alt
sich zu eigen machen ~~~ sich zu Eigen machen ~~~ sich zu eigen machen
gelbe Karte ~~~ gelbe Karte ~~~ Gelbe Karte/gelbe Karte
Schiffahrt ~~~ Schifffahrt ~~~ Schifffahrt/Schiff-Fahrt
Boutique/Butike ~~~ Boutique/Butike ~~~ Boutique/Butike
leichtverständlich ~~~ leicht verständlich ~~~ leicht verständlich/leichtverständlich
Panther ~~~ Panter/Panther ~~~ Panter/Panther
alleinerziehend ~~~ allein erziehend ~~~ allein erziehend/alleinerziehend
überschwenglich ~~~ -schwänglich/-schwenglich ~~~ -schwänglich/-schwenglich
Graphologe ~~~ Grafologe/Grafologe ~~~ Grafologe/Graphologe
in Frage stellen ~~~ infrage stellen ~~~ infrage stellen/in Frage stellen
Ketchup ~~~ Ketschup/Ketchup ~~~ Ketschup/Ketchup
Mayonnaise/Majonäse ~~~ Mayonnaise/Majonäse ~~~ Mayonnaise/Majonäse
Potential ~~~ Potential/Potenzial ~~~ Potential/Potenzial
ratsuchend ~~~ Rat suchend ~~~ Rat suchend/ratsuchend
Topographie ~~~ Topografie/Topographie ~~~ Topografie/Topographie
vertrauenerweckend ~~~ Vertrauen erweckend ~~~ vertrauenerweckend/Vertrauen erweckend
gewinnbringend ~~~ Gewinn bringend ~~~ gewinnbringend/Gewinn bringend
hilfesuchend ~~~ Hilfe suchend ~~~ Hilfe suchend/hilfesuchend

Das hat mich bewogen, der LVZ folgendes zu mailen:

Ihre Beispielliste zur geänderten Rechtschreibreform enthält mehrere Fehler:

Die erste Spalte ist eine Mischung aus vorreformatorischen und altreformatorischen Schreibweisen. Falls die vorreformatorischen gemeint sind, sollte die Überschrift "Bis 1996" und für die zweite Spalte "1996 bis 2006" heißen, falls die altreformatorischen gemeint sind, „1996 bis 2004“ und „2004 bis 2006“. (Die Zwischenversion 2000-2004 wird in beiden Fällen nicht berücksichtigt.) 1998 ist kein reformrelevantes Jahr.

Anzunehmen ist, daß die vorreformatorischen gemeint sind, sonst wären die meisten Beispiele in der ersten Spalte („leid tun“, „recht haben“, „näherkommen“, „kennenlernen“ usw.) falsch.

Wenn dies der Fall ist, sind aber in der ersten Spalte die Beispiele „Eis laufen“, „Rad fahren“, „richtig stellen“, „der Blaue Brief“ falsch.

Bei „näherkommen“ und „richtig stellen“ müßte präzisiert werden, ob übertragene oder wörtliche Bedeutung gemeint ist. Im Falle von „näherkommen/näher kommen“ sind die Schreibweisen keine Varianten, wie in der dritten Spalte angegeben („näherkommen“ = verstehen lernen, „näher kommen“ = in größere Nähe kommen). Im Falle von „richtigstellen/richtig stellen“ sind die Schreibweisen bei wörtlicher Bedeutung Varianten („die Uhr richtigstellen“ oder „richtig stellen“), bei übertragener Bedeutung (berichtigen) aber nicht („etwas richtigstellen“).

Im Falle von "Angst und Bange" müßte angegeben werden, daß die Wendung "jmdm. Angst und Bange machen" gemeint ist, die (viel häufigere) "mir ist angst und bange" wurde und wird weiterhin klein geschrieben.

"überschwenglich" ist keine Variante, diese Schreibweise ist seit der Reform hinfällig.

In der zweiten Spalte müßte es „Grafologe/Graphologe“ heißen (nicht „Grafologe/Grafologe“).

„Schiff-Fahrt“ war schon 2000 Variante und müßte in der zweiten Spalte mitaufgeführt werden.

Spezialfälle sind die Beispiele „gewinnbringend“ und „vertrauenerweckend“, die als Varianten schon 2000 in einer nichtamtlichen Revision wiedereingeführt wurden (nicht aber „hilfesuchend“ und „ratsuchend“!).

Die Beispiele "Boutique/Butike" (dazu hätte übrigens auch die dritte Variante "Budike" aufgeführt werden sollen) und "Mayonnaise/Majonäse" gehören nicht in eine Liste für die "geänderte" Rechtschreibreform, es wurde ja eben gerade nichts geändert.

Solche (verständlicherweise beliebten) Beispiellisten sollten mit mehr Sorgfalt hergestellt werden. So ist die Liste nahezu unbrauchbar.

Sonst aber besten Dank für Ihre reformkritischen Beiträge!

Peter Müller, Zollikofen, Schweiz


Kommentar von Karin Pfeiffer-Stolz, verfaßt am 01.08.2007 um 12.56 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6095

Zitat aus dem Zeitungstext: "... zum Beispiel die Laut-Buchstaben-Zuordnung beim ß, das nach einem kurzen Vokal zu ss wird ..."
Eigentlich schon erstaunlich, daß immer noch die verkürzte (Pseudo-)Regel zitiert wird, die nur dem etwas sagt, der vor 1996 schreiben gelernt hat: Woher sollen denn heutige Schüler wissen, an welchen Stellen man ß durch ss ersetzen soll? Wie lange dauert es eigentlich noch, bis das auch dem letzten Reformschwafler dämmert?

Übrigens dauert in Österreich die Übergangsfrist für Schüler noch bis August 2008, und in der Schweiz bis 2009. Auch hier muß Deutschland schon wieder den Musterschüler spielen.


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 01.08.2007 um 10.08 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6094

Die Leipziger Volkszeitung hat auch einiges zum Stichtag gebracht, darunter ein Gespräch mit mir:


„Ein Trümmerhaufen“
Word wird’s schon richten: Der Germanist Theodor Ickler zum Inkrafttreten der Rechtschreibreform

Heute tritt in Deutschland die überarbeitete Rechtschreibung in Kraft. Damit werden Schülern Fehler nach der überarbeiteten neuen Rechtschreibung angerechnet. Der Reformkritiker, Germanist und Beirat der Forschungsgruppe Deutsche Sprache Theodor Ickler über Verbindlichkeit, wirtschaftliche Interessen und Fortschritte der
Sprachwissenschaft.

Frage: Ist Ihr Protest mit dem heutigen Tag gescheitert?

Theodor Ickler: Ja und nein. Das Ganze hat sich ja über elf Jahre
hingezogen. Wenn man sieht, was da herausgekommen ist, kann man schon ganz zufrieden sein. Denn ein großer Teil der Regelungen ist wieder zurückgebaut worden. Leider aber hat der Rat für Rechtschreibung seine Arbeit vorzeitig beendet, und ein Teil der Reform ist unbearbeitet liegengeblieben. Das ist sehr ärgerlich.

Wird nun wirklich alles verbindlich?

Nur für die Schüler. Das war von Anfang an so, und außerhalb der Schule kann nach wie vor jeder schreiben, wie er will. Die Zeitungen wollten die Schüler nicht alleine lassen und haben sich daher widerstrebend der Reform angeschlossen. Die namhafteren Schriftsteller wiederum weigern sich, ihre Werke umschreiben zu lassen. Die Schüler treffen also immer noch unterschiedliche Schreibweisen in verschiedenen Texten, und dabei wird es auch bleiben.

Hans Zehetmair als Vorsitzender des Rates für Rechtschreibung sagt, es werde sich mit der Zeit schon zeigen, welche Schreibweisen sich durchsetzen ...

Da ist Zehetmair schwammig wie immer. Er ist ja einer der Hauptverantwortlichen für die Reform, die er jetzt zu verharmlosen versucht. Er vergisst zu erwähnen, dass die Schüler ab heute für Schreibweisen bestraft werden, die sich möglicherweise doch nicht „durchsetzen“. Anfangs war er ja durchaus noch willens, im Rat alle Kapitel zu bearbeiten. Im letzten Herbst haben ihn die Kultusminister oder die Verlage unter Druck gesetzt, so dass er die weitere Arbeit hintertrieben und abgebrochen hat – unter Verstoß gegen die Statuten. Deshalb bin ich dann ja auch ausgetreten.

Ist denn die selbstständige Weiterentwicklung der Sprache ein Trost?

Sprache kann sich nur entwickeln, wenn Regeln nicht bereits in Korrekturprogramme eingegangen sind. Nun aber denken die Menschen: „Word wird’s schon richten“, dadurch ist die Entwicklung stark eingeschränkt. Es wird dauern, bis die vorschnell festgezurrte Orthographie sich wieder freimachen kann.

Auch der Verband Bildung und Erziehung gibt sich zufrieden. Die Verunsicherung gehöre der Vergangenheit an, man habe positive Rückmeldungen aus den Schulen.

Das ist eine Äußerung des Vorsitzenden Ludwig Eckinger. Aber der hat natürlich niemanden gefragt und ist den Nachweis für diese Rückmeldungen schuldig geblieben. Das ist eine ganz traurige Angelegenheit, dass Lehrer durch diesen Mann vertreten werden, auch im Rechtschreibrat. Seinen Aussagen würde ich überhaupt kein Gewicht beimessen.

Seit heute liefern auch die deutschen Nachrichtenagenturen in einer einheitlichen Orthographie. Wie sinnvoll ist das?

Das ist nichts Neues, sie hatten auch bisher eine reformierte gemeinsame Hausorthographie, die jetzt lediglich an die Beschlüsse von 2006 angepasst wird. Die Agenturen legen die Neuregelung erfreulich konservativ aus, aber ihre Vorlage ist ziemlich laienhaft gemacht. Ich halte gerade Zeitungen aber für die wichtigsten Texte in diesem Zusammenhang. Sie werden massenhaft aufgenommen und prägen unser Bewusstsein von dem, was Schriftsprache ist.

Könnten Sie sich vorstellen, noch einmal in einem Gremium zum Thema mitzuarbeiten?

Grundsätzlich schon. Ein unabhängiges Gremium von Orthographie-Experten, da würde ich schon mitmachen. Vor allem müsste es wirtschaftlich unabhängig sein.

Was meinen Sie damit?

Die Entwicklung der letzten Jahre ist weitgehend von den Interessen der Schul- und Wörterbuchverlage bestimmt worden. Der Dudenverlag propagiert jetzt beispielsweise, dass die jüngst formulierten Regelungen „endgültig“ seien, damit er noch mehr Bände der letzten Auflage verkaufen kann. Auch die Politik hat sich nach den wirtschaftlichen Interessen dieser Verlage gerichtet, Zehetmair verkündet ausdrücklich, er wolle zur „Marktberuhigung“ beitragen. Solche Gesichtspunkte dürfen aber für die Orthographie keine Rolle spielen.

Wie wahrscheinlich wäre demnach ein unabhängiges Gremium?

Ich habe überhaupt keine Hoffnung, dass so etwas kommt. Die Kultusminister werden nie zugeben, dass ihr ganzes Unternehmen verfehlt war. Andererseits hat die Sprachwissenschaft gerade im Zusammenhang mit dem Reformdesaster sehr viel über Orthographie und Schrift herausgefunden. Aus diesem Fundus könnten wir manches zur weiteren Entwicklung beitragen. Ich verkenne auch nicht, dass einige Reformer wertvolle Vorarbeiten geleistet haben, auch wenn davon im zusammengestückelten Regelwerk nichts mehr zu erkennen war.

Vor Jahren nannten Sie die Reform eine Ruine. Wie sehen Sie das heute?

Das trifft heute noch mehr zu, es ist ein Trümmerhaufen. Die Reparaturarbeiten waren notwendig, haben aber nur noch sinnlose Teile des alten Regelwerks stehen gelassen. Sogar die Dudenredaktion hat Mühe, den Durchblick zu behalten und macht Fehler. Was soll man da von Lehrern und Schülern erwarten?

Ist eine Rücknahme der Reform überhaupt noch möglich?

Mit einem Ruck sicherlich nicht, weil die Politiker ihr Gesicht nicht verlieren wollen, aber ein schrittweiser Rückbau wäre durchaus möglich. Wir fordern eine Verlängerung der Toleranzzeit. Dadurch würde man den Freiraum schaffen, den die Sprache braucht, um sich zu entwickeln. Die Kultusminister müssten nur ein bisschen über ihren Schatten springen, dann würde sich fast alles wiederherstellen lassen.

Der Stichtag ist aber nun einmal heute. Lohnt es sich für Sie noch zu kämpfen?

Das Datum ist für uns Reformkritiker nicht wichtig. Es hat nur für die Schüler Bedeutung, die von heute an für ganz normale Schreibweisen notenwirksam bestraft werden. Wir werden in den kommenden Monaten beobachten, ob Schülern Nachteile entstehen. Bei all dem haben wir allerdings wenig Rückendeckung. Die Menschen reagieren so, als sei diese Reform ein Naturereignis. Diese Obrigkeitshörigkeit bedrückt mich.

Interview: Florian Blaschke
@Mehr zum Thema finden Sie unter www.lvz-online.de/download


Kommentar von Glasreiniger, verfaßt am 01.08.2007 um 09.26 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6092

Nicht im Land der voreilenden Normübererfüllung.


Kommentar von Wolfgang Scheuermann, verfaßt am 01.08.2007 um 08.30 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6090

"Für Behörden muß die Schreibnorm jeweils eigens angeordnet werden"

Eine Behörde kann das natürlich auch lassen.


Kommentar von jms, verfaßt am 01.08.2007 um 08.11 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6089

Kann man Nachrichtenagenturen eigentlich wegen Irreführung der Öffentlichkeit belangen? Für den Normalbürger ist die Rechtschreibreform vollkommen unverbindlich. Dies wird aber durch Verbreitung solcher Meldungen suggeriert.


Neue Rechtschreibung tritt endgültig in Kraft

Frankfurt/Main (AP) Neun Jahre nach ihrer Einführung und nach diversen Änderungen tritt die Rechtschreibreform am Mittwoch in Deutschland endgültig in Kraft. Zum 1. August endet die einjährige Übergangsfrist für die Änderungen am staatlichen Regelwerk, die die Ministerpräsidenten der Bundesländer im Jahr 2006 auf Vorschlag des Rats für deutsche Rechtschreibung beschlossen hatten. Ab dann werden die Neuerungen auch in der Notengebung an Schulen berücksichtigt. Auch die deutschsprachigen Nachrichtenagenturen stellen ihre Schreibweisen um.

Die Änderungen betreffen die Groß- und Kleinschreibung, die Getrennt- und Zusammenschreibung, die Zeichensetzung und die Worttrennung am Zeilenende. Ab Mittwoch schreibt man nun etwa wieder «abwärtsfahren» und «eislaufen» statt bisher «abwärts fahren» und «Eis laufen». Feste Verbindungen aus Adjektiv und Substantiv können wieder groß geschrieben werden, und in Briefen darf es wieder «Du» und «Ihr» heißen. Bei der Reihung von Nebensätzen, die mit «und», «oder», «beziehungsweise», «entweder - oder», «nicht - noch» oder durch «weder - noch» verbunden sind, kann man kein Komma mehr setzen. Die Abtrennung von Einzelvokalen am Wortanfang oder Wortende - wie E-sel, Feiera-bend, Bi-omüll - wird prinzipiell ausgeschlossen.

Die anderen Regeln der neuen Rechtschreibung gelten weiter, zum Beispiel die Laut-Buchstaben-Zuordnung beim ß, das nach einem kurzen Vokal zu ss wird, oder bei drei identischen Konsonanten wie bei Schifffahrtsamt.


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 01.08.2007 um 05.17 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6088

Dem Beitrag von Dankwart Guratzsch in der WELT ist leider eine sehr irreführende Abbildung beigefügt. Auch leistet der Beitrag dem Irrtum Vorschub, daß die Neuregelung laut Karlsruher Urteil auch für Behörden verbindlich sei. Das ist aber gerade nicht der Fall. Für Behörden muß die Schreibnorm jeweils eigens angeordnet werden.

Keine Zeitung kann heute noch einleuchtend erklären, warum sie sich der Neuregelung überhaupt unterwirft. Die Deutsche Presse-Agentur läßt das Ende der Toleranzfrist bezeichnenderweise unter der Überschrift "Neue Gesetze zum 1. August" laufen.


Kommentar von Süddeutsche Zeitung vom 1.8.2007, verfaßt am 31.07.2007 um 23.16 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6085

Gräuliche Stängel
Die Übergangsfrist ist abgelaufen: Die Rechtschreibreform gilt nun an den Schulen verbindlich - doch endgültig ist auch der jetzige Zustand nicht.
Von Thomas Steinfeld

Der 1. August ist seit einigen Jahren der Tag, an dem staatliche Beschlüsse zur Reform der deutschen Rechtschreibung traditionell in Kraft treten. Der 1. August 2005 war der Tag, an dem nach dem Beschluss der Ministerpräsidenten die neue Rechtschreibung in ihren ,,unstrittigen Teilen‘‘ und mit den bis zu diesem Tag vorliegenden Korrekturen des Rechtschreibrats eingeführt wurde - mit Ausnahmen der Länder Nordrhein-Westfalen und Bayern, in denen die Übergangsregeln vorerst weiter galten. Und am 1. August 2006 wurde die Reform mit einer Übergangsfrist verbindlich. Diese Frist ist mit dem heutigen Tag abgelaufen.

Abgelaufen ist damit auch die Toleranz, die bis heute an den Schulen hätte walten sollen, vor allem in Fragen der Getrennt- und Zusammenschreibung, der Groß- und Kleinschreibung sowie der sogenannten Laut-Buchstaben-Entsprechungen.

Ein Schüler, der nach seiner Rückkehr aus den Sommerferien immer noch ,,jedesmal‘‘ schreibt, ,,Stengel‘‘, ,,greulich‘‘ oder ,,leid tun‘‘, muss dafür nun einen Fehler angestrichen bekommen. ,,Heute abend‘‘ und ,,rauh‘‘, ,,schneuzen‘‘ und ,,zur Zeit‘‘, ,,im allgemeinen‘‘ und ,,des öfteren‘‘ - lauter vernünftige und viele Jahrzehnte gebräuchliche Schreibweisen also, sind mit dem heutigen Tage definitiv falsch.

Wie lange das so bleibt, ist - angesichts der Entwicklung, die das staatliche Großunternehmen ,,Rechtschreibreform‘‘ in den vergangenen Jahren genommen hat - allerdings noch die Frage. Tatsächlich stellt sich ja ihre Geschichte seit der ,,Wiener Absichtserklärung zur Neuregelung der deutschen Rechtschreibung‘‘ vom 1. Juli 1996 als Rückzug in Raten dar. Nach mehreren Revisionen und mit allen Überarbeitungen stets nur in Teilen konformen Neueditionen der entsprechenden Wörterbücher ist das, was heute zur Pflicht werden soll, nur noch eine Schwundstufe dessen, was hätte kommen sollen.

In vielen Bereichen ist die alte Rechtschreibung längst wieder eingeführt, vor allem, wenn es um das Getrennt- und Zusammenschreiben von Verben geht, und vermutlich ist der Tag nicht fern, an dem nur noch das ,,ss‘‘ daran erinnert, dass es dieses bürokratische Wahngebilde überhaupt einmal gab.

Das heißt nicht, dass nicht noch mancher Unfug waltet. Denn so verdienstvoll die Arbeit des Rechtschreibrats gewesen sein mag: Sie wurde nie beendet. Eigentlich hätte sich der Rat mit der sogenannten Laut-Buchstaben-Zuordnung, mit der Groß- und Kleinschreibung sowie mit dem Bindestrich erst noch befassen wollen.

Darüber hinaus gibt es Bereiche der Rechtschreibung, für die es im Reformwerk bislang überhaupt keine Regeln gibt. So ist die Schreibung ,,heute Früh‘‘ zwar seit heute früh verbindlich, doch gibt es keine zugehörige Definition. Gleiches gilt für ,,neulich Abend‘‘.

Nachdem im vergangenen Jahr die Nachrichtenagenturen, die großen Zeitungen ebenso wie die Buchverlage die jüngste Revision unterstützten, nimmt das Durcheinander in der Rechtschreibung deutlich ab. Die meisten von ihnen benutzen allerdings eine Orthographie, die den Spielraum, den die neue Rechtschreibung zur alten gewährt, so weit wie möglich nutzt.

Dennoch kann auch das Erreichte nicht befriedigen. Auch die neugefassten Regeln sind schwerverständlich und werden überdies durch ganz unerwartete Pakete von Ausnahmen belastet - so heißt es immer noch ,,Rad fahren‘‘, aber auch ,,eislaufen‘‘. Endgültig ist auch der jetzige Zustand nicht.

Link siehe hier


Kommentar von Stuttgarter Zeitung vom 31.07.2007, verfaßt am 31.07.2007 um 20.48 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=552#6084

Das Du darf wieder groß sein
Finale der Rechtschreibreform

Am 1. August endet in Deutschland die Übergangsfrist der Rechtschreibreform. Die neuen Schreibweisen werden damit verbindlich - allerdings mit leichten Korrekturen, auch in der Stuttgarter Zeitung.

Von Tim Schleider

Bereits vor einem Jahr, am 1. August 2006, traten auf Beschluss der Bundesländer leichte Veränderungen der Rechtschreibreform in Kraft. Morgen, genau ein Jahr später, endet nun für alle Schulen die so genannte Übergangsfrist, in der die neuen Schreibweisen zwar schon gelehrt, die alten in Diktaten und Aufsätzen aber noch toleriert wurden. Auch die Nachrichtenagenturen und viele deutsche Zeitungen (so auch die Stuttgarter Zeitung) übernehmen zum 1. August 2007 die Reform der Reform. Dabei gehen diese Korrekturen auf Vorschläge zurück, die der Rat für deutsche Rechtschreibung erarbeitet hat, ein Gremium von 40 Sprachexperten unter Vorsitz des früheren bayerischen Kultusministers Hans Zehetmair (CSU). In der Hauptsache umfassen sie folgende Punkte:

> Getrennt- und Zusammenschreibung: Künftig werden Wortverbindungen dann wieder zusammengeschrieben, wenn der so gebildete Begriff eine Bedeutung im übertragenen Sinn haben soll. Die alleinstehende Mutter ist also künftig in jedem Fall wieder etwas anderes als die allein stehende Mutter. Im ersten Fall wird auf den Familienstand der Frau angespielt, im zweiten auf eine rein örtliche Beschreibung. Genauso verhält es sich dann auch wieder mit den Schulkindern, die sitzenbleiben, den Politikern, die sich gegenseitig kaltstellen, oder den Mitmenschen, auf die wir stärker achtgeben wollen.

> Groß- und Kleinschreibung: Adjektive, die mit einem Substantiv einen festen Begriff bilden, werden nun wieder großgeschrieben: die Erste Hilfe, die Große Koalition, die Kleine Anfrage, der Gelbe Sack. Auch hier kann man sich als Faustregel parat halten: Wenn das Adjektiv mehr im übertragenen als im ganz konkreten Sinn gemeint ist, spricht das stark für eine Großschreibung. Zum Beispiel sind manche Anfragen im Bundestag durchaus umfangreich, aber dennoch Kleine Anfragen, weil damit eben ein bestimmtes parlamentarisches Verfahren und nicht vorrangig eine Seitenzahl gemeint ist.

> Die Anrede in Briefen: Künftig ist es auch offiziell wieder korrekt, in Briefen das Pronomen "du" großzuschreiben. Eine Sitte, die ohnehin auch in den vergangenen zehn Jahren der Rechtschreibreform von fast allen Menschen, die überhaupt noch Briefe schreiben, aus Höflichkeit gegenüber dem Adressaten gern praktiziert wurde. Ein schönes Beispiel dafür, dass jeder Bürger frei ist, in seinem ganz privaten Umfeld jene Rechtschreibung zu üben, die er irgendwann einmal gelernt hat und für richtig hält.

> Die Eindeutschung von Fremdworten: Bei "Delfin", "Grafologie" oder "Fonetik" lassen die Reformer der Rechtschreibreform nun doch wieder die traditionellen Schreibweisen mit -ph gelten, also: Delphin, Graphologie und Phonetik. Da es sich hierbei aber um eine Kann-Regel handelt, hat sich die StZ entschlossen, die neuen Schreibweisen beizubehalten. Es möchte ja beispielsweise auch kaum jemand noch "Photographie" schreiben oder lesen; die schlankere Fotografie hat sich im Lauf der Zeit längst eingebürgert.

Wie überhaupt die meisten Korrekturen der Rechtschreibreform Kann-Regeln sind, das heißt, die alte und die neue Schreibweise stehen künftig gleichberechtigt nebeneinander. Erst die Zukunft wird weisen, welche sich durchsetzt. Ein Grund, warum die meisten deutschen Zeitungen für die Umsetzung der politischen Beschlüsse vom vergangenen Sommer ein ganzes Jahr benötigten: Zwischen vielen Alternativen musste auch die Stuttgarter Zeitung einen möglichst schlüssigen Mittelweg finden. Von morgen an ist er in der StZ (hoffentlich) zu lesen. Und dies in der Hoffnung, dass damit das Thema Rechtschreibreform zumindest auf der politischen Ebene endlich abgehakt werden kann.



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