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21.05.2007
 

Nachrichtenagenturen stellen nochmals um

Man kann jetzt die geplanten Reformschreibweisen hier besichtigen.



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Kommentare zu »Nachrichtenagenturen stellen nochmals um«
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Kommentar von Christoph Schatte, verfaßt am 05.06.2007 um 23.28 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=542#5966

Hinweis an Germanist: Es gibt keine englische, deutsche usw. (nationale) Transliteration, denn es gib nur eine international einheitliche. Es gibt indessen nationale (z.B. deutsche, englische usw.) Transkriptionen, weshalb man in Deutschland "Matzda" sagt für eine japanische Automarke, die das Pech hat, als deutsch transkribiert zu gelten.


Kommentar von stst, verfaßt am 26.05.2007 um 04.59 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=542#5944

Wenn die Agenturen, wie berichtet, umstellen, werden wohl die Zeitungen ebenfalls umstellen müssen. Z. hat hier ein gutes Geschäft für die Korrekturprogrammhersteller eingefädelt.


Kommentar von Germanist, verfaßt am 23.05.2007 um 13.11 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=542#5916

"Ist ja kein Wunder nach dem verloren Krieg" (Wolfgang Neuss 1958 in "Wir Wunderkinder") Paßt auch auf den Rechtschreibkrieg.


Kommentar von B. Eversberg, verfaßt am 23.05.2007 um 12.15 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=542#5915

Die deutschen Journalisten sind gehorsamer als die schweizerischen, das mag Z. erfreulich finden. Sie sind wie Schulkinder, die keine Aufmüpfigkeit wagen, aber den Rahmen des Erlaubten begierig ausschöpfen. Daß dabei den neuen Formen weitgehend eine Absage erteilt wird, sollte die Reformer ernüchtern. Wäre nicht die Notbremse gezogen worden, was bliebe denn außer ss noch übrig, doch keine erkennbare Substanz? Ein Halbfertigprodukt.
Das Thema wird wohl, von wegen Überdruß und weil für niemanden ein Ruhmesblatt, weder in den Zeitungen behandelt werden noch werden Reformbeteiligte sich damit noch öffentlich befassen. Es ist Friede, und damit basta!
(Tacitus: "Sie schaffen eine Wüste und nennen es Frieden")


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 22.05.2007 um 17.39 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=542#5914

Die Änderungen bei der Laut-Buchstaben-Beziehung sind gar nicht aufgelistet, das wird als unabänderlich hingenommen, keine eigenen Entscheidungen mehr ins Auge gefaßt. Bei selbstständig vermerken sie selbst, es sei keine Variante, sondern „eine andere morphologische Form“. Die Entscheidung für diese andere Form wird nicht begründet. Bei brustschwimmen usw. wird irrtümlicherweise behauptet, diese Verben seien als Zusammensetzungen nicht konjugierbar, und für die Distanzstellung wird Großschreibung des Zusatzes gewählt: schwimmt Brust (Delfin usw.). Dabei ist nicht bedacht, daß in Endstellung sehr wohl konjugiert wird: während sie brustschwimmt usw. (kraulschwimmen, er schwimmt Kraul war übrigens bisher im Duden gar nicht verzeichnet.)
Unterscheidungen wie einen Hund scharfmachen / eine Bombe scharf machen, Patienten ruhigstellen / ein gebrochenes Bein ruhig stellen werden sich kaum durchsetzen, lernbar sind sie ohnehin nicht, da ihnen die nachvollziehbare Begründung fehlt.
Warum sind Neuschreibungen wie Stilllegung überhaupt angeführt? Nur um zu zeigen, daß kein Bindestrich gesetzt wird?
Es ist klar, daß die Agenturen auch in solchen Fällen gern zurückgekehrt wären, wo es den Schulen nicht erlaubt ist. Sie schreiben also anders, als sie es für richtig halten – angeblich um der Schüler willen. Aber die Schulorthographie würde weiter zurückgebaut werden, wenn die Nachrichtenagenturen sich in diese Richtung bewegten. Schon ein Zusammenschluß der Schweizer Zeitungen mit der FAZ könnte etwas in Bewegung setzen.


Kommentar von B. Eversberg, verfaßt am 22.05.2007 um 13.40 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=542#5912

Der Fehler auf der Agenturseite wurde korrigiert, jetzt kann man die Liste der Abweichungen besichtigen, d.h. derjenigen Wörter, bei denen Duden und Wahrig auseinanderklaffen. Das sind hauptsächlich die GZS-Fälle, und man entscheidet sich dann meistens für ZS.
Deckungsgleich sind also die Agenturempfehlungen weder mit den Duden- noch mit den Wahrig-Empfehlungen. Wer Agenturschrieb schreiben will, braucht zwar nur eines der beiden Wörterbücher, muß aber sicherheitshalber immer zusätzlich die Agenturliste konsultieren, weil ja keines der beiden erkennen läßt, daß das andere anders schreibt oder empfiehlt und also eine Entscheidung nötig ist.
Eigenmächtigkeiten jenseits von Duden und Wahrig gibt es der Verlautbarung zufolge nicht, Schulkinder können also künftig unbesehen aus den Zeitungen abschreiben, immerhin.
Die Korrektursoftware soll am Stichtag 1.8. da sein.


Kommentar von Tobias Bluhme, verfaßt am 22.05.2007 um 08.46 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=542#5911

„zurate ziehen“

Da dachte ich spontan zuerst an eine Analogie zum Wurzelziehen, dann an ein falsch geschriebenes "zur Ute ziehen"... Irgendwie möchte mein Hirn das "zur..." in "zurate" als Einheit verstehen...


Kommentar von B. Eversberg, verfaßt am 22.05.2007 um 08.02 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=542#5910

Da werden zwei Listen bereitgestellt, die aber identisch sind: Gesamtliste und Abweichungen (wo Duden und Wahrig differieren). Abweichungen, z.B. "recht haben", sind aber nicht als solche markiert. Viele Reformschreibungen sind gar nicht aufgeführt, wie z.B. rau, leidtun, jedesmal, platzieren. Angeblich werden 80% der vorreformatorischen Schreibungen verwendet:
"Zu den gut 20 Prozent Reformschreibweisen zählen vor allem eingedeutschte Fremdwörter („Biografie“), Wörter, bei denen die Vor-Reform-Schreibweise nicht mehr möglich ist („Freud’sche Fehlleistung“), und Wörter, deren Reformschreibweise von beiden Wörterbuchverlagen für sinnvoller erachtet wird („zurate ziehen“)."

Immerhin fehlt nicht der lapidare Hinweis auf den "eigenen Weg" der SDA, weder Gründe dafür noch ein Link dorthin sind angegeben.


Kommentar von Klaus Achenbach, verfaßt am 21.05.2007 um 22.19 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=542#5909

Müßte es in der deutschen Transkription nicht Sputnikowaja und Nawigazionnaja heißen?
Einige praktische Vorteile sprechen für die englische Transkription. So läßt sich der englische w-Laut im der deutschen Transkription meist nur schlecht und die Unterscheidung zwischen stimmhaften und stimmlosen s-Laut gar nicht wiedergeben.
Das Schlimmste ist aber, daß es häufig völlig durcheinandergeht und man gar nicht weiß, welche Transkription eigentlich benutzt wird. Aber auch da hat die englische Transkription gewisse Vorteile. Das y ist eindeutig, das j dagegen nicht, wenn man nicht weiß, welche Transkription benutzt wird. Entsprechendes gilt für v und w.
Zu allem Überfluß muß man auch noch mit Mischformen rechnen.
Ich glaube mich zu erinnern, daß der Name eines früheren irakischen Präsidenten oder Vizepräsidenten in der FAZ als "Al Jawar" wiedergegeben wurde. Ich habe gerätselt, wie sich das wohl ausspricht (Jauar oder Dshauar?), bis ich auf die englische Transkription "Al Yawar" gestoßen bin. Da war mir die Aussprache klar.



Kommentar von "Germanist", verfaßt am 21.05.2007 um 19.12 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=542#5908

Wir werden uns wohl auch daran gewöhnen müssen, in den deutschen Zeitungen russische Wörter statt in der deutschen in der englischen Transliteration lesen zu müssen: Das russische Satelliten-Navigationssystem "GLONASS" müßte in der deutschen Transliteration "GLObalnaja NAvigatsionnaja Sputnikovaja Sistema" lauten, aber die Zeitungen schreiben "GLObalnaya NAvigatsionnaya Sputnikovaya Sistema".


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 21.05.2007 um 18.52 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=542#5907

Man darf gespannt sein, ob die F.A.Z. sich nochmals breitschlagen läßt und auch diese Agenturschreibung übernimmt. In einer internen Handreichung für die Redakteure heißt es bisher, daß vor allem im Bereich der Laut-Buchstaben-Zuordnung die Neuregelung nicht befolgt wird. In der Tat kann man ja beobachten, daß weiterhin "rauh, einbleuen" usw. geschrieben wird - ein Akt der Aufmüpfigkeit, den Zehetmair offenbar nicht verhindern konnte. Im übrigen verhält die Zeitung sich aber stromlinienförmig, z. B. auch darin, daß sie das Thema RSR mit keiner Silbe mehr erwähnt. Der Zehetmairsche Kirchhofsfriede herrscht unangefochten im ganzen deutschen Blätterwald.



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