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13.07.2006
 

Rechtschreibniveau seit den 60er Jahren extrem gesunken
Ergebnisse einer Langzeitstudie

Das Rechtschreibniveau ist in den letzten Jahrzehnten extrem gesunken. Das zeigt eine Langzeitstudie des Max-Planck-Instituts und der Universität Würzburg.

Zwanzig Jahre lang beobachteten Forscher die Entwicklung von 200 Kindern. In dieser Woche wird die Studie unter dem Titel Logik - Die Longitudinalstudie zur Genese individueller Kompetenzen zum ersten Mal präsentiert.

Der Würzburger Psychologe und Leiter der Studie, Wolfgang Schneider, äußert sich in der ZEIT vorab zu den Ergebnissen: "Wir haben für die Jugendlichen ein Diktat aus den sechziger Jahren genommen. Würde man das Rechtschreibniveau der Schüler von damals zum Maßstab nehmen, wären drei Viertel der heutigen Kinder Legastheniker." Schneider führt diese Ergebnisse auf den heutigen Unterricht zurück, der auf Rechtschreibung weniger Wert lege. In der Schule sei es jedoch wichtig, die Kinder frühzeitig auf ein bestimmtes Leistungsniveau zu heben. Schneider fordert: "Wir müssen die frühe Phase des Lebens sehr viel ernster nehmen ... Geschieht das nicht, scheinen die Pfade des Lebens ziemlich vorbestimmt."

Wie sehr zum Beispiel die ersten Grundschuljahre das spätere Leben prägten, zeige sich insbesondere bei der Rechtschreibung: "Obwohl die Kinder auf unterschiedliche Schulen gehen, unterschiedliche Lehrer haben, veränderten sich die Unterschiede in den Rechtschreibkompetenzen so gut wie gar nicht. Wer mit sieben Jahren mehr Fehler als die anderen machte, machte auch mit 23 noch mehr Fehler."

(Lesen Sie das Interview mit Wolfgang Schneider hier: Die Zeit, 13. Juli 2006)



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Kommentare zu »Rechtschreibniveau seit den 60er Jahren extrem gesunken«
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Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 24.03.2010 um 16.51 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=487#8134

Auch wenn die Untersuchung etwas interessegeleitet sein mag, wird ihr wesentliches Ergebnis schon stimmen:

"Weiterer Rückgang bei Rechtschreibleistungen der Schüler
(...)
Aus einer Ergänzungsstudie zu IGLU 2006, in deren Rahmen die Rechtschreibleistungen von über 8 000 Kindern am Ende der 4. Klasse getestet wurden, geht hervor, dass die Mehrzahl der Kinder am Ende der Grundschulzeit große Unsicherheiten im Umgang mit der Orthographie aufweist. Der bekannte Testexperte Dr. Peter May aus Hamburg hat darüberhinaus die Schreibleistungen dieser Kinder mit Ergebnissen in früheren Jahren verglichen und kommt zu der Feststellung: "Die mittleren Leistungen in der Rechtschreibung am Ende der 4. Klasse sind in dieser Zeit weiter gesunken."
(...)
Die jahrelang umstrittene Rechtschreibreform hat entgegen ihrer ursprünglichen Absicht, den Schülern das Lernen zu erleichtern, offensichtlich keine Erleichterung für unsichere Lerner gebracht, sondern sogar eher mehr Verwirrung als Klarheit erzeugt."

(http://www.presseportal.de/pm/76145/1583548/dideon_gmbh)

Tatsächlich sind die neuen Regeln, zwischen die sich ja auch ständig die "alten" und die zwei überholt-neuen drängen, selbst für uns Erwachsene nicht mehr überschaubar. Wie sollte es für die Kinder leichter sein! Augst und seine Genossen begrüßen das wahrscheinlich als schöpferische Zerstörung, es gibt ja Äußerungen in dieser Richtung.


Kommentar von kratzbaum, verfaßt am 05.09.2006 um 15.28 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=487#4795

Nicht nur die Komplexität des Phänomens Rechtschreibung ist kaum erkannt worden. Das eigentlich Bestürzende ist der daraus folgende laienhafte bis barbarische Zugriff auf ein hochkomplexes, gegen punktuelle Eingriffe äußerst anfälliges System. Mögen die Änderungen insgesamt rein quantitativ auch geringfügig sein, so ist doch der Schaden fürs Ganze noch gar nicht abzusehen. Es ist wie bei einer kleinen, harmlos erscheinenden Verletzung, die als Einfallstor für Erreger zu einer lebensbedrohlichen allgemeinen Sepsis führen kann. Die neuartigen Fehler, die uns täglich begegnen, lassen erahnen, wie schwer der Organismus Orthographie beschädigt ist.


Kommentar von Bernhard Eversberg, verfaßt am 05.09.2006 um 14.23 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=487#4793

Allzu wenige, die irgendeinen Einfluß auf Rechtschreibung haben, verstehen was von der wahren Komplexität des Phänomens und von seinen Auswirkungen. Man beginnt zu ahnen, daß die Folgen der Reform erst in Ansätzen zu sehen sind. Untersuchungen werden gleichwohl nicht angestellt, am wenigsten von den Verantwortlichen. Sprachwissenschaftliche Institute in Verbindung mit Lernpsychologen und Medienkundlern könnten sich einen Namen machen, sehen diese Notwendigkeit und Chance aber wohl noch immer nicht. Vielleicht kommt ja auch raus, daß wirklich alles nicht besonders schlimm ist und die wahren Probleme ganz woanders liegen. Vielleicht muß nur die richtige Software überall eingesetzt werden und dann als richtig definiert, was sie durchläßt - und fertig, und dann gleich rein in die Grundschulen damit. Oder solcherlei Annahmen sind große Irrtümer, dann wäre es gut, man könnte näher ergründen und belegen, warum.
Die Dummschwätzerei und pauschale Verharmlosung bzw. Dramatisierung wird deshalb so bald nicht enden. Risiken und Nebenwirkungen vieler anderer Dinge werden sehr viel penibler untersucht, bevor man sie auf die Allgemeinheit losläßt.


Kommentar von Horst Ludwig, verfaßt am 02.09.2006 um 00.21 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=487#4791

Die Lektüre alter Werke zeige, dass die Rechtschreibung schon immer im Wandel war, meint der Deutschlehrer [Dr. Jürgen Haist, Leiter des Lampertheimer Lessing-Gymnasiums] gelassen. (#4782)
Naja, hier wenigstens nicht gleich aufs ganze, Sprache verändert sich, sondern nur — und das aufgrund sicher persönlicher Einsicht während der Studienzeit — die Rechtschreibung. Aber danach ist Rechtschreibung offenbar einfach nur die Schreibung einzelner Wörter, denn "[v]ielmehr hapere es oft am Satzbau und fundamentalen Grammatikkenntnissen." Ja, warum denn "muss" dann auch selbst der promovierte Deutschlehrer "eben nachschlagen"? Hat Zeichensetzung nichts mit Satzbau zu tun und Groß- und Kleinschreibung mit fundamentalen Grammatikkenntnissen? Wie oft benutzt er denn in seinem geschriebenen Deutsch "behende" und wem e-mailt er denn etwas über seinen neuen Sepplhut mit dem Gamsbart? Das "Rechtschreibniveau [ist] seit den 60er Jahren extrem gesunken", gerade weil selbst sog. und staatlich anerkannte Experten selbst nicht mehr Vorbild sein können, denn die merken gar nicht, wie wenig System die Reform hat. Sie fallen auf Schlagworte rein, wo sie zeigen müßten, daß sie von der Sache mehr verstehen als ihre politisch Vorgesetzten. Statt dessen sind sie aber eben wenigstens ideologisch stramm, und das macht ja auch Eindruck zum Weiterkommen. Warum sind denn "die Kosten, die die Schulen durch [die Reform] hatten", so ärgerlich? Weil Schulleiter eben nicht mal fundamentalstes Wissen zu einer wichtigen Frage ihres Amtsbereiches in ihr Amt mitbrachten, nämlich: wie systematisch Rechtschreibung ist, welche Funktion sie in unserer Gesellschaft hat und wer aus welchen Gründen gern daran herumfummeln möchte. Grundwissen hier bei den für unsere Schulen Verantwortlichen hätte viel Geld und Arbeit gespart.


Kommentar von Norbert Schäbler, verfaßt am 01.09.2006 um 20.02 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=487#4789

"Wauwow!"

Intellektuelle Redlichkeit kann in der heutigen Zeit von Staatsdienern, insbesondere von denen, die im Erziehungsbereich tätig sind, nicht mehr verlangt werden. Redlich nämlich wäre es, für die Errungenschaft der Adelung’schen S-Schreibung vehement einzutreten, weil es dafür gute Gründe gibt. Lediglich zwei Argumente sprechen dagegen:
1. In der Schweiz hat man das scharfe „ß“ total abgeschafft – und das System der schwyzerdeutschen Minderheit innerhalb des Alpenstaates funktioniert.
2. Seit 1996 wurde in den übrigen deutschsprachigen Staaten und Regionen die Heyse’sche Regel eingeführt – weil unsere bundesdeutsche Demokratie eben nicht mehr funktioniert. (Im übrigen gibt es gar keine Vereinheitlichung auf dem Gebiet deutscher Rechtschreibung. Die Schweizer schreiben nach wie vor anders. Die Parole: "Rechtschreibreform zum Zwecke der Vereinheitlichung" ist eine infame Lüge!)

Aus meiner Zeit als Lehrer (einer Zeit, die 2001 mit der Verabschiedung in den Vorruhestand endete) kann ich versichern, daß die Adelungsche Schreibung keine nennenswerten Schwierigkeiten in sich barg. Schüler aller Altersstufen (ich unterrichtete in Grund- und Hauptschulen) hatten im Gegenteil enorme Lerngewinne bei der Vorbereitung von Diktaten, in denen der Rechtschreibfall "S-Laute" eine Rolle spielte. Die Faustregel „ss am Schluß bringt Verdruß“ war visuell und akustisch vermittelbar. Schüler fanden Spaß an dem Buchstaben „ß“, der sich in Schreibschrift als überlanger Buchstabe präsentiert und durch seine „Dreilinigkeit“ das Augenmerk auf sich selbst richtet. Schüler haben sich immer gefreut auf diesen Buchstaben, der, obwohl er sich im Wortinneren befindet, eine Größe darstellt. Das Auge kann gar nicht daran vorbei. Das „ß“ in Schreibschrift ist ein Ruhepol, gleichsam eine Haltestelle. Es kennzeichnet aufgrund seiner Eigenart die Silbenfuge für das Auge.
Bleibt nachzutragen, daß der Buchstabe „ß“ auch ein haptisches Phänomen ist – eine Kombination zwischen großem B und zusätzlichem Standbein. Das ß ist ein würdevoller, ästhetischer, funktionsträchtiger und anmutender Buchstabe. Zumindest früher haben ihn die Schüler geliebt. Es gibt auch Äußerungen aus dem Ausland (besonders aus Fernost), die ihr Bedauern ausdrücken, daß dieser typisch deutsche Buchstabe vom Aussterben bedroht ist.

Widmen wir uns aber lieber den stereotypen Äußerungen: „Sprache ist dem Wandel unterworfen. Sprache heißt stetige Veränderung.“
Ist das so? Warum? In welchen Teilbereichen? In welcher Intensität?

Gegenfragen:
Ist Sprache etwa nur ein Kleidungsstück, das saisonalen Bedingungen und Modeströmungen unterworfen ist?
Ist Sprache vielleicht auch ein Indikator für Störungen in allen zwischenmenschlichen, gesellschaftlichen und staatsrechtlichen Bereichen?
Abschließend eine wissenschaftliche und technische Pointe: Könnte man Sprache nicht sogar als nonverbale Kommunikation verstehen? "Wau - Wow!"


Kommentar von Dagmar Konrad, verfaßt am 01.09.2006 um 13.45 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=487#4787

Meine 13jährige Nichte aus Aalen schrieb mir unlängst stolz von ihrem guten Zeugniss. Sie besucht das Gymnasium und kommt jetzt in die 8. Klasse. In Deutsch hatte sie eine Zwei. Sie schloß mit den Worten biss bald - Deine R.


Kommentar von kratzbaum, verfaßt am 01.09.2006 um 08.27 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=487#4784

Heiße Magister, heiße Doctor gar

"Die richtige Schreibweise sei den Kindern in der Regel bekannt..."

"Natürlich werde aber die falsche Scheibung eines Wortes erst angestrichen, wenn die Kinder das Wort kennen."

Wie schon mehrmals beobachtet, muß man wohl Schulleiter sein, um in aller Unschuld solche Sätze von sich geben zu können. Dazu gehört auch die von Anfang an immer wieder zu hörende Formel, daß die Reform in den Schulen weitgehend problemlos umgesetzt werde. Das kann bestenfalls bedeuten, daß die Schüler die Regeln eingepaukt haben. Bis heute fehlen breitangelegte, wissenschaftliche Studien über die orthographischen Fähigkeiten der reformiert unterrichteten Schülergenerationen. Dies wäre ureigenste Aufgabe und Pflicht der MK, die sich sonst nicht genugtun können mit Evaluation und Leistungskatalogen. - Alles, was man so von Lehrern über den Erfolg der neuen Rechtschreibung zu hören bekommt, macht den Eindruck des Vagen, Impressionistischen. Das ist auch kein Wunder, lebt doch dieser Berufsstand ganz besonders von Verkennung, Wahn und Illusionen. Die Wahrnehmung und Anerkennung der harten Fakten in bezug auf die Wirksamkeit ihres Tuns würde manche in die Verzweiflung treiben.


Kommentar von Südhessen Morgen vom 26. August 2006, verfaßt am 31.08.2006 um 00.48 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=487#4782

Griff zum gelben Klassiker ist auch für Schüler legitim

Nachdem die Regeln der Rechtschreibreform jetzt verbindlich gelten, werden in den Schulen entsprechende Fehler wieder bewertet

Von Susanne Wassmuth-Gumbel und Katja Nicklaus

Lampertheim. Jetzt ist sie amtlich und offiziell verbindlich: Die neue deutsche Rechtschreibung. Auch für Schüler gibt es nun kein Pardon mehr. Künftig müssen in Klassenarbeiten Getrennt- und Zusammenschreibung ebenso stimmen wie Groß- und Kleinschreibung und die einzelnen Wortschreibungen.

Dass es kurz vor Schluss noch einmal die Reform der Reform und mit ihr einige Änderungen gab, sieht Dr. Jürgen Haist, Leiter des Lampertheimer Lessing-Gymnasiums, gelassen. Die Lektüre alter Werke zeige, dass die Rechtschreibung schon immer im Wandel war, meint der Deutschlehrer.

Der Schulleiter ärgert sich weniger über die Reform als über die Kosten, die die Schulen durch sie hatten. Bücher und Lehrmaterial hätten sehr viel Geld verschlungen - durchaus auch zu Lasten anderer Fachbereiche. Besonders ärgerlich: Durch die neuerlichen Änderungen sind die neuen Bücher nun auch nicht mehr auf dem aktuellsten Stand. Nun müssen die Lehrer im Unterricht die entsprechenden Korrekturen anbringen.

Der Gymnasialdirektor wertet die Verbindlichkeit der neuen Regeln seit dem 1. August aber durchaus positiv. Die richtige Schreibweise sei den Kindern in der Regel bekannt und könne nun auch bewertet werden. Natürlich werde aber die falsche Schreibung eines Wortes erst angestrichen, wenn die Kinder das Wort kennen. Generell aber mache die Schreibweise einzelner Wörter den Schülern weniger Probleme. Vielmehr hapere es oft am Satzbau und fundamentalen Grammatikkenntnissen.

Die neueste Ausgabe des Duden ist für Haist legitimes Hilfsmittel: "Es ist keine Schande, nicht zu wissen, wie etwas geschrieben wird. Dann muss man eben nachschlagen", meint er und greift selbst im Zweifelsfall zu dem Klassiker in Gelb.

Auch Renate Brückner, Schulleiterin der Schillerschule, bereitet die wieder neue deutsche Rechtschreibung wenig Kopfzerbrechen: "Die Grundschulen sind davon ohnehin nicht so stark betroffen wie die weiterführenden Schulen. Theodor Ickler, Autor verschiedener Artikel in der FAZ, hat einmal nachgezählt und kam auf weniger als 40 Wörter im Bereich des Grundwortschatzes der Grundschule." Und, so führt sie mit Humor an: "Goethe hat ja mal gesagt, dass er so schreibt, wie er denkt, es ist richtig und er werde verstanden."

Außerdem betont sie: "Sprache ist etwas Gewachsenes und unterliegt der ständigen Veränderung." Ein größeres Anliegen als sich Gedanken über veränderte Schreibweisen zu machen, ist ihr, den Kindern ein differenziertes Sprachverhalten zu vermitteln: "Da muss die Schule mehr tun als früher, weil die Elternhäuser das oft nicht mehr leisten können. Früher in den Großfamilien mit Großvater, Großmutter, Onkel und Tanten hatten die Kinder viel mehr Möglichkeiten zu sprechen. Man merkt deutlich, ob zuhause viel geredet wird."

Doch vorerst richtet Renate Brückner einen optimistischen Blick auf die nächste Woche: "Wir freuen uns jetzt einfach auf unsere neuen Schulkinder."


(Link)


Kommentar von Norbert Schäbler, verfaßt am 17.08.2006 um 13.17 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=487#4750

„Standrechtliches“

Stellungnahmen aus Gefälligkeit sind seit dem Rechtschreiberlaß des Kultusministeriums gang und gäbe. Daß aber die Gefälligkeitsadressen allmählich in Selbstbezichtigung ausarten, ist ein völlig neuer Aspekt. Scheinbar überlegt man auf der Ebene der mittleren Lehrpersonalabteilung nicht mehr, wenn man etwas von sich gibt.

Was will man von einem Lehrer halten, der vorgibt, nachschlagen zu müssen, wenn er den Satz „er hat Recht“ korrigieren muß. Könnte er das nicht selbständig (ständig und auch selbst) entscheiden mit situationsspezifischen Fragen? Handelt es sich etwa um einen gerichtlichen Streitfall, in dem der Gottesfürchtigere obsiegt hat, oder handelt es sich um eine Wette, bei der die Kontrahenten bei irgendeiner außergerichtlichen Instanz Belehrung eingeholt haben?

Was will man von einem Lehrer halten, der aussagt, daß durch die Liberalisierung der Zeichensetzung Fehlerquellen beseitigt worden sind? Weiß dieser Lehrer überhaupt, daß die Reformer in vereinzelten Fällen nachbessern mußten – was für den Lehrer in eine Katastrophe ausarten wird, weil er jahrelang Falsches duldete? Weiß er, daß der angebliche Fortschritt aus schwerwiegenden Nachteilen besteht, die der Leser hinnehmen muß? Weiß er, daß es in diesem scheinliberalen Interpunktionssystem strengste Vorschriften gibt (z.B. bei der wörtlichen Rede, z.B. beim Vorgreifer-Es), bei dem sich selbst Sprachwissenschaftler die Haare raufen?

Was will man von einem Lehrer halten, der von einer Verschlechterung der Rechtschreibleistung redet, die über Jahre hinweg fortdauert? Redet dieser Mensch nicht wie ein Gehirnprothesenträger, wenn er behauptet, daß sich – angesichts der Tatsache, daß künftighin ausschließlich nach neuer Rechtschreibung korrigiert wird – der Trend fortsetzen wird? Hätte die Rechtschreibreform diesen Trend nicht umlenken müssen? Wie kann in dieser Hinsicht noch ein Platz sein für Beschwichtigung, Verdunkelung und Lüge?

Tut mir Leid! Das sind alles Kotzbrockenaussagen! Es sind Gefälligkeitsdienste von Steigbügelhaltern und Stallknechten! Diese Herrschaftsmenschen sollten sich endlich einmal schlau machen, falls sie Standes-Rechte erlangen wollen!



Kommentar von Der Bund, 14.08.06, verfaßt am 17.08.2006 um 08.40 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=487#4745

Rechtschreibung bleibt schwierig

Seit 1998 werden in den Schulen die neuen Rechtschreibregeln unterrichtet. Bisher waren auch die alten Schreibungen akzeptiert. Diese Toleranz ist mit Beginn dieses Schuljahres aufgehoben. Wie gehen die Lehrer mit der Änderung um?

Für Kurt Hess’ Schüler bleibt alles beim Alten: «Ich habe schon bisher nach den neuen Regeln korrigiert», sagt der Lehrer, der an der Oberstufe Hinterkappelen in einer Realklasse Deutsch unterrichtet. Zudem hätten seine Achtklässler höchstens in ihren ersten beiden Schuljahren noch alte Schreibweisen vermittelt bekommen. «Die Finessen der Orthografie spielen für Realschüler aber sowieso keine Rolle», sagt Hess. «Ich lege Wert darauf, die grundlegenden Kenntnisse zu vermitteln und zu üben.» Die Rechtschreibung falle vielen Schülern enorm schwer, 30 Fehler pro A4-Seite seien keine Ausnahme. «Sie schreiben einmal ,See‘ und in der nächsten Zeile ,Seh‘ – viele haben keinen Plan, wie Orthografie funktioniert, alte oder neue Regeln hin oder her.» Die Reform habe dennoch gewisse Erleichterungen gebracht, sagt der Lehrer. «Die Kommasetzung war vorher ein Knackpunkt, auch für Sekundarschüler.»

Ein Fünftel hat Probleme

Auch für die parallele Sekundarklasse in Hinterkappelen wird sich nichts ändern: «Eine Umstellung hat es für meine Schüler nie gegeben, sie haben die alten Regeln gar nicht gekannt», sagt Lehrer Walter Gfeller. Die Rechtschreibung bereite rund einem Fünftel Probleme – das sei nach der Reform nicht anders als zuvor. Besonders mit Gross- und Kleinschreibung, Dehnungen und Schärfungen täten sich auch die Sekundarschüler seit jeher schwer. Leichter falle ihnen nach der Reform die Kommasetzung sowie die Getrennt- oder Zusammenschreibung sagt Gfeller. Die Orthografie behandelt er aber nur mit jenen Schülern explizit, die Probleme damit haben. Die übrigen lernten die Regeln sukzessive beim Lesen und Schreiben, erklärt der Lehrer. «97 Prozent der Fälle können sie Ende Schulzeit dann richtig entscheiden.» Statt die restlichen Zweifelsfälle auszumerzen, mache er die Schüler lieber im Umgang mit Korrekturhilfen wie den Rechtschreibprogrammen des Computers vertraut.

Nullbilanz für Reform

«Die Rechtschreibreform fällt für meine Schüler nicht ins Gewicht. Sie machen genauso viele Fehler wie früher, nur andere», sagt auch Stephan Gerber, Deutschlehrer am Gymnasium Hofwil. Er unterrichtet bereits seit der Einführung 1998 nach den neuen Regeln, hält die Reform aber für «Gugus». Es seien lediglich komplizierte Regeln durch andere, genauso komplizierte Regeln ersetzt worden, sagt Gerber. «Dabei hätte man mit der Einführung einer gemässigten Kleinschreibung enorme Erleichterung schaffen können», meint der Lehrer. Besonders schwer falle den Schülern nämlich nach wie vor die Gross- und Kleinschreibung – und nicht nur denen. Ob man etwa «er hat Recht» oder «er hat recht» schreibe, müsse auch er selbst immer wieder nachschlagen. Einziger Gewinn der Reform, so Gerber, sei die Lockerung der Kommaregeln. Franziska Ramser


(PDF-Datei)


Kommentar von Münchner Merkur, 13. 7. 2006, verfaßt am 21.07.2006 um 16.13 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=487#4529

Üben, üben, üben!
RECHTSCHREIB-NIVEAU VON SCHÜLERN SINKT

Wer die bekannten Klagen aus der Wirtschaft über groteske Orthographie, chaotische Zeichensetzung und verbales Gestammel in Bewerbungsschreiben für überzogenes Anspruchsdenken von Arbeitgebern hielt, darf beschämt Abbitte leisten. Gemessen am Rechtschreibniveau vor 20 Jahren müssten drei Viertel der heutigen Schulkinder als Legastheniker gelten, lautet das provozierende Ergebnis einer Würzburger Langzeitstudie.

Zumindest in diesem Fall enthält der Stoßseufzer "Früher war alles besser" ein Körnchen Wahrheit. Zeitgenossen, deren Kindheit schon etwas länger zurückliegt, erinnern sich an regelmäßige Kurzdiktate zu Beginn der Deutschstunde und den Tadel des Lehrers, wenn die Zahl der Fehler drei überschritt. Oder an "Exen" aus anderen Fachgebieten, die, obwohl sachlich richtig, rot verkritzelt eine Abwertung erfuhren - sofern sie überhaupt zur Korrektur angenommen wurden.

Zugegeben, das war sture Paukerei. Aber nützlich. Doppelt dumm, dass sich die pädagogische Mode derart geändert hat. Denn fatalerweise schulen Kinder heute Sprache und Schrift weniger an Goethe, Kleist, Fontane oder Kästner, sondern orientieren sich am Szene-Slang von TV-Serien und dem akustischen Kauderwelsch von Computerspielen. Wer den Niedergang der Rechtschreibung studieren möchte, der mache ein paar Ausflüge in die Diskussionsforen des Internets.

Man könnte zum Schluss kommen, dass Orthographie und Interpunktion gar nicht so wichtig sind, solange die Verständigung klappt. Aber tut sie das wirklich? Eine schlampige Ausdrucksweise steht in Wechselwirkung mit schlampiger Gedankenarbeit; wer sich auf der einen Seite um Exaktheit bemüht, der erzielt Erfolge auch auf der anderen. Warum also das alte Motto "üben, üben, üben" nicht vorsichtig entstauben?

Lorenz von Stackelberg



Kommentar von rrbth, verfaßt am 13.07.2006 um 16.05 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=487#4449

(Recht-)Schreibniveau

Das Schuljahr (in Bayern) neigt sich dem Ende zu, und so findet man allerlei Heftchen zu Ausbildung und Berufswahl. Eines heißt „Informationen zur Studien- & Berufswahl in der Hochschulregion Bayern“. Auf dem Titelblatt prangen zwei Firmenlogos: „Institut für wissenschaftliche Veröffentlichungen“ und „Alpha Informationsgesellschaft mgH“.

Ich zitiere den ersten Satz des Vorwortes.
«Durch die gesellschaftliche (sic!) Veränderungen, den enormen wissenschaftlichen Fortschritt, sowie die immer schwieriger werdende Arbeitsmarktsituation, ist es heutzutage notwendiger denn je, sich rechtzeitig und intensiv mit der Gestaltung des persönlichen Ausbildungsweges und seiner beruflichen Zukunft auseinander zu setzen.»

Nachdem das Heftchen ja hohen Ansprüchen gerecht wird, darf zuerst das Bundesministerium für Bildung und Forschung etwas zur PISA-Studie schreiben, wobei ich natürlich nicht weiß, was und wieviel da redaktionell verändert wurde.
Ein Satz soll genügen:
«Das sollte Anlass sin (sic!), die dem von Bund und Ländern gemeinsam getragenen SINUS-Programm entwickelten Reformschritte zur Verbesserung des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts in die Breite zu tragen.»

Nein, doch noch zwei Sätze:
«Die Streichung der Eigentumzulage würde für Länder und Kommunen über drei Milliarden Euro freisetzen. Mit dem Geld lassen sich Lehrer, Sozialpädagogen oder Erzieher einstellen.»

Die weiteren Beiträge sind mal besser mal schlechter, auf fast jeder Seite kann man sich mehrmals fragen, liest denn das niemand sorgfältig durch, bevor es veröffentlicht wird?

Ein schöner Satz, zu finden auf Seite 48, noch zum Schluß:
«Die Durchführung der Therapie führen Sie eigenverantwortlich durch.»

Wie sagt doch (unsere liebe) Frau Dr. Schavan: „Wenn wir die Zukunftschancen der jungen Generation in Deutschland sichern wollen, brauchen wir eine hohe Qualität in der Ausbildung, die Förderung der vielfältigen Talente und Exzellenz in Wissenschaft und Forschung.


Kommentar von Norbert Schäbler, verfaßt am 13.07.2006 um 12.38 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=487#4448

"Trophy-Tour"

W.L. will uns klarmachen, daß es unnütz ist, Fehler zu sammeln, die man einer Trophäe gleich bei jeder sich bietenden Gelegenheit präsentiert. Das könnte sich leicht zu einem Eigentor entwickeln, vermutet er (sinngemäß), und die Realität gibt ihm recht.

Es wird sie nämlich künftig nicht mehr geben: Die Neuauflage der „RSR-Trophy-Tour!“
Sie ist vorbei, und in allen Kategorien wurde das Duo Staat/Wirtschaft zum Sieger ausgerufen. Das Duo erhielt den Pokal für Vereinfachung, für Vereinheitlichung, für Liberalisierung, für Entkrampfung, für Entwertung, für die beste angewandte Methode ...
Und alles, was künftig noch aufgesammelt werden kann, ist stinkender Unrat, wertloser Abfall, ein Scherbenhaufen, in dem sich weder ein Staatsmann noch ein Wirtschaftsmanager je spiegeln will und wird. D.h.: Es gibt keine echten Trophäen mehr!

Wie aber steht es mit den eingeheimsten Siegerpokalen? Sind sie in fairem Wettkampf und rechtmäßig erstanden? Ist das was draufsteht auch wirklich drin? Wie steht es z.B. mit dem Pokal, der für „Entwertung“ vergeben wurde? Ist jener verdient?

Das mit Sicherheit und auf alle Fälle! Staat und Wirtschaft haben schließlich in jahrzehntelangem Kampf alles unternommen, um die ehemals „heilige Kuh: Rechtschreibung“ ans Schlachtmesser zu liefern. Gegen jegliche gesellschaftliche und individuelle Wertschätzung, gegen aufkeimendes Nationalbewußtsein und gegen grundsätzliche Anforderungen störungsfreier Kommunikation hat sich das Duo behauptet. Sachangemessene Wertevermittlung hat der Staat schon insofern infragegestellt, als er dem Lernziel „Rechtschreibung“ den Minimalrespekt mit den unterschiedlichsten Begründungen verweigert hat.

Man benötigt keine langatmigen Untersuchungen und Diktatvergleiche (über die Jahrzehnte hinweg), um herauszufinden, daß die Rechtschreibfähigkeiten in den zurückliegenden 60 Jahren entscheidend nachgelassen haben. Es genügen ein bißchen Geschichtswissen (vor rund 60 Jahren war Kriegsende) und ein paar wache Sinne. Mit bloßem Auge wird man erkennen (in Büchern, Zeitungen, Bildschirmtexten ...), daß selbst Erwachsene einen Motivationsverlust erlitten haben. Sie schreiben deshalb nicht mehr ausdrucksstark und ergebnisorientiert.
Und warum: Weil es keine echten Trophäen mehr gibt!


Kommentar von R. M., verfaßt am 13.07.2006 um 11.47 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=487#4447

Es ist, nebenbei bemerkt, ganz interessant, daß die Zeit ihre Vorabmeldung auf das Thema Rechtschreibung fokussiert hat, das im Artikel selbst nicht im Vordergrund steht.


Kommentar von Horst Ludwig, verfaßt am 13.07.2006 um 10.59 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=487#4446

Zu *Die Zeit* (so daß wir nicht verschoben werden, lieber Herr Wagner [#4440]):
Ja, ja. Gehört der Rand nun noch zum Loch, oder ist er daneben? — Das Zitat stand aber so bei news aktuell, als es bei mir hier noch klar der 12. war. Sowieso: Verglichen mit Ihrem Arbeitstag in Deutschland
klapp ich, klapp ich [immer] etwas nach
und bin und bin mit Ach und Krach
ein Mensch von heute vormittach.
Naja, vormittag. Aber nicht von *"heute Vormittag"! Man kann mir doch keinen Unsinn einreden! (Das mit der "Nachklapper" ist von Walter Dirks, lieber Herr Lachenmann. [Herr Lachenmann freut sich manchmal über meine Formulierungen. Aber wie fast alles von mir ist es nicht von mir, sondern irgendwie auf mich gekommen.
So auch meine Ideen zur Verschriftung des Deutschen. Ein Englischprofessor, dessen Namen ich vergessen habe und den ich damals sehr langweilig fand, an den erinnerte ich mich sofort, als unsere Rechtschreibmisere so mir nichts, dir nichts verordnet wurde: Die einzige sachgerechte Rechtschreibung des Englischen wäre die phonetische; und die würde sowieso nicht lang stimmen, da sich die Ausprache ja ändert. Er dachte damals sogar noch in den Grenzen einer "idealen" Ausprache — "Queen's English"/"BBC English", und amerikanisches Englisch war sowieso tabu —; aber er lehrte für mich unvergeßlich, daß die überkommene Schreibung des Englischen eben die einzige ist, die funktioniert, und deshalb ist sie vernünftig. — Wie sehr doch Zeit bei unserm Problem hier eine Rolle spielt, Herr Markner!
In Amerika, wo doch beinahe alles über Nacht verändert werden kann — sozusagen um 0:00 Uhr —, hatten ja auch einige versucht, die Verschriftung des Englischen amerikanisch vernünftig zu gestalten. Und das Ergebnis: Während die Engländer den antipodisch lebenden Australiern und Neuseeländern weiterhin "neighbours" sind, sind sie den nur transatlantischen Amerikanern jetzt keine "neighbours" mehr, sondern bloß noch "neighbors". Diese Veränderung ist ebenso beeindruckend wie die des Professors in Frischs *Biografie: Ein Spiel*, der, nachdem er alles in seinem Leben immer wieder durch vernünftige Einsicht rückgängig machen konnte, als einzige Veränderung am Ende vorzuweisen hat, daß er geheim der Kommunistischen Partei beigetreten war... kratzbaum meint, daß von der Rechtschreibreform gleichermaßen wenig bleibt, und auch Jochems ist unverbesserlich optimistisch. Aber auch wenn ich hier im Forum manchmal fröhlich bin, — ich bin's nicht. Wenn ich an die KMK in Deutschland in der Nacht denke (#4445), dann denke ich auch an einen Text von François Villon, der auch Brecht nicht losgelassen hat.— Das schreibe ich nachts noch vor vier mit sieben Stunden Verspätung in Ihren Vormittach hinein. Doch Sie haben völlig recht, Herr Wagner: Geduld! Das sagt mir mein Beichtvater auch.])


Kommentar von Hans-Dieter von Wehbergen, verfaßt am 13.07.2006 um 10.26 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=487#4445

Von ein paar altbildungsbürgerlichen Haushalten abgesehen kümmern sich kaum noch Eltern um die Rechtschreibleistung ihrer Sprößlinge. Früher wurde zu Hause geübt, in der Schule Förderunterricht angeboten und privat Nachhilfe organisiert. Heute guckt man Fernsehen und macht Ballerspiele am Rechner.
Das ist zuvorderst ein gesellschaftliches Malheur, das genauso Schwachmatiker in anderen Schulfächern hervorbringt. Bei der Rechtschreibung wird es nur deutlicher, weil im Alltag eben mehr geschrieben wird als chemisch experimentiert. Und was ich an E-Mail- und SMS-Katastrophen lese...
Personalabteilungen können Bewerbungsmappen von Schulabgängern (auch und gerade Abiturienten) vorlegen, bei denen die Zahl der Wörter kaum über der der Fehler liegt.


Kommentar von Jan-Martin Wagner, verfaßt am 13.07.2006 um 00.19 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=487#4440

Geduld, lieber Herr Ludwig, der 13. Juli ist ja noch nicht mal eine halbe Stunde alt ...


Kommentar von Horst Ludwig, verfaßt am 13.07.2006 um 00.00 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=487#4438

"Fehler machen wir alle miteinander." Natürlich. "Solange wir erkennen, daß es Fehler sind, ist das nicht weiter schlimm." Auch richtig. Aber erkennen wir auch "alle miteinander [...], daß es Fehler sind"? Oder sind wir eben aufgrund der Umstände einfach ganz durcheinander, auch bei der *Zeit*? — Wie steht's denn nun wirklich im gedruckten *Zeit*-Artikel? ("Das komplette ZEIT-Interview der ZEIT Nr. 29 vom 13. Juli 2006 senden wir Ihnen gerne zu.") Ist das Interview da gleichlautend eingeleitet?


Kommentar von W.L., verfaßt am 12.07.2006 um 23.29 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=487#4437

Nun ist es vielleicht auch ein bißchen unernst, jeden Verschreiber oder Fehler, den einer unserer Kontrahenten liefert, aufzuspießen und hier als Trophäe und Nachweis seiner wie auch immer gearteten defizitären Befindlichkeit zu apportieren. Auf diese Weise riskiert man eher, die schwerwiegenden sachlichen Kritikpunkte, die hier aufgezeigt werden sollen und auch werden, zu entkräften - Fehler machen wir alle miteinander. Solange wir erkennen, daß es Fehler sind, ist das nicht weiter schlimm.


Kommentar von Jan-Martin Wagner, verfaßt am 12.07.2006 um 22.02 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=487#4436

Jeder führt sich selber vor, so gut er kann:

»Der Würzburger Psychologe und Leiter der Studie, Wolfgang Schneider, äussert sich in der ZEIT vorab ...«


Kommentar von Glasreiniger, verfaßt am 12.07.2006 um 21.28 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=487#4435

Frechheit.


Kommentar von Der Lehrer, verfaßt am 12.07.2006 um 21.12 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=487#4434

Unvermögen und Gleichgültigkeit.


Kommentar von Charlotte, verfaßt am 12.07.2006 um 21.05 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=487#4433

Der Untergang der Rechtschreibung wird auch vom Grundschulverband tüchtig forciert, siehe z.B. die Pressemitteilung vom 10. August 2004 (hier).

Mein Hinweis auf den darin enthaltenen Rechtschreibfehler "zu Gute" blieb zudem unbeantwortet.

Was ist das, Ideologie, Borniertheit, Unwissenheit?



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