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Nachrichten rund um die Rechtschreibreform

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03.03.2006
 

„Zwei Hand voll Rreis“
Neues Regelwerk verfügbar

Das endgültig vorläufige Regelwerk der deutschen Rechtschreibung steht jetzt zum Herunterladen bereit.

Die pdf-Datei kann von dieser Adresse bezogen werden.



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Kommentare zu »„Zwei Hand voll Rreis“«
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Kommentar von Aachener Nachrichten/Zeitung, 4. 3. 2006, verfaßt am 04.03.2006 um 21.17 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=426#3290

Kuhhandel nach Gutdünken
Kultusminister segnen Rechtschreibreform-Reform ab

Die Rechtschreibreform ist genauso skandalös “beendet" worden, wie sie zehn Jahre lang von der Kultusministerkonferenz betrieben wurde: nach Gutsherrenart. Nach Gutdünken eines Gremiums, das weder legitimiert noch kompetent ist, sprachliche Normen festzulegen. Mit der strittigste Teil der Reform, die Groß- und Kleinschreibung, wurde ohne Begründung kurzerhand für “unstrittig" erklärt. Trotzdem hatte sich der Rechtschreibrat, der sich wenigstens halbwegs auf den richtigen Weg machte,auch hier für Korrekturen eingesetzt -- ­ allerdings in letztlich ebenso marginaler, halbherziger, willkürlicher und unsystematischer Form wie in allen anderen Bereichen auch. Dass dieser Rat sich erklärtermaßen mit Rücksicht auf die Sprachgemeinschaft am tatsächlichen Sprachgebrauch orientieren wollte, kann man auf der einen Seite als richtige Erkenntnis begrüßen, auf der anderen Seite entlarvt die Rede davon auf zynische Weise, dass die Reform mit voller Absicht gegen den Sprachgebrauch geplant und durchgeführt wurde.

Regelt sich alleine

Es will bis heute nicht in den Kopf der inkompetenten Reformer, was seit langem Grundbestand der Sprachphilosophie ist: dass sich die Orthographie im Sprachgebrauch der Schreibenden ganz von alleine regelt. Schematisch verordnete Veränderungen bringen nichts als Unsinn hervor.

Die Minister haben die Korrekturvorschläge des Rates abgesegnet, sind jetzt “erleichtert" ­(Ute Erdsiek-Rave (SPD/Schleswig-Holstein)­ und akzeptieren damit “fröhlich" ein weiteres illegales Kapitel in der Reformdurchführung: Zu dem --­ man möchte lachen: am Rosenmontag ­ übergebenen Paket der korrigierten Regeln hat der Ratsvorsitzende Hans Zehetmair ein Wörterverzeichnis hinzugefügt, das der Rat weder verfertigt noch begutachtet hat, wie die Forschungsgruppe Deutsche Sprache um den Berliner Historiker Reinhard Markner jetzt aufgedeckt hat.

Lobby wirkt mit

Tatsächlich stammt das Werk von zwei privaten Wörterbuchunternehmen! Von Vertretern einer Branche, deren Lobby seit 1996 von Anfang an entscheidend im Hintergrund mitwirkt. Das Wortverzeichnis enthält zahlreiche weitere parallel geltende Schreibungen wie “kennenlernen" und “kennen lernen". Alternativschreibungen sind der wahre Segen für Wörter- und Schulbuchverlage, die auf ihren Auflagen sitzen bleiben, weil die sich nicht auf dem aktuellen Stand der Reform befinden. Eine von mehreren möglichen Schreibungen werden all die Bücher schon enthalten --­ und wenn man sowieso schreiben kann, wie man will, sind die Verlage bestens aus dem Schneider. Nach diesem Muster wurde die Rechtschreibung “reformiert", der Rest war der reine Kuhhandel. Mit Zweidrittelmehrheit wurde zum Beispiel im Rat entschieden, dass es affigerweise “querlesen", aber “quer liegen" heißen soll. Mal setzten sich die Deutschen durch, mal die Schweizer. Nur Schüler, die sind die Hinterletzten gewesen, an die man gedacht hat.


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 04.03.2006 um 17.43 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=426#3280

Wie Herr Markner beobachtet hat, enthält der zweite Teil der Empfehlungen des Rechtschreibrates (die der Rat allerdings nie gesehen, geschweige denn verabschiedet hat), eine Sonderregel zur Zusammenschreibung von Verbkomplexen mit voll-, tot- und fest-, die im Regelwerk selbst keine Grundlage hat. Die Herkunft läßt sich aufklären: Es handelt sich um eine Erfindung Peter Eisenbergs, die in der Vorlage seiner AG enthalten war, vom Rechtschreibrat aber nicht beschlossen wurde. Sie ist nachträglich wieder eingeschmuggelt worden. Als Begründung wird heute wie damals angegeben, diese Zusätze seine reihenbildend - auch das ist sonderbar, denn was hat es mit der Zusammenschreibung zu tun?
So finden wir auch bei der GKS eine Regel wieder, die schon 2004 rausgeflogen war.
Eine andere Seltsamkeit, die auf Eisenberg zurückgeht: Während für "die Maske fallen lassen" Getrenntschreibung vorgeschrieben ist, soll man bei "die Muskeln spielen lassen" auch zusammenschreiben dürfen. Der Grund soll in der unterschiedlichen Idiomatisierung liegen. Aber erstens ist das nicht nachvollziehbar (arme Schüler!), und zweitens ist die Zusammenschreibung bisher so gut wie unbekannt, oder haben Sie schon mal so etwas gelesen: "Während der Vorsitzende anfangs die Muskeln spielenließ, sah man ihn später die Maske fallen lassen"?
So werden nicht nur falsche Regeln repariert oder zurückgenommen, sondern zugleich auch völlig neue Schreibweisen eingeführt, weil Eisenberg die Gelegenheit nicht ungenutzt vorübergehenlassen will.


Kommentar von WL, verfaßt am 04.03.2006 um 12.34 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=426#3271

Ich bekam gestern die telefonische Mitteilung, daß das Endergebnis bei n-tv tatsächlich 93% für totale Rücknahme der Reform lautete.


Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 04.03.2006 um 12.08 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=426#3270

Bei n-tv gibt es täglich eine Telefonumfrage zu einem aktuellen Thema - das ist etwas anderes als die Online-Umfrage im Internet. Gestern lautete die Telefonumfrage sinngemäß: Sind Sie (A) für die Überarbeitung der Rechtschreibreform in der jetzt vorgeschlagegen Form [bei dieser Alternative bin ich mir jedoch nicht sicher] oder (B) dafür, daß die Rechtschreibreform komplett zurückgenommen wird? [Über die Alternative B bin ich mir sicher.] Ich bekam das Zwischenergebnis in der Sendung um 18 Uhr mit: deutlich über 90 Prozent für B (ich glaube, 93 Prozent). Der Moderator nannte das Zwischenergebnis "erstaunlich".

Ich versuchte daraufhin, den Wortlaut im Internetangebot von n-tv wiederzufinden, aber da gab es nur diese Online-Umfrage mit anderer Fragestellung, die Herr Gerdes zitiert hat. Aussagekräftig ist natürlich das Ergebnis der Telefonumfrage. Man kann nicht so leicht manipulieren, sondern man müßte zumindest jedesmal neu anrufen, und zwar für 49 Cent pro Anruf. Vor allem hatte die Telefonumfrage eine sinnvolle Fragestellung. Bei der Online-Umfrage wurde ja gefragt: "Sind Sie dafür, daß die Reform für alle verbindlich ist?" - und dafür tendiert der naive Zuschauer natürlich, weil er eine einfache Wiederherstellung der Einheitlichkeit suggeriert bekommt und nicht durchschaut, daß dies so überhaupt nicht erreicht werden kann.

Ich deute deshalb die Online-Umfrage als ungeeignet wegen manipulierender Fragestellung. Aussagekräftig ist die Telefonumfrage: deutlich über 90 Prozent für die Abschaffung der Rechtschreibreform, und das liegt auf der Linie aller bisherigen Erhebungen zu diesem Thema, zum Beispiel zuletzt von Allensbach.

Wenn nur diese Krücken von Journalisten auf die Idee kämen, ebensolche Umfragen zu machen - und sich nach dem Ergebnis auch zu richten!!!


Kommentar von R. M., verfaßt am 04.03.2006 um 00.17 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=426#3258

Nun ja -- wir wissen nicht, wie oft Klaus Schübel sich an der ntv-Umfrage beteiligt hat. Ein paar hundert Stimmen wird er ja wohl mindestens in die Waagschale geworfen haben.


Kommentar von Martin Gerdes, verfaßt am 03.03.2006 um 23.54 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=426#3257

Wertes borella,

wie gewohnt ist die Schreibung auch nach der Rerereform sicherlich noch lange nicht, die Kotauwörter sind alle noch da, die unmäßige Großschreibung auch noch und -- natürlich -- das Kernstück der ganzen Reform, die unendlich logische und einsichtige Heysesche ss-Schreibung (die für mich allein noch nicht einmal so schlimm wäre, bescherte sie uns nicht diese unsäglichen Dreifach-s).

Ich habe auch registriert, daß das Kotauwort "selbstständig" (das sich in allen Entwürfen fand!) in der Endversion nicht mehr enthalten ist, allerdings sind die beiden "sogenannt", die das Original der Regelung von 1996 enthielt (!) noch nicht restauriert, obwohl 1996 die Schreibung "sogenannt" verboten wurde und sie nun wohl wieder erlaubt werden wird.


Herr Lindner,

daß das ganze Unterfangen eine Untertanenprobe ist, kann einer, der bereit ist, das zu sehen, schon lange nicht mehr übersehen.

Für mich wieder mal verräterisch war eine "online-Umfrage" auf der Internetseite von n-tv. <http://www.n-tv.de/640241.html> Die dort gestellte Frage lautet: "Sollte die Rechtschreibreform für alle - also nicht nur für Schulen und Behörden, sondern zum Beispiel auch für Medien - verbindlich sein?" Bisher haben etwa 1600 Surfer abgestimmt -- mit "ja" etwa 45%, mit "nein" etwa 55%.

Etwa die Hälfte der Befragten ist also der Meinung, daß der Staat das Recht hat (oder haben sollte), der "vierten Gewalt" und auch Privatleuten vorzuschreiben, wie sie zu schreiben hätten. Denn anders geht das mit dem "verbindlich sein" ja nicht. Was ist das für ein Demokratieverständnis? Eigentlich keins, denn eine Einflußnahme dieser Art gibt es sonst eigentlich nur in nicht-demokratischen Staaten: Das ist nichts weniger als Zensur.

Wenn man etwas am Lack kratzt, findet sich bei manchem Deutschen verblüffend viel wilhelminischer Untertanengeist. Und die meisten merken es noch nicht einmal.



Kommentar von Chr. Schaefer, verfaßt am 03.03.2006 um 22.51 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=426#3255

Herr Lindner, ich glaube, das ist das Vorwort des ursprünglichen Textes, und der Rat hatte nicht den Auftrag, diesen unstrittigen Text zu ändern ;)


Kommentar von Kai Lindner, verfaßt am 03.03.2006 um 22.12 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=426#3254

Nachdem ich mit der Lektüre von 100 Seiten Regelwerk fertig bin, kann ich dazu lediglich ein einziges Statement geben: Das kann nur ein verfrühter Aprilscherz sein...

Alleine der "Artikel 1" ist doch schon ein fetter Schlag ins Gesicht für jeden echten Demokraten... Aber es gibt auch einen Lichtblick: Eine "allgemein gültige Rechtschreibung" ist noch lange keine "allgemeingültige Rechtschreibung" ;-)

Die Politiker, die von einem "tragfähigen Kompromiß" sprechen, haben das Regelwerk selbstredend nicht angeschaut, sondern nur abgenickt. In was für einem Land (in welchem Jahrhundert) leben wir hier eigentlich?


Kommentar von Chr. Schaefer, verfaßt am 03.03.2006 um 21.18 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=426#3253

Auch sehr interessant: Im Text wird durchgehend "selbständig" verwendet. Im Wörterverzeichnis ist "selbstständig" in die zweite Reihe gerückt.

Augstsche Spezialitäten sind aber durchweg erhalten geblieben, so etwa das obligatorische Komma nach wörtlicher Rede oder die ganze Palette "belämmert", "Zierrat" etc.


Kommentar von borella, verfaßt am 03.03.2006 um 20.22 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=426#3252

Ich prüfte kurz die neue Wörterliste an Beispielen wie: andersdenkend, auseinandersetzen, sogenannt, und anderen. In allen Fällen sind jene Schreibungen, die mir früher abgingen, jetzt enthalten.
Mir scheint, daß, mit Ausnahme von Heyse, eine Schreibung wie gewohnt jetzt großteils auch vom Verzeichnis abgedeckt wird.
Aus pragmatischer Sicht also jedenfalls ein Schritt in eine vernünftige Richtung.
Aber umfassende Analysen werden wohl noch folgen.


Kommentar von R. M., verfaßt am 03.03.2006 um 18.02 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=426#3243

Mit der Variantenvielfalt hatten wir ja gerechnet. Aber der Blick in den zweiten Text, Arbeit des Rats 2006.pdf, bringt Erstaunliches zutage, insbesondere auf der letzten Seite.

Es handelt sich nämlich um nachträgliche Regelergänzungen ausgerechnet an einigen der heikelsten Stellen des § 34, über die der Rat, soweit bekannt, gar nicht befunden hat. Es wird der Unterpunkt 2.1. auf Objektsprädikative eingeschränkt und der Unterpunkt 2.2. um eine Sonderregelung für Verbindungen mit fest-, tot- und voll- ergänzt. Daraus ergibt sich dann obligatorische Getrenntschreibung bei satt essen (weil man nicht etwas oder jemanden sattessen kann, sondern nur je sich selbst) usw. einerseits und obligatorische Zusammenschreibung bei festnageln usw. Letzteres ginge ja noch (nur eben nicht aus den beschlossenen Regeln hervor), aber ersteres führt auf direktem Wege in die alte Duden-Spitzfindigkeit zurück, die dasselbe Papier an anderen Stellen in kritischer Absicht vorführt.

Im Ergebnis haben wir weder eine Regelung der GZS, die aus einfachen Leitsätzen abzuleiten ist (wie's die Lehrer gern hätten), noch sich intuitiv erschließt. Und radikaltolerant ist sie auch nicht.

Wenn man dann noch bedenkt, daß der § 34 der einzige ist, den der Rat wirklich angepackt hat -- Munskes Bild vom "Torso mit abgeschlagener Nase" trifft es genau.


Kommentar von David Weiers, verfaßt am 03.03.2006 um 16.06 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=426#3240

Mit dem neuen Duden leistet die Dudenredaktion ihren Beitrag zu einer verlässlichen deutschen Rechtschreibung.

Jetzt sind wir aber mal gespannt, wie sehr die Wörterbücher diesmal voneinander und vom amtlichen Regelgedöns abweichen!

Also Duden kann auch keiner mehr ernst nehmen...


Kommentar von Hans-Jürgen Martin, verfaßt am 03.03.2006 um 15.48 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=426#3232

Presse-Information von Hans-Joachim OTTO (FDP):
"Die Besetzung des Rates mit einer Mehrheit von Reformbefürwortern, der immense Zeitdruck, die Beschränkung auf bestimmte Regelbereiche und das Erfordernis einer Zwei-Drittel-Mehrheit für alle Entscheidungen ließen eine tatsächliche Reform der Rechtschreibreform von vorneherein nicht zu." etc.:

Sehr richtig, sehr gut, sehr schön! Solche erfreulich deutlichen Appelle gab es von der FDP schon öfters (http://www.schriftdeutsch.de/orth-a12.htm,
http://www.schriftdeutsch.de/orth-a12.htm etc.) - auf Bundes- wie auf Landesebene. Sie hatten aber immer einen Schönheitsfehler: Sie galten und gelten nur für die Oppositionszeit. Nach der letzten NRW-Wahl hatte die FDP Gelegenheit, die CDU beim Wort zu nehmen und den sofortigen Ausstieg aus der Zwangsreform zu fordern und durchzusetzen. Dies war aber bei beiden Parteien nicht wirklich ernst gemeint, und von seiten der FDP könnte man auf Nachfrage sicherlich wieder einmal den bekannten Spruch hören: "Wir hätten ja gerne, aber als kleine Partei kann man nicht alles durchsetzen ..." Und in der Tat mußte sich die Partei mit etwas viel Wichtigerem bescheiden: der Regierungsbeteiligung ...


Kommentar von Calva, verfaßt am 03.03.2006 um 15.28 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=426#3229

Für die Duden-Redaktion ist die Sache "abgeschlossen", wie man der "aktuellen Information" unter http://www.duden.de/ entnehmen kann.


Duden aktuell

Sehr geehrte Damen und Herren,

nachdem die Kultusminister der deutschen Bundesländer die Vorschläge des »Rates für deutsche Rechtschreibung« für eine Modifizierung des amtlichen Regelwerkes der deutschen Rechtschreibung angenommen haben, kann die Rechtschreibreform als abgeschlossen betrachtet werden.

Mit der Entscheidung der Kultusminister wird aus Sicht der Dudenredaktion die von ihr seit Jahren geforderte Sicherheit in Fragen der Orthografie wiederhergestellt. Für uns folgt daraus die Aufgabe, allen Schreiberinnen und Schreibern, insbesondere Schülerinnen und Schülern, Lehrern und Eltern, mit einer Neuauflage des Rechtschreibdudens den letzten Stand der amtlichen Rechtschreibregelung leicht zugänglich zu machen.

Auf die neue, 24. Auflage des Standardwerkes »Duden -- Die deutsche Rechtschreibung« möchten wir Sie schon heute aufmerksam machen:

Der neue Duden wird am 22. Juli 2006 erscheinen -- als Buch und selbstverständlich auch als CD-ROM für Windows, Mac und Linux sowie als Software für Handhelds und Smartphones. Aus diesem Anlass bereiten wir für Sie etwas Besonderes vor. Lassen Sie sich überraschen!

Mit dem neuen Duden leistet die Dudenredaktion ihren Beitrag zu einer verlässlichen deutschen Rechtschreibung.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Dudenteam

Mannheim, im März 2006


Kommentar von Bernhard Eversberg, verfaßt am 03.03.2006 um 15.17 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=426#3228

Duden ist seines Monopols ledig, damit aber auch nicht mehr verpflichtet, die vermeintlich amtliche Schreibung und nur diese zu beschreiben. Ohnehin war das wohl immer nur eine Selbstverpflichtung, an der man aber offenbar verkniffen festhält. Duden könnte beliebig viele andere Wörterbücher mit anderen Schreibungen rausbringen, wenn damit was zu verdienen wäre. Mit einer "Traditionsausgabe" wäre das zwar sicherlich der Fall, aber die besagte Verkniffenheit - aus Marketingsicht ein Anachronismus - verhindert das.


Kommentar von Bardioc, verfaßt am 03.03.2006 um 15.05 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=426#3226

Zum Kommentar von Kai Lindner am 03.03.2006 um 13:34 Uhr:

>>Da ich kein Germanist bin, kann ich unbefangen eine neue Reform fordern, denn mich fragt dann ohnehin keiner, ob ich gerne daran mitarbeiten würde - also keine germanistische Unsterblichkeit für mich ;-) ...<<

Ich bin auch kein Germanist. Nach dem Reformzirkus der letzten zehn Jahre ist der Begriff ''Reform'' so negativ besetzt, daß man es sich überlegen sollte, ob man ihn überhaupt in den Mund nimmt. Nachdem was ich in diesem Forum an anderer Stelle gelesen habe, greift der Duden jetzt auch auf Laien zurück. Es ist also durchaus möglich, daß Sie jemand fragt, an einer neuen Reform mitzuarbeiten und somit germanistische Unsterblichkeit erlangen, wenn auch unwahrscheinlich. (Ein Zellaktivator ´a la Perry Rhodan wäre mir lieber!)

>>... aber auch sie enthält Merkwürdigkeiten, die man korrigieren könnte. Viele der Merkwürdigkeiten waren im Dudenmonopol und schlampiger Dudenüberarbeitungen begründet... so z.B. das "radfahren" und "Auto fahren" ... so etwas gehört definitiv vereinheitlicht (indem man beide Varianten zuläßt).<<

Diese ''Merkwürdigkeit'' wird in diesem Zusammenhang immer wieder angeführt. Schon vor Jahren wurde in rsr.com gezeigt, daß auch früher schon laut Duden auch ''Autofahren'' möglich war. Es kommt auch darauf an, was man ausdrücken will. Man kann ''das Rad fahren'' (Betonung liegt auf den Gegenstand, den man fährt.) oder man kann schlichtweg nur radfahren (Betonung liegt auf dem Prozeß des Fahrens.) Es handelt sich also -- meines Erachtens -- nicht um Varianten ein und derselben Bedeutung, sondern um verschiedene Bedeutungen. Ähnliches gilt für Auto fahren vs. autofahren. Wie ich bereits angedeutet habe, sollte der Duden die Möglichkeit bekommen, eventuelle Ungenauigkeiten, die ja schließlich jeden -- auch Herrn Ickler -- unterlaufen können, zu korrigieren. Außerdem, da der Duden ja auch die Sprachentwicklung beobachtete, hätte er dies sicher auch irgendwann einmal bemerkt und korrigiert.

>>Das Urregelwerk (Auflage 20) ist ein Monstrum... das neue Regelwerk ist ebenfalls ein Monstrum... hier kämpfen Godzilla und King-Kong um die Vorherrschaft.<<

Das Reformregelwerk soll noch größer sein als das des klassischen Duden. Eine Maus ist ein Monstrum gegenüber einem Bakterium, ein Bakterium ein Monstrum gegenüber einem Virus. Und da man Rechtschreibung am besten durch vieles Lesen lernt, kann man zumeist auf ein Regelwerk verzichten.

>>Der "Ickler" ist ein Schritt in die richtige Richtung. So in etwa stelle ich mir ein reformiertes Regelwerk vor.<<

Wie definieren Sie ''richtige Richtung''? Woher wissen Sie, ob dies auch wirklich die ''richtige'' Richtung ist. Nehmen wir mal an, dem ''Ickler'' käme in Zukunft wirklich die Rolle zu, die Sie ihm zugestehen. Vielleicht stellt sich nach Jahrzehnten heraus, daß die heute von Herrn Ickler eingeschlagene Richtung andere Probleme mit sich bringt.

Ich möchte den Begriff ''reformiert'' nicht im Zusammenhang mit der bewährten Rechtschreibung sehen, sonst kommt es sehr bald zu Mißverständnissen.


Zum Kommentar von Germanist am 03.03.2006 um 13:38 Uhr:

>>Der "Ickler" enthält dagegen Anpassungen an den Sprachgebrauch, weil dieser sich auch nach dem letzten vorreforamtorischen Duden weitergewandelt hat.<<

Auch hier sollte man einmal darüber reden, was man mit ''weiterentwickelt'' meint.
Sind alle ''Weiterentwicklungen'' es wert, gleich in einem Wörterbuch verewigt zu werden, oder sind es nur Moden? Es geht hier auch weniger um den Sprachgebrauch als vielmehr um die Schreibung. Diese ist natürlich inhärent konservativ. Natürlich haben sich durch die Reform Veränderungen in der Schreibung ergeben, aber diese sind künstlich und sollten nicht mit in einem Wörterbuch der bewährten Rechtschreibung stehen. Aus diesem Grund befürworte ich eine vollständige Rückkehr zum letzten vorreformierten Duden und die Einführung einer ''Karenzzeit'', in der sich die Gemüter beruhigen und sinnvolle
Schreibungen wiederkehren können. Erst danach bringt die Beobachtgung der Schriftsprache wieder eine halbwegs korrekte Darstellung der natürlichen Entwicklung der
Schriftsprache.

>>Rechtschreibwörterbücher sollen nicht "reformieren" oder "weiterentwickeln", sondern "anpassen an den Sprachgebrauch", welcher sich selbsttätig weiterentwickelt.<<

Damit legen Sie ein größeres Gewicht auf die gesprochene Sprache, d. h. diese bestimmt die Schriftsprache. Ich bin der Meinung, daß gesprochene Sprache und Schriftsprache zwei zwar miteinander verkoppelte, aber dennoch eigenständige Systeme sind. Ein ''Anpassen an den Sprachgebrauch'' ist daher nicht angebracht.

Zum Kommentar von Glasreiniger am 03.03.2006 um 13:47 Uhr :

Wie schon weiter bemerkt: Eine Rückkehr zum alten Duden ist nicht möglich, wenn der Duden-Verlach sie verweigert.

Weigert sich der Duden-Verlag? Ich denke, wenn ein politischer Wille da wäre, die Reform zu kippen, dann würde sich der Duden schon im eigenen Interesse nicht weigern, zu seinem vorreformatorischen Zustand zurückzukehren.


Kommentar von kratzbaum, verfaßt am 03.03.2006 um 15.01 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=426#3225

Prof. Ickler hat sein verdienstvolles Ein-Mann-Unternehmen nie als der Weisheit letzten Schluß oder auch nur als Vorbild gesehen. Er wollte, wie er es von Anfang an in seinen reformkritischen Schriften getan hat, einen - eigentlich gar nicht so neuen - Ansatz zeigen, den allein er für alle künftigen Orthographie-Regelwerke für fruchtbar und legitim hält: den deskriptiven. Seine Maxime hat er kürzlich noch einmal bekräftigt: Grammatische Richtigkeit und Orientierung am wirklichen Sprachgebrauch, sprich der Schreibpraxis. Dieses Prinzip sah er auch gerechterweise im vorreformerischen DUDEN verwirklicht, an den er sich mit seinem eigenen Werk angelehnt hat. Er wollte also eigentlich einen "DUDEN" ohne dessen bekannte Irrwege (extreme Einzelfallfestlegungen usw. eben die berüchtigten "Haarspaltereien"). Eines Tages wird ein großer Wörterbuchverlag da weitermachen und auf die wertvolle Vorarbeit Prof. Icklers zurückgreifen können. Die DASD wäre berufen gewesen, das war auch seine Idee. Es kam anders, und er mußte die gewaltige Kärrnerarbeit allein auf sich nehmen. Daß ein deskriptiver Ansatz zu verbindlichen Regeln führen kann, stellt für manchen eine Denkschwierigkeit dar. Aber wenn wir Rechtschreibung wie Sprache überhaupt zu den Sitten und Gebräuchen rechnen, so kommt die zeitliche Perspektive von selbst ins Spiel. Da scheint mir kein grundsätzliches Problem des Übergangs von der Beschreibung zur Verbndlichkeit zu bestehen.


Kommentar von Germanist, verfaßt am 03.03.2006 um 14.44 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=426#3224

Zunächst ganz pragmatisch: Zu zeigen ist, daß der "verbliebene Unsinn" (nach Frau Wanka) im "Ickler" oder im vorreformatorischen Duden schon besser bereinigt ist.


Kommentar von Glasreiniger, verfaßt am 03.03.2006 um 14.06 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=426#3222

@ Bardioc

Vielleicht hilft Ihnen H.H.Munskes Besprechung von 2000 weiter:
www.rechtschreibreform.com/ Buch/921FAZMunskeIcklerWB.pdf

Natürlich ist das Wörterbuch weiter aktualisiert worden - wobei ich mich frage, wie das bei der verdorbenen Spracheinheit noch gehen soll.


Kommentar von Bardioc, verfaßt am 03.03.2006 um 13.52 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=426#3221

J.S.: "Praktisches Regelwerk" contra "Amtliches Regelwerk"

Ähnlich: deskriptiv vs. präskriptiv, gut vs. böse, schwarz vs. weiß, positiv vs. negativ! Können wir dieses dualistische Denken denn nie überwinden? Es gibt eben nicht nur schwarz und weiß, sondern noch alle möglichen Abstufungen von grau, es gibt Farben in verschiedenen Intensitäten, es gibt sogar ''Farben'', die wir nicht sehen können!

"... um den Kontrast zwischen einer praktischen und der konstruierten, fehlerhaften und deshalb eben unpraktischeren amtlichen Rechtschreibung deutlich zu machen. Man hätte damit eine neue, ernstzunehmende Diskussionsgrundlage und ein positives Vorbild."

Auch hier wieder: auf der einen Seite ''praktisch'' auf der anderen Seite ''konstruiert, fehlerhaft und deshalb eben unpraktisch''. Eine Brücke z. B. ist konstruiert, sie kann, aber muß nicht fehlerhaft sein. Wenn sie aber fehlerfrei konstruiert ist, dann ist sie durchaus praktisch!

Rechtschreibung lernt man nicht durch ein Regelwerk, sondern indem man viel liest! (Ich denke, daß das hier unstrittig ist.) Von daher geht die ganze Diskussion um das bessere Regelwerk doch ziemlich an der Praxis vorbei. Ziel unserer Bemühungen darf es nicht sein, die Sprachbenutzer zu zwingen, möglichst oft in ein wie auch immer geartetes Regelwerk schauen zu müssen, wie dies die Reformer tun. Es geht um die intuitive Beherrschung von Sprache und Schriftsprache.

Glasreiniger:

"Ich möchte Ihnen widersprechen. Der "Ickler" bedarf keiner "Bewährung", da er in der Wortliste rein deskriptiv den Sprachgebrauch der bereits bewährten Rechtschreibung wiederzugeben beansprucht (ob er das tut, kann man natürlich hinterfragen)."

Der "Ickler" bedarf keiner "Bewährung", nur weil er in der Wortliste den Sprachgebrauch rein deskriptiv wiederzugeben beansprucht? Den Sprachgebrauch der bereits bewährten Rechtschreibung? Das ''rein deskriptiv'' ist problematisch, wie in meinem letzten Beitrag gezeigt, Sprache besteht nicht nur aus den Wörtern einer Wortliste, sondern auch aus Grammatik u.a., außerdem sollte man zwischen gesprochener Sprache und Schriftsprache unterscheiden. Sollte man nicht auch -- der Fairneß willen -- den Ickler mit demselben Maßstab messen, mit dem wir auch Duden und Co messen? Tun wir das nicht, können uns die Reformer das zu recht vorwerfen.


Kommentar von Glasreiniger, verfaßt am 03.03.2006 um 13.47 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=426#3220

Solange ein Regelwerk die bestehende Rechtschreibung nur anders beschreibt als ein anderes, handelt es sich nicht um eine neue Rechtschreibreform. Icklers Regeln sind also kein "reformiertes Regelwerk".

Wie schon weiter bemerkt: Eine Rückkehr zum alten Duden ist nicht möglich, wenn der Duden-Verlach sie verweigert. Dagegen hilft z.Z. nur der Ickler bzw. die richtige Interpretation der Rotschreibung im Dooden bzw. Wahrlich.


Kommentar von Bernhard Eversberg, verfaßt am 03.03.2006 um 13.42 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=426#3219

Fürs Publikum am besten wäre eine Bewertung nach klar definierten Kriterien und Gewichtung, mit Punkten und Prozenten. Warum nicht den Sachverstand der Leute von Stiftung Warentest dafür anzapfen oder meinethalben ComputerBild, mindestens in formaler Hinsicht.


Kommentar von Germanist, verfaßt am 03.03.2006 um 13.38 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=426#3218

Diese Reform war eine im wörtlichsten Sinne: eine Zurückformung auf die Schreibweisen des 19. Jahrhunderts und noch früher. (Entsprechendes meinte Luther mit seiner "Reformation".) Der "Ickler" enthält dagegen Anpassungen an den Sprachgebrauch, weil dieser sich auch nach dem letzten vorreforamtorischen Duden weitergewandelt hat. Rechtschreibwörterbücher sollen nicht "reformieren" oder "weiterentwickeln", sondern "anpassen an den Sprachgebrauch", welcher sich selbsttätig weiterentwickelt.


Kommentar von Kai Lindner, verfaßt am 03.03.2006 um 13.34 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=426#3217

@Bardioc

Da ich kein Germanist bin, kann ich unbefangen eine neue Reform fordern, denn mich fragt dann ohnehin keiner, ob ich gerne daran mitarbeiten würde - also keine germanistische Unsterblichkeit für mich ;-) ...

Aber ganz im Ernst... die bewährte Rechtschreibung ist Okay... aber auch sie enthält Merkwürdigkeiten, die man korrigieren könnte. Viele der Merkwürdigkeiten waren im Dudenmonopol und schlampiger Dudenüberarbeitungen begründet... so z.B. das "radfahren" und "Auto fahren" ... so etwas gehört definitiv vereinheitlicht (indem man beide Varianten zuläßt).

Das Urregelwerk (Auflage 20) ist ein Monstrum... das neue Regelwerk ist ebenfalls ein Monstrum... hier kämpfen Godzilla und King-Kong um die Vorherrschaft.

Der "Ickler" ist ein Schritt in die richtige Richtung. So in etwa stelle ich mir ein reformiertes Regelwerk vor.

Wenig wissenschaftliches Blabla.. gut strukturiert... einfache und klare Regeln... und von den Regeln lieber weniger als zu viele.


Kommentar von Bardioc, verfaßt am 03.03.2006 um 13.16 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=426#3216

Zum Kommentar von Germanist am 03.03.2006 um 12:02 Uhr:

>>Das "alternative Regelwerk" kann nicht der letzte vorreformatorische Duden sein. Im "Ickler" sind die meisten Mängel dieses Dudens ausgebessert. Der "Ickler" stellt die bessere Orthographie dar.<<

Strenggenommen geht es eben nicht um ein ''alternatives Regelwerk'', sondern um eine Rückkehr zum Bewährten. Eine Rückkehr ist keine Alternative! Eine Rückkehr zum letzten vorreformatorischen Duden ist absolut unumgänglich, wollen sich die Reformgegner nicht vorwerfen lassen, sie würden das Debakel der jetzigen Rechtschreibreform für eine eigene Reform ausnutzen wollen. -- Schon wieder eine Reform, haben die denn nichts gelernt? -- Vielleicht liegt hierin der Unterschied zwischen den Begriffen ''Reformkritiker'' und ''Reformgegner'' begründet. Ich verstehe mich als Reformgegner!

Wir sollten auch nicht von ''Mängeln'' des Duden reden. Wenn Sie die von Ickler kritisierten Einzelfallfestlegungen des Duden meinen, dann sollte man anerkennen, daß man hinterher immer schlauer ist. Zuerst einmal müssen die Erfahrungen gemacht werden, die man dann später unter Umständen als Fehler einstufen kann. Dann sollte derjenige, der sie macht, auch die Chance bekommen, sie zu korrigieren.

Wenn sich Sprache entwickelt, dann ist es unmöglich, sofort mit einer allgemeingültigen Regel aufwarten zu können. Die Entwicklung wird zuerst mit Einzelfällen beginnen. Dann muß man warten, ob sich aus diesen Enzelfällen oder kurzlebigen Modeerscheinungen ein allgemeiner und stabiler Trend herausbildet. Hier stellt sich die Frage, nach wie langer Zeit dies der Fall ist. Desweiteren sollte man berücksichtigen, daß die Schreibung von Wörtern auch zur Sichtbarmachung des eigenen Standpunkts verwendet werden kann, wie dies z. B. in Norwegen der Fall ist. Es ist also nicht gesagt, daß die Beobachtung der Schreibweisen von professionellen Schreibern zwangsläufig auch die ''Abschöpfung'' einer ''üblichen'' oder gar ''optimalen'' Schreibung garantiert. Deshalb ist ein rein deskriptiver Ansatz genauso problematisch wie ein rein präskriptiver.


Kommentar von Bernhard Eversberg, verfaßt am 03.03.2006 um 13.14 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=426#3215

Auch dies ein Punkt für die Evaluierung: ein paar Leute mit didaktischer Erfahrung sollten mal sine ira et studio eine vergleichende Bewertung des heute herausgegebenen Reform-Reformregelwerks:
http://rechtschreibrat.ids-mannheim.de/doku/regeln2006.pdf
und des Ickler-Regelwerks:
http://rechtschreibreform.com/Seiten2/Wissenschaft/970IcklerWBRegel.html
vornehmen und publik machen. Herr Ickler wird gewiß selber einiges schreiben, aber er gilt als befangen. [Nur, wer eigentlich nicht...]



Kommentar von Glasreiniger, verfaßt am 03.03.2006 um 13.08 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=426#3214

@ JS und bardioc:

Ich möchte Ihnen widersprechen. Der "Ickler" bedarf keiner "Bewährung", da er in der Wortliste rein deskriptiv den Sprachgebrauch der bereits bewährten Rechtschreibung wiederzugeben beansprucht (ob er das tut, kann man natürlich hinterfragen). Konrad Duden brauchte auch keinen offiziellen Charakter für sein.

Der klassische Duden unterliegt dem Urheberrcht. Wenn der Inhaber dieses Rechts davon in der Weise Gebrauch macht, daß er das Werk nicht mehr druckt oder verkauft, tut er letztlich nichts anderes als z.B. der Freistaat Bayern, der im Besitz des Urheberrechts von "Mein Kampf" ist.

Nehmen wir die "Reformer" beim Wort: Brechen wir das Duopol von Bertelsmann- und Duden-Verlach!


Kommentar von David Weiers, verfaßt am 03.03.2006 um 13.02 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=426#3213

Das soll jetzt aber nicht heißen, daß eine Gegenüberstellung im Sinne der Praxistauglichkeit nicht auch ihre Wirkung hat!
Habe mich vielleicht zu einseitig ausgedrückt: Das eine könnte mit dem anderen verbunden werden. Ich denke mal, so etwas wirkt dann doppelt.


Kommentar von David Weiers, verfaßt am 03.03.2006 um 12.59 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=426#3212

Während der gesamten Debatte habe ich über die Jahre den Eindruck gehabt, daß genügend Worte in der Art von "Gefolgschaftstreue" und "Obrigkeitshörigkeit" usw. gefallen waren. Mein Vater allerdings brachte gerade heute ein "neues altes" Stichwort, das diesen dann anscheinend doch nicht ausreichend abgedeckten Bereich wieder in die erste Reihe schiebt: Identität.

Mit der tut man sich schwer hierzulande. Heute stand z.B. irgendwo in der Klatschpresse "Fußball-Zwerge". Ist ja auch wahr... was eine peinliche Schlappe... Wie auch immer. Daß man allerdings auf der anderen Seite nichts von "Olympia-Riesen" zu lesen bekommt, stimmt einen doch ziemlich nachdenklich. Jeder will die Identiät haben, sogar Kanzler und Kanzlerinnen beschwören sie immer wieder, aber irgendwie kann sie sich nicht so recht entwickeln. Selbst die eigene Sprache wird ja von ihr befreit.

Es hakt eben bei so vielem, was diese eigene, kulturelle und auch nationale Identität angeht... und wenn gerade in einem solchen Bereich die Unsicherheit grassiert, dann lehrt einen die Geschichte doch so einiges: War es nicht in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts auch so, daß man doch ziemlich orientierungslos auf diesem Gebiet geworden war? Und das Volk sprach ja nun anscheinend auch recht gut an auf den ganzen "Führer-Schmonzes". Und jetzt sind wir wieder bei der Obrigkeitshörigkeit angelangt -- Patsch, da isse wieder: "Die KMK sagt: Reform!, also machen wir mal munter mit! Wir sind zwar die freie Presse, aber man muß ja mit den Wölfen heulen. Sonst geht nachher noch alles den Bach runter, denn unsere Führung ist ja von den Guten! Und wenn die oben sagen, daß das für die Kinder gut ist, dann wird's schon stimmen. Gott sei Dank müssen wir uns um uns selbst nicht kümmern, Gott sei Dank leben wir in einer Demokratie!" ... die hat sich zwar in Deutschland niemals von alleine entwickelt, aber das macht ja nichts. Die da oben regieren uns schon zurecht, was Demokratie angeht.
Denn (und jetzt kommt der dramatische Höhepunkt): Was der Führer sagt, ist immer richtig!
Und das klappt gut, denn Identität haben wir nicht.

Ich denke, man kann noch so oft von dem Besseren reden, es wird wenig Wirkung haben, eben weil die meisten Schreiber nicht genügenden Einblick in die Materie "Sprache" haben, im Gegensatz zu dann doch vielen von beispielsweise "uns" hier. Ich glaube aber, man sollte das böse Wort "Gefolgschaftstreue" vielleicht doch mal wieder leise hier und dort ertönen lassen.



Kommentar von J.S., verfaßt am 03.03.2006 um 12.56 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=426#3211

Um es deutlicher zu machen:

"Praktisches Regelwerk" contra "Amtliches Regelwerk" wäre m. E. eine aussichtsreiche Strategie, um den Kontrast zwischen einer praktischen und der konstruierten, fehlerhaften und deshalb eben unpraktischeren amtlichen Rechtschreibung deutlich zu machen. Man hätte damit eine neue, ernstzunehmende Diskussionsgrundlage und ein positives Vorbild.

Sicherlich wäre der Regelteil von "Ickler" die Grundlage für eine solche Gegenüberstellung. Vorteilhaft wäre es, wenn jetzt die FDS als Herausgeber fungiert, um dem Regelwerk einen offizielleren Charakter zu geben.

Ein auf einem offiziellen "Praktischen Regelwerk" basierender "Ickler" wäre dann auch als alternatives Wörterbuch gegenüber Duden und Wahrig besser positioniert.


Kommentar von Bardioc, verfaßt am 03.03.2006 um 12.51 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=426#3210

Zum Kommentar von Kai Lindner am 03.03.2006 um 12:00 Uhr:

"Nur als Anmerkung: Das VHS setzte sich durch, weil die ersten Tapes eine Reichweite von über 2 Stunden hatten (da man klugerweise die Bandgeschwindigkeit verlangsamt hatte ;-)... Video 2000 und Beta-Cam hingegen nur von einer Stunde. Und daß VHS das "schlechtere" System ist, das ist auch so ein Mythos. :-)"

Soviel Spezialwissen über Videosysteme habe ich nicht, ich las allerdings einmal,
Video 2000 sei das bessere System.

"Wenn die NRS also keine Vorteile bietet und durch die "Verbindlichmachung" der Inhalt der Bibliotheken für die lernenden Schüler wertlos wird (übertreiben wir ruhig ein wenig), dann kann es nur eine logische Lösung geben: Rückabwicklung und Rückkehr zum Bewährten."

Das "Bewährte" ist der klassische Duden. Ickleres Wörterbuch kann sich noch gar nicht bewährt haben, dafür ist es noch zu neu und dürtte bisher nur von einer bestimmten Gruppe von Sprachliebhabern benutzt werden. Da der Ickler aber auf bewährten Schreibweisen aufbaut, die bisher im klassischen Duden zu finden waren, und die Abweichungen des Ickler vom Duden sich bisher noch nicht bewährt haben, siehe oben, sollte man zum klassischen Duden zurückkehren. Wohin auch sonst?

Gibt es einen Konsens unter Sprachwissenschaftlern, daß Icklers Vorgehensweise die bessere ist?

"Und auf Basis der bewährten Rechtschreibung könnte man dann im Rahmen einer ausnahmsweise einmal wissenschaftlich durchgeführten Planung eine Rechtschreibreform ins Auge fassen, die Hand und Fuß hat... eine Reform, die nicht von Kleinschrieb-Fanatiker-Stümpern durchgeführt wird... und in der Idiotenregelungen, wie z.B. die Heyse-Schreibung, keinen Platz finden."

Ich habe schon vor Jahren in einem anderen Forum die Befürchtung geäußert, daß manche Reformkritiker nur ihre eigene Reform haben wollen. Damals bin ich für diese Feststellung sehr angegriffen worden. Sie, Herr Lindner, bestätigen hiermit meine damalige Vermutung. Wohin man mit einer ''wissenschaftlich durchgeführten Planung'' einer Rechtschreibreform kommt, haben wir in den letzten zehn Jahren ja zur Genüge miterleben dürfen bzw. müssen.



Kommentar von Glasreiniger, verfaßt am 03.03.2006 um 12.47 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=426#3208

Ich vergaß zu erwähnen, daß zumindest der Regelteil des Ickler problemlos zu bekommen ist, nämlich unter "Verschiedenes" in diesem Forum. Damit ist man für jede Diskussion bestens gerüstet.


Kommentar von Germanist, verfaßt am 03.03.2006 um 12.02 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=426#3206

Das "alternative Regelwerk" kann nicht der letzte vorreformatorische Duden sein. Im "Ickler" sind die meisten Mängel dieses Dudens ausgebessert. Der "Ickler" stellt die bessere Orthographie dar. Leider ist er nur unter dem Ladentisch oder auf Bestellung zu bekommen.


Kommentar von Kai Lindner, verfaßt am 03.03.2006 um 12.00 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=426#3205

Nur als Anmerkung: Das VHS setzte sich durch, weil die ersten Tapes eine Reichweite von über 2 Stunden hatten (da man klugerweise die Bandgeschwindigkeit verlangsamt hatte ;-)... Video 2000 und Beta-Cam hingegen nur von einer Stunde. Und daß VHS das "schlechtere" System ist, das ist auch so ein Mythos. :-)

Problematisch bei der RSR ist, daß der Staat massiven Druck macht, und unsere Politiker ohne Gewissensprobleme Lügen (oder Falschinformation aufgrund von Unwissenheit) verbreiten.

In den Blick der Öffentlichkeit muß folgende Frage gerückt werden:

Ist die neue Rechtschreibung besser als die alte... bzw. hat sie Vorteile, gegenüber der alten? Und wenn ja, wo liegen diese Vorteile überhaupt?

Die Antwort ist uns bekannt...

Wenn die NRS also keine Vorteile bietet und durch die "Verbindlichmachung" der Inhalt der Bibliotheken für die lernenden Schüler wertlos wird (übertreiben wir ruhig ein wenig), dann kann es nur eine logische Lösung geben: Rückabwicklung und Rückkehr zum Bewährten.

Und auf Basis der bewährten Rechtschreibung könnte man dann im Rahmen einer ausnahmsweise einmal wissenschaftlich durchgeführten Planung eine Rechtschreibreform ins Auge fassen, die Hand und Fuß hat... eine Reform, die nicht von Kleinschrieb-Fanatiker-Stümpern durchgeführt wird... und in der Idiotenregelungen, wie z.B. die Heyse-Schreibung, keinen Platz finden.


Kommentar von Bardioc, verfaßt am 03.03.2006 um 11.24 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=426#3204

Zum Beitrag von J.S. vom 03.03.2006 um 10:08 Uhr

>>In Punkt 1, Geltungsbereich der neuen Rechtschreibregelung, ist vom Vorbildcharakter der amtlichen Regelwerks die Rede. Da ist offensichtlich der Wunsch Vater des Gedankens.<<

Auch negative Vorbilder sind Vorbilder!

>>Vorschlag: Kann die FDS dem amtlichen Regelwerk ein alternatives Regelwerk gegenüberstellen, das die bessere Orthographie darstellt und die Schwächen der amtlichen Rechtschreibung offenkundig macht?<<

Das alternative Regelwerk kann nur der letzte vorreformatorische Duden sein!

>>Und die Chancen würden steigen, daß sich letzten Endes das Bessere durchsetzt. Wozu leben wir denn in einer Wettbewerbsgesellschaft?<<

Wer sagt denn, daß sich in einer Wettbewerbsgesellschaft das Bessere durchsetzt? Daß dies nicht der Fall ist, dafür gibt es massenweise Gegenbeispiele: So setzte sich VHS gegenüber dem besseren Video 2000 durch. Oder sollte man b esser sagen: wurde durchgesetzt?



Kommentar von Bernhard Eversberg, verfaßt am 03.03.2006 um 11.00 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=426#3202

"Evaluierung" muß auf die Agenda, ganz klar. Davon war gestern selbstredend kein Hauch zu spüren, wieder mal nur unsägliche Eiertänze. In der Presse, bis hin zur Frankfurter Rundschau, hielten sich aber überraschenderweise die Akklamationen sehr in Grenzen! Der schweizerische Vorstoß hat wohl wirklich gute Chancen auch bei uns...
Auch wenn sie "sowas nie wieder" machen wollen (was entgegen dem Vorschlag von Olbertz natürlich nicht beschlossen wurde), es war ein Mal zu oft. Ein Schandmal, auf dem aber jetzt wohl keiner mehr seinen Namen verewigt sehen will. Immerhin.


Kommentar von Germanist, verfaßt am 03.03.2006 um 10.44 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=426#3201

"kennen" ist bedeutungsmäßig das präsentische Perfekt von "erkennen": "erkannt haben, gesehen haben, wissen". Die Parallelen zum Lateinischen und Griechischen sind unverkennbar. "Lernen" kann man nur den den Vorgang Kenntniserwerb, Wissenserwerb: das Erkennen, Sehen, Lernen, aber nicht das Ergebnis: das Kennen, Wissen. "*kennen lernen" und "*wissen lernen" sind semantisch unmöglich, wohl aber das Vorgangspräsens "kennenlernen"; das ist ein eigenes Verb. Die sture Regel des Getrenntschreibens von Verb-Verb-Kombinationen gehört zum verbliebenen Unsinn der Reform.


Kommentar von kratzbaum, verfaßt am 03.03.2006 um 10.44 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=426#3200

Die Zeichen für eine weitere Zurücknahme stehen nicht schlecht. "Rechtschreibfriede", "Versöhnung", "Schlußstrich" sind ja nur Beschwörungsformeln, die die Hilflosigkeit der Verantwortlichen kaschieren sollen. Ihnen dämmert oder ist sogar klar (Beispiel J. Wanka), daß wieder eine halbe Sache ins Werk gesetzt wurde, die langfristig keinen Bestand haben kann und wird. Auch die intelligenteren Journalisten, die wenigstens eine gewisse Ahnung von dem haben, worum es geht, äußern sich eher skeptisch. Erfreulich auch, daß Springer und F.A.Z. nicht mit wehenden Fahnen sofort übergelaufen sind. Und ganz besonders zu loben sind die Schweizer, die jetzt das vorhaben, was ganz am Anfang hätte stehen sollen: Gründliche Begutachtung und Untersuchung durch unabhängige Fachleute. Das könnte ausstrahlen, läßt sich jedenfalls nicht ignorieren.


Kommentar von Glasreiniger, verfaßt am 03.03.2006 um 10.15 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=426#3199

> alternatives Regelwerk:

Ist doch längst da: der "Ickler".

Es ist Zeit, die vornehme Zurückhaltung bei der Vermarktung einer offensiveren Strategie weichen zu lassen. Her mit einer Online-Ausgabe!


Kommentar von J.S., verfaßt am 03.03.2006 um 10.08 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=426#3198

Was jetzt wirklich hilfreich wäre:

In Punkt 1, Geltungsbereich der neuen Rechtschreibregelung, ist vom Vorbildcharakter der amtlichen Regelwerks die Rede. Da ist offensichtlich der Wunsch Vater des Gedankens.

Vorschlag: Kann die FDS dem amtlichen Regelwerk ein alternatives Regelwerk gegenüberstellen, das die bessere Orthographie darstellt und die Schwächen der amtlichen Rechtschreibung offenkundig macht?

Vorschläge für die Bezeichnung: "Wissenschaftliches Regelwerk" – das kann die FDS getrost für sich in Anspruch nehmen. Oder noch besser "Praktisches Regelwerk"!

In der künftigen Debatte würde dann nicht mehr zwischen "neuer" und "alter" Rechtschreibung unterschieden, sondern zwischen "amtlicher" und "praktischer" Orthographie.

Diejenigen, die vorbildlich rechtschreiben möchten, hätten dann eine fundierte
Quelle, um sich zu orientieren. Und die Chancen würden steigen, daß sich letzten Endes das Bessere durchsetzt. Wozu leben wir denn in einer Wettbewerbsgesellschaft?


Kommentar von Wolfram Metz, verfaßt am 03.03.2006 um 09.43 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=426#3197

Mal abgesehen vom Problem der unterschiedlichen Behandlung von kennen lernen und lieben/schätzen lernen hinsichtlich der Möglichkeit der Zusammenschreibung: In § 34 Abs. 4 E7 wird die Bedeutung von kennen lernen/kennenlernen mit „Erfahrung mit etwas oder jmdm. haben“ erklärt. Wieso „haben“? Was ist denn das für eine merkwürdige Beschreibung?


Kommentar von kratzbaum, verfaßt am 03.03.2006 um 09.40 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=426#3196

Und es muß auch hervorgehoben werden, daß die "Verbesserungen" nicht auf höhere Einsicht der Verantwortlichen zurückzuführen sind, sondern auf die anhaltende, sachlich unanfechtbare Kritik der Gegner. Die Reformschreibung muß weiterhin "von innen" bekämpft werden, als sprachwidrig und unlernbar.


Kommentar von Germanist, verfaßt am 03.03.2006 um 08.55 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=426#3194

Wie Frau Wanka sagte, ist nur ein Teil des Unsinns berichtigt worden. Der verbliebene Teil des Unsinns muß jetzt als offizielle Gegendarstellung veröffentlicht werden, damit sich jeder selbst sein Urteil bilden kann.



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