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06.02.2006
 

Rat suchend
Eisenberg und Steinfeld in der SZ

Die Wochenendausgabe der SZ brachte zwei widersprüchliche Artikel von Peter Eisenberg und Thomas Steinfeld zur Arbeit des Rates für deutsche Rechtschreibung.

Beigefügt war eine vergleichende Wörterliste mit Beispielen von Schreibungen vor der Reform, nach dem reformierten Regelwerk von 1996 und nach den Vorschlägen des Rechtschreibrates. Diese Wörterliste ließen Peter Eisenbergs lobende Worte für die Arbeit des Rechtschreibrates wenig überzeugend erscheinen. Eisenberg fand in ihr zwar offenbar keine Fehler, aber in der heutigen SZ durfte er dennoch erklären, sie erwecke einen „falschen Eindruck“.



SZ vom 4.2.2006, Seite 14
Kommt Zeit, kommt Rat
Das Ende des Streits um die Rechtschreibung ist in Sicht / Von Peter Eisenberg

Der Rat für deutsche Rechtschreibung arbeitet nun etwas länger als ein Jahr und hat die besonders kritische Phase seiner Arbeit mit der 8. Sitzung am gestrigen 3. Februar beendet. Acht Sitzungen des Plenums und mindestens noch einmal so viele der verschiedenen Arbeitsgruppen sind ein Indiz für die Intensität des Bemühens. Wesentliche Teile des amtlichen Regelwerks von 1996/2004 wurden reformuliert, ein bedeutender Teil der Neuschreibungen aufgegeben. Das Paket mit Änderungsvorschlägen geht nach Anhörung einer Reihe von Verbänden an die Kultusministerkonferenz und die entsprechenden Stellen der anderen deutschsprachigen Länder. Bei der KMK steht es am 6. März auf der Tagesordnung. Damit könnte das vorläufige Ende der Orthographiedebatte erreicht sein, die mit den Wiener Beschlüssen von 1996 begann.
Kernstück der Vorschläge des Rates ist die Neuformulierung von Regeln zur Getrennt- und Zusammenschreibung. Was immer die Kritiker der Neuregelung unterscheidet, besteht doch Einigkeit, dass vor allem hier etwas geschehen muss. Aber was genau? War der Regelteil besonders schlecht formuliert? Das ist durchaus möglich, reicht als Erklärung für die jahrelange Zurückweisung aber nicht aus. Ein Grund ist, dass die Getrennt- und Zusammenschreibung früher weitgehend gar nicht und in diesem spezifischen Sinn besser geregelt war. Fast niemand kannte sich genau aus, ihr Anteil an den Rechtschreibfehlern war aber gering. Insofern steht sie als Menetekel für die gesamte Neuregelung. Man nahm etwas in Angriff, das niemand brauchte und fast niemand wollte.

Maßlos übertrieben
Mit ihrem rigiden Schematismus konnte die neue Getrennt- und Zusammenschreibung nur umgesetzt werden, indem künstlich Aufmerksamkeit für etwas an sich Beiläufiges, Selbstverständliches erzeugt wurde. Die Künstlichkeit wird in Regelformulierungen wie der folgenden unmittelbar sichtbar: "Bei der Regelung der Getrennt- und Zusammenschreibung wird davon ausgegangen, dass die getrennte Schreibung der Wörter der Normalfall und daher allein die Zusammenschreibung regelungsbedürftig ist. ... Soweit dies möglich ist, werden zu den Regeln formale Kriterien aufgeführt, mit deren Hilfe sich entscheiden lässt, ob man im betreffenden Fall getrennt oder ob man zusammenschreibt."
Die Maxime "im Zweifel getrennt" ist ebenso falsch wie sie folgenreich war, denn natürlich ist vom Wort aus gesehen die Zusammenschreibung das Normale, von der Wortgruppe aus gesehen die Getrenntschreibung. Es geht ja gerade um die Frage, ob etwas ein Wort oder eine Wortgruppe ist. Unausweichliche Folge war, dass man anfing getrennt zu schreiben, weit über das hinaus, was gemeint war. Weil kein Maß, sondern nur eine Maxime existierte, wurde maßlos übergeneralisiert.
Eine Bindung an "formale Kriterien" war der zweite Fehler. Nicht formal muss ein Kriterium sein, sondern es muss etwas darüber aussagen, ob eine gegebene Einheit ein Wort ist oder nicht. Wenn beim berühmten "eislaufen" die Abtrennbarkeit zum formalen Kriterium gemacht wird und man deshalb "läuft Eis" und als Folge davon auch "Eis laufen" erzwingt, verwischt man den Unterschied zu "Eis essen", aber auch zu "weglaufen", das ja ebenfalls trennbar ist und trotzdem zusammengeschrieben wird.
Der Rat stand hier vor einer schwierigen Aufgabe. Die Rückkehr zum status quo ante war aus einer ganzen Reihe von Gründen nicht realistisch. Nur schwer lässt sich eine einmal geweckte Aufmerksamkeit sozusagen wieder einschläfern. Zweitens gibt es für die alte Rechtschreibung kein Regelwerk in Form eines fortlaufenden Textes. Schon vor längerer Zeit hatte die Dudenredaktion den Text in einzelne Stichwörter zerhackt und diese alphabetisch geordnet. Weil dann auch noch eine ganze Reihe von Stichwörtern geändert wurde, war es praktisch nur noch Spezialisten möglich, die Systematik des Regelwerks zu rekonstruieren.
In der Neuformulierung des Rates liest sich die entsprechende Passage so: "Einheiten derselben Form können manchmal sowohl eine Wortgruppe (wie schwer beschädigt) als auch eine Zusammensetzung (wie schwerbeschädigt) bilden. Die Verwendung einer Wortgruppe oder einer Zusammensetzung richtet sich danach, was jeweils gemeint ist, und was dem Sprachgebrauch und den Regularitäten des Sprachbaus entspricht." Wir streiten nicht über Schönheit der Formulierung. Bedeutung, Sprachgebrauch und Sprachbau bestimmen die Schreibung. Was soll ausgedrückt werden? Wie schreiben die Leute tatsächlich, wenn sie etwas Bestimmtes ausdrücken wollen? Welche Regularitäten liegen dem zugrunde? Überraschend ist vielleicht, dass man mit diesem komplexen Bedingungsgefüge selten in Schwierigkeiten kommt: Der funktionalen Verwendung von Formen liegen Regularitäten zugrunde, die man herausfinden und formulieren kann. Kennt man die Regularitäten, dann besteht die Kunst darin, sie verständlich hinzuschreiben. Formale Kriterien ergeben sich von selbst, wenn es welche gibt. Gibt es sie nicht, soll man keine erfinden.
Der jetzt vorgeschlagene Text beruht auf einem Entwurf der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. An ihm wurde hart gearbeitet, bis ein akzeptables Verhältnis von Präzision einerseits und Allgemeingültigkeit andererseits erreicht war. Nach den Vorschlägen des Rates gibt es in Zukunft beispielsweise folgende Verben, die es auch vor 1996 gegeben hat. Wir nennen jeweils ein Beispiel für einen Typus: "auseinanderfallen", "anheimstellen", "überhandnehmen", "geheimhalten", "kleinhacken", "krankmelden", "kopfstehen", "achtgeben", "sitzenbleiben", "kennenlernen". Der Versuch einer sprachwissenschaftlichen Rechtfertigung würde an dieser Stelle zu weit führen. Es gibt sie, aber es gibt auch die Intuition, dass dies Wörter sind. Die Revision sollte nicht auf dem Wege erneuter Belehrungskampagnen 'durchgesetzt‘ werden, die Sache ist einfacher: wenn du denkst, etwas ist ein Wort, dann ist es in der Regel eins.
Die Silbentrennung ist vergleichsweise einfach; im Zeitalter von Proportionalschriften, Trennprogrammen und Flattersatz ist sie für den einzelnen Schreiber auch nicht so wichtig. Angaben zur Silbentrennung bleiben aber als Indiz für die Qualität von Wörterbucharbeit und für vorhandenes oder nichtvorhandenes Bildungswissen ein Lieblingskind mancher Sprachfreunde. Auch hier sind schlafende Hunde geweckt worden. Der Rat schlägt lediglich eine substantielle Änderung vor. Die Pedanterie, einen einzelnen Buchstaben abzutrennen, hat zu unterbleiben.
Einen wirklichen Eingriff in das traditionelle System der Zeichensetzung hat die Neuregelung vorgenommen, indem sie das Komma bei Infinitivkonstruktionen fast durchgängig freigestellt und damit als Thema im Schulunterricht weitgehend abgeschafft hat. Die alten Kommaregeln waren unübersichtlich, weil sie mehrmals verfeinert worden waren und so die Form von vielfach verzweigenden Regelkaskaden angenommen hatten. Der Schreibusus selbst war keineswegs unsinnig, das Komma erfüllte auf einsichtige Weise eine Gliederungsfunktion bei sonst unübersichtlichen Konstruktionen. Die Grundregel "Erweiterte Infinitive werden durch Komma abgetrennt" gilt inzwischen als gar nicht mehr so willkürlich und strukturfremd, wie lange angenommen wurde. Der Rat schlägt vor, einen übersichtlichen Teil der erweiterten Infinitive wieder durch Komma abzutrennen, nämlich die Infinitive in Sätzen wie "Sie schreibt Bücher, um/ohne/anstatt sich in die Sonne zu legen."

In ruhiges Wasser
Der alte Schreibusus wird damit bei weitem nicht erreicht, man kann aber zweierlei feststellen. Systematisch sind die Kommas bei den genannten adverbialen Infinitiven eher als in allen anderen Fällen gefordert, denn sie stehen außerhalb des engeren Satzverbandes. Zweitens wird der Schritt dazu führen, dass man sich im Deutschunterricht wieder mehr und hoffentlich überall mit dem Komma beim Infinitiv befasst. Das wird seinerseits dazu beitragen, die Kommasetzung bei den Nebensätzen zu sichern. Denn seit Einführung der Neuregelung kam nach dem Infinitiv- auch das Nebensatzkomma mehr und mehr ins Wanken. Der kleine Schritt, den der Rat macht, kann als systematisch richtig und didaktisch erheblich bezeichnet werden.
Bleibt die Groß- und Kleinschreibung. Der Rat schlägt offensichtlich notwendige und in der Wirkung begrenzte Korrekturen vor. Die Pronomina "Du" und "Dein" können in Briefen wieder großgeschrieben werden, dazu kommen überfällige Einzelkorrekturen (feind sein, Erste Hilfe) und Anpassungen an die Getrennt- und Zusammenschreibung (leidtun, tut ihr leid). Das reicht nicht aus, denn beispielsweise sind Schreibungen wie "des Öfteren" oder "seit Langem" nicht akzeptabel. Das Thema Groß- und Kleinschreibung ist nicht vom Tisch.
Wer die Neuregelung für revisionsbedürftig hält, wird dem Rat bescheinigen können, dass er teils große, teils weniger bedeutsame Schritte macht, die analytisch und empirisch begründet sind. Fast alle dienen der Wiederherstellung bewährter Schreibungen. Weitere Schritte werden folgen müssen, aber niemand sollte daraus einen grundsätzlichen Einwand machen oder dem Rat unterstellen, er sehe seine Notreparatur als Neubau an. Und vieles wird sich durch Einzelfallregelung erreichen lassen, ganz so, wie es immer Praxis bei der Fortschreibung von Wörterbüchern gewesen ist.
Die institutionellen und politischen Rahmenbedingungen für die Arbeit des Rates sahen am Anfang schlecht bis hoffnungslos aus. Einerseits trat er an die Stelle einer Rechtschreibkommission, die ihre politischen Auftraggeber desavouiert hatte und aufgelöst werden musste. Andererseits sollte der Gremienwechsel nach dem Willen der KMK nicht zu einer inhaltlichen Revision der Neuregelung führen. Trotz seiner Größe (jetzt 39 Mitglieder), trotz seiner Heterogenität, trotz eines starken Flügels von Verfechtern der Neuregelung und trotz einer schwierigen Geschäftsordnung (Beschlüsse müssen mit Zweidrittelmehrheit gefasst werden) hat der Rat einen substantiellen Kompromiss gefunden. Sein Vorsitzender Hans Zehetmair sagt gern, man werde nach der ersten, stürmischen Strecke nun in ruhigeres Fahrwasser gelangen. In der Tat ging es teilweise stürmisch zu. Aber im ruhigen Fahrwasser der Entwicklung und sinnvollen Normierung einer Orthographie für hundert Millionen Menschen wird man etwas anderes benötigen als engagierte, kurzfristig laborierende Arbeitsgruppen.
Der Autor ist emeritierter Professor für deutsche Sprache an der Universität Potsdam und Mitglied des Rates für deutsche Rechtschreibung.


SZ vom 4.2.2006, Seite 14
Dem Unfug die Spitzen genommen
Auch mit der Reform der Reform wird der Streit um die Rechtschreibung nicht abgeschlossen

Eine seltsame Hoffnung richtete sich auf den gestrigen Freitag. Zum letzten Mal tagte der Rat für deutsche Rechtschreibung, bevor die Konferenz der Kultusminister Anfang März aller Voraussicht nach entscheiden wird, den Vorschlägen des Rates zu einer weiteren kleinen Reform der Reform der deutschen Rechtschreibung zu folgen. Endlich soll der jetzt schon mehr als zehn Jahre währende Streit um die Orthographie beigelegt sein, endlich soll man wieder wissen, wie geschrieben werden soll, endlich soll Gewissheit herrschen. Das Bedürfnis nach Ruhe ist groß, und zufrieden wird allerorten vermerkt, dass alle Bundesländer nun bereit zu sein scheinen, die Änderungsvorschläge - wie vom Rat vorgegeben - anzunehmen.
Angesichts von so viel Willen zur Verständigung stößt der Widerspruch auf wenig Sympathie. Und doch: er muss sein. Es ist ein Irrtum zu glauben, die nun verabschiedeten Regeln und Schreibungen würden den Frieden des Normativen wiederherstellen, der vor der Reform bestand. So etwas kann nicht geschehen, zum einen, weil zehn Jahre staatlich geförderter, ja sanktionierter Unfug einen solchen Frieden auf Dauer zerrüttet haben, zum anderen, weil die Reform der Reform auch in ihrer jetzigen Fassung noch so viele Mängel, ja sogar Widersprüche enthält, dass neuerliche Änderungen der Orthographie auf Dauer unausweichlich sein werden. Und das gilt auch, wenn, wie zu erwarten ist, die Reform der Reform in ihrer jetzigen Form für die Schulen verbindlich sein und bis auf weiteres kein Kultusminister zu weiteren Verhandlungen bereit sein wird. So rächt sich, dass der Rat von den Kultusministern unter großen Zeitdruck gesetzt wurde und sich unter diesen Druck setzen ließ.

Unter Barbaren
Gewiss, der größte Aberwitz der Reform, die sinn- und gebrauchswidrige Neuregelung der Getrennt- und Zusammenschreibung ist nun weitgehend zurückgenommen - aber das war schon geschehen, bevor der Rat vor gut einem Jahr seine Arbeit aufnahm. Im jüngsten Duden sind diese Änderungen schon vielfach berücksichtigt worden, heimlich gleichsam, also ohne dass dafür ein Rat empfohlen oder ein Kultusminister entschieden hätte. Und noch etwas anderes hat der Rat bewältigt: Es soll in Zukunft nicht mehr möglich sein, einzelne Buchstaben als Silben zu behandeln und vom Rest des Wortes zu trennen. Der "A-bend" und die "Dusche-cke" bleiben einem in Zukunft erspart.
Aber wie viele Ungereimtheiten stehen dagegen! Das beginnt schon in dem angeblich nun so unstrittigen Bereich der Getrennt- und Zusammenschreibung. So soll es immer noch nicht möglich sein, wie früher richtig und angemessen, "leid tun" zu schreiben, weil "leid" irrtümlicherweise noch immer ein Substantiv sein soll. An die Stelle des falschen "Leid tun" tritt nun das zusammengeschrieben, aber ebenso falsche "leidtun". Ferner wird verfügt, "beisammengewesen" sei auseinander zu schreiben, obwohl sich doch die Zusammenschreibung mit gutem Grund durchgesetzt hatte. Und zur Neuregelung des Apostrophs - dem angelsächselnden "Mike's Kurierdienst" - hat die Reform der Reform gleich gar nichts zu sagen.
Auch über die jüngste Neuregelung der Trennungen kann man sich nicht beruhigen. Die oft barbarischen Trennungen fremdsprachiger Zusammensetzungen sollen offenbar beibehalten werden, und es wird auch in Zukunft "Res-pekt" und "Inte-resse" heißen dürfen. Dieses Elend setzt sich fort bei der sogenannten "Laut-Buchstaben-Zuordnung": Auch in Zukunft soll "aufwändig" nicht von "aufwenden", sondern von "Wand" abgeleitet sein, soll man "behände" zu Fuß gehen können, soll es "rauh" heißen, obwohl man nicht "blauh" schreibt, "Tipp", obwohl es nach wie vor nur den "Pop" gibt, "Fritteuse und "Nessessär", aber "Glacéehandschuhe". Die Reform der Reform hat dem Unfug einige seiner wüstesten Spitzen genommen, ihn aber nicht vernünftiger werden lassen. Und so ist, was jetzt wohl in den Schulen ganz Deutschlands eingeführt werden wird, nur eine halbe Sache. Dass die andere Hälfte fehlt, wird sich bald bemerkbar machen - in neuerlichem Wunsch nach Reformen.
THOMAS STEINFELD



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Kommentare zu »Rat suchend«
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Kommentar von J. Hohenembs, verfaßt am 06.03.2006 um 09.13 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=397#3311

Mit Verlaub: Die übliche Schreibweise von "Susis Imbißstube" ist "Susy's Snack Bar" (mit der Variante: "Susis' Snackbar").


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 08.02.2006 um 20.11 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=397#2867

Zum besseren Verständnis der Wendung "leid tun", die für Eisenberg "keine grammatische Analyse hat": Ich hatte unter den üblichen Ergänzungen auch "sanft" angeführt. Es gibt Massen von Belegen aus älterer Zeit, natürlich mittelhochdeutsche (Walthers sehr bekannte Zeile mit klar erkennbarem Adverb "sanfte"), dann bei Luther, Hans Sachs, aber durchaus auch neueren wie Jean Paul. Zufällig las ich gestern im Märchen vom armen Müllerburschen und dem Kätzchen: "Das tut recht sanft." Wahrscheinlich ist das heute noch in Dialekten üblich - weiß jemand was darüber?


Kommentar von dg, verfaßt am 08.02.2006 um 10.40 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=397#2855

»X-te Reform der Reform

Der Rat für deutsche Rechtschreibung, Reparaturbetrieb für die mißglückte Rechtschreibreform, hat seine Arbeit abgeschlossen. Nun ist der Schwarze Peter wieder bei der Schreibgemeinschaft, die allein entscheidet, was sie von der Reform und von den Vorschlägen des Rates annimmt oder verwirft. Dazwischen rudert hilflos die Kultusministerkonferenz (KMK), die die Reform an den Schulen von 14 Bundesländern durchgesetzt hat, ohne daß ein verbindliches Wörterbuch vorliegt, das den Lehrern als Richtschnur für die Korrektur von Schülerarbeiten dienen könnte.

Was der Rat zum (vorläufigen) Abschluß seiner Arbeit gestern an Empfehlungen für die "Reform der Reform" präsentierte, wirft zahllose der an den Schulen eingeführten Schreibweisen über den Haufen. Das gilt vor allem für die schon bekannten Vorschläge zur Getrennt- und Zusammenschreibung. Darüber hinaus greift der Rat nun auch in Bereiche wie Groß- und Kleinschreibung ein, die von der KMK noch vor wenigen Monaten "verbindlich" an den Schulen eingeführt worden waren.

Gerade deshalb ist durchaus noch offen, ob sich die KMK den Ratschlägen des 36köpfigen Gremiums tatsächlich beugt. Denn noch nie war die Konfusion größer als jetzt. Immer mehr Verbände fordern verbindliche Wörterbücher, in der Schweiz hat eine Absetzbewegung eingesetzt, Bayern, das die "Verbindlichkeit" bisher nicht eingeführt hat, prescht vor und will die Ratschläge der "hochqualifizierten Experten" für die partielle Rücknahme der Reform übernehmen, Nordrhein-Westfalen könnte folgen. Um klare Verhältnisse zu schaffen, bleibt nur ein Weg: das Pfuschwerk komplett zu kippen. Da die Schulbücher ohnehin neu gedruckt werden müssen, wäre es auch die preiswerteste Lösung. Dankwart Guratzsch«


(WELT, 4. Februar 2006)



Kommentar von kratzbaum, verfaßt am 08.02.2006 um 07.54 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=397#2852

Was man nicht versteht – oder doch sehr gut versteht

Warum wurde die reformierte Rechtschreibung nicht amtlicherseits einem Expertengremium (nicht einem so genannten/sogenannten) zur Prüfung und Beurteilung vorgelegt? Überall sonst wird vor längst nicht so weitreichenden Neuerungen der Rat von unabhängigen Fachleuten eingeholt. Das ganze Unternehmen wird den Ruch eines Staatsstreiches von oben nicht los. Ich denke, die politisch Verantwortlichen wußten sehr genau, was sie taten, als sie die Reform an den Schulen handstreichartig einführten. Prof. Ickler hat in seinen Schriften ja mehrfach diese Taktik durchleuchtet. Bis heute scheuen die Machthaber (diese Bezeichnung paßt hier uneingeschränkt) das Tageslicht einer kritischen Öffentlichkeit und versuchen sich mit Täuschungsmanövern, deren jüngstes eben der ominöse Rat war, zu retten. Der Gleichgültigkeit in inhaltlich-fachlichen Dingen entspricht eine unnachgiebige, monomanische Verbissenheit in der Durchsetzung. Selten ließen sich Entscheidungsmechanismen und atavistisch-irrationale Leitmotive so exemplarisch studieren.


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 08.02.2006 um 05.31 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=397#2850

Lieber Herr Jochems, so ungern ich Ihnen öffentlich widerspreche - diesmal muß es sein. Ich wehre mich mit Händen und Füßen dagegen, eine "Autorität" zu sein und "Lehrmeinungen" zu vertreten. Von mir gibt es Meinungsäußerungen wie von jedem anderen, und meine Thesen sind soviel wert, wie sich bei ihrer Überprüfung zeigt. Mein Wörterbuch ist der Versuch, als der es sich darstellt. Aber lassen wir das. Was die Neuregelung der GZS betrifft, im wesentlichen also die Ausführung der 2004 abgebrochenen Revision, so läßt sich darüber schwer etwas Abschließendes sagen, weil meiner Ansicht nach diese Ausführung ihrerseits sehr unvollständig ist. Daher ja mein Sondervotum.
Es ist wahr, daß Eisenberg als führender Kopf der Arbeitsgruppe den Hauptanteil an der Neufassung hat, daher aber auch an deren Unzulänglichkeiten. Man merkt, daß es nicht gerade sein Spezialgebiet ist. Hinzu kommt noch etwas anderes: Ich weiß nicht mehr, wer noch in der AG saß, aber die ganze Arbeitsweise mit Arbeitsgruppen, die wie Schöffengerichte gebaut sind (ein Berufsrichter und ein paar Laien) ist für wissenschaftlich entscheidbare Fragen ein bißchen abwegig. Hinterher geht das Ganze noch in die Volksversammlung, wo sachfremde Interessen dominieren.
Ich muß hier noch einmal erklären, wie es im Rat zuging (ich darf in der Vergangenheit reden, denn es wird keine weiteren Sitzungen geben; der Termin 24. März ist ja wegen des "erhöhten Tempos" gestrichen worden). Es wurde Satz für Satz diskutiert und abgestimmt. Dabei ging natürlich jede Konsistenz des Ganzen verloren. Die große Mehrheit stimmte nach Gusto ab, nicht nach Prinzipien. Im Hintergrund stand immer das Kriterium: was tut, wenn wir ans Geschäft denken, am wenigsten weh?


Kommentar von R. M., verfaßt am 08.02.2006 um 00.25 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=397#2849

Das ist (leider) nicht ganz richtig. Entscheidend sind ja nicht die luftig formulierten Vorbemerkungen im Regelwerk oder die lustig formulierten Randbemerkungen auf Pressekonferenzen. Entscheidend sind die einzelnen Paragraphen und das angekündigte Wörterverzeichnis. Eine generelle Freigabe der Getrennt- und Zusammenschreibung, ein allgemeiner Appell an das Sprachgefühl ist nicht beabsichtigt. In einigen Bereichen werden Varianten toleriert, wie schon seit der Revision 2004: daß dies bei schwer behindert, allgemein bildend, halb leer, selbst gemacht der Fall sei, bestreitet Eisenberg, meiner Einschätzung nach zu Unrecht.

Bekanntlich hält sich Eisenberg für den eigentlichen Urheber der jetzt vorgelegten Regelung. In einem undatierten Entwurf sah er einerseits die Getrenntschreibung von klein schneiden, kurz mähen, glatt hobeln, blank putzen vor, andererseits die Zusammenschreibung von spazierengehen und spazierenfahren. Der Rat läßt nun bei den »resultativen Prädikativen« (bei Eisenberg: »Objektsprädikativen«) die Zusammenschreibung gleichberechtigt gelten, untersagt sie aber bei spazierengehen und spazierenfahren. Es liegt also nicht grundsätzlich im Ermessen des Schreibers, ob er die Zusammenschreibung wählt, sein Freiraum ist vielmehr umgrenzt, wenn auch nicht sehr klar, wie Eisenbergs Einspruch beweist.


Kommentar von Helmut Jochems, verfaßt am 07.02.2006 um 23.57 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=397#2848

Lieber Freund Kratzbaum, in unserem Lager gibt es nur eine Autorität, die wir alle anerkennen und der wir uns unterwerfen, und das ist die Lehrmeinung Professor Icklers. Im Zweifelsfalle schlagen wir sein Wörterbuch "Normale deutsche Rechtschreibung" auf, wo wir im "Wörterverzeichnis" und/oder in der "Kurzen Anleitung" bzw. unter "Hauptregeln" die benötigte Auskunft finden. Für die Verläßlichkeit sorgt der Hinweis Prof. Icklers, daß seine Darstellung eine empirische Grundlage hat, er uns also zu den "üblichen" Schreibungen führt. Der Plural ist wichtig. In den kritischen Bereichen der deutschen Rechtschreibung ist der empirische Befund oft nicht eindeutig, was sich in "Normale deutsche Rechtschreibung" als Varianten niederschlägt. Prof. Ickler sagt in bezug auf die jetzt auch vom Rat für deutsche Rechtschreibung neu "geregelten" Verbzusatzkonstruktionen: "In anderen Fällen ist Zusammenschreibung nur mehr oder weniger üblich. Getrenntschreibung ist dann nicht falsch, Zusammenschreibung aber oft besser." Im Wörterverzeichnis sind solche fakultativen Verbindungen durch ein besonderes Symbol (den kleinen Bogen) gekennzeichnet. Der unerfahrene Schreiber kann hier keinen Fehler machen, aber es bleibt die Qual der Wahl.
Auch die neue Formulierung aus Herrn Zehtmairs Rat löst seine Probleme nicht vollständig: "Die Verwendung einer Wortgruppe oder einer Zusammensetzung richtet sich danach, was jeweils gemeint ist, und was dem Sprachgebrauch und den Regularitäten des Sprachbaus entspricht." Immerhin, das ist einer der Freiräume, die das Markenzeichen der deutschen Rechtschreibung sind – was aber bei uns das "reine" Rechtschreibwörterbuch unmöglich macht. In solchen Fällen geht es ohne Anwendungshinweise nicht ab, noch besser sind Satzbelege und Zusammenstellungen von möglichen Kollokationen.
Im Frühjahr 1997 behaupteten Prof. Augst und Prof. Schaeder in einem Brief an den damaligen KMK-Präsidenten Wernstedt: "Herr Icklers Irrtum besteht darin, dass er fast jede Rechtschreib-Nuance, die in der deutschen Rechtschreibung existiert, als unabdingbar verteidigt." Das war damals so ungerecht wie heute. Ohne seine Bemühungen hätte es nicht die durchgreifende Revision der Getrennt- und Zusammenschreibung gegeben, die nun aber den Rechtschreibunterricht in eine neue Situation bringt: Über "richtig" oder "falsch" entscheidet nicht mehr der künstlich normierte Wörterbucheintrag, sondern die Feststellung, ob der Schreiber seine Aussageabsicht mit den Mitteln unserer flexiblen Rechtschreibung angemessen auszudrücken verstanden hat.



Kommentar von kratzbaum, verfaßt am 07.02.2006 um 21.31 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=397#2847

Wie mir gerade eine liebe Schweizer Dame als Beispiel "altertümlicher" Verwendung sagte: "Sie isch nit leid" = Sie ist nicht unangenehm, nicht unsympathisch. - Zweifel am Wortcharakter?


Kommentar von borella, verfaßt am 07.02.2006 um 20.42 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=397#2846

"Es tut mir sehr leid"
war's zunächst; dann kam:
"Es tut mir sehr Leid",
und nun soll's:
"Es tut mir sehr leidtun"
heißen; auf Neudeutsch heißt das wohl "verschlimmbessern"...
;-)


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 07.02.2006 um 20.15 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=397#2845

Wenn ich mich recht erinnere, hatte Eisenberg vor vielen Jahren selbst dem Grundsatz zugestimmt, daß die vorfindlichen Schreibweisen ebenso wie die vorfindliche Redeweise zunächst einmal ein Stück Wirklichkeit ist, das der Wissenschaftler zu erforschen hat. Die Wirklichkeit kann nicht widersprüchlich oder ungereimt sein. Man kann sie ändern, aber man muß sich andere Begründungen überlegen. Ändern, ohne zu verstehen und weil man es nicht versteht - das geht nicht gut!


Kommentar von R. M., verfaßt am 07.02.2006 um 19.46 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=397#2844

Mit »altem Duden« ist hier der Duden vor 1996 gemeint. In der Tat steht schwer behindert so wenig (als Lemma) im Wörterbuch wie schwer angeschlagen (aber unter dem Lemma schwerbehindert fand sich im alten Duden die Erläuterung, wann getrennt zu schreiben sei). Der Wortlaut des hier einschlägigen Paragraphen läßt mich aber erwarten, daß schwer krank sehr wohl im neuen Wörterverzeichnis stehen wird. Kriterium für Getrennt- oder Zusammenschreibung soll sein, ob »der entsprechende Ausdruck sowohl als Zusammensetzung als auch als syntaktische Fügung angesehen werden« kann. Es bleibt unklar, wer der Betrachter ist, aber auf jeden Fall geht es nicht um einen Unterschied in der Verwendung, sondern in der Anschauung.


Kommentar von Jan-Martin Wagner, verfaßt am 07.02.2006 um 19.08 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=397#2843

P. Eisenberg: »Dass "schwer behindert" nicht im alten Duden stand, hat den Grund, dass es kein Wort, sondern eine Phrase ist, die als solche nicht in ein Wörterbuch gehört.«

Damit hat Eisenberg den „Wörtermord“ durch die Rechtschreibreform eingestanden. Denn da es vor der Reform den Wörterbucheintrag schwerbehindert gab, danach aber nicht mehr (weil eben schwer behindert im Wörterbuch nichts zu suchen hat), war dieses Wort durch die Reform getilgt worden. Wäre es nicht getilgt gewesen, wäre es im Wörterbuch verzeichnet.


Kommentar von Germanist, verfaßt am 07.02.2006 um 17.28 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=397#2841

Daß ein Wort kein Adjektiv sein oder "keine adjektivischen Eigenschaften haben" können soll, nur weil es weder flektierbar noch steigerbar ist, ist ein ganz großer Schmarrn: egal, schuld, super, spitze, klasse, rosa, lila, beige, orange.


Kommentar von Sigmar Salzburg, verfaßt am 07.02.2006 um 15.35 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=397#2839


Eisenberg: Die alte Schreibweise "leid tun" hatte keine grammatische Analyse, sie war irregulär. Immer wieder wird behauptet, "leid" sei hier ein Adjektiv, etwa analog zu "gut" in "gut tun". Diese Sicht lässt sich nicht halten. So ist möglich "Es tut ihr gut, es ist gut für sie", aber nicht "Es tut ihr leid, es ist leid für sie". Auch sonst hat "leid" hier so gut wie keine adjektivischen Eigenschaften, es ist beispielsweise weder flektierbar noch steigerbar.

Und Eisenberg schließt messerscharf,
daß nicht sein kann, was nicht sein darf.

Deshalb schlägt der Rat vor, "leidtun" so zu schreiben wie "wegtun", "dartun" usw.

Wenn „leid“ früher in attributivem Gebrauch war (noch erkennbar in „leider“) und sich im Laufe der Zeit auf wenige feste Fügungen beschränkt hat, dann ist kein Wortartwechsel eingetreten, sondern es ist nur seine freie Verfügbarkeit vermindert worden.

Man kann in dichterischer Sprache ohne weiteres sagen:
Das wird sehr leid ihm tun.“ (Kleist, Prinz von Homburg, II. Akt)

Aber welcher Verseschmied würde dichten: „Das wird er dar uns tun.“
Oder: „Das will er weg noch tun.“

Warum soll man nicht so schreiben, wie es die Leute seit Jahrhunderten als richtig empfunden haben? – Weil einzelne Linguisten es nicht verstehen? Oder doch nur, weil nicht sein darf, daß die alte Schreibweise die bessere war?



Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 07.02.2006 um 15.22 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=397#2838

An Peter Eisenbergs Beitrag läßt sich sehr klar die eigentümliche Denkweise der Rechtschreibreformer zeigen. Er schreibt:

"Nur in wenigen Fällen weichen die Vorschläge des Rates von der hergebrachten Schreibweise ab. Dazu gehört die Zusammenschreibung 'leidtun', früher 'leid tun', Neuregelung 'Leid tun'. Die alte Schreibweise 'leid tun' hatte keine grammatische Analyse, sie war irregulär."

Die alte Schreibweise "hatte keine grammatische Analyse"? In normalem Deutsch heißt das: Eisenberg kann diese Verbindung nicht grammatisch analysieren, und dann verfährt er nach dem alten Wahlspruch aller Besserwisser: "Was ich mir nicht erklären kann, das sehe ich als Fehler an" – und ändert lieber die Sprache als seine offenbar unzureichende Grammatik. In Wirklichkeit liegt die Sache sehr einfach: Das Verb tun verbindet sich seit tausend Jahren mit unterschiedlichen Adverbien (natürlich auch adverbial gebrauchten Adjektiven) wie gut, wohl, sanft, weh, schön, not und leid. Die Verbindungen wurden teils getrennt, teils zusammengeschrieben, und der Duden hatte das mehr oder weniger getreulich aufgezeichnet. Was soll daran "ungereimt" sein?

Eisenberg fährt mit dem umständlichen Beweis fort, daß man zwar sagen könne es ist gut für sie, aber nicht es ist leid für sie. Was das mit dem vorliegenden Problem zu tun haben soll, bleibt sein Geheimnis.


Kommentar von kratzbaum, verfaßt am 07.02.2006 um 13.34 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=397#2836

Sehr verehrter Herr Prof. Jochems, daß Sie sich nach längerem Schweigen wieder einmal zu Wort melden, finde ich sehr erfreulich. Ihre sachkundigen, auf Ausgleich und Mäßigung bedachten Beiträge haben sicher auch andere vermißt. - Allerdings scheint mir in Ihrer jüngsten Äußerung doch wieder der alte innere Zwiespalt aufzuscheinen. Einerseits verteidigen Sie den deskriptiven Ansatz, der z.B. das Credo Prof. Icklers darstellt. Andererseits rühmen Sie die "Freiräume" der deutschen Orthographie, die Sie nicht als "Variantenunwesen" denunziert sehen wollen. (Gerade die unsinnig vermehrten Varianten sind aber doch eine Spezialität der Flickschuster, Zeichen ihrer Ohnmacht.) Aber Freiräume können sich erst auf der Grundlage verbindlicher Schreibweisen eröffnen. Varianten sind gerade das Gegenteil davon, sie suggerieren Beliebigkeit und dienen nicht der Weiterentwicklung der Rechtschreibung. Schlicht gesprochen: Die Leute wollen dem Wörterbuch entnehmen, wie man richtig schreibt.Ganz abgesehen von Lehrern und anderen Berufen, die Rechtschreibung korrigieren und bewerten müssen.
Ein "eindeutiges" Wörterverzeichnis und ein entwicklungsfähiges, das heißt selbstoptimierendes, quasi-evolutionäres orthographisches System müssen einander nicht ausschließen. Die Sprachgeschichte lehrt, wie aus kleinen Abweichungen von der Norm, initiiert von den souveränen Meistern im Reich der Schriftsprache, schließlich eine neue Norm entsteht. Im übrigen ist es ein Merkmal der regelgläubigen Reform, zumindest in ihrer ursprünglichen Gestalt, alles bis ins kleinste und ein für allemal festlegen zu wollen, und zwar ohne Rücksicht auf den Usus. Die vielen Varianten sind nur die Kehrseite der Medaille. - Am Schluß schreiben Sie, sehr geehrter Herr Prof. Jochems, dann doch wieder von einem "Spuk", der beendet werden müsse. Ich gehe wohl nicht fehl in der Annahme, daß Sie damit die gesamte Reform, bzw. die kümmerlichen Reste, die davon noch übrig sind, meinen. In der Tat: Die Presse hätte es in der Hand, diese Reste endgültig zum Absterben zu bringen. Machen wir uns außerdem nichts vor über einen zu erwartenden Widerstand der KMK. Inhalte sind denen sowieso völlig egal. Sie wollen endlich Ruhe und werden dafür auch einen Preis zahlen.


Kommentar von Walter Lachenmann, verfaßt am 07.02.2006 um 13.05 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=397#2835

Herr Professor Jochems fragt: „Können wir uns nicht über einen Erfolg freuen?“

Ob „wir“ uns freuen können, weiß ich nicht - da dürften die Gemütslagen bei den verschiedenen Reformgegnern uneinheitlich sein.

Persönlich freue ich mich eher über den Mißerfolg des Rechtschreibrates und betrachte diesen als Teilerfolg für die Reformkritiker. Man muß keine allzu tiefgreifenden Sprach- und Grammatikkenntnisse haben, um zu erkennen, daß mit den mehr als mageren Ergebnissen der sich nun über Monate hinziehenden Tätigkeit des Rates für deutsche Rechtschreibung die durch die Reform entstandenen Probleme keineswegs gelöst sind und von einem „Ende der Debatte“, einem „Rechtschreibfrieden“ oder gar einer „Versöhnung“ keine Rede sein kann.

Die Öffentlichkeit mag dieser Debatte überdrüssig sein - sie wird aber weitergehen, und je länger sie andauert, umso deutlicher wird auch für von diesem Thema weniger Betroffene im Volke, wie miserabel diese Rechtschreibreform von Grund auf ist, allein schon deshalb, weil immer noch an ihr herumgeflickt wird. Sie hat das Zeug, Gegenstand sprichwörtlichen Spotts zu werden, ähnlich dem Hornberger Schießen.

Darüber kann sich ein Reformkritiker schon freuen, aber zufrieden ist er damit noch lange nicht.


Kommentar von R. M., verfaßt am 07.02.2006 um 11.34 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=397#2833

Gilt das gesprochene Wort? Nein, es gilt das Regelwerk. Die vom Rat vorgelegten Paragraphen sind nicht aus dem Sprachgebrauch abgeleitet, setzen sich über diesen hinweg, stehen über ihm. Deshalb soll man zum Beispiel näher kommen und spazieren gehen schreiben. Der Paradigmenwechsel wird verkündet, findet aber nicht statt. Das Prinzip ist unverändert: Schreibungen werden aus Regeln abgeleitet (deshalb liegt bis dato noch keine Wörterliste vor). Es sind jetzt zum Teil andere Regeln, und sie sind ein wenig besser. Das ist alles.


Kommentar von Helmut Jochems, verfaßt am 07.02.2006 um 11.10 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=397#2831

Können wir uns nicht mehr über einen Erfolg freuen? Der Rat für deutsche Rechtschreibung hat - freudig oder zähneknirschend - in vielen Punkten die Einwände anerkannt, die Prof. Ickler seit zehn Jahren unbeirrt und unermüdlich vorgetragen hat. Ihm sind wir größten Dank schuldig. Es geht ja nicht um die Wiederherstellung der alten Duden-Schreibungen, sondern um die Anerkennung des Üblichen. Mit dem Beschluß vom 3. 2. 2006 hat der Rat für deutsche Rechtschreibung endgültig einen Paradigmawechsel vollzogen, den Herr Zehetmair so beschreibt: "Typisch ist ja, daß 1996 das Regelwerk über allem stand und bei uns heute als Leitfaden der Sprachgebrauch Priorität hat." (PK v. 3.2.06) Reinhard Markners Zusammenstellung bestätigt das in den meisten Fällen, wenn man die Schreibformen in seiner dritten Spalte mit denen in Prof. Icklers Wörterbuch "Normale deutsche Rechtschreibung" vergleicht. Peter Eisenberg wehrt sich mit Recht gegen die Meinung, die Neufassung verschlimmere nur das Variantenunwesen der Reformer. Wenn man die deutsche Rechtschreibung für ihre Flexibilität lobt, die darin besteht, den Schreibern Freiräume zu öffnen, darf man diese nicht auf dem Wege über ein "eindeutiges" Wörterverzeichnis aufheben. Eisenberg sagt: "Bedeutung, Sprachgebrauch und Sprachbau bestimmen die Schreibung. Was soll ausgedrückt werden? Wie schreiben die Leute tatsächlich, wenn sie etwas Bestimmtes ausdrücken wollen? Welche Regularitäten liegen dem zugrunde? Überraschend ist vielleicht, dass man mit diesem komplexen Bedingungsgefüge selten in Schwierigkeiten kommt." (SZ v. 4.3.06) Das hat Prof. Ickler bei vielen Gelegenheiten ähnlich ausgedrückt, und so steht es auch im Vorwort seines Wörterbuchs. Die Kultusministerkonferenz hat nun darüber zu entscheiden, ob sie die Teildemontage ihrer bisher mit Zähnen und Klauen verteidigten Rechtschreibreform hinnimmt - mit allen Folgen für die Wörterbücher und den Rechtschreibunterricht an den Schulen. Natürlich wäre auch das noch nicht das Ende der unsäglichen Angelegenheit. Besser wäre es, jetzt Nägel mit Köpfen zu machen, als den Rat für deutsche Rechtschreibung jahre- oder gar jahrzehntelang an der Beseitigung des Reformmülls weiterwerkeln zu lassen. Ob der Rest nun aber schnell kommt oder sich hinzieht, hat die Öffentlichkeit in den deutschsprachigen Ländern in der Hand. Wenn wenigstens die Zeitungen über die jetzigen Zugeständnisse hinaus wieder "normal" schreiben würden, wäre das Ende des Spuks nicht mehr fern.


Kommentar von Martin Gerdes, verfaßt am 07.02.2006 um 06.05 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=397#2830

Je länger die Diskussion dauert, desto mehr werden die Konturen verwischt.

Steinfeld schreibt:

"Auch in Zukunft soll ... es "rauh" heißen, obwohl man nicht "blauh" schreibt."

Nein! Auch in Zukunft soll es "rau" heißen, obwohl die Herkunft des Wortes mit der Herkunft von "grau" nichts zu tun hat und ich als Süddeutscher den Diphthong von "rauh" jederzeit unterscheidbar anders ausspreche als den von "blau", "grau" und "genau".

Neulich stand im Münchner Merkur,

http://www.merkur-online.de/nachrichten/politik/meinung/art87,478488.html

"... die Anredepronomen Du/Sie dürfen wieder groß geschrieben werden ("ich liebe Sie" statt "ich liebe sie"). Das verbessert das Textverständnis."

Ich habe nicht den Eindruck, daß der Schreiber dieser Sätze wirklich weiß, wovon er schreibt. Die Rechtschreibreform der Ideologen hat ihr Ziel erreicht: Auch der an sich Gebildete ist derart verunsichert, daß er nicht mehr unterscheiden kann, was richtig ist und was falsch. Der Rohrstockersatz Rechtschreibung ist zerbrochen -- und mit ihm die Einheitlichkeit der deutschen Rechtschreibung. Wir werden sie so schnell nicht zurückbekommen.



Kommentar von R. M., verfaßt am 07.02.2006 um 01.55 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=397#2829

Phrasen, die nach Eisenbergs eigener Aussage nicht in ein Wörterbuch gehören, waren nicht Gegenstand meiner Liste.


Kommentar von Wolfram Metz, verfaßt am 07.02.2006 um 00.55 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=397#2828

Wenn ich Eisenberg richtig verstehe, kritisiert er an der Liste das Fehlen der Schreibung bzw. der Wortgruppe schwer behindert in der Spalte "Frühere Rechtschreibung" und nicht die Interpretation des Regelwerks von 1996 oder der aktuellen Vorschläge des Rates.


Kommentar von Reinhard Markner, verfaßt am 07.02.2006 um 00.36 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=397#2827

Die in der SZ dokumentierte Liste, die nicht mein Imprimatur hatte, enthielt tatsächlich einen Fehler, auf den aber Eisenberg nicht eingegangen ist: hierzulande ist neben hier zu Lande reformgemäß. Man soll eben nie aus dem Gedächtnis zitieren. Ferner ist die herkömmliche Schreibung Susis Imbißstube, nicht Susis Imbissstube. Hier hat wohl das Korrekturprogramm dazwischengefunkt.

Meine Duplik zu Eisenbergs Replik:

1. Der Rat hat von sich aus keine Wörterlisten vorgelegt, sondern sich lediglich mit den in den überarbeiteten Paragraphen des Regelwerks anzuführenden Beispielwörtern befaßt. Dieses Verfahren hat schon bei der Vorbereitung der Reform bis 1996 zu gravierenden Problemen geführt und hätte daher unbedingt vermieden werden müssen. Gerade Eisenberg hat verschiedentlich die Auffassung vertreten, für die Orthographie seien Wörterverzeichnisse von größerer Bedeutung als Regeltexte. Das ist richtig, unter anderem deshalb, weil die Regeltexte in gewissem Umfang verschiedene Ausdeutungen zulassen und letzte Klarheit daher nur ein Wörterverzeichnis bringen kann. Es liegt aber nicht vor. Angeblich soll es den Kultusministern, die bereits angekündigt haben, die Arbeit des Rates inhaltlich nicht zu bewerten, Anfang März vorgelegt werden. Das heißt, der Rat selbst wird es nicht abnehmen können.

Durch die Auswahl der im Regeltext vorgeführten und in Pressekonferenzen genannten Beispielwörter ist die Öffentlichkeit darüber hinaus bewußt über die Ergebnisse der Ratsarbeit getäuscht worden. So hat Zehetmair unentwegt von der Trennung Urin-stinkt gesprochen, die es zu vermeiden gelte. Hier hat sich in der Ratsvorlage gegenüber dem ursprünglichen Regelwerk nichts Substantielles geändert; von der Trennung wird abgeraten, sie bleibt aber möglich. Andere Beispielwörter wie ei|n|an|der sind gestrichen worden; auch hier bleiben alle Trennstellen erhalten.

2. Eisenbergs Ausführungen zum Beispielfall schwer behindert/schwerbehindert beziehen sich offenbar auf den Wortlaut der Vorbemerkung zum Abschnitt Getrennt- und Zusammenschreibung: "Einheiten derselben Form können manchmal sowohl eine Wortgruppe (wie schwer beschädigt) als auch eine Zusammensetzung (wie schwerbeschädigt) bilden. Die Verwendung einer Wortgruppe oder einer Zusammensetzung richtet sich danach, was jeweils gemeint ist und was dem Sprachgebrauch und den Regularitäten des Sprachbaus entspricht." In § 36 heißt es dann: "(2) Zusammen- wie auch getrennt geschrieben werden kann, wenn der entsprechende Ausdruck sowohl als Zusammensetzung als auch als syntaktische Fügung angesehen werden kann. Dies betrifft: [...] (2.2) Verbindungen mit einem einfachen unflektierten Adjektiv als graduierender Bestimmung, zum Beispiel: schwer verständlich/schwerverständlich, halb fett/halbfett, schwer krank/schwerkrank, früh reif/frühreif." Bei dieser Passage handelt es sich gewissermaßen um die Durchführungsbestimmung; auf sie kommt es in letzter Instanz an, nicht auf die Vorbemerkung. Die Darstellung in meiner Liste entspricht dem Regeltext.

Im Falle von schwerbehindert geht es eigentlich weniger um den "Sprachgebrauch und den Regularitäten des Sprachbaus" im allgemeinen. Entscheidend ist der behördliche Usus, wobei das Adjektiv schwerbehindert vielleicht als Rückbildung aus dem Substantiv Schwerbehinderter anzusehen ist.

3. Die vom Rat angeordnete Zusammenschreibung leidtun ergibt sich aus ihrer Einstufung unter die Zusammensetzungen "mit einem substantivischen ersten Bestandteil" (§ 34). (Eisenberg hätte möglicherweise die Einstufung unter die "Bestandteile, die in der Verwendung beim Verb nicht mehr einer bestimmten Wortartkategorie zugeordnet werden können", vorgezogen.) Auf diese Weise wird leidtun mit Fällen wie teilnehmen gleichgestellt. Das ist sprachhistorisch unsauber: Aus Theil nehmen hat sich teilnehmen entwickelt, leidtun ist aber nicht aus Leid tun entstanden. Diese Schreibungen sind vor 2004 bzw. 1996 allenfalls vereinzelt aufgetreten.


Kommentar von SZ vom 6.2.2006, Seite 12, verfaßt am 06.02.2006 um 20.55 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=397#2826

"Es tut ihr gut"

Nochmal die Rechtschreibliste - ein Nachtrag von Peter Eisenberg

Im Feuilleton der SZ vom 4. Februar findet sich eine Liste, die alte Schreibweisen denen der Neuregelung und den jetzt vom Rat für deutsche Rechtschreibung empfohlenen gegenüberstellt. Diese Liste ist auf Grundlage der einschlägigen Wörterbücher und Regelwerke in den gültigen Fassungen entstanden. Peter Eisenberg, Mitglied des Rates und Autor eines neben der Liste stehenden Artikels, in dem die Arbeit des Rates begründet und bewertet wird, legt indes Wert auf die Feststellung, die Liste wecke irrige Vorstellung von der Arbeit des Rates.

Die Liste erweckt den Eindruck, der Rat lasse zahlreiche Schreibvarianten zu, die es bisher nicht gegeben habe. Dieser Eindruck ist falsch. Der Rat lässt fast durchgängig solche Schreibweisen zu, die immer möglich waren. Beispielsweise konnte man immer schreiben "schwer behindert" und "schwerbehindert". Die erste Schreibung enthält das intensivierende Adverb "schwer" so wie in "schwer gehbehindert", "schwer angeschlagen", "schwer betrunken". Dass "schwer behindert" nicht im alten Duden stand, hat den Grund, dass es kein Wort, sondern eine Phrase ist, die als solche nicht in ein Wörterbuch gehört. Heute so zu tun, als habe der Rat die Schreibung "schwer behindert" entgegen der alten Orthographie erlaubt, trifft die Tatsachen nicht. Dasselbe gilt für "allgemein bildend", "halb leer", "selbst gemacht" und viele andere. Der Kompromiss besteht für den Rat nicht darin, dass er alles erlaubt, sondern darin, dass er rigide Verbote der Neuregelung außer Kraft setzt.

Nur in wenigen Fällen weichen die Vorschläge des Rates von der hergebrachten Schreibweise ab. Dazu gehört die Zusammenschreibung "leidtun", früher "leid tun", Neuregelung "Leid tun". Die alte Schreibweise "leid tun" hatte keine grammatische Analyse, sie war irregulär. Immer wieder wird behauptet, "leid" sei hier ein Adjektiv, etwa analog zu "gut" in "gut tun". Diese Sicht lässt sich nicht halten. So ist möglich "Es tut ihr gut, es ist gut für sie", aber nicht "Es tut ihr leid, es ist leid für sie". Auch sonst hat "leid" hier so gut wie keine adjektivischen Eigenschaften, es ist beispielsweise weder flektierbar noch steigerbar.
Deshalb schlägt der Rat vor, "leidtun" so zu schreiben wie "wegtun", "dartun" usw. Man sollte sich der Tatsache nicht verschließen, dass die alte Orthographie eine große Zahl von Ungereimtheiten enthielt, an denen man als routinierter Schreiber hängt, die man aber ohne Risiko in reguläre Schreibweisen umwandeln kann. Das ist etwas ganz anderes als die Prinzipienreiterei, mit der die Neureglung in den hergebrachten Schreibusus eingegriffen hat.




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