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24.01.2006
 

Schulhof-Appell
Deutsch als lingua franca (in Berlin)

Eine Realschule in Berlin-Wedding verpflichtet Schüler, auch auf dem Pausenhof ausschließlich Deutsch zu sprechen.

Türkische Verbände und grüne Politiker sprechen von Diskriminierung, die Schüler selbst sehen es pragmatischer.



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Kommentare zu »Schulhof-Appell«
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Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 03.03.2015 um 09.55 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=387#10067

Es sind ein paar Tage vergangen. Diskutiert wird allgemein die Frage, ob Imame auf deutsch predigen sollten. Manche Muslimverbände stimmen zu.


Kommentar von Germanist, verfaßt am 01.03.2015 um 16.46 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=387#10066

Welches Deutsch denn? Muß damit immer Hochdeutsch gemeint sein? Ich empfehle einen Urlaub in einem Bauerndorf in der hintersten Oberpfalz, um zu lernen, welches Deutsch es auch gibt.


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 01.03.2015 um 16.30 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=387#10065

Um so besser, denn ich habe oft Herrn Lammert zustimmen können und halte ihn für eine Ausnahmeerscheinung. Und besten Dank für die Richtigstellung!


Kommentar von Klaus Achenbach, verfaßt am 01.03.2015 um 16.14 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=387#10064

Zur Ergänzung:

den vorhergehenden Kommentar habe ich auf Grundlage eines kürzeren Meldung der "Welt" geschrieben. Inzwischen habe ich das gesamte Interview gelesen und sehe mich in meiner Wertung noch bestärkt.

Das Thema "Islam" ist stellt nur einen sehr kleinen Teil des gesamten Interviews dar. Danach hat Lammert nur auf eine Frage geantwortet, die sich auf das neue Islamgesetz bezog.

Die entscheidende Stelle ist:

"Die Welt: Österreich hat ein Islam-Gesetz verabschiedet, das den Umgang mit Muslimen umfassend regelt. So dürfen Imame nicht mehr aus dem Ausland finanziert werden, und sie sollen Deutsch sprechen. Ein Beitrag zur Integration, der Vorbild für Deutschland sein kann?

Lammert: Das ist jedenfalls ein interessanter Versuch, Klärungen herbeizuführen, für die es auch in Deutschland Bedarf gibt. Ob solche Klärungen gesetzlich erfolgen müssen, ist eine andere Frage.

Die Welt: Bedeutet übersetzt: Imame sollen Deutsch sprechen in Deutschland – ob es dazu ein Gesetz gibt oder nicht.

Lammert: Dass jemand, der in Deutschland tätig ist, auch Deutsch spricht, halte ich für eine schiere Selbstverständlichkeit. Das sollte auch für Imame gelten."

Wie man sieht, hat Lammert auf die Suggestivfragen des Journalisten nur unverbindliche Selbstverständlichkeiten von sich gegeben. Politiker müssen so etwas beherrschen.

Die Reaktionen darauf sind wieder einmal ein Zeugnis des beklagenswerten Zustands unserer Medien.


Kommentar von Klaus Achenbach, verfaßt am 01.03.2015 um 15.51 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=387#10063

Anscheinend hat Lammert sich gegenüber der "Welt" geäußert. Deshalb lege ich den Bericht der Welt zugrunde.

Danach hat Lammert es doch bloß als wünschenswert bezeichnet, daß in Deutschland tätige Imame ausreichende deutsche Sprachkenntnisse haben sollten. Auch Özdemir hält das für wünschenswert.

Originalton Lammert: "Dass jemand, der in Deutschland tätig ist, auch Deutsch spricht, halte ich für eine schiere Selbstverständlichkeit. Das sollte auch für Imame gelten."

Über die Sprache der Predigt hat Lammert kein Wort gesagt.

Zur Frage "wozu die Imame besonders hervorheben?":

Die zitierte Äußerung von Lammert spricht ja schon für sich.

Hinzu kommt, daß bekanntlich Imame vom türkischen Religionsministerium für eine begrenzte Zeit aus der Türkei nach Deutschland entsandt werden. Anscheinend haben einige (viele?) dieser Imame keine oder keine ausreichenden Deutschkenntnisse.

Die Reaktionen auf die harmlosen Äußerungen Lammerts sind wieder einmal stereotyp und teilweise völlig unsachlich ("Sprachpolizei" usw.) und haben mit dem, was Lammert wirklich gesagt hat, so gut wie nichts zutun.

Im Gespräch mit der "Welt" geht Lammert auch kurz und unverbindlich auf das neue Islamgesetz in Österreich ein. Ich vermute, daß das der eigentliche Anlaß für das Gespräch war. In diesem Gesetz ist etwa festgelegt, daß Militär-, Gefängnis- und Krankenhaus-Imame ihren Lebensmittelpunkt in Österreich haben, ein Islam-Studium absolviert haben und die deutsche Sprache auf dem Niveau der Reifeprüfung beherrschen müssen.


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 01.03.2015 um 04.25 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=387#10062

Das sind ja wohl lauter verschiedene Dinge. Lammert ist allgemein so verstanden worden, wie ich ihn verstanden habe. Özdemir ist dagegen die CSU ist dafür, und andere sagen, es komme auf den Inhalt der Predigt an und nicht auf die Sprache.
Etwas anderes ist die Wünschbarkeit der sprachlichen Integration von Ausländern (wozu die Imame besonders hervorheben?), und wieder etwas anderes ist es, in der Konversation Rücksicht zu nehmen und schon aus Gründen der Höflichkeit niemanden sprachlich auszuschließen. Wir haben diese Situation ständig in der Familie.
Wie ich vor Jahren schon mal angemerkt habe, ist es ärgerlich, wenn neben mir Leute sich in einer Sprache unterhalten, die ich nicht verstehe (vielleicht reden sie über mich?), aber darüber muß man hinwegkommen, je mehr es die Normalsituation in unserer Welt wird. Niemand erwartet von Deutschen in Italien, daß sie sich dort untereinander auf italienisch unterhalten usw.
Erstaunlich finde ich, wie selbstgewiß jetzt wieder ein CSU-Funktionär Thesen über den Islam vorträgt und den Muslimen gute Ratschläge gibt, wie sie zu einem "aufgeklärten Islam" gelangen können. Aber solange die Bürger sich an die Gesetze halten, können sie machen, was sie wollen, und ich möchte oft meine lieben Mitmenschen fragen, warum sie das einfach nicht akzeptieren wollen, obwohl es doch so einfach ist. Es ist nicht verboten, eine fremde Sprache zu sprechen, nicht wahr?
Wie wahr: es kommt auf den Inhalter der Predigt (USW.) an, aber wie kommt man da heran, wenn man die Sprache nicht versteht? Das scheint wirklich einigen Leuten Kopfzerbrechen zu bereiten. Der Islamunterricht an deutschen Schulen ist ja eigens eingeführt worden, damit die Leitkultur die Aufsicht darüber erhält, die sie über die Koranschulen nicht hätte. (Religion und Staat werden näher aneinander herangeführt, eben der deutsche Weg.)
Özdemir hat diesmal recht: Die Vorschrift erfordert eine Aufsicht, also eine Sprachpolizei. Sonst wäre es wieder einmal nötig, kein Gesetz zu machen (Montesquieu).


Kommentar von Germanist, verfaßt am 28.02.2015 um 19.02 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=387#10061

In den Volkstheaterstücken von Ludwig Thoma kommt immer ein (natürlich studierter) übertrieben hochdeutsch sprechender Preiß als Wizfigur vor.


Kommentar von Horst Ludwig, verfaßt am 28.02.2015 um 16.27 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=387#10060

So wie ich Lammert verstehe, meint er nicht liturgische Texte, sondern die (erklärenden) Ansprachen. Das "Latein in der katholischen Kirche" in Predigten war auf Zitate begrenzt, die dann meist auch auf deutsch erklärt wurden, - wenn ich mich recht erinnere. Aber ich habe viel mitgemacht in meinem Leben und meine, grundsätzlich ist es nicht feinere Art, sich in einer fremden Sprache zu unterhalten, wenn die andre in der Umgebung den Eindruck haben können, daß man das nur tut, um diese anderen vom Verstehen auszuschließen, - also nicht, weil man ganz natürlich mit seinem Gesprächspartner eine Sprache spricht, die sie beide gut beherrschen. Wenn ich das hier so sage, dann ist das zwar nicht mögliche Grundlage für allgemeine Gesetzgebung, aber es ist etwas zum Bedenken der Grundlage für ziviles Miteinander.


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 28.02.2015 um 10.55 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=387#10059

Lammert fordert, daß Imame in den Moscheen deutsch sprechen. Warum sagt er das, wo er doch genau weiß, daß sich so etwas nicht durchsetzen läßt? Gegen Latein in der katholischen Kirche hat der Staat doch auch nichts unternommen. Mit Sprachverboten hat noch kein Staat gute Erfahrungen gemacht.


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 13.10.2010 um 16.03 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=387#8297

Nun wird der alte Hut wieder hervorgeholt. Erst verlangt der Generalsekretär der sogenannten FDP, Lindner, daß auf Schulhöfen Deutschpflicht herrschen soll, dann die sogenannte Integrationsbeauftragte Böhmer. Man wird neben den bereits wuchernden Videokameras auch Richtmikrophone oder Lippenlesekünstler einsetzen müssen, um die Gesetzesbrecher zu überführen. Je weniger große Politik unsere Parteifunktionäre noch machen können, desto intensiver suchen sie nach kleinen Dingen, die ihnen Gelegenheit zum Stimmenfang zu bieten scheinen.

Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit durfte im Gymnasium nur Latein gesprochen werden, bei Verstößen wurden Geldstrafen oder Schläge fällig.


Kommentar von Germanist, verfaßt am 26.09.2006 um 18.08 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=387#4887

Weiß man beiläufig, ob in der Türkei an den Schulen Deutsch als Wahlfach angeboten wird? In Europa ist das üblich. (Nur die Tschechen glauben, daß auf deutschen Baustellen Einglisch gesprochen wird.)


Kommentar von Ballistol, verfaßt am 26.09.2006 um 16.35 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=387#4885

Übrigens werden "die Deutschen" in Österreich immer öfter als die "drittgrößte Ausländergruppe" bezeichnet. Das finde ich äußerst bemerkenswert.

1919 klang das noch ein wenig anders.


Kommentar von Walter Lachenmann, verfaßt am 26.09.2006 um 15.35 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=387#4884

Aber das ist doch eine durchaus interessante Idee: Die ausländischen Kinder (politisch korrekt und entsprechend umständlich muß man wohl sagen: Kinder mit Migrationshintergrund) sollen selbstverständlich Deutsch lernen, das liegt doch in ihrem eigenen Interesse, aber umgekehrt sollte an den Schulen die Möglichkeit geboten werden, Kenntnisse der Sprachen und der Kulturen der Kinder, die aus anderen Ländern kommen, zu erwerben. Das würde das Gesichtsfeld aller Beteiligten gewaltig erweitern und viele Spannungen vermeiden, die davon herrühren, daß miteinander eng zusammenlebende Gemeinschaften völlig irrige Vorstellungen jeweils voneinander mit sich herumtragen.

Nachdem unsere Schulen es aber nicht einmal fertig bringen, den aus deutschsprachigen Familien kommenden Kindern die deutsche Sprache so beizubringen, daß sie damit im Alltagsbedarf einigermaßen fehlerfrei umgehen können, von den geistig-religiösen Grundlagen unserer Kultur ganz zu schweigen, ist Semihs Idee ein Traum, ein schöner und kluger, wie ich finde.


Kommentar von Michael Schuchardt, verfaßt am 26.09.2006 um 14.10 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=387#4882

Sehr geehrter Semih,

ich stimme mit Ihnen überein, daß ich mir von Deutschpflicht auf dem Schulhof nichts verspreche. Das führt doch nur zu Petzerei und Streit. An den schlechten Deutschkenntnissen ändert sich nichts.

Ihren im folgenden zitierten Vorschlag kann aber nicht verstehen.

"Meiner Meinung nach würden sich die ausländischen Schüler besser integrieren, wenn anstatt Deutschpflichten das ausländisch sprechen an Schulen gefördert werden würden. Wenn jetzt zum Beispiel ein muttersprachlicher Pflichtunterricht und ein islamischer Religionsunterricht in den Schulen eingeführt werden würde, würden sich die ausländischen Schüler ANERKANNT und RESPEKTIERT fühlen."

Soll dann jedes Ausländerkind einen eigenen Sprachunterricht (italienisch, vietnamesisch, spanisch, türkisch, arabisch, persisch usw.) bekommen? Wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld?

M. E. liegt das Problem bei den Eltern. Kürzlich begegnete ich im Supermarkt einer ausländisch aussehenden Mutter mit ihren beiden ausländisch aussehenden Kindern. Ich hörte, wie sie miteinander sprachen, und staunte nicht schlecht, weil sie deutsch miteinander sprachen.


Kommentar von Ballistol, verfaßt am 26.09.2006 um 12.24 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=387#4880

Ich verstehe nicht, wo da die Diskriminierung sein soll. Wenn ich in die Türkei zöge, um dort eine Würstchenbude aufzumachen, dann würde ich zunächst einmal Türkisch lernen. Und ich würde versuchen, mich an örtliche Gepflogenheiten anzupassen. Es spricht Bände, daß man überhaupt soweit gekommen ist, über eine verpflichtende Regelung nachzudenken!

Ich fände es auch vollkommen legitim, wenn Spanien dem deutschen Treiben auf Mallorca mit verbindlichen Reglungen ein wenig mehr Facon geben würde. Das hat nichts mit Nationalismus oder multikulti zu tun, sondern mit gegenseitiger Achtung vor der jeweils anderen Kultur.

Auch wenn ich anderer Meinung bin als Semih, finde ich seinen Beitrag sehr ausgewogen und klar.


Kommentar von Walter Lachenmann, verfaßt am 26.09.2006 um 09.54 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=387#4875

Dieser Beitrag von semih gehört zum Klügsten, was zu dem Thema Integration je gesagt oder geschrieben wurde. Dabei beschreibt er nur Überlegungen, die eigentlich, wie die Konsequenz, die semih daraus zieht, zu den Selbstverständlichkeiten von Kulturvölkern zählen sollten.


Kommentar von semih, verfaßt am 25.09.2006 um 22.36 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=387#4873

Über das Thema "Pausengespräche nur auf Deutsch" wurde in letzter Zeit im Bundestag in Berlin oft diskutiert, weil sich viele Schüler ihrer deutschen Sprache entfremden und eine Umgangssprache durch die ausländischen Schüler auf dem Pausenhof und unter Freunden entsteht. Diese Regelung hat sich aber schon bereits an vielen Schulen wie z.B. die Herbert-Hoover-Realschule in Wedding durchgesetzt und ist zum Alltag geworden. Aber auch bei mir auf der Schule hat sich dies bemerkbar gemacht. Im Unterricht wurde darüber diskutiert, was für diese Regelung oder diesem Verbot und was dagegen spricht. Es wurde vorläufig jedoch beschlossen, dass diese Regelung noch nicht in die Hausordnung eingetragen werden soll.

Doch es stellt sich die Frage, ob "Pausengespräche nur auf Deutsch" sinnvoll oder gar nötig sind.

Hierzu gibt es Pro- und Contra-Argumente. Zuerst möchte ich meine Pro-Argumente für die Einführung solch einer Regelung ausführen.

Dadurch, dass die ausländischen Schüler sich auf Deutsch verständigen, wäre dies auch ein Zeichen dafür, dass sie es aus Höflichkeit und Achtung tun. Denn es ist nicht wirklich toll, wenn sich auf dem Schulhof Gruppierungen bilden und die Kommunikation zwischen deutschen und ausländischen Schülern somit verhindert wird. Z.B. bei uns auf dem Pausenhof ist es so, dass es eine Gruppe von Türken und eine Gruppe von Russen gibt. Diese stehen oftmals alleine unter sich und sprechen in ihrer Heimatsprache miteinander. Wenn ich mich z.B. als türkisch-sprechender in der Türkengruppe aufhalte und mein deutscher Freund hinzukommt, versteht er kein Wort, von dem was gesprochen wird. Dann denkt er sich, dass gerade über ihn gelästert wird.

Es ist aber auch sehr wichtig in Deutschland deutsch zu sprechen. Vor allem die ausländischen Schüler sollten die Möglichkeit nutzen auch auf dem Pausenhof deutsch zu sprechen, vielleicht auch mal mit Deutschen. Dies wäre sicherlich eine gute Übung für sie und sie hätten nicht so viele Probleme in der deutschen Ausprache. Durch diese Übung würden die Leistungen dieser ausländischen Schüler in der Schule besser und viele hätten dann eher die Möglichkeit auf einen besseren Schulabschluss. Ausländische Schüler sollten deshalb auch jede Gelegenheit nutzen um deutsch zu sprechen.

Doch das Sprechen auf deutsch auf dem Pausenhof ist auch für die Integration der ausländischen Schüler sehr wichtig. Wenn jeder auf dem Pausenhof deutsch sprechen würde, würden sich keine Gruppierungen bilden. Vorurteile würden beseitigt werden und die Kommunikation zwischen deutschen und ausländischen Schülern würde noch besser klappen. Für die Integration müssen jedoch beide Seiten etwas tun. Die Deutschen führen eine Deutschpflicht auf dem Pausenhof ein und die ausländischen Schüler müssen dies einhalten, dass die Integration zu Stande kommen kann.

Aber was seine Vorteile hat, hat auch seine Nachteile. Deshalb möchte ich nun meine Contra-Argumente gegen Einführung soch einer Regelung ausführen.

Soch eine Regelung würde gegen den Grundgesetz verstoßen und wäre eine Diskriminierung. Es würde ein Stück Identität der ausländischen Schüler nehmen und es wäre zu nationalistisch. Außerdem würde es die Vorraussetzungen für die individuelle Selbstgestaltung des Lebens der Ausländer einschränken. Denn wer achtet schon auf die Gefühle der Ausländer. Hauptsache sie machen das, was ihnen gesagt wird und sie verursachen keine Probleme. Dann ist ja alles gut. Ich kenne z.B. einige Migranten und ausländische Schüler, die sich geradezu für die eigene Sprache und Kultur des Heimatlandes schämen. Denn zu Hause ist die Kultur und Sprache des alten Heimats. Da werden sie verstanden und geachtet. Deswegen leben sie in einem Zwiespalt, in einer Kultur des Heimatlandes, wo sie besser verstanden werden und ihnen Selbstwertgefühl vermittelt wird, auf einer Seite die deutsche Kultur, wo sie nicht verstanden werden. Für die Kinder ist das schädlich. Denn wenn sie nicht zu dem stehen können, wo sie her kommen, können sie sich auch nicht für die deutsche Kultur und Sprache öffnen und es entstehen Identitätsprobleme.

Verbote sind keine Lösungen, sondern Verstand wäre eine gute Lösung. Ich kann bei einem Verbot leider KEINE INITIATIVE sehen. Man soll endlich begreifen, dass wir in einem multikulti Land leben. Akzeptanz ist eines der wichtigstens Bestandteile für die Integration. Nur dadurch, dass auf dem Pausenhof nur Deutsch gesprochen wird, werden die Deutschkenntnisse nicht deutlich besser. Es muss der Wille da sein, deutsch zu sprechen. Das Leben bietet den Ausländern eigentlich genug Möglichkeiten deutsch zu sprechen. Wenn man z.B. einkaufen gehen muss für die Mutter, könnte man verstärkt Kontakt mit Deutschen aufnehmen. Wenn eine Deutschpflicht auf dem Pausenhof eingeführt werden sollte, wäre dies sowieso nicht kontrollierbar. Um weitere Integration zu gewährleisten, würde sich diese Deutschpflicht dann auf einmal auf Restaurants, Cafes, Friseursalons, Arbeitsplatz und auf jede Ecke Deutschland ausbreiten. Wenn man sich nicht dagegen wehrt, wird man denken, dass es gut sei überall deutsch zu sprechen, aber dass sich die Ausländer dann eingeschränkt fühlen würde keinen interessieren.

Wenn man so recht nachdenkt, wäre es sogar besser, wenn keine Deutschpflicht eingeführt werden würde. Es ist doch nur zum Vorteil, wenn jugendliche mehrsprachig aufwachsen. Sie behersschen dann die deutsche und die Heimatsprache. Diese Leute könnten dann in Amtsgebäuden wie z.B. Außenamt tätig sein. Es erweist sich auch langsam al Vorteil, wenn ausländische Jugendliche einen Verwaltungsberuf auslernen wie z.B. Versicherungskaufmann/-frau. Es leben so viele Ausländer in Deutschland, dass diese Leute direkt mit ihnen Kontakt aufnehmen könnten. Auch bei der Polizei werden verstärkt ausländische Jugendliche eingestellt, weil man hier schon längst die Vorteile erkannt hat.

Nachdem ich meine Pro-und Contra-Argumente aufgezählt habe, möchte ich meine eigene Meinung dazu äußern. Ich persönlich BIN GEGEN Einführung von Deutschpflicht auf dem Schulhof. Es ist mir natürlich bewusst, dass das deutsch sprechen sehr wichtig ist, dass ich in Deutschland lebe und deutsch sprechen können mus und dass ich Rücksicht auf die deutschen Schüler nehmen muss. Aber ich denke, dass man dies auch mit Verständnis regeln kann. Meiner Meinung nach würden sich die ausländischen Schüler besser integrieren, wenn anstatt Deutschpflichten das ausländisch sprechen an Schulen gefördert werden würden. Wenn jetzt zum Beispiel ein muttersprachlicher Pflichtunterricht und ein islamischer Religionsunterricht in den Schulen eingeführt werden würde, würden sich die ausländischen Schüler ANERKANNT und RESPEKTIERT fühlen. Aber nicht nur in der Schulpolitik sollte eine Reform geschehen. Auch in der Medienpolitik. Wenn es z.B. ein deutsch-türkisches Arte oder deutsch-türkisches Radiosender geben würde, würden die türkischen Familien, die vielleicht nicht so gut deutsch sprechen können über Themen informiert werden, die in Deutschland geschehen und sie würden sich somit auch als TEIL DIESER GESELLSCHAFT sehen. Außerdem wäre doch ein Islamunterricht an Schulen nicht schlecht. Die Deutschen hätten dann die Möglichkeit, die ausländische Kultur näher kennen zu lernen und sie zu verstehen und sie hätten die Möglichkeit, einen Überblick über den Lernstoff zu haben. So könnte Deutschland bei extrimistischem Lernstoff z.B. eingreifen und mögliche weitere Terroranschläge von deutsch-ausländischen vermieden werden. Man sollte hingegen etwas anderes tun, um die Kommunikation der Schüler an Schulen zu fördern. Durch ein Verbot wird die heimische Sprache nur noch schmackhafter gemacht. DISKUSSIONSRUNDEN über alltägliche Probleme und Missverständnisse zwichen Ausländern und Deutschen wären nciht schlecht. Es wäre dann vom Vorteil, da manche Vorurteile und Klischees ins Reich der Phantasie befördert wrden würden.

Nachdem ich verschiedene Perspektiven aufgezeigt habe und Lösungsmöglichkeiten vorgeschlagen habe, möchte ich nun zum Schluss kommen.

Es ist sicherlich ein Streitfall, ob auf dem Pausenhof Deutschpflicht eingeführt werden sollte. Aber ich denke, dass ich meine Meinung gut belegt habe und hoffe, dass ich dadurch auch Aufmerksamkeit und Vorsicht gefördert habe. Denn es ist nicht immer so leicht eine exakte Lösung zu finden, was für beide Parteien akzeptabel ist, In diesem Falle bleibt nur eins übrig. Ein Kompromiss. Die ausländischen Schüler sollten durch gespräche darauf hingewiesen werden, worum es geht und wiesoo sich etwas ändern muss. Zu guter letzt möchte ich erwähnen, dass es doch einfach nur mehr Gesellschaft sein und weniger Staat sein solle.

Mit freundlichen Grüßen



Kommentar von FR online, 27. 1. 2006, verfaßt am 27.01.2006 um 11.16 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=387#2739

Deutsch auf dem Schulhof
Ein Berliner Integrationsstreit


Kommentar von Germanist, verfaßt am 27.01.2006 um 10.25 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=387#2738

An die Redaktion: In der Süddeutschen Zeitung vom 27. Januar 2006 ist auf Seite 8 (Politik) unter "Babylon auf dem Pausenhof, Der Streit um das Deutsch-Gebot in einer Berliner Schule" ein Bericht gedruckt; der Online-Text findet sich hier:
http://www.sueddeutsche.de/,tt4l1/deutschland/artikel/40/68971/


Kommentar von Martin Kruse, verfaßt am 27.01.2006 um 00.31 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=387#2736

Ich muss wohl noch ergänzen, dass meine Aussagen sich nicht auf die Situation an der Schule bezogen. Wo demokratischer Konsens herrscht, tauchen diese Fragen so nicht auf. Was ich aber sehr wohl wahrgenommen hatte, war die Tendenz diese Lösung in Gesetzesform verallgemeinern zu wollen und dies hielte ich für verkehrt.


Kommentar von Red., verfaßt am 26.01.2006 um 18.53 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=387#2733

Aus gegebenem Anlaß sei hier noch einmal festgehalten, daß wir kein Interesse an niveaulosen, anonym verfaßten Krakeleien haben.


Kommentar von Bardioc, verfaßt am 26.01.2006 um 18.51 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=387#2732

Hier eine Website mit Türkisch-Deutsch-Wörterbuch:

http://mydictionary.dyndns.org/dict/seek/translator


Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 26.01.2006 um 15.41 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=387#2727

Vor längerer Zeit ging die Parole um, wir könnten von Türken nur dann verlangen, daß sie Deutsch lernen, wenn wir unsererseits bereit wären, Türkisch zu lernen ("Fremdsprachen auf Gegenseitigkeit").

Und wieso gerade Türkisch? Wenn wir speziell dazu bereit wären, uns den Türken gegenüber diese Gegenseitigkeit abzuringen, würden wir die neuen Mitbürger der übrigen Nationen um so mehr diskriminieren. Also frisch ans Werk und neue Sprachen gelernt, das erweitert den Horizont: Kurdisch, Arabisch, Portugiesisch, Spanisch, Italienisch, Polnisch, Serbokroatisch, Rumänisch, Bulgarisch, Ungarisch, Russisch, Albanisch, Hindi, Mandarin, Farsi, Japanisch ... Heinrich Schliemann, ein fleißiger Kaufmann und Weltreisender, soll auch rund zwanzig Sprachen nebenher gelernt haben, zwei bei jeder Fahrt über den Atlantik. Mit ein wenig gutem Willen ist alles möglich.


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 26.01.2006 um 13.42 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=387#2726

Die F.A.Z. berichtet heute noch einmal sehr gut, wie es sich an der Schule wirklich verhält. Wo ein Dutzend und mehr Muttersprachen gesprochen werden, einigt man sich vernünftigerweise auf die gemeinsame, wenn auch noch nicht ganz beherrschte Sprache des Gastlandes. Zwei arabische Mädchen spüren selbst, daß sie die danebenstehenden agfhanische Freundin ausgrenzen, wenn sie arabisch sprechen. Das isr doch überall so. Heute habe ich in meiner Lieblingscafeteria der Universität gesessen und mir die Gespräche meiner Studentinnen angehört. Die Polinnen, Rumäninnen usw. unterhalten sich nur solange in ihrer Muttersprache, wie keine andere Kommilitonin dabeisitzt, dann geht es sofort auf deutsch weiter. In der ganzen Welt gibt es internationale Schulen, in denen nur Englisch gesprochen wird. Nebeneffekt: alle sprechen mit der Zeit ganz vorzügliches Englisch.
Ich weiß nicht, worüber man sich aufregt. Wahrscheinlich will mancher Gutmensch nur wieder mal ganz toll dastehen; das wirkliche Wohl der Betroffenen ist ihm so egal wie deren eigene Wünsche.
Vor längerer Zeit ging die Parole um, wir könnten von Türken nur dann verlangen, daß sie Deutsch lernen, wenn wir unsererseits bereit wären, Türkisch zu lernen ("Fremdsprachen auf Gegenseitigkeit"). Weltfremder, d. h. deutscher, geht es nicht. Ich befasse mich gern mit Fremdsprachen, auch mit dem Türkischen, aber ich glaube nicht, daß ich damit den türkischen Einwanderern etwas Gute tue. Und in die Türkei übersiedeln will ich auch nicht, trotz Rechtschreibreform.


Kommentar von kratzbaum, verfaßt am 26.01.2006 um 10.03 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=387#2723

Die verhängnisvolle, typisch deutsche Neigung, alle öffentlichen Belange und politischen Entscheidungen primär nach moralischen Kriterien zu beurteilen - wohl dem protestantischen Erbe geschuldet - zeigt sich auch in den immer wiederkehrenden Forderugen, dies und jenes als Staatsziel in die Verfassung zu schreiben. Andere Völker beschränken sich auf das, wozu eine Verfassung allein dienen soll und kann: Sicherung der Freiheitsrechte des einzelnen und Institutionalisierung der politischen Entscheidungsprozesse. - Weniger Moralisieren und mehr Pragmatismus täte den Deutschen bei der Lösung ihrer drängendsten Zukunftsprobleme sehr gut.


Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 26.01.2006 um 09.55 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=387#2722

In dem Bericht heißt es: "Über diesen Satz haben Eltern und Klassen diskutiert, die Schulkonferenz, in der auch Asad sitzt, hat abgestimmt. Ein Jahr lang nahm niemand Anstoß an der Regel, am wenigsten die betroffenen Schüler."

Wenn man die Deutsch-Pflicht an dieser Schule als Diskriminierung versteht, wie Herr Kruse, würde daraus folgen, daß sich ein Jahr lang keiner daran gestört hat, daß er diskriminiert wurde; und weiter, daß die meisten Betroffenen selbst ausweislich der Abstimmung dafür waren, daß sie diskriminiert werden sollen. Das ist offensichtlich absurd.

Gerade daß diese Regel von den Betroffenen selbst aufgestellt wurde, zeigt doch, daß es hier um ein gemeinsames Anliegen zum Besten der Schüler bzw. zum eigenen Besten geht, nicht darum, die Betroffenen (oder gar sich selbst) zu schaden, sich selbst "auszugrenzen". Da an der Schule kaum Kinder mit deutschen Eltern sind, sondern vor allem Ausländer, ist auch die Argumentation abwegig, hier sollten Minderheiten unterdrückt werden.

Man sollte also tatsächlich das Ganze am besten nur aus pädagogischer Sicht beurteilen. Dennoch hat es auch eine politische Dimension, weil es die Frage betrifft, wie die Integration konkret angestrebt werden soll, die alle sich wünschen. Ob Deutsch oder eine andere Sprache in der Öffentlichkeit gesprochen wird, ist wahrscheinlich der bedeutendste Faktor, der darauf Einfluß hat, ob jemand als fremd oder als zugehörig wahrgenommen wird - mehr als etwa körperliche Merkmale oder die Kleidung.


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 26.01.2006 um 06.13 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=387#2721

Die Diskussion über solche Fragen verfällt leicht in einen gewissen Schematismus, weswegen ich sie auch nicht weiterführen möchte. Nur noch dies: Es geht nicht darum, "Sprache zu verbieten". Alles, was auf dem Schulgelände geschieht, läßt sich unter Pädagogik fassen. Hierzu könnte die Vereinbarung gehören, daß nur eine bestimmte Sprache gesprochen wird: Latein, Deutsch, Englisch ... Man erklärt sich damit einverstanden, wenn man sein Kind auf eine solche Schule schickt. Als Sprachlernmethode gibt es das ja schon immer, unter hübschen Namen wie Einsprachigkeit, Total immersion usw. Es ist eine pädagogische Frage, keine politische.
Man sollte einen entsprechenden Versuch machen. Das scheint aber in Deutschland, wo gleich alles moralistisch aufgeladen und zerredet wird, nicht möglich zu sein. Wetten, daß die Political correctness auch das Berliner Experiment im Keim ersticken wird? Die traurigen Ergebnisse der durch Feigheit beförderten Nichtintegration baden andere aus. Das Lamento darüber setzt dann auch wieder einige in Arbeit und Brot.


Kommentar von Martin Kruse, verfaßt am 26.01.2006 um 02.19 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=387#2720

Sprache in der Schule zu verbieten führt für mich Schule ad absurdum. Politisch gesehen fällt dies in eine extrem gefährliche Kategorie, die auch gerne sonstiges Denken verbietet.

Das Verbot durchzusetzen bedeutet Gewalt, Gewalt gegen bestimmte durch Sprache festgelegte Bevölkerungsgruppen, welche zwangsläufig Gegengewalt (und sei es nur in Form des Verstoßes) hervorrufen kann.

Den Urhebern dieser Idee möchte ich nur bestes unterstellen. Angesichts der negativen Aspekte sollten sie nur ihren Vorschlag ganz schnell wieder in untere Schubladen verbannen.

Die o.g. lerntechnische Einschränkung im Sprachgebrauch ist sicher ein gutes Instrument: "Heute sprechen wir nur Türkisch" stand hier aber wohl nicht zur Diskussion. Die Diskriminierung entsteht hier eindeutig durch die Selektion "gewünschter" und "unerwünschter" Sprachen.



Kommentar von kratzbaum, verfaßt am 25.01.2006 um 20.55 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=387#2719

Zum Thema "Minderheiten" mein einschlägiger, politisch total inkorrekter Lieblingswitz:

Ein Neger sitzt im Eisenbahnabteil und liest eine Zeitung in hebräischer Schrift. Beugt sich sein Gegenüber zu ihm hin: "Neger allein genügt Ihnen wohl nicht?"


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 25.01.2006 um 15.44 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=387#2718

Ein beachtenswerter Versuch, der nicht gleich als Diskriminierung von Minderheiten abgetan werden sollte. Im alten Gymnasium war es bei Strafe verboten, vom Latein in die Muttersprache zurückzufallen. Das galt auch für die Pausengespräche. Musterdialoge hat Erasmus geschrieben, man kann sie heute noch zweisprachig bei Reclam kaufen ("Colloquia familiaria"), es ist durchaus der Mühe wert. Franz Dornseiff hat sie ausdrücklich gelobt.

Bei der Gelegenheit: Zur Zeit wird in Bayern bekakelt, ob die Lehrer wieder (oder noch) Kopfnoten geben sollen. Für uns Kinder war das selbstverständlich: Fleiß, Ordnung, Aufmerksamkeit und Betragen hießen die vier Kategorien, wenn ich mich recht erinnere. Ich war immer aufmerksam, aber nicht besonders ordentlich.
Das Argument dagegen lautet, damit würden nicht die Kinder, sondern die Elternhäuser bewertet. Ja klar, was denn sonst! Dieselben Kritiker fordern, daß die Schule ihren Erziehungsauftrag wahrnehme, also gutmache, was die Elternhäuser versäumt haben. Wie denn nun? Schulnoten sind ja insgesamt Meldungen an die Eltern, nicht an die Schüler, die recht gut wissen, wie es um sie steht.



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