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17.01.2006
 

The Green Ink Brigade
Sprachwächter hinter Vorstadtgardinen

Wer es wagt, ein Buch über die englische Sprache zu schreiben, sollte rechtzeitig die Adresse wechseln.

Oder wenigstens einen größeren Papierkorb anschaffen. John Humphrys spricht (in der Times) aus Erfahrung. Nebenbei rezensiert er ein Buch von David Crystal.



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Kommentare zu »The Green Ink Brigade«
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Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 03.01.2013 um 07.11 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=383#9253

David Crystal ist damals von Lynne Truss zu einem Buch angeregt worden, das den Titel hat "The Fight for English – How Language Pundits Ate, Shot, and Left". Er hatte mit Truss zusammengearbeitet, vertritt aber als echter Sprachwissenschaftler einen anderen Standpunkt zur Sprachnorm. Stoffreich und gut zu lesen, wie immer.


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 18.02.2010 um 07.39 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=383#8102

Moment mal! Daß Englisch einfach sei, habe ich nicht behauptet, sondern nur eine Einzelheit herausgegriffen, die mir gut gefällt. Wenn Englisch einfach wäre, könnte ich es ja besser.
Hervorzuheben wäre noch die große Toleranz der englischsprachigen Welt gegenüber den verschiedenen Varietäten. Wenn man ohnehin keinen Anspruch erhebt, "dazuzugehören", kann man reden, wie einem der Schnabel gewachsen ist. Ich sehr und höre mir gern Diskussionen im Internet an (TV habe ich ja nicht), wo man britisches, amerikanisches, indisches, australisches, irisches und anderes Englisch hört, auch "falsches", und dies überhaupt kein Thema ist.


Kommentar von Germanist, verfaßt am 18.02.2010 um 00.16 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=383#8101

Wer sich in Englisch genau ausdrücken will, muß die Hard Words benutzen. Allerdings haben viele von ihnen eine Spezialbedeutung angenommen, die eine ganz andere ist als in der Herkunftssprache oder in anderen europäischen Sprachen. (Vielleicht ist es deshalb für Engländer und US-Amerikaner besonders schwierig, europäische Fremdsprachen zu lernen.)


Kommentar von Robert Roth, verfaßt am 17.02.2010 um 13.37 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=383#8100

Lieber Herr Riemer,

english is easy. Das ist der Irrtum, dem vermutlich auch Herr Oettinger anheimfiel. „Einfach“ mag für die Grammatikregeln (H. Ickler u. H. Wrase) und den Gebrauch des sogenannten Globalenglisch (Basic Simple English) gelten. Der äußerst komplexe Satzbau, die Rechtschreibung und auch die korrekte Aussprache des Englischen sind dagegen schwer zu erlernen.

Zu den Mehrdeutigkeiten:
Nehmen wir mal shoot. Hierzu nennt z.B. Webster’s New World Dictionary neben der sustantivischen Bedeutung im botanischen und jagdlichen Bereich eine (Un-)Menge von Bedeutungen als Verb, die sich jeweils erst aus dem begleitenden Text ergeben. Nicht zu vergessen auch die speziellen Bedeutungen zusammen mit „down, off, out, up“. Sogar die Bardame in einer US-Westernbar lehrte mich eine Bedeutung: „Ah, you wann’ a shoot?” Ich hatte einen Schnaps gewünscht. Und babyshooting erinnert nicht an König Herodes sondern ist ein Fototermin.

Wir Deutschen sind wahrscheinlich über die Vielzahl englischer Homonyme irritiert, weil wir in unserer Sprache für jeden Sachverhalt, jede Stimmung, ein treffendes Wort finden können. Reiner Kunze hat das in seiner Denkschrift "Die Aura der Wörter" beschrieben.

Die falsche Aussprache ist anläßlich der Olympiade in Vancouver und den Whistler Mountains in aller Munde. Als ob die Bayern ein Karwendelgebirge hätten! Im Kinderfernsehen sprach der Moderator vom Bier und hat bear gemeint.

Ich möchte von „Vereinfachung“ nur in bezug auf die „Verständigungssprache“ sprechen, für das muttersprachliche Englisch mit seinem überaus großen Wortschatz gilt sie sicherlich nicht. Eine Verarmung im Ausdrucksvermögen geht damit nicht einher.


Kommentar von Manfred Riemer, verfaßt am 16.02.2010 um 15.50 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=383#8099

Andererseits steigt durch Vereinfachungen auch die Gefahr von Mehrdeutigkeiten. Ob nicht eine Sprache, die immer einfacher wird, auch an Ausdrucksmöglichkeiten einbüßt? Wenn wir im Deutschen schon manchmal beklagen, daß der Konjunktiv aus der Mode kommt, so ist er im Englischen ja noch weit mehr degeneriert. Ist das gut?
Was nützt es dann den englischen Muttersprachlern, daß die übrige Welt sich über eine so schön einfache Verständigungssprache freut?


Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 16.02.2010 um 15.25 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=383#8098

Im Englischen ist es auch viel einfacher, ein Verb als Substantiv zu verwenden oder umgekehrt. Wie sollte man im Deutschen aus Seite ein Verb machen, ohne an der Endung herumbasteln zu müssen? Im Englischen nimmt man einfach side als Verb, man kann sich auch gleich vorstellen, was damit gemeint ist. Sogar bei Präpositionen geht das: to down a beer. Im Deutschen muß man mehr Aufwand für denselben Zweck treiben.


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 12.02.2010 um 09.53 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=383#8094

Ein Vorzug der englischen Sprache liegt in der Leichtigkeit, mit der sie zu einem gegebenen Verb ohne äußere Veränderung, nur durch die Umgebung, rezessive und kausative Varianten bildet, d.h. eben gerade nicht zu bilden braucht. So ist mir erst kürzlich aufgegangen, daß "to burp" auch transitiv gebraucht wird – eigentlich eine Banalität, aber ich hatte früher einfach keine Gelegenheit, es zu bemerken. Im Internet findet man Anleitungen "How to burp a baby". Schade, daß wir kein Baby mehr haben, man kriegt richtig Lust, es zu burpen, nur wegen des schönen Wortes. (Zum Deutschen s. hier.)


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 18.01.2006 um 17.13 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=383#2693

Crystal ist eine gute Adresse, seine Cambridge-Enzyklopädie der Sprache ist auf deutsch erhältlich, und ich empfehle sie Studenten zur Einführung. Die Deutschen kriegen solche Bücher einfach nicht hin. Leider hat Crystal einen Totalausfall beim Behaviorismus, Skinner wird nicht einmal erwähnt, aber das ist man ja gewohnt.
Lynne Truss ist meiner Ansicht nach nicht pedantisch zu nennen, denn sie weiß ja, daß sie es ist, und ihr Buch ist viel zu lustig. Man kann auch aneinander vorbeireden: wenn der eine einen falschen Apostroph tadelt und der andere einwendet, früher sei er aber richtig gewesen, und auch jetzt verstehe doch jeder, was gemeint ist. Jedenfalls ist Truss nicht so spießig wie unser Sick. Mag sein, daß es auch in England Spießer gibt, aber vielleicht schreiben sie einfach keine Bücher, oder sie werden wenigstens nicht massenweise gekauft?



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