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06.01.2006
 

Das Haus der Gelehrten
Die Grimms in Berlin

In Berlin lebten die Grimms zwar aus der königlichen Schatulle, doch konnten die in Göttingen entlassenen Gelehrten keinen Lehrstuhl an der Berliner Universität erhalten.

Ersatzweise praktizierten sie, wie die Dissertation von Ina Lelke zeigt, in der preußischen Hauptstadt das gesellige Arbeiten.



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Kommentare zu »Das Haus der Gelehrten«
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Kommentar von F.A.Z., 19. 1. 2006, verfaßt am 19.01.2006 um 03.11 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=378#2694

Entdeckt: Grimms „Wörterbücher”

Seit langen Jahren sucht die Grimm-Forschung nach Handbüchern des „Deutschen Wörterbuchs” aus dem Privatbesitz der Germanisten-Brüder. Nun sind in der Universitätsbibliothek Krakau neun der Wörterbuchbände aufgefunden worden.

Es handelt sich um Arbeitsexemplare, die der Verleger Salomon Hirzel eigens für Jacob und Wilhelm Grimm mit breiterem Rand und auf besserem Papier drucken ließ, so daß sie die Möglichkeit hatten, Änderungen und Nachträge mit Tinte und Gänsefeder einzufügen. Diese sollten für Neuauflagen der Wörterbücher berücksichtigen werden.

Aus Preußen über Schlesien nach Krakau

Der neuseeländische Germanist Alan Kirkness, seit dreißig Jahren auf der Suche nach diesen Bänden, hat, wie er jetzt bekanntgab, im September vergangenen Jahres aus Krakau die überraschende Mitteilung des Fundes erhalten. Die Bände gehörten ursprünglich zur Handschriftensammlung der Preußischen Staatsbibliothek. Während des Zweiten Weltkriegs waren Teile der Bestände aus Furcht vor Zerstörung in das Kloster Grüssau nach Schlesien ausgelagert worden, wo sie 1945 vom polnischen Staat zu Staatseigentum erklärt und nach Krakau gebracht wurden. Die dortige Universitätsbibliothek machte die Sammlungen zwar Jahre später für die Forschung zugänglich, doch die Grimm-Handbücher blieben verschollen. Nun seien sie, wie der stellvertretende Direktor der Bibliothek, Andrzej Obrebski, gegenüber der F.A.Z. erklärte, zufällig in einem anderen Bestand gefunden worden.

Aus dem Nachlaß Wilhelm Grimms wurden zwei Bände neuentdeckt, die die Buchstaben A,B, C sowie D und E behandeln. Im Vergleich zu seinem Bruder haben seine Notizen einen geringeren Umfang. Nach Angaben Obrebskis befinden sich die Bände in einem guten Zustand und können von der Forschung ab sofort eingesehen werden. Vor ihrem Verschwinden waren die Bände in germanistischen Publikationen mehrfach erwähnt, aber nicht eingehend untersucht worden. Kirkness und die Berliner Grimm-Sozietät erhoffen sich gewichtige neue Erkenntnisse über die Arbeit der Mitbegründer der Germanistik und wollen ihre Ergebnisse im Internet unter „www.grimmforum.de” präsentieren.



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