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13.07.2004
 

Walter Lachenmann
Kosten der Reform-Rücknahme für die Schulbuchverlage

Zur Diskussion über eine mögliche Rücknahme der Rechtschreibreform und die daraufhin von Andreas Baer vom VdS Bildungsmedien gegenüber verschiedenen Medien geäußerte Schätzung von 250 Millionen Euro Kosten für die Verlage äußert sich Walter Lachenmann vom Oreos Verlag in einem offenen Brief wie folgt:
»Die Rücknahme der Reform würde die Verlage mit Kosten von 250 Millionen Euro belasten, sagte Andreas Baer, der Geschäftführer des VdS Bildungsmedien e.V., dem Zusammenschluss der Schulbuchverlage dem Tagesspiegel am Montag.«

Herr Baer hätte auch 350 Millionen oder 500 Millionen Euro nennen können. Solche Zahlen lassen sich jederzeit konstruieren und halten genauerer Überprüfung in der Regel nicht stand. Worin besteht denn die Belastung und wie kommt die genannte Summe zustande? Und welche Einnahmen stehen den Kosten gegenüber, wenn überarbeitete Schulbücher neu angeschafft werden müssen? Denn kontinuierlich überarbeitet bzw. neu produziert werden Schulbücher unabhängig von der Rechtschreibung ja sowieso.

Interessant in diesem Zusammenhang ist die Aussage Fritz v. Bernuths, des Geschäftsführers der Cornelsen Verlagsholding, in der SZ vom 12. Juli 2004. Nach Übernahme der Oldenbourg-Verlage ist Cornelsen nach eigener Aussage der größte Schulbuchverlag mit einem Umsatz von 340 Millionen Euro.

SZ: Der Geschäftsführer glaubt, dass der deutsche Markt nach der Diskussion um die Pisa-Studie in den nächsten zwei, drei Jahren zwar nicht wachsen, sich aber erneuern wird. »Mehr als die Hälfte der Schulbücher dürften dabei zur Diskussion stehen«.

Wenn also mehr als die Hälfte aller Schulbücher ohnehin in den nächsten zwei, drei Jahren neu herausgegeben werden müssen, kann die Wiederanwendung der vor 1996 gültigen und jedem Autor und Lektor noch vertrauten Regeln als Kostenfaktor völlig vernachlässigt werden.

SZ: Das Geschäft lohnt dennoch. Bernuth gesteht, dass im Schulbuchbereich Umsatzrenditen von fünf bis zehn Prozent erzielt werden. Damit sei man sehr zufrieden angesichts der zumeist geringeren Margen im Verlagswesen. »Wir sind rundum ein gesundes Unternehmen«, sagt der Geschäftsführer stolz, freilich ohne genaue Zahlen zu nennen. Umso zuversichtlicher ist er, dass die Gruppe ihr Wachstumstempo halten kann ...

Michael Klett, dessen Verlag ebenfalls zu den größten und bedeutenden deutschen Schulbuchverlagen zählt, fordert die Rückkehr zur bewährten Rechtschreibung, und zwar aus kultureller und pädagogischer Verantwortung. Es ist weder vorstellbar, daß Herr Klett damit nennenswerte finanzielle Einbußen für seinen Verlag in Kauf zu nehmen gedenkt, noch daß er ein schlechterer Rechner ist als Herr Baer.


Quelle: Buchmarkt-online
Link: http://www.buchmarkt.de


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