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27.02.2005
 

Sprachfähigkeit läßt nach

Die Fähigkeit, komplexe Texte zu verstehen, sei bei vielen Schülern und auch Studenten in den ersten Semestern «sehr schwach», kritisiert der Sprachwissenschaftler Kay Gonzalez.

Nach eigener Aussage betreibt er derzeit einen Riesenaufwand, um dieser Erkenntnis zum Durchbruch zu verhelfen.



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Kommentare zu »Sprachfähigkeit läßt nach«
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Kommentar von Westdeutsche Allgemeine Zeitung, verfaßt am 14.03.2005 um 18.24 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=213#455

»Schülern fehlen oft die Worte

Lünen. (mw) Schülerinnen und Schülern fehlen heute oft die Worte, wenn sie Texte lesen, Inhalte von Texten wiedergeben oder die eigene Meinung begründet zum Ausdruck bringen sollen. Zu schweigen von korrekter Orthografie, Zeichensetzung und Grammatik.

Das sind die Beobachtungen von fünfzehn Pädagoginnen und Pädagogen an Realschulen und Berufskollegs des Kreises Unna, die sich just im Rahmen ihrer Fachgruppenarbeit im Berufskolleg Lünen getroffen haben, um über Möglichkeiten der Kooperation zu beraten. Sie wollen darüber hinaus künftig das Problem der (teils mangelhaften) Deutschkompetenz ins öffentliche Bewusstsein rücken. Denn fraglos sei, dass die Förderung an weiterführenden Schulen schon fast zu spät sei (am Berufskolleg allemal) und zudem Unterricht und Schule allein die Defizite nicht beheben könnten.

"Dafür fehlt uns ganz einfach auch die Zeit", sagt Angela Wegener-Nachtkamp, Deutschlehrerin am Lüner Berufskolleg. 15 bis 20 Fehler pro beschriebener Din A 4 Seite seien keineswegs Ausnahmeerscheinungen, sagt sie. Und das auch bei Jugendlichen, die weder in Migranten- noch Aussiedlerfamilien lebten und durchaus interessiert mitarbeiteten.

Von Jahr zu Jahr nehme die Kompetenz im Umgang mit der deutschen Sprache ab. Die Muttersprache würde nicht mehr von Kindheit an korrekt und vollständig erworben. Wörter und deren Bedeutungen müssten oftmals - wie Vokabeln in einer Fremdsprache - im Unterricht erlernt werden, beobachten die Lehrerinnen und Lehrer.

"Es gibt viele Ursachen", sagen sie. Das zentrale Lernfeld für muttersprachliches Lernen sei aber immer noch die Familie, und deren Unterstützung dringend notwendig. "In den Familien wird anscheinend zu wenig gesprochen und zu wenig gelesen", sagt Angela Wegener-Nachtkamp. Sie habe sich angewöhnt, in jeder ihrer neuen Klasse nach den Lesegewohnheiten zu fragen. Fazit: Es wird wenig gelesen, kaum Literarisches, noch weniger unter jungen Männern. Zudem scheine der Leseprozess nach Kindergarten oder Grundschule sogar abzubrechen. Fertigkeiten wie Rechtschreibung und Grammatik müssten zudem vermutlich länger eingeübt werden.

Die Berufschancen, betonen die Lehrenden, seien unabhängig von Trends und medialen Hilfsmitteln noch immer besser für jene, die sich mündlich und schriftlich gut ausdrücken könnten.«


( WAZ, 14.03.2005 )



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