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15.01.2005
 

Heinrich Federer
Glückliche Faulenzer!
Aus dem Paradies der Analphabeten

»Als ich Prio am nächsten Morgen verließ und durch einen glitzerig grünen Kastanienwald ins Land der lesenden und schreibenden Menschen hinunterstieg, da war es mir, als hätte ich das Paradies einen Augenblick bewohnt und sei nun leider wieder auf jener gottverfluchten Erde angelangt, wo man auf dem Bauch kriecht, in saurer Miene schwitzt und Dornen und Disteln ißt: mit einem Wort, wo man wieder Zeitungen, Hefte und Bücher schreibt.«

Lesen Sie die ganze Geschichte des Schweizer Dichters Heinrich Federer, die auch uns für einen wohligen Augenblick unser Thema mit anderen Augen sehen läßt, hier.



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Kommentare zu »Glückliche Faulenzer!«
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Kommentar von Norbert Schäbler, verfaßt am 16.01.2005 um 20.35 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=184#175

Anmerkung zu Heinrich Federer

Es ist durchaus legitim und lebensbereichernd, romantische und auch ideologische Vorstellungen im Herzen zu tragen.
Rechtswidrig und lebensgefährdend werden die im Inneren eingesperrten Ideale allerdings dann, wenn diese Herzenswünsche in der falschen Zeit oder am falschen Ort ausgetragen und geboren werden.

Absolut nichts ist dagegen einzuwenden, wenn beispielsweise ein Beduine sein Ohr in den Wüstensand preßt, anstatt sein Auge in ein Buch voller Weisheit zu werfen.
Und ebenfalls nicht zu beanstanden ist es, wenn sich die Menschen der modernen Dienstleistungsgesellschaft visuell an den vielen geschriebenen Büchlein laben, in denen der rechte Weg zum Mitmenschen und zur Gesellschaft beschrieben wird; als daß sie sich sozusagen gehörlos ihren Weg zum Ziel oder aus der Gefahr heraus bahnen.
Sicher wäre es zweifellos am besten, jederzeit alle Sinne zu gebrauchen.

Die Parole für das bestmögliche Existieren der Menschen innerhalb völlig beliebiger Gesellschaftsformen ist im übrigen erfunden.
Darüber hat schon Pestalozzi nachgedacht. Für ihn waren „Umwelt/Staat“, „Kind“ und „Lehrstoff“ die drei wechselwirkenden Größen.

Die Parole heißt im übrigen: „Mündigkeit“.
Über ihr thront ausschließlich die Natur, nicht jedoch eine andere Obrigkeit.



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