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07.12.2004
 

Es ginge schon, aber es geht nicht
Die offiziellen PISA-Ergebnisse

Innerhalb von wenigen Jahren haben die deutschen Jugendlichen den Schritt von »unter dem Durchschnitt« zum »Durchschnitt« geschafft.

Dieser fulminante Durchbruch gelang deswegen, weil sie im Bereich des »Problemlösens« überdurchschnittlich sind, auch wenn ihr »Kompetenzniveau« unter ihrem »kognitiven Potential« liegt.

Die offiziellen PISA-Ergebnisse finden Sie hier.



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Kommentare zu »Es ginge schon, aber es geht nicht«
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Kommentar von Walter Lachenmann, verfaßt am 08.12.2004 um 21.44 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=158#110

Norbert Schäbler hat - wieder einmal - den Nagel auf den Kopf getroffen.
Wären die deutschen Schüler besonders befähigt im »problemlösenden Denken«, würden sie ihre Probleme lösen, d.h. gute Noten schreiben. Oder sie würden das Schreiben guter Noten nicht als Problem betrachten, das gelöst werden müßte. Dann wären sie Genies, die erkannt haben, daß es »Wichtigeres« gibt als Schulnoten, gleichzeitig Idioten, weil es in der Schule nun mal nicht viel Wichtigeres gibt. Allenfalls wären dies die Pubertätsprobleme, aber die lösen sie so wenig wie die Generationen seit Adam und Eva vor ihnen.
Der miese Kuchen muß irgendwie mit Liebesperlen zugekleistert werden, damit er einigermaßen appetitlich erscheint. Besser wird er dadurch nicht.


Kommentar von Norbert Schäbler, verfaßt am 08.12.2004 um 20.43 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=158#109

Das große Rätseln über die Fundamente des Schiefen Turms

Zwei Dinge verwirren mich bei der gegenwärtigen Diskussion um die Pisa-Studie.

Den ersten Punkt meiner Verwirrung hat Jürgen Kaube in der heutigen FAZ mit seinem Bericht: „Der große Strukturschwindel“ („Pisa-Statistiken schauen uns an: Die Schlacht um die Deutungshoheit hat begonnen“) weitestgehend erhellt. Herr Kaube hat in seinem Bericht an die idealistische Schulphilosophie Fichtes erinnert und schließlich mit seinem Schlußsatz daran appelliert, daß man sich – und er hatte wohl die Politik als Adressaten seiner Gedanken im Sinne – von der Phantasie verabschieden solle, „die Schule sei eine große Kausalmaschine“.
In der FAZ vom Mittwoch, 8. Dezember, S. 33, sind die multiplikationswürdigen Gedanken nachzulesen.

Der andere Punkt, der mich nachhaltig verwirrt, ist die statistische Auswertung, nach der die Schüler der Bundesrepublik Deutschland eine Spitzenstellung im „problemlösenden Denken“ einnehmen.
Als Mensch, der mit einer gewissen Lebens-, zudem einer 25jährigen Erfahrung im pädagogischen Staatsdienst ausgestattet ist, muß ich den Begriff „problemlösendes Denken“ ernsthaft hinterfragen.
1. Ist es möglich, Probleme denkend zu lösen? (Wenn ja, unter welchen sozialen, politischen und wirtschaftlichen Bedingungen?)
2. Haben unsere Schüler neben dem theoretischen Ansatz auch die praktischen Fähigkeiten, Einsichten und Wirkfaktoren, so daß sie dem denkerischen Durchdringen auch Taten folgen lassen könnten?
Beide Fragen muß ich als Realist mit „nein“ beantworten, und die Rangplätze in der Pisa-Studie belegen meine Einschätzung!





Kommentar von Reinhard Markner, verfaßt am 08.12.2004 um 11.47 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=158#108

Der Tagesspiegel, 7. 12.: »Im Lesen (Platz 19, vorher 21) gibt es keine signifikante Verbesserung, die Forscher interpretieren das als „Stabilisierung“.«



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