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Nachrichten rund um die Rechtschreibreform

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02.11.2004
 

Das Weltwissen der 18jährigen
(sofern sie in England zur Schule gingen)

Stalin – so jedenfalls steht es in britischen Abituraufsätzen – unterhielt Straflager in Serbien, Napoleon marschierte über die Philippinen in Spanien ein.

Geschrieben freilich wird Stalin gerne als Starlin, oder auch parliament als parliment, oder where statt were (und umgekehrt). Die britschen Prüfer sind bestürzt. Vieles in den diesjährigen Abituraufsätzen ist ihnen unverständlich – aufgrund von gravierenden Mängeln in der Grammatik, der Zeichensetzung und der Rechtschreibung. Und die Universitäten veranstalten für – einheimische! – Studienanfänger Englischkurse.



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Kommentare zu »Das Weltwissen der 18jährigen«
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Kommentar von Germanist, verfaßt am 09.08.2006 um 14.54 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=127#4723

Herr Schäbler hat sehr schön ausgeführt, wie die Herabsetzung der Anforderungen an Hauptschüler zwecks Erzielung besserer Noten den Hauptschülern nur geschadet hat und sie die fehlenden Kenntnisse im Berufsgrundschuljahr nachlernen müssen. Entsprechendes geschah bei den Gymnasiasten, als sie in der Kollegstufe Mathematik abwählen konnten und an der Uni in Vorkursen nachlernen mußten, um überhaupt mitzukommen.


Kommentar von Bernhard Eversberg, verfaßt am 08.08.2006 um 13.01 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=127#4713

Die Schule soll auf die Lebenswelt vorbereiten. Wenn die Welt aber zu schwierig ist? Dann muß man sie für die Schule vereinfachen, das war ja die Kernidee der R-Reform. Wenn die neuen Paradigmen ("non vitae sed scholae" und "Einfachheit vor Richtigkeit") dann bei uns flächendeckend umgesetzt sind und die Presse voll schulkonform ist, können die positiven deutschen Erfahrungen vielleicht bald schon einen Anstoß für die längst überfällige Reform der englischen Schriftsprache geben. Wo sind doch gleich die bereits vorhandenen Erfolgsbilanzen? Sind die schon international publiziert?


Kommentar von F.A.Z., 08.08.2006, Nr. 182 / Seite 34, verfaßt am 07.08.2006 um 19.38 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=127#4711

Sie können's nicht
Britische Studenten schreiben schlecht

Die Rechtschreibung und Grammatik britischer Studenten ist derart schwach, daß die neue Ausgabe des "Compact Oxford English Dictionary for Students" ein Sonderkapitel mit den elementarsten Regeln enthält. Der Abschnitt rät beispielsweise, wo ein "i" vor das "e" gehört, wie der Plural bestimmter Substantive lautet und wo Apostrophe gesetzt werden müssen. Damit kommt der Verlag Universitätslehrern entgegen, die sich beklagen, daß sie zuviel Zeit damit aufwenden, ihren Studenten beizubringen, wie man einen Satz konstruiert. Ein Dozent behauptete unlängst, siebzig Prozent der Lehrstunden gingen für die Korrektur der Schriftsprache verloren, und die Eisenbahngesellschaft Network Rail sagte, sie lehne fünfzig Prozent der Bewerbungen von Graduierten schon deswegen ab, weil sie so schlecht geschrieben seien. Ein Dozent stellte fest, britische Studenten machten mehr Rechtschreib- und Grammatikfehler als ihre ausländischen Kommilitonen. G.T.


Kommentar von Horst Ludwig, verfaßt am 12.04.2006 um 23.56 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=127#3942

Noteninflation — eben überall! Als ob "bessere Noten" — und auch höhere akademische Grade(!) — größeres Wissen und größere Fähigkeiten dokumentierten! — In der Rechtschreibreform: Viele greifen wegen dieses Durcheinanders die Linguisten und "Akademiker" an. Aber ein Diplom an der Wand ist eben nur noch das Papier wert, auf das es gedruckt ist, — und das, was man in unserer Art Gesellschaft eben daraus machen kann. Wirkliche Linguisten jedoch hätten schon mit wissenschaftllich fundiertem Wissen zur Verschriftung des Deutschen aufwarten und deshalb etwas Brauchbares anraten können, dabei zuallererst, daß wir im Deutschen eine Rechtschreibreform so nötig hätten wie einen Kropf! Wirkliche Linguisten hätten nämlich auch zur Soziologie der Verschriftung von Sprache etwas gewußt, und dabei auch, daß der Duden manchmal den Mund zu voll genommen hatte und in so einigem mehr vorschrieb als beschrieb. Aber stattdessen holten die Kultusminister Interessenvertreter heran und nannten sie noch dazu immer wieder Experten; und diese Leute fühlten sich dann eben in der Sicht ihrer selbst (endlich einmal) amtlich bestätigt. Naja, die Kultusminister sehen sich selbst ja auch als Experten in Sachen Kultur, und das eben auch von Amts wegen.


Kommentar von F.A.Z., 13.04.2006, Nr. 88 / Seite 37, verfaßt am 12.04.2006 um 18.45 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=127#3940

Leichte A-Levels

Das Mißtrauen gegenüber den staatlich geprüften A-Levels, dem britischen Äquivalent des Abiturs, ist derart angewachsen, daß die Universität Oxford ein neues schriftliches Examen für die Bewerber um das Anglistik-Studium einführen wird. In den letzten Jahren haben immer mehr Schüler ihre A-Levels mit der höchsten Note abgeschlossen, was die Regierung veranlaßt, sich selbst auf die Schulter zu klopfen, weil sie meint, das Bildungsniveau wie versprochen angehoben zu haben. Ihre Kritiker aber sehen die wundersame Vermehrung der guten Ergebnisse vielmehr als Zeichen für gesenkte Standards. Diese Behauptung wird bestätigt durch die Klage der Eliteuniversitäten, daß die Neuankömmlinge in den Fakultäten für Anglistik nicht einmal die elementarsten Regeln beherrschten und größte Mühe hätten, sich auszudrücken. G.T.


Kommentar von Elke Philburn, verfaßt am 10.11.2004 um 03.36 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=127#46

Das ständig fallende Wissensniveau britischer Studienanfänger muß ich leider bestätigen. 1992 wurden alle 'Polytechnics' in 'Universities' umbenannt, so daß es heute eine Vielzahl von Unis mit ganz unterschiedlichen Standards wie auch ganz unterschiedliche Studenten gibt, von denen sich die besten weiterhin an den guten, alten 'traditional universities' tummeln.



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