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08.10.2004
 

Ministerpräsidenten können Rechtschreibreform nicht retten
Presseerklärung der FDS

Auf ihrer Tagung in Berlin haben die Ministerpräsidenten der Länder beschlossen, an der Rechtschreibreform festzuhalten. Die Ministerpräsidenten haben 1995 die Reform durchgewinkt, ohne zu wissen, auf welches Experiment sie sich einließen. Auch ihr heutiger Beschluß zeugt von mangelnder Sachkenntnis.

Die Ministerpräsidenten stellen jetzt Änderungen in Aussicht, die offenbar ohne ihre Kenntnis zum Teil bereits vorgenommen worden sind. Keine Reform der Reform aber wird die Akzeptanz der Reformschreibung endgültig herstellen können, zu welchem Termin auch immer. Es zeugt von Realitätsverlust, wenn Politiker immer noch glauben, eine Verfügungsgewalt über die deutsche Sprache zu besitzen.

Mit Elfriede Jelinek ist gestern eine Schriftstellerin mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet worden, die zu den schärfsten Kritikern der Rechtschreibreform zählt. Die Forschungsgruppe Deutsche Sprache fragt: Wie viele namhafte Schriftsteller, wie viele namhafte Wissenschaftler können die Verteidiger der gescheiterten Rechtschreibreform unter den deutschen Politikern zu ihren Unterstützern zählen?

***

Zitate aus der Presseerklärung sind u. a. von der Berliner Morgenpost verwendet worden.



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Kommentare zu »Ministerpräsidenten können Rechtschreibreform nicht retten«
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Kommentar von Walter Lachenmann, verfaßt am 11.10.2004 um 12.26 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=106#30

Bei aller Enttäuschung darüber, daß Christian Wulff sich nicht durchsetzen konnte, sollte man nicht den Fehler machen, jetzt mit dem Finger auf ihn zu zeigen. Er hat für seine Vorstellungen in der Ministerpräsidentenkonferenz einfach keine Unterstützung gefunden. Man sollte ihm dafür danken, daß er es dennoch versucht und seinen Amtsbrüdern immerhin deutlich gemacht hat, daß das Thema keineswegs erledigt ist. Wir konnten auf der Buchmesse am gemeinsamen Stand der FDS und des Rats für deutsche Rechtschreibung (München) mit ihm sprechen. Seine Überzeugung hat er keineswegs geändert, sondern uns als »meine letzten Freunde« bezeichnet. Für so resignierten Pessimismus allerdings hat er auch wieder keinen Grund, das haben wir ihm tröstend mit auf den Weg gegeben. Jetzt geht's erst richtig in die Vollen.


Kommentar von Hans-Jürgen Martin, verfaßt am 10.10.2004 um 19.49 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=106#29

Richtig muß die Überschrift heißen: "Ministerpräsidenten wollen Rechtschreibreform nicht retten"! Das immer wieder zitierte Einstimmigkeitsprinzip gilt zwar für die Beschlüsse der MP-Konferenz, die Beschlüsse hebeln aber die Kulturhoheit der Länder nicht aus, sind also nur Willensbekundungen. Der Grund für das Einlenken etwa des Herrn Wulff liegt also nicht in irgendwelchen Sachzwängen, sondern letzlich in seiner Person: Es ging darum, Streit unter den MPen zu vermeiden und die eigenen Karrierechancen nicht zu gefährden.



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