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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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Manfred Riemer zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 22.10.2020 um 20.36 Uhr verfaßt.

Zur Zeit infiziert sich in Deutschland jeden Tag einer von ca. 8000 Menschen an Corona.
Jeden Tag stirbt einer von 2 Mio. Deutschen an oder mit Corona.
Die Todesrate (an oder mit Corona) liegt z. Z. bei etwa 0,4 Prozent der Infizierten.


Erich Virch zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 22.10.2020 um 19.12 Uhr verfaßt.

Noch etwas zum Stichwort "Aus-dem-Kontext-Reißen“. Wenn Denise und Max häufig Besuch von Freunden bekommen, sind das vermutlich Menschen beiderlei Geschlechts. Wenn ein Max häufig Besuch von Freunden bekommt, dürfte es sich um Männer handeln, und wenn eine Denise häufig Besuch von Freunden bekommt, liegt der Verdacht nahe, daß die Männer dafür bezahlen. Ein schlichtes Beispiel; in der Realität kann der Kontext generischer Maskulina weitaus umfänglicher und komplexer sein (wenn es nicht gerade um einen Polizeibericht oder einen Arzneiwaschzettel geht). Was deutlich macht, wie hanebüchen der Genderismus an die Sprache herangeht.


Theodor Ickler zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 22.10.2020 um 13.27 Uhr verfaßt.

Von Tellkamp bis Kaube stellen sich die Intellektuellen schützend vor Monika Maron, sehen die Meinungsfreiheit usw. in Gefahr – nur weil Maron ihr 20. Buch nicht auch noch bei Fischer herausbringen kann.

Auf andere Weise lächerlich ist ein Skandälchen, von dem die Süddeutsche Zeitung zur Zeit zehrt, nachdem sie es selbst erzeugt hat. Sie ließ ihren Musikkritiker den Pianisten Igor Levit schmähen, weil der zwar nicht besonders gut Beethoven spiele, dafür aber politische Statements formuliere oder so. Erst kamen Leserbriefe zuhauf, dann ein Artikel von Carolin Emcke, und ein Ende ist nicht abzusehen.


Theodor Ickler zu »PISA«
Dieser Kommentar wurde am 22.10.2020 um 13.20 Uhr verfaßt.

PISA fragt nun auch die "globale Kompetenz" ab. Wer den nochmals gesteigerten Unsinn besichtigen möchte, wird hier bedient:
https://www.spiegel.de/panorama/bildung/pisa-studie-zu-globaler-kompetenz-wie-gut-sind-deutschlands-schueler-als-weltbuerger-a-643f23a6-0260-4320-bd97-d31fe03effd3


Wolfram Metz zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 22.10.2020 um 11.18 Uhr verfaßt.

In einem Antragsformular lese ich: »Name der Ansprechpartner*in«. Das Beispiel zeigt anschaulich, daß die Sternchenlösung im Singular grundsätzlich nicht funktionieren kann. »Name des/der Ansprechpartner(s)*in« würde das Problem nur scheinbar lösen, denn es würde Menschen mit nichtbinärer Geschlechtsidentität »ausgrenzen«, da zu ihnen weder der männliche noch der weibliche Artikel paßt. Analog zur Pluralvariante der Sternchenlösung könnte man eventuell »des*r« schreiben: »Name des*r Ansprechpartner(s)*in«. Aber wie soll hier das erste Sternchen beim Vorlesen artikuliert werden, damit sich auch wirklich alle angesprochen fühlen? Denkbar wäre ein Pfiff, ein Räuspern oder auch ein Bäuerchen. Auch für die Klammer müßte man noch was finden, aber mir fällt gerade nichts Passendes ein.


Theodor Ickler zu »Suchmaschinenrätsel«
Dieser Kommentar wurde am 22.10.2020 um 08.38 Uhr verfaßt.

Ich bin ja nur ein Zaungast in der digitalen Welt und kann nicht gut artikulieren, was die "Natives" empfinden. Ob der Vorstoß der US-Regierung gegen die Internetkonzerne wirklich einen Zulauf von Trumpwählern bringen wird, weiß ich noch weniger.

Ich lese natürlich auch, daß ich von Google usw. ausspioniert werde (in "sozialen Medien" bin ich nicht angemeldet), aber ich kann ehrlicherweise nicht sagen, daß es mich beunruhigt. Google würde mir fehlen, Wikipedia benutze ich trotz allem mehrmals am Tag.

In der Mail finde ich Angebote, weil ich mal irgend etwas gekauft habe, außerdem offensichtlich betrügerische Anfragen und Aufforderungen, die ich ignoriere, und daran läßt sich wenig ändern.

Bin ich ein Träumer, allzu blauäugig?


Theodor Ickler zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 22.10.2020 um 06.48 Uhr verfaßt.

Merkels vermeintliche Hochrechnung auf 19.200 Neuinfektionen täglich zum Jahresende könnte sich tatsächlich als "Luftnummer" erweisen, aber anders, als ntv es meinte. Ende Oktober ist noch lange nicht erreicht, aber: Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist auf 11.287 gestiegen. (tagesschau.de 22.10.20)


Theodor Ickler zu »Die Tyrannei des Vermeintlichen«
Dieser Kommentar wurde am 22.10.2020 um 06.18 Uhr verfaßt.

Vermutlich wird es als Kuriosum in die Geschichte der Gesetzgebung eingehen, dass die Bundesregierung den bisherigen "sexuellen Missbrauch von Kindern" in ihrem Gesetzentwurf in "sexualisierte Gewalt gegen Kinder" umtauft – und dann im Text beteuert, dass auch in Zukunft jegliche Form des Missbrauchs strafbar bleibt, auch ohne die Anwendung von Gewalt. Man könnte das als Ärgernis abtun, aber leider setzt der Entwurf auch in anderen Punkten auf den billigen Effekt. (SZ 22.10.20)

Der Kommentar erfreut und überrascht. Er ist treffend genug, aber andererseits hat dieselbe Zeitung genau wie andere alles dafür getan, die von Feministinnen lancierte Formel „sexualisierte Gewalt“ durchzusetzen. Der Mißbrauchsbeauftragte der Bundesregierung bleibt übrigens, er wird nicht zum sexualisierten Gewaltbeauftragten, wie zu erwarten wäre.


Theodor Ickler zu »Heilige Texte«
Dieser Kommentar wurde am 22.10.2020 um 05.54 Uhr verfaßt.

Erstmals hat sich Papst Franziskus für den Schutz gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften ausgesprochen. "Homosexuelle haben das Recht, in einer Familie zu leben", sagte er in einer Dokumentation. (tagesschau 22.10.20)

Das ist keineswegs neu, die katholische Kirche nimmt auch im KKK die Homosexualität als gottgegeben in Schutz – solange die Leute sexuell enthaltsam bleiben. Dieser Knackpunkt wird nicht erwähnt. Die Presse will immer wieder solche Sensatiönchen entdecken und kann gar nicht glauben, daß sich an der Lehre kein Jota ändert (wie der Papst selbst dann regelmäßig und völlig zu Recht feststellt).

Dem Jesuiten dürfte dieses Spiel ganz recht sein: Plus ça change, plus c’est la même chose.


Theodor Ickler zu »Pädagogik vom Tage«
Dieser Kommentar wurde am 22.10.2020 um 05.26 Uhr verfaßt.

Ich lehne also auch Begriffe wie "Sprachentwicklung", "Entwicklung des kindlichen Zeichnens" usw. im Grunde ab, auch wenn ich sie gelegentlich salopp verwende.

Solche Fertigkeiten entwickeln sich nicht, sondern werden sukzessive von den Erwachsenen übernommen, hauptsächlich durch Nachahmung (oft unterstützt durch Vormachen, s. http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1507), aber auch durch operante Konditionierung (Shaping). Die Übernahme folgt allerdings gewissen Gesetzmäßigkeiten, deren innere Logik eigentich das ist, was man unter "Entwicklung" versteht und erforscht.


Theodor Ickler zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 22.10.2020 um 05.05 Uhr verfaßt.

Dushan Wegner twittert:

Dass so ein moralischer Abgrund wie die Clintons oder Bidens auch nur in die Nähe der Macht gelangen kann, spricht nicht für die USA. Wenn sie hochgenommen würden, wäre es eine Chance, rechtsstaatliche Stärke zu zeigen. Die Hoffnung fällt etwas schwer, dieser Morast ist tief.

Das gaunersprachliche hochnehmen kontrastiert mit dem staatstragenden Ton. Meiner Erinnerung nach war es auch bei den Nazis beliebt und bezeichnete das halblegale Festnehmenlassen von Oppositionellen.


Wolfram Metz zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 22.10.2020 um 00.24 Uhr verfaßt.

Wer sich dafür interessiert, wie Befürworter einer »korrekten« und »gendersensiblen« Sprache ticken, dem sei die Lektüre folgender TV-Kritik in der Frankfurter Rundschau empfohlen: https://www.fr.de/kultur/tv-kino/dieter-nuhr-ard-schenkelklopfer-ueber-geschlechtergerechte-sprache-90064971.html
Die besonders kritisierten Teile der Sendung findet man zwischen 19:15 und 27:32 hier: https://www.youtube.com/watch?v=7Lzb6oI0PtA


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