Wolfram Metz zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 29.03.2025 um 09.59 Uhr verfaßt.
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Als nächstes wird er versuchen, die Autofirmen von Preiserhöhungen abzuhalten, indem er ihnen für diesen Fall nicht nur den Entzug seines Wohlwollens ankündigt, sondern sie zu speziellen Zusatzabgaben verdonnert, die in einen Grönlandfonds einzuzahlen sind, aus dem die Erschließung von Rohstoffen unter dem ewigen Eis finanziert werden soll. Es paßt schon alles irgendwie zusammen. Manche durchschauen nur noch nicht den genialen Plan, der dahintersteckt.
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Theodor Ickler zu »Stämme und Wörter«
Dieser Kommentar wurde am 29.03.2025 um 08.15 Uhr verfaßt.
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Sanskrit „namas“ bedeutet bekanntlich Verehrung (wie im Gruß „namaste“, die Wurzel ist „nam-“), etymologisch aber Verbeugung - ein weiteres Beispiel dafür, daß alle „inneren“ Begriffe aus „äußeren“ abgeleitet sind. Hier geht es um eine „Haltung“ (auch dies ein Beispiel).
Auf obskuren Websites liest man: What is the origin of the Sanskrit word Namah? A term of reverence and surrender, often translated as “I bow down to” or “I offer my salutations to.” The literal translation of Namah: is “not mine,” derived from the Sanskrit negation na, paired with ma, meaning “mine”. It signifies humility, respect, and acknowledgment of the divine presence in oneself and others.
Das ist frommer Unsinn. Das erbauliche Zerhacken und Deuten von Wörtern hat im Westen um 1800 aufgehört, paradoxerweise mit dem Bekanntwerden der indischen Nationalgrammatik (Panini). Aber für Andacht oder Meditation ist es immer noch im Schwange.
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Theodor Ickler zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 29.03.2025 um 06.22 Uhr verfaßt.
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Zum nahenden „Tag der Befreiung“ gibt Trump eine neue Probe seines ökonomischen Sachverstandes:
„Laut einem Bericht des Wallstreet Journals hat Präsident Trump in einem Telefonat mit führenden US-Autoherstellern eine klare Warnung ausgesprochen: Sie sollen die Fahrzeugpreise nicht als Reaktion auf seine neuen Zölle erhöhen. Trump warnt die Automobilhersteller, dass das Weiße Haus Preiserhöhungen nicht wohlwollend betrachten würde.“
Vielleicht wird er die Inflation mit einem Dekret verbieten, dann wäre sie vom Tisch, und dem goldenen Zeitalter stünde nichts mehr im Weg.
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Theodor Ickler zu »Paradigmen als Syntagmen«
Dieser Kommentar wurde am 29.03.2025 um 04.39 Uhr verfaßt.
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Der Mensch lernt seine Muttersprache nicht als Regeln und Paradigmen; sie sind in den Syntagmen enthalten, z. B. in Dialogstücken:
‘You will never do that.’
‘Shall I not?’
(Aus einem Roman von Anthony Trollope)
Das eine ist die Fortsetzung des anderen und umgekehrt. Solche Verkettungen, also Textbildungsverfahren, sind im Kopf verfestigt.
Auch Listen und Reihen (das Alphabet, die Zahlenreihe usw.) sind Texte in einem weiteren Sinn. Vgl. die Kalidasa-Episode (http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1542#50701). Das „Alphabet“, dessen Anfang das Kind rezitiert, ist ein außerkommunikativer Sekundärtext.
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Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 29.03.2025 um 04.34 Uhr verfaßt.
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Neues von Wolf und Lamm: Trump hat ja immer wieder andere Gründe genannt, warum er Grönland annektieren will. Sein *** Vance bringt ebendort vor, Dänemark habe die Grönländer nicht gut behandelt. Diese werden nicht gefragt, ob sie befreit werden wollen; sie haben die Vances nicht eingeladen und sehen dem Besuch von außen zu. Unterm Strich bleibt aber stets: „Wir brauchen Grönland.“ Putin braucht die Ukraine, den fetten Boden, von Nazis besetzt usw.
Übrigens: „Er machte deutlich, dass er seine Idee einer Einverleibung durch Amerika Ernst meint.“ (Tagesspiegel 28.3.25)
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Theodor Ickler zu »Geschichtspolitik«
Dieser Kommentar wurde am 29.03.2025 um 04.19 Uhr verfaßt.
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Zu http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1494#42827
Das Berliner Holokaust-Mahnmal („Stelenfeld“) ist „zu einem der erfolgreichsten Erinnerungsorte in Deutschland geworden.“ Gemeint sind die Besucherzahlen, nicht die Erinnerung.
Es mache auch nichts, wenn die Schulkinder zwischen den Betonklötzen Verstecken spielen und sich ungezwungen benehmen usw. (Man kann es sowieso nicht verhindern.)
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Chr. Schaefer zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 28.03.2025 um 23.50 Uhr verfaßt.
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Das sind viele – Politiker und Manager – jede und jeder ein bisschen. Und genau das macht die Sache so ärgerlich: dass sich letztlich jeder herausreden und auf die anderen zeigen kann. (https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/auto-verkehr/bahnchef-richard-lutz-politik-will-personellen-neustart-110382620.html)
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Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 28.03.2025 um 16.19 Uhr verfaßt.
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Ärgerlich genug, wobei man sich immerhin damit trösten kann, daß es im wesentlichen keine Anordnungen der Regierung sind. Andererseits vielleicht gerade deshalb so schwer zu revidieren.
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Erich Virch zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 28.03.2025 um 14.22 Uhr verfaßt.
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Bei der Nachricht über Donald Trumps Dekret zur "Wiederherstellung von Wahrheit und Vernunft in der amerikanischen Geschichte" fallen einem nach kurzer Schnappatmung all die politisch korrekt umbenannten Werke in deutschen Museen ein, die grundgereinigten Kinderbücher und vieles andere.
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Theodor Ickler zu »Sommerzeit«
Dieser Kommentar wurde am 28.03.2025 um 12.08 Uhr verfaßt.
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Laut Sommerzeit geht die Sonne später auf, als sie im Sommer aufgeht...
Ich leider unter der Sommerzeit auch nicht besonders, gerade weil ich Frühaufsteher bin.
Aber als die Kinder noch zur Schule gingen und zu Hause ein sehr regelmäßiges Leben führten (kein Fernsehen), brauchten sie schon ziemlich lange für die Umstellung. Die Landwirte machen sich auch nicht viel aus einem schönen langen Sommerabend. Mein alter Vorschlag: Betriebe, die das möchten, könnten doch mit den Gewerkschaften vereinbaren, im Sommer eine Stunde früher anzufangen und aufzuhören.
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Wolfram Metz zu »Sommerzeit«
Dieser Kommentar wurde am 28.03.2025 um 10.54 Uhr verfaßt.
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Aber die Sonne geht in der Sommerzeit später, nicht früher auf. Die spanischen Forscher argumentieren so: »So würde häufig unterstellt, mit der Zeitumstellung im Frühjahr werde ein Ort praktisch eine Zeitzone weiter östlich versetzt, oder die Menschen würden dazu gezwungen, den natürlichen Rhythmus im Einklang mit dem Lauf der Sonne aufzugeben. „In gewisser Weise ist es genau umgekehrt“, wird Jorge Mira von der Universität Santiago de Compostela in einer Mitteilung zitiert. „Die Umstellung der Uhren stimmt den Beginn der Aktivitäten am Morgen auf den Sonnenaufgang ab.“« Welchen Vorteil das bringen soll, weiß ich nicht. In dem SZ-Artikel heißt es dazu nur: »Dies komme dem natürlichen Rhythmus des Menschen mehr entgegen als eine dauerhafte Winterzeit.« Demnach wäre die beste Lösung eigentlich die Abschaffung der Uhren, zu der es aber aus naheliegenden Gründen in unserer modernen Welt nicht kommen wird. Sind denn die Menschen in grauer Vorzeit, als sie noch keine Uhren hatten, auf »natürliche« Weise mehr oder weniger pünktlich zum Sonnenaufgang aufgewacht? Und ist unsere »innere Uhr« in all den Jahrtausenden unverändert geblieben?
Die Meinungen zu diesem Thema sind geteilt. Angeblich will eine große Mehrheit die Abschaffung der Zeitumstellung, zugleich aber eine knappe Mehrheit nach einer eventuellen Abschaffung eine ewige Sommer- statt eine ewige Winterzeit. »Wollen« heißt in dem Fall aber nur, daß man in Umfragen entsprechende Antworten gibt. Eine große Protestbewegung gegen die Beibehaltung der Zeitumstellung wird ausbleiben, dafür ist das Thema den meisten wohl nicht wichtig genug.
Mit den Studien ist das so eine Sache, wie wir von vielen anderen Streitfragen wissen. Ich habe mich damit noch nicht intensiv beschäftigt, aber wenn die Nachteile der Zeitumstellung tatsächlich die Vorteile überwiegen, bin ich aus rationalen Gründen für ihre Abschaffung, vor allem wenn die Analysen zu den gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen stimmen sollten. Das Argument der Energieeinsparung ist ja schon früh widerlegt worden.
Für die Einstellung zu dem Thema spielen die eigenen Lebensgewohnheiten und Erfahrungen sicher eine große Rolle. Ich zum Beispiel finde es angenehm, wenn es im Sommer abends etwas länger hell ist, aber wichtig ist mir das nicht. Da ich kein Frühaufsteher bin, merke ich morgens nicht einmal, daß es eine Stunde später hell wird. So wird es vielen gehen.
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Theodor Ickler zu »Sommerzeit«
Dieser Kommentar wurde am 28.03.2025 um 08.37 Uhr verfaßt.
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Zwei Spanier führen zur Verteidigung der Sommerzeit an, daß sie sich vielerort schon so lange halte, sei ein Hinweis darauf, daß sie im großen und ganzen funktioniere. (SZ 28.3.25, vgl. http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1040#55056) Das ist sicher falsch. Es gibt viele Mißstände, deren Beseitigung längst beschlossen ist, die sich aber trotzdem halten, weil es bei der Durchführung nicht gelingt, sich abzustimmen. - Im übrigen wird als neue Erkenntnis verkündet, daß die Leute, wenn die Sonne früher aufgeht, auch früher mit der Arbeit anfangen können und dann noch einen schönen langen Feierabend genießen. Wer hätte das gedacht!
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