Erich Virch zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 13.06.2026 um 09.19 Uhr verfaßt.
|
Ja, das Patriarchat wird mit wissenschaftlicher Attitüde angeprangert. Daß es männliche Gewalt, etwa als Mittel der Kriegsführung, in sexueller Form gibt, ist grausig belegt, aber hier geht es dem Feminismus um die gewalttätige Natur des Penisträgers schlechthin, wie sie selbst im trauten Heim lauert. Leider läßt sich "häusliche Gewalt" sprachlich nicht so leicht aufbrezeln – "domestizierte Gewalt" paßt ja nicht.
|
Theodor Ickler zu »Niedriger hängen!«
Dieser Kommentar wurde am 13.06.2026 um 06.00 Uhr verfaßt.
|
Manche Kinder wollen von einem gekochten Ei nur das Gelbe essen, andere nur das Weiße. In einigen Fällen bleibt das ins Erwachsenenalter. Eine Dissertation über die Ursachen wäre weniger nutzlos als manche anderen.
|
Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 13.06.2026 um 05.24 Uhr verfaßt.
|
Hier in Erlangen gibt es den schönen großen Schloßgarten. Er ist zwar nicht mehr so lang wie früher, aber wenn man ihn senkrecht stellte, wäre er höher als der Berliner Fernsehturm. Hätten Sie das gedacht? Ich auch nicht, aber ich bin ja auch nicht so genial wie Trump.
|
Wolfram Metz zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 12.06.2026 um 17.20 Uhr verfaßt.
|
Zu Herrn Virch: Darauf zielte ja der Schluß meines Beitrags, die feministische Lesart. Da ich mir aber, als der Begriff vor Jahren aufkam, ebenfalls nichts darunter vorstellen konnte, habe ich mir überlegt, welche Unterscheidung eventuell einen Sinn ergeben könnte, auch wenn das Wort »sexualisiert« an sich das nicht hergibt. Abgesehen von der ideologischen Aufladung des Begriffs sehe ich aber auch einen stilistischen Unterschied. »Sexualisiert« klingt wissenschaftlich präzise, und das wird kein Zufall sein. Wissenschaftliche Tatsachen sind schwerer zu widerlegen als landläufige Beschreibungen.
|
Manfred Riemer zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 12.06.2026 um 17.16 Uhr verfaßt.
|
Früher sagte man Vergewaltigung, gemeint war damit meist sexuelle Vergewaltigung, d.h. Gewaltanwendung zur Durchsetzung eines sexuellen Begehrens. "Sexualisiert" ist da für mich nichts, das Wort wirkt auf mich irgendwie beschönigend.
|
Theodor Ickler zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 12.06.2026 um 16.51 Uhr verfaßt.
|
Das ist völlig richtig, vgl. http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1358#39560 und weitere Einträge dazu.
|
Erich Virch zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 12.06.2026 um 16.14 Uhr verfaßt.
|
Unter aromatisiertem Kaffee kann ich mir etwas vorstellen, sexualisierte Gewalt sagt mir gar nichts. Ich habe nachgesehen, was damit gemeint sein könnte. Wenn ich es recht verstehe, ist dabei nicht an sexuelle Erregung mittels Gewalt gedacht, sondern an Täter, die nix anderes als Gewalt im Sinn haben (Machos halt), wobei Sex ihr Mittel der Wahl ist. Alice Schwarzer hat sich einmal ähnlich geäußert, indem sie vermutete, daß Männer nur ins Bordell gehen, um Macht auszuüben. Da liegen womöglich auch verbalisierte Gewalt und brutalisierte Gewalt nicht fern.
https://virchblog.wordpress.com/2013/12/02/ruhe-im-puff/
|
Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 12.06.2026 um 14.00 Uhr verfaßt.
|
„Ob Sie in der Gunst der Sterne stehen, erfahren Sie werktags um 10.10 Uhr und sonnabends um 9.40 Uhr auf NDR 1 Niedersachsen. Unsere Moderatoren präsentieren Ihnen Ihr persönliches Tageshoroskop für Ihr Sternzeichen.“
https://www.ndr.de/ndr1niedersachsen/service/ihr-horoskop-fuer-heute-freitag-12-juni-2026-alle-sternzeichen,horoskop36.html
Wie kann es sein, daß der öffentlich-rechtliche Rundfunk, den ich mitfinanziere, Horoskope anfertigt?
|
Wolfram Metz zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 12.06.2026 um 13.48 Uhr verfaßt.
|
Sexuelle Gewalt ist für mich die Erzwingung von Sex gegen den Willen einer anderen Person unter Anwendung von Gewalt jedweder Form. Die Gewalt ist hier ein notwendiges Mittel zur Ermöglichung der vom Täter gewollten sexuellen Handlung. Ob die Gewaltanwendung als solche den Täter zusätzlich sexuell erregt, ist dabei nicht entscheidend. Dagegen denke ich bei sexualisierter Gewalt eher an Gewalt, die genau diese Erregung auslöst und auslösen soll, und das kann durchaus einvernehmlich geschehen, wie es etwa bei SM der Fall ist. Da es in der Diskussion aber meist um die erstgenannte Gewaltvariante geht, empfinde ich »sexualisierte Gewalt« als unpassend, ja fast verharmlosend. »Sexualisiert« klingt vornehmer als das platte »sexuell«. Ob es in Wahrheit ein prüder Euphemismus ist? Oder sind Männer, die Sex mit Gewalt erzwingen, gar nicht anders zu denken als Wesen, die sich in erster Linie am Machtmißbrauch und nicht am Sex ergötzen? Das erscheint mir dann doch etwas zu schlicht gedacht.
|
Theodor Ickler zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 12.06.2026 um 12.50 Uhr verfaßt.
|
Beide Ausdrücke stellen die Gewalt in den Mittelpunkt und den sexuellen Aspekt ins Akzidentielle. Das trifft meiner Ansicht nach in den meisten Fällen nicht zu - es sei denn, man folgt der modischen Ausweitung des Gewaltbegriffs. (Oder der alten rechtlichen wie in "väterliche Gewalt", patria potestas.)
|
Tante Google zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 12.06.2026 um 11.43 Uhr verfaßt.
|
Der besagte Artikel ist leider hinter der Bezahlschranke und (noch?) nicht bei msn oder ähnlichen Portalen aufgetaucht.
Für Übersetzer ist es sicher nicht ganz leicht, länderspezifischen Jargon immer sauber zu übertragen. Frankreich kennt neuerdings "violences sexuelles" und "violences sexistes". Das klingt wieder anders als der Unterschied zwischen "sexueller Gewalt" und "sexualisierter Gewalt".
Immerhin dürfte Nils Minkmar das bei seiner Biografie mitbekommen haben.
|
Manfred Riemer zu »Kognitivismus«
Dieser Kommentar wurde am 12.06.2026 um 11.09 Uhr verfaßt.
|
"sich [...] im Wissen und in der Vorstellung decken", "aus dem Wissen wie aus der Vorstellung hergeleitet" - diese Zweiteilung gibt es nicht. Die Vorstellung ist das Wissen.
Daß ich sehr detailreiche Ansichten nicht exakt und vollständig auswendig beschreiben kann, widerlegt nicht, daß ich keine "genaue Vorstellung" davon habe. Das Wort "genau" ist eine relative, individuelle Einschätzung, die ein Gefühl wiedergibt und keinen Anspruch auf Vollständigkeit wie bei einer Fotografie stellt. Genau im Sinne dieser Unvollständigkeit bzw. nicht völlig adäquaten Entsprechung habe ich auch "fast" und "ein wenig" gemeint. Niemand, glaube ich, behauptet, daß die Vorstellung ein zu 100 % exaktes und immer haltbares Abbild der Wirklichkeit ist.
|