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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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Germanist zu »Sehen und Sprechen«
Dieser Kommentar wurde am 21.08.2017 um 16.47 Uhr verfaßt.

Besonders die vier Aggregatzustände gasförmig, flüssig, fest, ionisiert.


Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 21.08.2017 um 15.09 Uhr verfaßt.

Der nächste Fragesteller ist Gunter Weißmann aus Leipzig. Was Merkel gegen die maroden Schulen tun werde? Merkel bezeichnet dies als "großes Thema" und delegiert im zweiten Satz gleich die Verantwortung: "Normalerweise sind die Länder dafür verantwortlich." Sie verweist auf ein 3,5-Milliarden-Programm des Bundes und darauf, dass die Schulen bei der Digitalisierung hinterherhinkten. Die Länder schafften es nicht alleine, deshalb helfe der Bund aus. Die Kanzlerin könnte das Thema jetzt zur Chefsache und zu einem Schwerpunkt ihrer vierten Amtszeit erklären, aber sie tut es nicht. Es klingt so, als hätte sie mit den heruntergekommenen Schulen nichts zu tun. Blome fragt, was ihr wichtiger sei: ein marodes Schuldach oder mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über die Situation in der Ostukraine zu sprechen. Auf dieses Spielchen mag Merkel sich jedoch nicht einlassen. "Die Menschen erwarten von einer Bundeskanzlerin, dass ich mich, da, wo Probleme auftreten, kümmere." Mit einer entscheidenden Einschränkung: zumindest um die, die in ihre Zuständigkeit fallen. (n-tv 21.8.17)

Komische Darstellung. Im letzten Satz gibt der Verfasser zu erkennen, daß er die verfassungsmäßigen Zuständigkeiten kennt. Wie kann er dann erwägen, daß die Kanzlerin die Schulen zur Chefsache machen könnte? Schon jetzt mischt sich der Bund nach verbreiteter Ansicht zu sehr in das Bildungswesen ein, und die Länder haben sich ihre Zuständigkeit teilweise abkaufen lassen.





Manfred Riemer zu »Sehen und Sprechen«
Dieser Kommentar wurde am 21.08.2017 um 15.03 Uhr verfaßt.

Auch Tatsachen werden manchmal als unverrückbar hingestellt. Viele Menschen sehen nicht, daß Tatsachen im Augenblick gelten und meist keine unabänderlichen Zustände sind. Darum sollte man auch Zustände immer wieder neu prüfen und beurteilen und evtl. korrigieren.


Theodor Ickler zu »Sehen und Sprechen«
Dieser Kommentar wurde am 21.08.2017 um 14.48 Uhr verfaßt.

Sehr wahr. Zur Lebensweisheit gehört auch, seine Zeit nicht mit Diskussionen zu verplempern, wenn man gemerkt hat, daß jemand um seiner festen Meinungen willen keine Tatsachen zur Kenntnis nehmen will. Gilt für "Klimaskeptiker", Homöopathiegläubige usw.

Ob man eine größere Offenheit lernen kann, steht dahin, weil es wohl etwas mit dem sog. Charakter zu tun hat.

Interessanterweise begnügt unsere Wahrnehmung sich nicht mit "festen Meinungen", so erfreut sich auch zunächst darüber sein mag. Der Neckersche Würfel und andere Kippfiguren sind zunächst sonnenklar, aber dann kippen sie um, und nichts kann diesen Vorgang aufhalten. Ob der Mensch seine Überlegenheit nicht gerade dieser Eigenschaft verdankt und sie deshalb angeboren ist? Sehr erfolgreich sind ja auch die Ratten mit ihrer bekannten Neugier (Explorationsverhalten). Neu-Gier - das ist es!


Germaist zu »Sehen und Sprechen«
Dieser Kommentar wurde am 21.08.2017 um 14.32 Uhr verfaßt.

Für viele Menschen gilt: "Verunsichern Sie uns nicht mit Tatsachen! Wir haben schon eine feste Meinung."

Seine eigenen Überzeugungen immer wieder auf den Prüfstand zu stellen, muß man gelernt haben.


Theodor Ickler zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 21.08.2017 um 07.36 Uhr verfaßt.

Martin Schulz will nicht die Rüstungsausgaben erhöhen, sondern mehr Geld in die "Ausstattung" der Bundeswehr stecken.

http://www.bz-berlin.de/deutschland/martin-schulz-im-interview-am-ende-werden-wir-gewinnen

Außerdem sagt er nach einem halben Jahr Wahlkampf mit dem bekannten kurzen Auf und langen Ab: "Der Wahlkampf beginnt jetzt."

Ich sitze entrückt auf meiner Insel und schaue zu, was "in Deutschland" (so sagt man auf Juist) vor sich geht.


Theodor Ickler zu »Sehen und Sprechen«
Dieser Kommentar wurde am 21.08.2017 um 06.32 Uhr verfaßt.

Zu http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1541#33308

Diese und andere optische Illusionen zeigen, daß unser Gehirn (um es mal salopp auszudrücken) das Gesamtbild nicht wie ein Foto herstellt, sondern aus bestimmten Schlüsselreizen konstruiert. Im allgemeinen funktioniert das. Die Psychologen erfinden Bedingungen, unter denen es nicht funktioniert. Die Schlüsselreize werden zur Konstruktion eines Bildes genutzt, das ausnahmsweise nicht der Wirklichkeit entspricht. Beunruhigend ist das Erlebnis einer "Evidenz", die sich als trügerisch erweist. Man denkt sich: Ob das nicht außerhalb der Sinneswahrnehmung auch so ist und jenen Satz Russells rechtfertigt, daß Evidenz der Feind der Wahrheit sei? Gerade seine festesten Überzeugungen sollte man vielleicht ab und zu verflüssigen und ganz neu überdenken.


Theodor Ickler zu »Suchmaschinenrätsel«
Dieser Kommentar wurde am 21.08.2017 um 05.55 Uhr verfaßt.

Der Eintrag Danwei bei Wikipedia ist einer der dürftigsten, die englische Entsprechung Work unit ist gehaltvoller, aber auch sehr knapp.

Das Danwei-System war wohl der gigantischste Versuch, die Familie zu zerstören, und das ausgerechnet in China, das seine Größe und Dauer der Familie verdankt. Man denkt an das antike Sparta.

Solche sozialistischen Lehrstücke verdienen viel mehr Beachtung. Ob man aus der Geschichte lernen kann, mag allgemein zweifelhaft sein, aber hier kann man es.


Theodor Ickler zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 21.08.2017 um 05.43 Uhr verfaßt.

Die Opposition wirft Horst Seehofer in der Flüchtlingspolitik vor, nicht eindeutig Position zu beziehen. SPD-Kandidat Schulz sagte, er spiele bei der Obergrenze mit den Menschen. Die Grünen-Chefin gab ihm gleich einen neuen Namen. (Welt 21.8.17)

Obwohl es nicht gesagt wird, gewinnt der Leser den Eindruck, daß die SPD Oppositionspartei ist. So entspricht es den Gewohnheiten des Textaufbaus.

Der "neue Name" ist übrigens Drehhofer, ein Geistesblitz, mit dem Katrin Göring-Eckardt wohl kaum viele Wähler hinzugewinnen wird.

In der Sache selbst, also der Flüchtlingspolitik, ist diese "Opposition" auch nicht besonders eindeutig, und daß Seehofer an der Obergrenze festhält, sie aber nicht zur Koalitionsbedingung macht, finde ich ausnahmsweise mal nicht wetterwendisch. Man sucht krampfhaft nach Streitpunkten, die den Wahlkampf beleben könnten.


Theodor Ickler zu »Nature, Nurture und Skinner«
Dieser Kommentar wurde am 21.08.2017 um 05.01 Uhr verfaßt.

Willem Levelt, von dem es schon ein ebenso einflußreiches wie verderbliches Buch "Speaking" (1979) gibt, hat ein weiteres verfaßt: A history of psycholinguistics: the pre-chomskyan era. (Oxford 2013)

Der Titel suggeriert, daß Chomsky ein epochales Ereignis in der Geschichte der Sprachpsychologie war. Das trifft wissenschaftsgeschichtlich zu, wissenschaftstheoretisch ist es ein Skandal: die von Chomsky nicht gerade behinderte Umdeutung des Simulationskalküls in ein "mentales" Ereignis.


Theodor Ickler zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 21.08.2017 um 04.52 Uhr verfaßt.

"Rentner entscheiden Bundestagswahl"

Das ist richtig: Ein Drittel der Wahlberechtigten und höhere Wahlbeteiligung. Aber ich finde es nicht gut, daß wir alten Leute die Macht haben. Familienwahlrecht (von Herrn Ludwig mal erwähnt) würde helfen: Jedes Kind eine Stimme, wahrzunehmen vom Erziehungsbrechtigten.
(Ich spreche gegen mein eigenes Interesse, darum habe ich recht.)


Manfred Riemer zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 20.08.2017 um 11.17 Uhr verfaßt.

zu #36020:
War das alles, die Fahr-Erfahrung mit der Zeitdauer des Führerscheinbesitzes gleichzusetzen?

Es könnte ja sein, daß Männer aus beruflichen Gründen oder wegen anderer Rollenverteilung innerhalb eines Jahres viel häufiger Auto fahren als Frauen, und daß daher das bessere Einparken doch nichts mit einer geschlechtsbezogenen Begabung zu tun hat, sondern einfach mit mehr Übung.

So wie der Artikel geschrieben ist, scheint das jedenfalls nicht berücksichtigt worden zu sein. Wie auch immer, der Leser wird wieder mal für dumm verkauft.


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