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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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Theodor Ickler zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 14.04.2021 um 03.50 Uhr verfaßt.

In Nachdrucken des "Struwwelpeter" peitscht der bitterböse Friederich nicht mehr "seine Gretchen gar", wie es der Hesse Heinrich Hoffmann tat, sondern "ach, sein Gretchen gar".

Immerhin ist der kohlpechrabenschwarze Mohr, der nichts dafür kann, noch erhalten.


Theodor Ickler zu »Unklare Motive«
Dieser Kommentar wurde am 14.04.2021 um 03.42 Uhr verfaßt.

Beispiele aus der normierten Sprache von Logik und Mathematik sind nur begrenzt verwendbar, wo es um die sozusagen "Griceschen" Erwartungen in der Allgemeinsprache geht. Dieser Unterschied war immer ein Hauptpunkt meiner Einträge. Im Alltag wären Einermengen, leere Mengen usw. befremdlich.

Ich glaube immer noch an folgendes:

Der Graben war Meter breit (= mehr als einen Meter)
Der Graben war meterbreit (= einen oder mehrere Meter)


Manfred Riemer zu »Unsichere Flexion«
Dieser Kommentar wurde am 14.04.2021 um 02.23 Uhr verfaßt.

Bärin Ronja gebärt Nachwuchs

Heidelberg. Seltenen Nachwuchs meldet der Heidelberger Zoo: Die syrische Braunbärin Ronja hat im Januar 2021 eine kleine Bärin zur Welt gebracht. Sie hat den Namen Merle bekommen.

(Mannheimer Morgen, 14.4.2021, Seite 16)


Manfred Riemer zu »Unklare Motive«
Dieser Kommentar wurde am 14.04.2021 um 00.50 Uhr verfaßt.

Ich finde, man sollte es nicht "anzahlneutral" nennen. Der Plural ist nie neutral. Er wird immer verwendet, wenn die Anzahl unbestimmt ist (einige, viele, alle, ...) oder wenn die Anzahl bestimmt und größer als 1 ist. Außerdem steht explizit mit dem Zahlwort 0 immer der Plural, "keine" wird wie 0, "kein" (-er, -e, -(e)s) wie "nicht 1" behandelt. Nicht abzählbare Mengen werden wie 1 Stück behandelt (kein Mehl).

Ich hoffe, ich habe hier keine Regel vergessen.
Ich kenne kein Beispiel, wo die bestimmte Anzahl 1 mit dem Plural verwendet wird. Die Anzahl 1 steht ausnahmslos immer mit Singular.

Sagt jemand, er habe Kinder oder beantwortet er die Frage, ob er Kinder habe, mit einem einfachen "ja", obwohl er genau 1 Kind hat, läßt er die Anzahl in seiner Antwort bewußt unbestimmt. Der Plural bezieht sich dann nicht auf das 1 existierende Kind, sondern auf die unbestimmte Anzahl (> 0) von Kindern, die er hat. Mehr oder genauer sagt er es eben nicht.

Im Beispiel "Die Menge der geraden Primzahlen ist {2}" hat der Plural nichts mit der Anzahl der Elemente der Menge zu tun, sondern er bezieht sich auf die zunächst unbestimmte Anzahl ALLER Primzahlen, die die Bedingung "gerade" erfüllen.






Wolfram Metz zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 13.04.2021 um 23.09 Uhr verfaßt.

Wie man liest, argumentieren Unionsabgeordnete, die um ihr Mandat bangen, Laschet wäre vielleicht der bessere Kanzler, Söder sei aber sicher der bessere Wahlkämpfer. Wenn das stimmt, dann soll doch Söder den Wahlkampf machen und Laschet den Kanzler. Das Grundgesetz kennt keine Kanzlerkandidaten, und der Bundestag wählt den Bundeskanzler mit Mehrheit.


Ivan Panchenko zu »Unklare Motive«
Dieser Kommentar wurde am 13.04.2021 um 21.20 Uhr verfaßt.

Zu #1065: Mittlerweile denke ich, daß meterlang und Meter lang tatsächlich gleichbedeutend sind, da der Plural sozusagen anzahlneutral ist. Uli Sauerland hat etwas zu der Thematik publiziert: http://semantics.uchicago.edu/kennedy/classes/f11/na/docs/sauerlandetal05.pdf

Betrachten wir als Beispiel „Es sind keine Stühle verfügbar“. Dies ist gleichbedeutend mit ‘ Es ist kein [einziger] Stuhl verfügbar’ statt ‘ Es sind weniger als zwei Stühle verfügbar’.

Oder hier: „Die Menge der geraden Primzahlen ist {2}.“ Obwohl die Menge nur eine Zahl enthält, wird hier die Pluralform Primzahlen verwendet, da ALLE geraden Primzahlen erfaßt werden sollen – wobei sich herausstellt, daß es nur eine gibt!

Nun nehmen wir einmal an, daß jemand in nicht verneinter Form äußert: „Ich habe Kinder.“ Wieso scheint das zu bedeuten, daß derjenige mehrere Kinder hat? Das kann damit erklärt werden, daß unter der Bedingung, daß die Anzahl sowieso genau 1 ist und dies bekannt ist, der Gebrauch im Singular als dem spezifischeren Numerus zu erwarten wäre. Da hier aber der Plural verwendet wird, kann man erwarten, daß die Anzahl größer als 1 ist, auch wenn das streng genommen nicht Bestandteil der Bedeutung des Satzes ist.

Wenn man dagegen genau ein Kind hat und gefragt wird: „Haben Sie Kinder?“, dann wäre „Nein“ als Antwort ja wohl unpassend, richtig wäre: „Ja, eines.“


Theodor Ickler zu »Geschichte und Wahrheit«
Dieser Kommentar wurde am 13.04.2021 um 04.15 Uhr verfaßt.

US-Polizistin verwechselte offenbar Taser mit Dienstpistole (SPIEGEL 12.4.21)

Korrekt wäre: US-Polizistin soll Taser mit Dienstpistole verwechselt haben


Theodor Ickler zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 12.04.2021 um 20.38 Uhr verfaßt.

Die Konstruktion "CDU/CSU" (zwei Parteien, aber eine Fraktion) war immer prekär und führt gelegentlich zu Zwickmühlen. Die CDU kann ihren Vorsitzenden kaum übergehen, auch wenn sie ihn nicht für den besten Kanzlerkandidaten hält (vielleicht auch deshalb, weil schon seine Wahl zum Vorsitzenden eine Verlegenheitslösung war). Das würde bedeuten, daß nie ein CSU-Kanzler möglich wäre. Das wäre aber auch nicht gerecht.
Ich sehe nur eine Lösung: Angesichts von Umfragewerten müßte der Kandidat der CDU verzichten. Natürlich kann Söders Stern schnell sinken, aber das ist noch unwahrscheinlicher als daß Laschets Stern steigt. Ich sehe nur Verlierer. Dann müßten wohl die Grünen ran. Wer hätte das gedacht!


Manfred Riemer zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 12.04.2021 um 15.00 Uhr verfaßt.

Ja, dieses "Malbuch" ist selten dämlich, finde ich auch.


Theodor Ickler zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 12.04.2021 um 14.36 Uhr verfaßt.

Vielen Dank noch an Herrn Virch für den Hinweis auf die phantastischen Zeichnungen! Noch verbotener als der niederträchtige Inhalt ist die Zeichenkunst. So gut könnte ich auch zeichnen, nämlich gar nicht. Cacatum non est pictum.


Theodor Ickler zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 12.04.2021 um 14.29 Uhr verfaßt.

Zuerst dachte ich; O je, das ist fein ausgedacht und könnte gefährlich werden, wie früher die Polemik gegen das "System" ("Schweinesystem"), als Sammelruf für sehr viele ganz verschiedene Unzufriedene. Aber schon bald zeigte sich, daß auch diesmal das Schlagwort seine eigene Dynamik entwickelt und schnell zur Karikatur wird - wozu natürlich beigetragen hat, was die AfD normal findet.

Ihre Frage, lieber Herr Riemer: Meine primäre Quelle ist "Tichys Einblick", wo ich aus bestimmten Gründen öfters reinschaue. Dort wird Corona teils geleugnet, teils heruntergerechnet. Es ist nicht das wüsteste rechte Medium, aber doch sehr bezeichnend. Ich widerstehe der Versuchung, hier einiges wiederzugeben, was ich dort gelernt habe...

Es hat auch komische Seiten, z. B. das Bestehen darauf, daß Merkel, die bekanntlich in wenigen Monaten aufhört, "Corona" dazu benutzt, ihre Macht zu festigen - die kommunistische Diktarorin, die von Politik nur so viel versteht, wie sie in der FDJ gelernt hat.

Daß Sie das Forsthoff-Theorem anführen, ist nicht ganz fair, denn es handelt nicht vom "Normalen" im Sinne der AfD oder Cora Stephans.


Manfred Riemer zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 12.04.2021 um 13.50 Uhr verfaßt.

Und was unsere Leitmedien so für normal halten ...
Ein ARD-Reporter (Das Erste) sagte in seinem Live-Kommentar vom AfD-Parteitag in Dresden kopfschüttelnd in die Kamera:

"Sehr rückwärtsgewandt - immer wieder wird hier gesprochen von der Familie aus Mutter, Vater und Kind."


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