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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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Theodor Ickler zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 22.10.2026 um 06.21 Uhr verfaßt.

Trump hat schon vor 40 Jahren (als er auch seine ganzseitigen rassistischen Anzeigen veröffentlichte) bis in den Wortlaut hinein ganz genau so wie heute gegreint: „Sie berichten nie gute Dinge über mich, sie berichten nur schlechte Dinge.“
Überhaupt geht aus allen Biographien und besonders aus Maggie Habermans „Confidence man“ hervor, was man schon immer gesagt hat: Der Mensch ändert sich nicht wesentlich, seine Charakterzüge treten im Alter nur immer deutlicher hervor. Wer es wissen wollte, hat schon immer wissen können, mit was für einem Mann man es hier zu tun hat. Ein Leben aus Lügen, Hochstapelei und Bullying. Eigentlich Stoff für eine Komödie oder einen Schelmenroman, wenn es sich um einen Kleinkrimninellen handelte.


Theodor Ickler zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 22.10.2026 um 06.00 Uhr verfaßt.

Selenskijs Forderung, an Verhandlungen über die Ukraine beteiligt zu werden, ist sicher nicht naiv. Es ist seine Art, der Welt zu zeigen, daß es Trump und Putin darum geht, sich die Kriegsbeute zu teilen. Aus ihrer Sicht wäre es sinnlos, das Opfer mitreden zu lassen. Ähnlich verhält es sich mit der Immobilie Gaza, die nur noch von Palästinensern gereinigt werden muß (wie auch der Golan).

Man muß sich nur einmal die Pläne ansehen, mit denen Trump und seine Gang sich seit Jahren ganz öffentlich tragen – dann bleibt einem das Lachen über seine bizarren Auftritte im Hals stecken. Daß er einen ungünstigen Wahlausgang hinnimmt, ist unvorstellbar, gerade nachdem er mit einem Putschversuch schon einmal ungestraft davongekommen ist.


Theodor Ickler zu »Valenz«
Dieser Kommentar wurde am 22.10.2026 um 05.46 Uhr verfaßt.

Naheliegender Einwand. Ich würde sagen: Kollokationen können Einzelwörter, eine geschlossene Menge verschiedener Wörter oder eine offene Klasse von Wörtern binden. Die Phraseologie arbeitet auch mit diesen Typen, und außerhalb der Sprache stehen wir auch ständig vor diesen Handlungsmöglichkeiten. Wir haben es mit Individuen und Äquivalenzen zu tun. Die Nähe zu "Bestands vs. Begriffssystemen" ist offensichtlich.
Beispiel:
1. Ich habe einen Termin bei Dr. Müller.
2. Sein Stellvertreter tut’s auch.
3. Ich brauche (irgend)einen Arzt.


Wolfram Metz zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 21.10.2026 um 22.46 Uhr verfaßt.

Trumps Zustimmungswerte sinken weiter, und die Umfragen zu den Kongreßwahlen sehen die Demokraten im Vorteil. Zwar unterschätzen die Demoskopen seit Jahren die Republikaner, und auch die – vielleicht entscheidende – Frage der Wählermobilisierung macht ihnen zu schaffen. Aber darauf will sich der Volkstribun nicht verlassen. Also tingelt er durch die Staaten, um den Leuten zu erklären, warum die Kritik an seiner Politik völlig verfehlt ist. Den Vorwurf, er denke nicht an die kleinen Leute, die den Sprit bald nicht mehr bezahlen können, weist er weit von sich. Im Gegenteil, deren Interessen lägen ihm viel mehr am Herzen als die der Reichen. Er habe natürlich gewußt, daß die Benzinpreise durch den Irankrieg steigen würden, ja er habe, »to be honest«, sogar mit noch höheren Preisen gerechnet (wie kindisch!). Die hohen Preise seien aber eine gute Sache, schließlich förderten die USA Unmengen von Öl und verdienten gut daran, mehr als je zuvor. Das spüle viel Geld in die Kassen der ölproduzierenden US-Staaten. Seinen Energieminister läßt er erklären, warum der »Deal« mit Putin eben kein Geschenk sei, sondern ein genialer Plan zur Erzwingung eines Waffenstillstands. Rußland könne den zugesagten Diesel nämlich nur liefern, wenn es dafür sorge, daß die Ukraine die Angriffe auf die russischen Raffinerien einstellt, und dazu müsse Putin sich auf ernsthafte Verhandlungen mit der Ukraine einlassen.

Trump wird sich gewiß noch einiges einfallen lassen, um ein Wahldebakel abzuwenden. Ob er wohl überlegt, kurz vor dem 3. November mit großem Getöse einen Waffenstillstand zwischen Rußland und der Ukraine zu verkünden, den soundsovielten von ihm vermittelten seit Beginn seiner zweiten Amtszeit? Vielleicht hält sich Putin ja ein paar Tage lang mit Kommentaren zurück, und wenn Selenskyj tobt, spricht das nur wieder gegen ihn, der mit den Angriffen auf russische Raffinerien die Welt in eine Energiekrise gestürzt hat. Gar so interessant wäre das für amerikanische Wähler und Verbraucher aber nicht. Wie wäre es mit einem gigantischen Trumpschen Tankrabatt, der den deutschen blaß aussehen läßt?

Sollte es doch zu einem Sieg der Demokraten kommen, womöglich gar zu einer »blauen Welle«, wird ihm die übliche Rabulistik nicht mehr genügen. Er könnte den Notstand ausrufen, um das Land in Krisenzeiten nicht den »Kommunisten« zu überlassen. Auf die Frage, ob er einen solchen Schritt ausschließe, sagte er gestern erwartungsgemäß: »Ich schließe gar nichts aus.« Es wird sich schon eine Begründung finden lassen, zum Beispiel Wahlfälschung, Wahlbetrug oder ausländische Einflußnahme. Wir wissen, daß Trump unfähig ist, eine Niederlage zu akzeptieren. Zur Erinnerung: er hat die Wähler aufgefordert, so zu tun, als ob er selbst auf dem Wahlzettel stünde. Er ist bereit, sehr weit zu gehen, um eine ihm nicht genehme demokratische Entscheidung zu untergraben.


Manfred Riemer zu »Valenz«
Dieser Kommentar wurde am 21.10.2026 um 22.22 Uhr verfaßt.

Gibt es da nicht doch einen Unterschied? Wenn ich es recht verstehe, sind Kollokationen recht feste Wortverbindungen, während Valenzen Freistellen für alle möglichen Wörter sind.

Was kann man schon mit der Lauer anderes tun als auf ihr zu liegen? Na gut, die kleine Wanze kann auch auf ihr sitzen, und wenige Belege mit stehen gibt es auch. Aber das wär`s dann auch schon.
Wie viele Möglichkeiten eröffnen dagegen Valenzstellen? Liegen geht nicht nur auf der Lauer, sondern auch auf einem Nagelbrett, auf der Zunge, im Sand, am Meer, auf dem Boden, ...


Manfred Riemer zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 21.10.2026 um 12.20 Uhr verfaßt.

zu %58749:
War es beim G20-Gipfel 2017 in Hamburg auch nur unpolitischer Pöbel, der da geplündert, zerschlagen, gebrandschatzt hat, mit einem Schaden in zweistelliger Millionenhöhe?
Ja, natürlich, für mich ist sowas auch kein Mittel der Politik, aber deshalb ist es nicht unpolitisch. Die Beurteilung richtet sich nach dem Anlaß. Der "Pöbel" kapert halt vorzugsweise linke Protestdemos. Er braucht auch eine Art Rechtfertigung.


Theodor Ickler zu »Valenz«
Dieser Kommentar wurde am 21.10.2026 um 07.37 Uhr verfaßt.

Ich verstehe nichts von KI und automatischer Sprachverarbeitung, aber ich nehme an, daß sich die heutige KI nicht mehr sehr für die grammatische Analyse und Synthese (ob nach Dependenz- oder Transformations- oder Kategorialgrammatik usw.) interessiert, nur noch für Kollokationen, und die werden an großen Textmengen trainiert. Das ist viel näher am wirklichen Spracherwerb und -gebrauch. Übrigens hat der Wörterbuchforscher Franz Josef Hausmann schon immer gesagt: Valenzen sind einfach Kollokationen.



Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 21.10.2026 um 07.34 Uhr verfaßt.

Trump unterstützt über Putin den Kriegsgegner Iran und müßte eigentlich wegen Landesverrats seines Amtes enthoben und vor Gericht gestellt werden. (So auch Lawrence O’Donnell) Davor schützt ihn oberflächlich, daß es keine Kriegserklärung gibt, also offiziell auch keinen Krieg.


Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 21.10.2026 um 07.32 Uhr verfaßt.

Hitler-Stalin 1939 (Polen)
Trump-Putin 2026 (Ukraine).

Alles nicht von Dauer.


Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 21.10.2026 um 07.30 Uhr verfaßt.

BHL beschreibt und verurteilt in der SZ etwas rhetorisch, aber doch gut und treffend die Zerstörungswut des französischen Pöbels (den es überall gibt). Je nach Interessenlage bezeichnen manche ihn als links, andere als muslimisch oder als „islamogauche“ oder noch anders. Er ist aber gar nicht politisch, sondern einfach Pöbel. Sicheres Indiz sind die Plünderungen, das Abfackeln von Eigentum der kleinen Leute und die Übergriffe auf Feuerwehrleute.


Theodor Ickler zu »Abfall für alle«
Dieser Kommentar wurde am 21.10.2026 um 06.51 Uhr verfaßt.

Roswitha Wisniewski bringt ich und eigen in nähere Beziehung. „Das Personalpronomen ich und die Wörter mit der Wurzel ahd. [i]eig- bezeichnen wichtigste menschliche Gegebenheiten. Der sich selbst erfahrende und sein Leben bestimmende Mensch benennt sich mit dem Pronomen ich, und er bezeichnet das, was mit einer Person oder Sache eng verknüpft ist, ihm zugehört als Besitz oder Qualität, mit Wörtern wie nhd. Eigentum oder Eigenschaft. Daß zwischen dem Ich und seinen Eigenschaften engste Beziehungen bestehen, bedarf keines besonderen Beweises.“ (Roswitha Wisniewski: „Über ‚eigenʻ und ‚ichʻ“. In: Hans-Werner Eroms u.a., Hg.: Studia Linguistica et Philologica. Fs. für Klaus Matzel zum 60. Geb. Heidelberg 1984:133-138, S. 133)
Sie bringt auch gr. ego und echein, echo (‚habenʻ) in nähere Verbindung, obwohl sie weiß, daß das „gemäß den gewohnten lautgesetzlichen Verwandtschaftsmerkmalen“ (ebd. 134) nicht möglich ist. Es würde die ganze Indogermanistik auf den Kopf stellen.

Die Argumentation leuchtet aber auch sonst nicht ein. Zunächst ist „das Ich“ (= die Person, das Subjekt) eine philosophische Neubildung; das Personalpronomen ist einfach eine deiktische Markierung der Sprecherrolle, der „Origo“ im Sinne Bühlers. Und warum sollte "eigen" nur mit der ersten Person zusammenhängen? Eigentum und Eigenschaften gibt es doch ebenso bei anderen.



Theodor Ickler zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 20.10.2026 um 19.16 Uhr verfaßt.

Trump empfiehlt einen republikanischen Kandidaten in Ohio:

“I examined his ass, and then I looked at his shoulders. I looked at his feet. I looked at his hand. I looked at his jawline. I then patted him on the shoulder, and it was like a piece of steel. I’m still recovering.” (gekürzt)

Das ist nicht weniger obszön als jenes „grab them by the pussy“. Unsere deutschen Trump-Verehrer kann es natürlich nicht erschüttern.


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