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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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Theodor Ickler zu »Ohne große Mühe«
Dieser Kommentar wurde am 06.09.2026 um 16.21 Uhr verfaßt.

Als jemand, der diese Passion teilt und sich sein Leben lang mit Sprachen und Sprachverwandtschaft beschäftigt hat, kann ich an einem solchen Bekenntnis natürlich nichts aussetzen, aber so persönlich bleibt es ja nicht. Wie Sie selbst sagen, soll daraus ein allgemeiner Nutzen abgeleitet werden, und das kann meiner Ansicht und Erfahrung nach nicht gelingen. Die Ausführung stimmt auch allzu sehr mit dem überein, was andere tausendmal geschrieben haben und was ich als „Latein-Ideologie“ bezeichne und seit Jahrzehnten ungläubig beobachte.

Ich erinnere noch einmal an die aufmüpfige Feststellung: "Der Lateinunterricht dient dem Erwerb von Lateinkenntnissen."


Theodor Ickler zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 06.09.2026 um 16.06 Uhr verfaßt.

Merkel genoß Zustimmungswerte von 45 bis 81 Prozent, zuletzt 73 Prozent.
Die Zahlen für Merz: 16 bis 43 Prozent, zuletzt 16 Prozent.
Vgl. die Grafiken bei ilium.de.

Die Beliebtheit spiegelt natürlich nicht unbedingt die Qualität der Regierungsarbeit wider, ist aber in gewisser Hinsicht wichtiger als diese. Wie man gerade wieder sieht.


Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 06.09.2026 um 12.38 Uhr verfaßt.

„Trumps Vorgehen im Iran führt offenbar langsam zum Erfolg“ (t-online.de 6.9.26)

Nämlich zu Schwierigkeiten für die iranische Wirtschaft und die notleidende Bevölkerung. Aber in welchem Sinn ist das ein Erfolg? Das gleiche könnte man schon lange über die "erfolgreiche" Strangulierung Kubas sagen.


Wolfram Metz zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 06.09.2026 um 11.07 Uhr verfaßt.

Ich hatte das BILD-Interview nicht gelesen (habe ich inzwischen nachgeholt), sondern aus faz.net zitiert, wo es unter anderem hieß, er habe auf die explizite Frage, ob er auch mit einer Stimme Mehrheit regieren würde, geantwortet: »Das werden wir am Montag entscheiden. Gucken wir mal, wie es ausgeht.« Damit antwortet er genauso ausweichend wie die Politiker der »Altparteien«, denen er so etwas immer vorwirft. Die Möglichkeit, daß er sich bei Ausfall einiger weniger AfD-Abgeordneter auf Abgeordnete eines eventuellen Koalitionspartners verlassen würde, ist reine Theorie. Welche Partei würde mit der AfD eine Koalition eingehen, wenn diese über eine eigene Mandatsmehrheit verfügt? Nicht einmal das BSW würde das wohl tun. Und dazu müßte es erst einmal den Sprung in den Landtag schaffen, und in dem Fall ist eine absolute Mehrheit der AfD nicht unmöglich, aber sehr unwahrscheinlich. – Ich bleibe dabei, Siegmund wollte so verstanden werden, daß er möglicherweise mit einer knappen Mehrheit nicht bereit wäre zu regieren. Das sollte der Mobilisierung der Wähler dienen. Als die Sache ihm dann zu entgleiten drohte, nachdem das BILD-Interview Zweifel an seinem Regierungswillen ausgelöst hatte, sah er sich zu der Klarstellung gezwungen, daß er »natürlich« das tun würde, was er wenige Stunden zuvor noch offen gelassen hatte. Aus »nicht unbedingt« wurde damit »auf jeden Fall«.

Interessant finde ich noch, daß er beide Äußerungen mit markigen Sprüchen verbindet, nämlich das Nicht-unbedingt mit der Herbeischaffung kranker Abgeordneter per Trage und das Auf-jeden-Fall mit der Bemerkung, daß man in seiner AfD, anders als bei der CDU, zusammenhält. Es ist ein beliebtes rhetorisches Mittel, eine kritische Frage mit einer Antwort zu parieren, die den Fragesteller, jedenfalls die Frage, etwas dumm aussehen läßt. Das gespielte Unverständnis über die Frage soll Überlegenheit und Selbstgewißheit verstrahlen.

Ich paraphrasiere mal, um zu verdeutlichen, was ich meine.
Erst: Ist womöglich gar nicht sicher, daß Sie mit einer Stimme Mehrheit regieren werden? – Das ist zu wacklig. Soll ich etwa kranke Abgeordnete zur Stimmabgabe zwingen? Wie stellen Sie sich das vor?
Dann: Was gilt denn nun, werden Sie mit einer Stimme Mehrheit regieren oder nicht? – Selbstverständlich werde ich das tun, was glauben Sie denn? Wir sind ja nicht bei der CDU, in der Chaos herrscht!
Immer wird so getan, als sei die Antwort völlig klar, auch wenn sie Stunden später anders ausfällt.

Heute abend sind wir alle schlauer, jedenfalls etwas.


Erich Virch zu »Ohne große Mühe«
Dieser Kommentar wurde am 06.09.2026 um 10.06 Uhr verfaßt.

Glücklichs Argumente sind bestenfalls schwach, aber seine altphilologische Passion finde ich sympathisch. Er hat erfahren, daß Latein seine Welt reicher, zusammenhängender und verständlicher macht. Nun versucht er, mit seiner persönlichen Bildungserfahrung einen allgemeinen Nutzen zu belegen. Natürlich ist es schön, in anderen Sprachen immer wieder deren gemeinsame Wurzeln, gleichsam die europäische Verwandschaft wiederzufinden. Aber für junge Generationen ist Latein kein Halt mehr.


Manfred Riemer zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 06.09.2026 um 08.37 Uhr verfaßt.

Hat Siegmund denn gesagt, daß er mit einer Stimme Mehrheit nicht regieren will? Aus Ihrem Zitat geht das nicht hervor. Vielleicht meint er, daß er im Falle einer sehr knappen Mehrheit trotzdem versuchen will, eine Koalition unter seiner Führung zu bilden. Es heißt aber nicht, daß er mit nur ein, zwei Stimmen mehr die Regierung ablehnen würde, falls so eine Koalition nicht gelingt.


Theodor Ickler zu »Niedriger hängen!«
Dieser Kommentar wurde am 06.09.2026 um 06.26 Uhr verfaßt.

Unter https://de.wikipedia.org/wiki/Massenpsychologie und den dort verlinkten weiteren Schlagworten (Gruppenzwang usw.) findet man nur mehr oder weniger blumige, metaphernreiche Umschreibungen von Banalitäten – ein einziges Debakel. Dabei wäre es gerade heute notwendig, mehr darüber zu wissen. Der Mangel an wissenschaftlicher Seriosität scheint nichtr einmal bemerkt zu werden.


Theodor Ickler zu »Ohne große Mühe«
Dieser Kommentar wurde am 06.09.2026 um 06.02 Uhr verfaßt.

„Die Nachfolgesprachen des Lateinischen, deren Wortschatz und deren Grammatik werden mit Lateinkenntnissen viel besser verstanden. Das gilt auch für das Englische.“ (Hans-Joachim Glücklich: „Ein Leben mit Latein!“ file:///C:/Users/User/Downloads/108791-Artikeltext-278751-1-10-20250111.pdf)

Aber das stimmt doch gar nicht! „Viel besser“ deutet auf klare Evidenz hin, und die gibt es nicht, wohl aber jede Menge Gegenbeispiele. Die rhetorisch-sophistischen Argumente des Verfassers sind zum Fremdschämen. Zum Beispiel gleich die Begründung, warum Latein keine „tote“ Sprache sei. Tatsache ist auch, daß von den Millionen Deutschen, die einmal Latein gelernt haben, so gut wie keiner „mit Latein lebt“; sie leben praktisch ebenso wie diejenigen, die es nicht gelernt haben. Ich sehe es an meinen Kindern und ihren Altersgenossen.
Glücklich führt in gewohnter Weise vor, wie lange man sich mit einzelnen lateinischen Sätzen beschäftigen und die Feinheiten ihres Baus (und ihrer möglichen Übersetzungen) nachschmecken kann. Ist es wirklich das, was Schüler heute interessiert, was sie brauchen und was ihre Bildung erweitert? Am Schluß soll es sogar der Demokratie dienen...
Ich muß noch einmal an das Griechische erinnern, das aus dem Gymnasium verschwunden ist, dessen Kernfach es einmal sein sollte. Geblieben ist allenfalls eine blasse Erinnerung. Natürlich wird es dem Lateinischen ebenso ergehen.
(Glücklichs Vortrag wurde auf dem Bundeskongreß des Altphilologenverbandes 2024 gehalten, ist also nicht „von gestern“. Der Text ist denn auch gegendert, obwohl es zur sprachlichen Bildung gehören sollte, gerade hier nicht mitzumachen. Aber das ist von einem Mann der Schule wohl zuviel verlangt.)


Wolfram Metz zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 06.09.2026 um 02.11 Uhr verfaßt.

Inzwischen hat Siegmund wohl erkannt, wie problematisch seine Äußerung war. Vielleicht hat die Parteispitze in Berlin ihn darauf gestoßen. Am Abend sagte er laut faz.net: »Natürlich werden wir auch mit einer Stimme Mehrheit in Regierungsverantwortung treten.« Aber bei der Begründung macht er schon wieder einen Fehler: »Weil wir in der AfD zusammenhalten, weil wir nicht diese Zustände haben wie bei der CDU.« Es ging also doch nicht um ein oder zwei oder drei kranke Abgeordnete, die er mit der Trage aus dem Krankenhaus in den Landtag zum Abstimmen hineintragen muß, sondern um Zweifel an der Geschlossenheit der Fraktion. Aber auch in einer noch so geschlossenen Fraktion können Abgeordnete krank werden. Es paßt alles nicht zusammen.


Wolfram Metz zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 06.09.2026 um 00.30 Uhr verfaßt.

Siegmund will mit seiner Äußerung dem Wahlvolk natürlich auch signalisieren, daß es noch eine Schippe drauflegen muß, damit die AfD wirklich durchregieren kann. (Deshalb habe ich meinen Beitrag auch in den Strang »Rhetorik« eingestellt.) Man muß seine Äußerung konkret durchspielen, um ihre Widersprüchlichkeit zu erkennen. Wenn ich gesagt habe, daß er nach der Logik seiner Äußerung lieber zuschaut, wie andere regieren, als selbst mit wackliger Mehrheit zu regieren, dann setzt das voraus, daß ein anderer Ministerpräsidentenkandidat, sprich Schulze, im Landtag mit Mehrheit gewählt wird. Vielleicht hält Siegmund das für möglich, weil er einigen in der eigenen Fraktion zutraut, Schulze mitzuwählen. Sollte aber die Disziplin der eigenen Truppe immerhin so weit reichen, daß sie Schulze die Zustimmung im ersten und zweiten Wahlgang, in denen er die absolute Mehrheit benötigen würde, geschlossen verweigert, und sie im nächsten Schritt wiederum geschlossen für die Auflösung des Landtags stimmt, käme es zu Neuwahlen. Das aber wäre ein hochriskantes Manöver, denn daß die Wähler Siegmund dieses Hasardspiel danken und ihm bei der Wiederholungswahl einen Sieg mit einer höheren absoluten Mehrheit bescheren werden, ist äußerst unsicher, ich würde sogar sagen, es ist unwahrscheinlich.


Theodor Ickler zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 05.09.2026 um 19.06 Uhr verfaßt.

Menschenmassen erklimmen in einer meterlangen Schlange den Mount Everest in Nepal (Archivfoto) (BILD 5.9.26)

Zwei Knaben gehen durch das Korn...


Wolfram Metz zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 05.09.2026 um 18.20 Uhr verfaßt.

Siegmund will selbst bei einer absoluten Mehrheit für seine Partei nicht unbedingt regieren. Siegmund betonte, es gehe ihm um eine „stabile Mehrheit“ im Landtag. „Was mache ich, wenn mal ein oder zwei oder drei Abgeordnete im Krankenhaus sind? Soll ich die dann mit der Trage in den Landtag reintragen zum Abstimmen?“, sagte Siegmund der „Bild“-Zeitung. Es dürfe nicht so sein, dass der „Fortschritt des Landes gelähmt“ ist, „weil ein oder zwei Abgeordnete gesundheitsbedingt ausfallen“, ergänzte der AfD-Spitzenkandidat. (faz.net)

Siegmund sieht also lieber zu, wie die anderen das Land (wie er meint) weiter kaputtmachen, als daß er das Risiko eingeht, seine Politik nicht zu hundert Komma null Prozent durchzubekommen? Da stimmt etwas nicht. Daß er null Prozent Fortschritt und den Vorwurf, sich seiner Verantwortung zu entziehen, eher in Kauf nimmt, als achtzig, neunzig oder fünfundneunzig Prozent Fortschritt, kann ich mir nur damit erklären, daß ihm entweder der Fortschritt des Landes gleichgültig ist oder er schon jetzt sicher mit mangelnder Fraktionsdisziplin rechnet, weil er seine Pappenheimer kennt. Die ein, zwei kranken Abgeordneten sind vorgeschoben. Aber vielleicht gilt diese Einschränkung nur für ihn persönlich, und er übergibt den Staffelstab im Fall der Fälle sehr schnell an jemand anderen.


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