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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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R. M. zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 16.02.2019 um 10.12 Uhr verfaßt.

Obama hat sechs Jahre lang nahezu ausschließlich per Ukas regiert. Die von den Demokraten instrumentalisierten Altmedien fanden das toll, verfassungsrechtliche Bedenken hatten nur rechte Spaßverderber. Mehr als die Hälfte der republikanischen Abgeordneten und Senatoren verachtet Trump noch mehr als die eigene Wählerschaft.


Theodor Ickler zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 16.02.2019 um 07.09 Uhr verfaßt.

Die gesetzlich verordnete paritätische Vertretung der Geschlechter auf den Wahllisten entspricht nicht der Mitgliederstruktur der Parteien. Dadurch kommt es zu dem wohl verfassungswidrigen Ergebnis, daß Frauen eine mehr als doppelt so große Chance wie Männer haben, gewählt zu werden. (Darauf weist ein Leser in der FAZ hin.) Daß sich mehr Frauen in der Politik engagieren, läßt sich nicht gesetzlich festlegen.
Die Verfassungsgericht werden aber möglichweise auch das zurechtbiegen.


Theodor Ickler zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 16.02.2019 um 06.37 Uhr verfaßt.

Die FAZ erläutert in einem Kasten die Notstandsgesetzgebung der USA, und im Wirtschaftsteil wird daran erinnert, daß Obama mit seinen Dekreten die "Büchse der Pandora" geöffnet habe. Kritisch wird außerdem vermerkt, daß die republikanischen Abgeordneten ihre eigene weitere Entmachtung offenbar unterstützen wollen.


Theodor Ickler zu »Blaupause oder Rezept«
Dieser Kommentar wurde am 16.02.2019 um 05.45 Uhr verfaßt.

Zu http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1616#39898

Um noch einmal die Analogie des Kuchenbackens zu bemühen:

Im Rezept zum Backen eines Kuchens ist an keiner Stelle der gesamte Kuchen enthalten ("repräsentiert"); er ergibt sich aus der Abfolge der beschriebenen Schritte, die einige Leerstellen enthalten, weil in der Wirklichkeit der Küche etwas geschieht, was zwar "vorgesehen" ist (als notwendige Bedingung des jeweils nächsten Schrittes), aber nicht dargestellt. Es müßte sich feststellen lassen, wie starr die einzelnen Schritte im Verhalten der Spinne aufeinander folgen.

Zu vergleichen sind die Schritte bei der Herstellung eines Autos oder Flugzeugs, wenn alle Arbeiter ihre Teile einbauen und nirgendwo mehr der Gesamtplan aufzufinden ist. Nur daß eben in der Natur die Evolution dahintersteht und ein Gesamtplan niemals vorhanden war.


Theodor Ickler zu »Hoch verdient«
Dieser Kommentar wurde am 16.02.2019 um 05.30 Uhr verfaßt.

„Ich meine, der Biologieunterricht muss selbstverständlich auf der Ebene der Evolutionstheorie geführt werden. Aber wenn zum Beispiel eine Frage aufkommt, […] was war vor dem Big Bang? Oder was kann den Big Bang erklären? Ja, das ist eine Frage, wo die Naturwissenschaft nach allen vernünftigen Naturwissenschaftlern an ihre Grenzen gekommen ist. Und da fangen tatsächlich die Fragen des Glaubens an. Das hat schon Immanuel Kant gesagt.“
(Hans Küng zur Verteidigung der kreationistischen hessischen Kultusministerien Karin Wolff; https://de.wikipedia.org/wiki/Karin_Wolff_(Politikerin))

Wie kommt man darauf, daß ungelöste Fragen der Physik ein Anlaß für religiöse Thesen sein könnten? Abgesehen davon, daß der Biologieunterricht keine kosmologischen Fragen behandelt. Kreationistische Physik läßt sich allerdings weniger leicht begründen. Küng hat wohl das Schlagwort "Big Bang" gehört, und nach Theologenart fragt er prompt: "Und was war vorher?" Das kann ihm der Physiker natürlich nicht so einfach erklären, zumal er weit ausholen müßte, um das "Vorher" buchstäblich zu "relativieren". Das gibt dem Theologen Zeit zu triumphieren, denn er hat ja die Antwort parat ("Gott"). Er macht es sich im Asylum ignorantiae bequem.

Kant ist hier auch nicht am Platz, aber das ist ein anderes Kapitel.


Theodor Ickler zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 16.02.2019 um 03.25 Uhr verfaßt.

Tatsächlich? Dann bedeutet der Begriff eher so etwas wie bei uns der Katastrophenfall, der den Einsatz der Bundeswehr im Innern rechtfertigt?


R. M. zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 15.02.2019 um 18.54 Uhr verfaßt.

Zum Vergleich: Obama hat den nationalen Notstand ausgerufen, weil das Wasser in einer Stadt in Michigan verseucht war.


Theodor Ickler zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 15.02.2019 um 18.39 Uhr verfaßt.

Im "Krieg gegen der Terror" herrscht Kriegsrecht. Eine "Invasion" ist erst recht der Verteidigungsfall.

Man kann Opfer seiner eigenen Metaphern werden - man muß es aber auch wollen.

Kann ein nationaler Notstand allein zum Zweck der Finanzierung eines Bauvorhabens ausgerufen werden? Was gehört noch dazu? (Ich kenne die amerikanische Verfassung zu wenig.) Wie steht es mit der Pressefreiheit und anderen Bürgerrechten? In Indien habe ich über ein Jahr unter den Notstandsbedingungen der Regierung Indira Gandhi gelebt. Dazu gehörte z. B. Militär auf dem Universitätscampus.


R. M. zu »Besser abschreiben!«
Dieser Kommentar wurde am 15.02.2019 um 17.26 Uhr verfaßt.

Auch ein Fall von Nichtbetreuung: In seiner eigenen Schriftenreihe (!) bei Duncker & Humblot hat Phillip Hellwege, ein Professor an der Universität Augsburg, kürzlich eine History of Tontines in Germany herausgebracht, aus der man lernen kann, daß Breslau, Danzig und Bozen im 18. Jahrhundert Wrocław, Gdańsk und Bolzano hießen. Ob das Heilige Römische Reich auch schon Bundesrepublik Deutschland hieß, ist dem Inhaltsverzeichnis nicht zu entnehmen.


Theodor Ickler zu »Besser abschreiben!«
Dieser Kommentar wurde am 15.02.2019 um 15.13 Uhr verfaßt.

Wie bei jenem fabelhaften Lungenarzt (s. Kopfrechnen) fragt es sich auch bei den Plagiatsdoktoren, ob man die armen Würstchen laufen lassen sollte und nicht eher die ganze Branche unter die Lupe nehmen müßte. Also die Betreuer (oder eben Nichtbetreuer) und Gutachter.

Haben Sie sich die Dissertation von Frau Giffey mal angeguckt? Es ist doch völlig wurscht, ob ein Text dieser Nullqualität nun auch noch abgeschrieben ist oder nicht. Der Dr. ist sowieso entwertet in diesem Fach. Wenn sich das rumspricht, lassen die Leute es bleiben. (Volker Rieble im Tagesspiegel 12.2.19)


Theodor Ickler zu »Störende Homonymie«
Dieser Kommentar wurde am 15.02.2019 um 15.09 Uhr verfaßt.

Bericht über eine Talkshow:

(Titel:) Andrea Nahles und Katja Kipping selten einig

Das war zu erwarten. Gemeint ist aber das Gegenteil,
sie seien so einig gewesen wie selten. Später heißt es denn auch:

Nahles und Kipping sind sich so einig wie vielleicht noch nie.

Eine ziemlich störende Zweideutigkeit.


Manfred Riemer zu »Synonymie«
Dieser Kommentar wurde am 15.02.2019 um 14.10 Uhr verfaßt.

Theoretisch könnte mit dem morbiden Grund auch ein morscher, brüchiger Untergrund (Fußboden) gemeint sein.

Duden online hat bei blöd/-e, spröd/-e, fad/-e jeweils beide Varianten,
bei gerad/-e nur mit e (ohne e nur in Zus.),
bei schräg/-e hat er nur die Variante ohne e.


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