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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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Theodor Ickler zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 27.01.2020 um 15.57 Uhr verfaßt.

Zu den Lügen des Alltags, die man kaum noch bemerkt, gehören die Verlautbarungen der Funktionäre, die im Namen irgendwelcher Kollektive zu sprechen behaupten. Ein Beispiel: Renate Hendricks, die Vorsitzende des Bundeselternrats, fester Bestand der „Verbändeallianz“ der Schulbuchverleger, richtete am 13.8.2000 einen offenen Brief an den KMK-Präsidenten Willi Lemke, in dem sie ihn um unnachgiebige Durchsetzung der Reform bat:
(...)
Die Eltern in der Bundesrepublik haben sich ehedem für ein baldiges Ende des Streits um die Rechtschreibung ausgesprochen und sehen auch jetzt keinerlei Veranlassung, sich mit dem eher peripheren Thema „Rechtschreibung“ erneut auseinander zu setzen. Die jetzige Diskussion wird von den meisten Eltern kaum verstanden, da ihre Kinder seit nunmehr fünf Jahren ohne Probleme und mit gutem Erfolg die neue Rechtschreibung in den Schulen lernen.

Natürlich wußte sie nicht, was "die Eltern in der Bundesrepublik" oder auch nur "die meisten Eltern" dachten, oder vielmehr: sie dürfte gewußt haben, daß sie genau das Gegenteil dachten, aber als gewählte Vertreterin konnte sie in deren Namen alles Beliebige behaupten. In diesem Fall war es die Meinung der Schulbuchverlage, deren Vorgaben sie teils wörtlich wiedergab.


Theodor Ickler zu »Selbstlähmung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung«
Dieser Kommentar wurde am 27.01.2020 um 15.43 Uhr verfaßt.

Zu http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1163#27530

Gauger hat an derselben Stelle noch einen Nachtrag angebracht, der sich, wie gesagt, auf eine Begegnung mit Stickel und Augst bezieht und woraus ich doch den entscheidenden Teil hier zitieren möchte:

Zunächst die Erinnerung. Sie bezieht sich auf die Einladung, die von unserem unvergessenen Präsidenten Herbert Heckmann ausging: Gerhard Stickel, damals Direktor des „Instituts für deutsche Sprache“ in Mannheim, sollte sich bei uns, in interner Sitzung während einer Tagung, zur Rechtschreibreform, die viele von uns sehr irritierte, äußern. Sie war ja entscheidend von Gerhard Stickel und seinem Institut, das eine öffentlichkeitswirksame Aufgabe suchte, vorangetrieben oder vielmehr wieder aufgegriffen wurde, denn die Sache war ja schon alt: bereits Thomas Mann, der 1955 starb, hat zu entsprechenden Vorschlägen Stellung bezogen; ablehnend, versteht sich. Was den heutigen Direktor des Mannheimer Instituts, Ludwig M. Eichinger, angeht (er gehört zum Kuratorium der „Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung“), so fand er, ich vermute, eher zu seinem Missvergnügen, die Reform, als er sein Haus bezog, schon in ihm vor. Er musste also notgedrungen mit ihr leben. Ich bin übrigens nicht mehr sicher, ob ich es war, der Herbert (ich war damals sein Vize) die Einladung Stickels vorgeschlagen hatte. So glücklich war der Gedanke nämlich nicht. Zudem kam Stickel unerwartet nicht allein, sondern brachte als weiteren Promotor einen wirklichen Gesinnungstäter mit: Gerhard Augst aus Siegen. Es wurde eine eher quälende Sitzung. Für mich persönlich aber war sie überaus lehrreich: ein eindrucksvoller von beiden Seiten aggressiv geführter Zusammenstoß zwischen zwei getrennten Welten. Auf der einen Seite war da die normale, also ästhetisch wenig ansprechbare Sprachwissenschaft, auf der anderen die nun gerade in dieser Hinsicht hochsensiblen, andererseits aber mit der normalen sprachwissenschaftlichen Haltung zur Sprache so gut wie gar nicht vertrauten Akademie-Mitglieder. Einige von diesen wollten schließlich von Gerhard Augst geradezu wissen, wer ihn bezahle. Man nahm ihm nicht einmal ab, dass er, was er sagte, von sich aus sagte, einfach weil er es für richtig hielt, irgendjemand müsse ihn doch dafür bezahlen ... Augst, verständlicherweise etwas genervt, erklärte mit dem, sagen wir, verdrossenen Selbstbewusstsein des Ordinarius: „Ich setze mich für diese Reform ein. Wenn sie aber scheitert, wird sich nie wieder ein Sprachwissenschaftler für so etwas zur Verfügung stellen“ – eine Drohung, die nun unter den Mitgliedern völlig verpuffte.


Natürlich war Augst nicht "gekauft", da durfte er mit Recht empört sein. Augst war besessen oder, wie man auch sagen könnte, extrem ehrgeizig. Er wollte als Reformer der deutschen Rechtschreibung Geschichte machen, und sein zentraler Einfall und die einzige Idee, die er zum Inhalt beisteuerte, war die "synchrone etymologische Kompetenz", also die Volksetymologie. Darum konnte er alles opfern, auch "Weggefährten", wie er es beschrieben hat, nur nicht diese eine Idee. Darum mußten die Etymogeleien auch variantenfrei vorgeschrieben werden, und sie sind es bis heute geblieben, sonst wären die besseren Schreiber natürlich einfach zu Zierat, Tolpatsch, behende usw. zurückgekehrt. Augsts menschenfreundliche Idee war: Die Gebildeten sollten von ihrer Bildung keinen Vorteil haben. Diese Überzeugung ist die Quelle seiner Eloquenz, seines Pathos, seiner Ausdauer (23 Jahre Kampf bis zur Wiener Absichtserklärung!), vermutlich auch seiner heutigen Zufriedenheit, denn die Demütigung der Gebildeten hat er immerhin erreicht. Mit "Gesinnungstäter" hat Gauger es erfaßt.


R. M. zu »Geschichtspolitik«
Dieser Kommentar wurde am 27.01.2020 um 09.26 Uhr verfaßt.

Seit Jahrzehnten? Nachdem Göthe Die Leiden des jungen Werthers geschrieben hatte, gab Lessing Jerusalems Schriften heraus.


Theodor Ickler zu »Geschichtspolitik«
Dieser Kommentar wurde am 27.01.2020 um 04.47 Uhr verfaßt.

Eine Veränderung der Gedenkkultur kündigt sich an: Emotionen werden produziert, als könnte man der bewegenden Kraft der Zeugnisse nicht mehr trauen. (Patrick Bahners, FAZ 27.1.2020 über eine Essener Fotoausstellung zu Auschwitz)

Das kündigt sich nicht an, sondern ist seit Jahrzehnten im Gange (Berliner Stelenfeld, Gedenkstätten-Architektur, Spielfilme, Romane, bildende Kunst).


Theodor Ickler zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 26.01.2020 um 16.29 Uhr verfaßt.

Interview mit der Redaktionsleiterin des Diercke-Weltatlas:

Schreiben Sie in der nächsten Auflage „Einwohnerinnen“?

- Nein, das ist aktuell nicht vorgesehen (lacht). Wir befinden uns im Prozess und beobachten natürlich die Empfehlungen des Rats für deutsche Rechtschreibung.
(FAS 26.1.2020)

Man sieht auch hier, wie der Rat in der Bevölkerung nach und nach als Sprachamt angesehen wird.


Theodor Ickler zu »Friede sei mit euch!«
Dieser Kommentar wurde am 26.01.2020 um 07.50 Uhr verfaßt.

In der umfangreichen Literatur über die Gleichnisse Jesu scheint es zwei Hauptströmungen zu geben. Die einen sehen darin Verschlüsselungen der Lehre, die anderen gerade im Gegenteil Erläuterungen. Letztere kritisieren deshalb auch Ratzingers "Jesus".

Ich neige zur zweiten Ansicht. Es gibt zwar auch in ältester Literatur Verrätselungen, Orakel usw., aber das ist ein anderes Genre. In den Upanischaden, die gewiß "esoterische" Lehren enthalten, sind Gleichnisse popularisierende Erläuterungen. Ich denke etwa an das berühmte Gleichnis vom Salz in der Chandogya-Upanishad. Damit kann man auch einem Kind das schockierende "Tat tvam asi" erklären.


Theodor Ickler zu »Was ist ein Substantiv?«
Dieser Kommentar wurde am 26.01.2020 um 07.40 Uhr verfaßt.

Zu http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1448#42620

Wenn man Latein gelernt hat und die Entwicklung zu den romanischen Sprachen nach alter Vätersitte für eine Verfallsgeschichte hält, könnte man auch den partitiven Genitiv für eine ewige Wahrheit halten.
Die großen Latinisten sehen das nicht so, aber die liest ja keiner.

Das attische Griechisch, das wir unserem Unterricht zugrunde legen, scheint mir nicht in gleichem Maße kanonisiert worden zu sein, vielleicht weil die bedeutendste Literatur durchaus auch in anderen Dialekten verfaßt ist und bis in spätere Zeiten nachgeahmt wurde.


Theodor Ickler zu »Neues aus dem Rat«
Dieser Kommentar wurde am 25.01.2020 um 09.16 Uhr verfaßt.

Krome will die aufwendige und erklärtermaßen kostspielige Sprachtechnologie auch einsetzen, um die statistische Verteilung vom manschen/mantschen, räkeln/rekeln zu ermitteln (beide haben mit der Rechtschreibreforrm nichts zu tun). Wohin soll das führen? Offensichtlich zu jener Haarspalterei, die man dem alten Duden mit viel weniger Recht vorgeworfen hatte.
Krome hält auch im selben Anhang selbständig und selbstständig wieder für Schreibvarianten, wie alle Reformer, die anscheinend nicht einmal hören, daß sie verschieden gesprochen werden und schon deshalb nicht dasselbe Wort sein können.


Theodor Ickler zu »Neues aus dem Rat«
Dieser Kommentar wurde am 25.01.2020 um 07.18 Uhr verfaßt.

Ein hübscher Nebeneffekt dieses Berichts: Wir haben es nun schriftlich, daß in den zehn Jahren nach Einführung der Neuregelung nicht weniger als fünf Phasen zu unterscheiden sind, wenn man statistisch belastbare Ergebnisse bekommen will. (Die Vorreform-Orthographie ist mitzuzählen, wie auch die Diagramme ausweisen.) Daraus ergibt sich, wie schon lange vermutet, eine durchschnittliche Halbwertszeit von zwei Jahren für die deutsche Rechtschreibung.


Theodor Ickler zu »Neues aus dem Rat«
Dieser Kommentar wurde am 25.01.2020 um 06.18 Uhr verfaßt.

Hier ist nun der vollständige erste Teil von Kromes Bericht:


Bericht der AG Korpus (Vorlage zu TOP 5a) der Sitzung vom 25. April 2008)

Die AG Korpus hat, wie vom Rat vorgesehen, auf der Basis der auf der letzten Situng besprochenen Vorlage zur Untersuchung des Schreibgebrauchs der professionellen Schreiber weitergearbeitet. Sie hat sich aus diesem Anlass am 11.3.2008 in Mannheim zu einem Gespräch getroffen, zu dem auch Peter Eisenberg partiell zugegen war. Mit dem vorliegenden Papier fasst sie die Ergebnisse ihrer bisherigen Arbeit zusammen und möchte darauf aufbauend Vorschläge zum weiteren Vorgehen machen.
Ein erster Schritt dieser Arbeit war, Beispiele für Fragestellungen, die auf der Grundlage der bestehenden Korpora bearbeitet werden können, zu entwickeln. Dabei kristallisierten sich, wie aufgezeigt, drei mögliche Typen von Fragestellungen heraus, die sich folgendermaßen umreißen lassen:

1)Die Akzeptanz der reformierten Schreibungen
2)Die Ausbildung von Präferenzen bei im Regelwerk vorgesehenen Variantenschreibungen
3)Abweichungen von der Normschreibung

Zu diesen Fragestellungen wurden nun in einem zweiten Schritt Testläufe durchgeführt, um ihre Eignung für die bevorstehende Aufgabe der Schreibgebrauchsbeobachtung zu prüfen. Die Testläufe wurden von Wahrig, IDS und Duden vorgenommen und betreffen folgende lexikalische Einheiten:
Mopp, Stepp, Stopp, Tipp (zu Fragestellung 1)
Recht/recht haben (zu Fragestellung 2)
*instandsetzen, *zugrundelegen, *zurandekommen, *zustandebringen (zu Fragestellung 3)

Bei den Testläufen wurde folgende Herangehensweise gewählt:

Die einzelnen Fragestellungen wurden von je einer Institution untersucht, perspektivisch ist vorzusehen, dass alle Beteiligten zwecks Abgleich der Ergebnisse dieselben Fragestellungen bearbeiten.

Die Materialgrundlage der Probeuntersuchung bildeten grundsätzlich die in den einzelnen
Korpora enthaltenen Zeitungstexte. Zeitungen erscheinen aufgrund ihrer Anlage in
verschiedenen Ressorts (u .a. Politik, Feuilleton) als hinreichend repräsentativ für alle Bereiche
professionellen Schreibens. Zudem geben Zeitungen, da sie prinzipiell, aber nicht
notwendigerweise der amtlichen Regelung in ihrer jeweils geltenden Fassung folgen, ein
homogenes Textkorpus ab.

Hinsichtlich der Untersuchungszeiträume konnte die AG prinzipiell auf Erfahrungen der Wahrig-Redaktion zurückgreifen, die jene bei Voruntersuchungen gewonnen hatte. Diesen zufolge ließen sich relevante, im Vergleich zu einer jahrgangsweiten Anführung messbarere Veränderungen in der prozentualen Zahl der Belege bei folgender Phaseneinteilung erwarten.

Phase 1: Vorreform-Schreibusus (d.h. Jahrgänge bis 1995 einschließlich)
Phase 2: 1996-1999
Phase 3: 2000-2003 (Effekte durch die Rückkehr der FAZ zur alten Rechtschreibung)
Phase 4: 2004-2005 (Effekte durch den 4. Bericht der Zwischenstaatlichen Komission)
Phase 5: ab 2006

Da die Korpora nicht für jeden Zeitraum eine genau gleich große Anzahl von Belegen aufweisen, erfolgte eine prozentuale Umrechnung.

Die Ergebniss der Testläufe sind in Anhang 1 detailliert dargestellt. Verallgemeinert lassen sie folgende Schlüsse zu:

Der personelle Aufwand ist im Schnitt auf jeden Fall relativ hoch. Er hängt davon ab, ob ein händisches (oder halbautomatisches) Aussortieren von Belegen erforderlich ist, wie exemplarisch folgende, bei den Testläufen gemachten Beobachtungen verdeutlichen mögen:

zu Stopp: Auftreten von Interferenzen mit dem Englischen (Stop-and-go-Verkehr) sowie Sonderfall Verkehrssprache (Stop-Schild)
zu Recht/recht haben: Ausschluss von <recht> am Satzanfang („Recht hat er!“), in der Verbindung „ein/das Recht haben, etwas zu tun“ sowie bei rein adverbialem Gebrauch („Er hat die recht seltsame Angewohnheit...“)

Der Aufwand variiert folglich je nach Untersuchungsgegenstand und ist im Gesamt gesehen am geringsten bei Fällen, die dem Bereich der Laut-Buchstaben-Zuordnungen zuzurechnen sind, und am höchsten bei Fällen, die kontextabhängig sind.

Belastbare Ergebnisse werden nur bei Wörtern mit hoher Frequenz erzielt. Wörter mit niedriger Frequenz bilden die Trends nur sehr verzerrt ab und können die Ergebniss massiv verfälschen (vgl. die Einzelergebniss zu Tipp und Mopp.

Die AG schlägt bei den gegebenen Möglichkeiten daher vor, die Untersuchung auf prototypische Fälle zu konzentrieren und zu beschränken, da schon die ersten Untersuchungen aussagekräftige Ergebnisse zeigen. Diese Fälle könnten auf einer gemeinsamen Sitzung mit den im Rat vertretenen Linguisten festgelegt werden.

Zu einer möglichen, von der Wahrig-Redaktion zu der AG-Sitzung vorgelegten mittel- und langfristigen Planung der Arbeit siehe Anhang 2.

-

Soweit der Text. Die Diagramme des Anhangs kann ich hier nicht wiedergeben, sondern beschränke mich auf eine Beschreibung: Ein Diagramm zeigt die relative Häufigkeit von Getrennt- und Zusammenschreibung bei schwerfallen und leichtfallen in Abhängigkeit von den wechselnden Bestimmungen der Reform. Nach 1998 wurde fast nur noch getrennt geschrieben, nach 2005 (Wiederzulassung der Zusammenschreibung) stieg die Häufigkeit der Zusammenschreibung steil an, bis sie 2010 fast wieder das Niveau vor der Reform erreicht hatte. Bei leichtfallen ist die Tendenz nicht so ausgeprägt, was aber meiner Ansicht nach nicht auf den Idiomatisierungsgrad zurückgeht (wie Krome meint), sondern mit der nicht erfaßten sehr ungleichen absoluten Häufigkeit (schwerfallen ist in jeder Schreibweise viel häufiger). Wie dem auch sei – was erfaßt die statistische Erhebung eigentlich? Sie mißt keinen Sprachwandel, wenn man darunter eine Veränderung der Gewohnheiten versteht, sondern die Bereitschaft und Fähigkeit von Menschen und Institutionen, einer von außen gesetzten Norm zu folgen, insbesondere die entsprechend eingestellten Korrekturprogramme über die Texte laufen zu lassen usw. Nur darum kommt es zu dem scharf abgegrenzten Auf und Ab der Grafik – Sprachbräuche ändern sich nicht so schnell und nicht als Funktion externer Faktoren. Die Verfasser der journalistischen Texte haben ja ganz überwiegend nicht aus ihrer Sprachkompetenz heraus so oder so geschrieben, sondern die Anweisung der Herausgeber und Verleger oder die Vorgaben der Nachrichtenagenturen hingenommen, ebenso wie andere Teile der Bevölkerung, insbesondere die weisungsgebundenen Lehrer die Reform und ihre Revisionen hingenommen haben.





Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 25.01.2020 um 06.05 Uhr verfaßt.

Zu http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=783#29206

Nachdem ich gerade auf das Rezept für Crêpe Suzette gestoßen bin, sehe ich noch mal im Duden nach. Er muß notgedrungen den Krepp, sogar maskulin, anführen, empfiehlt ihn aber nicht. Bei Google kann ich den maskulinen Krepp Suzette nicht finden. Warum streicht der Rechtschreibrat ihn nicht endlich? Gibt das berühmte Korpus von 3 Mrd. Belegen etwas anderes her? Natürlich kann man Zeit, Geld und Arbeit auf die automatische Durchsuchung riesiger Korpora verschwenden und dabei das Offensichtliche übersehen.

Eine Anfrage beim Rat würde wahrscheinlich die Standardantwort zeitigen: Man werde die Angelegenheit bedenken und vielleicht in fünf Jahren bei nächsten Schub von zwei Dutzend Streichungen auch diesen Eintrag korrigieren...


Theodor Ickler zu »Neues aus dem Rat«
Dieser Kommentar wurde am 25.01.2020 um 04.57 Uhr verfaßt.

Was es mit Eisenbergs partieller Teilnahme auf sich hat, geht aus einer Mail hervor, die er mir wegen einer anderen Sache geschickt hat:

„Vor einiger Zeit habe ich als Zuhörer an einem kleinen Kolloquium in Mannheim teilgenommen, in dem es um weitere Automatisierungen beim Erheben des Schreibgebrauchs ging. Alle hatten sich höchst optimistisch darauf fixiert, dass man künftig wieder zu größeren Änderungen in der Lage sein werde.“

Er erwarte besonders unter dem neuen Vorsitzenden die fortschreitende Rückkehr zur nichtreformierten Orthographie, die eben die bessere gewesen sei.


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