Wolfram Metz zu »Unsichere Flexion«
Dieser Kommentar wurde am 25.07.2026 um 17.15 Uhr verfaßt.
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Vielleicht spielt auch Strauß/Sträuße noch mit hinein.
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Wolfram Metz zu »Unsichere Flexion«
Dieser Kommentar wurde am 25.07.2026 um 16.18 Uhr verfaßt.
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Ich muß gestehen, daß ich erst kurz darüber nachdenken mußte, was an Rosmarinsträuche falsch sein soll. Bauch/Bäuche, Schlauch/Schläuche, aber Strauch/Sträucher. Vielleicht liegt es zum Teil auch an der Zusammensetzung. Der Rosmarin, obwohl nur Bestimmungswort, ist in Rosmarinsträuche der Hauptdarsteller, der alle Aufmerksamkeit auf sich zieht. Hier hätte ebensogut Rosmarinbüsche oder eine andere Zusammensetzung mit Rosmarin, oder auch nur Rosmarin, stehen können, um die gewünschte Assoziation mit dem Mittelmeerraum zu erzeugen. Über Sträuche wäre ich vermutlich gestolpert.
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Theodor Ickler zu »Niedriger hängen!«
Dieser Kommentar wurde am 25.07.2026 um 16.18 Uhr verfaßt.
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„Lesen ist keine bloße Kulturtechnik. Es ist Grundlage demokratischer Teilhabe“, sagt der Psycholinguist Falk Huettig. Aber immer weniger Menschen greifen zum Buch. Stirbt hier gerade etwas aus? (SZ 25.7.26)
In Interview erwähnt er auch die rechte Gehirnhälfte, rühmt die chinesische Schrift als Gedächtnisschulung usw., das Ganze etwa im Stil Manfred Spitzers. Er ist übrigens am MPI für Psycholinguistik in Nimwegen.
(Was kann ein Psycholinguist über demokratische Teilhabe sagen? Es spricht nicht für eine Wissenschaft, wenn sie zu allem und jedem etwas zu sagen hat.)
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Theodor Ickler zu »Zensur II«
Dieser Kommentar wurde am 25.07.2026 um 05.51 Uhr verfaßt.
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Georg Friedrich Meier, ein Sprachgenie, wollte ein Handbuch der Sprachwissenschaft veröffentlichen. In der DDR war das aber unmöglich: „Das Werk war auf sechs Bände angelegt. Die Veröffentlichung wurde jedoch nach Erscheinen des ersten Bandes auf Intervention der bulgarischen Staats- und Parteiführung aufgrund der Charakterisierung des Makedonischen als selbstständige Sprache gestoppt.“ (Wikipedia)
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Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 25.07.2026 um 04.40 Uhr verfaßt.
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Um mit Notverordnungen regieren zu können, deutete Trump die verschiedensten mehr oder weniger normalen Zustände als „Notstände“ (emergencies), zuletzt auch den Mexiko-Dünnschiß (Cyclosporiasis).
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Theodor Ickler zu »Unsichere Flexion«
Dieser Kommentar wurde am 25.07.2026 um 04.28 Uhr verfaßt.
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Zum Mittelmeerraum gehören Waldbrände „genauso wie Stechmücken und Rosmarinsträuche“ (SZ 24.7.26)
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Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 24.07.2026 um 16.41 Uhr verfaßt.
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Lieferkettenkontrolle, Menschenrechte („Zwangsarbeit“) – das sind eher woke Ideen und Trump eigentlich verhaßt, aber nun kommen sie ihm gerade recht, um seine Lieblingsidee von Zöllen zu begründen.
„Trump’s concept of the global economy and America’s place in it was encased in the amber of his youth and it remained largely uninfluenced by the dramatic changes in the decades since.“ (Maggie Haberman/Jonathan Swan: Regime change. Inside the imperial presidency of Donald Trump. New York 2026:90)
Das gilt für seine Absicht, die alten Industrien zurückzuholen, ebenso wie für seine Vorstellung von Zöllen als Mehrzweckwaffe.
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Theodor Ickler zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 24.07.2026 um 15.51 Uhr verfaßt.
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Um noch einmal auf die wenigen ppm CO2 in der Atmosphäre zurückzukommen, die nach Ansicht rechter Querdenker doch unmöglich einen Klimawandel verursachen können: Gleichzeitig halten sie an den fossilen Brennstoffen fest, ohne zu bedenken, wie die in so riesigen Mengen in die Erde gekommen sind.
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Theodor Ickler zu »Abfall für alle«
Dieser Kommentar wurde am 24.07.2026 um 15.47 Uhr verfaßt.
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Reischer zum Sprachursprung (den er vor 50.000 bis 100.000 Jahren ansetzt, natürlich völlig willkürlich):
„Angefangen haben muss alles mit isolierten Lauten bzw. Silben, die eine ganz spezifische Bedeutung hatten...“, die aber nicht mehr reflexhaft geäußert wurden, sondern mit Absicht usw. – Solche dadaistischen Spekulationen hören nie auf.
Reischer glaubt auch, daß Bonobos eine menschliche Sprache, nur eben mit „über hundert grafischen Symbolen“, lernen können. Die Einschätzung der Sprachversuche mit Affen ist immer ein ganz gutes Kriterium, ob Autoren etwas zu sagen haben.
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Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 24.07.2026 um 15.40 Uhr verfaßt.
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Zu Philipp Amthor, dessen Aufstieg absehbar war, vgl. http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=783#43764
(weil wir ihn nun schon mal erwähnt hatten...)
Affären wegzustecken (to get away with) gilt als Zeichen von Stärke (s. zum Handicap-Prinzip, Trump).
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Theodor Ickler zu »Abfall für alle«
Dieser Kommentar wurde am 24.07.2026 um 15.37 Uhr verfaßt.
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„Ebenso ist bei Substantiven und Adjektiven immer eine – wenn auch lautlich oftmals nicht feststellbare – Endung anzuheften, die der Umgebung entspricht, in die das Wort eingebettet wird: DAS KIND STREICHELT DEN KLEINEN HASEN, wobei KIND eine lautlich nicht markierte Nominativ-Endung aufweist.“ (Jürgen Reischer: Die Sprache – ein Phänomen und seine Erforschung. Berlin, New York 2002:31)
Auch in einer flexionslosen Sprache wäre demnach jeder Text mit unhörbaren Endungen übersät, die jeweils die syntaktische Funktion anzeigen? Vorausgesetzt ist die unausgesprochene Prämisse, daß jede Funktion durch ein Formativ angezeigt werden muß (das Problem mit Null-Morphemen oder „Zéro“). Aber wo nichts ist, zeigt auch nichts an, und von „aufweisen“ kann auch keine Rede sein. Dem Hörer nützen solche unhörbaren Zeichen auch nicht.
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Wolfram Metz zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 24.07.2026 um 11.27 Uhr verfaßt.
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Die Staatlichen Museen zu Berlin informieren über eine Präsentation der Kunstbibliothek:
Das Tiergartenviertel galt seit den 1860er Jahren als eines der schönsten Viertel Berlins. Aus einem Ort der „Sommerfrische“, mit Sommerhäusern und riesigen Gärten, entwickelte sich bald eine begehrte Wohngegend. In den 1910er- und 1920er-Jahren war das Viertel dann der „place to be“ für Künstler*innen und Kunsthändler, Innenarchitekt*innen, Modeschöpfer*innen und Fotograf*innen. Nach dem radikalen Bruch durch die Zeit des Nationalsozialismus, Kriegszerstörungen und Abrissen in der Nachkriegszeit blieb kaum etwas vom einstigen Glanz. Heute ist das Viertel ein Mythos. Von mehr als 529 Häuserensembles sind nur 17 erhalten.
(https://www.smb.museum/ausstellungen/detail/zeitreise-ins-alte-tiergartenviertel/)
Lauter schwärende Wunden in einem ansonsten intakten Textkörper. Was mag die Autoren im tiefsten Innern dazu bewogen haben, so etwas zu veröffentlichen? Wenn sie ernstgenommen werden wollen, müssen sie sich die Frage gefallen lassen, woher sie wissen, daß es damals im Tiergartenviertel keinen einzigen weiblichen oder nichtbinären Kunsthändler gab – oder einen solchen, der so »gelesen« werden wollte. Keine noch so intensive Recherche kann dies belegen. Die Antwort »Das können wir natürlich nicht sicher sagen, aber Kunsthandel wurde damals nun mal ganz überwiegend von Männern betrieben« könnte man nicht gelten lassen, denn es sind ja genau solche vermeintlichen Unsensibilitäten, gegen die die Wortentsteller so verbissen ankämpfen. Vielleicht handelt es sich auch nur um ein Versehen. Dann aber sollte man den Fehler schnellstens korrigieren, um nicht ungewollt dazu beizutragen, das generische Maskulinum wieder salonfähig zu machen.
Welchen Sinn soll es haben, die Leser, die gerade erst angefangen haben, sich auf das Thema des Textes einzulassen, aus dem Lesefluß herauszureißen, damit sie über Geschlechtsfragen nachdenken? Der Titel spricht von einer »Zeitreise ins alte Tiergartenviertel« und macht neugierig auf diese Zeitreise, nicht auf eine Reise durch Identitätslandschaften. Diese Fragen kann man anekdotisch einfließen lassen, wenn ein interessanter Fall dem Leser helfen könnte, sich ein lebendiges Bild von den Verhältnissen oder der Stimmung im Tiergartenviertel vor hundert Jahren zu machen. Aber hier wird ja etwas ganz anderes gemacht. Hier werden mutwillig und roboterhaft viele kleine Wunden in einen an sich lesenswerten Text gerissen, nur um zu signalisieren: Wir machen auch mit!
Nach einem Höhepunkt während und kurz nach der Coronapandemie ist das Sternchengendern jenseits der Zirkel, in denen es fest etabliert ist, nach meiner Beobachtung insgesamt auf dem Rückzug. Institutionen wie die Berliner Museen halten krampfhaft daran fest. Dadurch wirken die Texte fast schon wieder wie aus der Zeit gefallen. Das Ganze ist nicht nur sehr traurig, sondern hat auch etwas Peinliches. Man schämt sich für soviel zur Schau getragene Ignoranz und Borniertheit.
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