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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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Stephan Fleischhauer zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 08.02.2023 um 13.15 Uhr verfaßt.

Warten auf Godot abgesagt: Wegen zu vieler Männerrollen gecancelt

https://faz.net/18657962.html


Theodor Ickler zu »Die Tyrannei des Vermeintlichen«
Dieser Kommentar wurde am 08.02.2023 um 12.55 Uhr verfaßt.

Zu http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1042#22727 und http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=577

René Clairs klassische Verfilmung von Agatha Christie ist bei youtube unter "...and then there were none" zu finden, aber wenn man den Film selbst sieht, heißt er nach wie vor "Ten little Indians", und das Kinderlied wird unverändert gesungen und stückweise rezitiert, je nachdem wer dran ist. Die weitere Vorgeschichte ist kaum noch bekannt


Stephan Fleischhauer zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 08.02.2023 um 09.07 Uhr verfaßt.

Wenn man einen ganzen Text über den Unterschied von männlichen und weiblichen Teilnehmern schreiben würde, wäre es vielleicht eleganter, ohne Adjektive zu hantieren. Man würde einfach die Opposition mitdenken.

Das ist auch ein Problem bei diesen ganzen Assoziationsstudien. Man wird in einen Kontext gebracht, in dem die Opposition eine herrschende Rolle spielt.


Wolfram Metz zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 08.02.2023 um 07.58 Uhr verfaßt.

Die Quelle bin ich, Herr Schardt. Ich habe mich auf eine Reise in die Vorstellungswelt von Leuten begeben, die Genus und Sexus gleichsetzen. Wenn sie recht hätten, müßten solche Sätze auf Anhieb richtig verstanden werden, und zwar ohne daß man Endungen im Schriftbild auszeichnen oder beim Sprechen besonders betonen müßte. Ich kann es zwar nicht nachweisen, behaupte aber frech, daß das in der Realität nicht der Fall ist. Wenn jemand – und ich habe das auch schon gehört – angestrengt von BesucheRRRn spricht, zeigt das nur, daß ihm die Funktion der generischen Form bewußt ist und er es für notwendig hält, sie vorübergehend außer Kraft zu setzen. Wir sollten froh sein, daß wir dieses Instrument haben, statt es zum Abschuß freizugeben.

Der eigentliche Sprachwandel besteht darin, daß uns heute der Gedanke, daß eine Gruppe »Forscher« zum Teil, manchmal sogar zum größten Teil, aus Frauen besteht, nur noch ein Achselzucken entlockt. Statt diesen Wandel als Fortschritt zu feiern, soll er jetzt mit der Brechstange rückgängig gemacht werden. Die geradezu pathologische Fixierung auf das Suffix -er macht dabei vergessen, daß die Sprachökonomie möglichst knappe generische Formen fordert. Hätte sich in grauer Vorzeit, eventuell unter anderen gesellschaftlichen Verhältnissen, im Deutschen ein generisches Feminimum entwickelt, würde man heute vielleicht Männer als »Forscherinnen« bezeichnen, und »Forscher« würde, je nach Kontext, mal für Frauen und mal für Angehörige aller Geschlechter stehen. Vielleicht hätten sich auch andere Movierungen herausgebildet, die generische weibliche Form wäre aber sicher nicht umständlicher ausgefallen als die spezifisch männliche. Solange wir keine bessere Lösung als das generische »Maskulinum« haben, sollten wir uns dort, wo es paßt, seine Vorzüge zunutze machen. Soweit es Gründe gibt, eines der Geschlechter herauszustellen, kann man nach Herzenslust in die gut sortierte Ausdruckskiste des modernen Deutschs greifen.


Christof Schardt zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 08.02.2023 um 00.10 Uhr verfaßt.

Interessant, Herr Metz. Haben Sie eine Quellenangabe dafür?
Dieses Beispiel ist ja ein Beleg dafür, daß die Genderei nicht nur das allgemeine Sprechen über Menschen erschwert, sondern auch beim unterschiedenen Sprechen von Männern und Frauen die Ausdrucksfähigkeit vermindert. Die kräftigste Art, einen Unterschied zweier Gruppen auszudrücken, ist ja das vorgeschaltete Adjektiv und danach die gemeinsame Bezeichnung: "Die auswärtigen Gäste zahlen die Kurtaxe während die einheimischen Gäste davon befreit sind." Die Betonung beim deutlichen Sprechen ist klar auf den unterschiedlichen Attributen und verweist schon beim ersten der beiden auf den Gegensatz.
Wenn es um Mann und Frau geht, funktioniert das unter Nutzung einer generischen Form genauso: "Die männlichen Teilnehmer bevorzugten die sportlichen und handwerklichen Angebote, während bei den weiblichen Teilnehmern eher die kreativen und musischen Kurse Zuspruch fanden."

Es funktioniert aber eben nur, wenn eine generische Form verfügbar ist.

Ohne die generische Form hat man halt die Spaltung zwischen den TeilnehmeRINNEN und den TeilnehmeRRRN.
Führt man beim Vergleich die weibliche Form zuerst an, dann kann man durch die Überbetonung der Endsilben den Sinn und eventuell kommenden Gegensatz klarmachen. Das ist auch mittlerweile gang und gäbe.
Das nachgeschaltete maskuline TeilnehmeRRRR mit krächzender Betonung ergänzt dann den Gegensatz, unter völliger Aufgabe sprachlicher Eleganz.
Noch schlimmer ist es anders herum, nämlich bei Beginn des Vergleichs mit dem maskulinen Teil. Was soll man da betonen? TeilnehmERRRR? Höchst unbefriedigend.

Man könnte sich Hals- und Kopfschmerzen sparen, indem man die Symmetrie des sprachlichen Ausdrucks nutzt, so wie es bisher möglich war.


Wolfram Metz zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 07.02.2023 um 22.03 Uhr verfaßt.

»Die Besucher der Ausstellung im Stadtmuseum sind von den Gemälden begeistert, die Besucherinnen weniger.« Daß man den ersten Teil des Satzes zunächst falsch versteht und erst dann richtig, wenn man den Satz bis zum Ende gelesen hat, zeigt, daß die im Deutschen weithin übliche generische Form nach wie vor ihren Zweck erfüllt.

Das Geschlecht von Personen darf und soll unbeachtet bleiben, wenn es nichts zur Sache tut. Will man es, aus welchen Gründen auch immer, »sichtbar« machen, muß man es auch beim männlichen Geschlecht tun, denn das Wort Besucher eröffnet, wie gezeigt, nicht den Blick auf Männer. Das Deutsche verfügt über genügend Möglichkeiten, das Geschlecht einer Person auszudrücken. Hier könnte man beispielsweise von männlichen und weiblichen Besuchern sprechen. Auch nichtbinäre Menschen kann man problemlos benennen, wenn das Geschlechtliche für die Aussage wichtig ist. Meistens ist das aber nicht der Fall, weshalb man ganz entspannt bei der geschlechtsneutralen, weil kein Geschlecht bezeichnenden Form bleiben kann: die Besucher.

Wer sich allerdings mit einer gewaltigen intellektuellen Kraftanstrengnung den Standpunkt erarbeitet hat, daß das Geschlecht von Menschen niemals irrelevant sein kann, wird dem obigen Gedankengang nicht folgen können.


Theodor Ickler zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 07.02.2023 um 08.16 Uhr verfaßt.

Es ist furchtbar. Man nehme auch zur Kenntnis:

Ein Lockdown tötet 29 Mal mehr Menschen als er rettet.
(...)
...es wird sich zeigen, dass der Dominoeffekt von Lockdowns auf der ganzen Welt mehr Menschen getötet als gerettet hat, und auch mehr Menschen, als an COVID-19 selbst gestorben sind.“
(...)
Als erste tödliche Lockdown-Sünde benennt Prof. Thakur einen explosionsartigen Anstieg von psychischen Erkrankungen und Selbstmordversuchen um bis zu 600%, der „bis zu 10-mal so viele Menschen töten könnte wie das Virus“. (Julian Tumasewitsch Baranyan, The European 16.11.22)


Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 06.02.2023 um 07.17 Uhr verfaßt.

Zum Präventionsparadox: Die Postcoronadiskussion teilt die Menschen in zwei Lager: Für die einen ist Vorsicht die Mutter der Porzellankiste, die anderen haben keine Nachsicht mit der Vorsicht.


Murcon zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 05.02.2023 um 20.11 Uhr verfaßt.

Polizeipräsident a. D. Uwe Kranz über schockierende Übersterblichkeit in Deutschland!

https://www.youtube.com/watch?v=UZfP0IG1-u4

Mit Bitte um Kenntnisnahme!<


Theodor Ickler zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 05.02.2023 um 09.00 Uhr verfaßt.

Nicht nur Stiftungen, sondern auch Parteien, Behörden und Universitäten richten immer mehr Stellen ein, denen man Verstöße gegen die Tugend melden kann, im Sinne des Datenschutzes natürlich auch anonym. Der Kampf gegen die reaktionäre Gesinnung beginnt im kleinen. Beobachten Sie Ihren Nachbarn! Wenn Sie etwas Verdächtiges wahrnehmen, melden Sie es! Wir kümmern uns um den Rest! Zu den Indizien gehört z. B. die scheinbar harmlose Verweigerungshaltung gegenüber der allgemein üblichen amtlichen Rechtschreibung. Bleiben Sie wachsam!


Theodor Ickler zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 05.02.2023 um 08.35 Uhr verfaßt.

Die Cochrane-Metastudie ist ziemlich umfangreich. Wenn man sich das Original trotzdem ansieht, erkennt man, daß daraus keineswegs die Unwirksamkeit der Masken gegen Corona hervorgeht, wie die üblichen Verdächtigen behaupten. Inzwischen haben viele Journalisten und Fachleute das auch dargelegt, was aber an der gewohnten Polemik nichts ändert.
Auch die Trump-Verehrer werden ja bis zum Ende der Tage behaupten, Trump habe bei den Präsidentschaftswahlen einen "Erdrutsch-Sieg" (landslide) errungen. Da kann man nichts machen.


Theodor Ickler zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 05.02.2023 um 08.26 Uhr verfaßt.

Verliert ein Land die "Kontrolle" über einen Hafen, einen Flughafen, wenn ausländische Investoren Anteile oder auch das Ganze erwerben? Was die Flughäfen betrifft, bleibt die "Kontrolle" der Flugsicherheit doch wohl im Lande, so daß auch auf dem insolventen Frankfurt-Hahn niemand abstürzen wird. Das patriotische Lamento relativiert sich auch, wenn man an deutsche Auslandsinvestitionen denkt. Es hängt wieder mal viel am Wort "Kontrolle".


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