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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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Theodor Ickler zu »Nature, Nurture und Skinner«
Dieser Kommentar wurde am 23.04.2018 um 17.28 Uhr verfaßt.

Vor längerer Zeit hat man einen 50.000 Jahre alten Neandertaler aus dem Irak untersucht und gefunden, daß er nach einem Sturz schwer behindert noch jahrelang gelebt hat. Folglich müssen seine Stammesgenossen für ihn gesorgt haben. Man schließt daraus, daß es damals schon Mitgefühl (empathy, compassion) gegeben haben muß.

Das ist voreilig. Es kann sich in Jahrtausenden eine Konvention herausgebildet haben, wie man mit Verletzten oder Behinderten umgeht. Individuelle Gefühle müssen dabei keine Rolle gespielt haben.

Nach William James sind wir traurig, weil wir weinen.
Man könnte sagen: Wir haben Mitgefühl, weil wir helfen.

Noch radikaler gedacht:

Nach Rudolf Bilz ("timor est fuga") besteht Angst darin, daß man flieht (aber nicht kann...). Die sogenannten Gefühle fallen gewissermaßen als überflüssig aus dem Verhalten heraus.



Theodor Ickler zu »Friede sei mit euch!«
Dieser Kommentar wurde am 23.04.2018 um 05.15 Uhr verfaßt.

Selbst so einfallsreiche Politiker wie Söder bestimmen glücklicherweise nicht den Kanon der Unterrichtsfächer. Auch Pädagogen dürfen allenfalls mitreden und sollten, wie die Bildungsreformen im Geiste Klafkis usw. gezeigt haben, nicht zu viel Einfluß bekommen.
Der Fächerkanon ist nirgendwo am Reißbrett entworfen wie in den philosophischen Utopien, unter deren Bedingungen ja in Wirklichkeit niemand leben möchte. Tradition und gesellschaftlicher Konsens begründen ihn wie kaum irgendwo sonst. Diese Trägheit ist nicht durchweg beklagenswert. Es gibt ja auch kein einziges Schulfach, das man nicht ebenso gut für überflüssig wie für absolut notwendig erklären könnte. Also läßt man besser alles, wie es ist, mit homöopathischen Verschiebungen innerhalb der Stundentafel.


Theodor Ickler zu »Geschäftliches«
Dieser Kommentar wurde am 23.04.2018 um 04.56 Uhr verfaßt.

Manfred Spitzer hängt sich an das neueste Modethema „Einsamkeit“. Ich kenne gebildete Menschen, die auf Spitzer schwören wie andere auf Apostel der Naturheilkunde oder gewisser Diäten. Bei "Neuro" setzt der Verstand aus.


Theodor Ickler zu »Niedriger hängen!«
Dieser Kommentar wurde am 23.04.2018 um 04.45 Uhr verfaßt.

Heiner Willenberg verspricht unter dem Titel „Lesen und Lernen“ (Heidelberg, Berlin 1999) eine „Einführung in die Neuropsychologie des Textverstehens“ zu geben. Davon kann natürlich keine Rede sein, denn weder ist genug darüber bekannt, noch wäre der Verfasser in diesem Fach kompetent. Nach viel Aufwand mit angelesenen Weisheiten kommen ein paar banale Ratschläge heraus.

Angeblich haben Neuropsychologen herausgefunden, wie lange es dauert, bis das Gehirn ein Wort im mentalen Lexikon herausgesucht hat (200 ms) und artikuliert (400 ms) usw. Aber woher weiß das Gehirn, welches Wort es suchen soll? Wie lange dauert es, bis diese Suche entsteht, und wie lange dauert das Heraussuchen der Suche aus anderen Verhaltensmöglichkeiten usw.? Welcher Teil des Gehirns sucht in welchem anderen?



Theodor Ickler zu »Friede sei mit euch!«
Dieser Kommentar wurde am 23.04.2018 um 04.27 Uhr verfaßt.

„Im Land des Holocausts ist Antisemitismus kein Import“, sagt Kipping.

usw. in einer Talkshow, wo alles durcheinandergeht.


Theodor Ickler zu »Reformer und Politiker«
Dieser Kommentar wurde am 23.04.2018 um 04.14 Uhr verfaßt.

Mit Eduard Lintner geht es auch voran:
http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=263#36753



R. M. zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 22.04.2018 um 09.47 Uhr verfaßt.

Oder sollte man schreiben: Die »rangelnden« »Jugendlichen« waren bestimmt alles »Deutsche«. Man kommt mit den Distanzmarkern nicht mehr hinterher.


Theodor Ickler zu »Niedriger hängen!«
Dieser Kommentar wurde am 22.04.2018 um 07.31 Uhr verfaßt.

Sprachliches Material ist am leichtesten zu handhaben, weil man es nicht beschreiben muß, sondern bloß auszusprechen braucht, um es in die Diskussion einzuführen, und jederzeit reproduzieren kann. Aber es ist am wenigsten verstanden. Wir wissen im Grunde nicht, was für eine Art von Verhalten es ist. Dazu müßte man es vollständig naturalisieren, eben als Verhalten darstellen, nicht mentalistisch in Handlungsbegriffen. Außerdem ist das Vorführen (Zitieren) von „sprachlichem Material“ nicht dasselbe wie Sprechen /Verwenden); dadurch kommt eine systematische Verzerrung in psycholinguistische Untersuchungen hinein. So ist es zwar bequem, aber sehr problematisch, die Arbeitsweise des Gehirns ausgerechnet an der „Sprachverarbeitung“ untersuchen zu wollen statt an einfacheren Hantierungen. Die Gedächtnisversuche von Ebbinghaus waren allerdings nicht psycholinguistisch, sie haben das Sprachmaterial weitgehend nur als Geräusch genutzt, da macht es nicht viel aus.


Theoor Ickler zu »Niedriger hängen!«
Dieser Kommentar wurde am 22.04.2018 um 04.54 Uhr verfaßt.

Wenn man annimmt, daß es eine angeborene Universalgrammatik gibt, und sie mit den Ergebnissen von Hirnscans in Beziehung setzt, dann kommt heraus, daß es eine angeborene Universalgrammatik gibt. Chomsky hat das Nachwort zu Angela Friedricis neuem Buch geschrieben.


Theodor Ickler zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 22.04.2018 um 04.03 Uhr verfaßt.

Kim befreit sich aus der Isolation

Das kann man auch andersherum sehen. Schon vor Jahren haben Einsichtige verlangt, Kim nicht zu dämonisieren, sondern ihm Sicherheitsgarantien anzubieten - für sein Land und für sein Regime. Anders könne man den Unruheherd nicht entschärfen. Wenn sich nun so etwas anbahnt, könnte man die Regierung Trump loben, auch wenn sie vielleicht aus anderen Gründen zum selben Ergebnis kommt.


Theodor Ickler zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 22.04.2018 um 03.58 Uhr verfaßt.

Das liegt nahe und wird in den Zuschriften angedeutet. Daher ja auch die Folgerungen auf die Lage der Nation.


R. M. zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 21.04.2018 um 21.50 Uhr verfaßt.

Die »rangelnden« Jugendlichen waren bestimmt alles Deutsche.


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