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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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kratzbaum zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 20.10.2017 um 18.55 Uhr verfaßt.

Ein Kannibale hätte es einfacher, sich unter einem frohen (froh machenden) Leichnam etwas vorzustellen.


kratzbaum zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 20.10.2017 um 18.52 Uhr verfaßt.

Es wäre viel gewonnen, wenn an die Stelle von "Werten" wieder Regeln und Gesetze träten - und diese strikt befolgt würden. Werte sind keine politische Kategorie, und Handlungsanweisungen lassen sich aus ihnen schon gar nicht ableiten.


Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 20.10.2017 um 17.10 Uhr verfaßt.

Hier ist noch ein altes Beispiel:

So man einem Menschen zu Hause trägt das heilige Sacrament, den frohen Leichnam unsers lieben Herrn Christi, davon gebürt einem Pfarrer, oder dem, der das thut, ein Pfennig. (1844)

Was die Menschen sich heute darunter vorstellen, müßte man sie natürlich selber fragen. Vielleicht den wiederauferstandenen Christus oder den frohmachenden (worauf die Beispiele hindeuten). Sie sind ja daran gewöhnt, daß die Kirchensprache anders ist; aus dem Gesangbuch tragen sie auch manches vor, was sie im Grunde nicht verstehen. Diese Halb- oder Unverständlichkeit stört nicht, im Gegenteil, sie wirkt geheimnisvoll und schön.


kratzbaum zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 20.10.2017 um 15.44 Uhr verfaßt.

Auch bei einer Fehldeutung bliebe immer noch die Frage, was man sich denn nun unter einem "Frohen Leichnam" vorzustellen habe.


Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 20.10.2017 um 15.27 Uhr verfaßt.

Dazu müßte man die beiden Wörter aber überhaupt erst einmal in eine Verbindung bringen, und wie könnte man das, wenn man gar nicht weiß, was der erste Bestandteil bedeutet? Bringt man frönen auch noch dazu? Das scheint alles Zufall zu sein.


Theodor Ickler zu »Neues aus dem Rat«
Dieser Kommentar wurde am 20.10.2017 um 15.20 Uhr verfaßt.

Danke für den Hinweis! Ja, Herr von Heyl hat unsere Sachen immer beachtet und sich ja hier auch schon mal beteiligt. Er kennt sich sehr gut aus.


Pt zu »Neues aus dem Rat«
Dieser Kommentar wurde am 20.10.2017 um 14.15 Uhr verfaßt.

Habe gerade folgende Seite gefunden, in der auch auf Ihre Arbeiten, Herr Ickler, Bezug genommen wird:

Vermischtes

Neues vom Rechtschreibrat – Caprice und Clementine

https://www.korrekturen.de/vermischtes/neues_vom_rechtschreibrat_caprice_und_clementine.shtml




Manfred Riemer zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 20.10.2017 um 13.50 Uhr verfaßt.

Wer das Wort Fronleichnam nicht deuten kann, und das sind wohl die meisten, auch ich wüßte es nicht, wenn ich nicht irgendwann mal nachgeschlagen hätte, dem ist aber doch zumindest das Wort Frondienst schon mal begegnet, vielleicht in der Schule oder in einem historischen Buch oder Film. Daher müßte eigentlich jedem klar sein, daß es was auch immer, aber nicht froh bedeuten kann.


kratzbaum zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 20.10.2017 um 12.30 Uhr verfaßt.

zu Sieg oder Niederlage:
Ein berühmter Mann (der Name ist mir entfallen) sollte getröstet werden mit der Bemerkung, vielleicht sei ja sein Unglück in Wirklichkeit ein verstecktes Glück. "Wenn das ein verstecktes Glück ist, dann ist es verdammt gut versteckt!"


kratzbaum zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 20.10.2017 um 12.17 Uhr verfaßt.

Frage an Erich Kästner: "Herr Kästner, wo bleibt das Positive?" - "Weiß der Teufel, wo das bleibt!"


Theodor Ickler zu »Nature, Nurture und Skinner«
Dieser Kommentar wurde am 20.10.2017 um 09.58 Uhr verfaßt.

Computer bringt sich selbst Go bei:

Trotz des Durchbruchs, den die Deep-Mind-Fachleute nun erreicht haben, ist das schlaue Programm AlphaGo Zero vor allem eine geschicktere Kombination existierender KI-Methoden. Sie verbergen sich hinter Begriffen wie „künstlichen neuronalen Netzen“ und „Reinforcement Learning“.
(FAZ 20.10.17)

Also operantes Konditionieren, genau nach behavioristischem Lehrbuch. Damit dies funktioniert, muß in das Programm etwas eingebaut werden, was dem "Überleben" bei Organismen entspricht. Dem Saugroboter ist es sozusagen egal, ob ihm der Strom ausgeht, er hat keinen Hunger oder Durst. Man baut eine Simulation ein, damit er rechtzeitig zur Steckdose fährt. "Belohnung" setzt die "Kontingenzen des Überlebens" voraus, phylogenetisch wie lerngeschichtlich.
Erst wenn die Computer sich selbst reproduzieren, also ihre eigenen Nachkommen "zeugen" und dazu gleich noch Zufallsvariationn, ist das Modell dem Original vollkommen isomorph (bei völlig verschiedenem Material, versteht sich).


Theodor Ickler zu »Ein Jüngling liebt ein Mädchen«
Dieser Kommentar wurde am 20.10.2017 um 09.23 Uhr verfaßt.

In Tugendhat/Wolf ("Logische Propädeutik", S. 99) wird die Relation zwischen zwei Personen formalisiert, die man "A beneidet B" nennt. Ein Fall von naiver Sprachverführtheit.

In Wirklichkeit ist "Beneiden" die umgangssprachliche Zusammenfassung komplizierter Geschichten, in die die Personen eingebettet sind. Eine definierbare Relation besteht nicht zwischen ihnen, jedenfalls nicht vergleichbar mit "Die Katze ist auf der Matte".
Es kann z. B. darum gehen, daß A sich immer ärgert (aber das muß auch noch operationalisiert werden), wenn er erfährt, daß es B gut geht. A erzählt böse Geschichten über B usw.
A beneidet B ist ein Satz mit einem transitiven Verb, das wie ein Handlungsverb aussieht. Dabei macht A gar nichts mit B, sondern wird in seinem Verhalten allenfalls durch B gesteuert. Neid hieß ursprünglich "Haß", und für hassen gilt dasselbe wie oben für lieben dargelegt.


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