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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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Manfred Riemer zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 17.10.2026 um 19.40 Uhr verfaßt.

zur Schaltsekunde:
Aufgeschoben ist nicht abgeschafft.


Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 17.10.2026 um 17.42 Uhr verfaßt.

Aktuell wie nie: Umberto Ecos Satire „Hinrichtung live, zum Abendessen“ (1993)


Wolfram Metz zu »Delirium«
Dieser Kommentar wurde am 17.10.2026 um 09.34 Uhr verfaßt.

Aus einem Interview des SPIEGEL mit der Familienforscherin Sabine Walper (https://www.spiegel.de/familie/bindungsorientierte-erziehung-diese-intensive-elternschaft-schadet-den-erwachsenen-a-de37c4a9-f4b2-4ee0-89fb-832f768bdd2b):

Walper: Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat sich gerade stark gemacht für die sogenannte Selbstregulationskompetenz. Sperriger Begriff, ich weiß. Wenn jemandem ein besserer einfällt, vergeben wir einen Preis.
SPIEGEL: Was soll das sein?
Walper: Bei einem Baby würde es bedeuten, dass es sich beruhigen lässt und gelegentlich selbst beruhigt, bei einem Kita-Kind, dass es auf eine Belohnung eine Weile warten kann. Je älter sie werden, desto fordernder darf die Regulationsaufgabe sein. Schulkinder müssen Mathe lernen, obwohl es mühsam ist, oder die Spülmaschine ausräumen, weil sie es der Mama vorher versprochen haben. [...]

Wie wäre es mit »Disziplin« oder »Selbstbeherrschung«?

Eigentlich kann ich ihren Äußerungen gut folgen, aber sobald sie in den Fachjargon wechselt, frage ich mich, ob das überhaupt sein muß. So spricht sie auch von »konflikthaften Beziehungskonstellationen«. Gibt es einen Unterschied zwischen Beziehungskonstellationen und Beziehungen? Unter gespannten Beziehungen kann ich mir sofort etwas vorstellen, bei konfliktbehafteten Beziehungskonstellationen muß ich erst kurz nachdenken, was mit den Konstellationen gemeint sein könnte. Vielleicht soll damit hier ausgedrückt werden, daß es sich um verschiedene Beziehungen innerhalb der Familie handelt, also nicht nur die zwischen den Eltern, sondern auch die zwischen den Kindern und den Eltern, zwischen den Geschwistern, zwischen Tochter und Mutter, Sohn und Vater usw. Aber steckt das alles nicht schon in »Beziehungen«? Daß zwischenmenschliche Beziehungen kompliziert sind und es da alle möglichen Konstellationen gibt, wissen die Leser doch.

Viele von uns, auch ich, formulieren manchmal unnötig kompliziert. Es gehört schon eine gute Portion Selbstregulationskompetenz dazu, das abzustellen.


Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 17.10.2026 um 07.01 Uhr verfaßt.

„Aus der Schaltsekunde...“ Nanu, was wird denn „aus der Schaltsekunde“? Ach so, es geht um das Aus der Schaltsekunde. – Ausgewohnt wie wir sind, nehmen wir auch das Aus vom Verbrenner-Aus nicht so tragisch. Man braucht den Verbrenner nicht zu verbieten, es ist sowieso aus mit ihm. Das regeln der Markt und China. Nur unsere rechten Maschinenstürmer reden der deutschen Autoindustrie ein, dem Verbrenner gehöre die Zukunft (ebenso den Kernkraftwerken...), und treiben sie damit in den Ruin.


Theodor Ickler zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 16.10.2026 um 18.07 Uhr verfaßt.

Alle Rentenfinanzierungskunststücke (Frühstart, Kapitaldeckung) ändern nichts daran, daß auch in Zukunft der gesamte Sozialaufwand von der jeweils erwerbstätigen Bevölkerung finanziert werden muß (Mackenroth-Theorem). Man kann noch so viel angespart haben: im Alter müssen genügend Menschen da sein, um das Vermögen wieder zu entsparen, d. h. einen (schnell wachsenden) Teil des Ertrags ihrer Arbeit für andere herzugeben. Das ist bei unseren Geburtenraten nicht zu erwarten. Ich kann nicht erkennen, daß darüber gesprochen wird. Ein Problem, für das man keine Lösung hat, wird totgeschwiegen.

Vgl. https://www.bpb.de/themen/soziale-lage/rentenpolitik/292108/kapitalmarktfundierung-und-demografie/ und viele andere Texte, die zur Aufklärung der Renten-Illusion beitragen.

Übrigens kann in 60 Jahren viel Wasser die Spree hinunterfließen. Oder man könnte zwei Kinder, vier Enkel und acht Urenkel aufziehen, während das Geld immer weniger wird.


Theodor Ickler zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 16.10.2026 um 08.57 Uhr verfaßt.

Daß der deutsche Staat uns habgierig abkassiert und nichts dafür bietet, halte ich für stark übertrieben. Außer der Bahn funktioniert eigentlich alles ziemlich gut. Noch nie ist der Strom ausgefallen, das Wasser aus der Leitung kann man trinken. Wer mal im Ausland war, weiß das zu schätzen. Aber es geht ja darum, Deutschland in Grund und Boden zu reden. Der Liter Cola soll zwei statt einen Euro kosten! Auch Gewinne aus Gold-Anlagen sollen besteuert werden! Da hört sich doch alles auf! Der Staatsterror geht aber noch weiter:
„Die Bahn verbietet uns das Bier.“ (Tichy 15.10.26)
Und jetzt sollen auch noch die Zigaretten teurer werden!


Theodor Ickler zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 16.10.2026 um 08.51 Uhr verfaßt.

„Der Staat kassiert Bürger genüsslich ab“ (t-online.de über die Tabaksteuer)
Wieso „genüsslich“? Ist Klingbeil ein Sadist? Ein Wortspiel mit dem Tabakgenuß ist wohl nicht beabsichtigt. Dort hat man auch erkannt, daß die Tabaksteuer vor allem Geringverdiener trifft. Man könnte auch sagen: Statistisch ist das Zigarettenrauchen eine Unterschichtgewohnheit geworden. Es werden noch weitere Scheinargumente aufgefahren (Schwarzmarkt usw.).
In Deutschland sind Zigaretten übrigens billiger als in Frankreich, England oder Irland (wo sie doppelt so viel kosten, ebenso Norwegen) und erst recht in Australien und Neuseeland. Angeprangert wird aber Deutschland, weil das gut ankommt.


Theodor Ickler zu »Delirium«
Dieser Kommentar wurde am 16.10.2026 um 04.11 Uhr verfaßt.

Auch die wohlwollendsten Interpreten Diltheys können uns nicht erklären, warum man dessen Schriften noch lesen sollte. Dilthey will den Wissenschaften von Gesellschaft und Geschichte eine philosophischen Grundlage verschaffen. Das entspricht dem Fimmel des 19. Jahrhunderts, die Wissenschaften entbehrten der „Grundlagen“ und die Philosophen seien berufen, sie ihnen zu liefern. Die Wissenschaftler selbst seien zu naiv, sich ihres Mangels bewußt zu werden. Das ging noch tief ins 20. Jahrhundert hinein (Husserls lächerliche „Krisis“ habe ich schon erwähnt).
Skinners Sprachtheorie ist durch und durch geschichtlich, schon weil der Zeichenbegriff geschichtlich ist (wie ich in meinem Buch „Wirkliche Zeichen“ ausführe). „Bedeutung“ als Surrogat für „Geschichte“ – eine Kernaussage! Im Gegensatz zur Erlebnispsychologie Diltheys usw., die keinen Zugang zur eigenen geschichtlichen Bedingtheit hat. Die „Tatsachen des Bewußtseins“ sind unaufhebbar reine Gegenwart. Der Strukturalismus war sogar noch stolz auf seine „Synchronie“.
Es ist also gerade umgekehrt, als die hermeneutischen und phänomenologischen Wissenschaftstheoretiker meinen.
Damals glaubte aber fast jeder, die psychische Welt sei uns unmittelbar gegeben, die physische dagegen nur erschlossen und rechtfertigungsbedürftig. Fast jeder Philosoph, der auf sich hielt, schrieb einen Aufsatz über die „Realität der Außenwelt“. Sogar Helmholtz philosophierte in diesem Sinn („Die Tatsachen in der Wahrnehmung“).
Diltheys Schriften werden nicht mehr gelesen und sind uns schlicht unverständlich geworden. Wer es nicht glaubt: http://www.zeno.org/Philosophie/M/Dilthey,+Wilhelm/Einleitung+in+die+Geisteswissenschaften


Theodor Ickler zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 16.10.2026 um 04.07 Uhr verfaßt.

„Kernenergie – die wichtigste Säule des Strombedarfs 2050“

Träumt weiter!

(Müßte es nicht heißen "der Stromversorgung"? Den Bedarf erzeugen schließlich die Verbraucher, nicht die Erzeuger des Stroms.)


Thweodor Ickler zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 16.10.2026 um 03.45 Uhr verfaßt.

Wegen der Offshore-Windräder regnet es an Land zu wenig. (Erkenntnis der Maschinenstürmer)

Wenn es überhaupt einen solchen Effekt geben sollte, kann er nicht sehr beträchtlich sein, denn die Windräder sind im großen, weiten Meer nur ein Vogelschiß. Auch müßte es dann im schmalen Streifen zwischen den Anlagen und der Küste gewaltig regnen, damit das Wasser auf dem großen, weiten Festland in nennenswerter Menge fehlt. Ich ware gerade vier Wochen in Sichtweite der ostfriesischen Windparks und habe nichts dergleichen beobachtet.


Theodor Ickler zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 15.10.2026 um 17.12 Uhr verfaßt.

Trump hat keine Bedenken, sich zum Hanswurst der Nation zu machen. Zunächst glaubt man seinen Augen und Ohren nicht zu trauen: Hat er sich wirklich mit einem KI-generierten Video als Tigerbändiger darstellen lassen – oder hat Jimmy Kimmel das seinerseits erfunden? Aber nein, er hat es wirklich getan, wohl im Vertrauen darauf, daß er immer noch mit jeder Peinlichkeit durchkommt (get away with it) und dadurch gewinnt. Aber wenn nicht alles täuscht, liegt der Kippunkt hinter ihm, und jetzt wird er von immer mehr Menschen noch als der Hanswurst wahrgenommen, der er ist und immer war. Was ihn aber nicht weniger gefährlich macht.


Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 15.10.2026 um 11.27 Uhr verfaßt.

Ob die Zuckersteuer viel bringt und nicht nur ein weiteres bürokratisches Monstrum wird (mit vielen neuen Beamtenstellen für ihre differenzierte Erhebung), wird sich zeigen. Die Rechtsradikalen fahren schon mal alles auf, um den Untergang Deutschlands zu feiern. Sie könnten auch einen alten Werbespruch wiederbeleben, an den ich mich noch erinnere und über den man liest:
Nach dem Zweiten Weltkrieg bemühte sich die bundesrepublikanische Zuckerindustrie, den stagnierenden Verbrauch mit der Parole anzukurbeln: „Zucker sparen – grundverkehrt; Zucker zaubert, Zucker nährt!“ Heute steht der bei manchen verpönte Dickmacher permanent auf den Kaffeehaustischen herum und demonstriert damit, dass er so gut wie nichts kostet. (https://www.static.tu.berlin/fileadmin/www/10002004/Nachlass_Koenig/Dateien/Konsum_127.pdf)


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