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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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Theodor Ickler zu »Verständlichkeit«
Dieser Kommentar wurde am 08.04.2020 um 06.16 Uhr verfaßt.

Der Deutsche Ethikrat betreibt auch eine Seite in Leichter Sprache:
https://www.ethikrat.org/leichte-sprache/
Sie entspricht der Orthodoxie der Leichtsprachler: kein Genitiv, alle Zusammensetzungen mit Bindestrich usw. Wer die Adressaten dieses Gestammels sein könnten, ist schwer vorstellbar.

Der Ethikrat sieht angesichts von Corona seine große Stunde gekommen. Man wird endlich mal wahrgenommen. Das Dilemma bleibt aber: Ethik ist nichts für Fachleute, und ein Feigenblatt kann sich nicht gegen die Blöße profilieren, die es verdeckt.


Theodor Ickler zu »Synonymie«
Dieser Kommentar wurde am 08.04.2020 um 05.03 Uhr verfaßt.

Vielen Staaten droht ein gewaltiger wirtschaftlicher Absturz – mit kalkulierbaren ökonomischen Folgen für sie und nicht berechenbaren politischen Folgen für den schwindenden europäischen Zusammenhalt. (FAZ 7.4.20)

(kalkulierbar – berechenbar, wirtschaftlich – ökonomisch)

Die synonymische Variation erschwert das Verständnis. Der Wortreichtum imponiert, verdeckt aber die Schlichtheit des Inhalts.



Theodor Ickler zu »Deutsche Wortbildung«
Dieser Kommentar wurde am 08.04.2020 um 04.59 Uhr verfaßt.

Gestern hörte ich den Virologen Drosten sagen: Die Antikörper reagieren kreuz. Eine Rückbildung, für die es, wie ich nun sehe, viele Belege gibt.


Theodor Ickler zu »Pädagogik vom Tage«
Dieser Kommentar wurde am 08.04.2020 um 04.54 Uhr verfaßt.

„Trennungen, die den Leseablauf stören oder den Wortsinn entstellen, sollte man vermeiden. Sie sind jedoch nicht falsch.“ (K 168 im Duden, 23. Aufl. 2004)

Das ist vielleicht die kürzeste Fassung des Reformunsinns. Es gibt demnach das sinnvolle Schreiben und unabhängig davon das korrekte. Letzteres dient ausschließlich der Notengebung, und diese wiederum ist das Ziel des Schulunterrichts. Die Schule lehrt nicht sinnvolles Verhalten, sondern juristisch unanfechtbares. Die ganze Bevölkerung soll sich – so meinten z. B. Volker Beck und dann die Herausgeber der Zeitungen – diesem pervertierten pädagogischen Maßstab unterwerfen.


Wolfram Metz zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 07.04.2020 um 23.48 Uhr verfaßt.

Kaum jemand scheint zu bemerken, daß diejenigen, die Frauen in der Sprache »sichtbar« machen möchten (»Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter«), und jene, die von Geschlechtern nichts wissen wollen (»Mitarbeitende«) in völlig unterschiedliche Richtungen marschieren. Es geht keineswegs um stilistische Nuancen, sondern um zwei unvereinbare Positionen. Die arglosen Papageien wissen von alldem nichts.


Wolfram Metz zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 07.04.2020 um 23.24 Uhr verfaßt.

AKK heute morgen im DLF (und der Mann – pardon: die Person – im Studio natürlich auch): »Reservistinnen und Reservisten«. Das muß nicht sein! Man kann genausogut von »Reservierten« sprechen. Damit vermeidet man nicht nur die etwas unschöne Doppelform und schon gar das reaktionäre »Reservisten«, man umgeht damit auch die Beantwortung der unbehaglichen Frage, warum man überhaupt eine Sprachgemeinschaft von Abermillionen Erwachsener »geschlechtergerecht« umerziehen will, wenn es doch gar keine Geschlechter gibt.


Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 07.04.2020 um 08.19 Uhr verfaßt.

t-online.de:

Ich wünsche Ihnen einen liebreizenden [!] Tag.
Herzliche Grüße,
Ihr
Florian Harms
Chefredakteur t-online.de


Harms titelt über den Virologen Streeck: Dieser Mann könnte zum Helden werden. Jeder kann zum Helden werden, aber solange er es nicht ist, sollte man ihn nicht damit belasten.


Theodor Ickler zu »Friede sei mit euch!«
Dieser Kommentar wurde am 07.04.2020 um 05.36 Uhr verfaßt.

Wie kann man die Corona-Krise mit der Fremdenfeindlichkeit in eine nützliche Verbindung bringen? Der Generalnenner „Grenzen schließen“ ist zu unspezifisch. Die "National-Konservativen" raunen vom kommenden Ramadan, für den die Merkel selbstverständlich alle Kontaktbeschränkungen außer Kraft setzen wird.


Theodor Ickler zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 07.04.2020 um 05.11 Uhr verfaßt.

Professor Drosten leistet in seinem Podcast viel für unsere Aufklärung über Viren. Bei der Ansteckung über Tröpfchen und Aerosole spricht er von "Mykrometern" (wohl wegen μm) und "Ärosolen" (vielleicht unter englischem Einfluß, aber auch sonst im Deutschen übliche Vereinfachung).


Theodor Ickler zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 07.04.2020 um 04.59 Uhr verfaßt.

Wie wir gesehen haben, stehen die Universitäten kurz davor, die Verweigerung des Genderns zur Dienstpflichtverletzung zu machen. Pater Eisnberg andererseits lehnt zwar das Gendern an, aber mit dem Argument, es verstoße gegen die amtliche Rechtschreibung, deren Mißachtung wiederum eine Dienstpflichtverletzung sei usw.

Diese Exzesse können nur zu einem bösen Ende führen.


Theodor Ickler zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 07.04.2020 um 04.47 Uhr verfaßt.

In der "Rechtfertigungspflicht" sollen also nun alle stehen, die freie Texte verfassen wie z. B. die Zeitungen usw. Das könnte euch so passen! Den triumphierenden Ton können sie sich nur leisten, weil Tausende von "Gleichstellungsbeauftragten", die meisten aus Steuermitteln bezahlt, die Szene beherrschen und sich um ihren Stand keine Sorgen machen müssen. Vom hohen moralischen Roß treiben sie einen Keil in die Sprache und die Gesellschaft. Wer sich verweigert, ist böse. Es ist eine gemeingefährliche Gesinnungsdiktatur, wie ja auch der Tonfall zeigt. Da vergeht mir das Lachen, ehrlich gesagt.

Ich vermute, daß man dieser (und damit der ganzen?) Sprachwissenschaft eines Tages bescheinigt: Kann wegfallen.


Manfred Riemer zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 07.04.2020 um 00.48 Uhr verfaßt.

Schon der Klappentext ist amüsant, da werden gleich zweimal die "Autorinnen" des Buches erwähnt, und kurz danach erfährt man auf eben dieser Webseite, daß der "Autor" Gabriele Diewald ist.

Der Stil des Klappentextes spricht auch sonst Bände:
"... und es führen die Autorinnen an zahlreichen Texten aus unterschiedlichen Bereichen vor, wie ..."
Schwülstiger geht"s wohl nicht, was soll diese Einleitung mit dem unpersönlichen "es" a la "Es zogen auf sonnigen Wegen ..."?

Also wer seinen Spaß haben möchte, kommt mit diesem Buch sicherlich auf seine Kosten.


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