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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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Theodor Ickler zu »Ohne große Mühe«
Dieser Kommentar wurde am 25.09.2021 um 04.59 Uhr verfaßt.

In der Geschichte der Rhetorik (z. B. Strohs „Macht der Rede“) wird immer wieder mal erwähnt, daß Aussagen von Sklaven nur dann etwas galten, wenn sie unter der Folter bestätigt wurden. Dieser Brauch blieb trotz seiner offenkundigen Absurdität jahrhundertelang in Kraft, vielleicht auch wegen der prickelnden „Psychopathia sexualis“. Zu den Einzelheiten vgl.

https://www.projekt-gutenberg.org/helbing/tortur1/chap004.html

(wo Krafft-Ebing ausdrücklich erwähnt ist)

Die Allgegenwart dieser Praktiken muß die Menschen geprägt haben; heute wird davon wenig gesprochen. Es paßt nicht zum Bild edler Einfalt und stiller Größe. Nicht erst die schauderhaften „Entartungen“ der Kaiserzeit trüben es ein. (Das ist alles längst bekannt, und doch geht es, wenn überhaupt erwähnt, in Gemeinplätzen über die dunkle Seite der menschlichen Natur unter, wie überhaupt die Sklaverei. Die Marxisten wiederum sehen nur die ökonomische Seite.)



Theodor Ickler zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 25.09.2021 um 04.27 Uhr verfaßt.

Auch Weidel propagierte in der Schlußrunde den Thorium-Reaktor. Man wundert sich über die plötzliche Expertise der Rechtsradikalen in diesen Fragen.
Finstere Mächte verhindern die Lösung aller Energieprobleme, die den Chinesen und der AfD längst bekannt ist. So wird es dargestellt, aber die Chinesen sind viel klüger als die AfD.


Theodor Ickler zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 25.09.2021 um 04.24 Uhr verfaßt.

..."Schlussrunde" in ARD und ZDF – die dieses Mal unter Anwesenheit von Vertreterinnen aller Bundestagsparteien stattfand ... (ZEIT 24.9.21)

Abwechselnd das Maskulinum und das Femininum generisch zu benutzen ist besonders irreführend. Die ZEIT-Leser scheinen es zu schlucken.




Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 25.09.2021 um 04.16 Uhr verfaßt.

„Gemeinsam für ein modernes Deutschland“ - das Plakat gefällt mir. Ich bin nicht dafür, daß jeder für sich ein zurückgebliebenes Deutschland bewahrt. Ich werde die Partei wählen, die gemeinsam ein modernes Deutschland will. Aber welche war es noch mal? Auf dem Weg zum Wahllokal radele ich morgen wieder vorbei, dann werde ich versuchen, es mir zu merken.



Manfred Riemer zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 25.09.2021 um 00.37 Uhr verfaßt.

"Es geht den Parteien jetzt um jede Stimme, jede und jeden noch Unentschlossenen."

(Nachrichtensprecher, ZDF, 23.9.2021, 19.00 Uhr)


Manfred Riemer zu »Verrückte Welt«
Dieser Kommentar wurde am 24.09.2021 um 21.49 Uhr verfaßt.

Der MM berichtet heute (S. 32) über die BBC-Dokumentation "Prince Philip: The Royal Family Remembers":

BBC gewährt in einer Dokumentation zum 100. Geburtstag des verstorbenen Prinzgemahls private Einblicke in das Palastleben

Sind die Royals schon so abhängig von der BBC?


Theodor Ickler zu »Behände Füße«
Dieser Kommentar wurde am 24.09.2021 um 18.22 Uhr verfaßt.

Aus einem humoristischen neulateinischen Gedicht:

Quos inter non mente minus quam corpore velox
Cercopithecus adest...
(Peter Esseiva)

Stroh übersetzt:

Seht, mit dem Geiste nicht minder geschwind als behänd mit dem Leibe
hat sich der Affe genaht...


Man denkt an eine Fummelei, aber das steht nicht da.


Theodor Ickler zu »Die Tyrannei des Vermeintlichen«
Dieser Kommentar wurde am 23.09.2021 um 03.42 Uhr verfaßt.

Es wird auch hier darauf hinauslaufen, gewisse Wörter zu vermeiden, die Sache aber nicht, weil das gar nicht möglich ist. Der gutgemeinte Vorschlag, jedes Individuum genetisch zu untersuchen und nicht die verpönten Gruppen, wird eine sehr aufwendige Forschung anregen, an deren Ende die Statistik für jeden, der sich nicht blind stellt, genau die rassischen Unterschiede zutage fördern wird, die man leugnen wollte. Jeder weiß, daß es so ist, aber allzu viele tun krampfhaft so, als wüßten sie es nicht. Beim Gendern ist es genau so. ("So macht Gewissen Feige aus uns allen.") Zu befürchten ist, daß die allgemeine Heuchelei unserer hochmoralischen Zeit Gegenkräfte weckt, die irgendwann explodieren könnten und dann mehr wegfegen, als uns lieb ist.


Manfred Riemer zu »Die Tyrannei des Vermeintlichen«
Dieser Kommentar wurde am 22.09.2021 um 11.12 Uhr verfaßt.

Die Süddeutsche Zeitung nannte ihren gestrigen Artikel (S. 14) dazu bezeichnenderweise "Auf ganz dünnem Eis". Außer, wenn es konkret um das Tabuwort geht, werden Rassen darin immer wieder als (ethnische) Gruppen umschrieben.
Früher sagte man dazu, Namen sind Schall und Rauch.


Christof Schardt zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 22.09.2021 um 07.51 Uhr verfaßt.

Söders Formulierung "die Gesellschaft nicht überfordern" ist so oder ähnlich immer wieder aus dieser Ecke zu hören, auch jüngst von Laschet.
Man schiebt damit den schwarzen Peter auf die Tumben, die es nicht hinbekommen, und adelt implizit die Gutwilligen und ihre hehren Absichten.
Das ist feige, es geht am Kern vorbei und schwächt die eigene Position.
Die Genderei an sich ist sprachzerstörend, spalterisch, autoritär, sexistisch, und allein aus diesen Gründen abzulehnen.
Aber kaum einer der Gegner wagt es deutlich zu sagen, keiner geht wirklich auf Kontra.
Wäre nicht jetzt die Stunde der Konservativen? Ist es nicht das ureigenste Feld des Konservativen, kulturelle Errungenschaften zu erkennen, zu bewahren und zu verteidigen?


Theodor Ickler zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 22.09.2021 um 07.36 Uhr verfaßt.

Im letzten Eintrag habe ich Erich Kästner zitiert. Dessen "Entwicklung der Menschheit", im Ton an Wilhelm Buschs "Näh- und Mäh- und Waschmaschinen" erinnernd, ist nicht gerade tiefsinnig, überrascht aber doch durch manche Einzelheiten, die im Jahre 1932 noch nicht so aktuell waren. Z. B. Atome zu spalten gelang Otto Hahn erst 1938. Dazu Fernsehen und Weltraumfahrt.


Theodor Ickler zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 22.09.2021 um 07.13 Uhr verfaßt.

Wie gelegentlich schon bemerkt worden ist, hat sich der Hund des Alkibiades seither in eine tote Katze verwandelt: https://en.wikipedia.org/wiki/Dead_cat_strategy

Wissenschaft und Technik haben die Welt so verändert, daß ein alter Grieche sie nicht wiedererkennen würde, aber in der Rhetorik würde er sich sofort zu Hause fühlen. Wir fliegen zum Mond und sind noch immer die alten Affen.

Auch im Wahlkampf notiert: Wenn jemand ruft "Was ist bloß aus Deutschland geworden!", dann beklagen alle, was aus Deutschland geworden ist.


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