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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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Ivan Panchenko zu »Die vergessene Revision«
Dieser Kommentar wurde am 19.10.2019 um 13.11 Uhr verfaßt.

Die Schreibweise Danke schön sagen folgt eigentlich gar nicht dem Muster von „Ja sagen § 57(5)“, denn danke schön wird substantiviert zusammengeschrieben (ein herzliches Dankeschön). Stattdessen kann hier ein Zitat gesehen werden, welches nicht mit Anführungszeichen als solches gekennzeichnet ist: Im Fall von danke schön sagen wird der Ausdruck danke schön an sich zitiert, im Fall von Danke schön sagen dagegen „Danke schön“ als Ganzsatz / selbständige Äußerung*.

Ohne Kennzeichnung als Zitat ist beides mehrdeutig, schön könnte sich auf sagen beziehen (wobei „Ich sage schön danke“ nicht gebräuchlich ist, schön bietet sich eher im Imperativ an: „Sag schön danke!“). Oder betrachten wir bitte schön sagen – die andere Lesart führt zu etwas komplett anderem, bei bitte schön wird schließlich gar nicht gebeten, geschweige denn schön gebeten. Dankeschön sagen (ohne so etwas wie ein davor) wird vom Duden wiederum nicht angeboten (wobei § 57(5) Substantivierungen von Wortgruppen auch nicht abdeckt).

* Das ist so ähnlich wie mit Schulnoten in Österreich – aus der Leistungsbeurteilungsverordnung (man beachte die Großschreibung): „Mit ‚Nicht genügend‘ sind Leistungen zu beurteilen, mit denen der Schüler nicht einmal alle Erfordernisse für die Beurteilung mit ‚Genügend‘ (Abs. 5) erfüllt.“ Peter Gröbner: „Ich meine mich aus meiner Wiener Unterrichtszeit zu erinnern, dass das gut groß geschrieben werden solle, damit man nicht nachträglich ein sehr davor setzen könne. Ob diese Begründung stimmt, …“

Der Eintrag zu auf / Auf Wiedersehen sagen in der korrekturen.de-Wortliste ist etwas sonderbar, da steht nämlich „Auf Wiedersehen / auf Wiedersehen (Abschiedsgruß)“ (auf Wiedersehen ist orange, also als empfohlen markiert) und „erweitert nur Kleinschreibung: auf baldiges Wiedersehen; auf Wiedersehen nächste Woche“. Ob erweitert oder nicht, der Abschiedsgruß wird natürlich mit auf in Kleinschreibung geschrieben, wenn er nicht am Anfang eines Ganzsatzes oder dergleichen auftritt. Etwas anderes berührt die Frage, wie zitiert werden kann, und diesbezüglich könnte natürlich argumentiert werden, erweiterte Versionen des Grußes ohne entsprechende Kennzeichnung (etwa durch Anführungszeichen oder Kursivsatz) gar nicht erst zu zitieren (dann aber auch nicht mit auf in Kleinschreibung).


Theodor Ickler zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 19.10.2019 um 12.59 Uhr verfaßt.

Das kostenlose Forschungsmagazin unserer Universität ist aufs lächerlichste durchgegendert: Expertinnen und Experten sprechen auch von optischer Biopsie. usw. (Sonst könnte jemand auf den Gedanken kommen, daß nur Experten, nicht aber Expertinnen von optischer Biopsie sprechen.)
Die Wissenschaftler (und Wissenschaftlerinnen) der Universität haben bei dieser ihrer Außendarstellung nicht mitzureden, das macht die Pressestelle, vermutlich im Bündnis mit dem Berö für Gender und Diversity.

Eine Genderforscherin der Uni behauptet im selben Heft:

„Es gibt viele Menschen, die geschlechtergerechte Sprache ablehnen, darunter auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Aber das sind in der Regel nicht diejenigen, die sich tatsächlich fachlich mit Sprache und Kognition befassen.“

Ziemlich unverschämt.

Hier kann man das ganze Heft sehen:

https://www.fau.de/files/2019/10/friedrich119_Im-Verborgenen.pdf




Manfred Riemer zu »Noch Mal«
Dieser Kommentar wurde am 19.10.2019 um 12.20 Uhr verfaßt.

Zu #42260:
„Im Gegensatz zu eins bezeichnet ein keine Zahl (man sagt nicht ein plus ein ist zwei)“

Aber man sagt z.B. einundzwanzig statt einsundzwanzig. Also ist vielleicht ein manchmal auch nur ein Kürzel für eins, wie wiederum eins aus einer Abkürzung von flektiertem eines entstand? Oft sind es auch feste Redewendungen wie in ein und dasselbe, ein und alles, wo man gar nicht sicher sein kann, ob eine Zahl oder ein Quantor gemeint ist. Ich glaube, man kann die beiden Wörter nicht so eindeutig funktional trennen.


Theodor Ickler zu »Grünschnäbel«
Dieser Kommentar wurde am 19.10.2019 um 07.49 Uhr verfaßt.

Die Grünen hatten sich naturgemäß nie mit Rechtschreibung beschäftigt, wußten also von Hause aus nicht, wie sie sich zur Reform positionieren sollten. Einerseits galt die Reform unter Unwissenden als progressiv, und das wollte man fast um jeden Preis ebenfalls sein, also war man dafür. Andererseits war man in der Opposition, mußte also dagegen sein. Was tun? Man war grundsätzlich dafür, fand aber, daß die Reform nicht weit genug ging und schneller und rücksichtsloser durchgesetzt werden müsse.


Manfred Riemer zu »Noch Mal«
Dieser Kommentar wurde am 19.10.2019 um 07.48 Uhr verfaßt.

Unbefriedigend finde ich auch eine Million Mal, wegen einmal, zweimal, dreimal, hundertmal, tausendmal, in Ziffern auch 1000000mal, aber einemillionmal geht wohl kaum, oder?


Theodor Ickler zu »Vertrauensbildende Maßnahmen«
Dieser Kommentar wurde am 19.10.2019 um 06.39 Uhr verfaßt.

Wie ich zufällig erfahre, ist Frau Siegel im Sommer verstorben. Nachruf: https://www.nzz.ch/zuerich/zum-tod-von-monique-siegel-vertrauen-in-die-kraft-der-frauen-ld.1490498

Ihr sonderbares Gastspiel im Rechtschreibrat hat keine Spuren hinterlassen (vgl. den Fall Zilk).




Theodor Ickler zu »Schwarzrotgold«
Dieser Kommentar wurde am 19.10.2019 um 03.43 Uhr verfaßt.

Dieter Borchmeyer war eigentlich gegen die Rechtschreibreform, hat auf der Professorenliste unterschrieben und in diesem Sinn auch mal neben mir auf einem Podium gesessen.
Sein tausendseitiges Werk "Was ist deutsch?" ist in Reformschreibung gedruckt. Gelernt habe ich nicht viel daraus. Die Riesenmenge an Zitaten enthält wenig Überraschendes, die Hauptgewährsleute sind denn doch allzu oft die üblichen Verdächtigen. Schon der Titel ist ja zum Gähnen.


Theodor Ickler zu »Redensarten«
Dieser Kommentar wurde am 19.10.2019 um 03.03 Uhr verfaßt.

Zu http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1611#41473

Es fehlt noch: Das sage ich hier in aller Deutlichkeit.


Theodor Ickler zu »Noch Mal«
Dieser Kommentar wurde am 19.10.2019 um 02.54 Uhr verfaßt.

Einige Reformer (Schaeder?) haben es mit zwei Faß usw. verglichen.


Theodor Ickler zu »Laut-Buchstaben-Zuordnungen«
Dieser Kommentar wurde am 19.10.2019 um 02.51 Uhr verfaßt.

säht, sähte usw. sind erstaunlich oft belegt, allein schon in der Metapher sähte Zweifel . Gewissermaßen eine Regularisierung des visuell abnormen säen.


R. M. zu »Noch Mal«
Dieser Kommentar wurde am 19.10.2019 um 00.20 Uhr verfaßt.

»eine Neuerung der Reform besteht in der Möglichkeit, selbst im Plural Mal anstelle von Male zu verwenden«.

Nun, diesen Plural gibt es allerdings nicht, wie man daran erkennen kann, daß niemand z. B. zwei Ehrenmal sagen oder schreiben würde. Siehe auch DWDS.


R. M. zu »Deutsche Wortstellung«
Dieser Kommentar wurde am 18.10.2019 um 20.39 Uhr verfaßt.

Statt nichts Ganzes und nichts Halbes wird heute meist nichts Halbes und nichts Ganzes gesagt und geschrieben.


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