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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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ppc zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 15.06.2018 um 13.07 Uhr verfaßt.

Auf FAZ-online heute ein Interview mit Peter Gallmann. Genderisierung sei Selbstdarstellung. Aber was ist das, wenn jemand Milionen von Menschen zwingt, seine persönliche, häßlich-dümmliche Extrem-Großschreiberitis zu übernehmen?


Theodor Ickler zu »Niedriger hängen!«
Dieser Kommentar wurde am 13.06.2018 um 12.12 Uhr verfaßt.

Vielleicht, vielleicht auch nicht. Wir wissen es nicht und werden es nie wissen, aber nicht aus empirischen Gründen (daher mein zuversichtliches "nie"!). Und was soll es heißen, daß eine Kreatur erkennt, daß sie selbst es ist usw.?

Übrigens macht der Radikale Behaviorismus vom Begriff des Reflexes (und auch des Instinkts) keinen Gebrauch.

Bienen sind lernfähig – wen wundert das? Gegen eine nennenswert verbreitete Auffassung verstößt diese Einsicht gewiß nicht. Man muß ja nicht gleich von "Bewußtsein" reden.

Vor einigen Jahren hatte ich schon dies eingetragen:

Bienen sind verdammt gescheit. Sie lernen ungeheuer schnell. Und sie sind zuverlässig. Sie sind eigentlich die idealen Versuchstiere für eine Dressur. Einmal habe ich drei Wochen lang mit einer einzigen Biene gearbeitet. In der Zeit hat sie etwa 25.000 Entscheidungen getroffen. (Randolf Menzel, www.zeit.de) (http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1240#29787)

Zum Umgang des Behaviorismus mit dem schlecht definierten Instinktbegriff vgl. https://edisciplinas.usp.br/pluginfile.php/374430/mod_resource/content/1/The%20phylogeny%20and%20ontogeny%20of%20behavior-%20Skinner%201966.pdf


Theodor Ickler zu »Der moderne Mensch«
Dieser Kommentar wurde am 13.06.2018 um 11.36 Uhr verfaßt.

My late friend Christopher Hitchens once told me that his American friends often expressed surprise at the number of articles and books he was able to produce. He said that there was a simple reason for his high productivity, which was: “I never watch television.”
He was definitely telling the truth about this, since the only television in his apartment in Washington was in the spare bedroom where I was staying and it did not work.
Christopher was right to believe that time spent watching television was time largely wasted, or could be spent more usefully in some other activity. Television supplies less information, and at a slower speed, than newspapers, books or radio.
(Patrick Cockburn: https://www.counterpunch.org/2018/06/11/all-facts-are-not-equal-inside-claud-cockburns-mi5-file/) (Auch über die Nachteile der E-Mail.)


Theodor Ickler zu »Sex«
Dieser Kommentar wurde am 13.06.2018 um 11.32 Uhr verfaßt.

Pädophile Täter und pädophile Nichttäter sollen verschiedene Hirnstrukturen haben. So das Netzwerk Nemup („Neuronal mechanisms underlying pedophilia and child sexual abuse“). Unkritischer Bericht von Karin Truscheit über die windigen Ergebnisse einer Untersuchung an einer viel zu kleinen Stichprobe in FAZ 13.6.18. (Titel und Programm des Netzwerks präsupponieren schon eine bestimmte Art von Ergebnissen.)
Es läuft auf das „Verbrechergehirn“ hinaus, dem man präventiv entgegentreten könnte.
Übrigens: Werden die Nutzer von Kinderpornographie eigentlich als pädophile Täter oder als pädophile Nichttäter eingestuft? Das Strafrecht sieht aus kriminalpolitischen Gründen Täter, ich selbst würde sie als Nichttäter bezeichnen, auf derselben Stufe wie Leute mit pädophilen Phantasien, im Unterschied zu den Herstellern solcher Produkte. Das Problem mit den animierten Kunstprodukten, deren Konsum ebenfalls kriminell sein soll, habe ich anderswo schon erörtert. Es wird noch verschärft durch die Umdeutung von Sexualvergehen in „sexualisierte Gewalt“.


Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 13.06.2018 um 11.16 Uhr verfaßt.

Wolfgang Illauer (http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=783#33562), der die Zeitungen seit Jahrzehnten mit Leserbriefen gegen Abtreibung beschickt, kritisiert den irischen Volksentscheid. Die Biologie lehre: Schon am allerersten Anfang hat der „Embryo“ oder „Fötus“ haargenau dieselben Anlagen und Eigenschaften wie das spätere Kind (usw.)

Anlagen ja, Eigenschaften nein. Die Leibesfrucht erwirbt epigenetisch und erst recht nach der Geburt fortwährend neue Eigenschaften. Unter anderem wird sie auch nach Ansicht von Philosophen und Kirchenvätern erst allmählich eine Person.

Illauer beruft sich dann noch einmal auf die Biologie, um nachzuweisen, daß ein zehnjähriges Kind nicht „weniger wert“ sei als ein zehnwöchiger Embryo. Er hätte auch die Morula erwähnen können, die im Zweifel nicht weniger wert ist als das Leben der Mutter.

Abgesehen von der löcherigen Argumentation (typisch für die Lebensschützer) finde ich es immer etwas geschmacklos, wenn alte Männer sich moralisch über junge Frauen erheben.

Eine mir gut bekannte Frau hat als Studentin um 1980 in Irland an Demonstrationen für die Pille teilgenommen und freut sich heute über den Abtreibungsentscheid, obwohl sie selbst nie abgetrieben hat. Auf Herrn Illauers Meinung legt sie keinen Wert.


Manfred Riemer zu »Niedriger hängen!«
Dieser Kommentar wurde am 13.06.2018 um 10.57 Uhr verfaßt.

Auf niedrigeren Entwicklungsstufen besteht das Bewußtsein (aus mentalistischer Sicht) vielleicht nur aus einem Schmerzempfinden. Die Kreatur fühlt den Schmerz, bemerkt, daß sie selbst es ist, die Schmerzen spürt, und versucht sich diesen zu entziehen. Alles andere sind Reflexe.


Theodor Ickler zu »Wortarten«
Dieser Kommentar wurde am 13.06.2018 um 10.51 Uhr verfaßt.

Auf dem Feldweg spricht mich eine Erdbeerbäuerin an: ein Kunde habe sie zurechtgewiesen, weil es nicht Erdbeermarmelade, sondern Erdbeerenmarmelade heißen müsse. Schließlich sei sie aus vielen Erdbeeren hergestellt. Ich konnte sie beruhigen und habe ihr auch von Karl Valentins Semmelnknödeln erzählt, von Hühnereiern und Bischofskonferenzen.
Am Verkaufsstand im Hof ist das Produkt EU-konform als Erdbeerfruchtaufstrich gekennzeichnet, was aber viele Einheimische auch wieder stört, die einfach ihre gewohnte Marmelade haben wollen.


Theodor Ickler zu »Niedriger hängen!«
Dieser Kommentar wurde am 13.06.2018 um 06.19 Uhr verfaßt.

Haben Bienen ein Bewusstsein? Neue Forschungen legen das nahe (Wolfgang Krischke berichtet in der FAZ vom 13.6.18 über die Arbeiten von Lars Chittka)

Vorausgesetzt wird natürlich, daß Menschen ein Bewußtsein haben. Es wird nicht erkannt, daß es sich nicht um eine Tatsachenfrage handelt, die folglich auch nicht durch „Forschungen“ beantwortet werden kann. Man sollte also fragen: Ist es zweckmäßig und notwendig, das Verhalten der Bienen mit dem mentalistischen Konstrukt „Bewußtsein“ zu beschreiben, das viele Menschen zur Koordination ihres eigenen Verhaltens benutzen?

Gegen Ende werden praktische Folgen angedeutet: Ausweitung des Tierschutzes von Wirbeltieren auf Insekten.


Theodor Ickler zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 13.06.2018 um 03.59 Uhr verfaßt.

Der neue Auftrag an den Rechtschreibrat geht über die bloße Rechtschreibung hinaus. Offenbar will die Politik dem verordneten Gendern ein wissenschaftliches Mäntelchen umhängen.
Noch wird abgewiegelt: Es werde sich nur um "Empfehlungen" handeln. Das ist aber nicht amtlich und verdient nach unseren bisherigen Erfahrungen kein Vertrauen. In den Bereichen, über die der Staat "Regelungsgewalt" zu haben glaubt, wird es verpflichtend sein, und besonders unter Akademikern wird es genügend Beflissene geben, die sich durch besondere Folgsamkeit empfehlen.


Theodor Ickler zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 12.06.2018 um 21.20 Uhr verfaßt.

Gespräch der Hannoverschen Allgemeinen mit Josef Lange:

Für wen sind Empfehlungen des Rates zur geschlechtergerechten Schreibung wichtig?

Die Empfehlungen haben zwei Geltungsbereiche: Die Schulen und der gesamte Bereich von Verwaltung und Rechtspflege.


Ein riskantes Spiel. Die Kultusministerien könnten versuchen, mit Hilfe des Rechtschreibrates das Gendern verpflichtend in die Schulen zu drücken. Schüler würden schlechte Noten bekommen, wenn sie nicht gendern.


Theodor Ickler zu »Sprache und Erinnerung«
Dieser Kommentar wurde am 12.06.2018 um 17.49 Uhr verfaßt.

Jan und Aleida Assmann bekommen den Friedenspreis des deutschen Buchhandels.

Jan Assmann hat sich auch oft über Mündlichkeit und Schriftlichkeit geäußert. Er hat andererseits das Begriffspaar "Gebrauchs- und Gedächtniskultur" eingeführt, was die Sache besser trifft als die bekannte Unterscheidung von Koch/Oesterreicher. Die indische Kultur bleibt aber auch hier der blinde Fleck.

Anregend seine Überlegungen zum Monotheismus.


Theodor Ickler zu »Umfragen II«
Dieser Kommentar wurde am 12.06.2018 um 17.10 Uhr verfaßt.

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