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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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09.10.2006
 

Abwegig
MdB Otto hat recht mit seinen Gründen gegen die Rundfunkgebühr auf PCs

Nicht recht hat er mit seiner Forderung einer allgemeinen Medienabgabe.
Daher ist der Beschluß, den seine Partei hierzu gefaßt hat, in meinen Augen geradezu abartig.

Ich decke weder meinen Informationsbedarf im öffentlich-rechtlichen Rundfunk noch will ich von diesem unterhalten werden. Wie wäre es mit einer allgemeinen Zeitungsabgabe von jedermann?
Wie kann eine liberale Partei nur auf so etwas kommen? Fordert sie doch tatsächlich, daß auch der, der überhaupt kein Fernsehen will, durch die Zwangsabgabe auf den hohen „Stellenwert“ des öffentlich-rechtlichen Angebots hingewiesen werden solle!

Bezeichnenderweise hat Otto – einer unserer besten Mitstreiter in der Politik – seine guten Gründe in herkömmlicher Rechtschreibung ins Netz gestellt, die schlechten in Reformschreibung.



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Kommentare zu »Abwegig«
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Kommentar von Chr. Schaefer, verfaßt am 30.01.2013 um 09.46 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=657#22511

Laut Spiegel-Online (http://www.spiegel.de/kultur/tv/koelner-stadtverwaltung-stoppt-rundfunkbeitraege-a-880404.html) widersetzt sich die Kölner Stadtverwaltung dieser modernen Form der Wegelagerei.

Erfreulicherweise widersetzt sie sich auch der exzessiven Großschreibung, denn man liest dankbar "bis auf weiteres".
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 16.10.2006 um 08.48 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=657#5885

Die Zeitungen nehmen sich des Themas noch zu sehr unter dem Gesichtspunkt der gewerblichen PC-Nutzer an. Das gilt auch für den Verein, der lobenswerterweise zur Abwehr der geplanten Gebühr gegründet wurde. Wir Privatleute wollen aber auch nicht für etwas zahlen, was wir nicht bestellt haben.

Der Staat nimmt sich zuviel vor und heraus. Weil ein kleiner Junge ermordet wurde, will die Bundesregierung "Kinderrechte in die Verfassung" aufnehmen. Das wird Kinder nicht vor ihrer Ermordung schützen, und außerdem reichen die bestehenden Gesetze aus. Erstkläßler machen Rechtschreibfehler, deshalb verfügt der Staat, daß die Schriftsprache von 100 Millionen Menschen geändert werden müsse. Die Kinder machen aber weiterhin Rechtschreibfehler. Alles bloß Aktionismus, manchmal unschädlich (soweit überflüssige Gesetze unschädlich sein können), meistens schädlich.
 
 

Kommentar von Tobias Bluhme, verfaßt am 15.10.2006 um 18.01 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=657#5883

Es gibt zu diesem Thema einen sehr schönen Leitartikel in der FAZ – siehe hier.
 
 

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