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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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22.09.2006
 

Neuer Gruß
Zehetmair fälscht sich selbst

Im August wurde das Grußwort des Ratsvorsitzenden Zehetmair auf der Internetseite des Rates geändert. Hier zum Vergleich die entscheidenden Passagen:


2005:

»Die Einrichtung eines "Rats für deutsche Rechtschreibung" ist die Antwort auf die anhaltende Kritik an der so genannten Rechtschreibreform.
Daher beschäftigt sich der Rat entsprechend den Beschlüssen der Ministerpräsidenten- und Kultusministerkonferenz zunächst vorrangig mit den strittigsten Fragen der bestehenden Neuregelung der Rechtschreibung, nämlich der Getrennt- und Zusammenschreibung, der Zeichensetzung und der Worttrennung am Zeilenende.
Darüber hinaus kommt dem Rat für deutsche Rechtschreibung die langfristige Aufgabe zu, die Einheitlichkeit der Rechtschreibung im deutschen Sprachraum zu bewahren, die Entwicklung der Sprachpraxis zu beobachten und das orthografische Regelwerk im notwendigen Umfang weiterzuentwickeln.«


2006:

»Die Einrichtung eines "Rats für deutsche Rechtschreibung" in der bestehenden Form war im Dezember 2004 die Antwort auf die anhaltende Kritik an der so genannten Rechtschreibreform. Daher beschäftigte sich der Rat zunächst mit den strittigsten Fragen der bestehenden Neuregelung der Rechtschreibung, nämlich der Getrennt- und Zusammenschreibung, der Zeichensetzung und der Worttrennung am Zeilenende. Als Ergebnis dieser Arbeit des Rates wurde im Februar 2006 ein Text des Regelwerks vorgelegt, der in diesen Punkten Modifikationen vorsah. Dieser Vorschlag wurde von den zuständigen politischen Stellen in den beteiligten Staaten gutgeheißen und in der Zwischenzeit für gültig erklärt.
Nach dem Abschluss dieser akuten Aufgabe kann sich der Rat für deutsche Rechtschreibung seiner langfristigen Aufgabe zuwenden, die Einheitlichkeit der Rechtschreibung im deutschen Sprachraum zu bewahren, die Entwicklung der Sprachpraxis zu beobachten und das orthografische Regelwerk im notwendigen Umfang weiterzuentwickeln.«


Die Neufassung tilgt den Hinweis darauf, daß die gewaltsame Themenbegrenzung, die Zehetmair in seiner aktiven Zeit als Ratsvorsitzender stets als vorläufig hingestellt hat, auf den Wunsch der Ministerpräsidenten und Kultusminister zurückging. In der Neufassung scheint es so, als habe der Rat nie etwas anderes gewollt.
Außerdem wird der Eindruck verstärkt, daß die Korrekturen am Regelwerk nun abgeschlossen und keine weiteren Änderungen mehr geplant seien.

Diese klammheimliche Veränderung ein und desselben "Grußwortes" ist das Schmierigste, was mir im ganzen Verlauf der Rechtschreibreform unter die Augen gekommen ist. Bin ich froh, daß ich das nicht noch mittragen mußte!

"Wir sind ein völlig unabhängiges Gremium." (Zehetmair im SPIEGEL, 6.6.2005)



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