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Neues aus dem Rat - von Theodor Ickler

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20.04.2006
„Selbsternannt“
Professor Kürschner und die Rechtschreibreform

Wie ich einem mir zugesandten Heft der Zeitschrift „Mut“ entnehme, hat Wilfried Kürschner in einem früheren Heft die Rechtschreibreform wieder einmal gegen ihre „selbsternannten Kritiker“ verteidigt.
Warum kann ich dieses Wort nicht leiden? Es erhebt nicht nur den Vorwurf, daß jemand sich kritisch geäußert hat, ohne eigens dazu beauftragt zu sein, sondern setzt voraus, daß jedermann dies für vorwerfbar halten müsse. Eine solche Unterstellung, in der sich das Duckmäusertum komplizenhaft zur Norm aufschwingt, ist noch ärgerlicher als der Vorwurf selbst.



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Kommentare zu »„Selbsternannt“«
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Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 16.05.2014 um 06.17 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=488#25835

Es geht weiter mit der Kriecherei.
Edo Reents hatte die Kleinschreibung der Briefanrede durch die Firma Zalando kritisiert (FAZ 12.5.14). Wilfried Kürschner dazu in einem Leserbrief (16.5.14): Seit der Reform sei das korrekt: „Anfangs waren ‚du‘ und ‚ihr‘ ausschließlich kleinzuschreiben, danach ließ man ihre Großschreibung in Briefen wieder zu.“
Keiner von beiden weist darauf hin, daß es um die Schulorthographie geht, an die niemand sonst sich halten muß. Erwachsene Menschen beachten gewissenhaft, was Leute wie Augst, dann Zehetmair ("man") festzulegen belieben.
 
 

Kommentar von Manfred Riemer, verfaßt am 27.04.2014 um 21.55 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=488#25707

Es wimmelt in diesen Tagen nur so von "Selbsternannten". Kaum eine Nachrichtensendung, kaum eine erste Zeitungsseite kommt ohne diesen tendenziösen Ausdruck aus.
 
 

Kommentar von stefan strasser, verfaßt am 05.06.2012 um 18.55 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=488#20836

Berater, Berater und Vermittler (Consultant, Berater und Mediator) ist Eichler für Kunden also ...
(wäre interessant zu erfahren, wie er Consultant deutsch ausspricht)
 
 

Kommentar von sehrko misch, verfaßt am 04.06.2012 um 13.53 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=488#20834

Der Kürschner hätte sich den Eichler halt als Consultant, Berater oder Mediator nehmen sollen …
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 03.06.2012 um 08.21 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=488#20831

Übrigens scheint Wolfgang Eichler, der ja schon mit einem unglaublich schlechten Rechtschreibbuch 1996 ein wenig dazuverdienen wollte, ein ganz patenter Kerl zu sein, hat auch ein prima Menschenbild:

"Ich bin im Ruhestand, arbeite aber noch gern für Sie als
Consultant, Berater und Mediator:
- mit Seminaren wie Kurs Kommunikation, oder Besserer Umgang mit sich und anderen im Beruf und in der Beziehung, oder Werbliche Kommunikation
- in der Lebens- und Beziehungsberatung, der Krisenintervention (Coaching)
- in der (Schul-)Buchprojektentwicklung und der Bearbeitung von Manuskripten
- in der Verbesserung der Kommunikationsstuktur in Ihrem Unternehmen
- bei Konflikten als Mediator
Jeder Mensch ist ein einmaliges, unverwechselbares Wesen.
Dieses Menschenbild kommt aus der Humanistischen Psychologie, z.B. aus der Themenzentrierten Interaktion (TZI), und hat sich mit meiner kommunikativen und Sozialerfahrung bei mir verfestigt.
Ich verbinde es mit der Bewusstheit gesellschaftlicher Verantwortung und mit der Zuwendung zu Menschen in meinem persönlichen, politischen und wissenschaftlichen Handeln.
Mein neues Aufgabenfeld als Consultant und Berater
Immer wieder und manchmal auch nur ein-, zweimal im Leben gibt es die Notwendigkeit einer kompetenten, lösungsorientierten Beratung in Kommunikations-, Beziehungs- und Lebensfragen, in der persönlichen oder beruflichen Neuorientierung oder den Bedarf für eine Krisenintervention oder Mediation in Konflikten. Dann bin ich ein geeigneter Ansprechpartner.
Sie finden einen emeritierten Universitätsprofessor, ausgewiesen in Sprachpädagigik (!), empirischer Bildungsforschung, mit Projekt-, unterehmerischer (!) Erfahrung und im Konfliktumgang, der ggfs. auch zu Ihnen kommt und Sie, Ihre Familie oder Ihr Unternehmen ein Stück weit begeitet (!).

Ihr Partner ist ein sensibler Gesprächspartner mit der Fähigkeit zum zugewandten Zuhören, ggfs. ein behutsamer Coach mit hohem Verantwortungsbewusstsein.
Er ist erfahren im Erkennen von persönlichen und strukturellen Potentialen und in deren Förderung. Er erstellt mit Ihnen und für Sie auf Wunsch individuell Visionen für die weitere Lebens- und Karriereplanung, und unterstützt Sie ggfs. auch bei der Entwicklung einer kommunikativ profitablen Unternehmensstruktur und bei Werbemaßnahmen.
Ihr Partner ist auch erfahren im Umgang und der Analyse von Problemlagen, Krisen und Konflikten und kann dort auch eine Beratung (nicht Psychotherapie) oder die Mediation bis zu einer verbindlichen Verabredung leisten, letzteres, wenn alle Beteiligten zustimmen.
Er unterstützt Sie auch bei der Entwicklung von größeren (Schul-)Buchprojekten oder beim "Hocharbeiten" eines Manuskripts für die Veröffentlichung.
Er möchte, muss aber nicht mehr arbeiten und wird einen Auftrag nur dann übernehmen, wenn er glaubt, einen guten Beitrag leisten zu können."

www.wolfgang-eichler.net/menschenbild_und_mein_angebot.html

(Dort noch mehr dieser Art.)
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 02.06.2012 um 12.32 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=488#20830

Auf die Rolle Wilfried Kürschners bei der Durchsetzung der Rechtschreibreform ist vor 11 Jahren schon unter www.rechtschreibreform.com verschiedentlich eingegangen worden (vgl. hier). Von der Universität Vechta gibt es nun, u. a. im Zusammenhang mit Kürschners Emeritierung, weitere Dokumente, die doch das eine oder andere Licht auf die Geschichte werfen.

„Ab Mitte der 90er-Jahre lenkte die Rechtschreibreform die Aufmerksamkeit auf sich mit ihrem quälend langen Klärungsprozess von mehr als zehn Jahren und ihren diversen Zwischenstufen. Das sah ich als Herausforderung an, nicht nur innerhalb der Universität aufklärerisch tätig zu sein, sondern die Orthografie als Ganze und in ihren reformerischen Aspekten im Sinne einer öffentlichen Wissenschaft nach außen möglichst allgemeinverständlich darzustellen in Vorträgen, Kursen, schriftlichem Material wie in der Beilage zur örtlichen Zeitung, die ich zusammen mit dem »OV«-Redakteur Marco Sagurna, einem unserer früheren Studenten, erstellte.“

(Anm.): Sie fand sich ohne mein Wissen und ohne meine Einwilligung unwesentlich verändert unter der Überschrift »Die neue Rechtschreibung – Was ist neu?« im sog. »Aldi«-Wörterbuch (1996) sowie in dem Buch »Die neue Rechtschreibung. Ein Ratgeber« (1996), herausgegeben von der Arbeitsgruppe Orthographie der Universität Oldenburg, Leitung Prof. Dr. Wolfgang Eichler, wieder. Der Plagiator war Mitglied des Hochschulrates der Hochschule Vechta.“



Du sollst nicht begehren deines Nächsten geistiges Gut - Plagiator im Hochschulrat

Auf Bitten eines Redakteurs der örtlichen Zeitung (der Oldenburgischen Volkszeitung) und in dem Bemühen, Arbeitsergebnisse der Universität für die Öffentlichkeit aufzubereiten und ihr zur Verfügung zu stellen, erarbeitete der Vertreter der germanistischen Sprachwissenschaft, Professor Kürschner, eine Beilage für die genannte Zeitung, in der er die wichtigsten Neuerungen, die die Orthographiereform für die Rechtschreibung mit sich brachte, in eingängiger und übersichtlicher Form darstellte. Die Broschüre erschien Ende August 1996. Im Dezember 1996 wurde das "Deutsche Wörterbuch" von Karl-Dieter Bünting in einer Neuauflage auf den Markt gebracht (Verkauf in Läden der Aldi-Kette). Dort fand sich Kürschners Ausarbeitung in leicht abgewandelter Form wieder. Sie war von Prof. Dr. Wolfgang Eichler, einem Mitglied des Hochschulrates und einer der beiden stellvertretenden Vorsitzenden, ohne Wissen und Willen Kürschners und ohne Herkunftsangabe weiterverwendet worden. Dabei handelt es sich eindeutig um eine Urheberrechtsverletzung (Plagiat), wie in einem Gutachten des Direktors des Max-Planck-Instituts für Urheberrecht festgestellt wurde (besonders beweiskräftig war die Tatsache, dass auch die Fehler, die Kürschner unterlaufen waren, in die Aldi-Fassung übernommen worden waren). Nach anfänglichem Leugnen bequemte sich das erwähnte Hochschulratsmitglied zu einem Entschuldigungsschreiben an Kürschner. Angesichts der Tatsache, dass ein Professor der Hochschule, über die der Hochschulrat zu befinden hat, von einem Mitglied dieses Rates in wissenschaftsethisch unvertretbarer Weise geschädigt wurde, wäre eigentlich der Rücktritt dieses Mitglieds die notwendige Konsequenz gewesen. Statt dessen mischte und mischt sich Eichler weiterhin in die Belange der Hochschule Vechta, vor allem auch in die des Faches seines Opfers, der Germanistik, ein, sorgte dafür, dass Kürschner die ihm durch Berufungsversprechen zugeordnete Assistentenstelle entzogen wurde, ordnete in heimlicher Zusammenarbeit mit den übrigen Germanistikprofessoren das Fach um, damit durch die Gründung eines Instituts, das eigens so geschnitten wurde, dass Kürschner ausgegrenzt blieb, dieser in seinen Arbeitsmöglichkeiten beschränkt wird. Kürschner unterrichtete die Hochschulratsmitglieder brieflich von dem Vorfall der Urheberrechtsverletzung. Es gab keinerlei Resonanz - der Vorsitzende, Dr. med. Koch, besaß sogar die Unverfrorenheit, seine Sekretärin (!) zu beauftragen, Kürschner das Schreiben im Original zurückzureichen, "da es für die Archivierung hier [d. h. im Krankenhaus] nicht geeignet ist".

(Quelle)
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 10.11.2010 um 09.22 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=488#17081

Wie ich erst jetzt sehe, hat Wilfried Kürschner einen von ihm mitherausgegebenen Sammelband dazu benutzt, seine "Vechtaer Konvention" durchzusetzen, d.h. seine persönliche Auslegung der Reformschreibung von 1996:

Kennosuke Ezawa, Wilfried Kürschner u.a. (Hg.): Linguistik jenseits des Strukturalismus. Tübingen (Narr) 2002.
Eine ganze Seite des Vorworts ist der reformierten Rechtschreibung gewidmet. Allen Beiträgern wurde Kürschners Broschüre zugeschickt. Bekanntlich folgt Kürschners „Vechtaer Konvention“ dem Grundsatz: bei Varianten immer die deutschere, daher: Fonologie, Grafem, Diph-thong, inte-ressant, selbstständig (weil selb nicht mehr als Wort existiert), aufwändig (weil das ä typisch deutsch ist). Das Prinzip „möglichst deutsch“ wird jedoch, wie ich schon vor zehn Jahren gegen Kürschner eingewandt habe, nur halbherzig durchgeführt, denn für das Deutsche ist charakteristisch, daß die Fremdwörter im allgemeinen nicht eingedeutscht werden.
Gerade die neuen Fremdwortschreibungen haben ja auch keine Nachfolge gefunden – fast niemand schreibt "Fonetik". Wie Kürschner die beiden Revisionen aufgenommen und verarbeitet hat, ist mir nicht bekannt, er hat sich seit zehn Jahren nicht mehr zur Rechtschreibung geäußert.
Kürschner hat alle auf deutsch eingereichten Beiträge auf diese Rechtschreibung umgestellt. Die Beiträger sollen zugestimmt haben, aber trotzdem wirkt es so, als seien sie als Geiseln für einen höchst speziellen Zweck genommen worden. Wer schlägt einem Herausgeber schon etwas ab, was ihm ein Herzensanliegen zu sein schien?

Das Ganze wirkt sehr ungewöhnlich. Allerdings ist das umfangreiche Buch ziemlich überflüssig, denn sofern überhaupt lesenswerte Gedanken der internationalen Beiträger darinstehen, kann man sie auch anderswo finden.
 
 

Kommentar von Pt, verfaßt am 03.04.2009 um 22.09 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=488#14239

Nun ja, solange Gott zur Selbsternennung schweigt wird sie ihm wohl recht sein.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 03.04.2009 um 13.20 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=488#14238

"Selbsternannte Gotteskrieger" sind die Taliban nach Ansicht meiner Frühstückszeitung. Nun, wer sonst sollte sie ernennen? Gott?

Es schwingt der Vorwurf mit, sie seien gar keine richtigen Gotteskrieger ...
 
 

Kommentar von kratzbaum, verfaßt am 12.08.2006 um 19.21 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=488#5310

R. Musil äußert sich im "Mann ohne Eigenschaften" an mehreren Stellen über Journalisten. Am besten gefällt mir noch immer: "Man hatte ihnen einen Floh ins Ohr gesetzt, und sie glaubten das Gras der Zeit wachsen zu hören." Paßt das nicht genau auf das Verhältnis der großen Mehrzahl zur Rechtschreibreform?
 
 

Kommentar von Google, verfaßt am 12.08.2006 um 19.20 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=488#5309

Google findet unbereinigt 29.900 Belege für die längere Version des Kraus-Zitats und 78.500 für die kürzere Version.
 
 

Kommentar von Marconi Emz, verfaßt am 12.08.2006 um 18.56 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=488#5308

Das Karl-Kraus-Zitat hörte ich zum ersten Mal in einer Uni-Vorlesung. Es ist auch im Internet zu finden und kann gemäß dieser Zusammenstellung in den "Werken, Teil 2" auf Seite 213 gefunden werden: "Keinen Gedanken haben und ihn ausdrücken können – das macht den Journalisten. Journalisten schreiben, weil sie nichts zu sagen haben, und haben etwas zu sagen, weil sie schreiben." Dies nur der Vollständigkeit halber.

Wenn ich bedenke, wieviel Unsinn von den meisten Journalisten über Themen geschrieben wird, bei denen ich mich gut auskenne, und wenn ich dies dann auf den gesamten täglichen journalistischen "Ausstoß" hochrechne, dann bekomme ich fast Zustände. Es fehlt den Journalisten halt meist an Allgemeinbildung und Interesse am jeweiligen Thema; dazu kommen die schlechte Bezahlung und der permanente Termindruck, die gründliche Recherchen vermiesen bzw. von vornherein unmöglich machen; vollendet wird das Desaster schließlich durch inhaltliche und ideologische Vorgaben des Chefredakteurs und/oder Herausgebers (beispielsweise zum Umgang mit dem Thema Rechtschreibreform). Hin und wieder jedoch besteht doch noch Grund zur Hoffnung. Ein Bekannter (übrigens selbst Journalist) wurde durch einen Artikel der (im allgemeinen reformfreundlichen) Münchener "Abendzeitung" über den neuen Duden etwas verunsichert:

"Morgen erscheint der neue Duden, den ich mir besorgen will. Weiß aber noch nicht, wie ich mit den Unterscheidungen zwischen amtlicher und empfohlener Schreibweise umgehen werde - wieder so ein Wirrwarr; siehe dazu den heutigen AZ-Artikel (...).

Als ich ihm daraufhin den weit fundierteren Duden-Artikel des "Münchner Merkur" schickte (den ich übrigens hier im Forum gefunden hatte), erhielt ich folgende Reaktion darauf:

"Allerbesten Dank für die scharfsinnige und fundierte Kritik an der
'Reformierten Rechtschreibereform' aus dem Münchner Merkur - ich werde sie nachher an einige Interessenten weiterleiten. Demzufolge kann ich es mir ersparen, den neuen Duden zu kaufen. Wahrscheinlich werden viele
Schreiberlinge (besonders Redakteure und Schriftsteller) und Lektoren gegen den faulen Kompromiß der "Reformierten Rechtschreibeform" opponieren, und wenn das so weitergeht, wird demnächst noch eine "Revision der Reformierten Rechtschreibereform" erfolgen. Mir reicht es jetzt mit diesem stümperhaften Hickhack - ich werde mich weiterhin primär nach der guten alten Rechtschreibung richten und nur einige
plausible Neuerungen übernehmen (...)"
 
 

Kommentar von kratzbaum, verfaßt am 12.08.2006 um 17.32 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=488#5307

Das Phänomen der Unzahl von Mitläufern, Verteidigern und Anhängern der Reform erklärt sich wahrscheinlich auch aus der Tatsache, daß es außerordentlich mühsam ist, das Regelwerk und dazu noch seine Auswirkungen bis ins einzelne zu verstehen. (Prof. Ickler hat sogar als Fachmann dafür ein volles Jahr veranschlagt). Wieviel einfacher ist es da, dem Glauben anzuhängen: Es wird schon etwas Gutes daran sein. So ergibt sich die (scheinbar) paradoxe Situation, daß die wirklichen Kenner auf der gegnerischen Seite zu finden sind. Aber so muß es auch sein.
 
 

Kommentar von Urs Bärlein, verfaßt am 12.08.2006 um 16.40 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=488#5306

Mir ist das Kraus-Zitat in dieser Fassung geläufig: "Es genügt nicht, keinen Gedanken zu haben, man muß auch unfähig sein, ihn auszudrücken." Aber vielleicht sollten wir nicht so pauschal auf die Journalisten schimpfen. Es gibt da sicher auch ein paar, die ein bißchen Ahnung haben und nicht völlig charakterlos sind. Und – wer weiß? – vielleicht liest der eine oder andere sogar hier mit.
 
 

Kommentar von Marconi Emz, verfaßt am 12.08.2006 um 16.03 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=488#5305

Nicht nur in bezug auf die Beschäftigung der Presse mit der Rechtschreibreform trifft halt leider immer wieder von neuem Karl Kraus` bittere Erkenntnis zu: "Keinen Gedanken haben und ihn ausdrücken können - das macht den Journalisten." Man sollte diese Weisheit noch ergänzen mit "Keinen Charakter und keine Ahnung haben, aber beides simulieren können ..."
 
 

Kommentar von Urs Bärlein, verfaßt am 12.08.2006 um 15.08 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=488#5304

Was der Journalismus bislang zum Thema beigetragen - bzw. nicht beigetragen - hat, ist in der Tat haarsträubend. Ein Beispiel für ein falsches Beispiel: Die Nachrichtenagentur dpa behauptete über Jahre hinweg, wer ab diesem oder jenem 1. August das Wort "aufwendig" nicht mit "ä" schreibe, mache einen Fehler. Die Redaktion hatte offensichtlich die grundlegende Arbeitstechnik vernachlässigt, Informationen "gegenzuchecken", in diesem Fall vulgo, einmal in einem Wörterbuch nachzugucken. Und nicht einmal das wäre hier nötig gewesen, ein Blick in die eigene Hausorthographie von 1999 hätte es auch getan. Dort steht nicht nur drin, daß es sich bei aufwendig/aufwändig um Varianten handelt, sondern auch, daß die Agenturen sich auf die mit "e" festgelegt hatten.

Solche Fehlleistungen unterbieten das branchenübliche Niveau dermaßen kraß, daß sie sich kaum mehr als genuin journalistisch erklären lassen, sondern nur als Bestandteil des Gesamtphänomens Rechtschreibreform. Es hat halt niemand so genau hingeschaut, sei es, um keine unangenehmen Entdeckungen machen zu müssen, sei es, weil die Reform das Rechtschreiben ja erleichtert: Wer sowieso schon Bescheid weiß, muß sich dann nicht noch eigens informieren. Daß in einer derart von der Mischung aus selbstgewählter Ignoranz und Propaganda bestimmten Öffentlichkeit bis auf ein paar Fachleute fast alle gelegentlich mit falschen Beispielen operieren, darf niemanden wundern. Ein starkes Stück ist es freilich, wenn Leute, welche die Situation maßgeblich eingebrockt haben, aus der allgemeinen Unkenntnis selektiv ein Argument gegen diejenigen zu schmieden versuchen, die ihre Suppe nicht mitauslöffeln wollen.

Die damit einhergehende Beweislastumkehr impliziert den Anspruch, beachtet zu werden. Das ist gewiß einmal ein liebenswert-menschlicher Zug der Reformer, zugleich aber nur eine andere Erscheinungsform ihrer Zudringlichkeit. Deshalb hat Reich-Ranicki schon ganz recht, wenn er erklärt, die Reformregeln nicht kennen zu müssen, um sie ablehnen zu dürfen. Um nicht mißverstanden zu werden: Es wäre natürlich besser gewesen, wenn schon, dann unangreifbare Beispiele anzuführen. Und sicher ist es richtig, sich mit den Reformern und ihrem Projekt detailliert auseinanderzusetzen. Aber nicht, weil sie das verdient hätten, sondern weil es der einzige Weg ist, sie wieder loszuwerden.
 
 

Kommentar von Wolf Busch, verfaßt am 12.08.2006 um 14.15 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=488#5303

"Kautsch" stand als Variante jahrzehntelang im Rechtschreibduden (seit 1951 im Leipziger Duden, dann auch im Mannheimer Duden), diese eindeutschende Schreibung hat sich aber nicht durchsetzen können, weshalb sie dann schließlich 1991 nicht mehr im Rechtschreibduden verzeichnet war. Auch Schreibungen wie "Klaun", "Schofför" oder "Komputer" wurden nicht gerade mit Enthusiasmus aufgenommen. Ob nun die "Hämorriden" oder das "Ketschup" ein günstigeres Schicksal haben werden? Beim "Tipp" haben die Reformer sicherheitshalber die herkömmliche Schreibung für normwidrig erklärt, damit das Schreibvolk diese Eindeutschung nicht so einfach ignorieren kann.
 
 

Kommentar von borella ;-(, verfaßt am 12.08.2006 um 12.50 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=488#5302

"Kautsch"

Eine Reform, die Konstruktionen wie Kupee, Butike, Portmonee, u.ä. hervorbringt, warum sollte die nicht auch eine "Kautsch" befürworten?

Daß "nur" 37% der Leute Couch richtig buchstabieren können, das ist zumindest teilweise eine Ernte der Verwirrungssaat, die durch die Reform ausgepflanzt wurde.

Sich darüber lustig zu machen, kann man als Zeugnis eingeschränkter Realitätswahrnehmung betrachten!
 
 

Kommentar von Wolfram Metz, verfaßt am 12.08.2006 um 11.34 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=488#5301

Es ist ein Unterschied, ob sich jemand pauschal zu den Folgen der Reform äußert („Rechtschreibchaos“, „Ich weiß überhaupt nicht mehr, wie ich schreiben soll“) oder ob er anhand von Beispielen konkrete Kritik an einzelnen Regelungen übt. Das Publikum hat schon Anspruch darauf, daß sich jemand, dessen Wort es – zu Recht oder zu Unrecht – großes Gewicht beimißt und der das auch genau weiß, kundig macht, bevor er sich äußert. Wer die Innenarchitektur der Dachsbauten kritisiert, muß drin gewesen sein, ob es ihm gefällt oder nicht. Ansonsten sollte er sich auf ein pauschales Urteil beschränken, zum Beispiel: „Die Reform sollte alles einfacher machen, das Gegenteil ist der Fall, die Reform ist gescheitert.“ Das gilt nicht zuletzt für Journalisten, die über die Sache berichten. Sind unsere Erwartungen an sie wirklich schon so stark gesunken?
 
 

Kommentar von Urs Bärlein, verfaßt am 12.08.2006 um 01.49 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=488#5300

Sowohl Anhänger als auch Gegner der Reform argumentieren häufig über falsche Beispiele. Das spricht zunächst einmal weder gegen die einen noch die anderen, sondern in beiden Fällen gegen die Reform selbst. In der Presse wimmelt es von Fehldeutungen der Reformorthographie. Sie stammen in aller Regel nicht von Gegnern der Reform, sondern von mehr oder weniger willigen Vollstreckern. Die Reformer haben sich gehütet, dem teilweise jedweder Orthographie hohnsprechenden Gestammel der reformierten Zeitungen entgegenzutreten; das hätte ja den frommen Betrug einer angeblichen Vereinfachung zu Unzeit aufdecken können. Politisch war dieses Verhalten klug. Zugleich aber Leuten, die sich ihren Reim auf die Reform anhand der häufig falschen Beispiele in der Zeitung gemacht haben, ihre Unkenntnis vorzuwerfen, ist intellektuell unredlich.

Im übrigen ist niemand dazu verpflichtet, den Reformern in die Dachsbauten ihrer Paragraphen zu folgen, bevor er sich über deren Folgen äußern darf. Das gilt nicht nur für Reich-Ranicki (von dem man sonst halten mag, was man will), sondern auch für den Mann von der Straße, der das Wort Couch nicht auf Anhieb richtig buchstabieren kann. Sofern er die Orthographie eines Textes nach dessen Verständlichkeit beurteilt, hat er nämlich mehr von der Sache begriffen als manche Linguisten.
 
 

Kommentar von R. M., verfaßt am 11.08.2006 um 23.57 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=488#5299

Zwischen Reich-Ranickis Status als »Literaturpapst« und seiner vermeintlichen Stellung als »Rechtschreibexperte« besteht ein unübersehbarer Unterschied: Während er aufgrund seiner unbestreitbar einflußreichen Position in der deutschen Literaturkritik immer wieder (natürlich nicht völlig ernsthaft) als Literaturpapst bezeichnet worden ist, hat ihn noch niemand für einen Rechtschreibexperten ausgegeben, bevor Herr Kürscher auf diese abwegige Idee kam. Reich-Ranicki hat sich zur Rechtschreibreform geäußert, wenn man ihn darum gebeten hat. Weder er noch übrigens seine Nachfolger Thomas Steinfeld und Hubert Spiegel haben sich darum gerissen, die deutsche Orthographie zu ihrem Thema zu machen. Sie sahen sich aber als Literaturkritiker in unterschiedlichem Maße dazu verpflichtet, und selbstverständlich waren und sind sie auch dazu befugt.

Zwischen 1996 und 2004 lagen acht Jahre, die manche dazu genutzt haben, die Realität der Rechtschreibreform mit den einst gemachten Verheißungen kritisch zu vergleichen. Andere, die sich mutmaßlich selbst als Experten ansehen, haben die Zeit ungenutzt verstreichen lassen.
 
 

Kommentar von Wolfram Metz, verfaßt am 11.08.2006 um 21.06 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=488#5298

R.M.: Marcel Reich-Ranicki hat sich nie zum Rechtschreibexperten ernannt, insofern ist die ganze Polemik natürlich gegenstandslos.

Marcel Reich-Ranicki hat sich auch nie zum „Literaturpapst“ ernannt und genießt es dennoch sichtlich, von fast allen so bezeichnet und dafür gehalten zu werden. So einfach kann man den Mann nicht davonkommen lassen. Auch hier muß man das Gesamtbild betrachten. „Selbsternannt“ oder nicht, es reicht, daß ihm die Medien immer wieder ein Forum zur Verbreitung seiner unfundierten Äußerungen bieten. Die Verantwortlichen wissen genau, was sie tun. Natürlich setzen sie darauf, daß Reich-Ranicki vom Publikum bei diesem Thema für – zumindest überdurchschnittlich – kompetent gehalten wird, und so abwegig ist der Gedanke ja auch nicht. Warum wohl hat man einen führenden Literaturkritiker und nicht etwa Jürgen Klinsmann, Ruth Maria Kubitschek oder Ted Hänsch zum Gespräch gebeten? Und selbstverständlich weiß auch der Befragte, was er tut. Auf eine „Ernennung“ ist er gar nicht angewiesen.

Marcel Reich-Ranicki ist ein Ärgernis für alle, die an einer sachlichen Diskussion interessiert sind. Wer den ersten Reformduden von 1996 (ausgerechnet auch noch den!) mit den Worten kommentiert: „Der neue Duden ist vernünftig, liberal und menschlich. Mit diesem neuen Duden läßt es sich leichter leben. Mit dem neuen Duden läßt es sich schöner leben“ und dann ein paar Jahre später die reformierte Rechtschreibung „unzweifelhaft eine Katastrophe“ nennt, dem kann es nicht ernsthaft um die Sache gehen. Etwas, was vernünftig ist und zudem noch liberal und menschlich, kann nicht plötzlich zu einer Katastrophe mutieren, schon gar nicht unzweifelhaft. Die beiden Äußerungen liegen so weit auseinander, daß sich der Verdacht aufdrängt, hier habe jemand der Versuchung nicht widerstehen können, wieder mal ins Rampenlicht der Öffentlichkeit zu treten, egal was gerade auf dem Programm steht. Ich habe Herrn Reich-Ranicki in Amsterdam bei der Vorstellung seiner Autobiographie erlebt. Von einem Zuhörer auf seine Haltung zur Rechtschreibreform angesprochen, bestätigte er untypisch kleinlaut, daß er sie öffentlich ablehnend kommentiert habe. Er wirkte dabei nicht nur genervt (was man verstehen könnte, da er ja nicht gekommen war, über die Rechtschreibreform zu diskutieren), das Ganze war ihm auch sichtlich unangenehm. So, dachte ich damals und denke ich heute, reagiert keiner, dem das Thema wirklich am Herzen liegt.

Daß Professor Kürschner in seinem Artikel auf die Frage eingeht, wie stark sich die Reform tatsächlich auf das Schriftbild von Texten auswirkt, ist ihm nicht vorzuwerfen, soweit es ihm darum geht, dem Befund „Katastrophe“ zu widersprechen. Doch abgesehen davon, daß eine solche rein quantitative Betrachtungsweise dem Problem in keiner Weise gerecht wird, macht es natürlich einen ganz schlechten Eindruck, wenn Reformbefürworter zu beweisen versuchen, daß die Reform weitgehend spurlos an unserer Schriftsprache vorübergegangen ist. Eine Verteidigungsrede sieht anders aus. Auch verstehe ich nicht, was die Zahl der Beispiele, die einer zur Veranschaulichung seiner Kritik heranzieht, über die Berechtigung dieser Kritik aussagen soll, zumal mir sieben Beispiele in einem relativ kurzen „Spiegel“-Artikel nicht wenig erscheinen. Kürschners Ärger über Fehlmeldungen und ahnungslose Kommentatoren ist allerdings berechtigt. Es gab und gibt sie aber auch auf seiten (und meinethalben auch auf Seiten) der Reformanhänger; man denke nur an die inzwischen vermutlich zigtausendfach nachgeplapperte Fehldiagnose von der Vereinfachung oder an die profunden Analysen einer Andrea Nahles. Am Ende zählt aber nur das, was wirklich ist. Und da ist selbst von den zwei Prozent, die Professor Kürschner nennt, verschwindend wenig erhaltenswert.
 
 

Kommentar von kratzbaum, verfaßt am 11.08.2006 um 11.37 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=488#5292

Nein, es war nur ein Schreibfehler, den ich leider nicht mehr korrigieren konnte. Aber ein wenig komisch ist es auch so...
 
 

Kommentar von Ballistol, verfaßt am 11.08.2006 um 10.02 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=488#5291

--> Kratzbaum

Oder liegt es nur am dummen Schreibvolk, wenn die Reform so kläglich gescheiter ist?

Eiwei, daß man Ihnen das mal nicht als Freudsche Fehlleistung anstreicht...
 
 

Kommentar von Bernhard Eversberg, verfaßt am 11.08.2006 um 09.50 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=488#5290

Es gibt eben Leut emit einem Horizont vom Radius Null, das nennen sie ihren Standpunkt. Diskussion zwecklos.
Harte Fakten wird gleichwohl früher oder später jeder anerkennen müssen. Deshalb ist eine Untersuchung und Darstellung der Reformfolgen in allen betroffenen Bereichen so wichtig. Dazu zählen auch die Auswirkungen auf Software, also vor allem Suchsysteme, aber auch zur Sprachverarbeitung insgesamt, maschinelle Übersetzung, Auswertung von Textkorpora usw. Daran denken vor allem diejenigen nicht, denen die Änderungen noch längst nicht weit genug gehen. Die Konsistenz des englischen Textkorpus ist heute weitaus größer als die des deutschen. Hat das schon mal einen Reformer interessiert? Was für Folgen hat das? Offene Fragen.
 
 

Kommentar von Karl Berger, verfaßt am 11.08.2006 um 01.51 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=488#5289

Herrn Kürschner ins Stammbuch, nachdem Sie darauf bestehen, den streckenweise - mit Verlaub -unglaublich ignoranten Artikel immer noch zu verbreiten, obwohl Sie durch dieses Forum durchaus hätten nachdenklicher werden können: Sie sollten Böll (- Vorschlag aus dem Rheinland -) gründlich, mit Verstand, ohne Vorurteil, lesen, am besten mehrmals. Möglicherweise hilft das dann. Mir jedenfalls stößt die Frage sauer auf : Was wurde so vielleicht vor 1989 verteidigt, oder : Was wurde so oder ähnlich vor 70 Jahren verteidigt?
 
 

Kommentar von Germanist, verfaßt am 10.08.2006 um 21.31 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=488#5288

Über den Lehrer-Ausspruch in der "Feuerzangenbowle" "Pfeiffer, Sie werden jeden Tag dümmer" haben wir noch herzlich gelacht. Jetzt stimmt der Spruch wirklich, und zwar für viele Leute.
 
 

Kommentar von Marconi Emz, verfaßt am 10.08.2006 um 21.06 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=488#5287

Mir scheint, daß die "selbsternannten Ignoranten" kaum an irgendwelchen Stammtischen, dafür aber weit eher in Internetforen zu finden sind. Hier ein schönes Beispiel dazu:

"Rechtsschreibhilfen sind was Hörige [gemeint ist vermutlich "... etwas für Hörige" ] - Wenn die Deutsch-Schreibenden dieser Welt mal ihre eigene Rübe benutzen würden, bräuchten wir keinen Rechtschreibrat und auch keine automatische Rechtschreibhilfe. Als Rechtschreib-Punk schreib ich, wie ich es für richtig halte. Kann sich der Zehetmaier doch auf den Kopf stellen. Nur weil es ihm und seinen Altersgenossen vor 50 Jahren anders rein geprügelt wurde, heisst dass noch lange nicht, dass ich zusammen schreibe, was nicht zusammen gehört."

Der Beitrag stammt aus einem Heise-Forum zum Thema "neue deutsche Rechtschreibung bei Microsoft". Die Pisa-Generation ist nicht nur geistig beschränkt, sondern offensichtlich auch noch besonders stolz auf ihre Dummheit.
 
 

Kommentar von nos, verfaßt am 10.08.2006 um 20.15 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=488#5286

Und es gibt sie doch: die Selbsternannten!

Man findet sie: am Stammtisch:
Sie sind radikal; weil unzufrieden, daß über ihren Kopf hinweg entschieden wird. Und im Zorn schlagen sie ihre Thesen an:
- Abschaffung der Großschreibung!
- Völliger Verzicht auf „ß“!
- Beseitigung der Dehnungszeichen!
- Ein Buchstabe für alle gleichen Laute (z.B. immer x für chs, cks, ks, gs, x)!
- Nieder mit der Interpunktion!
- Es herrsche das phonetische Prinzip!
- Ich schreibe, wie ich will!

Und soll einer sagen, sie sähen den Tellerrand nicht. Am Ende ihrer Botschaft putzen sie restlos die Platte.
 
 

Kommentar von fenstergucker, verfaßt am 10.08.2006 um 20.00 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=488#5285

Für mich klingt es irgendwie als eine Entschuldigung,

wenn ein Reformbefürworter sagt, in 200 Wörtern seien ja ohnehin nur 3x s-Schreibweisen und ein Fremdwort anders als früher.

Was soll das heißen? Man kann einen Aufsatz schreiben, der 10.000 Wörter hat, ohne daß sich auch nur ein einziger Unterschied zur normalen Schreibung ergibt. Das beweist doch gar nichts!

Entscheidend ist, ob in jenen Passagen, in denen Bedeutung sich in Form von Getrennt- oder Zusammenschreibung differenziert, die sinnrichtige Schreibung die einzig regelkonforme ist. Ausgerechnet das ist in allen bisherigen Versionen des Reformschriebes aber nicht der Fall.

So lange das amtlich so bleibt, muß man wirklich auf das Aussterben jener Generation warten, die diese Differenzierung noch kannte.

Die PISA Generation ist aber nicht nur nicht mehr zu übersehen, sie ist die Zukunft ...
 
 

Kommentar von kratzbaum, verfaßt am 10.08.2006 um 18.47 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=488#5283

Rechtschreibexperte, sei es als Praktiker oder als Theoretiker, wird man weder durch Fremd- noch durch Selbsternennung, sondern durch den Nachweis seiner Fähigkeiten. - Ich stimme Herrn Markner zu: Nicht nur die Reform selbst, sondern auch ihre Folgen für die Schreibwirklichkeit sind bis zu einem gewissen Grade den Reformern anzulasten. Dies schon deswegen, weil sie ja angetreten waren, die deutsche Orthographie grundlegend zu vereinfachen, was nur heißen kann: sie weniger fehlerträchtig zu machen. Oder liegt es nur am dummen Schreibvolk, wenn die Reform so kläglich gescheiter ist? - "Wohlverdient" gehört in die Reihe wohlbehütet, wohlverstanden, wohlunterrichtet, wohltemperiert, die allesamt nach der Interpretation des ursprünglichen Regelwerks durch das eine oder andere Wörterbuch getrennt zu schreiben waren.( Wohlverdient ist erweiterbar: ...in den durchaus wohlverdienten Ruhestand...) Wenn "nichts sagend" lt. Regelwerk und Wörterverzeichnis korrekt war, wieso dann nicht auch "nichts sagendste"? Daß der Komparativ und der Superlativ plötzlich zusammengeschrieben werden sollen, geht nicht aus dem Regelwerk hervor. Überhaupt halte ich es für zweifelhaft, zur Beurteilung und Verteidigung der Reform die seit Anbeginn häufig schon geglätteten und zurechtgebogenen Deutungen der Wörterbücher heranzuziehen. Zumal das Chaos der unzähligen Abweichungen, das hier herrschte, nicht gerade für die Logik und Klarheit des Originalproduktes sprachen.
 
 

Kommentar von Germanist, verfaßt am 10.08.2006 um 16.08 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=488#5282

Anläßlich der schwedischen Reaktorpannen wird der Unterschied für jeden deutlich, ob ein Reaktor oder ein Kraftwerk hoch gefahren wird (mit hoher Leistung betrieben, imperfektiv) oder hochgefahren wird (in den Betriebszustand gebracht, perfektiv).
 
 

Kommentar von Glasreiniger, verfaßt am 10.08.2006 um 15.41 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=488#5281

Kürschner schreibt: ''Die Getrenntschreibung wäre nach der Reformregel ja auch nur dann geboten gewesen, wenn „wohl“ in „wohlverdient“ im Sinne von „gut“ zu verstehen und damit steigerungsfähig wäre, wenn es also auch „besser verdient, am besten verdient“ oder „sehr, ganz wohlverdient“ gäbe. Da dies nicht der Fall ist, ist allein die Zusammenschreibung zulässig.''

Ist „wohl“ in „wohlverdient“ etwa nicht im Sinne von „gut“ zu verstehen?
 
 

Kommentar von R. M., verfaßt am 10.08.2006 um 15.14 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=488#5280

Marcel Reich-Ranicki hat sich nie zum Rechtschreibexperten ernannt, insofern ist die ganze Polemik natürlich gegenstandslos. Peinlich für den Polemiker ist auch die Bezeichnung der Berliner Zeitung als Boulevardblatt; sie scheint in Vechta schwer erhältlich zu sein. Warum Kürschner Reich-Ranicki für die Wiedergabe seiner mündlichen Äußerungen in Reformschreibung verantwortlich macht, ist überdies rätselhaft. Ohne Schwierigkeiten aufzuklären läßt sich hingegen das Mißverständnis um die Getrenntschreibung wohl verdient. Zur Erinnerung: Joachim Kaiser hatte in der Süddeutschen Zeitung die Verleihung des Literaturnobelpreises an Günter Grass als »wohl verdient« bezeichnet. Es ist leider typisch für die Reformverteidiger, die infolge der Reform auftretenden hyperkorrekten Schreibungen auszublenden. Sie gehören aber ins Gesamtbild, denn es geht nicht nur um die Schreibregeln, sondern auch um die Schreibpraxis. Immerhin gibt Herr Kürschner zu, daß die Trennung Demok-ratie reformgemäß ist (und immer noch ist!), obwohl sie vom Duden unterschlagen wird. Vielleicht mag er das bei Gelegenheit dem Leserbriefschreiber Daniel Buncic erklären?
 
 

Kommentar von Kälberstrick, verfaßt am 10.08.2006 um 13.01 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=488#5279

Statt finden
in Stand setzen

Das ist auch noch sowas.
 
 

Kommentar von Wilfried Kürschner, verfaßt am 10.08.2006 um 12.09 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=488#5277

Von selbsternannten Rechtschreibreform-Kritikern war in dem Artikel keine Rede, sondern von "selbsternannten Rechtschreibexperten". Hier der Text:

Wilfried Kürschner
Warnung vor selbsternannten Rechtschreibexperten
Die Neuregelung der deutschen Orthografie, kurz Rechtschreibreform genannt, steht bei vielen in keinem guten Ruf, genauer gesagt: Sie hat eine schlechte Presse. Selbst in Zeitschriften und Zeitungen, die in ihr gedruckt werden, erscheinen immer wieder, seit Jahresmitte gehäuft, Artikel, in denen sie unter starken Beschuss genommen wird. Und die (relativ wenigen) Organe, die sich der alten Rechtschreibung bedienen, feuern Breitseiten auf sie ab, als müssten sie sich und ihren Lesern immer wieder die Richtigkeit ihrer Entscheidung bestätigen, bei der – wie sie beschönigend genannt wird – „klassischen“, „bewährten“ Schreibweise geblieben zu sein und gegen die „staatlich verordnete Legasthenie“ Widerstand zu leisten, gegen den „Neuschrieb“, die „Schlechtschreibung“ (so zu lesen auf „Bildzeitungs“-Aufklebern, die Mitte September 2004 in Tankstellen auslagen), die den Schülern von neurotischen Schreibtischtätern in Kollaboration mit den Bürokraten der Kultusministerkonferenz aufgezwungen worden sei. Ziel ist, das endgültige, für August 2005 beschlossene Inkrafttreten der Neuregelung zu verhindern.
Da scheint etwas Ungeheures passiert zu sein, das allerdings sehr auf Zwergengröße zusammenschrumpft, wenn man sich die Auswirkungen der Reformschreibung auf tatsächliche Texte vor Augen führt. Der vorliegende Beitrag enthält bis hierher etwa zweihundert Wörter. Gemäß einer Faustformel, die besagt, dass bei Umstellung von alter auf neue oder Rückumstellung von neuer auf alte Schreibweise ziemlich genau zwei (in Ziffern: 2!) Prozent der Wörter zu verändern wären, müssten also vier Änderungen vorzunehmen sein: Und tatsächlich ist dies der Fall: 3-mal ist die „ss/ß“-Schreibung betroffen („Beschuss“, „dass“, „müssten“), 1-mal die Fremdwortschreibung „Orthografie“, wo aber auch gut das „ph“ hätte stehen bleiben können.
Wenn angesichts dieses Sachverhalts das geschilderte Bild sich hält und in Meinungsumfragen eine Ablehnung der Reform durch eine Mehrheit festgestellt wird (die allerdings, wie ebenfalls eine Umfrage ergab, in Rechtschreibdingen nicht besonders bewandert ist – so wird gemeldet, dass von 1000 Befragten nur 37 Prozent das Wort „Couch“ richtig buchstabieren konnten), muss man sich doch fragen, wie es zu dieser monströsen Fehleinschätzung kommt.
Nach meiner festen Auffassung erzeugt sich die Presse dieses Bild selbst, indem Journalisten, Kommentatoren und als Experten ausgegebene vermeintliche Autoritäten oder Koryphäen Fehlmeldung über Fehlmeldung verbreiten, und zwar auch und vor allem auf der Sachebene, der schlichten Ebene der tatsächlich vorgesehenen Schreibungen. Ein Beispiel, das diese Annahme belegt, ist ein Artikel, der am 2. August 2004 im Spiegel erschien und die Überschrift „Unzweifelhaft eine Katastrophe“ trug. Sein Autor: der große Marcel Reich-Ranicki. Zur Untermauerung seines Katastrophen-Kassandraruf führt er ganze sieben (7!) Beispiele an.
Reich-Ranicki wiederholt die schier unausrottbare Behauptung, das Wort „wohlverdient“, das er als erstes Beispiel vorstellt, müsse nach der Reform getrennt geschrieben werden: „ein wohl verdienter Preis“, was doppeldeutig sei und auch im Sinne von „vermutlich verdienter Preis“ gelesen werden könne. Die Wahrheit ist: Keines der ernst zu nehmenden Wörterbücher (Duden und Bertelsmann, jetzt als „Wahrig“ firmierend) hat diese Schreibung je vorgesehen. Die Getrenntschreibung wäre nach der Reformregel ja auch nur dann geboten gewesen, wenn „wohl“ in „wohlverdient“ im Sinne von „gut“ zu verstehen und damit steigerungsfähig wäre, wenn es also auch „besser verdient, am besten verdient“ oder „sehr, ganz wohlverdient“ gäbe. Da dies nicht der Fall ist, ist allein die Zusammenschreibung zulässig.
Demselben Mythos sitzt Reich-Ranicki auf, wenn er eine Wendung wie „das bei weitem nichts sagendste“ als angebliche Reformschreibung aufführt. Selbstverständlich ist und war sie unzulässig, und zwar aufgrund der Regel, dass Wortverbindungen, bei denen einer der Bestandteile in dieser Form nicht selbstständig vorkommt, in Reich-Ranickis Beispiel also der Bestandteil „sagendste“, zusammenzuschreiben sind (§ 36.2 des amtlichen Regelbuchs): „das Nichtssagendste“.
Auch was die übrigen angeführten Schreibungen „frisch gebackene Ehe“, „Zeit raubend“, „tief schürfend“ angeht, hat sich Reich-Ranicki nicht hinreichend kundig gemacht. In der Anfang Juni 2004 von der Kultusministerkonferenz auf Vorschlag der Rechtschreibkommission beschlossenen Revision sind sie nämlich alle auch (wieder) als Zusammenschreibungen zulässig (§ 36 E2.2).
Schließlich zu Reich-Ranickis Beispiel „leidtun“. Auch hier hat die Revision die Kritik aufgenommen und lässt die Klein-/Zusammenschreibung („tust ... leid“ parallel zu „leidtun“) zusätzlich zur Groß-/Getrenntschreibung („tust ... Leid“ parallel zu „Leid tun“) zu – aber nicht die alte Schreibung „leid tun“ (klein und getrennt), die Reich-Ranicki offenbar meint, die er aber nicht mehr richtig in Erinnerung hat. Der leicht zu merkende Grundsatz der Neuregelung ist hier: Im Fall von Varianten entweder groß und getrennt („Leid tun“, „auf Seiten“) oder klein und zusammen („leidtun“, „aufseiten“), aber nicht mehr klein und getrennt (die früheren Schreibungen „leid tun“, „auf seiten“).
Unter allen von Reich-Ranicki angeführten kritischen Punkten ist allein seiner Kritik an der nunmehr möglichen (aber nicht gebotenen!) Trennung „Demok-ratie“ eine gewisse Berechtigung nicht abzusprechen. Wie er allerdings darauf kommt, den zweiten Bestandteil, „ratie“, mit „Ration“ gleichzusetzen („Es geht doch nicht um die Ration aus der Volksküche ...“) bleibt unerfindlich. Hatte er vielleicht eines der auch sonst gern als Gruseltrennungen herangezogenen Beispiele „Demonst-ration“ oder „Frust-ration“ im Sinn? Deren Trennung folgt aber doch denselben Regeln wie die in „Most-rich“, „gest-rig“, „dreifenst-rig“ und dergleichen, die nichts Gruseliges an sich haben. „Demo-kratie“ jedenfalls soll nach dem Duden als Zusammensetzung an der Fuge getrennt werden.
Alle sieben aufgeführten Fälle sind nicht geeignet, Reich-Ranicki, wenn schon nicht als Orthografie-Experten, so doch als Kommentator, der sich redlich kundig gemacht hat, auszuweisen. Doch das Lesepublikum des Spiegel hat wenig Anlass, ihm zu misstrauen, weniger vielleicht noch als der „Bildzeitungs“-Leser, der von seiner Zeitung genau so hinters Licht geführt wird, diese Möglichkeit aber von vornherein immer einkalkuliert.
Wenn stimmt, was das Boulevardblatt Berliner Zeitung am 6. September 2004 aus einem Interview mit Reich-Ranicki abdruckt, ist der Spiegel-Leser endgültig der Düpierte: Auf die Frage „Zurzeit [!] wird die Rücknahme der Rechtschreibreform diskutiert. Haben Sie die neuen Regeln je benutzt?“ antwortet er: „Nein, nie“ – das sei ihm unbenommen. Aufschlussreich hingegen ist die Antwort auf die Frage „Beherrschen Sie die neuen Regeln überhaupt?“: „Nein! Das muss [!] ich auch gar nicht.“ Nun verstehen wir, wie Artikel wie der besprochene in die Zeitung gelangen. Kein Redakteur hat ihn kritisch gegengelesen. Es ist ja Kampfzeit, in der der kluge Kopf hinter der Frankfurter Allgemeinen und der mehr wissende Spiegel-Leser den Bild-Aufkleber „Stoppt die Schlechtschreibreform“ stolz, aber ahnungslos auf der Bekennerstirn tragen sollen. Oft genügt ein Blick in den Duden, um ihn wieder abzunehmen.

Photo: Professor Dr. phil. habil. Wilfried Kürschner, geboren 1945 in Lichterfeld (Niederlausitz), ist Professor für allgemeine Sprachwissenschaft und germanistische Linguistik im Institut für Anglistik und Germanistik der Universität in Vechta. Studium in Tübingen (dort 1973 Promotion) und Newcastle upon Tyne. Wissenschaftlicher Assistent in Tübingen und Freiburg i. Br. (dort 1980 Habilitation); seither Professor in Vechta. Zahlreiche Buch- und Aufsatzveröffentlichungen, darunter Lehr- und Studienbücher. Zuletzt erschienen: „Grammatisches Kompendium“ (Francke, 4. Auflage 2003), „Taschenbuch Linguistik“ (Erich Schmidt, 2. Auflage 2003); demnächst erscheint in 2. Auflage „Neue Rechtschreibung kompakt“ (Olms-Weidmann).
Obwohl MUT die Schreibreform als ebenso überflüssige wie selbstherrliche Bürokratenaktivität ablehnt, ist dieser Beitrag dem Thema entsprechend in neuer Orthographie gesetzt.

In: MUT. Forum für Kultur, Politik und Geschichte. Heft 448, Dezember 2004. S. 28–29.

[2006-Aug-10]
 
 

Kommentar von Matthias Künzer, verfaßt am 20.04.2006 um 13.19 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=488#3881

Dieser Prof. Kürschner? [Ja. – Red.]

"Selbsternannt" ist synonym zu "dahergelaufen".

Warum nennt sich die Zeitschrift eigentlich "Mut"?
 
 

Kommentar von Jens Stock, verfaßt am 20.04.2006 um 11.27 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=488#3877

Nur nebenbei gefragt: Müßte Herr Kürschner als Reformanhänger nicht selbst ernannte Kritiker schreiben?
 
 

Kommentar von Lukas Berlinger, verfaßt am 20.04.2006 um 11.17 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=488#3876

Das zeigt die Dummheit des Professors. Selbsternannte Kritiker kann es nicht geben, denn Kritiker ist Kritiker. Das Wort muss aber benutzt werden bei Leuten, die sich eine Funktion anmaßen, die ihnen nicht zusteht. Diese selbsternannten Verkehrspolitiker, Naturschützer, Sprecher für den Gutmenschen-Anteil an der Bevölkerung gibt es allerdings in der Lokalpolitik zuhauf und in unerträglichem Maße.
 
 

Kommentar von Jan-Martin Wagner, verfaßt am 20.04.2006 um 10.26 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=488#3872

Und die Reformer? Haben nicht schon die sich selbst zu solchen ernannt? Zumindest haben sie selbst dafür gesorgt, dazu ernannt zu werden.
 
 

Kommentar von Glasreiniger, verfaßt am 20.04.2006 um 10.01 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=488#3871

Noch viel ärgerlicher ist, daß sich offenbar viele Leser solcher Artikel daran nicht stören.
 
 

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