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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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23.07.2005
 

GZS auf steinigem Weg

Seit gestern kann man auf der Internetseite des Rates auch den Rest der GZS besichtigen.
Der Text ist - bei grundsätzlich richtiger Tendenz - immer noch arg verkorkst und voller Fehler, so daß auch hier ein Sondervotum fällig wird, damit wenigstens die nächste Generation von Reformarbeitern weiß, was sie noch ändern muß. Der gegenwärtige Rat ist dazu nicht in der Lage. Ich habe noch nicht einmal erreicht, daß Präfixbildungen mit ur- (und erz-) nicht länger als "Zusammensetzungen" dargestellt werden. Solche banalen Dinge stoßen im Rat gleich auf Ablehnung als zu subtil. Dabei ist der Text auch so schon für normale Mitbürger nicht mehr nachvollziehbar.

Zabel gibt meine Meinung ganz richtig wieder: der Staat sollte die Finger von diesen Sachen lassen.



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Kommentare zu »GZS auf steinigem Weg«
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Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 11.07.2014 um 08.49 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=193#26294

Nachtrag zum vorigen: Wüstungen wird es auch in Deutschland bald wieder geben. Wie die Zeitung berichtet, hat die Landflucht dazu geführt, daß manche Dörfer nur noch acht Einwohner haben; es ist sogar ausdrücklich von bevorstehenden Wüstungen die Rede. Es gibt schon viele Dörfer mit mehr als 1000 Einwohnern, die kein Lebensmittelgeschäft mehr haben, bestenfalls kommt ein fliegender Händler vorbei. Hier in unserem stadtnahen Dorf (2000 Einwohner) hat man vor Jahren versucht, ein "Kleinzentrum" einzurichten; alle Läden sind wieder verschwunden, geblieben ist ein Briefkasten. Es ist nicht nötig, abends die Gehsteige hochzuklappen, weil auch tagsüber niemand zu sehen ist.
Das ist übrigens einer der Gründe, warum es dem Deutschen Sprachatlas schwerfällt, Dialektsprecher zu finden.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 15.05.2013 um 15.59 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=193#23200

Die FAZ berichtet heute über die Entvölkerung des ländlichen Rußland und die vielen tausend "wüstgefallenen" Dörfer dort. Die Dudenwörterbücher scheinen das Wort nicht zu kennen. Wenn ich mich nicht täusche, wird es im Infinitiv immer noch meist zusammengeschrieben, als Partizip oft getrennt, aber in Attributstellung meist zusammen.

Wüstungen haben mich schon als Kind beeindruckt. In den ausgedehnten Wäldern meiner nordhessischen Heimat gibt es viele Stellen, wo man vermuten kann, daß unter den bemoosten Hügeln einmal ein Dorf gelegen haben wird. Das meiste ist noch nicht erforscht. Oft geht die "Verwüstung" auf den Dreißigjährigen Krieg zurück, der stellenweise ein Drittel der Bevölkerung dahinraffte.
 
 

Kommentar von Henning Upmeyer, verfaßt am 26.07.2005 um 11.50 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=193#798

In § 39 werden "sonstige Wortarten abgehandelt, z.B. Konjunktionen. "wie viel" (neue Schreibweise) wird aber nicht unter Konjuntionen (Bindewörtern), sondern nur unter Interrogativpronomen (Fragefürwörtern) aufgeführt. Auch im großen und kleinen Wahrig, in denen die Wortart angegeben wird, ist "wie viel" nur noch Interrogativpronomen. In den Mitteilungen des Rats steht nur, daß § 39 in der Fassung von 2004 bestehen bleibt. Gibt es darin die Konjunktion "wieviel" wieder?
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 26.07.2005 um 10.19 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=193#794

Eckinger irrt nicht nur beim "aufwändig", sondern ist auch in keiner Weise befugt, Empfehlungen des Rates zu den Bereichen Zeichensetzung und Silbentrennung abzugeben. Der Rat hat hierzu noch keinen einzigen Beschluß gefaßt. Daß Eckinger die Fabel von den unstrittigen Bereichen weiterverbreitet, überrascht wohl niemanden, es ist aber ein weiterer Verrat am Rat und seinem Vorsitzenden. Übrigens gehört er zu denjenigen, die immer dagegen waren, daß aus den Verhandlungen des Rates etwas nach außen getragen wird, bevor es beschlossen ist.
 
 

Kommentar von rrbth, verfaßt am 25.07.2005 um 21.50 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=193#793

Ich hab's befürchtet:
Wir streiten uns um die Rechtschreibreform und die blöden Daddelkisten verstehen verläßlich nur 8-Bit-, wirklich zuverlässig sogar nur 7-Bit-Zeichen.

ε soll ein kleines Epsilon darstellen
ə soll ein kleines umgedrehtes, spiegelverkehrtes e darstellen
 
 

Kommentar von rrbth, verfaßt am 25.07.2005 um 21.40 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=193#792

Der Meinungsbildungsprozess im Rechtschreibrat ist zeitaufwändig (Achtung: Ab dem 1. August muss ein »e« in »zeitaufwendig« als Fehler gewertet werden), aber sachlich. “ schreibt Ludwig Eckinger, Bundesvorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung VBE und Vertreter der deutschen Lehrergewerkschaften und -verbände im Rechtschreibrat.

Das ist kaum zu glauben. Natürlich können (Flüchtigkeits-)Fehler passieren. Bevor ich allerdings so eine dezidierte Aussage veröffentliche, schaue ich nach, ob sie so auch richtig ist. Sie ist falsch, uns das nicht erst seit der 2004er Fassung!

„§ 13 E1: Man schreibt e oder ä in Schenke/Schänke (wegen ausschenken/Ausschank), aufwendig/aufwändig (wegen aufwenden/Aufwand).
E2: Für langes [e:] und langes [ε:], die in der Aussprache oft nicht unterschieden werden, schreibt man ä, sofern es eine Grundform mit a gibt, zum Beispiel: quälen (wegen Qual). Wörter wie sägen, Ähre (aber Ehre), Bär sind Ausnahmen.“

Und bei § 13 E2 fällt mir auf, daß „[e:] und langes [ε:], [die] in der Aussprache oft nicht unterschieden werden“.
Hm,
das kann schon sein. In unserer Gegend kennt man z.B. kein anlautendes [t] und spricht folgerichtig vom „harten D“ und vom „weichen D“. Aber Grundlage sollte doch wohl Standarddeutsch, meinetwegen auch Hochdeutsch, sein. Und dafür wird sogar ein – unterschiedlich ausgesprochenes und geschriebenes – Beispiel angeführt: ['ε:rə] – ['e:rə].
Ich füge noch ein Beispielhinzu: ['zε:gn] – ['ze:gn].

 
 

Kommentar von Jens Stock, verfaßt am 25.07.2005 um 20.41 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=193#791

Ja, nicht alle haben den ungetrübten Durchblick. In der Süddeutschen war neulich auch zu lesen, daß in den meisten Bundesländern ab dem 01.08.2005 „aufwendig“ als Fehler zu werten wäre ...
 
 

Kommentar von Christian Dörner, verfaßt am 25.07.2005 um 17.36 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=193#790

»Zeitaufwendig« ab dem 1. August ein Fehler – meint jedenfalls Herr Eckinger. Im Gegensatz dazu sei die Rücknahme der Nichttrennung von »ck« quasi bereits beschlossene Sache. Des weiteren plane der Rat keinesfalls, die Reparatur der Groß- und Kleinschreibung jemals in Angriff zu nehmen.
Die Mitglieder des Rates scheinen sowohl über die neue deutsche Rechtschreibung als auch über die Beschlüsse des Gremiums, dem sie angehören, immer bestens informiert zu sein. Herr Eckinger gibt im neuesten Heft des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes folgendes zum besten:

»Neueste Rechtschreibung

Wieder mehr zusammenschreiben

Zum 1. August werden »unstrittige Teile« der Reform verbindlich


Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat am 2. Juni beschlossen: »Für alle Bereiche, zu denen aus dem Rechtschreibrat keine Änderungswünsche zu erwarten sind, das sind die Laut-Buchstaben-Zuordnung, die Schreibung mit Bindestrich sowie die Groß- und Kleinschreibung, endet mit dem 31. Juli 2005 an Schulen der Übergangszeitraum bei der Fehlerkorrektur.« Einen Tag nach diesem Beschluss trat der von der KMK berufene Rechtschreibrat zusammen, um sich mit den strittigen Teilen der Reform auseinanderzusetzen. In der Beschlussvorlage zum Gesamtkomplex der Getrennt- und Zusammenschreibung wird für die Zusammenschreibung des Verbs »auseinandersetzen« votiert. Analog dazu kann man sich »querlegen«, »aneinandergeraten«, »durcheinanderbringen«. Es ist absehbar, dass künftig wieder deutlich mehr zusammengeschrieben wird. Aber erst wird das Votum des Rechtschreibrats der KMK vorgelegt.

Sinnvolle Kommata

Die anderen beiden strittigen Reformbestandteile sind die Silbentrennung und die Zeichensetzung. Über die Vorlagen des Rechtschreibrats haben wir uns bei der Sitzung am 1. Juli verständigt. Bei beiden Komplexen soll das inhaltliche Verständnis unterstützt werden. Der sparsamere Gebrauch von Kommata empfiehlt sich demnach nur, wenn die Gliederung eines Ganzsatzes, auch als Reihung von selbstständigen Sätzen, zweifelsfrei erkennbar ist. Im Zweifel wird auf die Trennkraft des Kommas gesetzt. Künftig werden auch wieder generell satzwertige erweiterte verbale und nichtverbale Wortgruppen (Infinitiv-, Partizip- und Adjektivgruppen) mit einem Komma abgegrenzt, um das Verständnis der Aussage zu sichern. Ist der Infinitiv nicht erweitert, steht kein Komma. Das jedenfalls schlägt der Rechtschreibrat vor. Im Komplex Silbentrennung sollen insbesondere Silben, die aus einem Vokal bestehen, nicht mehr zulässig sein. Demnach ließe sich weder Ehe noch Uhu trennen. Auch der Abend wird sein Anfangs-A nicht los. Das »c« darf zwar vom »k« getrennt werden, aber nur, wenn es sich zum »k« wandelt. Damit bricht ihm kein Zak-ken aus der Krone, meint der Rechtschreibrat.

Der Meinungsbildungsprozess im Rechtschreibrat ist zeitaufwändig (Achtung: Ab dem 1. August muss ein »e« in »zeitaufwendig« als Fehler gewertet werden), aber sachlich. Nachdem die KMK im Zusammenhang mit ihrem Beschluss von Anfang Juni betont hat, den Rechtschreibrat damit nicht unter Druck setzen zu wollen, lässt sich tatsächlich von einem Durchbruch im leidigen Rechtschreibstreit sprechen.

Ludwig Eckinger, Bundesvorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung VBE ist Vertreter der deutschen Lehrergewerkschaften und -verbände im Rechtschreibrat«


Quelle: »Bayerische Schule«, Heft 7/8, 58. Jg., 22.07.2005, S. 10
 
 

Kommentar von Reinhard Markner, verfaßt am 24.07.2005 um 23.20 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=193#781

Wie Herr Upmeyer schon bemerkte, liegt in der Auswahl der Beispiele von § 35 eine Irreführung, die der Rat fortsetzt. Unter die Verbindungen mit sein werden nämlich auch Verbindungen mit gewesen gerechnet, für die aber kein Beispiel aufgeführt wird. Es soll also bei nie da gewesenen Ereignissen bleiben (vgl. Duden 2004, 268).
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 24.07.2005 um 12.15 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=193#774

Das Verfahren ist so: Im Rat spricht man über Änderungsvorschläge und stimmt dann ab, aber der endgültige Text liegt zu diesem Zeitpunkt niemandem vor. Ich selbst habe meist nach dem allgemeinen Eindruck von der Tendenz der angestrebten Änderungen gestimmt, aber jederzeit mit dem Bewußtsein, daß die Endfassung nicht ganz meinen Vorstellungen entsprechen würde. Anders geht das auch gar nicht bei drei Dutzend Mitgliedern, die meisten davon Laien. Man überläßt die Schlußredaktion der Geschäftsführerin, es ist aber anzunehmen, daß der IDS-Direktor, der eine nicht ganz klare, im Statut nicht vorgesehene Sonderstellung einnimmt, ihr dabei unter die Arme greift. Der Tenor ist natürlich immer pro Reform.
Bedauerlicherweise ist ja auch eine Diskussion auf den Internetseiten des Rates nicht vorgesehen, und von der Möglichkeit, ersatzweise hier zu diskutieren, macht außer mir kein Ratsmitglied Gebrauch. Reformer diskutieren überhaupt nicht öffentlich - wozu auch, solange sie die Staatsmacht hinter sich haben? Allerdings lesen einige besonders engagierte Reformer und Ratsmitglieder hier mit, und zwar täglich.
 
 

Kommentar von Kai Lindner, verfaßt am 24.07.2005 um 11.42 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=193#772

Da habe ich doch einmal eine Verständnisfrage.

Wer hat den publizierten Text zur GZS abgesegnet? Wurde er mit Mehrheitsbeschluß so angenommen und dann gemeinschaftlich in Text gegossen? Oder hat ihn ein einsamer Streiter der "Reform" in einer Nacht-und-Nebel Aktion zusammengeschrieben und im Namen des Rates ins Netz gestellt?

Die Verantwortlichkeit eines Sekretariats für die gerade einmal fünf Seiten Text kann man doch wohl ausschließen... oder sollte man doch ausschließen können, denn wir haben es hier mit einem Rat aus lauter "Profitextern" zutun, und da wird doch wohl nicht eine Sekretärin die letzte Instanz sein?

Wer zeichnet für den Text also verantwortlich? Den PDF Metainformationen kann man hier jedenfalls nichts erhellendes entnehmen.
 
 

Kommentar von Jürgen Kern, verfaßt am 24.07.2005 um 09.53 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=193#771

Oh, mein Gott...

Natürlich bin ich froh, daß nun mancher Schwachsinn beseitigt wurde, aber dieses Ergebnis ist auch nicht das beste. Verbindungen mit "sein" werden anscheinend auch weiterhin immer getrennt geschrieben, was mir nicht paßt, denn es geht doch nichts darüber, irgend etwas "seinzulassen".

Übertragene Bedeutungen KÖNNEN, müssen aber nicht zusammengeschrieben werden. Gut, persönlich wäre es mir lieber, man MÜSSTE übertragene Bedeutungen zusammenschreiben, aber mit diesem Ergebnis bin ich auch sehr zufrieden. Die Sache mit "kennenlernen" ist aber hoffentlich nicht endgültig. Und was ist mit "spazierengehen" und anderen schönen, zusammengeschriebenen Verben?
 
 

Kommentar von Peter Müller, verfaßt am 24.07.2005 um 08.48 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=193#770

Ein Vergleich der letzten beiden Versionen der §§ 33, 35-39 ist hier zu finden.

Die klassebildenden, fachsprachlichen Zusammensetzungen wie fleischfressend oder metallverarbeitend usw. sind weggefallen. Aufgefallen ist mir ferner der Ersatz von "Komposita" durch "Zusammensetzungen", wobei ein "Kompositum" übersehen worden ist (§ 37 E5), sowie die etwas peinlichen beiden Tippfehler "hunderstel" im gleichen Abschnitt.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 24.07.2005 um 08.00 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=193#769

Die "Akzentplatzierung" war in der Vorlage noch nicht enthalten, ich habe sie im Entwurf meines Sondervotums bereits entsprechend kommentiert, zumal sie zusammen mit "u. Ä." und weiteren Devotionalien ein Präjudiz für die bevorstehende Diskussion der "Laut-Buchstaben-Zuordnung" darstellen könnte. Wie kann der Rat noch glaubwürdig gegen eine Neuschreibung protestieren, die er selbst freiwillig gebraucht?
Die angeblich beschlossene Vorlage hat in dieser Form dem Rat nie vorgelegen. Das ist eben ein Konstruktionsfehler des Rates, daß er über eine Fülle von Details abstimmt, dabei aber die Übersicht verliert und am Ende nur noch registrieren kann, was er angeblich gebilligt hat. Meine schriftlich und mündlich vorgetragenen Einwände sind weder zu Protokoll genommen noch bei der Endfassung berücksichtigt. Auch über die §§ 38 und 39 ist gesprochen worden, aber davon fehlt nun jede Spur. Überhaupt ist an der Vorlage fast gar nichts mehr geändert worden, nicht einmal die offensichtlichsten Fehler. Die fünfte Sitzung hat fast keine Spuren hinterlassen. Schon deshalb ist ein ausführliches Sondervotum fällig. Für weitere Hinweise bin ich dankbar.
 
 

Kommentar von Klaus Achenbach, verfaßt am 23.07.2005 um 20.45 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=193#766

Unabhängig von jeder inhaltlichen Bewertung kommt man doch um eines nicht herum, nämlich die sprachschöpferische Tätigkeit des Rechtschreibrates gebührend anzuerkennen. Das Wort "Akzentplatzierung" ist wahrhaft eine Meisterleistung. Wer kann jetzt noch Zweifel hegen, daß die Zukunft der deutschen Rechtschreibung, ja der deutschen Sprache, in guten Händen ist?

Allerdings scheint das Sekretariat der Herausforderung nicht ganz gewachsen zu sein. Wie soll man sich anders erklären, daß bei der Redaktion des Textes an zwei Stellen das schlichte, ja geradezu popelige Wort "Betonung" stehengeblieben ist?
 
 

Kommentar von Karsten Bolz, verfaßt am 23.07.2005 um 18.52 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=193#764

Trotzdem scheint diese überarbeitete Fassung doch zumindest eines zu beschreiben: Der von den Reformern einst stolz vor sich hergetragene Erfolg, die "Tendenz zur Zusammenschreibung gestoppt" zu haben, ist hiermit begraben. Beim ersten Drüberschauen habe ich gesehen, daß auch die fatale "-ig, -lich, -isch"-Regel wohl den Weg allen Irdischens gegangen ist. Daß "ur-" und "erz-" an falscher Stelle erscheinen, daß ferner weitere Schnitzer in der Darstellung zu finden sind, mag den Fachmann stören, der Laie sieht nur das Signal, welches in die richtige Richtung weist.
 
 

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