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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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12.02.2014
 

Grammatische Exerzitien 2
Infinitivkonstruktionen

Vorläufige Übersicht

1. Der reine Infinitiv
2. Der Infinitiv mit zu
3. Der Infinitiv mit um zu usw.


1.Der reine Infinitiv
Der reine Infinitiv wird als Befehlsform anstelle eines Imperativs gebraucht:
Aufstehen!
Obwohl der Agens sonst beim Infinitiv nicht genannt wird, kann er zum auffordernden Infinitiv hinzugefügt werden:
Alle mal herhören!
Wer dafür ist, bitte die Hand heben.


Der reine Infinitiv (ohne zu) steht bei

werden als Hilfsverb (periphrastisches Futur).

Modalverben (s. d.)

als freier finaler Infinitiv
Sie kommt die Koffer holen.
Aber meistens sitze ich natürlich im italienischen Eiscafé Teenager beobachten.
(Eckhard Henscheid: Geht in Ordnung. Frankfurt 1981:20)
Dieser finale Infinitiv wird immer häufiger durch die eindeutigere Konstruktion mit um zu abgelöst.
Fortbewegungsverben und sein mit finalem Infinitiv:
Er geht einkaufen.
Ganz Breslau scheint hier einkaufen zu sein.
Immer wenn ich einkaufen bin, bringe ich meinen beiden Kaninchen etwas mit.
Das Mädchen war Haare schneiden.

Andersartig sind Verbindungen wie spazierengehen, -fahren, -reiten usw., die nicht das Ziel, sondern die Art des Gehens usw. ausdrücken.

bleiben (vor allem mit Positionsverben):
Die Uhr bleibt stehen.
Der Schüler bleibt sitzen.
lernen
Er lernt schwimmen.
Sie lernt den langsamen Walzer tanzen.

Hier steht fakultativ auch der Infinitiv mit zu, vor allem bei umfangreicheren Gruppen.
Andersartig ist kennenlernen, das die Anfangsphase des Kennens bezeichnet und stets ohne zu verwendet wird: *er lernt sie zu kennen.

als AcI bei
Wahrnehmungsverben
Ich sah ihn kommen.
Er spürt sein Herz klopfen
. (Burkhard Spinnen: Belgische Riesen. Frankfurt 2000:209)

lassen, haben
Zum Glück hatte die alkoholisierte Frau ein Handy einstecken.
(NN 18.3.03)
Hauptkommissar Jürgen Reeg hat immer wieder Jugendliche vor sich sitzen, die beim Sprayen erwischt wurden. (NN 15.1.04)
„Wir haben das Wartezimmer voll sitzen und werden bestimmt noch bis abends um acht zu tun haben“, berichtete Kinderärztin Friederike Hanke gestern Nachmittag. (Wolfsburger Nachrichten 20.9.08)
Seine Familie hatte mehrere Angehörige im Ausland leben. (Helmut Wilhelm: Gesellschaft und Staat in China. Reinbek 1960:92)
Jukundus hatte in einem Gasthaus ein Pferd stehen (Gottfried Keller: Das verlorene Lachen. München o. J.:61)
Schließlich hat das Stuttgarter Unternehmen schon seit März 1986 in 30 deutschen Großstädten rund 40 rußarme Diesel-Busse laufen. (SZ 3.3.88)
Regional steht hier auch der Infinitiv mit zu:
Er hat ein Lexikon im Schrank zu stehen.

Der Infinitiv ist in einigen AcI-Konstruktionen nicht auf Aktiv oder Passiv festzulegen, er ist diathesenindifferent:
Das schönste Eichenholz habe ich verarbeiten sehen. (Goethe Hbg. Ausg. 11:79)
Ich sah ein Kind zu Grabe tragen. (Goethe Hbg. Ausg. 11:340)
Nach dem Aufstand des 17. Juni / Ließ der Sekretär des Schriftstellerverbandes / In der Stalinallee Flugblätter verteilen (...) (Brecht)
In allen diesen Fällen könnte ein Agens mit von oder durch hinzugefügt werden, so daß der Infinitiv passivisch verstanden werden müßte:

Minderjährige lassen die Bescheinigung von ihren Eltern unterschreiben.


Ebenso:Seine Touristin lässt er von zombiehaften Organhändlern umbringen. (SZ 23.6.10)



2. Der Infinitiv mit zu steht
nach Halbmodalverben wie drohen, pflegen, scheinen, versprechen.


3. Der Infinitiv mit um zu usw.

4.„Kontrolle“ (Orientierung)
Da der Infinitiv mit wenigen Ausnahmen kein Subjekt hat, muß der Hörer anderweitig erschließen, wer oder was als Träger der Infinitivhandlung in Frage kommt. Beim reinen Infinitiv ist es der Subjektaktant des übergeordneten Verbs (Matrixverbs).
Der Infinitiv mit zu und um zu usw. tritt orientiert und nicht-orientiert auf.

Orientierte Infinitive:
Ich verspreche dir, die Suppe zu kochen.
Ich bitte dich, die Suppe zu kochen.

Hier hängt es offenbar vom Matrixverb ab, ob die Infinitivhandlung dem Subjekt oder dem Objekt zugeschrieben wird.
Möllemann wird nachgesagt, nach Neuwahlen eine kleine Koalition mit der SPD anzustreben. (SZ 2.6.92)
Auch nach formalem Subjekt es:
Die ganze Nacht hindurch blizte und donnerte es, doch ohne zu regnen. (Paul Wilhelm: Erste Reise nach dem nördlichen Amerika. Stuttgart 1837:280)
Bei automatisierten Prozessen bedarf es gewisser Hilfskonstruktionen, um sie überhaupt sichtbar zu machen; der Introspektion bleiben sie verschlossen. (Gudrun Horstkotte: Sprachliches Wissen: Lexikon oder Enzyklopädie? Bern u.a. 1982:13)
Bei manchen Verben sind beide Deutungen möglich, die Konstruktion ist zweideutig:
Küttner hatte meinem Vater angeboten, mich als Assistenten zu nehmen. (Rudolf Nissen: Helle Blätter, dunkle Blätter. Stuttgart 1969:83)
Ich bot Allan an, den Rest Whisky zu trinken. (Ursula Isbel: Pferdeheimat im Hochland. Gütersloh 1998:70)
Bei finalen Konstruktionen mit um zu steuert normalerweise das Subjekt die Deutung des Infinitivs:
Naturrechtsprinzipien sind zu abstrakt, um der Vielfalt ganz unterschiedlicher Konfliktlagen gerecht werden zu können. (SZ 29.2.09)
Das Subjekt kann in einer Passivkonstruktion verborgen sein:
Was darf gezeigt werden, ohne die Würde der Opfer zu verletzen? (SZ 7.2.07)
(= Was darf man zeigen ...)
Ungewöhnlich ist Objektsteuerung:
Um die Verzögerung des UN-Planes zu erreichen, ist ihm jedes Mittel recht. (SZ 9.9.92)
Ich schicke Anneli auf die Straße, um zu sehen, wann Klaus nach Hause kommt. (Marianne Grabrucker: „Typisch Mädchen“. Frankfurt 1992:192)

Nicht-orientierte Infinitive:
Oft ist der zu erschließende Agens nicht im Obersatz genannt, sondern muß sinngemäß ergänzt werden:
An Altersschwäche zu sterben, ist überall auf der Welt ungesetzlich. (Sherwin B. Nuland: Wie wir sterben. München 1995:80)
Manchmal ist es nützlich, um die Tagesfragen besser zu verstehen, sich in Gedanken ganz von ihnen zu entfernen. (Norbert Elias: Humana Conditio. Frankfurt 1985:7)
Ist kein Agens in der näheren Umgebung genannt, wird im allgemeinen ein personales Subjekt ergänzt. Außer den bereits genannten Beispielen vgl. noch:
Auf der Straße zu schlafen ist normal.
Man versteht das so, daß es sich um Menschen handelt. Diese Voraussetzung ist aber aufhebbar:
Auf der Straße zu schlafen ist für indische Kühe normal.


Anmerkungen:

Für die Verbindung aus sein + Infinitiv hat man eine besondere „Absentiv“-Konstruktion angenommen. Das ist jedoch unnötig.
Phraseologisch: er hat gut (leicht usw.) reden
Bei Jetzt gilt es (wachsam sein usw.) steht auch öfter zu: Jetzt gilt es, wachsam zu sein.
Die unterschiedliche Orientierung spielt auch bei anderen Satzabschnitten (s.d.) eine Rolle, vor allem bei Partizipialkonstruktionen.
Bei reflexiven Verben und Konstruktionen schwankt das Reflexivpronomen zwischen kongruierender und neutraler Form:
Es ist nicht leicht für uns, sich vorzustellen, wie das ist: in einem Land zu leben, das seine Bewohner nicht gehen und kommen läßt, wie sie Lust haben. (Zeit 17.8.84)
(sich statt erwartetem uns ist wohl aus Gründen der Wiederholungsvermeidung gesetzt.)
Ein wenig irritiert ihn aber auch unsere Unfähigkeit, sich gegen Betrügerei zur Wehr zu setzen. (Christa Wolf: Voraussetzungen einer Erzählung. Neuwied 1987:73)
(Zu erwarten wäre uns, da der Agens aus dem Possessivartikel unsere erschließbar ist.)
Es geht hier und jetzt nicht darum, uns im einzelnen mit Weinrichs Argumenten auseinanderzusetzen. (IF 73, 1968:283)
(Aus dem Kontext geht hervor, daß der Verfasser die Nennung des Agens im Obersatz nur ausgespart hat.)


(Wird ergänzt)



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Kommentare zu »Grammatische Exerzitien 2«
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Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 19.08.2019 um 04.55 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1602#41981

Daß das Partizip II und der Ersatzinfinitiv dasselbe bedeuten, versteht sich intuitiv von selbst, aber sprachwissenschaftlich muß es bewiesen werden. Dabei helfen Belege, die den Wechsel im gleichen Kontext zeigen:

Eine funktionierende Linke (...) hätte eine Alternative zum Sozialismus bieten können. Sie hat es nicht gekonnt, weil sie zerstritten war. (FAS 18.8.19)
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 17.01.2018 um 11.17 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1602#37594

Er hat es tun wollen
mit Ersatzinfinitiv ist sicher üblicher als
Er hat es tun gewollt
das allerdings entgegen manchen Grammatiken auch nicht ausgeschlossen ist.

Steht aber der Hilfsverb seinerseits im Infinitiv, verschiebt sich die Lage:

etwas Unrechtes tun gewollt zu haben (Klaus Bringmann: Geschichte der Römischen Republik. München:142)

Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, nicht lesen gekonnt zu haben.

Der Prophet selber soll weder schreiben noch lesen gekonnt haben.

Also als Rabbi sollte er doch wohl lesen und schreiben gekonnt haben?

etwa zehn bis dreißig Prozent der städtischen Bevölkerung, die lesen und schreiben gekonnt haben sollen
(Franz M. Konrad: Geschichte der Schule. München 2007:54)
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 31.12.2017 um 08.20 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1602#37425

Lindner will auch minderjährige kriminelle Flüchtlinge abschieben (t-online 31.12.17)
Geht in Ordnung! (Aber seit wann schiebt der Vorsitzende der FDP Flüchtlinge ab?)

Zum grammatischen Hintergrund: Die Modalverben regieren den reinen Infinitiv und haben dasselbe Subjekt. Bei wollen (mögen, möchte) ist auch ein daß-Satz möglich. Das scheint das weitere Verständnis der Konstruktion wie im Beispielsatz zu begünstigen.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 04.12.2017 um 09.49 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1602#37179

Schulz ist schwach genug, um ihn zu manipulieren

Für die Linke ist Schulz schwach genug, um ihn immer wieder ideologisch vereinnahmen zu können.
(Welt 4.12.17)

Der Finalsatz sollte subjektorientiert sein, was nur mit Passiv oder Passivumschreibungen möglich wäre. Andere Klammerung erforderlich: [schwach genug, um ihn zu manipulieren] (nur das Prädikativ ohne den einbettenden Satz; damit entfällt die Orientierungsrichtung).
 
 

Kommentar von Gunther Chmela, verfaßt am 23.11.2017 um 18.47 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1602#37092

Im Bairischen gibt es die alte Bedeutung von dürfen noch (neben der "modernen" im heutigen Standarddeutschen). Wenn eine Mutter etwa zu ihrem Sprößling sagt,
du deafsd amoi deine Schua putzn, dann ist das eindeutig ein Befehl. Oder jemand sagt mit Blick auf die Uhr: Etz deafa mi aba schigga! (Jetzt muß ich mich aber beeilen).

Andererseits wird mit müssen sehr oft ein wohlmeinender Ratschlag ausgedrückt.
Du muaßd a bißl festa drugga. Das heißt so viel wie "du solltest etwas fester drücken".
Ich erinnere mich, wie einmal eine des Bairischen nicht mächtige Frau empört gesagt hat: "Wie kommt der Kerl dazu, mir etwas zu befehlen!" Sie hatte Schwierigkeiten, eine Holztreppe zu reinigen, als der Hausmeister freundlich zu ihr sagte: Sie miaßns mid oana Soafa proviern!. Das hieß ja nichts anderes als: Sie sollten es vielleicht mit Seife versuchen. Aber die Frau war außer sich.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 23.11.2017 um 17.11 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1602#37089

Jedes Modalverb stellt uns vor das eine oder andere knifflige Problem.

dürfen ist heute ein Spezialfall von können, nämlich für den Fall, daß das Hindernis in einem Verbot besteht. Das ist aber eine ganz neue Bedeutung, wie man noch an Bedarf, Bedürfnis, darben, Notdurft usw. sieht. Früher bedeutete es also "brauchen, müssen". Vgl.:

Es gibt wirklich sehr viele Menschen, die bloß lesen, damit sie nicht denken dürfen. (Lichtenberg)

Für "nicht müssen" hat sich nicht brauchen eingestellt.

Volkssprachlich du mußt das nicht tun = du darfst das nicht tun. Vgl. engl. must not

Die idg. Wurzel terp (skr. trpnoti usw.), gr. terpo bedeutet "sich freuen, sich sättigen". Kluge/Seebold sieht ein ungelöstes Problem darin, daß es ein Präteritopräsens ist: Wie erklärt sich die Bedeutung aus dem Perfekt?

Die Antwort ist wahrscheinlich in der auch heute (s. o.) beobachtbaren pragmatischen Verschiebung zu suchen, die wir im einzelnen nicht mehr nachvollziehen können. Um jemanden zu schonen, sagen wir etwa, er brauche etwas nicht zu tun, wenn wir eigentlich meinen, er solle es nicht tun usw.
 
 

Kommentar von Manfred Riemer, verfaßt am 22.11.2017 um 10.19 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1602#37078

Es hat zwar nichts mit der Wortstellung zu tun, aber wenn sie wirklich sicher gewesen wäre, hätte sie betonen müssen, sie sei sicher, daß das Bündnis zustande gekommen wäre.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 21.11.2017 um 21.04 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1602#37073

Katrin Göring-Eckardt von den Grünen betonte, sie sei sicher, dass "das Bündnis zustande hätte kommen können". (t-online 21.11.17)

Das ist die zweithäufigste Stellung nach hätte zustande kommen können. So gut wie nicht belegt sind

zustande kommen können hätte/hätte zustande kommen gekonnt

Sonst sind aber alle Permutationen reichlich belegt. Soviel Beweglichkeit im Verbalkomplex überrascht ein wenig.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 15.10.2017 um 09.51 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1602#36595

Unter "Ersatzinfinitiv" steht bei Wikipedia seit Jahren die Stellungsregel:

"Der Ersatzinfinitiv nimmt immer die Position am Satzende ein."

Das ist falsch, vgl.:

daß er es nicht kommen sehen hat usw., sehr häufig. Ferner:

Außerdem soll er dreihundert Personen aus dem Konzentrationslager Kaiserwald für sich arbeiten lassen haben. (FAZ 9.1.04)

Ein Ordensbruder soll 2005 Schüler im Gesicht, am Oberkörper, den Armen und Beinen gestreichelt und sie auf seinem Schoß sitzen lassen haben. (Bild online 5.3.10)

Middelhoff soll sich private Flugreisen von seinem damaligen Arbeitgeber Arcandor bezahlen lassen haben. (FAZ 14.11.14)
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 15.10.2017 um 08.39 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1602#36593

„Es ist ein Horror, den sich niemand hätte vorstellen können“ (über die Waldbrände in Kalifornien)

Schulgrammatisch: Es ist ein Horror, den sich niemand vorstellen gekonnt hätte. – Dann Ersatzinfinitiv, dann Frühstellung des Finitums; der Konjunktiv II ist gesondert zu erklären (vorsichtige Behauptung, indem man die Aussage autoklitisch von einer unausgesprochenen Bedingung abhängig macht, etwa: „wenn er es versucht hätte“).
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 05.10.2017 um 06.56 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1602#36465

Zu den Modalverben:

Tillerson will Trump nicht Idiot genannt haben.

In gerader Bedeutung würde das heißen: Tillerson wünscht, er hätte Trump nicht Idiot genannt (was er aber getan hat).

Autoklitisch („epistemisch“) dagegen: Tillerson will, daß man glaubt, er habe Trump nicht Idiot genannt.

Zwischen diesen beiden Funktionen gibt es keinen Übergang, die Ausdrucksweise ist wirklich zweideutig.

Entsprechend:
Tillerson soll Trump als „Deppen“ beschimpft haben
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 02.02.2017 um 14.54 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1602#34436

Was bedeuten Sätze, die aus guten Gründen nicht vorkommen? Wie viele Engel haben auf einer Nadelspitze Platz? Das sollte nicht unsere Sorge sein.
 
 

Kommentar von Manfred Riemer, verfaßt am 02.02.2017 um 12.03 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1602#34435

Grammatisch ist es zweideutig, aber es gibt nur eine sinnvolle Bedeutung, denn man kann ja nicht jemanden zu etwas auffordern, worauf derjenige gar keinen Einfluß hat (Bitte bekomme (du) etwas geschenkt!). M. E. ist ganz klar, daß hier Johann (Jan) seine Frau (Partnerin) um ein Geschenk für sich (d.h. für ihn) bittet.
 
 

Kommentar von R. M., verfaßt am 01.02.2017 um 12.57 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1602#34434

Das ist halbherzig. Der Beispielsatz sollte lebensnäher lauten:
Jan bittet seine Partnerin, einen Schminkkoffer geschenkt zu bekommen.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 01.02.2017 um 06.59 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1602#34433

Zur "Kontrolle" beim Infinitiv: Ein DFG-Projekt beschäftigte sich mit selbsterdachten Beispielsätzen wie:

Johann bittet seine Frau, einen neuen Suppentopf geschenkt zu bekommen.

Die Forschungsfrage lautet: Wer bekommt den Topf?

(Sagen Sie bitte nicht: Natürlich die Frau, denn die gehört an den Herd!)
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 23.11.2016 um 09.45 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1602#33914

Im Haupteintrag steht, daß normalerweise auf ein personales Subjekt geschlossen wird, wenn der zu-Infinitiv in seiner Umgebung nichts anderes nahelegt. Das entspricht also dem unpersönlichen Passiv: Auf dem Tisch wird getanzt. - Das kann man nicht von Flaschen sagen. In der Literatur wurde so etwas diskutiert: Bunt angemalt zu sein ist lustig. - nur von Menschen, nicht von Häusern.

Wegen der Metaphorik, Vermenschlichung usw. aber nicht immer klar:

Zwischen anderen Reihenhäusern eingeklemmt zu sein mindert die Heizkosten.

Die Sonne zu umkreisen dauert ein Jahr.


Denkt man dabei nicht unwillkürlich an die Bewohner bzw. an mitreisende Astronauten?
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 30.09.2016 um 12.20 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1602#33415

Peter Eisenberg folgt dem an sich richtigen Grundsatz "Eine Person ist keine Person" (d. h. die grammatische Kategorie der Person läßt sich nur anwenden, wo es mindestens zwei davon gibt) und folgert daraus, daß der Imperativ im Deutschen zu den infiniten Formen gehört. Das defektive Infinitiv-Paradigma des Deutschen kennt zwar nur die zweite Person, sie ist aber gerade dadurch vom imperativischen Infinitiv (s. Haupteintrag) unterschieden, daß sie überhaupt personal funktioniert. Anna Wierzbicka hat gezeigt, daß die besondere Grobheit des Infinitivs in der Verweigerung der Person besteht. Das ist auch im Sprachenvergleich interessant.
Das Subjekt kann hinzugefügt werden: geh du! du geh!
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 07.09.2016 um 07.15 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1602#33256

„Eigentümliche Verhältnisse bestehen bei helfen. Hier hat sich der bloße Inf. bis jetzt behauptet, wenn auch daneben zu vorkommt. Doch ist es dabei notwendig, daß das Subj. die gleiche Tätigkeit ausübt, wie die im Dat. stehende Person, vgl. er half ihm graben. Wo das Verhältnis beider Glieder zu dem Inf. nicht das gleiche ist, ist zu notwendig, vgl. ich half ihm, sich aus der Schlinge zu ziehen (...)“ (Paul Dt. Gr. IV, § 335)

Dieser Beobachtung wäre nachzugehen, zumal sich die deutsche Sprache in den letzten hundert Jahren gerade in dieser Hinsicht wohl verändert hat.

Bei GRAMMIS stehen im "Grammatischen Wörterbuch" unter "helfen 6" ungünstige Beispiele: alle mit infiniten Formen von helfen. (http://hypermedia.ids-mannheim.de/call/public/gramwb.ansicht?v_app=g&v_kat=gramm&v_buchstabe=H&v_id=10561)

Die Wahrscheinlichkeit von kohärenter und inkohärenter Konstruktion wird aber maßgeblich durch Stellungsunterschiede bestimmt. Dazu http://hypermedia.ids-mannheim.de/call/public/fragen.ansicht?v_id=98

Allerdings wird Pauls Beobachtung an keiner der beiden Stellen berücksichtigt.

GRAMMIS:

„Kein Beispiel gibt es für die Verwendung einer Infinitivkonstruktion ohne zu nach helfen in einem Nebensatz. Sätze wie Ich wünsche, dass du mir hilfst das Päckchen tragen, sind nicht belegt.“

Solche Belege gibt es, sie sind allerdings nicht leicht zu finden:

Nicht weil er schön ist, sagt Diotima in Platons Gastmahl, suche ich den Geliebten, sondern weil er mir hilft, das Schöne erzeugen. (Franz von Baader)

(Ich würde nach heutigem Brauch das letzte Komma weglassen.)
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 01.04.2016 um 18.36 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1602#32141

Viele Reedereien haben spezielle Angebote, um an Bord eines Kreuzfahrtschiffes zu heiraten.
(welt.de 1..4.16)

Das nennt man dann Elefantenhochzeit.
 
 

Kommentar von Germanist, verfaßt am 06.07.2015 um 15.42 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1602#29350

Für das ausgelassene Verb gibt es in den meisten Fällen mehrere Möglichkeiten, von denen der Sprecher oft nicht weiß, welche zutrifft. Berühmtes Beispiel von Karl Valentin: "Mögen täten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht getraut."
 
 

Kommentar von Manfred Riemer, verfaßt am 06.07.2015 um 13.49 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1602#29349

Ich möchte natürlich nicht alles und jedes mit Ellipsen erklären, auch diese Beispiele nicht. Aber gibt es sie nun überhaupt nicht?

Vor der Frage der Eindeutigkeit des Ausgelassenen steht ja noch die Frage, ob eine solche Eindeutigkeit überhaupt notwendig wäre.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 06.07.2015 um 05.40 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1602#29346

Im allgemeinen wird angenommen, daß die Modalverben einen ausgedehnten elliptischen Gebrauch haben, nicht aber eine Vollverb-Dublette:
Ich muß nach Hause. Das Kind will noch ein Stück Kuchen. Ich mag keinen Spinat. Du sollst aufs Gymnasium. Das darfst du nicht. Er kann Japanisch. - Du brauchst noch nicht ins Bett.
Wie bei anderen Ellipsen ist immer die Frage, ob das Ausgelassene tatsächlich eindeutig identifizierbar ist. Gibt es sonst noch Argumente für oder gegen Ellipsen?
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 16.05.2015 um 12.40 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1602#28895

Zu http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1602#25156:

Es ist wohl tatsächlich nicht im ganzen deutschen Sprachgebiet geläufig, aber auch nicht auf Franken beschränkt. Mit ein paar "Fangschaltungen" findet man bei Google viele Beispiele, sogar speziell für "Handy":

Sein 18-jähriger Beifahrer hatte ein Handy einstecken, dass [!] aus einem Einbruch stammt. (FR 28.9.09)

Er hatte jedoch weder Geld noch eine EC-Karte einstecken, um die Fahrt bezahlen zu können. (echo-online 19.05.11)

Usw.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 30.01.2015 um 17.19 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1602#27940

Mitt Romney will zum dritten Mal Präsident werden (Zeit online 30.1.15)

Nanu?

[Mitt Romney will] zum dritten Mal Präsident werden

oder

[Mitt Romney will zum dritten Mal] Präsident werden
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 21.11.2014 um 11.29 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1602#27404

Ein thailändisches Mädchen hat Kim Kardashian den Wunsch abgeschlagen, sich von ihr adoptieren zu lassen. (FAZ 21.11.14)

Man stutzt, weil die Orientierung des Infinitivs plötzlich umklappt wie ein Neckerscher Würfel.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 26.02.2014 um 08.55 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1602#25255

Bei Ödön von Horváth steht ein merkwürdiger Satz:

Es blitzt, ohne zu donnern. (Gesammelte Werke. Frankfurt 1972:181)

Solche Infinitive mit ohne zu sind bei Witterungsimpersonalia selten. Die Suche ergibt noch:

In den Inneren Fjorden blitzt es zuweilen im Winter, ohne zu donnern, wenn das Wetter unruhig ist und der Wind nach NW umspringt.

Das formale Subjekt es regiert selten weitere Verben (zeugmatisch):

In dieser Woche hat es bereits heftig geschneit und die Schneelage verbessert. (SZ 3.10.81)

Noch eine Fußnote zum Horváth-Zitat: Ausgerechnet Gewitter! Einem solchen fiel der Dichter ja bekanntlich zum Opfer. Wikipdia berichtet im Anschluß daran:

Die Reste seiner Gebeine, soweit sie noch auffindbar waren, ruhen seit 1988 in einem ehrenhalber gewidmeten Grab auf dem Heiligenstädter Friedhof.

Hier kann man auch den sprachlichen "Dimorphismus" beobachten, mit dem wir uns von den Tieren distanzieren. Tiere hinterlassen Knochen, Menschen Gebeine. Erst wenn unsere Vorfahren schon versteinert oder vergletschert sind, untersuchen wir ihre Knochen.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 23.02.2014 um 05.51 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1602#25225

Man kann wohl sagen, daß der multifunktionale Infinitiv durch den Konstruktionswandel vereindeutigt wird. Viele mittelhochdeutsche Verben standen noch mit dem reinen Infinitiv, heute verlangen sie zu: ziemen, pflegen, beginnen, geruhen, (ge)denken, wähnen, sich getrauen, fürchten, schwören, geloben, begehren, bitten, gebieten, erlauben, raten, mahnen u. a. (Liste nach Sütterlin), und der finale Infinitiv ist mit um zu eindeutiger gekennzeichnet.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 21.02.2014 um 04.16 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1602#25205

Paul zitiert aus Lessing einige Formen wie eine unzuermüdende Scharfsinnigkeit. Vgl. noch Für die Fahnenfabriken war die Fußballweltmeisterschaft ein unvorherzusehendes Geschäft. (Siegfried Lenz: Der Verlust. Hamburg 1981:213)

Diskutiert bei Kirsi Pakkanen-Kilpiä: "Zum Wesen des deutschen Gerundivs - Eine korpuslinguistische Analyse". Neuphilologische Mitteilungen 2/2006:131-167.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 17.02.2014 um 06.30 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1602#25157

Der schiefe Eindruck hat wohl zwei Ursachen. Zunächst tritt ein als Verbzusatz an die Stelle eines "dynamischen" in. Außerdem wird in der Standardsprache nicht zwischen transitivem und intransitivem stecken unterschieden. Regional kennt man aber noch es stickt in der Hosentasche. Man vergleiche auch die "dynamische" Form etwa bei Architekturbeschreibungen: etwas "springt vor" usw.

Die Konstruktion selbst wird bei Paul, dt. Gr. IV, S. 107f. behandelt. Dort auch das Beispiel: "ich hab ihn (den Brautstrauß) heut vorstecken Goe. Br. 2, 79,2".

Zur Häufigkeit von um zu habe ich keine Statistik und sollte es vielleicht nicht so formulieren. Obwohl zu bei einigen Verben auch weggefallen ist (s. Paul aaO dazu), nimmt es meinem Eindruck nach insgesamt zu, und dann auch um zu gegenüber reinem zu.

Paul schreibt, daß das finale um zu zuerst im Mittelniederdeutschen, aber noch nicht bei Luther vorkommt. Und: "Die Verwendung von um zu hat allmählich immer weiter um sich gegriffen und daher auch die des einfachen zu eingeschränkt." (IV:121)

Die Erklärung duch Gliederungsverschiebung ist allgemein akzeptiert: Er ging, um Wasser zu holen aus Er ging um Wasser, (es) zu holen. Dann auch ohne Akkusativobjekt, nachdem dieses um zu fest geworden war.
 
 

Kommentar von R. M., verfaßt am 16.02.2014 um 14.49 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1602#25156

Zum Glück hatte die alkoholisierte Frau ein Handy einstecken. Vielleicht im fränkischen Raum akzeptabel, aber eigentlich doch sehr schief wegen der Dynamik von einstecken.

»Dieser finale Infinitiv wird immer häufiger durch die eindeutigere Konstruktion mit um zu abgelöst.« Ist das nachweisbar?
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 16.02.2014 um 05.18 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1602#25154

Sie haben nichts übersehen, außer der offenkundigen Lücke unter 2 und 3, worauf sich in erster Linie die versprochenen Ergänzungen beziehen. Auch die Sache mit der "Kontrolle" wird noch ausführlicher dargestellt. Ich stelle sie unter die "Orientierung" von Satzabschnitten und behandele sie natürlich ganz anders als die generative Grammatik mit ihren "PROs" und ähnlichen Fiktionen.
 
 

Kommentar von Andreas Blombach, verfaßt am 15.02.2014 um 17.40 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1602#25153

Mir scheint "haben zu" noch zu fehlen:
Du hast mir gar nichts zu sagen.
Du hast dich da nicht einzumischen!
Der Rechtsstaat hat nicht zu siegen, er hat auch nicht zu verlieren, sondern er hat zu existieren! (Helmut Schmidt in der Zeit)

Ich muss aber gestehen, die Übersicht nur überflogen zu haben. Vielleicht habe ich etwas übersehen.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 13.02.2014 um 05.21 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1602#25123

Modaler Infinitiv und Gerundiv

Prädikativ – in Verbindung mit Kopulaverben – wird der Infinitiv mit zu verwendet, um Möglichkeit oder Notwendigkeit auszudrücken; diese Verbindung hat zugleich passivische Bedeutung:

Der Betrag ist zu überweisen. (= muß überwiesen werden)
Es ist nicht auszudenken. (= kann nicht ausgedacht werden)

In attributiver Verwendung entspricht das Gerundiv, das formal mit dem Partizip I übereinstimmt, aber weder etymologisch noch semantisch etwas mit ihm zu tun hat:

der zu überweisende Betrag
ein nicht auszudenkendes Ereignis

Gelegentlich wird die unflektierte Form des Gerundivs prädikativ anstelle des modalen Infinitivs eingesetzt:

Die Berliner Polizei bekommt immer mehr Hinweise zum Juwelenraub im KaDeWe, 35 stuft sie bislang als "ernst zu nehmend" ein. (Berliner Morgenpost 29.1.09)
Von der Geräuschbildung her waren sie durchaus ernst zu nehmend. (SZ 2.9.99)
Die While-Schleife ist eine kopfgesteuerte Schleife, welche bevorzugt eingesetzt wird, wenn die Abbruchbedingung nach unterschiedlich (nicht vorherzusehend) vielen Durchläufen erreicht wird.

In Wendungen wie ist zu finden (und dem dazugehörigen Gerundiv) ist oft kaum noch eine modale Bedeutung zu spüren, die Form ist nahezu gleichbedeutend mit einfachem Passiv oder reflexiv: wird gefunden/findet sich.

Das Gerundiv ist in der gesprochenen Sprache selten, dagegen in Amts- und Fachsprachen recht häufig.
 
 

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