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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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28.11.2012
 

Tierliebe
Agrar-Ausschuss entscheidet über Zoophilie

Unter dieser Überschrift bringt die Zeitung eine Zusammenstellung höchst seltsamer Argumente:

www.sueddeutsche.de

Aber das Seltsamste ist doch, wo die traditionelle Ablehnung des Verkehrs mit Tieren in aufgeklärten Zeiten nun gelandet ist: im Agrarausschuß! Die Rhetorik drumherum könnten wir ja ein bißchen verfolgen.
Jost-Dietrich Orth, pensionierter Oberstaatsanwalt, der die Verbotsinitiative unterstützt, sagt, es gehe juristisch vor allem um ein Symbol: "Der Gesetzgeber sagt damit: Das soll nicht sein."
Tja, was macht man da, wenn es nicht sein soll und man es doch nicht so einfach verbieten kann? Vielleicht über den Tierschutz? Irgendwas Symbolisches ...

Ich wußte gar nicht, daß bisher schon die Darstellung zoophiler Handlungen verboten ist, diese selbst aber nicht. Hierzulande müßten also so außerordentliche Kunstwerke wie dieses verhüllt werden:
www.travelblog.org/Photos/798874

(Das Original ist übrigens kleiner, als man es sich vorstellt. Ich denke gern an die atemberaubenden Tempel von Khajuraho, wo ich vor 36 Jahren morgens fast ganz allein umherspazierte...)



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Kommentare zu »Tierliebe«
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Kommentar von Christof Schardt, verfaßt am 15.06.2019 um 09.46 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1539#41686

Apropos Kükenschreddern: Gender Mainstreaming ist bekanntlich eine Querschnittsaufgabe. Der bissige Bernd Zeller erkennt die Zusammenhänge:
https://zellerzeitung.de/index.php?id=778
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 15.06.2019 um 06.25 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1539#41685

Kükenschreddern macht Stimmung, wie Klimahysterie.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 05.06.2019 um 18.00 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1539#41637

Tierschützer haben schon vor 100 Jahren versucht, Zoologen das Leben schwer zu machen:

Man hat mich damals wegen dieses Experimentes in Tierschutzzeitungen heftig angegriffen. Ich kann nur sagen, daß ich ein außergewöhnlich großer Tierfreund und Gründer des hiesigen Tierschutzvereins bin. Aber es gibt auch Sentimentale und diesen diene zu Beruhigung, daß es nicht so ganz selten passiert, daß einer Biene versehentlich im Stock der Hinterleib abgetrennt wird. Solche Biene läuft ruhig weiter, versucht zu stechen, obgleich sie keinen Stachel mehr besitzt und reicht man ihr Honig, so saugt sie andauernd, während das Genossene hinter dem Brustkorb wieder ausfließt. Die schwere Verletzung macht anscheinend nicht den geringsten Eindruck. Verwundung und Tod verlaufen dort unten im Tierreich auf leichteren Wegen.
(Hugo von Buttel-Reepen: Leben und Wesen der Bienen. Braunschweig 1915:247, Fn. 1)
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 08.12.2018 um 04.01 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1539#40284

Eine alte Frau, an leichtem Parkinson leidend, stürzt und bleibt ein Weilchen liegen. Ihr Hund stellt sich neben sie und leckt ihr das Gesicht.
Eine anthropomorphisierende Deutung liegt nahe, eine canidomorphe ist aber wohl besser.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 19.07.2018 um 05.19 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1539#39136

Österreichische Tierschützer (FPÖ) regen an, daß Juden sich als solche registrieren lassen müssen, wenn sie geschächtetes Fleisch kaufen wollen. Praktischer wäre es, sie von vornherein einen gelben Stern tragen zu lassen, dann entfiele der Papierkram.

Ob nun auch die Jagd verboten wird?
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 24.04.2018 um 05.22 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1539#38584

Getöteter Hund „Chico“: So berührend trauern Tierfreunde um den Staffordshire-Mischling (https://www.derwesten.de/panorama/getoeteter-hund-chico-80-tierfreunde-halten-mahnwache-id214089499.html)
Die Überschrift ist eine Interpretation, und zwar eine tendenziöse. 34 Prozent der Leser tragen darunter ein, daß der Hund, der zwei Menschen totgebissen hat, nicht hätte eingeschläfert werden dürfen.

Spiele wie Far Cry 5 dürfen in Deutschland nicht mehr auf den Markt kommen, fordert die Tierschutzorganisation PETA. Der Grund: Man kann darin angeln. Es ist nicht das erste Mal, dass PETA die Gaming-Community provoziert.
Die "Jagd auf Fische" sei "unethisch und gewaltverherrlichend", schreibt PETA in einem Statement vom 18. April.
(2018)

Dasselbe alte Problem wie bei der phantasierten oder fiktionalen Kinderpornographie [http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1501#25578].
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 02.01.2017 um 09.31 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1539#34212

Eine Vogelspinne als Weihnachtsgeschenk kam nicht gut an und wurde zum Wurfgeschoß. "Hätte die Spinne wegen des Wurfs Schaden genommen, hätte ein Fall von Tierquälerei vorgelegen." (dpa) Eben nicht! Der Wirbel macht's.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 16.05.2016 um 18.37 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1539#32591

Eine Schreckensmeldung geht durch die Presse: Unbekannte haben 40 Hennen die Köpfe abgerissen – "mit bloßen Händen", wie immer wieder hervorgehoben wird. (Woher weiß man das eigentlich?) Der geschädigte Landwirt schlachtet sicher mit Handschuhen, reißt auch nicht, sondern hackt. Vorher leben sie noch, und nachher sind sie tot.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 27.04.2016 um 16.45 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1539#32423

Handelt es sich dabei um ein fremdes Tier, so kann die Tat außerdem als Sachbeschädigung (§ 303 Strafgesetzbuch) strafbar sein, wobei Tierschützer sich gegen die Begrifflichkeit ohne Erfolg gestellt haben. (Wikipedia Tierquälerei)

Die Wortstellung ist falsch, es muß heißen:

wobei Tierschützer sich ohne Erfolg gegen die Begrifflichkeit gestellt haben.

Aber warum? sich gegen die Begrifflichkeit ohne Erfolg gewehrt haben wäre ja wieder in Ordnung.

gegen die Begrifflichkeit gehört enger zum Verb stellen und wird als nächster Spezifikator stärker betont als dieses. Bei sich wehren ist es umgekehrt.

Zur Sache: Warum werden Wirbeltiere unter besonderen Schutz gestellt, aber nicht andere Tiere mit hochentwickeltem Nervensystem und mutmaßlich auch Schmerzempfindung wie Kraken? Daniel Dennett hat die Frage mal diskutiert. Vgl. auch https://munchies.vice.com/de/articles/was-fuhlt-ein-tintenfisch-wenn-er-lebendig-gegessen-wird-271

Gastropoden sind dümmer als Kephalopoden, aber viele Leute wissen nicht recht, was sie mit den Schnecken im Garten machen sollen. Manche streuen Salz drauf, andere schneiden sie mit der Schere mitten durch oder werfen sie über den Zaun zum Nachbarn rüber. Sie in Bierfallen ertrinken zu lassen scheint am lustvollsten. Ich trete einfach drauf.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 14.02.2016 um 18.24 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1539#31664

Millionenfach werden männliche Eintagsküken in Deutschland getötet – nach Angaben von Tierschützern bei lebendigem Leib. (focus.de 14.2.16)
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 13.02.2016 um 16.33 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1539#31644

Tierschützer haben erreicht, daß die Staatsanwaltschaft gegen das Töten von 50 Mill. männlichen Küken vorgeht, die "vergast und geschreddert" werden. Das wird zu nichts führen, denn 50 Mill. andere werden geköpft und gekaut. Nötig ist das nicht, denn man muß keine Hühner essen. Man braucht überhaupt kein Fleisch, außer als Hundefutter. Es ist alles eine Frage der Beschreibung.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 07.11.2015 um 07.54 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1539#30500

Noch zur Olympiade 1900 in Paris schossen die Sportschützen auf lebende Tauben. Allmählich wurde das "Tontaubenschießen" eingeführt. Um jede grausame Assoziation zu vermeiden, entwickelte man das "Wurfscheibenschießen". Die Namen der Scheiben waren immer noch anstößig: Laufender Hirsch oder Keiler wird nach Protesten von Tierschutzvereinen in Laufende Scheibe umbenannt, Wurftaubenschießen in Wurfscheibenschießen.
Während die Empfindlichkeit gegen Tiermißhandlung wächst (neulich gab es eine Polizeiaktion gegen importierte Mützen aus Hundefell), wächst auch der Fleischkonsum – ein oft besprochene, aber nicht aufgelöste Paradoxie, ebenso wie die Unterscheidung zwischen niedlichen und weniger sympathischen Tieren.

Im Wikipedia-Artikel "Wurfscheibenschießen" bin ich auf so viele Regeln und vor allem eine so vielfältige Sondersprache gestoßen, daß es mir fast den Atem verschlagen hat. Was es alles gibt!
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 10.10.2014 um 05.18 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1539#27003

Zur Zeit wird viel über Gitterzellen im Gehirn von Ratten berichtet, natürlich wegen des Medizin-Nobelpreises. In Deutschland hat man auch dazu geforscht:

Für die vorliegende Studie fielen keine Tierversuche an; es wurden nur online verfügbare Daten aus älteren Arbeiten neu ausgewertet.
(https://www.uni-muenchen.de/forschung/news/2012/f-m-01-12.html)

Wie auf Kosmetikprodukten stempelt man also nun "Tierversuchsfrei" auf die neurologische Forschung, was für ein Fortschritt!

Hier in Erlangen geht ein Max-Planck-Institut für Lichtphysik seiner Vollendung entgegen. Ich habe es auf einem früheren Truppenübungsplatz heranwachsen sehen. Aber welche Kämpfe zuvor! Natürlich siedeln sich auf solchen Brachflächen allerlei Tiere an, Kröten, Heuschrecken. Der Bund Naturschutz wollte die Bebauung unbedingt verhindern. Nicht daß eine Art vom Aussterben bedroht wäre; die Urnatur des weitläufigen Geländes (es gibt noch reichlich Vergleichbares hier) war ja auch erst künstlich geschaffen und durch den Truppenabzug ermöglicht. Ich habe mich oft gewundert über das Unverhältnismäßige dieser Aktionen. Die "Biotop- und BürgerInneninteressen" seien nicht genügend berücksichtigt worden... Wir sind aus diesen und anderen Gründen aus dem Bund Naturschutz ausgetreten. Solche Kampagnen möchten wir nicht mitfinanzieren.

Man sollte sich davor hüten, eine Fläche brachliegen zu lassen. Es könnte sich eine Insektenart dort ansiedeln, um die dann die Naturschützer kämpfen durch alle Instanzen, so daß man die Nutzung vielleicht gar nicht mehr erlebt.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 18.09.2014 um 18.24 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1539#26787

Übrigens werden im metaphorisch so genannten Krieg gegen den Terror, also nicht einmal im Krieg, Tausende von kollateralen Menschen getötet, die Nein sagen könnten und es auch sagen würden, wenn sie noch Zeit dazu fänden. Das scheint nicht verboten zu sein. An der Sprachfähigkeit kann es also nicht liegen.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 18.09.2014 um 16.22 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1539#26785

Nach Presseberichten diskutieren jetzt die Dänen über die dort legale Zoophilie.
Nachdem so viel zum Lob von "Diversity" gesagt worden ist, dürfte es schwer fallen, diese Spielart zu verbieten (bei uns: weiterhin zu verbieten).
Es wird vorgetragen, Sex mit Tieren sei immer eine psychische Verletzung des Tieres, weil es nicht Nein sagen könne. (Welt 18.9.14) Soviel ich weiß, werden in Deutschland jährlich 87 Millionen Tiere geschlachtet (plus Geflügel), die auch alle nicht Nein sagen können.
Was, wenn Struppi noch mehr davon will?
 
 

Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 29.11.2012 um 13.57 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1539#22025

Das Thema ermöglicht natürlich erheiternde Kommentare, zum Beispiel auf Spiegel Online von Jan Fleischhauer. Nicht nur ironisch könnte diese Spekulation gemeint sein:

Vermutlich dauert es nicht mehr lange, dass von einer kalifornischen Hochschule die Theorie um die Welt geht, dass neben dem Geschlecht auch die Artengrenze ein soziales Konstrukt sei, womit die Tür endgültig aufgestoßen wäre zu einer dann in jeder Hinsicht wirklich genderneutralen Zukunft.

(siehe hier)
 
 

Kommentar von R. M., verfaßt am 28.11.2012 um 19.01 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1539#22022

Besser Agrarausschuß als Ethikrat . . . Aber eigentlich zuständig wäre doch wohl der Innenausschuß, da es sich um eine Frage der öffentlichen Ordnung handelt.
 
 

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