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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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28.04.2011
 

Ever
Anglizismen der härteren Art

Es handelt sich um einen der größten Datendiebstähle jemals.
(SZ 28.4.11)

Könnte sich trotzdem durchsetzen.



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Kommentare zu »Ever«
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Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 21.04.2017 um 04.43 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1443#34932

Mir ist the youngest student ever irgendwie geläufiger als the youngest ever student, und es ist, wie ich sehe, auch häufiger, aber nicht überwältigend. Frage an die Englischkundigen: Sind beide Möglichkeiten gleich gut?

(Das nachgestellte ever ist allerdings oft anders zu beziehen: ever enrolled usw.)
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 14.05.2016 um 06.58 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1443#32573

Die Vereinigten Staaten sind heute der beste Platz der Welt, um sein Vermögen zu verbergen. (FAZ 14.5.16)
(statt Ort)
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 30.12.2015 um 07.48 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1443#31078

Zum gefühlt tausendsten Male beklagt ein Leserbriefschreiber (FAZ 29.13.15) Sinn machen, begeht aber den bekannten Fehler, es nicht nur als Anglizismus zu verurteilen, sondern außerdem noch als inhaltlich falsch, weil es einen Unterschied wie zwischen Kinder haben und Kinder machen verkenne. Dann wären also die Anglophonen dieser Welt außerstande, einen solchen Unterschied wahrzunehmen?
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 04.09.2015 um 04.47 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1443#29844

Er stammt aus dem westafrikanischen Guinea, wo er 1979, mit dreiunddreißig Jahren, zum jüngsten Bischof jemals geweiht wurde. (FAZ 3.9.15)
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 31.03.2015 um 07.51 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1443#28484

Die NATO hat eine "Abteilung für neue Sicherheitsherausforderungen".
 
 

Kommentar von stefan strasser, verfaßt am 25.06.2014 um 11.53 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1443#26142

Eine bedeutungsrichtige Interpretation von „Kirchensprech“ ist häufig eine Herausforderung, die selten auf Anhieb gelingt...
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 25.06.2014 um 03.57 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1443#26138

In der zitierten Verlautbarung ging es um die Hoffnung, nicht exkommuniziert zu werden.
 
 

Kommentar von stefan strasser, verfaßt am 24.06.2014 um 23.07 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1443#26137

Jesus Christus sitzt gem. Glaubensbekenntnis zur rechten Hand Gottes, zu richten die Lebenden und die Toten.
Spätestens dort wird gem. katholischer Lehre über jeden Einzelnen entschieden. Ob schon als Lebender oder erst als Toter über einen gerichtet wird (oder sowohl als auch) und ob dann eine zuvorige weltliche Exkommunikation eine Rolle spielt, kann schwer prognostiziert werden.
 
 

Kommentar von R. M., verfaßt am 24.06.2014 um 22.05 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1443#26136

Es handelt sich an sich nicht um eine Frage, die an dieser Stelle zu diskutieren ist, aber die Exkommunikation ist nicht gleichzusetzen mit »ewiger Verdammnis« o. dgl., und sie kann unter bestimmten Voraussetzungen aufgehoben werden. Siehe auch hier:
http://www.highbeam.com/doc/1P2-29399348.html
 
 

Kommentar von stefan strasser, verfaßt am 24.06.2014 um 21.49 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1443#26135

Soweit mir bekannt, zieht Abtreibung automatisch Exkommunikation nach sich. Weil Abtreibung aber nicht rückgängig zu machen ist, besteht für solche Frauen auch keine „Hoffnung“, was immer man unter Hoffnung auch verstehen mag!
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 24.06.2014 um 09.07 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1443#26131

Mag sein; ich habe nur Radio Vatikan zitiert.
 
 

Kommentar von R. M., verfaßt am 24.06.2014 um 08.35 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1443#26129

Für Exkommunizierte besteht jedenfalls bei der römisch-katholischen Kirche auch immer noch Hoffnung.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 24.06.2014 um 04.12 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1443#26127

Nachtrag zur Mafia: In einem interessanten Beitrag stellt Radio Vatikan klar, daß der Papst die Mafia keineswegs exkommuniziert habe. Im Gegensatz zu einer Frau etwa, die abtreibt und damit automatisch exkommuniziert ist, bestehe für die Mafiosi noch Hoffnung. Der Papst hat also lediglich das Tun der Mafia mißbilligt - darin besteht der "Krieg" gegen sie, den die FAZ und andere feiern. Die Falschmeldung dürfte inzwischen vergessen sein, die Richtigstellung übersehen werden; insofern ist alles nicht so wichtig.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 23.06.2014 um 06.47 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1443#26119

Wenn die Bewunderung für Gott mit der Bewunderung für Geld ersetzt werde, öffne sich die Straße der Sünde. (FAZ 23.6.14)

Nach replace with; das greift immer mehr um sich.

(Der Papst, der hier zitiert wird, hat übrigens mit sehr ähnlichen Worten wie jetzt die Mafia vor kurzem den Kapitalismus kritisiert. Mir will es nicht in den Kopf, daß jemand, der am Kapitalmarkt für sein Alter und seine Familie vorsorgt, sich nicht wesentlich von einem Mafioso unterscheiden soll. Hofberichterstatter Jörg Bremer, der auf der ersten Seite der FAZ meint, der Papst habe der Mafia "den Krieg erklärt", ist wie immer begeistert.)
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 16.06.2014 um 17.51 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1443#26072

In Berlin soll ja nun ein Tempel der drei abrahamitischen Religionen gebaut werden. Überrascht hat mich der Name: "House of One".

(Eine "Religionsvermischung" solle es dabei keinesfalls geben. Stattdessen wolle man dazu beitragen, dass die Bürger "die verschiedenen Religionen besser kennenlernen", sagte Rabbiner Ben-Chorin und fügte hinzu: "Ich will sie aber nicht missionieren." Vielmehr richte sich das Haus auch an die in Berlin sehr zahlreichen Atheisten. Der Atheismus, so Ben-Chorin, "ist eine sehr wichtige Religion heute".
Das ist auch ein bißchen komisch. Als wenn ein Verein zwei Arten von Mitgliedern hätte: die Mitglieder und die Nicht-Mitglieder.)
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 10.04.2014 um 17.47 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1443#25571

Auf dem geräumten Oranienplatz in Kreuzberg sitzt die Refugee-Frau Napuli Langa oben auf der Platane und ruft lautstark Unverständliches. (tagesspiegel.de 10.4.14)
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 14.03.2014 um 04.48 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1443#25376

Lehnsyntax ist, wie Karl Brugmann einmal bemerkte, der Empfängersprache meist nicht ganz fremd, nur etwas seltsam. Interessant ist die Frage, warum manche Entlehnungen vollständig integriert werden, während andere auf gewisse Textsorten oder Register beschränkt bleiben oder wieder abgestoßen werden.

Völlig integriert ist z. B. jene wohl aus dem Französischen stammende pleonastische Negation:

Ich bin kränker als du nicht denkst. (C. F. Meyer)

Der lateinische AcI hat sich nicht durchgesetzt:

Theaterspiele, die er nach dem Geschmacke seines Parterres zu seyn urteilte (Lessing)

Wackernagel (Vorlesungen über Syntax I:12) führt die archaisierende Artikellosigkeit in

Knabe sprach ...

auf Herders Übersetzung englischer Balladen zurück, die Artikellosigkeit in der Gerichtssprache

Angeklagter behauptet ...

auf das lateinische Vorbild (reus ...)
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 24.02.2014 um 09.22 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1443#25236

Daher müsse, so Ahlers, es allein darum gehen, sexuelle Neigungen zu kontrollieren. Das ist übrigens für heterosexuelle Männer in gleicher Weise zu konstatieren. Sie dürfen nicht einfach Frauen vergewaltigen. (ZEIT 24.2.14)

Hier stört der Anglizismus kontrollieren wieder mal den Sinn. Es geht ja um Beherrschung, nicht um Überwachung.

Der erste Satz ist auch nicht gut gebaut, da es enklitisch sein sollte, also besser:

Daher müsse es, so Ahlers, allein darum gehen, sexuelle Neigungen zu kontrollieren.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 30.01.2014 um 05.52 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1443#24974

Zu http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1443#19595:

Das vielzitierte "Vorbereitungsdokument" der Bischöfe ist zwar in der gewohnten abgehobenen Sprache verfaßt, aber schon im Titel findet man die Anpassung an den Zeitgeist mit seinen "Herausforderungen". (DIE PASTORALEN HERAUSFORDERUNGEN DER FAMILIE IM KONTEXT DER EVANGELISIERUNG – Vorbereitungsdokument: http://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/Dossiers_2012/2013-Vorbereitungsdokument-Bischofssynode.pdf)

Unter den mehrmals erwähnten "Herausforderungen" sind weiterhin "Aufgaben" zu verstehen, wie folgende Verbindung zeigt: wie dringlich die der Evangelisierung von der aktuellen Situation gestellten Herausforderungen sind.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 23.02.2013 um 05.26 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1443#22703

Die "Herausforderung" kann man noch einen Dreh weitertreiben:

„Ich wollte mich neu herausfordern.“ (Jörg Quoos in FAZ 22.2.13 über seine neue Position beim FOCUS)

(= "Ich suchte nach einer neuen Aufgabe.")
 
 

Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 05.08.2012 um 16.58 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1443#21211

Ullrich Fichtner schreibt im SPIEGEL Nr. 32/2012 in einem Artikel über die Fettsucht in den USA: "Also wird das Image poliert, ohne große Hoffnung, das unterliegende Problem in den Griff zu bekommen."

Bei Google findet man erst 84 Treffer bei der Suche nach das unterliegende Problem, gegenüber 15.600.000 für englisch the underlying problem. Offenbar eine ganz neue Lehnübersetzung.
 
 

Kommentar von Horst Ludwig, verfaßt am 09.06.2012 um 18.21 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1443#20862

Zum "Aufgestelltsein": Zum Schach stellt man am Anfang die Figuren auf. Im Spiel dann stehen sie gut oder nicht so gut. Wenn noch andere Wörter zum heutigen "aufgestellt sein" hinzukommen, entsprechen dem im Englischen eine Menge Ausdrucksformen (vgl. www.linguee.de). Mir scheint, daß das deutsche "aufgestellt sein" aus der Mannschaftssportsprache die neutrale Aufstellung zusammenzieht mit der geplanten Spieleinstellung, die diese erkennen läßt. Auf jeden Fall ist es ein Modeausdruck, in Firmen abteilungsleiterkonferenzdeutsch, welches man sprechen muß, um sich als überhaupt als mitredefähig zu erweisen.
Bei Konferenzen von Fremdsprachenlehrern bekommen wir davon auch eine Menge derartiges Blödgerede vorgesetzt, das man an solchen Ausdrücken ziemlich leicht als solches erkennt. (s. Herrn Icklers Beispiel in #19595: "So klappt Schule - Damit Schüler gern und effektiv lernen, müssen Pädagogen ihnen Herausforderungen stellen, die Spaß versprechen und vor allem Erfolgserlebnisse vermitteln.' Das steht über einem [äußerst törichten] Beitrag von Ulrich Herrmann in Gehirn & Geist 12/2008." Was man nicht alles unter *Gehirn & Geist* [mit "Kaufmanns-Und"!] ansiedeln kann!)

Übrigens: "In der deutschen Orthographie darf [das Et-Zeichen] nur bei Firmenbezeichnungen angewendet werden" (de.wikipedia.org/wiki/Et-Zeichen; auch interessant die Schreibung von "Orthographie" hier [bei der doch von der deutschen Schreibungsgesinnungspolizei überwachten deutschen "wiki"!]).
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 09.06.2012 um 13.14 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1443#20860

Genau das hatte ich mir gestern auch gedacht, als ich durch meine fachübersetzerisch tätige Tochter wieder mal auf die unzähligen "challenges" hingewiesen worden bin, die sie täglich zu bewältigen hat.
Ist nicht auch das "Aufgestelltsein" der Firmen auf englische Vorlagen zurückzuführen?
 
 

Kommentar von Horst Ludwig, verfaßt am 09.06.2012 um 12.21 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1443#20858

Zurück zum Eröffnungseintrag "Es handelt sich um einen der größten Datendiebstähle jemals" und zu "bei dem nachgestellten "jemals" eher von Lehnsyntax" (#18561): So außergewöhnlich ist die Syntax hier gar nicht. Wir sagen auch: "Der Journalismus heute läßt viel zu wünschen übrig." Ungewöhnlich ist eigentlich nur, daß wir auf einmal das Adverb "jemals" in dieser Position finden. Und ein Grund dafür ist hier, daß "der Zusatz einfach überflüssig" ist (#18566).

Zu #19595 ("Das Wort Aufgabe ist durch den Anglizismus Herausforderung ersetzt, das Verb aber nicht angepaßt worden"): Hierzu ist zu bemerken, daß das Wort "challenge" für sowas auch erst seit etwa nur zwanzig, fünfundzwanzig Jahren so richtig "in" ist. Vorher hatten wir nur Probleme, dann kam bei den Verwaltungen das *administratese* "challenge" auf. Oft wurde damit verdeckt, daß es eigentlich die Aufgabe (charge/task) der Verwaltung war, mit diesen Problemen fertig zu werden.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 09.06.2012 um 09.46 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1443#20857

Strictly kongruente Spiegelneurone machen ein Drittel aller Spiegelneurone aus.
Broadly kongruente Spiegelneurone machen ca. zwei Drittel aller Spiegelneurone aus.
(Wiki "Spiegelneuron")

Armselige deutsche Sprache, die etwas so Einfaches nicht ausdrücken kann!
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 15.03.2012 um 13.15 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1443#20242

Wikipedia hat das Fachwissen der Experten mit der Weisheit der Vielen ersetzt. (SZ 15.3.12)

Diesen Anschluß mit mit statt durch findet man immer öfter.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 27.11.2011 um 08.55 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1443#19595

So klappt Schule - Damit Schüler gern und effektiv lernen, müssen Pädagogen ihnen Herausforderungen stellen, die Spaß versprechen und vor allem Erfolgserlebnisse vermitteln.

Das steht über einem (äußerst törichten) Beitrag von Ulrich Herrmann in Gehirn & Geist 12/2008.

Das Wort Aufgabe ist durch den Anglizismus Herausforderung ersetzt, das Verb aber nicht angepaßt worden.

Im selben Text finden wir die übertriebene Eisenbergsche Zusammenschreibung:

Die Aufmerksamkeit, die dem Funktionieren des Gehirns in dieser Hinsicht gegenwärtig zuteilwird, ist daher nicht verwunderlich.

zuteilwerden steht ausdrücklich im amtlichen Wörterverzeichnis.
 
 

Kommentar von Oliver Höher, verfaßt am 27.08.2011 um 11.27 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1443#19177

Und weil es bei William und Kate so schön war, muß man es doch in Deutschland zumindest ein bißchen kleiner auch haben können. Immerhin eine Hochzeit bei Kaisers, also eher Ex-Kaisers, naja dann eben beim "Kaiser-Nachkomme[n]". Aber wenigstens mit dem obligatorischen "Hauch royaler Romantik", der da durch Potsdam weht.

www.sueddeutsche.de/leben/hochzeit-bei-den-preussen-oui-auf-sanssouci-1.1135407
 
 

Kommentar von B.Janas, verfaßt am 10.05.2011 um 15.04 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1443#18638

Gut angekommen, auch schon beim Wulff, ist das "realisieren" mit den Lehnbedeutungen erkennen, bemerken, wahrnehmen, verstehen, begreifen – je nachdem. Schon praktisch, nur ein Wort statt ihrer fünf! Aber liegt's daran, oder was hat dies Wort, was die andern nicht haben?
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 30.04.2011 um 10.13 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1443#18566

Wie so oft, ist der Zusatz einfach überflüssig: Es handelte sich eben um einen der größten Datendiebstähle – fertig. Damit ist klar genug, daß es bisher kaum größere gab, während es sich von selbst versteht, daß es in Zukunft noch größere geben kann.
 
 

Kommentar von Horst Ludwig, verfaßt am 30.04.2011 um 07.54 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1443#18565

Zu "aller Zeiten": Seltsamerweise (?) denke ich bei diesem Ausdruck immer gleich an den "GröFaZ". Vielleicht ist "aller Zeiten" für die Nachfahren wieder unschuldig geworden;für mich ist es jedoch beladen. Aber es ist das grammatisch richtige adverbiale Attribut.
Zum royalen Quatsch: Interessant für mich aber (in unsern Morgen-Radio[!]nachrichten abgespielt), daß der Right Reverend Bishop da die beiden zu "man and wife" ausrief. Bei uns hier im amerikanischen Mittelwesten ist's "husband and wife", mit der ganz anderen Etymologie ja von "husband"! Und daß er dazu noch um Kindersegen für die beiden betete, das war auch interessant, wo z. B. jetzt hier in Minnesota ein Volksentscheid darüber abgehalten werden soll, ob homosexuelle Partnerschaft legal auch unter der Bezeichnung "Ehe" (marriage) laufen sollte. Und im Kreuzzeichen mal wieder vom "Holy Ghost" zu hören statt vom "Holy Spirit", war für mich auch etwas Balsam auf meine sprachlich hier oft geschundene Seele.
Interessant auch bei diesem royalen Quatsch: Was eigentlich spricht er in den jubelnden Massen an? Was spüren die in die Kirche geladenen Leute, wenn sie hinterher sagen, es war "wie in einer Gemeinde"? Ist da etwas dran für sie an dem ja uralten "man and wife", was die Herumfummelei mit allem möglichen Auch-Denken dazu nur verdeckt? — Schade, daß bei solchen Bildübertragungen supermediokre Ansager nur dazwischenreden.
 
 

Kommentar von I. H., verfaßt am 29.04.2011 um 17.29 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1443#18564

Brrrrr, grauenvoll...
Bin zwar keine Muttersprachlerin, aber wem täte es weh, oder würde es weniger "intellektuell" klingen, wenn man hier statt " jemals" einfach "aller Zeiten" schriebe?
= Es handelt sich um einen der größten Datendiebstähle aller Zeiten.
Für mein sprachliches Empfinden ist das nur eine "Wichtigtuerei jemals".

Ich kann mich nur den Worten von Prof. Ickler anschließen: "Was ist denn das für ein Gestammel!" Auch als nicht Muttersprachlerin tut es mir im Ohr und in meiner anderssprachigen Seele weh, wenn ich derartige Verunstaltungen lese, bzw. höre.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 29.04.2011 um 16.48 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1443#18563

Liveticker zur Royal Wedding
(Spiegel online)

Royales Märchen wird wahr
(Hamburger Abendblatt)

Was ist denn das für ein Gestammel! Paßt allerdings zum einfältigen Inhalt. Die FAZ macht auch keine Ausnahme (Alfons Kaiser über das Brautkleid!). Im Fernsehen, für das ich demnächst Gebühren zahlen soll, läuft der royale Quatsch rund um die Uhr.
 
 

Kommentar von Rominte van Thiel, verfaßt am 29.04.2011 um 15.53 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1443#18562

Danke für die Erklärung. Mir fehlten für diese versteckten Anglizismen die Begriffe.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 29.04.2011 um 12.24 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1443#18561

Bei "Sinn machen" würde ich von einem Lehn-Phraseologismus sprechen, bei dem nachgestellten "jemals" eher von Lehnsyntax. Natürlich ist die Abgrenzung nicht scharf, insbesondere zum Lehnwort und zur Lehnbedeutung hin.
 
 

Kommentar von Rominte van Thiel, verfaßt am 29.04.2011 um 11.04 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1443#18560

Eine Frage: Wie lautet der Begriff für diese Art von Anglizismen ("macht Sinn" etc.)? Und wie wäre er für das Ever-Beispiel? Lehnübersetzungen?
 
 

Kommentar von Horst Ludwig, verfaßt am 29.04.2011 um 03.31 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1443#18557

Naja, ich weiß nicht. Richtig ist natürlich, daß wir kein einzelnes Wort für das adverbiale Attribut hier haben und vielleicht eins gebrauchen könnten. Das deutsche Adverb "jemals/je" wird bisher jedoch sicher nur vom Rechner attributiv verwendet, der aus dem Englischen übersetzt. Bis sich der Volksmund daran gewöhnt, dürfte schon noch einige Zeit vergehen. Aber: "Sinn *machen*" ist über die Journalisten auch ziemlich schnell in den allgemeinen Sprachgebrauch eingedrungen!

 
 

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