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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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19.07.2009
 

Lectio facilior
Ein Fehlertyp, der auch mit Volksetymologie zu tun hat

In einem Fachbuch stieß ich auf Hypocampus (Roland Arbinger: Gedächtnis. Darmstadt 1984:38) und dann bei Google auf ganze Kolonnen dieser Untiere (auch auf englisch). Wahrscheinlich hält mancher Hippocampus nicht für möglich, es ist aber trotzdem richtig.

Zur Unterhaltung der Leser sei noch einiges aus meinen Sammlungen beigesteuert, fehlerkundlich durchaus lehrreiches Material.

Latinum und Hellas (Florian Coulmas: Sprache und Staat. Berlin 1985:274) (statt Latium)

Die hochangesehene Hamburger Germanistin Els Oksaar (aus Estland stammend) mußte sich ihr ganzes Leben lang mit Entstellungen ihres Namens abfinden, natürlich auch mit naheliegender Geschlechtsumwandlung. Oskar Els (aus einer Magisterarbeit) ist noch das Harmloseste.

Goethespeise statt Götterspeise schrieb ein Ausländer, der am Goetheinstitut Deutsch lernte.

Maxi Million University statt Ludwig-Maximilians-Universität stand auf einem Brief aus einem arabischen Land, auf einem anderen Seamen's statt Siemens.

In Hermann Zabels Beitrag zu Augst/Blüml/Nerius/Sitta (Hgg.): Zur Neuregelung der deutschen Orthographie. Begründung und Kritik; Tübingen: Max Niemeyer Verlag 1997) hat der Druckfehler-Teufel höchstselbst zugeschlagen: Bezeichnungsexorzismus (statt -exotismus).

Den Vileda-Patent-Wischmob (SZ 8.1.2005) haben wir wohl schon mal erwähnt.

Unsere Lokalzeitung erfand einst die Meningo-Koggen (NN 14.6.03), wobei allerdings das Fränggische eine Rolle gespielt haben könnte. (Mein Familienname wird hier "Igler" mit langem i ausgesprochen.)

Wer war noch mal Gesine Schwan? Jedenfalls soll sie bei Wilhelm Weihschädel studiert haben (statt Weischedel) (Die Welt 2.10.99).

Ein rohrschachtartiger Fleck fiel der FAS (30.6.02) auf.

Im Englischen, wie gesagt, gibt es das natürlich auch:
The Mind’s Eye (falsche Titelangabe statt The Mind’s I zu einem Buch von Hofstadter/Dennett in: Gregory, Richard L. (Hg.): The Oxford Companion to the Mind. Oxford 1989:280)
The Mind of a Memorist (Brian Kolb/Ian Whishaw: Neuropsychologie, Heidelberg 1993:326) (statt Mnemonist wie im Titel von Lurias berühmtem Buch)



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Kommentare zu »Lectio facilior«
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Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 13.01.2018 um 14.15 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#37567

Von Elvis-Fans höre ich immer wieder, daß sie an der "candlelight virgil" in Memphis teilgenommen haben oder gern teilnehmen würden, und auch sonst findet man das oft, sogar schriftlich.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 31.12.2017 um 05.20 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#37420

Im Religionsunterricht lernten wir die Arche Noah kennen, im Sprachgebrauch der Familie die Rotte Korah, weniger häufig kamen vor Kinder Israel, Haus David u. a.

Niemand macht sich über diese Hebraismen Gedanken, sie bestehen wie Findlinge aus grauer Vorzeit weiter, und man hat uns Kinder damit allein gelassen.

Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Status_constructus

Dort auch die Beobachtung, daß in neueren Übersetzungen normale Genitivkonstruktionen eingesetzt werden.

Daß die Erklärung der Wendung vom Stamme Nimm so schwierig ist, hatte ich nicht vermutet, bin erst beim neuen Durchmarsch durch die Bibel darauf gestoßen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Vom_Stamme_Nimm
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 29.12.2017 um 06.45 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#37403

Denn Armut ist ein großer Glanz aus Innen

Die sofort sprichwörtlich gewordene anrüchige Zeile Rilkes ist auch bald grammatisch normalisiert worden. Schon die Kritiker George Grosz und Kurt Tucholsky zitieren von innen. Seither gibt es wohl Hunderte von Anführungen in dieser Form. Es geht aber noch weiter: Anmut ist ein großer Glanz von innen. (Sehr oft!)
 
 

Kommentar von kratzbaum, verfaßt am 14.10.2017 um 09.26 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#36573

Manchmal versuche ich mir vorzstellen, wie eine Unterhaltung am Frühstückstisch mit einer durchgegenderten Frau verlaufen könnte. – Der Mann hat es ja heute auch nicht mehr so einfach wie vordem. Auch wenn er wenig bis gar keine Erfahrung mit dem anderen Geschlecht hatte, sagte er einfach: "Ich Tarzan, du Jane", und die Rollen waren verteit. Alles andere ergab sich danach naturgesetzlich von selbst. Von da an wurde es zunehmend feinsinniger: "Darf ich Ihnen mal meine Briefmarkensammlung zeigen?" Noch später wieder direkter: "Mein Auto hat sehr bequeme Liegesitze." – Und heute? Da steht man vor drei verschieden beschrifteten WC-Türen und müßte genaugenommen seine Geburtsurkunde befragen, ehe man diskriminierungsfrei zur Tat schreitet.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 14.10.2017 um 06.28 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#36571

Die "Frankfurter Anthologie" bringt heute Celans Übersetzung eines Gedichtes von Henri Michaux:
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/frankfurter-anthologie/frankfurter-anthologie-henri-michaux-eisberge-15241438.html

hyperboräisch ist allerdings falsch.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 05.10.2017 um 08.14 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#36467

Zu http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#35654

Der historische Spielfilm, der jetzt in die Kinos kommt, heißt Viktoria und Abdul, entsprechend auch im englischen Original. Wahrscheinlich hat die Queen ihren Freund auch damals schon so genannt.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 01.08.2017 um 15.36 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#35865

Inzwischen bin ich noch einige Male auf aus dem Stehgreif gestoßen und habe den Eindruck, daß es sich oft um eine volksetymologische Nachdeutung handelt. Man denkt "gleich aus dem Stand heraus greifen" oder so ähnlich.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 14.07.2017 um 05.59 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#35709

Ein Schweizer, den es auf die Nordseeinsel Juist verschlagen hat, berichtet in der "Berner Zeitung", wie er dort an "Bills End" "eine Rosinenstute" gegessen habe. Der Rosinenstuten auf der Domäne Bill ("Bille" = Arschbacke) ist in der Tat seit Jahrzehnten unverändert gut.
http://www.bernerzeitung.ch/magazin/Wo-die-Zeit-endlich-stillsteht/story/28449522

Interessant ist an solchen Texten außerdem (darum lese ich sie, zumal wir in Kürze auch wieder dorthin fahren), was die Leute alles in die fast vollkommene Leere, buchstäblich weißes Rauschen, hineinprojizieren. Es gibt wirklich nichts zu erleben, jeder Gedanke ist vom ersten Tag an weggeblasen. Skinner hat mit viel Mühe ein Gerät konstruiert, das ähnlich wie die Trockenhaube des Friseurs einen solchen Zustand erzeugt, in dem die selbsterzeugten Sprachprojektionen der Probanden sich entfalten können. Erst die "Rosinenstute" bringt den Wanderer in die Wirklichkeit zurück.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 10.07.2017 um 06.12 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#35654

Im Ungarischen und Chinesischen steht der Familienname voran, aber die Chinesen und Ungarn haben natürlich nichts dagegen, daß man im Ausland die umgekehrte Reihenfolge vorzieht, und passen sich auch selbst an.

Schwerer ist es mit dem Arabischen. Oft liest man von Männern, die angeblich Abdul heißen, Jürgen Todenhöfer fragt im Titel eines Buches Wer weint schon um Abdul und Tanaya?. Aber man kann nicht Diener des heißen; einer der Namen Gottes gehört schon dazu.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 29.05.2017 um 06.42 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#35215

Wittgenstein hat einst mit Bertram Russel [!] eine Stunde lange über die Frage diskutiert, ob es möglich ist, theoretisch zu beweisen, dass sich gerade kein Rhinozeros im Zimmer befindet. (Bernhard Lassahn, https://www.achgut.com/artikel/versteckte_taeter_in_sprachlichen_grauzonen._die_sprachveraenderung_3)
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 11.05.2017 um 05.20 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#35087

Rundmail der Universität Erlangen:

Jetzt Karten für das Erlanger Schlosskartenfest besorgen!

Das kann ein Perseverationsfehler sein oder hyperkorrektes Fränkisch, oder es liegt daran, daß die Besorgung von Eintrittskarten tatsächlich jedes Jahr ein großes Thema ist.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 21.11.2016 um 16.46 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#33902

Wenn unsere fränkischen Bauern auf dem Markt hyperkorrekt "Klosteräpfel" anbieten, handelt es sich nicht um einen der Klosteräpfel, die es tatsächlich auch gibt, sondern um die bekannte Sorte "Gloster" (so in Wikipedia). Ich dachte allerdings immer, daß es sich um "Gloucester" handeln müsse.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 23.10.2016 um 09.41 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#33618

Der hier (http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1611#32560) erwähnte Schrühbrand wird erwartungsgemäß heute oft als Sprühbrand bezeichnet, worüber sich dann die Keramiker wieder lustig machen.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 19.10.2016 um 04.27 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#33585

https://de.wikipedia.org/wiki/Schiffsname: hier wird das Schiff der Argonauten Argos statt Argo genannt.

Ich bin darauf gestoßen, weil Schmachthagen (18.10.16) sich über weibliche Schiffsnamen Gedanken macht – übrigens dieselben, die er sich schon am 12.3.13 gemacht hat.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 20.09.2016 um 09.30 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#33336

Weil das alte Bergmannswort nicht mehr verstanden wird, liest man heute erstaunlich oft windhöfig, sogar in einem sonst guten Wikipedia-Artikel über Windenergie.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 29.08.2016 um 06.34 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#33198

Die beiden überflüssigen Wörter empathisch und emphatisch werden oft verwechselt, so gerade wieder in der FAS.
Die Rechtschreibreform hätte die ewige Fehlerquelle widerspiegeln, wiedergeben usw. stopfen können. Vgl. die entsprechenden Einträge im Deutschen Wörterbuch: wi(e)der- usw. Die spät eingeführte Unterscheidungsschreibung bringt nicht viel.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 27.05.2016 um 09.11 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#32690

Es ist interessant und amüsant, was die Menschen früher, in der Kirche vor sich hindösend, von der Kanzel zu hören glaubten und sich dann in der eigenen Rede zurechtlegten: Hokuspokus, von Pontius zu Pilatus, vom Stamme Nimm usw.
Der Volksmund spricht, was das Volksohr hört.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 20.05.2016 um 05.44 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#32630

Sehr häufig: Flagiolett, z. B. im sonst weitgehend korrekt (reformiert) gedruckten Buch "Das Hohe Haus" von Roger Willemsen.
An solche schweren Wörter haben sich die Reformer gar nicht erst herangemacht.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 26.04.2016 um 04.21 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#32406

Grundremmingen: Schadsoftware in bayerischem Atomkraftwerk entdeckt
Im Kernreaktor Grundremmingen ist eine Schadsoftware entdeckt worden.
(Spiegel online 26.4.16)

(Hunderte von Belegen)
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 20.04.2016 um 12.23 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#32347

Meldung aus dem roten München:
Offenbar war ein Sorgerechtsstreit der Auslöser für die Schießerei in der Marxvorstadt. (muenchen.tv 20.4.16)
(Häufig! Manchmal auch beabsichtigt)
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 22.03.2016 um 06.22 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#32023

Kuriosum: Obwohl sich Gottlob Frege vehement für die Überzeitlichkeit und damit auch Ungeschichtlichkeit von Begriffen ausgesprochen hatte, wurde der Nachdruck eines seiner Hauptwerke – „Grundgesetze der Arithmetik“ – als Nachdruck 1998 mit dem Untertitel „Begriffsgeschichtlich abgeleitet“ veröffentlicht (richtig: „Begriffsschriftlich abgeleitet“). (Wikipedia Begriffsgeschichte)
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 20.03.2016 um 06.15 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#32000

Dazu noch eine ganz andere Beobachtung. Im Griechischen steht, wie man sieht, bei ich will sterben, der Infinitiv des Aorists. Das ist verständlich, denn die Sibylle möchte endlich tot sein und nicht etwa das Sterben durchmachen. Ganz allgemein steht bei Modalverben vorwiegend der Aorist bzw. im älteren Deutschen die perfektive Variante der Verben mit ge- (ga-, gi-), weil z. B. der Wollende das Ergebnis und nicht den Verlauf wünscht, nach einer Beobachtung von Richard von Kienzle und anderen. Allerdings haben Behaghel (Syntax II 104), Havers (Hb. 163) und andere auch darauf hingewiesen, daß die präfigierte Form manchmal nur den Hochtonhiat beseitigt: mác geságen, so daß man sich vor Überinterpretation hüten sollte. Im Griechischen ist der Fall naturgemäß klarer.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 20.03.2016 um 05.29 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#31999

Eliot uses for epigraph a chance remark in the Roman poem The Satyricon by Patronius. (http://pinkmonkey.com/booknotes/monkeynotes/pmWasteland19.asp)

Patronius - Satiricon, [Mit Illustrationen von Werner Klemke.], Gebundene Ausgabe – 1984 (amazon, das Buch selbst ist aber richtig betitelt)

Das erste Zitat bezieht sich auf T. S. Eliots Verwendung einer todtraurigen Geschichte, die u. a. im Satyricon des Petronius vorkommt:

Nam Sibyllam quidem Cumis ego ipse oculis meis vidi in ampulla pendere, et cum illi pueri dicerent: Σίβυλλα τί θέλεις; respondebat illa: ἀποθανεῖν θέλω.

The translation generally associated with Eliot's poem is as follows: For with my own eyes I saw the Sibyl hanging in a bottle, and when the young boys asked her, 'Sibyl, what do you want?', she replied, 'I want to die' .
The quote refers to the mythic Cumaean Sibyl who bargained with Apollo, offering her virginity for years of life totaling as many grains of sand as she could hold in her hand. However, after she spurned his love, he allowed her to wither away over the span of her near-immortality, as she forgot to ask for eternal youth. (Wikipedia Petronius)

Dante Gabriel Rossetti:

“I saw the Sibyl at Cumæ”
(One said) “with mine own eye.
She hung in a cage, and read her rune
To all the passers-by.
Said the boys, ‘What wouldst thou, Sibyl?’
She answered, ‘I would die.’”


Bei dieser Gelegenheit sei auch noch ein Zitat aus demselben "Gastmahl des Trimalchio" angeführt:

Agamemnon sagte: "Ein Armer und ein Reicher waren verfeindet - ", da unterbrach ihn Trimalchio mit den Worten: "Was ist ein Armer?" - "Sehr witzig", sagte Agamemnon.

Wie man sieht, bleiben die Menschen sich immer gleich.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 31.01.2016 um 05.25 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#31483

Da die FAS eine Seite über den "Türkentrank" bringt und auch das Kinderlied anführt, das heute aus Gründen der PC nicht mehr gesungen wird, habe ich mal nachgesehen und gefunden, daß die entsprechende Zeile teils so zitiert wird: Nichts für Kinder ist der Türkentrank. So auch im Wikipedia-Eintrag über den Verfasser Hering. Wir haben jedoch gelernt Nicht für Kinder....

(Es gibt auch Berichte, wonach man als Kind zusammen mit kleinen Türken das Lied gesungen habe, ohne sich etwas dabei zu denken, die Diskriminierer nicht und die Diskriminierten auch nicht. Das mache aber die Sache nicht besser...)
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 12.12.2015 um 05.12 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#30849

Aus einem Antiquariatskatalog bei ZVAB:

Aristoteles – Opuscula, Teil II und III. Mirabelle übersetzt von Hellmut Flashbar

(Gemeint: Mirabilia, übersetzt von Hellmut Flashar)
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 14.11.2015 um 11.50 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#30554

Beim Zitieren aus dem Gedächtnis drängen sich alle möglichen Motive ein, teils die hier abgehandelte Neigung zur Lectio facilior, teils individuelle, die man ohne "Analyse" nicht herausfinden kann. Heute gelesen:
„Dreiundzwanzig Jahre, und nichts für die Unendlichkeit getan.“ (FAZ 14.11.15)
Das soll bei Schiller stehen, tut es aber nicht.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 13.10.2015 um 11.43 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#30243

Ich hatte meinen kleinen Aufsatz über den "häufigsten Druckfehler" erwähnt, also über konstrastiv, wofür ich damals noch "per Hand", also ohne jede Suchmaschine, fast 100 Belege gesammelt hatte. Wie ich ebenfalls zufällig sehe, hat auch einer von uns das Material bereichert: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=783#27983

Vorhin ist mir eine hübsche "Verleistung" (Friedrich Kainz) passiert: Ich wollte Sparschwein tippen, schrieb aber Sprachwein, und dasselbe gleich noch einmal, als ich den Vorfall in meine Sammlung eintragen wollte, und – ob ihr es glaubt oder nicht – auch hier wieder! Der Grund liegt auf der Hand. Zusätzlich handelte es sich aber, wie ihr bald sehen werdet, um einen sprachwissenschaftlichen Zusammenhang, in dem das Sparschwein (geschafft!) nur als Beispiel diente.
 
 

Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 21.09.2015 um 05.35 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#30009

Gute Frage. Ich kenne mich in der Funktionsweise dieser Prüfprogramme nicht aus und kann mir die Schreibweise eigentlich nicht erklären. Ich gehe nur davon aus, daß der Verfasser nicht von sich aus die Großschreibung Tauenden gewählt hat.
 
 

Kommentar von R. M., verfaßt am 20.09.2015 um 21.30 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#30007

Gibt es denn eine Software, welche die fünf Wörter vor dem eigentlich zu prüfenden Wort berücksichtigt?
 
 

Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 20.09.2015 um 15.31 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#30006

Was ist richtig?
(1) Dann zogen sie an den Tauenden
(2) Dann zogen sie an den tauenden

Die Software sagt natürlich: (1). Wenn man ihr vertraut, klickt man auf den Korrekturvorschlag.

Im neuen SPIEGEL steht folgender Satz über die Besiedler Nordamerikas:
Bald danach zogen sie an den Tauenden Gletschern Kanadas vorbei, weiter Richtung Süden, wo sie auf verdutzte Säbelzahntiger, Monsterbiber und rund vier Tonnen schwere Faultiere trafen.

Ich deute diese Schreibweise als Lectio facilior aus der Perspektive der automatischen Rechtschreibprüfung.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 11.09.2015 um 12.45 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#29904

Im schon erwähnten "Latein für Dummies" steht:

Dominus: Te prepare cenam optimam volo, quod senatores eunt.
Ich will, dass du ein sehr gutes Abendessen zubereitest, weil die Senatoren kommen.


Wie man sich denken kann, ist der deutschen Übersetzerin ("aus dem Amerikanischen") die englische Übersetzung in die lateinische Vorlage gerutscht:

Dominus: Te parare cenam optimam volo, quod senatores eunt.

Das ist nur das lustigste von vielen Versehen.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 16.05.2015 um 12.27 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#28894

"Interkulturell" wäre noch interessant, die Rolle des Kühlschranks in verschiedenen Ländern zu vergleichen. Aus amerikanischen Fernsehserien und Filmen ist mir in Erinnerung, daß man drüben erstens vieles in den (auch größeren) Kühlschrank steckt, was bei uns anderswo aufbewahrt wird, z. B. eben Obst. Zweitens ißt und trinkt man das anscheinend auch so kalt, wie es herauskommt. Drittens schließlich steht der Kühlschrank oft im Wohnzimmer statt in der Küche. Sind das nur Klischees, oder ist zumindest in der Tendenz was dran?

Natürlich muß man auch die unterschiedliche Größe der Wohnzimmer berücksichtigen. Die Wohnfläche der Deutschen hat zwar ständig zugenommen (ohne Bevölkerungszuwachs pro Jahr ungefähr um die Wohnfläche Kölns!), aber noch kann man sich in deutschen Wohnzimmern meistens ohne Megaphon unterhalten.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 16.05.2015 um 05.24 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#28889

In der "Frankfurter Anthologie" bespricht Heinrich Detering ein bekanntes Gedicht von William Carlos Williams, das er selbst "aus dem Amerikanischen" übersetzt hat. Titel der Besprechung: Ein pflaumenleichter Augenblick verbotener Freude. Die Pflaumen, um die es geht, sind allerdings nicht leichter als anderes Obst. Das hat auch der von Detering zitierte Mörike nicht geglaubt, denn der hat, soviel ich mich erinnere, O flaumenleichte Zeit der dunkeln Frühe! geschrieben.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 15.05.2015 um 16.15 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#28886

Der Grad ist allerdings verteufelt schmal. Wenn das Vibrato zu schwach ist, ist es nicht zu hören, wenn es zu stark ist, geht es einem als Gefühlsverstärker irre auf die Nerven. Auf diesem schmalen Grad dazwischen aber bewegte sich niemand so sicher und elegant wie B.B. King. (SZ 15.5.15)

Mit Graten kennen sich viele Menschen nicht aus, aber die feinen Grad-Striche auf Thermometern kennen sie.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 03.04.2015 um 09.13 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#28539

Bekanntlich heißt die Johns Hopkins University wirklich so, und dasselbe gilt für den großen Neurologen John Hughlings Jackson, der sich unzählige Male, nicht nur in deutschen Büchern, Hughling oder gar Hughlin Jackson (Judith Macheiner) nennen lassen mußte.

Wenn so etwas in der Fachliteratur geschieht oder gar einem anderen Forscher ständig der falsche Vorname zugewiesen wird, muß man wohl annehmen, daß er dem Verfasser nur vom Hörensagen bekannt ist.

Dagegen kann es schon mal passieren, daß man zum Beispiel den Namen des zweiten Bundeskanzlers falsch schreibt, obwohl man sich an dessen Regierungszeit noch gut erinnert. So ist ja auch nicht jeder, der den Namen des Philosophen Russell falsch schreibt (gefühlt die Hälfte aller Autoren, soweit sie nicht spezialisiert sind), völlig unwissend.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 26.02.2015 um 07.16 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#28198

die katarrhtische oder moralisch reinigende Funktion des Theaters
(http://www.hss.de/downloads/aa47-Geisteswissenschaften.pdf)

Hier sind anscheinend die Katharsis und der Katarrh durcheinandergeraten. Der Text dürfte diktiert worden sein.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 22.12.2014 um 09.59 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#27592

Unter dem Titel "Hirnforschung" wird siebenmal nacheinander Formatia reticularis geschrieben, ebenso in anderen Schriften desselben Autors. (In: Werner Egli/Uwe Krebs (Hg.): Beiträge zur Ethnologie der Kindheit. Münster 2004) Daran sieht man schon, daß die Hirnforschung nur in der oberflächlichsten Weise herangezogen worden sein kann, was sich auch bestätigt.

-

In einem älteren Roman wird nach dem Mokka Cherry statt Sherry getrunken. So hört und liest man es gar nicht selten.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 13.12.2014 um 16.42 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#27550

Erstaunlich häufig belegt: to masterbate. Was sich die Leute wohl dabei denken? (Ich meine: bei dem Wort.)
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 12.12.2014 um 07.39 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#27541

Von dem Spiegelneuronen-Enthusiasten Christian Keysers gibt es ein Buch "Unser empathisches Gehirn". Es wird nicht nur im Wikipedia-Eintrag über ihn, sondern auch sonst oft als "Unser emphatisches Gehirn" zitiert und angeboten.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 03.12.2014 um 05.54 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#27483

Sehr häufig, auch in seriösen Texten und auch im Englischen, liest man intransingent. Das Wort ist für die meisten undurchsichtig, das begünstigt die Fehlschreibung (wohl hauptsächlich Antizipation wie in konstrastiv).
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 29.11.2014 um 03.14 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#27459

Leider finde ich die Stelle gerade nicht, aber irgendwo macht sich doch Tucholsky lustig über Leute, die "pfom Pfilm" sind. Das ist hyperkorrekt, weil der sprachfremde Anlaut oft vereinfacht wird: Ferd, Flaume usw.

Das fiel mir ein, als ich in dem fulminanten Buch "The Hindus" von Wendy Doniger die deutsche Entsprechung von Amanita muscaria las: Pfliegenpilz (S. 122).
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 21.11.2014 um 04.20 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#27400

Mit dieser SPIEGEL-Sprache sind wir gewissermaßen aufgewachsen und haben erlebt, wie sie sich über andere Medien verbreitete. Alternativ die Adornosprache, mit der es aber schneller wieder vorbei war. Den spiegelbildlichen Jargon der Eigentlichkeit haben wir nur noch als etwas Historisches empfunden. Leicht karikierbar sind sie alle drei.
Die SPIEGEL-Synonymik ist sozusagen eine Stufe höher als die naiven Synonyme und Antonomasien der Regionalzeitung (Schwarzkittel, Domstadt = Wildschweine, Köln). Es kommt noch die Pose des spöttischen Allesdurchschauers hinzu. Glücklich, wer sich da nicht auf Dauer einfangen läßt!

Mir ist gerade eine ältere Aufzeichnung in die Hände gefallen: Klaus Laermann hat vor fast 30 Jahren in "Kursbuch" und ZEIT nicht zu Unrecht die Frankolatrie ("Lacancan und Derridada") kritisiert, wenn auch in einer selbstverliebten Redeweise, die man auch nicht so gut verträgt. Er schrieb u. a.: Über dieser Prosa liegt der Bann, sich aller Inhalte zu entschlagen. Gegen diesen Jargon, der geradewegs von Adorno stammt, war er anscheinend unempfindlich. Man beachte die Konstruktion des "Banns" mit einem Inhaltssatz. Kryptotheologie der Frankfurter Schule.
 
 

Kommentar von R. M., verfaßt am 20.11.2014 um 21.21 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#27399

Schon klar, wie das irgendwie gemeint ist, aber es bleibt eben doch Spiegel-Praktikantinnen-Stil. Grausam.
 
 

Kommentar von Bernhard Strowitzki, verfaßt am 20.11.2014 um 20.52 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#27398

"Edelpostille" ist nicht abwegig, weil die Zeitschrift ganz untypisch für die "Bewegung" einen intellektuellen Anspruch hatte (weit entfernt vom "Völkischen Beobachter" oder gar dem "Stürmer").
 
 

Kommentar von R. M., verfaßt am 20.11.2014 um 18.08 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#27397

»in der wöchentlich erscheinenden NS-Edelpostille Das Reich«
Lies: »in der Berliner Wochenzeitung Das Reich«
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 20.11.2014 um 17.09 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#27396

Noch im Oktober 1940 erklärte Huber in der wöchentlich erscheinenden NS-Edelpostille Das Reich: „Der völkisch-rassistische Gedanke hat sich seit 1933 fortschreitend in einer Fülle von Einzelmaßnahmen durchgesetzt.“ (Philipp Gessler: Wolfgang Huber. Freiburg 2012:19)

Man merkt gleich, daß das Zitat nicht stimmen kann, Tatsächlich muß es völkisch-rassisch heißen.

Gessler wollte übrigens eine Biographie des Sohnes von Ernst Rudolf Huber schreiben, die sowohl dem interessierten Laien wie der Expertin ein Gewinn sei. Entsprechend wundert er sich auch darüber, daß Hubers Mutter Rechtsanwalt genannt werden wollte und auch auf ihrem Grabstein so genannt wird.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 13.11.2014 um 11.44 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#27325

Tripple Elvis liest man heute in vielen Medien zur Versteigerung des Warhol-Bildes.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 08.11.2014 um 04.50 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#27275

Leider haben wir Kinder nie Russisch gelernt. Beim Singen von Abendliedern am Bett sind wir nicht weiter als bis zum „Roten Safran“ gekommen, das war ein russisches Liedchen. (Robert W. Kempner; Ankläger einer Epoche. Frankfurt 1983:14) (Der Text wurde von Jörg Friedrich aufgezeichnet.)
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 24.08.2014 um 06.24 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#26599

Auf dem zweiten Monitor erscheint die dreidimensionale Explorationszeichnung eines Schraubendrehers. (FAZ 24.8.14)
 
 

Kommentar von Manfred Riemer, verfaßt am 22.08.2014 um 10.30 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#26597

Hätte ich da noch ein "Smiley" setzen sollen? Nein, war doch klar, wie das gemeint war. Ich hätte nur nicht gedacht, daß Sie den Rat gleich befolgen, lieber Prof. Ickler. Übrigens, mir als notorischem Langschläfer unterläuft so mancher Lapsus zu jeder Tageszeit.
 
 

Kommentar von Manfred Riemer, verfaßt am 21.08.2014 um 11.23 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#26596

Lieber Prof. Ickler, mit "jeder menschlich Fühlende" meinen Sie doch nicht etwa, daß vier Uhr früh eine unmenschliche Aufstehzeit sei? Ich hoffe, es ist jetzt nicht respektlos von mir, aber sollten Sie dann nicht vielleicht doch ab und zu auf Ihre Frau (1544#26542) hören?
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 21.08.2014 um 09.12 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#26595

Vielen Dank! Jeder menschlich Fühlende wird Verständnis haben, daß mir so früh am Tage manches entgeht. Das gibt mir zugleich Gelegenheit, nochmals den 17. Juni als Nationalfeiertag zu fordern. Wie ich an Meldungen sehe, bin ich damit nicht allein.
 
 

Kommentar von Red., verfaßt am 21.08.2014 um 08.54 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#26594

Wir korrigieren schon nach vier Stunden: Gemeint ist der 17. Juni.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 21.08.2014 um 04.40 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#26592

Tagebuchnotiz von Strittmacher: Bertolt Brecht wollte SED-Mitglied werden
(focus.de 21.8.14)

Man staunt immer wieder, wie lange solche Überschriften im Netz stehen, bis jemand sich die Mühe macht, sie zu berichtigen.

Übrigens kann Erwin Strittmatters Notiz über Brechts Absicht nach dem 13. Juni 1953 niemanden überraschen.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 21.08.2014 um 04.37 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#26591

Es geht um Reibung. Das kann technisch präzisiert werden, aber etwas ganz anderes sehe ich da nicht.
 
 

Kommentar von Germanist, verfaßt am 14.07.2014 um 11.14 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#26324

Vorsicht, "Schlupf" ist etwas ganz Anderes.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 14.07.2014 um 09.42 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#26323

Die FAZ (13.7.14) spricht von windschlüpfrigen Flügeln bei energiesparenden Flugzeugen, und wie ich bei Google sehe, gibt es dafür viele Belege. Aber richtiger wäre windschlüpfig, weil es um den Schlupf geht und nicht um Schlüpfer.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 27.06.2014 um 17.22 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#26175

Henning Ritter erwähnt Darwins Biographen Desmond und Morris (Die Schreie der Verwundeten. München 2013:168)
Richtig wäre Desmond und Moore, aber der Name des bekannteren Londoner Zoologen Desmond Morris hat sich vorgedrängt.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 12.01.2014 um 05.59 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#24830

bis nach China und den Sudaninseln (F. Pfiser) (Werner Fuld: Die Bildungslüge. Berlin 2004:68)

(statt Sundainseln (F. Pfister))
 
 

Kommentar von Bernhard Strowitzki, verfaßt am 17.12.2013 um 14.24 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#24629

Zum fünfzigsten Jahrestag des ersten Berliner Passierscheinabkommens brachte der Deutschlandfunk ein "Kalenderblatt". Die Moderatorin sprach, mehrfach wiederholt, stets von "Passagierscheinabkommen".

 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 16.12.2013 um 15.58 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#24621

Das von mir zitierte Buch von Peter Gärdenfors (http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1082#24608 ) ist im Internet herunterladbar, aber nicht so leicht zu finden wie seine vielen Aufsätze, deshalb hier die Adresse: http://arkitecturadellenguaje.files.wordpress.com/2012/12/how_homo_became_sapiens.pdf

Man muß es aber nicht unbedingt lesen, neben Gutem ist auch viel konventionelle Psychologie mit "Repräsentationen" usw. zu finden.

Weshalb ich es hier erwähne: Der Titel wird erstaunlich oft so zitiert: How Home Became Sapiens. Offenbar Lectio facilior.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 19.09.2013 um 10.18 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#24056

Sehr hübscher Fund! Man braucht das Original nicht einmal zu kennen, um durch die umwerfende Banalität darauf zu kommen, daß etwas nicht stimmen kann. (Ich fürchte nun den Augenblick, da jemand nachweist, daß die banale Lesart die richtige ist ...)
 
 

Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 19.09.2013 um 03.22 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#24054

In dem ergreifenden Gedicht Der Tod und das Mädchen von Matthias Claudius spricht zuerst das Mädchen den Tod an. Und zwar so (laut englischer Wikipedia):

Vorüber! Ach, vorüber!
Geh, wilder Knochenmann!
Ich bin noch jung! Geh, lieber,
Und rühre mich nicht an.

Zu diesem "Original German" liefert Wikipedia auch die "English Translation":

Pass me by! Oh, pass me by!
Go, fierce man of bones!
I am still young! Go, rather,
And do not touch me.

Wer findet den kleinen Fehler beim "Original German"?
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 30.07.2013 um 12.58 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#23793

Bei amazon glaubt jemand einen "Nimbusschlüssel" zu brauchen, um mit einem Simmertopf zurechtzukommen.

Sehr viele Kunden schreiben "Rezessionen".
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 20.07.2013 um 08.32 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#23703

Schmachthagen kritisierte kürzlich die besonders häufigen Fehlschreibungen lizensieren, Obulus, Billiard, Imbus.

lizenzieren wird sich gegen das amerikanische license kaum behaupten, zumal es meist in Texten einer amerikanisch beherrschten Branche vorkommt.

Obolus ist selten und meiner Ansicht nach eins von den überflüssigen Wörtern. Die Angleichung an lateinische Wörter auf -ulus ist verständlich.

Billard gerät in den Sog von Billiarde.

Inbus ist ein unverständliches Akronym, die Aussprache und dann die Schreibweise wird durch eine fast unvermeidliche Assimilation mundgerecht gemacht.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 17.07.2013 um 12.12 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#23688

Phytia vom Bodensee (= Elisabeth Noelle-Neumann laut FAZ 24.6.13)

Auch der gute Phytagoras ist mit Google massenhaft zu finden.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 06.07.2013 um 05.40 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#23565

Von Wolfgang Kasacks Stadt hinter dem Strom bis Wilhelm Lehmanns Naturgedichten regierten in der Literatur Allegorisierung und möglichste Zeitferne. (Willi Winkler im Freitag 5.3.04)

Die Verwechslung von Vater und Sohn kommt sicher daher, daß Wolfgang Kasack (gestorben 2003, Gegner der Rechtschreibreform) damals sehr bekannt, der Vater Hermann aber ziemlich vergessen war.

Mir fällt gerade ein, daß wir im Deutschunterricht "Die Stadt hinter dem Strom" gelesen haben, und ich bin wieder mal erstaunt über die große Masse von Büchern, auch umfangreichen, die uns zugemutet wurde. Ich erinnere mich noch, daß ich damals Kasacks Roman altklug mit Dante verglichen habe, den ich tatsächlich in Voßlers Übersetzung vollständig gelesen hatte, viel zu früh natürlich.

(In Winklers Satz fehlt für meine Begriffe eine gescheite Präposition nach bis.)
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 11.04.2013 um 12.24 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#22958

Lieber Herr Riemer, das können Sie alles vergessen, was auch immer irgendein Wörterbuch darüber sagt. visum ist schon das normale Partizip ("gesehen") im Singular. Meine Wörterbücher behaupten, es sei jünger als der im Französischen verwendete Plural visa und erst daraus (ganz regulär) rückgebildet.
 
 

Kommentar von Manfred Riemer, verfaßt am 11.04.2013 um 11.47 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#22957

Das Seltsame ist wohl, daß Visum im Deutschen vom lateinischen Partizip des Verbs abgeleitet und substantiviert wird, während andere Länder direkt das lateinische Substantiv benutzen.
 
 

Kommentar von Manfred Riemer, verfaßt am 11.04.2013 um 09.49 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#22954

zum Paparazzi:
Die Unterscheidung von Singular und Plural ist manchmal seltsam. Ich habe mich gerade wieder gewundert (da ich nicht Latein gelernt habe), warum es auf deutsch das Visum, Plural die Visa, auf englisch, französisch, russisch aber im Singular visa heißt. Nun sehe ich in in einem Wörterbuch, daß auch im Lateinischen visum nicht etwa der Nominativ Sing., sondern Genitiv Plural ist. Ich dachte, gerade wir Deutschen seien immer so genau bei der Übernahme von Fremdwörtern. Wie kommt es, daß wir hier den Genitiv Plural für das Grundwort im Singular übernommen haben?
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 10.04.2013 um 15.08 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#22951

In einem Beitrag über shitstorm schreibt die FAZ: hate sales (gemeint ist anscheinend sells). Auch ist von einem Paparazzi die Rede.
 
 

Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 30.03.2013 um 15.50 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#22896

Weil sonst jeder meinen Benutzernamen bei Wikipedia sieht, habe ich es diesmal nicht korrigiert. Die hier interessante Frage unter dem Stichwort "Lectio facilior" ist ja: Warum ist der Fehler sieben Jahre lang nicht korrigiert worden? Jetzt ist er korrigiert worden, zwar nicht durch mich persönlich, aber auf meinen Hinweis hin (von einer anonymen Person).
 
 

Kommentar von MG, verfaßt am 30.03.2013 um 14.54 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#22895

klaglos – klanglos

Warum klagen Sie nur, Herr Wrase, und verbessern den Fehler nicht?
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 30.03.2013 um 12.46 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#22894

Schamröte ergießt sich über meine Tastatur! Als ob ich den Vers nicht gekannt hätte! Dabei hätte ich meinen Irrtum schon deshalb bemerken müssen, weil Schiller sich ja nicht innerhalb von zwei Zeilen so wiederholt hätte.

Abgesehen davon, behält mein Kommentar komischerweise seinen Bezug, denn ob Klang oder Klage, das läuft hier zufällig auf dasselbe hinaus: unbesungen oder unbeklagt sollte man nicht in die Grube fahren.

Das Kompliment gebe ich gern zurück, lieber Herr Wrase: auch von Ihnen lerne ich immer etwas, und ganz besonders, wenn Sie mich hereinlegen!
 
 

Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 30.03.2013 um 09.39 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#22893

Nein lieber Herr Ickler, es geht darum, daß klaglos zwar sinnvoll klingt oder auch ist (deswegen entdeckt man den Fehler ja auch nicht) – aber Schiller schrieb klanglos. Um den Lesern einen Tip zu geben, wo überhaupt etwas falsch sein könnte, habe ich den augenzwinkernden Selbstkommentar angefügt, der allerdings auch wieder zweideutig war, zugegeben. Aber es ist einzigartig: Von Ihnen lernt man immer etwas, auch wenn man Sie hereinlegt!
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 30.03.2013 um 08.13 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#22890

Ich bin mir nicht sicher, lieber Herr Wrase, ob Sie die Ansicht Schillers und der Griechen kritisieren oder die grammatische Konstruktion mit der zweifelhaften Orientierung des Adjektivs klaglos. Gemeint ist natürlich "unbeklagt", und das ist durchaus echt griechisch. Die Griechen waren durchdrungen von der Überzeugung, daß es ein ziemlich verpfuschtes Leben wäre, wenn man nicht in der Erinnerung der Menschen fortlebte -. etwas anderes gab es ja nicht. So gehört der "Ruhm der Männer" (kleos andron) bzw. der "unvergängliche Ruhm" (kleos aphthiton) zu den bekanntesten "Dichterformeln", die aus dem Indogermanischen ererbt sein müssen, denn sie treten in weit entfernten Tochtersprachen in genauer lautlicher Entsprechung auf.
Wenn Sie in den Orkus müssen, lieber Herr Wrase, können Sie natürlich auch selber klagen, aber darauf kommt es hier nicht an.

Bin gerade vom 50jährigen Abiturjubiläum zurückgekommen und etwas elegisch gestimmt. Zum Glück leben alle Klassenkameraden noch, aber einer von ihnen hat mit Recht Walthers Elegie "Owe war sint verswunten ..." gepostet, übrigens ein Text, der viel ungekünstelter zu Herzen geht als Schillers griechelnder.
 
 

Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 30.03.2013 um 07.38 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#22889

Der Wikipedia-Artikel über Achilleus hat ca. 16.000 Besucher pro Monat. So endet dort Schillers Nänie, und zwar seit der Einfügung dieses Textes vor ziemlich genau sieben Jahren:

Siehe! Da weinen die Götter, es weinen die Göttinnen alle,
Dass das Schöne vergeht, dass das Vollkommene stirbt.
Auch ein Klaglied zu sein im Mund der Geliebten ist herrlich;
Denn das Gemeine geht klaglos zum Orkus hinab.

(Also ich zum Beispiel möchte mich beschweren, wenn ich zum Orkus hinabmuß.)
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 11.03.2013 um 06.50 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#22789

th sieht, wie gezeigt, im Zweifel besonders griechisch aus, daher schreibt Lutz Geldsetzer in mehreren Texten pollachos legethai und übersetzt außerdem dieses Aristoteles-Zitat unnötig verfremdend als "wird in vielfältiger Weise ausgesprochen".
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 02.02.2013 um 12.46 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#22539

Die Äußerung des Erzbischofs Müller, es gebe eine Pogromstimmung gegen die katholische Kirche, hat natürlich eine Unmenge von Zuschriften hervorgerufen, z. B. bei Spiegel online. Erwartungsgemäß wird das schwierige Wort weitgehend zu Progromstimmung umgebildet.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 19.11.2012 um 17.31 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#21940

In Otto Behaghels Buch "Die deutsche Sprache" (Leipzig 1886) heißt es:

In diesem Verfahren liegt ein guter Teil des Geheimnisses, durch das z. B. Moritz Busch die Lachmuskeln seiner Leser in Bewegung setzt.

Das Versehen dürfte zwei Ursachen haben, erstens natürlich "Max und Moritz", zweitens der damals sehr bekannte Publizist Moritz Busch.

In der Bearbeitung von Mackensen steht dann richtig Wilhelm Busch.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 24.09.2012 um 05.23 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#21558

Unter "Abzählreim" gibt Wikipedia folgenden Literaturhinweis:

Peter Rühmkorf: Über das Volksvermögen, Exkurse in den journalistischen Untergrund. Reinbek bei Hamburg 1967.

Wie mag es zu dem – so offensichtlich – falschen Untertitel gekommen sein?
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 27.06.2012 um 07.42 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#20948

participate present (aus dem englischen Text eines Deutschen über deutsche Grammatik)

Gemeint ist present participle. participate ist geläufiger und dürfte sich vorgedrängt haben. Unsere deutsche Ausdrucksweise Partizip Präsens ist allerdings auch eine seltsame, sozusagen barbarische Juxtaposition anstelle der klassischen Bildeweise participium praesentis. Wahrscheinlich spiegelt der Wechsel (der noch nicht zur Ruhe gekommen ist) die Entwicklung des Schulwesens wider.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 19.06.2012 um 08.09 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#20900

Funktionen des linken Partiallappens und des Frontallappens ... (Zitat aus einem Buch von Silvio Vietta, SZ 19.6.12)

Den "Partiallappen" findet man im Internet nicht selten.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 30.05.2012 um 09.37 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#20810

Algorhythmen (SZ 30.5.12) (im weiteren Text dann Algorithmen)
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 15.05.2012 um 09.13 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#20712

Auf derselben Seite im Feuilleton der SZ vom 15.5.12 wird die berühmte Fotografin Diana Airbus genannt und Arthur Schnitzler wegen seiner früh einsetzenden Ontosklerose (verbunden mit Tinnitus) bedauert.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 14.05.2012 um 10.51 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#20705

y sieht im Zweifel griechischer aus als i, daher dychotomisch auch in gelehrten Werken wie Richard van Dülmen/Sina Rauschenbach: Macht des Wissens 2004:542.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 12.05.2012 um 05.26 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#20698

In den Erlanger Universitätsreden 76/2012 zitiert der emeritierte Politologe Jürgen Gebhardt einen Bruno Schnell, und auch im Literaturnachweis heißt es Bruno Schnell: Die Entdeckung des Geistes.

(Diese Reden werden neuerdings von der Abteilung "Marketing" der Erlanger Universität herausgegeben, das erklärt vielleicht manches, nicht allerdings die extrem dünne Groteskschrift, die man kaum lesen kann. Marketing sieht anders aus.)

Der Nürnberger Zeitungsverleger Bruno Schnell ist hier eine sehr bekannte Größe, das könnte mitgespielt haben.
 
 

Kommentar von Horst Ludwig, verfaßt am 12.04.2012 um 16.02 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#20403

Zu "The Mind’s Eye (falsche Titelangabe statt The Mind’s I zu einem Buch von Hofstadter/Dennett in: Gregory, Richard L. (Hg.): The Oxford Companion to the Mind. Oxford 1989:280)": Edgar Allan Poe spielt in seiner wunderbar aufgebauten Kurzgeschichte "The Tell-Tale Heart" mit dem Gleichklang von "eye" und "I", wenn er da von dem "Evil Eye" sagt:
"He had the eye of a vulture –a pale blue eye, with a film over it. Whenever it fell upon me, my blood ran cold; and so by degrees –very gradually –I made up my mind to take the life of the old man, and thus rid myself of the eye forever."
(Quelle; da mit Druckfehler: "His eve would trouble me no more" ist richtig "His eye would trouble me no more".)
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 12.04.2012 um 13.02 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#20400

In einem englischen Text bin ich auf masterbation gestoßen und sehe bei Google, daß es eine ungeheure Masse an ähnlichen Belegen gibt, dazu auch eine mehr oder weniger ernsthafte Diskussion samt volksetymologischer Nachdeutung (master of the bait usw.).
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 23.02.2012 um 09.32 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#20145

Die "Süddeutsche" druckt einen Vortrag von Martin Mosebach über religiösen Kitsch ab. Der Text ist so von Marienverehrung durchdrungen, daß gleich zweimal Frau Angelico erwähnt wird.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 31.12.2011 um 17.20 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#19796

Vor vielen Jahren habe ich mal im "Sprachdienst" einen kleinen Aufsatz über den Druckfehler konstrastiv veröffentlicht; wir haben auch unter rechtschreibreform.com darüber diskutiert.
Im Englischen ist mir kürzlich die häufige Verwechslung von prostate und prostrate aufgefallen. Die Verwechselbarkeit wird auch von Wiki eigens berücksichtigt. Der Unterschied ist, daß es im Englischen prostrate ja wirklich gibt. Wenn die Bezeichnung der Drüse ebenso geschrieben wird, könnte man es auch als Lectio facilior ansehen.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 26.11.2011 um 17.33 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#19594

In seinem Buch "Der Rahmen" warnt Ernst Pöppel mit Recht davor, Burrhus Frederic Skinner zu unterschätzen, schreibt allerdings dessen weniger bekannten Vornamen Burrows, auch im Literaturverzeichnis. Der seltene wirkliche Vorname stammt übrigens von der Großmutter. Die Kollegen nannten ihn meist Fred. (Die dreibändige Autobiographie ist sehr lesenswert, Pöppels Buch dagegen nicht unbedingt.)
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 21.07.2009 um 09.54 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#14809

Ja, und es gibt noch den oft belegten "Einfallspinsel", die "Behistum"-Inschrift (so auch in Christa Dürscheids "Schriftlinguistik", statt "Behistun"), und der bekannte amerikanische Linguist Ray Jackendoff heißt naturgemäß oft "Jackendorf".
 
 

Kommentar von Korrekturleserin, verfaßt am 20.07.2009 um 23.40 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#14802

Ich hatte kürzlich einen »Hupschrauber« in einem zu korrigierenden Text (allerdings aus nicht allzu berufener Feder).
 
 

Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 20.07.2009 um 14.05 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1194#14795

Ich hatte kürzlich die Broschüre einer Versicherungsgesellschaft zu korrigieren, in der an mehreren Stellen stand, daß in der Zahnversicherung auch die Leistung Frisurenversiegelung enthalten sei (statt Fissurenversiegelung). Als Lektor ist man natürlich dankbar über solche Leckerbissen, weil man das Gefühl hat, eine peinliche Auseinandersetzung zwischen Werbeagentur und Auftraggeber abgewendet und das Einstampfen einer Auflage verhindert zu haben.
 
 

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