zurück zur Startseite Schrift & Rede, Forschungsgruppe dt. Sprache    FDS - In eigener Sache
Diskussionsforum Archiv Bücher & Aufsätze Verschiedenes Impressum      

Theodor Icklers Sprachtagebuch

Die neuesten Kommentare


Zum vorherigen / nächsten Tagebucheintrag

Zu den Kommentaren zu diesem Tagebucheintrag | einen Kommentar dazu schreiben


09.07.2009
 

Wikipedia – trotzdem!
Wechselhafte Erfahrungen

Während die meisten sprachwissenschaftlichen Einträge bei Wiki sehr zu wünschen übrig lassen und nicht einmal gute Links enthalten, gibt es zu unzähligen anderen Bereichen sowohl hervorragende Einträge als auch erstklassige Verweise.
Neulich wollte ich mich vergewissern, wie es mit der deutschen Entsprechung zu einer Wortschatzlücke steht, die der Philosoph Daniel Dennett einmal festgestellt hat (an die ich aber auch im Englischen nicht glaube): wie nennt man das (oft) metallumhüllte Ende von Schnürsenkeln? Nun, Pinke natürlich! Man sehe nach unter Schnürsenkel, und von dort wird man auch auf weitere interessante Seiten geführt.
Wie jeder weiß, interessiere ich mich auch für mechanische Planimeter. Dazu ein recht guter erster Eintrag bei Wiki und dort dann vorzügliche Verweise auf andere Seiten. Das reicht für einen genußreichen Nachmittag: Schnürsenkel und Planimeter! Oder man nimmt noch ein paar Vögel hinzu: Ziegenmelker (Caprimulgus), überhaupt Nachtschwalben, Fettschwalme – wunderbar, mit Audiodateien und kleinen Filmen! Hoffentlich wird uns das nicht alles durch rote STOPP-Schilder vermiest ...



Diesen Beitrag drucken.

Kommentare zu »Wikipedia – trotzdem!«
Kommentar schreiben | älteste Kommentare zuoberst anzeigen | nach oben

Kommentar von Erich Virch, verfaßt am 05.01.2018 um 09.43 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#37489

Aus jedem Wurf spielender Welpen sind unentwegt Schmerzensschreie zu hören; die Beißhemmung scheint tatsächlich erlernt zu werden. Später wird erlernt, daß Bücher nicht zurückbeißen (http://pics.virch.net/lorenz.jpg).
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 05.01.2018 um 08.34 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#37487

Zu http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#32011

Der Familienhund knabbert und zieht gern an den Wollsocken, in die ich meine zarten Füße hülle. Leicht könnte er letztere dabei mit seinen Zähnen erwischen, aber das kommt nicht vor; auch sonst hat er noch nie jemanden gebissen, toitoitoi.
Diese Beißhemmung ist vielleicht erlernt, wie die Lorenz-Kritiker annehmen, aber Angst vor Gegenbissen kann keine Rolle spielen, denn keiner von uns hat ihn je gebissen.
Es sieht so aus, als ob der Hund sozusagen generell auf "Spiel" schaltet und dann alles nur unernst betreibt.
Für den Umgang mit Jungtieren wird im genannten Wikipedia-Artikel eine Ausnahme gemacht. Hier soll das Kindchenschema tatsächlich eine angeborene Beißhemmung aktivieren. Wir waren natürlich neugierig, wie die Französische Bulldogge auf das neuerdings hinzugekommene Baby reagieren würde. Nun, er guckte eine Weile, schnüffelte, und das war’s. Zugucken tut er immer noch, und bald werden die beiden hoffentlich miteinander spielen. Zweifellos ein Ergebnis tausendjähriger Domestizierung, auch Menschenkinder als "Kinder" zu sehen. Dazu http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1106#31366

(In Ungarn kommentierte ein hundeliebender Hotelier das interessante, wenn auch furchterregende Aussehen des stämmigen Kerls, der ja zur Hälfte aus Kopf besteht, in gebrochenem Deutsch: "Vorne Einstein, hinten ein Schwein." Das kannte ich noch nicht.)
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 18.12.2017 um 10.43 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#37340

Sonderbar sind diese Einträge:

https://de.wikipedia.org/wiki/Faradays_Kerze

und dort verlinkt:

https://de.wikipedia.org/wiki/Lehrkunst

Wahrscheinlich beide von Hans Christoph Berg verfaßt.
 
 

Kommentar von R. M., verfaßt am 10.11.2016 um 21.28 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#33819

»Das wohlriechende und frühblühende Maiglöckchen hat seit jeher die Phantasie zahlreicher Dichter beflügelt. Beispielhaft seien hier Eichendorff und Fallersleben erwähnt.« WP, s. v. »Maiglöckchen«)
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 17.10.2016 um 04.50 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#33560

1994 traf er in Gdynia nach fünfzigjähriger Trennung seine kaschubisch-polnische Kinderfrau Irena Przytarska wieder. (Wikipedia über Gunnar Heinsohn)
 
 

Kommentar von R. M., verfaßt am 27.03.2016 um 23.47 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#32066

»Eine der lautmalerischsten Kommunikationsweisen der Katze ist das Miauen.« (WP, s. v. »Kommunikation der Hauskatze«)
 
 

Kommentar von Erich Virch, verfaßt am 21.03.2016 um 12.41 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#32013

Was Konrad Lorenz angeht, fehlt Hunden nachweislich jede Beißhemmung: http://pics.virch.net/lorenz.jpg
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 21.03.2016 um 07.37 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#32011

Da hat man nun fast noch als Kind Konrad Lorenz gelesen und geglaubt, etwas für seine Bildung zu tun, und läuft dann sein ganzes Leben mit falschen Vorstellungen durch die Welt, vor allem, wenn man sich in andere Fachrichtungen entwickelt hat.

Bin kürzlich auf den Wikipedia-Eintrag "Beißhemmung" gestoßen. Der ist übrigens in einem untypisch engagierten Ton abgefaßt.

Auch andere Lehrstücke des berühmten Mannes sind ja schon abgebröckelt.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 02.04.2015 um 05.15 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#28516

Bei Wikipedia findet man vieles, was man nicht findet, aber man findet auch manches, was man nicht finden möchte.

Über die Schriftstellerin Andrea Hanna Hünniger:

In der Welt am Sonntag vom 20. Oktober 2013 beschrieb sie auf Seite 54 Kultur ihre Eindrücke von einem Aufenthalt in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba.

Als Gast in der Sendung Maybrit Illner bekannte Hünniger im Vorfeld der Bundestagswahl 2013, noch nie in ihrem Leben gewählt zu haben.


Ja, und am 1. April 2015 soll sie morgens Tee statt Kaffee getrunken haben. Das Geplapper könnte von ihrer „Verlobten“ Helene Hegemann stammen.

(Mit 28 hat man noch nicht an vielen Wahlen teilnehmen können, und es bleibt noch Zeit, es sich anders zu überlegen.)
 
 

Kommentar von Manfred Riemer, verfaßt am 04.03.2015 um 12.10 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#28247

Im ("Neu-")Deutschen bemerkt man sofort den kleinen Unterschied zwischen
- Ich habe es gemocht.
- Ich habe es ge"like"t.

Im Englischen sagt man auf beides nur I liked it.
Wer den Unterschied trotzdem betonen möchte, kann es höchstens etwas umschreiben: I've clicked LIKE, wobei aber wiederum das it verlorengeht, falls man sich auf etwas Bestimmtes beziehen möchte.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 04.03.2015 um 11.32 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#28246

In der FAZ wird das neue Buch von Andrew Keen besprochen, der seit Jahren auf das Internet eindrischt und damit besonders in Deutschland einigen Beifall gefunden hat. Nach allem was ich bisher mitbekommen habe, werde ich es nicht lesen. Die ZEIT schrieb:

Und die sozialen Netzwerke dienen nicht der besseren Vernetzung, sondern sind lediglich eine Plattform für Narzissten, die bereitwillig ihre Daten veröffentlichen, so Keen. (...) "Das Internet verändert unser aller Leben, und wir sollten es nicht den Jungs aus dem Silicon Valley überlassen, den Weg vorzugeben", sagt der Autor. Man möchte ihm sofort recht geben – und vor allem jedem raten, das Buch weder zu "liken" noch im Internet zu bestellen. Sondern bei aufrichtigem Interesse lieber die Buchhandlung an der Ecke aufzusuchen. (11.2.15)

Warum denn das? Wahrscheinlich wäre es Keen auch gar nicht recht, wenn sein als Bestseller geplantes Buch nicht auch im Internet verkauft würde.

Wikipedia wird auch heruntergemacht, vor allem mit dem Argument, daß es dort neben guten Einträgen auch schlechte gibt, weshalb der Nutzer sich selbst die Mühe machen müsse, beides zu unterscheiden.

Wikipedia hat u. a. folgenden Vorteil: Wenn Herr Keen jetzt tot umfiele, wäre spätestens zehn Minuten später seine Biographie ergänzt... Lang möge er leben und viel Geld mit dem Internet verdienen!
 
 

Kommentar von R. M., verfaßt am 09.12.2014 um 09.07 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#27526

Na ja, sofern man Cut-and-paste-Plagiatoren »Kenner und Liebhaber« nennen kann? Das ist doch bestimmt von irgendwoher reinkopiert worden.
 
 

Kommentar von Chr. Schaefer, verfaßt am 09.12.2014 um 08.24 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#27525

Manche Wikipedia-Einträge gehen über das Sachliche weit hinaus, z.B. dieser hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Trompe_de_Chasse

Beispiele:

Wir haben demzufolge bei einigen Tönen (besonders auffallend bei Verbindungen des 7. oder 11. Teiltones mit benachbarten Tönen) das Gefühl, die Naturtöne entsprechen nicht den uns gewohnten Frequenzen. Weiter erscheint uns die „D“-Grundstimmung fremd. In der deutschen jagdlichen Signalsprache sind wir an eine „B“-Grundstimmung gewöhnt.

Die erste Person im Plural erscheint hier als befremdlich, denn wer ist schon an die "deutsche jagdliche Signalsprache" "gewöhnt"?

Noch schlimmer und eines Lexikoneintrages nicht würdig:

Weiter auffallend ist das extreme Vibrato, unsere französischen Freunde nennen das Ondulation, das durch die gesamte für dieses Instrument geschriebene Musikliteratur führt.

Alle die voran beschriebenen Eigenheiten, die Klangcharakteristik des Instrumentes und die Interpretation der Melodien sind für den Zuhörer zunächst gewöhnungsbedürftig. Man muss sich Einhören in die Klangwelt der trompe de chasse, um letztlich verliebt zu sein, oder gar süchtig davon zu werden. Kein Text könnte dieses unwiderstehliche Gefühl von der Liebe zu der trompe de chasse deutlicher wiedergeben, als das französische Lied:

Da war wohl ein Kenner und Liebhaber am Werk, und die Kommasetzung ist auch recht merkwürdig (eine Mischung aus Deutsch und Englisch).
 
 

Kommentar von Chr. Schaefer, verfaßt am 02.12.2014 um 07.39 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#27475

Noch mehr orthographischer und semantischer Schabernack in Wikipedia:
[...] der Buchhändler hatte ein Interesse am Haupttitelblatt, das beim ungebundenen Buch oben auflag.
(https://de.wikipedia.org/wiki/Schmutztitel#Ursprung_der_Schmutztitelseite)
 
 

Kommentar von Chr. Schaefer, verfaßt am 29.11.2014 um 07.12 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#27460

Auch die allergehorsamste Wikipedia kann Herrn Gallmann nicht immer folgen, denn wenn man die deutsche Version nach "und ähnliches" durchsuchen läßt, findet man viele Beispiele für Kleinschreibung, selbst wenn in einigen Fällen auch nach herkömmlicher Orthographie Großschreibung möglich oder besser wäre (z.B. https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Juden_in_Norwegen#Im_21._Jahrhundert).
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 10.09.2014 um 15.09 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#26702

Im Eintrag "Sphinx" gebraucht Wikipedia die Plurale "Sphinxe", "Sphinxen" und "Sphingen" nebeneinander.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 26.08.2014 um 06.33 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#26606

Der Eintrag fährt fort:

Die dritte und jüngste war die Reform der deutschen Rechtschreibung von 1996.

Besser wäre: Rechtschreibreformen fanden 1901, 1996, 2004 und 2006 statt.

Später heißt es noch:

Nur bedingt als Rechtschreibreform kann man die Vereinfachung eines Ideogrammsystems bezeichnen:
- chinesische Schrift


Die chinesische Schrift ist nicht ideographisch.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 26.06.2014 um 12.32 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#26159

Eine Rechtschreibreform ist die gesetzliche Änderung zentraler Bestandteile der Rechtschreibung einer Sprache. Die ersten beiden Rechtschreibreformen im deutschen Sprachraum fanden 1876 und 1901 statt. (Wikipedia Rechtschreibreform)

Wieso gesetzlich? Und wieso 1876? (Im weiteren Text wird das Scheitern ausdrücklich erwähnt.)
 
 

Kommentar von Klaus Achenbach, verfaßt am 06.06.2014 um 16.16 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#25966

Allerdings wird man bei Wikipedia auch dann zu "Gesäß" weitergeleitet, wenn man "Arsch" oder "Hintern" eingibt. Auch Kinder, die nur den ehemals so genannten "restringierten Code" beherrschen, könnten dort also landen und gleich ein neues Wort lernen.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 05.06.2014 um 07.37 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#25956

Nach einem Bericht von Heike Schmoll (FAZ 5.6.14) hat Josef Kraus schreckliche Zusammenhänge aufgedeckt: Wenn ein Schüler bei Wikipedia „Gesäß“ anklickt (warum nur?), wird er am Ende auf „Anus“ und von dort auf „female anus“ verlinkt, und dort stößt er auf Schockierendes. Ich gebe euch die Adresse gleich direkt (aber haltet euch fest!):
http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Female_human_anuses?uselang=de Die Komik des Ganzen beruht u. a. darauf, daß man sich unwillkürlich Herrn Kraus vorstellt, wie er am Computer nicht etwa in schülerüblicher Sprache "Arsch" oder "Fotze" eingibt, sondern das hochsprachliche "Gesäß", das viele Schüler nicht kennen und sicherlich kein einziger je benutzt. Da ein anständiger OSTD die vulgären Ausdrücke nicht kennen darf und in der Öffentlichkeit nie zugeben würde, daß er sie in den Mund, ich meine in die Tippfinger genommen hat, muß er eben den Umweg über das gehobene Wort in Kauf nehmen, so unfaßbar das auch scheinen mag. Sollte er wirklich nicht wissen, daß er bloß seine Sextaner zu fragen braucht, wie man an Pornos herankommt? Auch zur Bedienung von Smartphones stehen sie ihm jederzeit mit Rat und Tat zur Verfügung. Ernst wird es natürlich, wenn man sich fragt, welches Ausmaß von Zensur Josef Kraus hinnehmen würde, nur damit Kinder sich nicht zu weiblichen Popos durchklicken können? Ich habe nie herauszufinden versucht, was unsere Kinder im Internet machen. Sie wissen, daß sie keine Verträge abschließen dürfen, und da sie sehr nette, moralisch unangefochtene Zeitgenossinnen geworden sind, ist mir das alles immer herzlich egal gewesen. Um "Medienpädagogen" machen wir gemeinsam einen großen Bogen.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 03.06.2014 um 16.38 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#25950

Josef Kraus hat im Namen des Deutschen Lehrerverbandes Kritik an Wikipedia geübt. Wenn ich es recht verstehe, wirft er dem Unternehmen einerseits vor, daß Jugendliche mit ein paar Klicks von dort auf jugendgefährdende Seiten gelangen, andererseits, daß Wikipedia keine gute Informationsquelle sei und Schüler damit keine guten Noten erreichen.
Nun, letzteres ist sicher falsch, auch Lehrer bedienen sich großzügig bei Wikipedia, und für viele ist es praktisch die einzige Quelle. Gestern habe ich mich z. B. über den Niger und die anliegenden Staaten informiert, und Wikipedia ließ keinen Wunsch offen. Natürlich erreichen die Schüler gute Noten durch Wikipedia. Zu wünschen wäre, daß sie nicht nur rüberkopieren, sondern das Gefundene auch wenigstens andauen. Das kann man fördern und überprüfen - eine schöne neue Aufgabe für Lehrer.
Zum ersten Punkt: Welcher Schüler ist so naiv, daß er seine sexuelle Neugier auf dem Umweg über Wikipedia befriedigt? Als Beispiele werden Stichwörter wie Ejakulation oder Piercing genannt.
Am Ende der Diskussion heißt es wieder mal, die Eltern sollten dabei sein und ein Auge darauf haben, was die Kinder anklicken. Gibt es solche absonderlichen, um nicht zu sagen jugendgefährdenden Familien?
Und wer glaubt eigentlich den Ansichten der Bundesprüfstelle über die Gefährdung der Jugend?
 
 

Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 12.03.2014 um 21.28 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#25363

Gerade bin ich auf einem Umweg auf https://la.wikipedia.org/wiki/Silex gelandet, das ist der lateinische Wikipedia-Artikel zum Feuerstein. Witzig, man wird gleich von einem Warnhinweis begrüßt:

-3 (maxdubium) Latinitas huius rei maxime dubia est. Corrige si potes. Vide {{latinitas}}.

Die Warnung bezieht sich auf den zweiten der beiden abschließenden Sätze:

Silex est materia ex qua homines olim instrumenta et armas fabricabant. Etiam incendere ignis {?} per silicem performatur {?}.

Mir macht das Vergnügen, wie damals Asterix auf lateinisch. Möglicherweise fördert Wikipedia bei manchen Zeitgenossen das Interesse an Latein. Ich finde es unterhaltsam, wie dort auch moderne Erscheinungen anstandslos ins Lateinische übertragen werden.

 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 27.11.2013 um 05.45 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#24485

Die hart umkämpfte Schreibweise Schmand liefert sogar den Haupteintrag bei Wikipedia. Kurios ist dieser Satz: "Die Bezeichnung Schmetten bildet auch den Ursprung des Wortes Schmetterling, da diesem früher die Zuneigung zu Milchprodukten nachgesagt wurde."

Wem? Dem Wort? Zuneigung klingt auch ein bißchen schräg. Als es noch Schmetterlinge gab, konnte man viele von ihnen (waren es Distelfalter, Admirale?) in der kalten Jahreszeit in Kuhställen an der Wand sitzen sehen, daher wohl die Legende. In vielen anderen Sprachen überwiegt die Motivation durch den Taumelflug, die Bezeichnungen sind dann reduplizierend.
 
 

Kommentar von R. M., verfaßt am 31.10.2013 um 10.51 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#24314

»Die Samen werden irreführend Zirbelnüsse genannt, obwohl sie keine Nüsse sind.« (s. v. Zirbelkiefer)

Ist klar, es handelt sich um absichtliche Irreführung.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 04.10.2013 um 08.02 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#24174

Personenartikel beginnen bei Wikipedia oft mit einer abschließenden Be- und Verurteilung, was für ein Lexikon doch recht ungewöhnlich ist.

Max Wundt (* 29. Januar 1879 in Leipzig; † 31. Oktober 1963 in Tübingen) war ein antisemitischer und nationalsozialistischer deutscher Philosoph.
Erst dann folgen die biographischen Einzelheiten.

Bei anderen Personen wird erst im Laufe der Biographie erwähnt, daß sie bedenkliche Weltanschauungen vertreten haben oder in solche "verstrickt" waren (oft auch beschönigend).

Adolf Hitler (* 20. April 1889 in Braunau am Inn (Oberösterreich); † 30. April 1945 in Berlin) war von 1933 bis 1945 Diktator des Deutschen Reiches.

Hitler war ein Diktator, aber er war nicht „Diktator des Deutschen Reiches“, denn einen solchen Titel gab es nicht.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 03.10.2013 um 05.01 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#24167

Zur Pinke: Es gibt unzählige Dinge, für die wir keine einfache Bezeichnung haben (das kann gar nicht anders sein, wie schon Aristoteles feststellte), aber wir spüren normalerweise trotzdem keine lexikalischen Lücken, weil wir uns mit Bedeutungsdehnungen und -sprüngen (Metaphern) helfen.

„Zwischen Amorbogen und Nase liegt das Philtrum, eine vertikale Vertiefung in Form einer ‚Rinne‘, die unterschiedlich tief ausgeprägt sein kann."(Wikipedia s. v. Philtrum)

Mir ist hierfür kein einfaches deutsches Wort bekannt. Übrigens: „Im antiken Griechenland wurde das Philtrum als einer der erogensten Punkte des Körpers angesehen.“ (ebd.)

Unter "Lippe" steht:

„Oft wird unter den Lippen fälschlich nur das Lippenrot verstanden.“

Das ist ein bißchen kurios, denn es handelt sich einfach um einen Sprachgebrauch, der sich nicht an dem der Anatomen messen lassen muß.
Ernst Leisi erzählt, wie er als Kind und noch lange Zeit unter Lippe nur den roten Teil der Lippe verstanden hat, ohne daß der abweichende umfassendere Gebrauch ihm irgendwann aufgefallen wäre – als Beispiel dafür, daß wir durchaus jahrelang aneinander vorbeireden können, ohne es zu merken.
 
 

Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 30.05.2013 um 13.41 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#23304

PS: Zu diesem Artikel wurde ausnahmsweise nicht angegeben, wie lang er überlebt hat. Eigentlich hätte der Hoax sofort erkannt werden müssen, weil Sokrates schon 399 v. Chr. gestorben war, der angebliche Vorsokratiker hätte also erst nach ihm gelebt. (Da bin ich gerade drauf gekommen, es stand auch nicht in einestages.)
 
 

Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 30.05.2013 um 13.35 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#23303

Auf einestages kommt unter dem Titel "Diese Geschichten sind ein Witz" eine Zusammenstellung von langlebigen Hoaxes auf Wikipedia. Man kann sich durch die Bilder klicken, den Bildkommentar lesen und bei Interesse den originalen Hoax-Artikel per Link einsehen.

einestages.spiegel.de/s/tb/28578/wikipedia-hoaxes-schwindel-in-der-online-enzyklopaedie.html

Erheiternd fand ich vor allem den Artikel über den Vorsokratiker Anaxiphales. Der Artikel lautete in der englischen Wikipedia original so:

Anaxiphales

Anaxiphales was a presocratic philosopher whose distinguishing belief was that time and motion were connected and, by certain interpretations, the same thing. He is quoted as saying: "As the movement of the heavens are cyclical, so is the passage of Time… some things follow the daily cycles of the sun, some the longer of the moon, or even longer that of the stars or position of the sun at rise and set… and there are still longer cycles that man cannot perceive because of his short life." (Translated by M. Edimont)

He appeared to live circa 337 BC, and agreed with Heraclitus on many issues, including the proposition that all things are in flux. Anaxiphales is notorious for not supporting any of his theories, and despite their complexities they seem to have little supporting evidence, even by presocratic standards.

 
 

Kommentar von Chr. Schaefer, verfaßt am 27.05.2013 um 22.29 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#23277

Eine Korrektorin im Vorruhestand: de.wikipedia.org/w/index.php?title=Benutzerin:Ute_Erb
 
 

Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 27.05.2013 um 21.46 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#23276

Genau, das ist die eine.
 
 

Kommentar von Vollgasfahrer, verfaßt am 27.05.2013 um 16.56 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#23274

Das bloße Ersetzen von "falschen" Schreibweisen ist ja noch einfach. Schwieriger wird das Aufspüren von Schnitzern wie z.B. mit "dass". Da muß man den Text wirklich lesen.

Erweiterte Suche mit Google ergibt schon für wenige Begriffe wie
"System (bzw. Buch, Stück, Element), dass" site:"de.wikipedia.org" eine Reihe von Treffern. Da bleibt viel zu tun.

Falls das nicht automatisch geschieht, scheint das Ändern für manche ja fast ein Ganztagsjob zu sein. Hier ist so eine Expertin: de.wikipedia.org/wiki/Spezial:Beiträge/Ute_Erb
 
 

Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 27.05.2013 um 15.31 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#23270

Wikipedia sieht dadurch nicht besser aus. Zum einen gab es ja durch die Reform eine gewaltige Zunahme von Varianten, die sich als solche nicht normieren lassen. Ein bunter Salat bei Geographie vs. Geografie, so dass vs. sodass etc. In anderen Fällen gelingt diese halbautomatische Ersetzung nicht, weil zu viele Fundstellen nicht einschlägig sind, z. B. war der erste (= der Erste oder der erste XY?). In wieder anderen Fällen wird die Neuschreibung zu stark abgelehnt (Großschreibung von Substantiven in fremdsprachlichen Ausdrücken beispielsweise), als daß die Roboter sie einfach so umsetzen könnten. Also, diese "Vereinheitlichung" ist sowieso nur partiell und ändert an dem Gesamtchaos wenig.

Die Rechtschreibreform stand bezüglich einzelner Schreibweisen sinnvollerweise unter dem Vorbehalt, man müsse abwarten, was sich durchsetzt. Das hätte man teilweise mit Hilfe von Wikipedia klären können. Jetzt nicht mehr. Wenn etliche scheinbar einhellig akzeptierte Schreibweisen auf den Korrekturwahn von zwei Personen zurückgehen, ist die Auswertung ad absurdum geführt. So gut wie niemand schreibt zuteilwird, aber diese Idioten sorgen dafür, daß es so aussieht, als sei allen diese Schreibweise in Fleisch und Blut übergegangen. Das ist im Endeffekt eine dicke Lüge.

Man darf auch nicht vergessen, daß irgendwann herkömmliche Schreibweisen wiederzugelassen werden könnten. Dafür wäre zuteil werden ein heißer Kandidat. Was haben wir dann davon, wenn in Wikipedia alle zuteil werden von diesen beiden Leuten zusammengezogen wurden? Den gleichen Mist wie derzeit bei den vielen so genannt, die immer noch in Wikipedia stehen. Vielleicht wurden sie seinerzeit ebenfalls maschinell erzeugt. Jetzt kann man sie mühsam einzeln wieder ändern.

Eine Wendung der Reform zum Besseren kann nur gelingen, wenn man dem tatsächlichen Schreibgebrauch wieder zu seinem Recht verhilft, anstatt sich von wenigen Manipulierern manipulieren zu lassen, wie es auch bei Wikipedia der Fall ist.
 
 

Kommentar von B.Troffen, verfaßt am 27.05.2013 um 13.56 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#23269

Hm, eine hochinteressante Facette des Reformgeschehens, auch hinsichtlich der normativen Kraft.
Allerdings: wären da nicht diese Roboter am Werk, wie würde dann die Wikipedia aussehen? Ein Mischmasch wäre es, weil die Artikelschreiber ja sicher nicht aus freien Stücken unisono die eine
oder andere Orthographie zur einzig richtigen erheben und sich darauf pragmatisch verständigen würden. Bei vielen dürfte aber, und ganz ähnlich nicht nur bei der WIkipedia, die Meinung vorherrschen, man könne zur Reform so oder so stehen, aber eine neue Einheitlichkeit werde sich bestimmt nur auf der Grundlage der reformierten Schreibung einstellen, wenn auch eher später als früher. Warum dann also nicht gleich so, statt irgendwann der nächsten Generation einen Riesenaufwand zuzumuten, um den Mischmasch zu bereinigen? Was würde das für einen Eindruck machen? Man läßt also gut sein, was schlecht ist, wiewohl es auf Dauer auch nicht besser werden wird.
 
 

Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 27.05.2013 um 03.35 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#23268

Wikipedia kann man leider nicht mehr als Referenz für die Üblichkeit von Schreibweisen verwenden. Es gibt da Leute, die die ganze deutschsprachige Wikipedia permanent nach irgendwelchen "falschen" Schreibweisen durchsuchen und diese reformgemäß korrigieren, beispielsweise im Wesentlichen statt im wesentlichen, wie es oft geschrieben wird.

Diese Halbautomaten beteiligen sich sonst gar nicht an den Artikeln, sondern pfuschen nur punktuell wegen einzelner Schreibweisen in hunderttausend Artikeln herum. In den größeren Artikeln tauchen sie alle paar Monate mit so einem Eingriff auf. Eine stärkere Unterstützung der Reformschreibung ist kaum denkbar. In diesem Fall wird sie nach meinem bisherigen Kenntnisstand von zwei Leuten ausgeübt. Von ihrem Tun sind sie laut Selbstauskunft (Benutzerseite) vollkommen überzeugt.

Ich las gerade ein zuteilwurde und hätte wetten können, daß diese Schreibweise auf einen der beiden menschlichen Roboter zurückgeht. Ich sah in der Versionsgeschichte nach, und tatsächlich, so war es auch.
 
 

Kommentar von R. M., verfaßt am 07.04.2013 um 18.38 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#22933

Es ist im übrigen eine tendenziöse Aussage.
 
 

Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 07.04.2013 um 15.50 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#22932

Im Artikel über den Suhrkamp Verlag steht mitten zwischen lauter Unseld folgender Satz: Mit dem Ausscheiden Joachim Unselts stand dem geplanten Umzug des Suhrkamp Verlags von Frankfurt nach Berlin nichts mehr im Wege. Obwohl der Artikel rund 2.500 Besucher pro Monat hat, steht dieses Unselt seit 50 Tagen unkorrigiert in der Landschaft. Komischerweise fiel mir früher nicht auf, daß so etwas nicht die Ausnahme, sondern typisch für die meisten Artikel ist.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 03.04.2013 um 18.47 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#22917

Nicht Wikipedia, sondern eine andere Pedia bietet folgenden Artikel über Gilbert Ryle:

http://philosopedia.org/index.php/Gilbert_Ryle

Das beigefügte Porträt zeigt allerdings Jean Piaget.

Eine lustige philosophische Seite (nur für Männer) habe ich hier gefunden:

http://adf.ly/1998268/banner/http://cutiesome.blogspot.de/2012/09/thinking.html
 
 

Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 19.06.2012 um 11.59 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#20904

Ich habe jetzt mal nachgesehen. Meine fünf anonymen Korrekturen im Wikipedia-Artikel Eulalia-Sequenz wurden von einem Bearbeiter akzeptiert und sind Bestandteil der aktuellen Fassung. Es ist also möglich, in Wikipedia auch ohne Rechtfertigungen und Ringkämpfe Korrekturen einzubringen.
 
 

Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 21.05.2012 um 21.43 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#20771

Ich habe mir auch nicht vorgestellt, daß das Geld an die Autoren geht. Ich hatte den Eindruck, daß die Foundation wirklich Geld in der angegebenen Größenordnung braucht, wenn sie ihre Spendenaufrufe startet, denn ganz ohne Kohle funktioniert so ein weltumspannendes Projekt natürlich nicht. Weiterhin habe ich den Eindruck, daß bei Wikipedia niemand reich wird oder mit den Spendengeldern einen Ferrari für sich anschafft. Wenn so etwas vorkäme, würde das doch sofort bekannt werden. Ich bin zuversichtlich, daß dort zum größten Teil echte Idealisten aktiv sind, und es gibt ja auch so etwas wie soziale Kontrolle zwischen ihnen.
 
 

Kommentar von R. M., verfaßt am 21.05.2012 um 19.33 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#20770

Das gespendete Geld geht übrigens ironischerweise an die Verwerter/Vermittler, nicht an die Autoren, genau wie bei herkömmlichen Wissenschaftsverlagen.
 
 

Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 21.05.2012 um 17.30 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#20769

Ach so, Akkusativ! Vielen Dank.

An der Kritikwürdigkeit dieses "Schreibfehlers" ändert das aber wenig. "Verschrieben" würde mir bei einem Vorkommen einleuchten, aber wenn dasselbe gleich zweimal in VERSALIEN so dasteht? Seit 2006 – und nachdem mehrere Bearbeiter in den Artikel eingestiegen sind? Das ist bei dem sonstigen Niveau des Artikels merkwürdig.

Trotz solcher Irritationen bin ich dankbarer Wiki-Nutzer und habe auch schon auf einen Spendenaufruf reagiert (mit dem Gegenwert von 10 Rechtschreibduden). Eigentlich müßte ich noch mehr spenden, so viel wie ich Wikipedia nutze. Daß es kompliziert ist, Korrekturen auf dem vorgesehenen Weg einzubringen, ist mir auch schon aufgefallen. Mir ist das zu doof. Ich korrigiere gelegentlich ohne Anmeldung und ohne Erläuterung etwas; überwiegend wurden meine Korrekturen dann übernommen, weil selbsterklärend, manchmal nicht. Meistens habe ich gar nicht mehr nachgesehen. Dieses unangemeldete Hineindoktern ginge natürlich nicht, wenn man an einem Artikel redaktionell mitarbeiten will; das ist nicht mein Bedürfnis. Aber ich kann den Frust von wikigefrusteter nachvollziehen.

Ich korrigiere jetzt unangemeldet diese zwei BELLATIONEM, und wir können in ein paar Tagen nachsehen, was daraus geworden ist.
 
 

Kommentar von Germanist, verfaßt am 21.05.2012 um 16.38 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#20768

"bellatiorem" ist die Akkusativform zum Nominativ "bellatior" der altfranzösischen maskulinen Zweikasusflexion. (Quelle s. meinen früheren Eintrag)
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 21.05.2012 um 16.24 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#20767

bellatiorem, es ist also nur ein Buchstabe verschrieben.
 
 

Kommentar von Germanist, verfaßt am 21.05.2012 um 13.40 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#20766

Die altfranzösischen Steigerungsformen der Adjektive wurden mehrheitlich wie im Neufranzösischen mit "plus" gebildet. Dennoch haben sich in frühen Denkmälern einige Reste lateinischer Komparativformen erhalten, die dann allmählich aus dem Gebrauch verschwanden (außer "moindre, meilleur, pire"). Diese Adjektivformen hatten im Maskulinum ihre Zweikasusflexion bewahrt. Die gebräuchlichsten davon sind: "graindre – grandior; joindre – iunior; maire – maior; meindre – minor; mieldre – melior; pire – peior".
(abgeschrieben aus Maxim W. Sergijewskij: Einführung in das ältere Französisch)
 
 

Kommentar von wikigefrusteter, verfaßt am 21.05.2012 um 13.39 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#20765

Unter "Versionsgeschichte" liegt die Liste aller Bearbeitungen und Bearbeiter inklusive Kommentaren. Alte Versionen lassen sich aufrufen, Unterschiede lassen sich anzeigen. Den Bearbeitern kann man auf ihre Diskussionsseite Nachrichten schreiben, und man kann sich auch die anderen Beiträge dieser Bearbeiter anschauen. So kann man z.B. feststellen, wenn ein besonders "Fortschrittlicher" gezielt "sogenannte" durch "so genannte" ersetzt, welche Themen ihn interessieren usw. usf.

Vorsicht vor nicht offensichtlichen Änderungen! Die "Admins" haben selten eine Ahnung von Grammatik, das Denken "Ich bin Dein Duden, und es gibt keine anderen Wörterbücher neben Mir" ist ein übliches, und wenn "im Duden" steht, daß die Erde flach ist, dann ist sie es.

Im übrigen kann man nur Nachrichten – meistens negative i.d.S. "Warum hast Du das (... was ich in meiner Genialität formuliert habe ...) geändert, im Duden steht doch Blabla, und sowas, was Du gemacht hast, ist hier verboten, und ich sag's dem Admin, wenn ich nicht schon selber einer bin" – von anderen Leuten erhalten, wenn man sich bei Wikipedia anmeldet. Dann ist allerdings →wikifrust quasi vorprogrammiert.
 
 

Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 21.05.2012 um 13.04 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#20763

Im Wikipedia-Artikel zur Eulalia-Sequenz, einem wichtigen Sprachdenkmal des frühen Altfranzösischen, wird mehrfach behauptet (und zwar schon in den ersten Versionen des Artikels vom August 2006), der Komparativ bellezour ("schöner") in der zweiten Zeile leite sich aus einem vulgärlateinischen "Komparativ" bellationem ab – das wäre ja wohl ein Substantiv! Stattdessen müßte es doch bellatior heißen, das ist der Komparativ zu vlat. *bellatus = lat. bellus ("schön"). Warum fällt das keinem der Bearbeiter auf? (Ich kann ja nicht einmal richtig Französisch, geschweige denn Altfranzösisch.)

Gibt es eigentlich einen Link bei den Wikipedia-Artikeln, mit dem man sich die Liste der Bearbeiter anzeigen lassen kann? Mich hätte in diesem Fall interessiert, wie viele Bearbeiter es gegeben hat.
 
 

Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 14.05.2012 um 01.53 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#20703

Wo ist Ostrußland? Im Wikipedia-Artikel Meerrettich heißt es:

Ursprünglich stammt der Meerrettich aus Ost- und Südeuropa. Von dort wurde Meerrettich durch die slawischen Völker nach Mitteleuropa gebracht und verbreitet. [...] In Ostrussland und der Ukraine gibt es ihn noch in der Wildform.

Den letzten Satz haben diverse andere Webseiten so übernommen, ohne sich an dem merkwürdigen Ostrussland zu stören, das ja wohl kaum an die Ukraine grenzen kann. Der Vergleich mit den Begriffen Nordwestrußland, Zentralrußland und Südrußland ergibt, daß Ostrußland ungefähr dem Föderationskreis Wolga entsprechen muß. Bei dieser historisch oder europäisch geprägten Namensgebung gehört Sibirien gar nicht zu Rußland.

Die Bezeichung Ostrussland ist aber nicht nur deshalb verwirrend, weil man dabei heute eher an den Fernen Osten denkt. Wenn man kombiniert hat, daß die Wildform des Meerrettichs etwas mit dessen Ursprungsgebiet zu tun haben muß, bleibt das Rätsel, warum sie in der Ukraine und im europäischen Ostrußland aufzufinden sein soll, aber nicht in den dazwischenliegenden Gebieten Zentral- und Südrußland. Sollen diese Regionen aufgrund ihrer Mittellage stillschweigend mitgemeint sein? Oder hat der Schreiber Ost und West verwechselt? Oder haben die Zentral- und Südrussen den ganzen wilden Meerrretich aufgegessen?
 
 

Kommentar von R. M., verfaßt am 02.04.2012 um 02.26 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#20336

Catastro ist spanisch, im (heutigen) Italienischen heißt es catasto. Katastrophe?
 
 

Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 02.04.2012 um 01.43 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#20335

Orientierungsstörung (Morbus Wikipedia)

Bei Kataster sind sich das Duden-Herkunftswörterbuch (2001), Kluge (1970) und Wikipedia immerhin darin einig, daß dieses Wort auf ein älteres italienisches Wort catastro zurückgeht.

Duden stellt dazu folgende Ableitungsreihe auf:
griech. katá + stíchos (Reihe) > mgriech. katástichon "Register, Liste", eigentlich "Reihe für Reihe" > venezian. catastico > it. catastro

Kluge bietet mit "oder" zwei Ableitungen an:
a) griech. katástasis "Aufstellung, Feststellung" > vlat. *catastrum > it. catastro
b) lat. capistratum registrum "Kopfsteuerverzeichnis" > vlat. *catastrum > it. catastro

Wikipedia bringt es fertig, die Duden-Reihe und (abgewandelt) die zweite Kluge-Reihe in undurchschaubarer Weise zu vermischen und zusätzlich noch ein falsch verstandenes lat. catasta einzuschleusen:
[Zitat] Das Wort Kataster ... wird in etymologischer Hinsicht auf das griechische Wort katástichon „Liste, Register, Geschäftsbuch“ zurückgeführt. Die Wortübernahme erfolgt über das mittellateinische Rechtswort catastrum, dieses wiederum auf ein lateinisches Wort capitastrum „Kopfsteuerverzeichnis“. Das catasta (lat. „Stapel, Stoß, Menge“), wurde verwendet für ein Schaugerüst zur Ausstellung verkäuflicher Sklaven, also eine Auflistung der angebotenen Sklaven. [Zitat Ende]

Nach der Lektüre dieses Abschnitts in Wikipedia ist man mit seinem Latein am Ende.

PS:
Laut meinem Latein-Wörterbuch ist lat. catasta ein griechisches Lehnwort und bedeutet "Schaugerüst auf Sklavenmärkten", hat aber mit "Stapel, Stoß, Menge" nichts zu tun. Und daß es im Sinne von "Liste" bei der Wortbildung von it. catastro mitgewirkt hat, davon wissen jedenfalls Duden und Kluge nichts.
 
 

Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 02.04.2012 um 00.19 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#20334

Einerseits stößt man immer wieder auf Fehler. So wird in der "Liste griechischer Wortstämme in deutschen Fremdwörtern" behauptet (rechte Spalte), griech. állos sei "etymologisch verwandt" mit dt. andere(r) oder griech. drómos (Lauf, Weg) mit dt. Tritt.

Andererseits gibt es einen stetigen Verbesserungsprozeß. Vor einigen Monaten war noch die Auskunft enthalten, Monopol sei von griech. pólis (Stadt) abgeleitet. Dieser Fehler ist inzwischen korrigiert worden.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 01.04.2012 um 18.46 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#20330

Manches ist schon sehr nachlässig. Unter "Religionskrieg" schreibt Wikipedia:

„Nahezu alle großen Religionen sind eschatologisch, d.h. sie beinhalten eine Heilslehre, wonach die Menschheit in die 'Rechtgläubigen' und die 'Ungläubigen' eingeteilt wird. Nur den Rechtgläubigen soll das Heil offenstehen - ob im Diesseits oder einem metaphysischen Jenseits nach dem Tode. Die Ungläubigen hingegen fallen der Verdammnis anheim. Da zumindest das Seelenheil ohne Annahme des wahren Glaubens verschlossen ist, sind fast alle Religionen missionarisch, ebenso wie fast alle zu bestimmten Zeiten ihrer Entwicklung zumindest teilweise gewaltsam zu missionieren suchten.“

Das ist nicht die Bedeutung von "eschatologisch". Wieso sind fast alle Religionen missionarisch? Wieso liegt das Motiv der Mission darin, "daß das Seelenheil ohne Annahme des wahren Glaubens verschlossen ist"?
 
 

Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 25.09.2011 um 08.18 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#19245

Keine drei Stunden nach meinem letzten Eintrag wurde der Fehler bei Wikipedia anonym korrigiert, ohne daß ich anderweitig etwas unternommen hätte. Das nötigt mir aufrichtigen Respekt ab.
 
 

Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 19.09.2011 um 09.52 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#19240

Im Artikel "Bibelkanon" heißt es: Das griechische Lehnwort kanon bezeichnet ursprünglich ein Holz- oder Bambusrohr, das im Bauhandwerk als Messlatte, Lineal, Richtscheid oder Waagebalken verwendet wurde.

Die Passage mit Richtscheid kam im Februar 2009 hinzu. Obwohl es seither mehr als 100 Überarbeitungen des Artikels gab, hat niemand das Wort korrigiert, auch nicht jener Wikipedia-Schreiber, der sich "Proofreader" nennt. Komisch.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 29.05.2011 um 15.06 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#18758

Doch, aber vielleicht war keiner der Bluthunde dabei. Sie dürften ja keinen höheren Anteil haben als in der übrigen Bevölkerung.
 
 

Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 29.05.2011 um 11.26 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#18757

Von dem Wikipdedia-Artikel Pinaßschiff gibt es über 50 Bearbeitungsstufen aus einem Zeitraum von sechs Jahren (seit 2005). Redaktionell mitgewirkt haben 18 Mann. Und da soll keiner drauf gekommen sein, daß die Rechtschreibung von Pinaßschiff fraglich ist?
 
 

Kommentar von Horst Ludwig, verfaßt am 29.05.2011 um 10.53 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#18756

Von der Herumfummelei mit der Rechtschreibung bei Wikipedia kann Manfred Riebe ein Lied singen. Nach dessen Erfahrung liegt mir die Vermutung "Man hält Pinassschiff für unschön und hat sich deshalb für Pinaßschiff entschieden" gar nicht nahe. Bestenfalls passen da einige RSR-Heißköpfe nicht mehr so auf.
 
 

Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 29.05.2011 um 09.40 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#18755

Wikipedia schreibt durchgehend nicht Pinassschiff (das Wort ist abgeleitet von Pinasse = ein Beiboot), sondern Pinaßschiff. Nicht nur im Artikel Pinaßschiff selbst, sondern auch in den anderen Artikeln, in denen das Wort vorkommt:

Gouden Buys
Pinasse
Whydah (Schiff)
Geschichte des Hamburger Hafens
(außerdem in der Übersichtsliste der Segelschiffstypen)

Die Frage der ss/ß-Schreibung kann den Verfassern kaum entgangen sein. Die Vermutung liegt nahe: Man hält Pinassschiff für unschön und hat sich deshalb für Pinaßschiff entschieden. Andererseits gibt es viele Gegenbeispiele bei Wikipedia, etwa Passscheibe oder Bassschlüssel.
 
 

Kommentar von ppc, verfaßt am 07.08.2009 um 13.33 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#14894

Schwein gehabt. Wenn es, wie erwähnt, einen Artikelbesetzer gibt, wird hochwohlgeborenes, anglizismenfreies Hochdeutsch in Dummdeutsch revertiert. Das ist meine Erfahrung seit Jahren. Rein statistisch mag dies möglicherweise tatsächlich selten vorkommen.
 
 

Kommentar von R. H., verfaßt am 12.07.2009 um 16.44 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#14767

Übrigens habe ich Herrn Icklers Verbesserungsvorschlag gestern versuchsweise in den Plenzdorf-Artikel eingefügt, und heute schon ist er gesichtet und für gut befunden worden.

Das entspricht meinen Erfahrungen seit Jahren, in Dutzenden von Fällen. Bringt die Änderung – vom verfehlten Wort bis zur verkorksten Passage – offenkundig einen Gewinn (an Klarheit, an Lesbarkeit), so wird sie angenommen.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 12.07.2009 um 06.04 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#14764

Nun, es ist halt die kommunistische Version adliger Herkunft, nicht wahr? Tadelloser Stammbaum, das soll es wohl bedeuten.
 
 

Kommentar von R. M., verfaßt am 11.07.2009 um 21.39 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#14762

Das ist kaum wahrscheinlich, da die Mitgliedschaft allein kein Verhaftungsgrund war. Was hat es im übrigen mit dem Sohn zu tun?
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 11.07.2009 um 12.42 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#14761

Über Ulrich Plenzdorf schreibt Wikipedia:
"Seine Eltern wurden wegen ihrer Mitgliedschaft in der KPD während der Zeit des Nationalsozialismus mehrfach inhaftiert."
mehrfach klingt gehoben, aber mehrmals wäre besser, denn die Eltern wurden ja nicht in doppelwandige Zellen gesperrt ...
 
 

Kommentar von Paul Westrich, verfaßt am 10.07.2009 um 18.09 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#14758

Nein, wikpediageschädigt bin ich nicht, aber ich war ziemlich frustriert, als ich einmal eigene Beiträge aus meinem Fachgebiet eingestellt bzw. andere verbessert habe. Wenn dann am nächsten Tag irgendein Anonymus den eigenen, fachlich einwandfreien Text "verschlimmbessern" kann, dann gibt man schnell die Mitarbeit an diesem Online-Lexikon auf. Neulich fand ich einen Beitrag, der fast wortwörtlich aus einer meiner Publikationen abgeschrieben war (ohne Quellenangabe). Ich war geneigt, dies entsprechend anzumerken. Solange nicht ersichtlich ist, wer für welche Inhalte fachlich geradesteht (mancher Wikipedianer würde wohl schreiben: gerade steht), halte ich eine Beteiligung für sinnlos. In einigen technischen Bereichen allerdings scheinen die Wikipedia-Inhalte gut zu sein. Ich empfehle deshalb Kindern wie Eltern, die meinen, sich dort sachkundig machen zu können, Wikipedia-Inhalte nicht unkritisch zu übernehmen.
 
 

Kommentar von ppc, verfaßt am 10.07.2009 um 14.27 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#14755

Das Lesen von Artikeln ist eine Sache, das Korrigieren eine andere. Ich habe noch zuhause gelernt, daß populäre Redewendungen wie "das macht unheimlich viel Sinn" Anglizismen sind und ein schlechter Stil.

Verbessern oder nicht? Das ist die Frage.

Nun gibt es Artikel, an welchem gewisse Autoren hängen wie einige Besitzer(-innen) an ihrem Hund. Geht man nun daher und ersetzt ihr heißgeliebtes Dummdeutsch durch gepflegte Schriftsprache, dann fühlen sich diese Hundebesitzer - äh: Artikelbesetzer - derartig persönlich angegeriffen, daß nicht nur jede noch so sinnvolle Änderung sofort gelöscht wird, nein, meist gibt's dabei noch unflätige Kommentare oder persönliche Angriffe bis hin zu Drohungen (Ausschluß! Sperrung!) auf der Benutzerseite. Mitunter rufen sie auch die Liste der letzten Änderungen auf, erklären diese Änderungen pauschal als "unnötig" und löschen sie serienweise. Hilfe von anderen Autoren, die des Deutschen mächtig sind, erhält man dagegen leider seltener.

Das Ergebnis: Mutlosigkeit und Frust. Kommentare wie "Du stehst unter Beobachtung, ich werde alle Deine Änderungen überwachen, und wenn Du noch einmal unnötigerweise..., dann fliegst Du raus, hähä!" tun ihr übriges.

Wikipedia ist nicht nur eine Enzyklopädie, Wikipedia ist Krieg, und die Dummen setzen sich durch. "Einmal mehr".


PS: Gibt's eine Vereinigung der "Wikipedia-Geschädigten"? Mit psychologischer Betreuung?

 
 

Kommentar von Glasreiniger, verfaßt am 10.07.2009 um 13.15 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#14754

Zum Thema Wikibooks: Ein Wikibook hat den Vorteil, daß man nicht den Regeln und der Adminwillkür der eigentlichen WP unterworfen ist (z.B. dem Theoriefindungsverbot), sondern den Gegenstand geschlossen darstellen kann. Insofern schreibt "Klaus" ziemlichen Stuß. Allerdings hat er in einem recht: Wenn kein Fortschritt (bzw. kein Endergebnis) über einen langen Zeitraum feststellbar ist, und das Thema verwaist ist, wird man es wohl löschen dürfen.

Der Nachteil eines Wikibooks ist allerdings die Isolation von der WP.
 
 

Kommentar von Aspell de-alt, verfaßt am 10.07.2009 um 10.48 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1184#14753

ABER:
Zum Wikibook Traditionsrechtschreibung:

http://de.wikibooks.org/wiki/Traditionsrechtschreibung

"Dieses Buch oder diese Seite wurde zur Löschung vorgeschlagen.

Die Zielstellung des Buches ist unklar.

- Entweder ist es ein Versuch, die "Rechtschreibung vor der Rechtschreibreform" darzustellen. Welchen Sinn hat aber ein Lehrbuch, welches eine Rechtschreibung lehren soll, die amtlich nur als Auslauflösung zugelassen ist?
- Oder es ist ein Versuch, eine unabhängige Rechtschreibung zu entwickeln. In diesem Fall muss es als Theoriefindung gelöscht werden.

In beiden Fällen sollte es gelöscht werden. Auf jedem Fall ist der Versuch, in Form des Wörterbuches einen Alternativ-Duden verfassen zu wollen, einerseits ein Wahnsinnsvorhaben, andererseits gehört ein Wörterbuch nach Wiktionary. – Klaus 23:03, 8. Jun. 2009 (CEST)

Hinweis: Das Buch ist verwaist, die letzten substantiellen Beiträge liegen zwei Jahre zurück und wurden ausschließlich von IPs verfasst, so dass ich keinen der Hauptautoren benachrichtigen kann. – Klaus 23:14, 8. Jun. 2009 (CEST)"

Kommentar:
Gewichtig scheint mir letzter Punkt zu sein, dagegen gibt es kein Argument! (Es wird demzufolge seit 2 Jahren nicht mehr bearbeitet; es fand sich niemand, der aktiv etwas tut - oder tun will. So ist das.)
 
 

nach oben


Ihr Kommentar: Sie können diesen Beitrag kommentieren. Füllen Sie dazu die mit * versehenen Felder aus und klicken Sie auf „Kommentar eintragen“.

Sie können in Ihrem Kommentar fett und/oder kursiv schreiben: [b]Kommentar[/b] ergibt Kommentar, [i]Kommentar[/i] ergibt Kommentar. Mit der Eingabetaste („Enter“) erzwingen Sie einen Zeilenumbruch. Ein doppelter Bindestrich (- -) wird in einen Gedankenstrich (–), ein doppeltes Komma (,,) bzw. ein doppelter Akut (´´) werden in typographische Anführungszeichen („ bzw. “) umgewandelt, ferner werden >> bzw. << durch die entsprechenden französischen Anführungszeichen » bzw. « ersetzt.

Bitte beziehen Sie sich nach Möglichkeit auf die Ausgangsmeldung.
Für sonstige Diskussionen steht Ihnen unser Diskussionsforum zur Verfügung.
* Ihr Name:
E-Mail:
(Wenn Sie eine E-Mail-Adresse angeben, wird diese angezeigt, damit andere mit Ihnen Kontakt aufnehmen können.)
* Kommentar:
* Spamschutz:   Hier bitte die Zahl einhundertvierundfünfzig (in Ziffern) eintragen.
 


Zurück zur vorherigen Seite | zur Tagebuchübersicht


© 2004–2018: Forschungsgruppe Deutsche Sprache e.V.

Vorstand: Reinhard Markner, Walter Lachenmann, Jan-Martin Wagner
Mitglieder des Beirats: Herbert E. Brekle, Dieter Borchmeyer, Friedrich Forssman, Theodor Ickler, Michael Klett, Werner von Koppenfels, Hans Krieger, Burkhart Kroeber, Reiner Kunze, Horst H. Munske, Adolf Muschg, Sten Nadolny, Bernd Rüthers, Albert von Schirnding, Christian Stetter.

Webhosting: ALL-INKL.COM