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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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17.06.2009
 

Sein und heißen
Über den sogenannten Adel

Bekanntlich ist der Adel seit der Weimarer Reichsverfassung aufgehoben. Diverse Regeln gelten noch vereinsintern, aber die komplizierten Namen sind unseren gewöhnlichen Namen gleichgestellt.
Nur die deutsche Presse kann vom Adel nicht lassen, sie nennt Tag für Tag einen Minister "den Adligen", einen Herrn von Hannover "den Prinzen" usw., gebraucht also die Titel als Appellative und erkennt damit implizit die Sonderstellung des Adels an. Ergriffen berichtet sie, ein Adliger habe eine Bürgerliche geheiratet oder umgekehrt. Bekanntlich griff die FAZ anläßlich der Ernennung des Wirtschaftsministers sogar auf den Mythos des edleren Blutes zurück, von dem vielleicht Heil ausgehe oder so ähnlich. Müntefering wiederum spottet über den "Freiherrn", nimmt also den adelsversessenen Faden auf und spinnt ihn weiter. Besinnung ist nicht in Sicht.



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Kommentare zu »Sein und heißen«
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Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 19.12.2018 um 04.46 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1174#40377

Der Bundesgerichtshof untersagt einer Deutsch-Britin das Tragen eines erfundenen Adelsnamens.
Außerdem komme den funktionslos gewordenen Adelsbezeichnungen in breiten Kreisen der Bevölkerung weiter eine besondere Bedeutung zu. Dann dürfe der Staat aber nicht dazu beitragen, dass Einzelne durch Namensänderung „den Anschein einer gegenüber anderen Bürgern herausgehobenen sozialen oder gesellschaftlichen Stellung zu geben“ versuchen. Das ist offenbar das Privileg des Adels. (FAZ 18.12.18)

Mit dem ironischen Schluß legt die FAZ den Widerspruch bloß. Auch die Überschrift Adel erdichtet deutet es an; Namen kann man nur erfinden, nicht erdichten. In jenen „breiten Kreisen“ ist die Funktionslosigkeit nicht angekommen; das wäre erst der Fall, wenn jeder sich ein von zulegen dürfte. Interessant auch die Unterscheidung von sozial und gesellschaftlich. Wahrscheinlich bezieht sich sozial auf das Vermögen im klassischen Sinn von classis (Steuerklasse), gesellschaftlich auf den Einfluß oder heute eher die „Prominenz“, die Eignung für die Klatschmedien.
 
 

Kommentar von Manfred Riemer, verfaßt am 17.08.2018 um 16.25 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1174#39365

Alles richtig, aber es geht ja nicht um Kind oder Erwachsener, auch nicht um Duzen oder Siezen, sondern darum, ob oder wann man sein oder heißen oder mein/dein/sein Name ist verwendet.

Ein Radiomoderator, der sich mit "Ich bin Martin Müller" vorstellt, mag modern sein, aber für mich ist er auch ein bißchen gaga.
Ich kann natürlich, wenn es paßt, auch sagen "Ich bin (der) Manfred", zum Beispiel, wenn ich jemandem, der mich schon mit vollem Namen kennt, das Du anbiete. Das deckt sich voll mit dem Zitat von Hermann Lübbe.
 
 

Kommentar von Erich Virch, verfaßt am 17.08.2018 um 15.50 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1174#39364

„Ich bin der Martin“ hat etwas Kindliches. Der Martin wird geduzt. Mit „Ich bin Martin Müller“ stellen sich moderne Radiomoderatoren den Hörern vor (früher üblich: "am Mikrophon Martin Müller“).
 
 

Kommentar von Manfred Riemer, verfaßt am 17.08.2018 um 14.26 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1174#39363

Und wer sind Sie? hört sich höflicher, weil nicht ganz so direkt, an.

Wie heißen Sie?, so kann wohl nur die Polizei fragen.

Das Beispiel aus dem Bairischen scheint zu belegen, daß sein und heißen wie im Hochdeutschen gebraucht werden.
 
 

Kommentar von Germanist, verfaßt am 17.08.2018 um 14.06 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1174#39362

Bairisch: I bin da Huberhofbauer und hoaßn tua i Mayr.
 
 

Kommentar von R. M., verfaßt am 17.08.2018 um 13.25 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1174#39360

Ich bin der Manfred ist sicherlich üblich, aber mit dem vollen Namen klingt es etwas eigenartig, wie eine Kreuzung aus salopper und formeller Sprache.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 17.08.2018 um 13.10 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1174#39359

Stimmt. Man sollte allerdings auch die oft vorangehende Frage berücksichtigen: Und wer sind Sie? Wohl häufiger als Wie heißen Sie?

Die Antwort dann unter "Partnerzwang" parallel konstruiert.
 
 

Kommentar von Manfred Riemer, verfaßt am 17.08.2018 um 12.03 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1174#39357

Mir ist schon lange aufgefallen, daß das Verb heißen vor allem in der ersten Person sehr unüblich geworden ist. Es klingt altmodisch und irgendwie zu "artig", wenn ich sage:
Ich heiße Manfred Riemer.

Vor allem das ist, glaube ich, der Grund, daß viele auf Ich bin ausweichen, ohne besonders darüber nachzudenken.

Ebenfalls üblicher als Ich heiße ist die Formulierung Mein Name ist, und im Radio höre ich dies gefühlt ungefähr gleich oft wie Ich bin. Oder man benutzt Umschreibungen wie Am Mikrofon war ...
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 17.08.2018 um 03.34 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1174#39348

Irgendwo mag es schon erwähnt sein:

"Nur eine bekannte Person kann sich mit Ich bin x vorstellen, sonst ist Ich heiße x üblicher." (Hermann Lübbe: "Sein und Heißen" in: W. Bergsdorf, Hg.: Wörter als Waffen. Stuttgart 1979:75)

Dieser Unterschied wird nach meiner Beobachtung heute weitgehend ignoriert zugunsten von sein. Vielleicht ein Zeichen von Egalitarismus.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 19.07.2017 um 12.35 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1174#35745

Die vielen groß geschriebenen Adjektive in biologischen Artnamen usw. sind überraschenderweise erst in der zweiten Hälte des 20. Jahrhunderts wirklich durchgesetzt worden. (Hinweis von Dieter Berger: Name, Titel, Terminus. Gedanken zu ihrer Abgrenzung. In: Die wissenschaftliche Redaktion 3/1966:77) Früher schrieb man also durchaus roter Milan usw.

Diese Entwicklung paßt zu der Beobachtung, daß es eine immer noch wachsende Scheu gibt, "essentialistisch" das Wesen der Dinge zu benennen. Vom "Sein" geht man zum "Heißen" über, eine Distanzierung, die oft mit einem sogenannt gekennzeichnet werden könnte.

Rechtschreibreformer wollten das immer schon einhegen, aber wenn man die mächtige Tendenz dahinter kennt, neigt man dazu, den Dingen ihren Lauf zu lassen.
 
 

Kommentar von Klaus Achenbach, verfaßt am 17.01.2016 um 18.15 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1174#31361

Es gibt auch Herzog in Bayern. Dabei handelt es sich um eine Nebenlinie der Wittelsbacher.

Der Familienname der Wittelsbacher (Hauptlinie) ist Prinz von Bayern.

Nichtamtlich kann sich der Chef de famille natürlich nennen, wie er will. Erstaunlich ist allerdings, daß Franz Herzog von Bayern lt. Wikipedia unter diesem Namen in München gemeldet ist.
 
 

Kommentar von R. M., verfaßt am 17.01.2016 um 14.56 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1174#31360

Das trifft nicht zu, das gegenwärtige Familienoberhaupt der Wittelsbacher ist Franz Herzog von Bayern.
 
 

Kommentar von Germanist, verfaßt am 17.01.2016 um 12.27 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1174#31357

Prinz in oder von was? Transsylvanien? In Bayern heißen sie z.B. Franz Herzog in Bayern (ausdrücklich nicht von).
 
 

Kommentar von R. M., verfaßt am 17.01.2016 um 09.55 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1174#31356

Es geht nicht zuletzt um die Reihenfolge: Ernst August Prinz, nicht Prinz Ernst August.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 17.01.2016 um 06.06 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1174#31352

Noch einmal zu den Prinzen. Ich hatte anderswo (wegen der Artikellosigkeit) die Überschrift zitiert:
Gutachten belastet Prinzen (SZ 15.9.09)
Gemeint war nur ein einziger "Prinz", Ernst August von Hannover. Wikipedia formuliert: "Die Bezeichnung Prinz oder Prinzessin ist im deutschen Sprachraum - sofern überhaupt zulässig (anders in Österreich) - kein Adelstitel mehr, sondern Namensbestandteil." Also genau wie Theodor oder Marco. Die Medien verfahren aber nicht dementsprechend. Wenn die Zugehörigkeit zum Adel ein Character indelebilis wäre, müßte sie auch in Österreich fortbestehen, wo die Aufhebung des Adels konsequenter durchgeführt wurde.
Daraus folgt: heißen, nicht sein.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 24.11.2014 um 18.21 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1174#27430

Der Wikipedia-Artikel über Marion Dönhoff ist sehr lang und sehr einfühlsam. Über ihre Flucht vor der Roten Armee heißt es:

"Dönhoff machte sich auf ihrem Pferd Alarich, zusammen mit einem jugendlichen Begleiter auf dem Handpferd, bei klirrender Kälte auf den Weg. Der Ritt, bei dem sie 1200 Kilometer zurücklegte, sollte mit Stationen bei Standesgenossen und Freunden sieben Wochen dauern. Sie hatte ihn, wie aus Korrespondenz mit einem Freund hervorging, seit Herbst 1944 geplant. In Westfalen kam Dönhoff bei den Grafen von Metternich auf dem Wasserschloss in Vinsebeck bei Steinheim unter. Sie wusste, dass ihr Pferd dort eine neue Heimat finden würde, da es dort ein Gestüt gab."
 
 

Kommentar von Oliver Höher, verfaßt am 31.10.2012 um 13.43 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1174#21825

Seit einiger Zeit fällt mir auf, daß bei Amazon englische Darsteller grundsätzlich mit ihren Adelsprädikaten angegeben werden. (Auf der DVD-Hülle sind diese dann natürlich nicht zu finden.)

Und siehe da, nach Vergleichen mit den Angeboten auf der amerikanischen und englischen Amazon-Seite muß ich feststellen, daß es sich hierbei um eine deutsche Marotte handelt. Ben Kingsley beispielsweise soll zwar laut Wikipedia dafür bekannt sein, daß er sich bei Dreharbeiten am Drehort stets mit "Sir Ben" anreden läßt, aber der Film "Gandhi" (von 1982, Kingsley wurde 2001 nobilitiert) kennt in den USA und Großbritannien als Darsteller nur "Ben Kingsley", während er in Deutschland "Sir Ben Kingsley" heißt. (Der Regisseur Richard Attenborough war zu dem Zeitpunkt freilich schon ein "Sir".) Und so spielt "Sir Roger Moore" in vielen Filmen James Bond, und "Sir Paul McCartney" war einer der Beatles...

Ähnlicher – geschichtsklitternder – Unsinn findet sich immer wieder in Hinweisen, daß der Roman "Die Leiden des jungen Werthers" 1774 von Johann Wolfgang von Goethe publiziert wurde.

Aber was soll's! In "A Room with a View" spielen dann eben "Dame Judi Dench" und "Dame Maggie Smith" mit, und morgen kommt der neue Bond-Film in die Kinos, diesmal wirklich mit Dame Judi Dench. Wenngleich auch wohl zum letztenmal und voraussichtlich ohne die "Dame" im Vorspann.

In der Folge "Doing the Honours" (1981) aus der englischen Fernsehserie "Yes Minister" erklärt Bernard Woolley übrigens dem Minister Jim Hacker, wofür die Abkürzungen CMG, KCMG and GCMG der englischen Orden von St. Michael und St. George im Jargon der Verwaltungsbeamten stehen:

Bernard Woolley: Of course in the service, CMG stands for Call Me God. And KCMG for Kindly Call Me God.
James Hacker: What does GCMG stand for?
Bernard Woolley: God Calls Me God.
 
 

Kommentar von FN, verfaßt am 28.06.2011 um 13.17 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1174#18925

Nun ist das o.a. Thema ja wieder brandaktuell, umso mehr bin ich darüber erbost, daß ich täglich hören und selbst hier lesen muß, wie unsauber wir mit den verschiedenen Begriffen umgehen. Zunächst handelt es sich beim Dr. nicht um einen Titel, sondern um den höchsten akademischen Grad, verliehen, aufgrund akademischer Leistung, durch eine entsprechende akademische Hochschule. Die Adelsprädikate sind ebenfalls keine Titel. Titel werden in Deutschland ausschließlich vom Bundespräsidenten verliehen. Die Teile der Adelsprädikate, die als Namensbestandteil übernommen wurden, können nicht Herschertitel beinhalten, so wie Kaiser, König, Herzog, diese Personen nutzen dann allerdings den Bestandteil Prinz im Namen. Auch durch die Presse gern genutzte Anreden wie Euer Durchlaucht etc. sind natürlich völliger Quark.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 05.03.2010 um 16.33 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1174#15803

Der neueste "Duden-Newsletter" lehrt (nach Duden Richtiges und gutes Deutsch):

»Bei Adelsnamen und ähnlich gebildeten anderen Namen wird heute meist der Familienname dekliniert: die Werke Ludwig van Beethovens; Gerda von Falkensteins beste Freundin.
Setzt sich der Familienname aus mehreren Bestandteilen zusammen, wird nur der erste dekliniert: die Schriften Christian Knorrs von Rosenroth.

Ist der Familienname jedoch noch deutlich als Ortsname zu erkennen, dann wird der Vorname dekliniert: die Lieder Walthers von der Vogelweide; der Parzival Wolframs von Eschenbach. Wo Zweifel bestehen, neigt man zur Deklination des Ortsnamens: die Erfindungen Leonardo da Vincis; der Wahlspruch Ulrich von Huttens; daneben auch: der Wahlspruch Ulrichs von Hutten.
Steht der Ortsname unmittelbar vor dem dazugehörigen Substantiv, dann wird heute im Allgemeinen der Ortsname dekliniert: Walther von der Vogelweides Lieder; Hoffmann von Fallerslebens Gedichte; Christian Knorr von Rosenroths Schriften. Als Grundregel gilt, dass der neben dem regierenden Wort stehende Name die Genitivendung erhält.«

Wenn man sich aber mal durch die verschiedenen Möglichkeiten bei Knorr von Rosenroth oder auch Schnorr von Carolsfeld (erkennbarer Ortsname) googelt, wird man finden, daß die Wirklichkeit wieder mal viel bunter als die Regel ist. Das hängt sicher auch wieder mit dem Bedeutungsverlust des Adels zusammen.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 17.02.2010 um 05.50 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1174#15736

Bräun Consult:

"Wegen der meist umfangreichen und intensiven wie auch mental aufzehrenden Arbeit für den Kandidaten genießen die Halter eines Doktortitels ein hohes gesellschaftliches Ansehen und ihre hohe Qualifikation bestimmt auch ihr meist sehr gutes Einkommen."

Ist dieses "für den Kandidaten" zusammen mit der Satzgliedstellung nicht köstlich? Es ist also gar nicht der Kandidat, der sich aufzehrt, sondern – Bräun Consult!
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 11.11.2009 um 11.55 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1174#15246

Unter einem Zeitungsbericht über die Aberkennung von Doktortiteln steht gleich die Werbung einer Firma, die zu solchen Titeln verhilft. Der Inhaber nennt sich Prof. h. c. Dr. h. c. mult. Eberhard Bräun. Wenn das keine Empfehlung ist! Worin die geehrten Verdienste bestehen, konnte ich nicht feststellen, da es offenbar keinerlei Veröffentlichungen aus seiner Feder gibt. Vielleicht bestehen sie ja gerade darin, anderen zu Titeln verholfen zu haben?
 
 

Kommentar von Urs Bärlein, verfaßt am 25.06.2009 um 01.44 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1174#14682

Ich bezweifle, daß man unter der Prämisse einer deterministischen Ontologie ("Sein heißt, bestimmt sein" – Parmenides) eine verständliche Antwort auf die Frage nach dem Sein von gesellschaftlich-geschichtlichen Tatsachen erwarten darf. Sie haben die Eigenart, weder notwendig zu sein (andernfalls müßten sie aus einem Prinzip ableitbar sein, was darauf hinausläuft, daß es sie nicht gibt, jedenfalls nicht als gesellschaftlich-geschichtliche), noch zufällig (was, wenn Sein Bestimmtsein bedeutet, ebenfalls auf eine ontische Defizienz hinausliefe).

Unter den vielen Leuten, die sich im Verlauf der vergangenen zwei Jahrhunderte für Napoleon gehalten haben, zeichnet sich einer dadurch aus, daß er nicht als einziger diese Meinung vertrat. Es ist deshalb sinnvoll anzunehmen, daß dieser eine unter den vielen, die auf den Namen Napoleon Anspruch erhoben, tatsächlich Napoleon war. Was "Napoleon sein" bedeutet, läßt sich durch Aufzählung einer Reihe von Attributen bzw. Prädikaten hinreichend klären. Es bleibt dann nur noch eine Frage offen: Warum hieß Napoleon ausgerechnet Napoleon?

Der Unterschied zwischen Napoleon und dem Adel ist, daß es sich im einen Fall um eine Person und im anderen um eine Klasse von Personen handelt. Im übrigen gilt aber dasselbe. Der Adel ist deshalb Adel und so lange Adel, weil bzw. wie er für die Gesellschaft Adel ist. Dazu gehört, daß die Gesellschaft mit "Adel" eine Reihe von Vorstellungen (schmeichelhafte oder nicht) verbindet. Dazu gehört weiter, daß Personen, die dem Adel zugerechnet werden, in irgendeiner Weise sich zu den Attributen bzw. Prädikaten verhalten müssen, die die Gesellschaft mit "Adel" verknüpft. Und solange das der Fall ist, ist es sinnvoll, von einer Person, die in die betreffende Klasse fällt, nicht nur zu sagen, sie "heiße" (in irgendeiner Weise) adlig ("Graf", "Prinz" usw.), sondern auch, sie "sei" adlig.

Falls das nicht gelten soll, kann man geradesogut darüber diskutieren, ob z.B. der Eigentümer eines Grundstücks tatsächlich Eigentümer ist oder bloß so heißt. Die Bedeutung "Eigentum" ist nicht weniger gesellschaftlich-geschichtlich bedingt als die Bedeutung "Adel". Das heißt: Sie ist ebenso imaginär.
 
 

Kommentar von Wolfram Metz, verfaßt am 24.06.2009 um 22.40 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1174#14681

Nein, das läßt sich wohl nicht erklären. Eine edle Gesinnung kann jedenfalls nicht gemeint sein, denn die erwirbt man bekanntlich nicht durch Geburt. Oder, um es mit ADELung zu sagen: »Adelig [. . .] nach Art des wahren Adels, großmüthig, tapfer, vortrefflich. Eine adlige That. Das ist nicht adelig. In dieser figürlichen Bedeutung fängt das Beywort an zu veralten, vermuthlich weil die Sache selbst bey unserm heutigen Adel aus der Gewohnheit gekommen ist.« (Grammatisch-kritisches Wörterbuch, Digitale Bibliothek, Band 40)
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 24.06.2009 um 17.14 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1174#14680

"Was bleibt, ist die Familie. Die ist nach wie vor adelig."

Was IST denn das Adelige an einer adeligen Familie (außer dem Namen), das sie anders macht als andere Familien? Läßt sich das denn gar nicht erklären?
 
 

Kommentar von Horst Ludwig, verfaßt am 24.06.2009 um 16.44 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1174#14679

Wie ich's zu #14635 ("und lassen die Titel und das »von« weg") aus adligem Mund habe: Sie wüßten [sowieso] alle oder sollten wissen, wer wer ist ("Diverse Regeln gelten noch vereinsintern" [Ickler]), und ihr bürgerlicher Name ist für die Außenwelt, — und wo's da über Paßfragen hinausgeht, meist mit einer besonderen Beachtung der hier im Tagebucheintrag angezeigten "Sonderstellung des Adels". So ist auch "die preußisch-schlichte Anzeige des Ordens Pour le mérite" (#14675) eigentlich nicht ohne zusätzliches Nachdenken anzusehen. Denn schließlich zeigt, welche Titel wer in der Anrede oder in der Besprechung benutzt, sehr fein auch die eigene gesellschaftliche Einstellung.
Noch zu "sein und heißen": Mich wollte einmal ein Kaplan erzürnt, weil ich einen Kommentar allzu schonungslos abgegeben hatte, aus dem Unterricht jagen, "auch wenn's ein Ludwig ist!" Und ich verstand sofort, was gemeint war; denn ich heiße nicht nur Ludwig, ich bin auch einer. (Ich weiß, ich weiß, hier geht's um leicht anderes. Aber doch auch wieder nicht um ganz anderes.)
 
 

Kommentar von Oliver Höher, verfaßt am 24.06.2009 um 13.44 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1174#14678

Eine kleine Korrektur zum letzten Beitrag von Herrn Achenbach:

Der Adelstitel ist laut deutschem Namensrecht ein Teil des Namens, nicht jedoch akademische Titel, zu denen auch der Doktortitel zählt. Der Doktor führt jedoch ein interessantes Eigenleben, da man ihn als einzigen akademischen Titel in den Paß eintragen lassen kann. Laut Namensrecht wird er jedoch trotzdem nicht Bestandteil des Namens. Das kann er ja auch nicht, da Universitäten (des In- und Auslandes) ihn aufgrund einer erbrachten wissenschaftlichen Leistung (Dissertation) oder ehrenhalber verleihen dürfen. Das würde sonst bedeuten, daß Universitäten Namensbestandteile verleihen können. Im Falle von Straffälligkeit oder aus einigen anderen Gründen können Doktortitel von Universitäten auch wieder entzogen werden. Auch wenn das in der Realität nur sehr selten vorkommt.

Bekannt war in den 30er Jahren der Fall Thomas Manns, dem die Münchener Uni aus politischen Gründen seinen h.c. wieder entzog, wogegen er in erbosten Briefen protestierte. (Nicht zuletzt auch, weil in den Briefköpfen seines Briefpapiers "Dr. Thomas Mann" gedruckt stand.)
 
 

Kommentar von Klaus Achenbach, verfaßt am 24.06.2009 um 05.47 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1174#14675

Ein leichtes Befremden beschleicht mich, wenn ich die zahlreichen Todesanzeigen für "Lord Ralf Dahrendorf" in der FAZ lese. Die Verwendung des Vornamens in diesem Zusammenhang ist in England nicht üblich. Es heißt dort nur "Lord Dahrendorf", was auch in einigen Anzeigen benutzt wurde. Das Weglassen des Vornamens wirkt aber im Deutschen sehr ungewöhnlich.
Aber was haben ausländische Titel in einer deutsche Todesanzeige zu suchen? Üblicherweise wird dort nur der Doktor-, manchmal auch der Professorentitel, bei Adeligen auch der Adelstitel gebraucht. Doktor- und deutscher Adelstitel sind in Deutschland eben feste Namensbestandteile. Sonstige Funktionen, Titel, Ehren und Auszeichnungen werden üblicherweise erst nach dem Namen aufgeführt (z.B. "Träger zahlreicher in- und ausländischer Auszeichnungen").
Nur die preußisch-schlichte Anzeige des Ordens Pour le mérite beschränkt sich auf den bloßen Namen "Ralf Dahrendorf".
Nebenbei: Müßte sich der Orden nicht schleunigst in "Pour le Mérite" umbenennen?
 
 

Kommentar von Marco Mahlmann, verfaßt am 18.06.2009 um 18.21 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1174#14641

Indem ich einer Gruppe ihre Vorrechte nehme (oder sonst etwas), löse ich die Gruppe an sich nicht auf.
Damals wie heute wurde man dadurch adelig, daß man in eine adelige Familie hineingeboren wurde. Zu sagen hatte man dadurch noch nichts. Erst die Vorrechte des Adels öffneten einem Sproß aus adeligem Hause die Türen zu einer Karriere in Militär und Verwaltung oder als Erbe zum eigenen Thron. Diese Vorrechte (und der Thron) sind nun fort – was bleibt, ist die Familie. Die ist nach wie vor adelig – sie hat nur rechtlich nichts mehr davon.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 18.06.2009 um 18.06 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1174#14640

Ich gebe es auf! (Ich weiß nicht, was es heißt, ein Prinz zu "sein" und nicht nur so zu heißen, und werde es nie verstehen.)
 
 

Kommentar von Urs Bärlein, verfaßt am 18.06.2009 um 17.45 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1174#14639

Auch bei Hermann Lübbe "ist", wenn ich es richtig in Erinnerung habe, der österreichische Adel ja weiterhin Adel, obwohl er nicht mehr entsprechend heißt bzw. heißen darf. Ein Problem ergibt sich dann, wenn das Sein sich im Heißen erschöpft. Soweit Solms Pferdeäpfel aufklaubt, "ist" er gewiß nicht adlig. Aber das läuft letztlich nur darauf hinaus, daß ein Adliger, dem man sämtliche Prädikate eines Adligen entzieht, auch aufhört, ein Adliger zu sein, unabhängig davon, wie er heißt, weil Adel als eigenschaftsloses Substrat ebensowenig vorkommt wie Pfefferminztee. Von dem unterscheidet er sich allerdings in seiner Seinsweise. Adlig zu sein ist in erster Linie eine gesellschaftliche Tatsache, und als solche ist sie imaginär. Darum ist sie aber nicht weniger wirklich, solange sie Wirksamkeit entfaltet. Von dorther ergeben sich dann weitere Kriterien, die nicht mehr imaginär sind, wie etwa die erhöhte Anfälligkeit für die Bluterkrankheit oder ein familiengeschichtliches Gedächtnis, das mehr als drei Generationen umfaßt.
 
 

Kommentar von Marco Mahlmann, verfaßt am 18.06.2009 um 16.51 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1174#14638

Herr Solms heißt mit ganzem Namen Hermann Otto Prinz zu Solms-Hohensolms-Lich. Und damit heißt er nicht nur Prinz, sondern ist auch einer – und bleibt es auch dann, wenn er sich nicht so nennt.
Abgeschafft sind lediglich die Adelstitel, mit denen Regierungsgewalt verbunden war: Kaiser, König, Fürst. Deswegen ist Ernst August von Hannover auch Prinz und nicht König von Hannover.

Dadurch, daß der Adelstitel keine rechtliche und gesellschaftliche Relevanz mehr hat, wirkt sich die Eigenschaft, adelig zu sein, nicht sonderlich aus; sie ist gleichwohl vorhanden. Der Adel ist nicht abgeschafft worden, also gibt es ihn noch. Er kann ohne weiteres in der Presse – auch in Nachrichtenmagazinen – genannt werden. Niemand leitet daraus eine Vorrangstellung ab.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 18.06.2009 um 16.02 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1174#14637

Ich verstehe wohl nicht ganz, was Herr Mahlmann sagen will. Den früheren Adeligen bzw. ihren Nachkommen bleibt heute noch der Name, und der muß natürlich in amtlichen Zusammenhängen korrekt behandelt werden. Aber was heißt es, daß Herr Solms Prinz bleibt? Wenn ich ihn mal wieder in Juist (wo die Familie eine schönes Anwesen hat) Pferdeäpfel von der Straße fegen sehe, kann ich ihn ja fragen, ob er ein Prinz ist.
 
 

Kommentar von Marco Mahlmann, verfaßt am 18.06.2009 um 10.30 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1174#14635

Der Adel ist in Österreich abgeschafft worden; in Deutschland ist er dem Bürgertum gleichgestellt worden – natürlich gibt's ihn noch. Warum auch nicht?
Die althergebrachten Vorrechte bei Militär und Verwaltung, das Hausvermögen und dergleichen mehr sind fort. Die Häuser bestehen weiter.

Die Adelsnamen sind den bürgerlichen nicht gleichgestellt. So heißt der Baron »Freiherr«, seine Ehefrau »Freifrau« und seine Tochter »Freiin«. Interessanterweise legen aber Nichtadlige viel mehr Wert darauf, daß die Adelstitel genannt werden als die Adligen. Sehr schön nachzulesen ist das in Gräfin Dönhoffs Buch »Kindheit in Ostpreußen«. Da nennen sich Adlige mit Vor- und Nachnamen und lassen die Titel und das »von« weg. Als Ole von Beust bei der Bürgerschaftswahl einmal ohne den »Freiherrn« auf dem Bogen erschien, mußte der gesamte Posten Wahlbögen eingestampft werden, weil jemand darauf hinwies, daß das nicht der richtige Name sei. Richard von Weizsäcker wurde getadelt, daß er Dokumente lediglich mit »Weizsäcker« unterschrieb.
Es kommt mir sehr kleinbürgerlich vor, die angebliche Sonderstellung des Adels anzuprangern – zumal gerade das eine Ungleichbehandlung ist. Darauf zu pochen, daß der Adel dem Bürgertum gleichgestellt sei, wirft doch erst die Frage auf, ob er es sei. Ohne dies wäre er es ganz selbstverständlich. Jemanden »adelig« zu nennen, hat die gleiche Qualität, wie ihn »Holsteiner« oder »Jurist« zu heißen: es ist eine Eigenschaft der benannten Person, nicht mehr und nicht weniger.

Hermann-Otto Solms bleibt Prinz, auch ohne daß er den Titel führt. Otto Graf Lambsdorff hat sein Titel nicht vor der Strafverfolgung bewahrt. Jutta nicht-mehr-von Ditfurth hat sich umbenennen lassen, damit ihr Name nicht hochwohlgeboren aussieht – und genau damit hat sie die Andersartigkeit herausgehoben: sie konnte nur deshalb das »von« streichen lassen, weil sie es hatte.

Warum müssen auch alle gleich sein? Alle sollen dieselben Rechte und Pflichten haben, aber die Unterschiede tun der Gesellschaft doch gerade gut. Und sind Großbritannien, Schweden oder die Niederlande weniger demokratisch, pluralistisch oder liberal, weil es Monarchien sind? Nimmt es dem Hafenarbeiter in Dover etwas, wenn die Königin David Beckham zum Ritter schlägt?
 
 

Kommentar von Horst Ludwig, verfaßt am 17.06.2009 um 23.01 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1174#14634

Nicht nur "vom Adel" kann "die deutsche Presse [...] nicht lassen", auch anderes Unwesentliche bringt sie getreu zur Sprache. Wenn "Sandy Meyer-Wölden [in der *Welt.de* heute] erstmals über Pocher" spricht und wir dann lesen: "Wenig später war die 26-jährige Schmuckdesignerin dann zu einem Auftritt von Pocher nach München gereist", dann ist das mit der "Schmuckdesignerin" eigentlich nichts anderes als mit dem "Adligen" oder "Prinzen". Denn schließlich wurde "Sandy Meyer-Wölden [erst] der Öffentlichkeit bekannt, als sie sich mit dem ehemaligen Tennisprofi Boris Becker im vergangenen Sommer verlobte", wozu sicher auch da schon die "Schmuckdesignerin" nichts beigetragen hatte. — Ob Müntefering dagegen wohl weiß, was einen Freiherrn ausmacht, dessen bin ich nicht so sicher. War's er nicht, der in der Rechtschreibfrage so manche Leute abschätzig als "Hochwohlgeborene" betitelte und damit zeigte, daß er nicht wußte, daß für die eine ganz andere Bezeichnung die richtige war?

 
 

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