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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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05.05.2007
 

Das Abschied so Recht
Und andere Schnipsel aus der Tageszeitung

Die Süddeutsche heute: Ein Abschied kann sich so Recht noch niemand vorstellen.

Ergiebiger ist aber die FAZ (deren Wochenendbeilage "Bilder und Zeiten" inzwischen der Wochenendbeilage der Süddeutschen so ähnlich geworden ist, daß ich immer wieder auf die Kopfzeile schauen muß, um mich zu vergewissern, wo ich gerade bin; das geht bis zum Interview nebst Porträtfoto auf der allerletzten Seite).

Joachim Sartorius, Schriftsteller und Kulturmanager, war in Damaskus und schreibt darüber:
breit hin gelagerte Stadt
die sich auf das Hotel zu bewegt
nicht mehr weiter wissen
herum wandern
Amphytrion
Sängerinnen mit ihrem kohlumgürteten Augenaufschlag


Wie kommt der Kohl ins Gesicht der Syrerinnen? Übrigens habe ich in der FAZ jetzt mehrmals reissen gefunden, es scheint sich um einen systematischen Irrtum zu handeln.

Wenn ich es recht bedenke, ist die Trennung Res-pekt verachtenswerter als der Rhabarbe-rkuchen, den ich heute auf dem handgemalten Schild einer Bäckerei gesehen habe. Hier hatte jemand einfach nach dem naiven Grundsatz gehandelt, dort zu trennen, wo die Zeile aufhört, während die FAZ ja grundsätzlich Zusammensetzungen und Präfixbildungen morphologisch trennt, Respekt aber entweder nicht zu durchschauen vorgibt oder uns klugen Köpfen unterstellt, wir durchschauten es sowieso nicht.



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Kommentare zu »Das Abschied so Recht«
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Kommentar von "Germanist", verfaßt am 05.05.2007 um 17.54 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=832#8445

Rettet den Akkusativ! Sonst ist Schluß mit freier Wortstellung. (Vgl. Alt- mit Mittelfranzösisch)
 
 

Kommentar von Thomas Roediger, verfaßt am 07.05.2007 um 18.42 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=832#8465

Am Wochenende übrigens in der WELT:

"Bellet-ristik" (klingt nach tristem oder rüstigem Ballett)

Und sonst laxer Mischmasch, mittlerweile hanebüchenes Selbstverständnis.

"Waldschlösschenbrücke"

Das mußte ich tatsächlich dreimal lesen, bevor ich es "entziffern" konnte; das waren Zeiten, als man Ligaturen noch kannte!
 
 

Kommentar von Tobias Bluhme, verfaßt am 10.05.2007 um 21.27 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=832#8491

FAZ.NET im Interview mit Roger Cicero:

"Was will ein Swingsänger beim Grand Prix? Warum tun Sie sich das an?

Ich will ein gutes Ergebnis einfahren, womöglich sogar gewinnen. Wäre doch toll, wenn ich der Erste wäre, der mit Swingmusik eine gute Platzierung für Deutschland schaffte."

(Ist "der Erste" keine gute Platzierung?)

"Gracias Abschneiden vor zwei Jahren wird als die „Schande von Kiew“ bezeichnet. Fürchten Sie sich vor ähnlichen möglichen Reaktionen?

Wollen wir nicht hoffen, dass der Brite recht behält."
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 18.09.2017 um 03.56 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=832#36224

Zum Haupteintrag:
Amphytrion gehört zu den häufigsten Fehlern, s. auch hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Wikipedia:Falschschreibung

Gustav Knuth hat Kleists Amphitryon gespielt, schreibt aber in in seiner (platten) Autobiographie zweimal Amphytrion.
 
 

Kommentar von R. M., verfaßt am 18.09.2017 um 11.58 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=832#36228

Schlimmer ist, daß nicht wenige jedes römische Theater (z. B. das von Orange) für ein Amphitheater halten.
 
 

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