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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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13.06.2007
 

Schwindsüchtig
Der Rechtschreibrat verdämmert allmählich

Wie viele Mitglieder werden wohl zur zehnten Sitzung anreisen? Bei der neunten Sitzung (Oktoberfest 2006) fehlten nicht weniger als 15 Mitglieder, also fast die Hälfte.
Nur wenige hatten wenigstens ihr Stimmrecht übertragen. Daß Herr Zilk fehlte, der noch an keiner einzigen Arbeitssitzung teilgenommen hatte, überrascht niemanden. Das alles zeigt, mit welcher Geringschätzung die Mitglieder auf diese ganze Veranstaltung herabblicken. Nur die Vermarkter fehlen verständlicherweise nie, sie sind nun fast unter sich. Sie wachen zuverlässig darüber, „daß uns allen nichts Unangenehmes passiert“. Unangenehm wäre eine weitere Revision der verkorksten Regeln, deshalb unterbleibt sie.



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Kommentare zu »Schwindsüchtig«
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Kommentar von Christoph Schatte, verfaßt am 01.07.2007 um 11.51 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=853#9269

@Rütlischwur

Ist auch die Schweiz schwindsüchtig?
Wenn in der Schweiz nur zwei Millionen (deutschsprachige) Menschen leben, ergibt sich die Frage, warum es für den Rest so schwer ist, dort (deutschsprachiger) Mensch zu werden. Oder liegt es wieder einmal an überbordender Schweizer Bescheidenheit?
 
 

Kommentar von GL, verfaßt am 14.06.2007 um 22.42 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=853#9093

Natürlich untertreibt Rütlischwur! Trotzdem wünsche ich ihm ein friedliches Fest am ersten August auf dem Rütli.
 
 

Kommentar von Rütlischwur, verfaßt am 14.06.2007 um 20.09 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=853#9090

In der Bundesrepublik leben 80 Mio. Menschen, in der Schweiz 2 Mio. Es müßte also leicht zu schaffen sein.
 
 

Kommentar von Germanist, verfaßt am 14.06.2007 um 15.21 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=853#9084

Die SOK hat als Mitglieder eine stattliche Anzahl sehr guter, angesehener, einflußreicher und aktiver Fachleute. Für eine DOK müßte man ein entsprechendes Gremium erst einmal zusammenbringen.
 
 

Kommentar von Ballistol, verfaßt am 14.06.2007 um 14.27 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=853#9083

Die Seite www.rechtschreibpirat.de ist übrigens noch frei...
 
 

Kommentar von T.P., verfaßt am 14.06.2007 um 12.58 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=853#9079

Es ist keine Piraterie. Die Adresse www.rechtschreibrat.de gehörte schon der Deutschen Sprachwelt, als es weder den einen noch den anderen Rat für deutsche Rechtschreibung gab. Der KMK-Rat wich dann auf www.rechtschreibrat.com aus. Unter gewissen Voraussetzungen wäre die DSW sicher bereit, auf die Adresse zu verzichten ...
 
 

Kommentar von Germanist, verfaßt am 14.06.2007 um 12.37 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=853#9077

Nach Eingabe von www.rechtschreibrat.de erscheint die Seite www.deutsche-sprachwelt.de
Ist das genehmigt oder Piraterie? Ist rechtschreibrat.de verkauft worden?
 
 

Kommentar von Ballistol, verfaßt am 14.06.2007 um 09.35 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=853#9075

Vielleicht können Sie als Mitglied der SOK dort vorschlagen, zum Termin passende Aktionen zu setzen? Wahrscheinlich wird daran sowieso schon gearbeitet. Eine Ausweitung der Zuständigkeit wäre aber sehr zu wünschen.

Ein offener Brief an die Verursacher des Desasters wäre zum Terminzeitpunkt ohnehin nicht schlecht. Wir können auch die Deutsche Sprachwelt fragen, ob sie diesen Vorstoß unterstützt und vielleicht über ihren schlagkräftigen Verteiler laufen läßt.
 
 

Kommentar von T.P., verfaßt am 14.06.2007 um 09.25 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=853#9074

Im Augenblick erscheint es sinnvoller, die SOK zu fördern und bekannter zu machen und vielleicht eines Tages aus ihr eine Allgemeine Orthographische Konferenz (huch, AOK geht wohl nicht ... oder lieber III. Orthographische Konferenz?) zu machen, wenn deren Gründungsmitglieder dem zustimmen.

Wichtig ist es zunächst, weitere Verleger, Zeitungsleute, Nachrichtenagenturen zu gewinnen.

Was ist eigentlich aus dem (Gegen-)Rat für deutsche Rechtschreibung e.V. geworden? Die Anschrift www.rechtschreibrat.de ist übrigens immer noch in unserer Hand und kann genutzt werden.

Im übrigen sollten wir Länder wie Österreich oder Liechtenstein ermutigen, sich der kolonialen Bevormundung durch die deutsche KMK zu widersetzen.
 
 

Kommentar von B. Eversberg, verfaßt am 14.06.2007 um 08.41 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=853#9073

Eine DOK wäre gut, aber wenn man das macht, müßte man sicher sein, den damit verbundenen Aufwand auch eine Weile leisten und substantielle Resultate erzielen zu können, wie die SOK. Etwas wie eine "Mannheimer Erklärung" müßte am Anfang stehen, in der die bestehenden Probleme aufgelistet und die Fragen formuliert werden, denen eigentlich der Rat sich stellen müßte - und im Vergleich daneben dessen weltfremde Tagesordnung.
So eine Erklärung könnte aber auch ohne Gründung einer DOK vorgelegt werden. Nur - wer würde sie zur Kenntnis nehmen?
Natürlich werden die Kultusminister, verehrter Herr Jochems, jede Kritik entweder ignorieren oder mit billigen Ausreden vom Tisch wischen. Das heißt aber doch nicht, daß man sie mit den Problemen nicht konfrontieren und mit den Fragen nicht behelligen sollte - sie sind immerhin die Verursacher des Durcheinanders. Und wir wissen doch, daß sie eine Friedhofsruhe als Frieden deuten.
 
 

Kommentar von Ballistol, verfaßt am 14.06.2007 um 08.26 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=853#9072

Wäre das Datum der nächsten schütteren Sitzung nicht eine exzellente Gelegenheit, gleich in Mannheim eine "Deutsche Orthographische Konferenz" nach Schweizer Vorbild zu gründen? Das hätte auch für Zeitungen einigen Neuigkeitswert.

Ich würde das als Gründungsmitglied unterstützen und bitte um Vorschläge.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 14.06.2007 um 04.33 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=853#9070

Aus der Einladung zur zehnten Sitzung geht hervor, daß der Rat (der nun auch ein Logo im Briefkopf besitzt) sich noch einmal fotografieren lassen will. Da die Tagesordnung nur folgenloses Palaver vorsieht, werden sich wohl diesmal auch nicht mehr Mitglieder zur Reise nach Mannheim aufraffen, und das Gruppenbild dürfte ziemlich schütter ausfallen.
Die Entschlossenheit, nichts mehr zu ändern und sich dennoch satzungsgemäß zweimal im Jahr zu treffen, dürfte geradewegs zur Selbstauflösung des Rechtschriebrates führen. Warum auch nicht? Er hat seine Schuldigkeit getan.
Daß ab 1. August Allerweltswörter wie "jedesmal" in der Schule als Fehler geahndet werden müssen, scheint den Vorsitzenden nicht weiter zu beunruhigen. Er hat ja auch 1996 zahllose Getrenntschreibungen wie "lahm legen" angeordnet, die nun ab 1. August ebenfalls notenrelevant angestrichen werden müssen, nachdem sie den Schülern zehn Jahre lang "eingebläut" worden sind. Leider ist keine Zeitung bereit, ihn dieserhalb noch einmal zu befragen.
 
 

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