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Neues aus dem Rat - von Theodor Ickler

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27.03.2012
Mann beißt Hund
Duden-Newsletter auf Abwegen

Im neuesten Rundbrief des Dudenverlags wird die Zweideutigkeit mancher Genitivattribute behandelt. Leider am ungeeigneten Beispiel:

"Ähnlich lässt sich 'der Biss des Hundes' behandeln – oder etwa doch nicht? Ist hier nun gemeint, dass der Hund jemanden gebissen hat (Subjektsgenitiv) oder wurde womöglich der Hund selbst von einem Artgenossen oder gar von einer Katze angegriffen? Dann wäre der Hund als Gebissener das Objekt der Handlung und es läge ein Objektsgenitiv vor. Wie lassen sich solche Zweideutigkeiten lösen?"

Ich glaube nicht, daß es viele Belege mit einem Objektsgenitiv bei Biß gibt. Die Abhilfe, die Duden vorschlägt, überzeugt auch nicht:

"Sind zwei Lebewesen beteiligt, ähnlich wie oben im Beispiel mit 'Biss' und 'Hund', ist es klüger, nicht den Genitiv zu verwenden, sondern eine andere Konstruktion zu wählen: 'der Hundebiss' lässt auf einen bissigen Hund schließen, 'der dem Hund zugefügte Biss' hingegen auf einen bissigen Gegner."

Gerade die Zusammensetzungen sind nämlich vieldeutig, und zwar so sehr, daß die Objektsdeutung hier viel leichter möglich ist.



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Kommentare zu »Mann beißt Hund«
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Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 18.03.2013 um 07.33 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1508#22820

Holbach war der Sohn eines Winzers, dessen Eltern weder lesen noch schreiben konnten (SZ 14.4.07)
Waren es nun Holbachs Eltern oder seine Großeltern, die nicht lesen und schreiben konnten?
Als eigentlicher Begründer der vergleichenden Sprachwissenschaft hat jedoch der Sprachforscher Franz Bopp zu gelten, zu dessen Vorläufern im 18. Jahrhundert auch der Niederländer L. ten Kate gehört. Sein Buch über das Konjugationssystem der Sanskritsprache erschien 1816 (...) (Hugo Moser: Deutsche Sprachgeschichte. Stuttgart 1961:33)
Wessen Buch?
Beim russischen Präsidenten Wladimir Putin ist Clifford Gaddy schon deshalb nicht sonderlich beliebt, weil er dessen Doktorarbeit als Plagiat bezeichnet hat. (FAZ 29.12.06)
Wer hat wessen Doktorarbeit als Plagiat bezeichnet?
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 19.01.2013 um 04.50 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1508#22393

Ungarn hat als erstes Land das Unrecht der vertriebenen Deutschen anerkannt und einen staatlichen Gedenktag eingeführt. (FAZ 19.1.13)

Das erinnert mich an eine frühere Fehlkonstruktion:

der Völkermord der Juden (FAZ 5.3.02)
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 10.12.2012 um 06.14 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1508#22096

Abteilung für Computerkriminalität des Bayerischen Landeskriminalamtes

(Das hieß schon in den 80er Jahren so.)
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 04.09.2012 um 03.49 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1508#21371

"So wurden wir 1990 Weltmeister", sagte Franz Beckenbauer, der als damaliger Teamchef eine "Singpflicht" der Nationalhymne eingeführt hatte. (Zeit 15.8.12)
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 01.09.2012 um 05.54 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1508#21354

„Wir werden auch künftig Steuer-CDs mit Daten Schweizer Steuerflüchtlinge ankaufen.“ (SZ 31.8.12)

Man hat das Gefühl, die Genitivforderung sei er erfüllt, aber in Wirklichkeit ist sie es nicht. (Außerdem ist zu fragen, ob Deutsche, die ihr Geld in die Schweiz schaffen, Schweizer Steuerflüchtlinge genannt werden können.)
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 15.05.2012 um 17.40 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1508#20716

NRW in Gefahr!

Informationszentrale gegen Vergiftungen des Landes Nordrhein-Westfalen
 
 

Kommentar von Jason Honk, verfaßt am 01.04.2012 um 20.52 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1508#20332

Englisch-Grammatiken hatten als Beispiel: "The shooting of the hunters" – auch nicht sehr überzeugend.
Als Jugendlicher dachte ich manchmal über die Zeile "Die Liebe Gottes regt sich nun" (Faust) nach.
Etwas off-topic, aber auch sehr schön ist Nietzsches: "Der Deutsche denkt sich selbst Gott liedersingend." – Spielt an auf: "Soweit die deutsche Zunge klingt / und Gott im Himmel Lieder singt."
 
 

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