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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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12.07.2009
 

Celler Löcher
Sütterlins Geheimschrift

Zur Meldung im Diskussionsforum: Der Einfall der JVA Celle (das ist die mit dem Loch, vgl. Celler Loch), Häftlingspost in deutscher Schrift zurückzuhalten, ist nicht ohne Konsequenz.
Da ein großer Teil älterer Urkunden (von Grundbucheinträgen bis zu Doktorurkunden) in dieser Schrift vorliegen, kommen allerdings erheblich Transkriptionskosten auf Deutschland zu.

Inzwischen ist ja auch die Lateinische Ausgangsschrift abgeschafft.
Die deutschen Beamten sollten verpflichtet werden, nur noch in Vereinfachter Ausgangsschrift zu schreiben (woran ja eine Handvoll Deutschdidaktiker zur Zeit gut verdient). Nur so kann eine die Volksgemeinschaft zerreißende Schreibverwirrung verhindert werden. Außerdem dürften Beamte, die Sütterlin nicht lesen können, bald auch mit der LA ihre Schwierigkeiten haben. Das Ganze natürlich in reformierter Rechtschreibung, und zwar auf dem Stand von 2006, alles andere muß als unzulässige Geheimschrift verboten werden. Nimmt man noch Gender Mainstreaming und Politische Korrektheit hinzu, so zeichnet sich endlich eine befriedigende Einheitssprache ab, und alle Not hat ein Ende.



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Kommentare zu »Celler Löcher«
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Kommentar von Germanist, verfaßt am 12.07.2009 um 13.00 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1188#14766

Da erschließen sich ganz neue Berufsbilder für Historiker und Germanisten, die bisher außerhalb des Schuldienstes als brotlose Künstler galten: Jedes Grundbuchamt und jedes Gericht braucht sie, um die massenhaften Urkunden in Fraktur-Handschrift auswerten zu können. Aber auch die unreformierte Rechtschreibung müssen sie dazu erst in Seminaren neu lernen, weil sie an den Schulen verboten ist. Andernfalls gilt: "graeca sunt, non leguntur."
 
 

Kommentar von Manfred Riemer, verfaßt am 14.07.2009 um 10.48 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1188#14772

Das Gerichtsurteil liest sich ja zum Glück sehr vernünftig. Nur, daß überhaupt eine deutsche Behörde auf die Idee kommen kann, die alte deutsche Schrift nicht anzuerkennen, kommt mir wie ein Witz vor. Ich mußte seit meinem Schulanfang damit klarkommen, daß meine Großeltern alles, Geburtstagskarten, Briefe usw., grundsätzlich in deutscher Schrift schrieben. Das war für mich damals als Schüler zuerst natürlich schwer zu lesen, aber auch bald lernbar. Im großen und ganzen ist die deutsche der lateinischen Schrift ja doch sehr ähnlich. Und nun kommt auf einmal eine Behörde, wo lauter gebildete erwachsene Menschen arbeiten, und behauptet, das nicht lesen zu können? In den Beamtenwitzen muß doch ein Körnchen Wahrheit stecken.
 
 

Kommentar von stst, verfaßt am 14.07.2009 um 19.24 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1188#14773

Gehört zu Fundstücke - Kratzbaum

Wieso soll jemand nicht sein "Schärflein im Trockenen" haben können?
Das ist doch eine Kombination aus "sein Schärflein beitragen" und seine "Schäflein ins Trockene bringen", oder?
 
 

Kommentar von stst, verfaßt am 14.07.2009 um 20.50 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1188#14774

Nochmals zu Fundstücke - Kratzbaum

Sicherlich, Schärflein wird heutzutage als Scherflein zu Papier gebracht, eine Nuance halt, aber so kleinlich wollen wir mal nicht sein, zumal es auch Schärff -Belege gibt.

Übrigens, ab welchem Alter wird man dem alten Eisen zugerechnet?
 
 

Kommentar von Red., verfaßt am 15.07.2009 um 11.25 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1188#14775

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