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Beiträge zum Thema

»Vom Deutschen ins Englische
und umgekehrt«

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Klaus Achenbach
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 24.08.2012 um 23.46 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=97#9366


Lieber Herr Ludwig,

mehr als die Zeitenfolge, die ja so eindeutig nicht ist, stört mich hier das "verbannt".
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 24.08.2012 um 15.56 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=97#9363


Das Plusquamperfekt wird in der amerikanischen Berichterstattung nicht gerade häufig verwendet; ich weiß. Trotzdem würde ich deutsch in "Washington (dpa) - Der mutmaßliche Kinoschütze von Aurora, James Holmes, ist mehrere Wochen vor seinem tödlichen Amoklauf wegen Drohungen von der Universität von Colorado verbannt worden. Das hat die Staatsanwaltschaft nach Angaben der «Denver Post» bei einer gerichtlichen Anhörung enthüllt. Die Unileitung habe die Polizei über die Drohungen informiert und Holmes die Schlüsselkarte entzogen" im ersten Satz "war ... worden" verwenden, und im letzten "damals / zu der Zeit [schon]" hinzufügen. Das diente dem schnelleren Verständnis des Berichteten, meine ich. Aber wenn's auch anders ginge, — so geht's ja auch.
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Tanja Gerber
Olten

Dieser Beitrag wurde am 05.07.2012 um 08.23 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=97#9189


Quiz: Hotten Sie auch schon ab?

Tragen Sie zum Zerfall der Sprache bei?
(Tagesanzeiger, erstellt am 04.07.2010, unter Kultur/Diskussion)

Über die Verluderung der deutschen Sprache und das Dummdeutsch lässt sich bekanntlich streiten. Hingegen ärgere ich mich nicht weniger, wenn ich anstelle Trottoir Trotoir lesen muss. Eine unglaubliche Zumutung!
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 01.06.2012 um 17.35 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=97#9121


Welt.de-Korrekturversuche: Ungenügend: "In den letzten Wochen waren die Hells Angel's immer wieder in den Schlagzeilen." (Eigentlich sollten sich die Hells Angels ja wohl mit Apostroph in "Hells" schreiben. Tun sie aber nicht, — und möglich ist ja auch, daß sie von mehreren Höllen künden wollen.)
Doch bei deutscher Schreibung geht's bei welt.de auch nicht besser: "Bevor die Polizei aber mit einem Großaufgebot anrückte, löste sich die Bande am Dienstag selbst auf und schaffte Beweise und Vereinseigentum bei Seite." Hier gibt's das Adverbial "bei Seite" (etwas, was es wohl im Singular so zusatzlos nicht gibt, wie ich's mir auf die schnelle durchspiele); aber zwei Sätze weiter gibt's die Postposition "zufolge". (1.6.12)

Und derartiges "System" soll "der Schulkinder wegen" angewendet werden? Merkel, Frau Springer, schaut auf sowas Sinnloses doch mit etwas Verantwortungsgefühl!
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 13.11.2011 um 00.50 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=97#8299


Ein interessanter Genitiv: "Washington (dts Nachrichtenagentur) - Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des amerikanischen National Institutes of Health, [...]" (www.derNewsticker.de/news.php?id=224768&i=dpckis).
Und ein interessantes Kompositum: "Milla Jovovich besteht auf authentische Kleider in Actionszenen" (www.derNewsticker.de/news.php?id=224763&i=nsfjli).
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 07.11.2011 um 21.16 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=97#8285


Mein Gott, unsere Nachrichtenagenten: "Los Angeles (dts Nachrichtenagentur) - Demnach wollte Gaga konstante 90 Grad Celsius in ihrer Umkleide haben." (www.derNewsticker.de/news.php?id=224355&i=odiopo) 90 Grad Fahrenheit wäre eigentlich schon zu heiß, jedenfalls für mich; aber die haben wir wohl jeden Sommer, und die stehen wir durch, auch im Norden der USA. Aber vielleicht fühlt sich diese Lady zum Umkleiden tatsächlich nur in einer Sauna am wohlsten.

"News" von den Philippinen auf http://ph.msn.com/ jedenfalls: "Lady Gaga has requested a particularly hot dressing room backstage at the MTV Europe Music Awards in Belfast tonight (06.11.11), with a constant temperature of 90 degrees maintained." Und denselben Text gibt's auch etwas näher zu Hause (stv, http://entertainment.stv.tv/ und celebscrash.blogspot.com/ u. a.). Und auch wenn wir sonst etwas über Lady Gagas eigenartige Temperaturvorzüge auf englisch lesen ("Lady Gaga sweats it out in 100-degree yoga session") sind immer Fahrenheitgrade gemeint.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 22.08.2011 um 02.56 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=97#8082


Wie ich's auch wende, — es ist keine deutsche Stellung der Satzteile bei "Unter anderem die Online-Ausgabe der 'Welt' hatte gegen 1 Uhr in der Nacht zum Montag berichtet, Muammar Gaddafi selbst sei festgenommen worden." (www.dernewsticker.de, heute)
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Urs Bärlein
*

Dieser Beitrag wurde am 01.07.2011 um 16.05 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=97#7902


Trotzdem ziehe ich die Nigerianerinnen den Nigerierinnen vor. Sie lassen sich besser von den Nigererinnen unterscheiden.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 01.07.2011 um 09.10 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=97#7900


Was hat die SZ denn gegen "Nigerien"? Sie kritisiert »während der Stadionsprecher gerade mit der Leidenschaft eines Studienrates die Mannschaftsaufstellung verlas, die von "Deutschland" und die von "Nigerien". [//] Das Problem war, dass dies nicht der einzige Fehler blieb.«
Das den Italienern liebe "Italia" ist bei uns ja auch "Italien", und "Bolivia" und "India" sind für uns "Bolivien" und "Indien". Später hat der Schreiber dann "Nigerianerinnen", und das verstehen wir ja, aber mit einigem Lächeln, denn die Indianerinnen, die's ja zwar gibt, kommen ja nicht aus India/Indien. Ein bißchen Nachdenken über "Estinnen" (aus Estland, engl. Estonia!), "Serbinnen", "Schlesierinnen" und "Kolumbianerinnen" hätte wahrscheinlich auch schließlich die Form "Nigerianerinnen" nicht ausgeschlossen, aber wohl wenigstens die dümmliche Kritik am Deutsch des Frankfurter Stadionansagers verhindert und sie nicht auch noch schwarz auf weiß dokumentiert. "Nigerierinnen" wäre übrigens auch gut deutsch und kürzer und schon deshalb besser.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 27.06.2011 um 01.10 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=97#7884


"01.08.1996 in Athens [/] China – USA 1:2 Olympia (Finale) [/] 76.489 [...] 28.07.1996 in Athens [/] Norwegen – USA 1:2 Olympia (Halbfinale) [/] 64.196" — Na, wenigstens "Frankfurt" heißt bei welt.de noch "Frankfurt": "Bisherige höchste Zuschauerzahl in Europa [/] 22.04.2009 in Frankfurt [/] Deutschland – Brasilien 1:1 Länderspiel [/] 44.825". — Dafür aber dann auch: "Die „Big Red“, wie die Mannschaft Kanadas im eigenen Land genannt wird, erwies sich nur als passabeler Kontrahent."
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 18.06.2011 um 18.47 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=97#7864


Lernt Deutsch mit dpa: "Belgrad (dpa) - Angeführt von Kajak-Weltmeister Max Hoff haben die deutschen Kanuten am ersten *Final*tag der Europameisterschaften [...] Jubeln durfte auch der Potsdamer Sebastian Brendel, der im *Canadier*-Einer über die Langdistanz wieder zum EM-Titel fuhr." (welt.de, 18.6 [Hervorhebung von mir.])
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 15.05.2011 um 10.25 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=97#7772


"Weil er einem Marine die Kippe wegfraß, wurde ein Esel zum Maskottchen der Truppe." (welt.de, heute) Später lesen wir dann aber doch noch, daß das "im Stützpunkt Takaddum der US-Marineinfanterie" geschehen war.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 14.10.2010 um 20.32 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=97#6967


„Diese Mine wird definitiv nie mehr öffnen.” (bild.de, News-Ticker [also wahrscheinlich so bei der dpa], heute) Ein Geschäft öffnet zu einer bestimmten Uhrzeit, eine Geschäftskette vielleicht sogar auch an einem bestimmten Ort; aber das englische intransitive "open" geht im Deutschen mit dem Temporaladverb "nie mehr" wohl nicht so ohne weiteres.
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Marco Mahlmann
Osnabrück

Dieser Beitrag wurde am 23.09.2010 um 16.46 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=97#6884


Mir fällt vor allem auf, daß Wendungen mit dem unpersönlichen "they" direkt übersetzt werden. Also etwa: "They told me that…" wird zu "Sie sagten mir, daß…" statt zu "Mir wurde gesagt, daß…"
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Erich Virch
Radbruch

Dieser Beitrag wurde am 23.09.2010 um 12.42 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=97#6883


Heute früh ließ sich der ZDF-Morgenmagazinmoderator Wulf Schmiese mit ungefähr folgender Ankündigung vernehmen: „Jetzt ein Filmbeitrag, den ein Kollege gestern drehte.“ Ich kann mir die Ursache dieser temporalen Verirrung nicht anders als anglizistisch erklären. Einem versierten Journalisten unterstelle ich dabei modische Affektierheit; als Ursache falschen Imperfekts, wie es einem zum Beispiel ständig auf der deutschen Tonspur amerikanischer Filme begegnet, vermute ich eher den verständlichen Wunsch nach größtmöglicher Lippensynchronität. Bei anderen Übersetzungen ist mir der Grund für das schräge deutsche Tempus völlig unverständlich. Kürzlich habe ich mir im Theater Ray Cooneys Farce „Außer Kontrolle“ angesehen und mußte mir Dialoge wie diesen anhören: „Wo ist der Rollstuhl?“ „Ich holte ihn, wie Sie sagten.“
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Reinhard Markner
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 14.09.2010 um 18.57 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=97#6861


Der Beitrag von Otto Lyon (s. u.) legt dar, daß die Aussprache luthérisch jedenfalls in Nord- und Mitteldeutschland die übliche gewesen sei, bis z. B. das Grimmsche Wörterbuch diese gerügt habe. Lyon führt aber nicht nur den Usus tyrannus ins Feld, sondern auch noch die Etymologie, wonach luthérisch über den Umweg lutheránisch von der humanistischen Namensform Luthêrus herrühre, so wie calvinistisch von Calvinus und nicht etwa Cauvin. Die Sache mit dem Umweg ist allerdings nicht eben plausibel und wird auch durch nichts belegt. Schließlich wirbt Lyon für einen differenzierenden Gebrauch, wonach lútherisch sich nur auf Luther selbst, luthérisch hingegen auf die von ihm begründete Konfession beziehen solle.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 11.09.2010 um 17.51 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=97#6850


Achten Sie auf den letzten Satz im Zitat: "Dafür haben sie sich eine elegante Methode einfallen lassen: Sie nutzen herkömmliche Glasfasern und kleine Metallröhrchen mit Metastrukturen, packen alles in einen Stahlzylinder und erhitzen ihn so lange, bis das Material weich wird. Indem sie sie vorsichtig in die Länge ziehen, verwandeln sie die zähflüssige Masse in einen langen, dünnen Faden." (welt.de, 11.9.)
Im Deutschen steht m. E. das hier Gemeinte schon als Substantiv im Nebensatz. Ich war immer erstaunt, daß ich im Englischen bei einem vorausgehenden Nebensatz wegen des Pronomens da immer (und für mich zu) lange auf das Substantiv warten mußte, das das vorausgehende Pronomen ja ersetzt, und daß mir eben nicht erstmal gesagt wird, wofür es steht. Im Deutschen machen wir das gleich richtig: "Indem sie die (so entstehende) zähflüssige Masse vorsichtig in die Länge ziehen, verwandeln sie sie in einen langen, dünnen Faden." Oder sieht das wer anders?
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Roger Herter
Basel

Dieser Beitrag wurde am 31.08.2010 um 17.01 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=97#6791


Von den Nachschlagewerken, die ich zur Hand habe, geht nur der "Große Meyer"
(1904) auf die Betonung luthérisch ein, nur hier findet sich ein Eintrag evangelisch-luthérisch (samt Akzent). Leider ist die Auskunft spärlich und besagt lediglich, es handle sich um die

"Bez. für die auf Luther zurückgehende evangelische Konfession [...], im Gebrauch anscheinend erst seit dem 19. Jahrh.; ursprünglich nur lútherisch (über die Betonung vgl. Lyon in den "Beiträgen zur sächsischen Kirchengeschichte", 12. Heft, 1898)."

Wer daher Zugang zu besagtem Periodikum hat, vermöchte vielleicht das Rätsel für uns alle zu lösen... (Von Theologen oder vom tumben Volk in die Welt gesetzt, z.B. wegen des Gleichklangs mit kathólisch?)

Das Wort könnte also Joseph v. Eichendorff (1788-1857) noch zu Ohren gekommen sein und ihn zu folgenden Zeilen (im "Mandelkerngedicht") angeregt haben:

O du stilles, heitres Glück!
Wie ich nun auch heiß mich sehne,
Ach, aus dieser Sandebéne
Führt kein Weg zurück.

Und weil das offenbar großen Anklang gefunden hatte, ließ er sich zu einer Zugabe bewegen ("Sängerleben"):

Ein Gedicht soll ich euch spenden:
Nun, so geht mit dem Leidénden
Nicht zu strenge ins Gericht!
Nehmt den Willen für Gewährung,
Kühnen Reim für Begeistérung,
Diesen Unsinn als Gedicht!
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 26.08.2010 um 02.57 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=97#6776


Ich habe in Sprachgeschichte gelernt, daß Sprache sich manchmal natürliche Dubletten zur Unterscheidung nützlich macht (engl. shirt/skirt; shin/skin). Und ich möchte hier sagen: Lutherisches Denken ist wohl nicht unbedingt immer luthérisches Denken. Weil dies Gespräch hier ja was mit "Vom Deutschen ins Englische und umgekehrt" zu tun haben sollte: Hier in den USA hatte die Einführung der Bezeichnung "Bischof" für eigentlich den Präsidenten einer lutherischen Synode durchaus zur einiger Diskussion geführt. Aber danach gab's hier wohl sogar auch ziemlich schnell lutherische/luthérische/lutheranische Bischöfinnen. (So genau verfolge ich diese Szene hier nicht. Aber wenn ich einen von deren Bischöfen treffe, kann's sein [schließlich gehört er vielleicht zu meinen Brötchengebern], daß ich ihn mit "Your Excellency" anrede. Wenn ich jedoch eine Bischöfin treffe, tue ich das natürlich nicht; 'n bißchen verständnisvoller Humor gehört nämlich auch bei sowas dazu.)
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Reinhard Markner
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 26.08.2010 um 01.54 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=97#6775


Der Glaube versetzt nicht bloß Berge, sondern auch Akzente.
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Wolfram Metz
Den Haag, Niederlande

Dieser Beitrag wurde am 26.08.2010 um 00.55 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=97#6774


Ohne besserwissérisch sein zu wollen: luthérisch ist ja wohl genauso richtig wie chólerisch und hómerisch. Das sehen auch meine bayérischen Freunde so, die dieses Betonungsmuster für sehr erfindérisch, ja halsbrechérisch halten. Allerdings gibt es auch das Wort ä/ethérisch, das zwar von Ä/Ether kommt, in dessen ungewöhnlicher Betonung sich aber die Tatsache spiegeln könnte, daß dieses Adjektiv »in der Bedeutung stark verselbständigt« ist (Kluge) – was wiederum alle Lutheraner, die luthérisch sagen, nachdenklich stimmen sollte.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 25.08.2010 um 22.35 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=97#6772


Zu #6768: Die Betonung ist alt, älter als ich jedenfalls. Sie war meine erste. Ich habe erst später von korrigierenden Lehrern gelernt, daß man nach Luther eben bloß lutherisch ist. Aber diese Lehrer waren selten und bei der einfachen Religionsbezeichnung nicht gerade erfolgreich. Die eigenartige Betonung haben wir wohl, weil einige eben kathólisch sind, andere sind evangélisch, wieder andere anglikánisch, wenn nicht sogar episkopeliánisch, selbst buddhístisch ist man mit Betonung vor dem "isch", — wer wollte bei sowas schon nur noch einfach lutherisch sein?
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Michael Krutzke
Bremen

Dieser Beitrag wurde am 25.08.2010 um 08.02 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=97#6769


Eher weltlich-putzig: buchhaltérisch.
(Ev. Theologen sind auch sonst kreativ. Superintendenten wird gern die Zahl der Silben gekürzt: „Superndent“. Wobei die Honneckersche „Dtschekratscheplik“ in dieser Disziplin unerreicht ist.)
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Reinhard Markner
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 24.08.2010 um 20.22 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=97#6768


Putzig ist auch die Betonung luthérisch, die sich in Theologenkreisen verbreitet hat.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 24.08.2010 um 15.49 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=97#6766


Frei nach Luther: "Fast 200 Gemeinden der luthernischen Kirche haben sich von der evangelisch-lutheranischen Kirche in den USA abgespalten". Sie sähen's anders als die "in der Evangelisch Lutherischen Kirche". (welt.de, 24.8.)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 20.08.2010 um 00.12 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=97#6757


Welt-Online-Englisch mangelhaft ist dem Possessiv sein Tod: "Dabei sind die vier Kellnerinnen aus "Johnnys's Restaurant & Bar" in St. Louis doch einfach nur typisch deutsch – oder etwa nicht?" Dabei ist im Hintergrund des Fotos ein Schild mit durchaus deutlicher Aufschrift "Johnny's Restaurant & Bar" zu sehen. (welt.de, 19.8.)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 23.06.2010 um 09.32 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=97#6534


Weil mir kürzlich in Zeitungen mehrmals das Wort "Geschmäckle" aufgefallen ist und ich es im Wörterbuch nicht finde, hier eine mögliche Übersetzung ins Englische dafür, wenn's sich um einen kleinen negativen Beigeschmack bei etwas handelt: have a little wrinkle.
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Oliver Höher
Braunschweig

Dieser Beitrag wurde am 20.06.2010 um 11.36 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=97#6520


Lieber Herr Achenbach,

ich bin mit Ihrer ausführlichen Unterscheidung fast völlig einverstanden. "Die drei Musketiere" von Dumas dürften neben "Zorro" tatsächlich das bekannteste Beispiel für das Filmgenre "Mantel-und-Degen" sein. Von einem Mantel-und-Degen-Roman würde ich hingegen nicht sprechen. Der Terminus ist mir auch als Romanform unbekannt. Die aktionsbetonten Fechtszenen spielen natürlich im Roman keine solche Rolle wie im Film. Möglich ist, daß der amerikanische Groschenroman "Zorro" den Fechtkünsten breiteren Raum gibt, da als ihr Resultat doch stets das geritzte "Z" zurückbleibt. (Ich muß gestehen, daß ich den Roman nie gelesen habe und auch nur einige der Filme kenne.)

Lady de Winter ist in Dumas' Roman nun freilich Geheimagentin im Dienste Richelieus. Ob das schon ausreicht, um hier "secret agents and espionage" zu sehen, mögen andere beurteilen.

Nun habe ich den Hinweis von Herrn Ludwig so verstanden, daß der Zeitungsschreiber sich in der Formulierung deutlich vergriffen hat. Bei uns besteht ein leichter Dissens, was nun im einzelnen schiefhängt, aber wir sind uns wohl einig, daß die Phrase so nicht zusammenpaßt. Ich habe sie etwas anders interpretiert, und wir müßten nun eigentlich den Autor fragen, um völlige Klarheit zu bekommen.
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Klaus Achenbach
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 20.06.2010 um 07.55 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=97#6519


Ein "Swashbuckler" Roman/Film entspricht im Französischem dem "roman/filme de cape et d'epée", was wiederum vom Spanischen "comedia di capa y espada" (mit etwas anderer Bedeutung) herkommt. Ein Beispiel wären "Die drei Musketiere".

"Cloak-and-dagger" kommt zwar wahrscheinlich aus dem Französischen, bezeichnet im Englischen aber "melodramatic intrigue and action usually involving secret agents and espionage" (Merriam-Webster).

Ob "Mantel und Degen" im Deutschen nun die französische oder die englische Bedeutung hat, ist mir unklar. Jedenfalls würden "Mantel-und-Degen-Spekulationen", nimmt man die englische Bedeutung, im Deutschen in etwa "Spekulationen über geheime/schmutzige Intrigen hinter den Kulissen" bedeuten. Das ist es wohl, was der Autor meint und was im gegebenen Zusammenhang durchaus Sinn ergibt.
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Oliver Höher
Braunschweig

Dieser Beitrag wurde am 19.06.2010 um 13.23 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=97#6516


Ich habe vielmehr den Eindruck, daß weniger "Mantel-und-Degen" (so müßte man es wohl durchkoppeln), als vielmehr die "Spekulation" der Griff daneben ist.

"Mantel-und-Degen" ist meiner Erinnerung nach ein Filmgenre und heißt auf englisch tatsächlich "swashbuckler" – und nicht "coat and dagger". Kennzeichnend für dieses Filmgenre sind die häufigen Degenkämpfe und eben die historischen Kostüme, zu denen auch Mäntel gehören. Spekulationen sind in diesen Filmen selten zu finden, viel eher Intrigen und – bedingt durch den Namen – viel Kampfspektakel. Und genau das hatte der Schreiber hier wohl im Kopf und durch seine Verwechslung bei uns Raum für abenteuerliche Spekulationen gelassen
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 19.06.2010 um 06.25 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=97#6514


Na, ein Degen ist wohl nur schwer als eine "concealed weapon" unterm Mantel mit sich zu führen: "Sicher indes ist, dass das so gut wie sichere Ende der geschäftsführenden Regierung von Jürgen Rüttgers die Gewichte in den Parteien, aber auch für die Bundesregierung erheblich verschieben wird. Weil das so ist, bietet die Kehrtwende viel Stoff für Mantel- und Degen-Spekulationen." (welt.de) Aber: Wo verbirgt sich bei dem Schreiber hier der Bindestrich, der zwischen "und" und "Degen" gehört; denn gemeint sind doch sicher nicht separate Mantelspekulationen (a) und (b) Degenspekulationen. Das ganze Bild übernimmt doch seine Dolchspitze bestenfalls nur vom engl. "coat and dagger".
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 12.06.2010 um 15.27 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=97#6499


Na, bei "Greece" hätten doch wohl einige nachgefragt:
Südkorea 2 : 0 Griechenl.
Argentina - : - Nigeria
(Welt.de, heute)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 05.01.2010 um 23.28 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=97#5824


Na, das sind doch Anglizismen, die in Maschinen-Übersetzung ihren Ursprung haben: "US-Botschaft im Jemen öffnet wieder" und "Ein Polizei-Offizier wurde schwer verletzt." (dpa, 5.1.10) Oder? — Nett aber da "sogenannt" in "Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar hat vor einem voreiligen Einsatz sogenannter Körperscanner gewarnt."
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 16.09.2009 um 07.48 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=97#5369


Zur "Schwäche dieser Formulierung" in Herrn Achenbachs Zitat (#5367): Der hier gemeinte "independent clause" ist der mit der Struktur S-P[-O]. Dem kann also das "INTRODUCTORY ELEMENT" vorgefügt werden, und dem soll dann ein Komma folgen (und nur ausnahmsweise soll keins zu setzen möglich sein). Bei Reagans "There you go again" und Achenbachs "Here I am" zu sagen, "you may sometimes make a decision to leave the comma out", ist kein guter Rat, weil die Entscheidung, es drin zu lassen, eben nie richtig wäre.

Die Beispiele "There goes the train" und "I think, therefore I am" gehören nicht hierher. Das erste hat nicht die Struktur S-P[-O], sondern die dem deutschen parallele (alte) Struktur Adv.-P-S, und mein Beispiel dafür ist immer "Down went the axe." (Moderner ist da also schon des pensionierten Kapitäns Abschiedsausruf "Thar she goes.") Das zweite ist ein Satzgefüge aus zwei Hauptsätzen, jeder mit der Struktur S-P[-O], wo dem zweiten das "INTRODUCTORY ELEMENT" "therefore" vorgefügt wurde. Bei dem könnte ich mir durchaus auch die Schreibung vorstellen: "I think. Therefore: [oder Komma] I am." Sehr dramatisch, aber eigentlich genau das, was gemeint ist, nicht wahr? — Die Sekretärin hat unrecht??? Das sagen Sie ihr mal! "You may" heißt nicht "you must."

(Nebenbei: Die Wendung "to leave the comma out" kommte mir als die richtigere vor. Ich würde meist nicht, ich weiß nicht warum, "to leave out the comma" sagen, aber nicht, weil ich das etwa für falsch hielte. Jedenfalls sagt man ja auch "Leave it out", und nicht *Leave out it. Aber das hat wohl damit zu tun, daß das Satzende eine gute Stelle für was mit hohem Informationswert ist.)
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Wolfram Metz
Den Haag, Niederlande

Dieser Beitrag wurde am 15.09.2009 um 09.49 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=97#5368


Zu #5366:

Lieber Herr Achenbach, »Broccoli Gratin« mit »Gratin« als Bestimmungswort? Das kommt mir doch sehr gewöhnungsbedürftig vor. »Kartoffeln Gratin«?
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Klaus Achenbach
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 15.09.2009 um 07.05 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=97#5367


Lieber Herr Riemer,
allgemein anerkannt ist wohl, daß das Komma bei einzelnene Wörtern wie therefore oder however auch weggelassen werden kann. In dem Buch "Grammatically CORRECT" von Anne Stilman heißt es:
"Exception
If an introductory element is short and the sentence would be quite clear without any breaks, you may sometimes make a decision to leave the comma out.
Finally he got up to leave.
...."
Insofern hat die von Herrn Ludwig zitierte Sekretärin unrecht.
(Nebenbei: Die Wendung "to leave the comma out" kommte mir etwas steif vor. Ich hätte eher, ich weiß nicht warum, "to leave out the comma" gesagt.)

Die allgemeine Regel wird in dem genannten Buch folgendermaßen formuliert:
"WHEN AN INDEPENDENT CLAUSE IS PRECEDED BY ANOTHER ELEMENT, PUT A COMMA AFTER THE INTRODUCTORY ELEMENT
An independent clause may be preceded by a dependent clause, a phrase or a single word."
Die Schwäche dieser Formulierung scheint mir aber zu sein: woher weiß ich, was zum "independent clause" gehört und was nicht? Herr Ludwig weist ja ganz zurecht (sorry: zu Recht) darauf hin, daß manchmal eine Abtrennung gar nicht möglich ist. Weitere Beispiele wären: "Here I am", "There goes the train", "I think, therefore I am".
Also kann das Komma nicht nur, sondern muß manchmal weggelassen werden. Gibt es dafür eine Regel?

Sie haben natürlich auch recht mit dem Hinweis auf den unterschiedlichen Satzbau im Englischen und im Deutschen. Das "introductory element" läßt sich im Englischen häufig (immer?) auch als Ankündigung verstehen, mit der Folge daß das Komma auch durch den Doppelpunkt ersetzt werden könnte, z.B. "Therefore: you must ..." oder "However: you must ...". Würde sich das vielleicht als Faustregel eignen?
Das geht auch im Deutschen: "Deswegen: Sie müssen darauf achten ...", aber eben nicht bei Inversion: "Deswegen müssen Sie darauf achten ...".

Allerdings richtet sich die Wortstellung im Englischen auch nicht so starr nach der Regel "Subjekt, Prädikat". In bestimmten Fällen tritt auch Inversion ein, wie das Beispiel "There goes the train" zeigt. Man kann sagen "Here I am", aber auch "Here am I" - mit gewisser Bedeutungsnuance. Gibt es dafür Regeln?
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Klaus Achenbach
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 15.09.2009 um 04.41 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=97#5366


Zu #5270:
Der Bindestrich bei "Broccoli-Gratin" erscheint mir nicht zwingend. Das hängt davon ab, was man als Grund- und was man als Bestimmungswort ansieht.
"Boroccoli-Gratin" ist ein Gratin, das (der?) mit Broccoli zubereitet wird. "Broccoli Gratin" ist dagegen Broccoli, der als Gratin zubereitet wird. Im zweiten Fall fühle ich mich verführt kleinzuschreiben: "Broccoli gratin" - so wie "Schnitzel natur".
Mir scheint eher, daß bei "Maggi Ernährungs-Tipp" ein Bindestrich zuviel und ein Bindestrich zuwenig ist. Ich würde schreiben: "Maggi-Ernährungstip(p)". Allerdings scheint es mir eine starke Tendenz zu geben, bei Eigennamen auf die Zusammensetzung (mit oder ohne Bindestrich) zu verzichten. Der Eigenname wird gewissermaßen attributiv gebraucht. "Maggi Ernährungstip" erschiene mir deshalb auch noch akzeptabel. Dagegen finde ich es sehr unschön, ohne Not hinter ein Fugenelement einen Bindestrich zu setzen.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 14.09.2009 um 08.28 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=97#5365


Wir sollten nie vergessen, daß unsere Satzzeichen ja Pausen- und Intonationszeichen sind und daß unser Komma ja auf den Schrägstrich zurückgeht und dessen Miniaturausgabe ist. Es zeigt also ganz vernünftigerweise eine Pause an, die keine Satzendepause ist. Wirkliche Mißverständnisse sind auch bei längeren adverbialen Ausdrücken am Anfang meist nicht möglich; aber um ihr Ende vorauszusehen und also flüssig zu lesen, da hilft schon ein Zeichen fürs Auge. Während dem "therefore" dramatisch eine kleine Pause folgen *kann*, ist sie bei Ronald Reagans "There you go again" geradezu unmöglich.

"Einfache" Regeln fördern zwar Selbstsicherheit, aber nur, weil wir nicht immer gleich an alle Fälle denken, die sie erfassen würden. Den gleichen Fehler haben die Rechtschreibreformer gemacht, weil sie nicht wußten, wo ihr Dudenwissen eben was nicht richtig erklärte oder wo sie nicht mal das richtig hatten.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 14.09.2009 um 01.27 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=97#5364


Vielleicht läßt man das Komma nach einzelnen Wörtern wie therefore in relativ einfach gebauten Sätzen auch manchmal weg, wenn kein Mißverständnis möglich ist?
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 13.09.2009 um 17.12 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=97#5363


(Re #5272) Zu Herrn Riemers "(auch wenn sie nur aus einem Wort bestehen) im Englischen immer mit Komma abgetrennt": Das ist die "Regel", und wer sich daran hält, kann nichts falsch machen, weil er ja die "Regel" dazu zitieren kann. So sagte mir mal ein Kollege aus der Englischabteilung, ich brauchte nach einem meiner "therefore" am Anfang kein Komma zu setzen. Die Sekretärin da zitierte mir jedoch auf die gleiche Frage gleich den von Herrn Riemer zitierten Satz.

Das mit dem Komma bei einer vernehmbaren Pause ist aber sehr gut: Es setzt in der Verschriftung das "topical subject" vom "grammatical subject" ab (im Japanischen unterscheiden die Postpositionen "wa" und "ga" die beiden voneinander). Da im Deutschen mit Hilfe des (älteren) Endungssystems das grammatische Subjekt leichter identifiziert werden kann (jedenfalls eher, wobei auch der Sinn des Satzes natürlich hilft), braucht das "topical subject" keine besondere Hervorhebung durch Pause. Aber gute Journalisten wissen natürlich: Das, worum's geht, zuerst! (und sie müssen nicht erst übers Englische was Wichtiges lernen und es dann im Deutschen falsch anwenden).
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 13.09.2009 um 16.40 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=97#5362


Welt.de-Übersetzung der "höllischen Worte" der schlechten Verliererin S. Williams: „Bei Gott, ich schwöre, dass ich dir einen dieser verdammten Bälle in den Hals schiebe. Ich schwöre es.“ (www.welt.de)
Dazu: a. Ein Fluch ist kein Schwur. Und was S. Williams wirklich gesagt hat, ist b: "If I could, I would take this ... ball and shove it down your ... throat", wobei die drei Pünktchen, die unsere Regionalzeitung hier höflichst für Ausgelassenes setzt, für das Präsenspartizip eines auch im deutschen Sprachraum sehr bekannten F-Wortes stehen.
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Stephan Lahl
Hemhofen

Dieser Beitrag wurde am 26.08.2009 um 11.17 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=97#5288


Könnte sein. Wobei sich der Fehler aber inzwischen selbständig gemacht hat. Mir ist er inzwischen auch schon öfter passiert.
Das gefühlte Komma, purzelt hinter komplexe Nominalphrasen am Satzanfang, vielleicht, weil Schreiber dort oft eine kurze Pause machen, um den Rest des Satzes zurechtzustöpseln.
Dieses falsche Komma, sieht nicht nur seltsam aus, sondern nervt auch, wenn man es selbst gesetzt hat...
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 22.08.2009 um 22.21 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=97#5272


Im Englischen würde dort m.E. ein Komma gesetzt. Soweit ich weiß, werden Adverbialbestimmungen am Satzanfang (auch wenn sie nur aus einem Wort bestehen) im Englischen immer mit Komma abgetrennt. Das liegt an der unterschiedlichen Wortstellung: Subjekt, Prädikat, Objekt. Auf englisch wäre die Reihenfolge ja etwa so:
Bei Verwendung von frischem Broccoli, dieser muß vorgekocht werden ca. 5 Min.
Würde man hier kein Komma setzen, so wäre der Satz schwerer lesbar, und manch andere Fälle würden sogar zweideutig oder sehr unverständlich.

Ich könnte mir schon vorstellen, daß das Englische das falsche Komma im Deutschen manchmal mit verursacht.
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Rominte van Thiel
Röttenbach

Dieser Beitrag wurde am 22.08.2009 um 14.12 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=97#5270


In den letzten Jahren fällt mir eine Art von Kommasetzung auf, die früher - so meine ich - keinem Deutschen eingefallen wäre. Einerseits läßt man oft sogar bei Relativsätzen das Komma weg, im Glauben, so etwas sei wohl der Reform entsprechend. Andererseits findet man zuhauf Beispiele wie dieses:
"Broccoli Gratin
Bei Verwendung von frischem Broccoli, muss dieser ca. 5 Min. vorgekocht werden."
(Maggi Ernährungs-Tipp)
(Den Bindestrich bei Broccoli-Gratin scheint man für entbehrlich zu halten.)
Meine Frage: Geschieht das unter dem Einfluß des Englischen? Würde überhaupt im Englischen hier ein Komma gesetzt, oder wäre die Formulierung sowieso anders?
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 06.07.2009 um 17.16 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=97#5137


Präpositionen, Präpositionen / sind das schwerste auf der Welt
"'We were in the plane, ready for take-off, when he announced there was a technical problem and that an engineer might have to be flown out from Manchester to fix it,' he said." (news.bbc.co.uk)
Ich würde hier amerikanisch und überhaupt sagen: "be flown in from Manchester", aber ich verstehe natürlich auch so gleich, was hier gemeint ist. Klar reicht "from" schon, um die Idee des zusätzlichen (noch Adverbs) "out" hier auszudrücken, aber seien wir nie so unerzogen selbstsicher bei anderer Wahl der Präpositionen; ihr muttersprachlicher Gebrauch kann von Landschaft zu Landschaft und von einem Jahrzehnt zum andern verschieden sein.
Der unterhaltsame Artikel ist übrigens auch sonst ganz lesenswert; er endet mit: "It was reassuring to know the person who had fixed it was still on the aeroplane. What are the odds of something like that happening?" Wie schön wäre es, wenn unsere Rechtschreibverbesserer alle alles selbst sicher schrieben, statt nur selbstsicher herumzureden.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 09.10.2008 um 22.50 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=97#4034


>>Larry King: Sind die Mädchen involviert?
[Mrs.] Obama: Nein
Larry King: Eine Zehnjährige könnte es aber sein.
[Mrs.] Obama: Na klar, sie wissen, was passiert, aber involviert? Ich glaube, wir haben es so hinbekommen, dass sie nicht involviert sind, [...]<< (www.welt.de [9.10.08])
Das mit einer Menge, was die RSR verlangt oder zuläßt, — nicht gerade eine Hilfe für die Kinder, die durch Zeitunglesen was dazulernen wollen.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 29.06.2008 um 10.09 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=97#3543


Hier auf die schnelle was zur Informationsvermittlung vom Englischen ins Deutsche: "Gay läuft bei US-Trails 100 Meter in 9,77 Sekunden" (dpa-Meldung im Newsticker bei SZ.de und Welt.de). Gemeint sind sicher die "trials".
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Peter Henkelmann
Rockenhausen

Dieser Beitrag wurde am 03.01.2007 um 23.25 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=97#1264


Ich bin gerade dabei, einen linguistischen Text vom Deutschen ins Englische zu übersetzen. Dabei muß ich immer wieder feststellen, daß manche deutschen Wörter und Phrasen des öfteren einfach unter den Tisch fallen müssen. Das Pronominaladverb >dabei<, mit dem man so schön etwas anknüpfen kann, ist z.B. ein solcher Fall. Bei >wobei< kann man immerhin auf das Gerundium zurückgreifen.

Aber vor allem ist es schwierig, alle Adverbiale, die man in einen deutschen Satz einbauen kann, im englischen Satz unterzubringen. Ganz zu schweigen von der Kodierung der Informationsstruktur duch die Wortstellung.

Es würde mich mal interessieren, welche grammatikalischen Kategorien, Wörter, Konstruktionen usw. wegfallen müssen, wenn man englische Texte ins Deutsche übersetzt ...
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