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»Darf man so sagen – oder schreiben?«


Beiträge zum Thema

»Journalistendeutsch
Eigenheiten von Medientexten«

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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 25.04.2016 um 09.38 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#11351


Journalistische Absicherung mit Konjunktiv II und allem möglichen: "Santiago de Chile (dpa [heute]) - [...] Die Überreste [des 1973 verstorbenen Literaturnobelpreisträgers Pablo Neruda] waren 2013 exhumiert worden, um die bisher unklare Todesursache zu klären. [...] Es gab den Verdacht, dass er vergiftet worden sein könnte." Der *Verdacht, daß er vergiftet wurde*, wäre doch eigentlich schon der Begründung genug gewesen.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 09.08.2015 um 18.29 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#11121


Dazu postete die frischgebackene Mutter [Fernsehmoderatorin Johanna Klum] ein Foto, wie sie ihr Baby im Arm hält.
(MM, 14.7.2015, S. 13, dpa)

Abkürzung für
'ein Foto, das zeigt / auf dem zu sehen ist, wie sie ihr Baby im Arm hält'
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 15.07.2015 um 23.42 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#11108


Sowas kommt raus, wenn Journalisten nicht wissen, wie man richtig indirekt zitiert: "Berichten zufolge sollen sich gewaltbereite Autonome unter die zunächst friedlichen Demonstranten gemischt." (derNewsticker.de, heute)
Mir und jedem Richter hätte hier nach "Berichten zufolge" sogar einfach das Plusquamperfekt genügt.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 22.05.2015 um 00.01 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#11064


DTS-Meldung vom 21.05.2015, 14:49 Uhr: "Die Täter flüchteten mit dem geraubten Golf und dem 27-jährigen Mann in Richtung Goch, wo sie verunfallten.[/] Anschließend flüchteten die Beteiligten zu Fuß." - Die Täter taten mit dem geraubten Golf auf ihrer Flucht in Richtung Goch W A S ?
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 24.04.2015 um 16.16 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#11046


dpa indirekt klar so bald wie möglich rasch: "Riga (dpa [heute]). Der griechische Finanzminister Gianis Varoufakis sieht Fortschritte in den Gesprächen mit den internationalen Geldgebern. [...] Beide Seiten seien entschlossen, so bald wie möglich zu einer raschen Einigung zu kommen."
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 02.01.2015 um 23.01 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#10931


Neue Rechte marschiert
Ob sich Alexander Gauland, der als "Beobachter" Mitte Dezember bei einem Pegida-Aufmarsch dabei war, angesehen hat, wer da alles mitmarschiert und den Ton angibt? ... Er macht das Ressentiment gegen "die da oben", gegen die "Lügenpresse" ... salonfähig ...

(Michael Hanfeld, FAZ, 2.1.2015, Seite 11)

In Dresden "marschiert" niemand. Aber warum schreibt Herr Hanfeld es dann? Warum bezahlt ihn die FAZ für sowas? Offenbar sollen Assoziationen geweckt werden, der Leser soll manipuliert werden. Kluge Köpfe? Ja, doch noch einige, da brauchen sie sich bei der FAZ über das Wort Lügenpresse nicht zu wundern.
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Robert Roth
Gau-Algesheim

Dieser Beitrag wurde am 01.09.2014 um 20.52 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#10849


"Im Gespräch erschießt er den zuständigen Sachbearbeiter, der kurz darauf stirbt."
Früher war man das von Bild gewohnt.
Heute steht so ein Stuß in faz.net.
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Robert Roth
Gau-Algesheim

Dieser Beitrag wurde am 30.08.2014 um 07.34 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#10843


Letztmals zurück zum "nördlichen Mittelmeer". [Ich war eine Weile außer Gefecht].
Na, dann ist ja alles gut.
Dank an Herrn Metz für die prägnanten Aussagen.
Aus mir sprach der Nautiker.
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Klaus Achenbach
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 02.08.2014 um 18.45 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#10813


"Rute raus, der Spaß beginnt!"

So heißt eine Serie beim NDR – und das auch noch im Nachmittagsprogramm, wenn die Kinder zuschauen!
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Reinhard Markner
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 01.08.2014 um 00.31 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#10804


Rainer Hermann scheint seit einiger Zeit in der F.A.Z. zu versuchen, den Begriff »Mittlerer Osten« durchzusetzen. Was damit außer einer Angleichung an die englische Terminologie und damit zugleich an die alles dominierende Berichterstattung in dieser Sprache gewonnen wäre, bleibt einigermaßen unklar. Vielleicht will er ja damit ausdrücken, daß uns dieser Raum stetig ferner und fremder wird.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 31.07.2014 um 11.30 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#10803


Lieber Herr Metz,
Ihren letzten Beitrag finde ich gut, ich kann mich damit im wesentlichen einverstanden erklären. Vielleicht nur noch dazu, daß ich "nördliches Mittelmeer" nicht mit dem Ligurischen Meer gleichsetzen würde. Ich glaube, das Tief ist mit seinem Zentrum tatsächlich auch zumindest über den Golf von Lyon, das Ligurische Meer und die nördliche Adria gezogen, weshalb ich eben dafür den summarischen Ausdruck "nördliches Mittelmeer" für nicht ganz schlecht halte.

Ich will ja auch keine neue Topographie des Mittelmeeres erfinden. Im ersten Zitat von Herrn Roth ist der Ausdruck wirklich nur schmückendes Beiwerk, also nichtssagend. Auch ich stimme daher der Kritik von Herrn Roth im Kern zu und wollte nur genau gegen die, wie Sie sagen, apodiktische Auslegung argumentieren.
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Wolfram Metz
Den Haag, Niederlande

Dieser Beitrag wurde am 31.07.2014 um 03.53 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#10802


Diese Einwände hatte ich erwartet: Tiefdruckgebiete sind größer als ihr Zentrum; aus meteorologischer Sicht ist es relevant, ob sich ein Tief über eine Landmasse oder über das Meer bewegt; was spricht gegen die Klarstellung, daß das Tief über die nördliche statt über die südliche Hälfte des Mittelmeeres gezogen ist? Da mein Beitrag schon lang genug war, bin ich absichtlich nicht vorab darauf eingegangen. Nun denn …

In mehr oder weniger präzisen Beschreibungen der Zugbahn eines Hochs oder Tiefs, wie sie uns hier begegnen, jedenfalls offenbar beabsichtigt waren – d. h. wenn es nicht nur darum geht festzustellen, daß etwa ein Hoch »über Mitteleuropa« liegt oder sich »von der Nordsee nach Skandinavien« verlagert –, orientieren sich die Meteorologen zu Recht an dessen Zentrum, denn sonst müßten sie sich angesichts der oft beeindruckenden geographischen Ausdehnung solcher Druckgebilde allzuoft mit wenig aussagekräftigen Begriffen wie West- und Osteuropa begnügen.

Natürlich ist es meteorologisch relevant, ob Luftmassen über dem Meer mit Feuchtigkeit angereichert werden oder über Land »austrocknen«, aber das spricht doch nicht dagegen, das jeweilige Meeresgebiet mit den üblichen (und hier zudem informativeren) Bezeichnungen zu benennen.

Wenn man sich die tatsächliche Verlagerung des Tiefkerns an den einzelnen Tagen vor und nach der Station »nördliches Mittelmeer« (= Ligurisches Meer) auch nur grob vergegenwärtigt, wird einem sofort klar sein, daß er am 11. August nicht über Kreta gelegen haben kann. Ich wollte mit diesem extremen Beispiel deutlich machen, wie verwirrend der Zusatz »nördlich« hier ist. Sehen wir einmal von der irreführenden Angabe »Balkan« ab, so käme ich nicht im Traum darauf, daß das Tief zwischen der Zone »südlich an den Alpen vorbei« und der Station »Polen« schnell noch eine Stippvisite bei den Balearen oder im Ägäischen Meer (oder gehört das schon zum südlichen Mittelmeer?) gemacht hat. Ich würde daher ohne die Angabe »nördliches Mittelmeer« davon ausgehen, daß das Tief von Südfrankreich über das Ligurische Meer und Oberitalien nach Polen gezogen ist. Erst durch ebendiese Angabe fange ich an, darüber nachzugrübeln, ob das Tief nicht vielleicht doch viel weiter südlich, z. B. über Neapel, ost- und dann nordwärts gezogen ist. Ein Hoch, das von Spanien über die Biskaya nach England zieht, hat bei der Passage der Biskaya gewiß den »östlichen Atlantik« überquert, aber ist es klug und angemessen, das so auszudrücken??

Meines Erachtens hat Herr Roth in seinem Beitrag #10796 das Wesentliche gesagt. Die Formulierungen »abwegig« und »gibt es nicht« mögen etwas überspitzt oder auch apodiktisch wirken und zum Widerspruch reizen, im Kern halte ich seine Kritik aber für zutreffend. Dies um so mehr, als er sich auf die Aussage bezogen hatte, das Wrack der »Costa Concordia« sei durch das »nördliche Mittelmeer« von A nach B transportiert worden.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 31.07.2014 um 01.40 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#10801


Die Genauigkeit der Bahndaten hatte ich nicht überprüft, denn sie spielt für die hier diskutierte Frage, ob "nördliches Mittelmeer" unter bestimmten Umständen ein sinnvoller Begriff sein kann, gar keine Rolle. Tiefs sind auch keine punktförmigen Gebilde, die sich ggf. genau entlang einer Landesgrenze bewegen, sondern haben Durchmesser von mehreren hundert bis über tausend Kilometern. Daher finde ich es durchaus angemessen, nur grob die wichtigsten Länder und Gebiete zu nennen, die das Tief überquert oder gestreift hat, auch den Balkan. Vielleicht wären Österreich oder Tschechien treffender gewesen als der Balkan, aber darum geht es ja nicht.

Da es schon "südlich an den Alpen vorbei" heißt, hätte man "ins nördliche Mittelmeer" ohne großen Informationsverlust weglassen können. Man hätte aber auch die Alpen weglassen können, dann wäre die Nennung des nördlichen Mittelmeeres gar nicht so überflüssig gewesen.

Gerade für ein Tief ist das Meer wesentlich, weil es dort Wasser aufnimmt. Es geht schließlich um einen Hochwasserbericht. Der schmale Landstreifen der italienischen Halbinsel, der die Adria vom Ligurischen, Tyrrhenischen und Balearischen Meer abtrennt, ist hier ziemlich unwichtig. Alle vier kann man meiner Meinung nach besonders in diesem Zusammenhang sehr gut zum nördlichen Mittelmeer zusammenfassen, welches das Tief überquert hat. Und natürlich, lieber Herr Metz, wieso finden Sie das so seltsam, steckt auch die Information darin, daß das Tief nicht noch weiter nach Süden gewandert ist.

Im allgemeinen wird selten vom nördlichen Mittelmeer gesprochen, das ist klar und leicht einsichtig, auch bei Wikipedia findet man nur eine Einteilung in ein westliches und ein östliches. Aber daß der Begriff "nördliches Mittelmeer" überhaupt nicht existiere oder ganz und gar unsinnig sei, das geht mir entschieden zu weit. Gerade im zitierten Satz ist er sinnvoll einsetzbar.
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Wolfram Metz
Den Haag, Niederlande

Dieser Beitrag wurde am 30.07.2014 um 21.55 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#10800


Welche Information soll denn die Angabe »ins nördliche Mittelmeer« hier enthalten? Daß das Tief nicht auch noch einen Schlenker über Kreta gemacht hat? Ein Tief (= Tiefzentrum), das sich von Frankreich »südlich an den Alpen vorbei« in östlicher Richtung bewegt, kommt nicht umhin, auch Teile des Mittelmeeres zu überqueren. Ich finde die Angabe eher verwirrend als anschaulich. Sie täuscht Genauigkeit nur vor und läßt den Leser ratlos zurück.

Wo war denn nun das Tief am 11. August 2002? Laut Deutschem Wetterdienst über dem Ligurischen Meer. Damit kann ich etwas anfangen. Wenn man sich die Zugbahn des Tiefs in Abb. 3 einer DWD-Veröffentlichung zum Elbhochwasser von 2002 anschaut, sieht man, daß auch die Angabe »Balkan« in der zitierten Meldung der Unwetterzentrale völlig verunglückt ist, denn gemeint ist offenbar die italienisch-slowenische Grenze und damit der alleralleräußerste Nordwestzipfel des Balkans.

Die Nennung der beiden Stationen »nördliches Mittelmeer« und »Balkan« verleitet zu den schönsten Spekulationen darüber, welche Bahn das Tief zwischen Frankreich und Polen (auch dies ungenaue, aber hier ausreichend genaue Bezeichnungen) genommen hat. Wenn man auf einer Europakarte gedanklich die Umrisse aller genannten Stationen einzeichnet: ganz Frankreichs, der Nordhälfte des gesamten Mittelmeers (Gebiet nördlich der Linie Valencia–Beirut?, der Linie Straße von Gibraltar–Rhodos?), des gesamten Balkans und ganz Polens, so erkennt man sofort, wo der Hase im Pfeffer liegt.

Eine Gliederung des Mittelmeers in Nord und Süd drängt sich beim Betrachten seiner Umrisse wahrlich nicht auf. Natürlich kann man jedes x-beliebige Gebiet irgendwie in eine Nord- und eine Südhälfte einteilen und dann vom »nördlichen Gebiet X« sprechen. Die Frage ist nur, ob es auch zweckmäßig ist.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 30.07.2014 um 10.29 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#10799


Das Tief zog von Frankreich (Samstag, 10.08.2002) südlich an den Alpen vorbei ins nördliche Mittelmeer (Sonntag, 11.08.2002), weiter zum Balkan (Montag, 12.08.2002), nach Polen (Dienstag, 13.08.2002) und in Richtung Ukraine ab (Mittwoch, 14.08.2002).

(http://www.unwetterzentrale.de/uwz/226.html zum Hochwasser 2002)

Das ist sehr anschaulich und deutlich beschrieben, man hat den leichten Bogen, den das Tief nimmt, auch ohne Karte direkt vor dem geistigen Auge.
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Robert Roth
Gau-Algesheim

Dieser Beitrag wurde am 29.07.2014 um 21.49 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#10798


Das Tief zieht ins "nördliche" Mittelmeer.
Jetzt wissen wir Bescheid!
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 29.07.2014 um 20.26 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#10797


Die Zahlen von Google-Fundstellen
"westliches Mittelmeer" 201000
"östliches Mittelmeer" 173000
"nördliches Mittelmeer" 50200
"südliches Mittelmeer" 8550
bestätigen, was Sie meinen, lieber Herr Roth, aber "abwegig" und "gibt es nicht" werden m. E. klar widerlegt.

Die Anzahl Fundstellen für "nördlich" beträgt immerhin rund ein Viertel der Fundstellen für "westlich" oder "östlich".
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Robert Roth
Gau-Algesheim

Dieser Beitrag wurde am 29.07.2014 um 08.51 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#10796


Westliches und östliches Mittelmeer sind entsprechend der Ost-West-Ausdehnung des Mittelmeers, auch Mittelländisches Meer genannt, in Nautik, Geographie, Meteorologie und Reiseführern gebräuchliche Bezeichnungen.
"Nördliches Mittelmeer" ist für denjenigen, der die Topographie des Mittelmeers mit seinen nördlichen "Randmeeren" nur einigermaßen im Kopf hat, eine abwegige Bezeichnung.
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Reinhard Markner
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 28.07.2014 um 23.55 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#10795


Also ist das eigentlich Tadelswerte die verschmockte Bezeichnung »ligurische Hafenstadt«.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 28.07.2014 um 23.29 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#10794


Mag sein, daß sie das will, aber nicht mit diesem Satz. Denn kurz davor steht schon sehr ausführlich "Giglio. ... wurde das vor zweieinhalb Jahren vor der Toskana-Insel gesunkene Kreuzfahrtschiff von Schleppern auf den Weg nach Genua gebracht ... zehn Schiffe begleiten den Transport auf der gut 350 Kilometer langen Strecke in die ligurische Hafenstadt." Mit dem "nördlichen Mittelmeer" wollte dpa bzw. das Hamburger Abendblatt einfach eine Wiederholung vermeiden. Alles Wasser des Mittelmeeres, das nördlich vom Mittelpunkt des Mittelmeeres (etwa in Höhe der Stiefelspitze) liegt, also auch das Ligurische Meer, kann man wohl zum nördlichen Mittelmeer rechnen.
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Roger Herter
Basel

Dieser Beitrag wurde am 28.07.2014 um 22.08 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#10793


Die von Herrn Roth zitierte Meldung will doch informieren, wo sich das Schiff gerade befindet. Als Lagebezeichnung eignet sich "nördliches Mittelmeer" nun aber denkbar schlecht, denn damit könnte ebensogut das Adriatische Meer gemeint sein (das sich mit der Oberen Adria sogar weiter gegen Norden erstreckt als das Ligurische Meer).
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 28.07.2014 um 18.20 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#10792


Kann man nicht den nördlichen Teil des Mittelmeeres als nördliches Mittelmeer bezeichnen, genauso wie man es beim südlichen Schwarzwald usw. tut? Da steht ja schließlich nicht Nördliches Mittelmeer, das gäbe es tatsächlich nicht.
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Robert Roth
Gau-Algesheim

Dieser Beitrag wurde am 23.07.2014 um 17.50 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#10780


Der Kreuzfahrtriese soll sich mit einer Geschwindigkeit von etwa zwei Knoten (3,7 Stundenkilometer) durch das nördliche Mittelmeer bewegen.
(hamburger) abendblatt.de

Ein "nördliches" Mittelmeer gibt es nicht. Gemeint ist das Ligurische Meer.
Und das Blatt nennt sich Hamburger Abendblatt.
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Reinhard Markner
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 20.07.2014 um 19.42 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#10777


»o Seleção« (Claudia, äh, Claudius Seidl, F.A.S., 20. 7. 2014).
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Paul Westrich
Kusterdingen

Dieser Beitrag wurde am 10.07.2014 um 19.49 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#10763


Wer kann mir auf die Sprünge helfen? Wie kommen Journalisten dazu, von Halbfinals zu reden und zu schreiben, wo es doch in der Einzahl das Finale und in der Mehrzahl die Finale heißt. So wie im Italienischen auch. Sie spechen Halbfinals so aus, wie man es schreibt. Sie sagen ja nicht "semi-finals" wie im Englischen. Was mich allerdings wundert ist die Tatsache, daß bei duden.de steht: "das Finale; Genitiv: des Finales, Plural: die Finale, im Sport auch: Finals"
Das ist doch unlogisch. Im gleichen Text verwenden die Schreiber ja neben Halbfinals durchaus regelmäßig "das Finale" und nicht "das Final" oder "der bzw. die Final". Jedenfalls habe ich in den letzten Tagen in Beiträgen mehrerer Redaktionen immer neben "Halbfinals" noch "Finale" gelesen.
Im gedruckten Duden finde ich dann noch "der Final, schweiz. für Finale" und unter dem Plural von Finale noch "oder Finals (franz.)." Im Französischen heißt es aber "la finale" bzw. "les finales" und nicht "la final" bzw. "les finals". Setzt sich da möglicherweise das Schweizerische durch oder ist es doch ein Anglizismus?
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Reinhard Markner
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 05.07.2014 um 12.34 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#10752


Selbst wenn er geschrieben hätte Am Ende gewann das Team, das nun der Gegner der deutschen Mannschaft sein wird, wäre das immer noch eine ärgerliche Plattheit.
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Robert Roth
Gau-Algesheim

Dieser Beitrag wurde am 05.07.2014 um 10.09 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#10751


Am Ende gewann mit Brasilien jenes Team mit 2:1 (1:0), das diesen Weg noch konsequenter ging als Konkurrent Kolumbien - und nun der deutsche Gegner im Halbfinale am DIenstag sein wird.
Tobias Escher in welt.de
Das ist eigentlich kein Journalistendeutsch, sondern miserables Deutsch.
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 09.01.2014 um 12.38 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#10552


Die wilden Hunde haben etwas Demütiges an sich. Den Schwanz oft eingezogen, sieht man ihnen an, dass sie hier höchstens geduldet werden.

faz.net, 13. Dezember 2013
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Robert Roth
Gau-Algesheim

Dieser Beitrag wurde am 17.09.2013 um 07.51 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#10446


Davutoglu klang fast kriegerisch, als er verkündete, niemals werde sich fortan ein Land erfrechen, den türkischen Luftraum zu verletzten. Die Türkei habe Syrien "bestraft".
welt.de
Kursiv von mir.
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Tanja Gerber
Olten

Dieser Beitrag wurde am 24.07.2013 um 22.15 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#10345


NZZ / Schweiz / 23.07.2013 / 17.14 Uhr

Experten bemängeln Wissenslücken
Pflege-Migration

Das Leben im eigenen Haus ist, bzw. mag der Traum vieler Personen sein.

Seit längerer Zeit stolpere ich nun über das "zu hause" anstelle von "zu Hause". Sehr ärgerlich, erst recht im gleichen Artikel.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 22.07.2013 um 23.12 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#10340


dpa doch wohl mit nur recht schwacher Beherrschung des Passivs gestern 22:30: "Sohn von Herzogin Kate und Prinz William geboren".
Das kann derNewsticker.de 'ne Viertelstunde später und gemäß altem Schulrat denn doch etwas besser: "Großbritannien: Herzogin Catherine bringt Jungen zur Welt".
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 22.07.2013 um 09.49 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#10339


«Sobald die neue EU-Datenschutzverordnung in Kraft tritt, gebe es eine "europäischen Firewall gegen rechtswidrige Überbegriffe von Unternehmen und Behörden auf die Daten von EU-Bürgern".» (derNewsticker.de, heute). — Schwer, in einen Satz hineinzuzitieren, nicht wahr, besonders wenn man Geschlechtsschwierigkeiten hat, die man hier doch wegen der Existenz des deutschen Wortes "Wall" nicht haben sollte. Und daß Verordnungen "Überbegriffe" wie ein *Firewall* verhinderten, ist auch nicht richtig. Sie verbieten wohl derartiges, aber trotzdem vorkommen könnten sie schon, nicht wahr? Denn was tun souveräne Staaten nicht alles doch!
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 10.07.2013 um 21.08 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#10321


Eine Teilnehmerin [an einer Tagung an der Universität Bamberg] berichtete von einem Experiment: Sie hatte einen Text verfasst und bat Kollegen [Deutschlehrer] um dessen Korrektur; 22 potenzielle sprachliche Fehler hatte sie eingebaut. Die Kollegen fanden 56. (SZ, 10.7.13, S.11)

Wie baut man potentielle Fehler ein? Ich glaube, das kann nur gelingen, wenn man selbst nicht genau weiß, ob es Fehler sind. Oder es liegt halt am Verfasser des Artikels.
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Urs Bärlein
*

Dieser Beitrag wurde am 08.07.2013 um 13.47 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#10317


Der Journalist hat die Pressemeldung der Polizei unredigiert übernommen. Das geht nicht nur aus der Feststellung hervor, der VW-Bus sei ordnungsgemäß geparkt gewesen, für welchen Umstand sich allenfalls die Versicherung interessiert, sondern auch aus der Nennung der Automarken. Die Frage müßte also lauten: "Woher weiß die Polizei, daß der Verursacher den Unfall mitbekommen hatte?" – Keine Ahnung. Vielleicht hat sie ihn gefragt, und er hat es ihr gestanden? Unter dem Schock des Ereignisses, konfrontiert mit einer erdrückenden Beweislast und beim Anblick von Uniformträgern sagen die Leute manchmal Sachen, die unvorteilhaft für sie sind.

Die eigentliche Nachricht steht sowieso zwischen den Zeilen. Übers Wochenende war in Mannheim so wenig los, daß der Sachbearbeiter Öffentlichkeit in der zuständigen Polizeidirektion sich bemüßigt fühlte, einen Bagatellunfall an die Lokalzeitung weiterzureichen. Deren Redakteur wiederum hatte mit einer solchen Ereignisarmut nicht gerechnet und deshalb zuviel Platz für Meldungen freigelassen, so daß er sich genötigt sah, seine Leser mit der Bagatelle zu behelligen. Variante: Der Sachbearbeiter hat das Verhalten des Zeugen als vorbildlich erkannt, und der Redakteur war sich nicht zu schade, Druckerschwärze und Papier für eine volkspädagogische Übung zu opfern.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 08.07.2013 um 11.38 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#10316


... streifte ... der Fahrer eines weißen Ford mit seinem Außenspiegel den Außenspiegel eines ordenungsgemäß geparkten VW Busses. Obwohl am Außenspiegel des VW Busses das Glas aus dem Gehäuse gerissen und auch der Lack an der Fahrertür beschädigt wurde, entfernte sich der Ford-Fahrer. Den Unfall hatte neben dem Ford-Fahrer auch ein Zeuge mitbekommen und sich das Kennzeichen des Flüchtenden notiert. So konnte dieser an seiner Wohnanschrift ermittelt werden. Er wird nun wegen Unerlaubtem Entfernen vom Unfallort zur Anzeige gebracht. (MM, 8.7.13, S. 17)

Woher weiß der Journalist, daß der Fortfahrer den Unfall mitbekommen hatte? Genau das wird dieser bestimmt abstreiten, und der Richter wird es klären müssen.
Der Zeuge hatte ihn jedenfalls mitbekommen, logisch, sonst wäre er ja kein Zeuge.
Etwas zur Anzeige bringen statt einfach etwas anzeigen ist schon schlimmstes Amtsdeutsch, aber jemanden zur Anzeige bringen geht im Gegensatz zu jemanden anzeigen gar nicht.
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Robert Roth
Gau-Algesheim

Dieser Beitrag wurde am 26.06.2013 um 00.15 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#10294


lebensverpartnert
taz über Ole von Beust
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 19.06.2013 um 08.42 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#10285


Als Inhaber einer gültigen BahnCard Kreditkarte verfallen Ihre Prämienpunkte nicht

Werbeschreiben der DB Fernverkehr AG, 17. 06. 2013
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 29.05.2013 um 18.09 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#10245


Ja, "über die Ampel gehen" ist wohl umgangssprachlich, aber schön ist hier auch, daß man bei Rot verhaftet wird, während man sich bei rot noch einen Scherz leisten kann.
Ähnlich gelagert sind die Fragen, ob man Ja oder ja sagt, ob man bis Drei oder bis drei zählt, ob man lieber zu Arm oder zu reich gehört usw. Meiner Ansicht nach gibt es für eine Substantivierung in allen diesen Beispielen keinen Grund. Aber die "Reform" braucht ja bekanntlich keine besonderen Gründe.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 29.05.2013 um 17.26 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#10244


Wie welt.de (heute) hinsieht und darüber schreibt: "Der Maler Markus Lüpertz wurde in Düsseldorf verhaftet, weil er bei Rot über eine Ampel gegangen sein soll." Ja, wenn die da so liegt, daß man drüber weggehen kann, dann reguliert die doch gar nichts mehr. "«Wollen sie mich erschießen, weil ich bei rot über die Ampel gegangen bin?», habe er sie gefragt", steht auch da und soll wiedergeben, was der Maler die Polizistin gefragt hat.
Zusatz hier am 8.6.: "Und hat es sie weitergebracht?" Gemeint ist *Sie*. Auch dieser welt-de-Artikel (www.welt.de/kultur/kunst-und-architektur/article116915197/Besser-ein-reicher-Kuenstler-sein-als-ein-armer.html) hat was mit Malerei zu tun. Vielleicht sieht deren Rechner bei Malern was nicht ganz richtig.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 21.05.2013 um 21.23 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#10239


"Im bayrischen Landkreis Eichstätt ist am Dienstagmittag der Pilot eines Segelflugzeuges ums Leben gekommen. [...] Kurz nach dem Start, die Maschine war nur wenige hunderte Meter geflogen und befand sich in etwa 30 Meter Höhe, stürzte das Segelflugzeug senkrecht zu Boden." (derNewsticker.de, heute) — Gilt ein Segelflugzeug als Maschine?
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 21.05.2013 um 10.02 Uhr eingetragen.
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Der Film über das Leben des Holocaust-Überlebenden läuft ganz bewusst außerhalb des Wettbewerbs.

faz.net, 20. Mai 2013
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 24.04.2013 um 18.09 Uhr eingetragen.
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Das "Süddeutsche Zeitung Magazin", Beilage der SZ vom 19.4.13, schreibt, daß zwei Studenten mit Computern Pi auf 10 Billionen Nachkommastellen berechnet haben, neuer Weltrekord. Wenn man das komplett als Buch herausgeben wollte, ich habe es mal grob überschlagen, würde es 3 Millionen dicke Bände füllen, die eine 1km lange, 40m hohe Bücherwand ergäben.

Der Artikel ist im Stil einer Abenteuergeschichte geschrieben, als ginge es um die Erstbesteigung eines hohen Berges oder um eine Expedition tief ins Weltall. Besondere Ziffernkombinationen werden zu Basislagern und Landmarken vor der Unendlichkeit, nur die Mathematik bleibt dabei auf der Strecke.

Konstanten sind Zahlen, die sich einer endgültigen Deutung entziehen. ... In der Welt der Zahlen, in der sonst so strenge Gesetze herrschen, sind Konstanten der Wilde Westen.
Der Autor weiß offenbar nicht, wovon er spricht. Mit Konstanten meint er hier irrationale Zahlen.

Manche Konstanten sind transzendent. So heißen Zahlen, die sich nicht mit Algebra fangen lassen – es gibt keine Gleichung aus einer endlichen Anzahl von ganzen Zahlen, deren Ergebnis der Konstante auch nur nahe käme.
Auch nur nahe käme? Man kann sich jeden beliebig kleinen Abstand aussuchen, ein Millionstel eines Billionstels eines Trilliardstels oder beliebig kleiner, und innerhalb jeder noch so kleinen Entfernung zu irgendeiner irrationalen Zahl liegen immer noch unendlich viele rationale – d.h. Brüche aus ganzen – Zahlen.

Pi ist als Zahl sowohl irrational als auch transzendent
Ja, natürlich als Zahl, als was sonst? Und was heißt hier sowohl als auch? Jede transzendente Zahl ist irrational.

Die letzten Genies, die an Pi gescheitert waren
So werden zwei Mathematiker bezeichnet, die Ende der 80er Jahre eine Milliarde Stellen von Pi berechnet hatten. Wieso gescheitert? Nur weil sie nicht bis Unendlich gekommen sind? An irgendeiner Stelle muß jeder mit Rechnen aufhören.

Zehn Stellen nach dem Komma genügen, um über Pi den Umfang der Erde auf den Millimeter genau zu berechnen. Mit 47 Dezimalstellen lässt sich ein imaginärer Kreis um das bekannte Universum legen.
Der zweite Satz ist völlig nichtssagend. Gemeint ist vielleicht, daß mit 47 Stellen auch der Umfang des Kreises ums Universum auf den Millimeter genau feststeht.
Überhaupt, was das Wort imaginär hier soll! Man sagt schließlich auch nicht, um die Erde verlaufe ein imaginärer Äquator.

Ja, wenn manche Journalisten ins Schwärmen geraten ...
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 10.04.2013 um 03.59 Uhr eingetragen.
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Über sowas hat derNewsticker.de wohl lange nicht berichtet: "Die Raketenabwehr auf Schiffen und am Land würde eine solche Rakete sofort abfangen können." Bisher sagte man wohl eigentlich ziemlich einmütig "an Land" und nicht "am Land" in derartiger Meldung. "Bislang hatten die USA nie versucht, vorherige Testraketen aus Nordkorea abzuschießen." Ich glaube, auch jetzt und in Zukunft werden sie nicht versuchen, vorherige Testraketen aus Nordkorea abzuschießen.
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 09.04.2013 um 07.45 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#10186


Zusammengepfercht wie Vieh bleibt nicht einmal die Luft zum Atmen.

„Der Kreuzzug der Kinder" (Film aus der Reihe „Sphinx - Geheimnisse der Geschichte", ZDF 2006)
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 11.03.2013 um 09.48 Uhr eingetragen.
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Ein Gerücht um angebliche Geldgeschenke durch eine Bank hat auf Teneriffa einen Run auf Geldautomaten verursacht.
(MM, 11.3.13, S. 15, Hervorhebung von mir)
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 11.03.2013 um 00.10 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#10116


Als im Internet angebliche Nacktfotos von ihm landeten, musste er sein Amt aufgeben. (SZ, 7.3.13, S. 9)

Ob das Nacktfotos waren, müßte man eigentlich gesehen haben.
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 06.03.2013 um 17.19 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#10102


Wie wäre es mit "Magersucht: Immer jüngere Erkrankte"?
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 28.02.2013 um 19.22 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#10061


"Magersucht: Erkrankte werden immer jünger" (derNewsticker.de, heute)
Naja, man versteht sicher gleich, was gemeint ist. Trotzdem. Was gesagt wird, soll einen ja schließlich nicht auch gleich zu wenn auch nur eigenartigem Schmunzeln bringen. — Aber wie könnte man sonst das Gemeinte kurz als Überschrift zusammenfassen?
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 20.02.2013 um 10.59 Uhr eingetragen.
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Einbruchmeldeanlagen verhindern keinen Einbruch, können jedoch abschreckend wirken und erhöhen das Risiko, den Einbrecher zu entdecken.
(MM, 20.2.13, S. 27)
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 06.02.2013 um 11.26 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#9963


Um Risiken zu vermeiden, kommt jedes dritte Baby per Kaiserschnitt auf die Welt

Süddeutsche Zeitung, 6. 2. 13, Seite 1
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 17.12.2012 um 22.51 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#9768


"Ein Kind von einem Professor oder einem Chefarzt hat eine 4,7-fache Chance zur Gymnasialempfehlung im Vergleich zu einem Facharbeiter", sagte Bos.
(Süddeutsche 12.12.12, Seite 1)

Vielleicht sollten die Facharbeiter ihre schulischen Absichten deutlicher artikulieren.
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Roger Herter
Basel

Dieser Beitrag wurde am 17.12.2012 um 16.04 Uhr eingetragen.
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GEHIRNERSCHÜTTERUNG FÜR HILLARY CLINTON

(gestern nacht auf n-tv eingeblendete Schlagzeile)
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 29.10.2012 um 23.28 Uhr eingetragen.
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Von Platz zehn zurückgefallen auf Platz neun?
Diesen Satz habe ich erst nach drei- oder viermaligem Lesen verstanden:

Mit elf Punkten fielen die Hannoveraner als Zehnter hinter Gladbach (12 Zähler) auf Platz neun zurück.
(MM, 29.10.12, Seite 5)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 25.10.2012 um 09.58 Uhr eingetragen.
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"Los Angeles (dpa) - Drei Menschen sind bei einer Schießerei nahe Los Angeles getötet worden. [...] Die Polizei fahndet nach einem Tatverdächtigen. Das Motiv des 30-jährigen Mannes war zunächst nicht bekannt." Ende der dpa-Nachricht am 25.10. Die suchen also immer noch nach dem Motiv. Wieso dann das "zunächst"? Folgt dem nicht eigentlich ein "aber dann"?
"New York (dpa [24.10.]) - [...] Gupta war zehn Jahre lang Chef der Unternehmensberatung McKinsey und saß in den Verwaltungsräten des Konsumgüterkonzerns Procter & Gamble oder der Investmentbank Goldman Sachs." Oder? Er saß in beiden, aber nicht unbedingt zur gleichen Zeit.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 24.10.2012 um 23.00 Uhr eingetragen.
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Die Luxemburgerin lässt nicht so leicht locker, wie die EU-Kommissarin schon in anderen Verantwortungsbereichen hinlänglich bewiesen hat.
(MM, 24.10.12, Seite 2)

Mit beiden ist die gleiche Person (Viviane Reding) gemeint.
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 24.10.2012 um 14.20 Uhr eingetragen.
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Es [das Dörfchen San Sebastian] entstand in der Nähe des Kraters, ohne die Gefahren zu bedenken.

(Risiko-Regionen: Das Leben in Vulkannähe, eine Folge der Sendereihe 'Planet Schule' von SWR und WDR)
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 14.10.2012 um 14.15 Uhr eingetragen.
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Als Bundesbildungsministerin macht sich ein Doktortitel gut

sueddeutsche.de, 14. 10. 12
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 19.09.2012 um 00.54 Uhr eingetragen.
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In den kommenden Wochen werde die Koalition ihr Konzept vorlegen, ohne konkret zu werden.

Das soll die Kanzlerin laut MM vom 18.9. (S. 2) über ein geplantes Konzept zur Bekämpfung der Altersarmut gesagt haben. Ein unkonkretes Konzept? So offen beurteilen Politiker ihre eigene Arbeit wirklich selten.

In dem Artikel geht es darum, daß sich die Kanzlerin teils zustimmend, teils ablehnend über Teile des koalitionsinternen Streits äußerte. Mit dem oben zitierten Zeitungssatz wird wohl gemeint sein, daß sie, ohne jetzt schon konkret zu werden, für die kommenden Wochen ein Koalitionskonzept ankündigte.

Im gleichen Artikel:
Schließlich seien die Schnittmengen zwischen Union und FDP am Größten.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 27.08.2012 um 23.44 Uhr eingetragen.
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Voraussichtlich oder wahrscheinlich?

Die Usada [US Antidoping-Agentur] hat Armstrong daraufhin lebenslang gesperrt und mitgeteilt, dass sämtliche Ergebnisse seit dem 1. August 1998 gestrichen worden seien. Allerdings kann voraussichtlich nur der Radsport-Weltverband über eine Aberkennung der Tourtitel entscheiden.
(FAZ, 25.8.2012, S. 1, Hervorhebung von mir)

Voraussichtlich ist hier irreführend. Statt dessen könnte man wahrscheinlich sagen, oder man läßt das Wort einfach weg.
Wahrscheinlich hieße, die Rechtslage ist (der Zeitung oder allgemein) noch nicht ganz klar. Voraussichtlich bedeutet aber, daß irgendwann erst noch jemand bestimmen wird, wer genau zur Aberkennung berechtigt ist. Letzteres ist aber wohl unrealistisch, denn wer sollte das bestimmen?

Man könnte sagen, daß der Radsport-Weltverband voraussichtlich über eine endgültige Aberkennung entscheiden wird, aber nicht, daß voraussichtlich nur er entscheiden kann (es sei denn, man denkt eben so unrealistisch).

Die FAZ schreibt an anderer Stelle zweimal von der Anti-Doping-Agentur. Der Bindestrich nach Anti mag im Englischen üblich sein, im Deutschen finde ich ihn überflüssig. ZEIT-ONLINE schreibt gleich: Die US-Dopingagentur USADA ...
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 22.08.2012 um 19.12 Uhr eingetragen.
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"Marheineke hatte im DFB-Pokalspiel gegen Eintracht Braunschweig am Freitag eine Tätlichkeit gegen Braunschweigs Domi Kumbela gezeigt." (derNewsticker.de, heute) Gut deutsch *begeht* man Tätlichkeiten, schon seit langem. Eine umständlich zu "zeigen" ist gar nicht nötig.
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 13.08.2012 um 21.19 Uhr eingetragen.
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Auch bei Mazzon wurde die Diagnose erst mit 21 Jahren gestellt. (faz.net, 13. 8. 2012)
Als Rentner reicht das Geld oft nicht. (ARD-Tagesschau, 13. 8. 2012, 16 Uhr)

Gibt es eigentlich einen Fachbegriff für diese Art von Fehler?
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 05.08.2012 um 21.29 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#9250


Wegen Mordverdachts an seiner Ex-Freundin in einem Café in Lauffen (Kreis Heilbronn) sitzt ein 32-Jähriger seit gestern in Untersuchungshaft.
(MM, 14.7.12, S. 5)

Wenn der Verdacht der Freundin anhängt, wieso muß nicht sie in Untersuchungshaft?
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 07.06.2012 um 17.50 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#9138


Ziemlich salopp: "Europarlamentspräsident Schulz kritisiert Merkels Forderung nach EU-Vertragsreform" (DTS-Meldung vom 07.06.2012, 16:34 Uhr). Ist "Europarlamentspräsident" in der seriösen Berichterstattung schon akzeptabel für "Präsident des Europaparlaments", — wie es dann ja auch im Untertitel steht: "Der Präsident des Europaparlaments Martin Schulz (SPD) hat [...]"? Wenn überhaupt ein Kompositum statt des zugegeben recht schwerfälligen "Europaparlamentspräsident", dann wäre wohl die Schreibung mit Bindestrich die bessere, wie die in "Euro-Krisenmanagement".
Sonst in der Meldung dann offensichtlich mangelhaftes Korrekturlesen: "Die EU-Regierungschefs würden sich Ende Juni 'bereits schätzungsweise zum 25. mal *[sic]* seit dem Ausbruch der Finanzkrise vor mehr als drei Jahren' treffen", — wie auch bei einer anderen Meldung da: "Das Verhältnis zwischen den beiden soll 1979 begonnen und sich über mehrere Jahr *[sic]* hingezogen haben."
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 03.05.2012 um 21.50 Uhr eingetragen.
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"Hunde bevorzugen Deutsche als Haustier" (Überschrift bei welt.de)
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Reinhard Markner
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 17.04.2012 um 11.38 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#8978


»„Das waren keine unschuldigen Kinder, aber politische Aktivisten, die für den Multikulturismus arbeiteten“, sagte Breivik zu seinem Massaker in einem Jugendcamp auf der Fjordinsel Utøya.« (dpa)

Selbst von einem solchen Ereignis berichtet die größte deutsche Agentur nicht selbst, sondern schreibt aus englischen Quellen ab (but = sondern, nicht aber).
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 15.04.2012 um 15.51 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#8975


O mein Gott: "Haben es Männer tatsächlich leichter im Berufleben? Niemand kann die Frage wohl besser beantworten als Leon Strauß. Er kann vergleichen – weil er hat seinen Job auch schon als Frau machte." (welt.de, 15.4.) Stellen wir lieber die Frage: Haben es Journalisten tatsächlich schwerer im Berufleben?
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 03.04.2012 um 07.51 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#8937


Bei welt.de einerseits zur Rechtschreibung interessant: "Im übrigen würde es auch erst 2013 in Kraft treten, [...]" Andererseits aber stilistisch: "Im Februar sollen sie 2010 eine CD mit Daten deutscher Bankkunden angekauft haben, um Steuersünder aufzuspüren." Was für eine Zeitangabe ist denn das? ("Deutschland sollte Haftbefehle beantragen", heute.)

Zum Thema da selbst: Irgendwie spielte bei einer Schuldzuweisung doch auch die Frage Cui bono eine Rolle (die also nicht nur bei der Aufklärung eines Falles) und wem wirklich zum Schaden. Oder?
(In den USA hat man schon mal unsinnige Gesetze aus alten Zeiten und weil wer unbedingt seine Meinung zu Buche geschlagen sehen möchte [und die darin enthaltenen Verbote zitieren dann immer wieder deutsche Zeitungen auf ihren Wochenendseiten zur selbsteinschätzenden Unterhaltung ihrer Leser]; "but they are not enforced." Gibt's Probleme deshalb, leben davon die Rechtsanwälte.)
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 24.03.2012 um 23.33 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#8882


Mannheimer Morgen, 24.3.12, S. 27 und 32:

"Wir haben es hier ganz klar mit organisierter Kriminalität zu tun, deshalb ist eine Ermittlungskooperation mit Europol geplant, um an die Drahtzieher dieser Beutezüge zu kommen", betont Regele, dass die Behörden schnell reagieren wollen.
Ja, was denn nun? Das ist nicht nur holprig, das ist ein ganzer Salto.

"... und dann gehen die Wagen ganz normal in den Verkauf", weiß Regele.

"Das Drumherum spielt große Rolle", weiß Seegert.

"... Das Preisgeld reicht ja gerade mal für die Teilnahme an der WM in Wien", weiß Wolfram Sorg aus eigener Erfahrung.

Abgesehen vom fehlenden unbestimmten Artikel, ich mag diesen Stil nicht. Es ist für mich Kindergartenstil. Was jemand weiß, braucht man nicht in Anführungsstriche zu setzen. Man "weiß" es nicht in Form eines wörtlich genau festgelegten Satzes.
Wenn jemand etwas sagt, sollte man auch sagen oder schreiben, daß er es sagt.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 19.03.2012 um 14.30 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#8866


Was es nicht alles werden kann bei welt.de (heute): "Das Buffet ist abgeräumt, die Sektgläser sind gespült: Schluss mit der rot-grün-gelb-schwarzen Joachim-Gauck-Party der vergangenen Wochen. Ab jetzt wird es Ernst." Der sinnvolle Bindestrich scheint aber einige Anerkennung gefunden zu haben.
Doch bei dem, was zusammengehört, haben die ganz allgemein nach wie vor Schwierigkeiten: "Speziell Merkel hatte Rösler bei diesem Auftritt bei Lanz bloß gestellt." (In diesem Zitat soll übrigens "Rösler" gleich als Subjekt erkannt werden.)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 15.03.2012 um 22.56 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#8840


Auf welt.de heute angekündigt mit "Eine Familie aus Hamburg-Volksdorf soll eine 21-Jährige ohne Entlohnung für sich arbeiten haben lassen" lesen wir dann im Text selbst: "Die Familie soll eine heute 21-Jährige aus dem Ausland eingeschleust und sie dann ohne Bezahlung als Haushaltshilfe arbeiten lassen haben."
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 14.03.2012 um 19.46 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#8832


welt.de, heute: "Trotzdem die Kinder in dem Reisebus angeschnallt gewesen sind, hat ihnen das nicht geholfen. Die Sitze wurden durch den Aufprall aus den Verankerungen gerissen." — Jaja, ich weiß, viele sprechen so. Sogar mein hochverehrter Mathematiklehrer vor mehr als fünfzig Jahren sprach schon so. Und klar ist ja auch, was gemeint ist; wir haben nicht die geringste Interferenz. Trotzdem!
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 12.03.2012 um 23.20 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#8826


Glück gehabt

Der MM berichtet heute auf Seite 8, daß in Grindelwald in der Schweiz beim Skicross ein Sportler tödlich verunglückt ist, und kommentiert im gleichen Artikel weiter:

Die Disziplin aus dem Bereich Freestyle ist seit 2010 olympisch: vier Frauen oder Männer auf einem Parcour im Schnee mit Steilkurven, Wellen und Sprüngen, ..., dazu atemraubende Flüge und Stürze. Bei der Premiere in Vancouver war das Publikum vor Ort und am Fernseher schnell begeistert. Schon damals, betont Wolfgang Maier, Sportdirektor des Deutschen Skiverbandes (DSV), "haben sie Glück gehabt."
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 11.03.2012 um 15.01 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#8811


Wer einen langen, geistsprühenden Vortrag über Bücher zu erwarten hoffte, wird enttäuscht.

(MM, Sonntag Aktuell, 11.3.2012, Seite 8)
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 05.03.2012 um 22.45 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#8795


Putin kehrt klar in den Kreml zurück
Bei der ... Präsidentenwahl in Russland hat ... Putin ... klar gewonnen.

(MM, 5.3.2012, S. 1)

Klar (deutlich) gewinnen kann man wohl, aber auch klar (deutlich) zurückkehren?
Die Überschrift erinnert mich daran, daß Putins voriger Vorgänger nicht immer einen so klaren Eindruck machte.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 16.07.2011 um 19.15 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#7939


"Seit Jahrzehnten lebt Europa über seinen Verhältnissen" (welt.de, heute). Das wäre ja nicht mal so schlimm, auch wenn der Dativ hier irgendwie lustig klingt. Bös wird's nach normalem Sprachgebrauch, wenn man über seine Verhältnisse lebt.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 16.07.2011 um 16.33 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#7938


Ein Fall wenigstens fürs Semikolon: "„Tatsache ist, dass wir in der Fifa konfrontiert sind mit einem ganz groben bösen Dopingfall, das schmerzt“, sagte Präsident Joseph Blatter bei einer Pressekonferenz [...]" (faz.net, heute). Journalisten sollten wissen, wie man's benutzt. Dem Leser zugute.
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 27.04.2011 um 19.30 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#7723


Frankfurter Rundschau, 26. April 2011

Journalist Wolf Schneider im Interview
"Ich bin ein Kuriosum"

Wolf Schneider brachte Hunderten von Journalisten das Handwerk bei. Nun erhält er den Nannen-Preis: Ein Gespräch über Wahrheit, Sprache und PR.

Herr Schneider, muss man Sie sich als jemanden vorstellen, der sich ärgert, sobald er morgens die Zeitung aufschlägt?

Ja, aber der Ärger schlägt oft um in Genugtuung.

Wie das?

Wenn ich Zeitung lese, stoße ich immer wieder auf einen mit feuilletonistischem Hochmut geschriebenen, grammatisch korrekten, aber unendlich komplizierten Satz, bei dem man nach 41 Wörtern ahnt, was der Schreiber gemeint haben könnte. Das ist deutsches Bildungsbürgertum von 1912. So geht man mit Lesern nicht um. Diese Sätze schneide ich dann gleich aus und verwurste sie beim nächsten Seminar als abschreckendes Beispiel. Da kommen mir aktuelle Beispiele für schlechtes Deutsch immer recht.

Ihre Bergsteiger-Knie haben gelitten, Ihre Schnauze nicht, haben Sie einmal gesagt. Hält Sich-Ärgern jung?

Na ja. Nicht der Ärger, aber Engagement hält jung, und zum Engagement gehört nun mal auch Ärger. Ich gehe sehr lebendig um mit dem, was ich lese oder erlebe, und setze das gern in ein neues Buchprojekt oder einen Schreibauftrag um. Ob es das ist, was mich jung hält, weiß ich nicht. Es ist müßig, darüber nachzudenken. Ich erschrecke ja selbst über mein Alter. Aber ich bin wach, und was ich lehre, ist heute wichtiger denn je: Schließlich war es statistisch nie so schwer, gelesen zu werden, wie heute.

Theo Sommer von der Zeit sagte kürzlich, heute schrieben Journalisten besser und nicht so langweilig wie in seiner Generation. Stimmen Sie zu?

Nein. Es gibt engagierte Journalisten, so wie früher auch, aber besser geworden ist nach meiner Kenntnis nichts. Das Wissen sinkt, der Umgang mit Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik verschlechtert sich seit Jahrzehnten, der Wortschatz verkleinert sich, es mehren sich die Journalisten, die das Wort „wähnen“ nicht von „glauben“ unterscheiden können. Diese Verarmung der Sprache registriere ich mit Bedauern. Ich bin nach dem Krieg in der Phase in den Journalismus hineingewachsen, in der die Amerikaner versuchten, in Deutschland guten Journalismus in angelsächsischer Tradition zu etablieren. Diese Gesinnung versuche ich weiterzugeben – und ihr Journalisten habt das Äußerste zu tun, um der Wahrheit zu dienen und sie in einer Form mitzuteilen, die die Leute verstehen können und lesen mögen.

Als es 1978 darum ging, wer die G+J-Journalistenschule leiten soll, hat Nannen angeblich über Sie gesagt: „Er ist ein Arschloch, aber er ist der Einzige, der das kann.“

Und als er mich dann fragte, ob ich bereit wäre, die Schule zu leiten, habe ich ihm geantwortet: „Herr Nannen, ich habe mich sowieso schon gewundert, dass Sie glaubten, diese Schule gründen zu können, ohne zu wissen, ob Sie mich als ihren Leiter gewinnen würden.“ Wir hatten eben ein fröhlich-gespanntes Verhältnis zueinander.

Nun werden Sie mit dem „Henri“ für Ihr Lebenswerk geehrt. Was bedeutet Ihnen das?

Ich glaube, ich habe mit diesem Preis mehr zu tun als jeder der sechs zuvor damit Ausgezeichneten – schließlich habe ich Henri Nannen in seiner großen Zeit erlebt und noch direkt von ihm gelernt. Niemand hat so viel von ihm gelernt wie ich, und es gibt in meinem langen Journalistenleben niemanden, von dem ich mehr gelernt habe als von ihm, nämlich: Wie man darum ringen muss, gelesen zu werden.

Genau das lehrten Sie früher nur Journalisten, heute auch PR-Leute. Inzwischen wechseln viele Journalisten in die besser bezahlte PR. Umgekehrt schaffen es PR-Texte weitgehend ungeprüft in Zeitungen.

Das ist unerfreulich. Die Journalisten sind ja mehr und mehr überlastet durch den gewachsenen Arbeitsdruck. Und indem ich den PR-Leuten beibringe, in sauberem Deutsch saubere Informationen aufzuschreiben, erhöhe ich sogar ihre Chance, von Medien abgedruckt zu werden. Aber für die Arbeitsbedingungen kann ich nichts.

Können Sie reinen Herzens jungen Leuten zu diesem Beruf raten?

Unser Beruf kommt in Bedrängnis. Das ist richtig. Die Gründe sind bekannt: Die Auflagen sinken, und die Chance, dass der Leser einen Text bis zur letzten Zeile liest, ist gering. Aber das bedeutet ja nicht, dass der Beruf nicht schön oder nicht nützlich wäre. Ohne Information kann Demokratie nicht funktionieren, und wenn die Leute nicht informiert sind, stimmen sie dumm ab. Dagegen muss ein Journalist sein Möglichstes tun. Ich jedenfalls wüsste nicht, was ich mit meinen langen Lebensjahren Schöneres anstellen könnte.

Sehen Sie jemanden, der eines Tages in Ihre Fußstapfen treten könnte?

Ich kenne niemanden, der macht, was ich mache. Unter Deutsch sprechenden amerikanischen Offizieren Journalismus erlernt zu haben, ihn seit 62 Jahren zu betreiben, seit 51 Jahren Sachbücher zu schreiben, seit 32 Jahren Journalisten in allen drei deutschsprachigen Ländern auszubilden – das ist eine seltene Biografie, die sich nicht wiederholen lässt. Insofern bin ich ja schon aus historischen Gründen ein Kuriosum.

Braucht man für das, was Sie tun, diese gewisse Eitelkeit und Arroganz, für die Sie bekannt sind?

Ein gesundes Selbstbewusstsein ist nötig. Wenn ich zu diesen handverlesenen Schülern in die Journalistenschule komme, sehe ich denen an, wie sie denken: Na, da wollen wir doch mal sehen, ob du alter Knacker uns noch was beibringen kannst. Binnen weniger Minuten merken sie dann: Ja, ich kann ihnen sogar noch ungeheuer viel beibringen, und ihren vereinigten rhetorischen Anstrengungen bin ich jederzeit gewachsen.

Interview: Ulrike Simon


Zur Person

Wolf Schneider arbeitete in der Redaktion und als Verlagsleiter des Magazins Stern, schrieb ein Buch über die Historie des Verlags Gruner + Jahr und war der erste Leiter der Henri-Nannen-Journalistenschule. Hunderten von Journalisten brachte Schneider das Handwerk bei, unerbittlich in seiner Forderung nach guter, verständlicher Sprache. Am 6. Mai erhält er den Henri-Nannen- Preis für sein Lebenswerk.


(www.fr-online.de)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 11.04.2011 um 21.49 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#7688


Attributive Adjektive oder der Tiefgang bei den welt.de-Journalisten: "Jener demokratischer Akt, der eigentlich ein Jahrzehnt der Gewalt in dem westafrikanischen Land beenden sollte." Einfach nicht einzuordnen ist "Es gelte, „den Gebrauch von schweren Waffen vorzubeugen, der die Zivilbevölkerung von Abidjan und unsere Blauhelmsoldaten gefährden“." (welt.de, "Gbagbos Festnahme [...]", heute, 18:15)
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 11.04.2011 um 10.06 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#7687


Raser gefährdet Fußgänger
Drei Fußgänger zwischen 20 und 24 Jahren hat der Fahrer eines blauen VW Polo ... in Gefahr gebracht. Der Raser überfuhr laut Polizei zudem eine Bake und einen Pfosten und wurde stark beschädigt.

(Mannheimer Morgen, 11.4.11, S. 30)
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Urs Bärlein
*

Dieser Beitrag wurde am 11.04.2011 um 03.11 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#7686


Für das Alter immerhin beachtlich.
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Reinhard Markner
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 10.04.2011 um 16.34 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#7685


„Eine Frau (58) hat sich vor dem Reichstag selbst entzündet.“ (dapd, 10. 4. 2011)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 19.03.2011 um 23.44 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#7611


Wenn's der Kollege Computer mit seinem Korrekturprogramm nicht kann, geht bei Welt Online nichts mehr richtig: "Militärische Anlagen des Gadaffi-Regimes bombardiert", "Der [...] Allgemeine Volkskongress ist das Schein-Parlament in Gaddafis diktatorischem System." (19.3., 22:40)
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 19.03.2011 um 21.30 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#7610


"Our consensus was strong, and our resolve is clear. The people of Libya must be protected, and in the absence of an immediate end to the violence against civilians our coalition is prepared to act, and to act with urgency," Obama said in Brazil, ...

Zumindest die fragliche Stelle sieht schon sehr nach Wort-für-Wort-Übersetzung aus.
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Oliver Höher
Braunschweig

Dieser Beitrag wurde am 19.03.2011 um 19.01 Uhr eingetragen.
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Journalistendeutsch oder eine Übersetzung von Kollege Computer?

Barack Obama, US-Präsident: "Unser Konsens war stark und unsere Entschiedenheit ist klar: Das libysche Volk muss beschützt werden." Ohne ein sofortiges Ende der Gewalt gegen Zivilisten sei die Koalition bereit, mit Dringlichkeit zu handeln.

Was wohl "mit Dringlichkeit zu handeln" bedeuten mag? Das Wort Dringlichkeit bedeutet ungefähr so viel wie Notwendigkeit. Es kann nun die Notwendigkeit (oder Dringlichkeit) zu handeln bestehen, aber durch die Präposition mit hängt das Bild wieder schief. Was wird Obama daher im Original gesagt haben?

Zur Quelle hier klicken!
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 14.03.2011 um 21.38 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#7596


www.dradio.de am 6.3.2011:
"Starkes Erdbeben erschüttert den Norden Chiles - keine Berichte über mögliche Verletzte oder Schäden."

WELT ONLINE, 10.3.2011:
"Über mögliche Verletzte oder Schäden in Birma wurden keine Angaben gemacht."

Spiegel-Online und viele andere heute:
"Über mögliche Verletzte und Schäden an der Anlage der Betreiberfirma Tohoku war zunächst nichts bekannt."

Was sind eigentlich mögliche Verletzte? Man kann dafür mit Google anscheinend serienweise Belege finden. Erst war ich mir sicher, daß das nicht geht, aber wegen der Vielzahl der Belege sind mir nun doch Zweifel gekommen. Ich würde in jedem dieser Fälle möglicherweise schreiben.
Oder kommt meine Irritation daher, daß das Wort mögliche in diesen Sätzen eigentlich überflüssig ist? Wenn man es wegläßt, geht keine Information verloren, die Möglichkeit von Verletzten und Schäden bleibt weiterhin ausgedrückt.

Nachtrag am 19.3.:
"Mögliche Verletzte" sind die gesamte Bevölkerung des Gebietes, "mögliche Schäden" sind alle nur denkbaren Schäden, die Folge des Ereignisses sein könnten. Das ist aber kaum das, was der Schreiber sagen will. Die Frage ist ja immer, ob es tatsächlich Verletzte oder Schäden gegeben hat.
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Reinhard Markner
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 15.10.2010 um 13.41 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#6969


Peter-Philipp Schmitt in der F.A.Z. über den Durchstich des Gotthard-Basistunnels: »Und Italien ist Deutschland ganze 40 Kilometer nähergerückt.« Ein Pappenstiel!
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 04.02.2010 um 17.53 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#6016


Zur vorbildlichen Wahl der Möglichkeiten:
"Die EKD-Ratsvorsitzende und Kanzlerin Merkel begegneten sich in Berlin." (Welt.de, 4.2.) Lernen sowas die Journalisten denn nicht mehr? Sicher verstehen die zwei sich; aber die große Frage ist, ob sie einander verstehen. Bei "begegnen" ist's normalerweise nicht so wild; aber weil's hier um wichtige Leute geht, wäre die beste Verwendung der möglichen reflexiven Fürwörter wohl auch hier schon angebracht. Sonst könnte es ja mal der leisen Ironie zuviel sein.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 19.12.2009 um 21.22 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#5749


FAZ-"Lehren aus Kopenhagen [//] Erspart uns doch endlich den Kitsch!
Nicht die Welt ist in Gefahr - es sind die Menschen. Und wer den Klimawandel bekämpfen will, hat in Kopenhagen nur eines gelernt: Vergesst die Politik!"
Wie alle Welt weiß, sind die Menschen die Welt. Der "Felsen", der laut FAZ-Autor dann "sich noch ewig" weiterdreht ("Denn die Welt ist kein bisschen in Gefahr. Dieser Felsen dreht sich noch ewig weiter"), ist nämlich die Erde. Und "ewig" — wirklich? Woher weiß der Mann das? Ewig diese Bevormundung, wie einer sprechen und schreiben soll, durch halbwissende Journalisten!
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Jan-Martin Wagner
Halle (Saale)

Dieser Beitrag wurde am 05.11.2009 um 16.05 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=239#5560


Es liegt zwar inhaltlich schon einige Zeit zurück, ist sprachlich aber immer noch relevant:

"Die SPD wird die Wahl nur meistern, wenn sie über eine glaubwürdige Erzählung verfügt, was passiert ist."

(Stefan Reinecke im Interview der taz mit A. Ypsilanti, 12. Dezember 2008; Link)
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