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Beiträge zum Thema

»Sprache und Ausdruck in der Werbung«

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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 21.01.2014 um 14.32 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=210#10565


Das Geheimnis des Fleisches des Kobe-Rinds steckt nach Meinung von Experten in der feinen Marmorierung des Fleisches sowie darin, dass sie zur Steigerung des Appetits Bier zu trinken bekommen, durch Sake-Massagen verwöhnt werden und japanische Haiku-Gedichte vorgelesen bekommen.

(Werbung in der Saariselkä Zeitung, Winter 2013-2014, Finnland)
Was Haiku nicht alles bewirken. Wir sind aber dann doch lieber in ein anderes Restaurant gegangen, das ganz unpoetisches einheimisches Rentier anbot.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 16.09.2013 um 18.12 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=210#10444


Auch was zum Sprachlichen mit Leihstimmen: "Berlin (dpa) - Nach ihrem Fiasko in Bayern ringt die FDP mit dem Koalitionspartner CDU/CSU um die Zweitstimmen im Bund. Parteichef Philipp Rösler und Spitzenkandidat Rainer Brüderle kündigten einen Kampf «bis zur letzten Sekunde» an: Die Unionsspitzen blieben jedoch hart: Man habe keine Stimme zu verschenken, sagte CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe." — Beide Seiten machen die Propaganda für den angestrebten Wahlvorgang glashart richtig.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 07.07.2013 um 18.57 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=210#10314


In Brasilien hat gerade die Zukunft begonnen.
(Untertitel in der FAS, 7.7.13, S. 17)

Nur in Brasilien? Ich komme gerade aus dem Urlaub zurück, nicht von so ganz weit her. Aus dem inzwischen zu Hause angesammelten Poststapel:

Die Zukunft beginnt heute
schreibt mir meine Krankenversicherung anläßlich der Ausstellung einer neuen Krankenversicherungskarte.

die zukunft beginnt jetzt
teilt mir die Deutsche Rentenversicherung Bund mit.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 21.07.2012 um 18.24 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=210#9210


Lieber Herr Markner,
ich versuche mal zu erraten, worauf Sie anspielen. Darauf, daß der Name Tallinn früher urkundlich erwähnt wurde als Reval? Mag sein, aber ich denke, im gesamten Mittelalter bis zum 2. Weltkrieg war die Stadt hauptsächlich unter dem Namen Reval bekannt, erst danach als Tallinn. Das meinten Sie doch auch mit dem Vorwurf der Geschichtslosigkeit, nicht wahr?
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Reinhard Markner
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 21.07.2012 um 11.31 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=210#9208


Daß die ersten Seiten in den Reiseführern aber auch immer überschlagen werden . . .
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 21.07.2012 um 10.57 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=210#9207


Lieber Herr Markner,
ich habe eingedeutscht analog zu Berlin auch schon Tallin gesehen, auch einige andere westeuropäische Sprachen schreiben es so. Aber ich nehme an, Sie meinen hier den alten Stadtnamen Reval. War das ein deutscher Name? Reval lag nie in Deutschland, hatte aber viele deutsche Einwohner. Egal, es ist der historische Name. Aber warum sollte ich ihn benutzen, wenn ich von einem heutigen Restaurant schreibe?

Das estnische Wort heißt übersetzt übrigens auch nicht Weißwurst, sondern da steht auf estnisch "deutsche Bratwurst". Normalerweise esse ich die fade, gekochte bayrische Weißwurst nicht, und im Ausland würde ich auch immer die lokale Kost vorziehen. Aber hier war ausnahmsweise die Neugier auf die "German weisswurst" stärker. Was ich bekam, war dann weder bayrisch noch deutsch noch weiß, sondern drei estnische Bratwürstchen mit Sauerkraut, ähnlich etwa den Nürnberger Bratwürsten. Schade, daß man es mit der bayrischen Küche in diesem Spezialrestaurant nicht so genau nahm, aber ich glaube, letztendlich hat es mir so sogar besser geschmeckt.
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Walter Lachenmann
Waakirchen

Dieser Beitrag wurde am 21.07.2012 um 08.30 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=210#9206


»Wer „Tallinn“ schreibt, darf sich über die Geschichtslosigkeit der anderen nicht beklagen.«

Doch, er darf. Wir sind hier nicht im wilhelminischen Gymnasium.
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Reinhard Markner
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 20.07.2012 um 18.37 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=210#9204


Wer „Tallinn“ schreibt, darf sich über die Geschichtslosigkeit der anderen nicht beklagen.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 19.07.2012 um 19.19 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=210#9203


Aus der Speisekarte des "Bayern Böhmen Keller" in der Tallinner Altstadt:

Saksa praevorst hapukapsaga
German weisswurst with sauerkraut 4.60 EUR


Soviel wieder mal zum Bild der Deutschen im Ausland. Deutsch ist, was bayrisch ist. Dabei heißt Deutschland hier eigentlich, wie man auch sieht, nach Sachsen.
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 28.07.2011 um 22.51 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=210#7965


Südkurier, 26. Juli 2011

Mecklenburg-Vorpommern
"C wie Zukunft": Hohn und Spott für Wahlkampf-Slogan der CDU

"C wie Zukunft" lautet der Wahlkampfslogan der CDU in Mecklenburg-Vorpommern. Will die Union die Bürger auf den Arm nehmen oder meint sie diesen Slogan ernst? Im Internet sind inzwischen lustige bis hitzige Diskussionen ausgebrochen über diesen skurrilen Werbekampf.

Er mutet skurril an, der neue Werbeslogan der CDU Mecklenburg-Vorpommern, mit dem die Union auf Plakaten in den Wahlkampf zieht. Im ganzen Bundesland ist nun zu lesen: „C wie Zukunft“. Soll es eine Rechtschreibreform geben, wenn die CDU gewinnt? Nach dem Motto: „Man kann schreiben, wie man will“? Oder ist es ein Schreibfehler, den keiner vor der Plakatierung gelesen hat?

Nein, ist es nicht. Die CDU wirbt ganz bewusst mit diesem Sprüchlein und ist auch stolz darauf, wie man auf der Homepage lesen kann. Vincent Kokert, Abgeordneter im mecklenburgischen Landtag, schreibt: „Es muss lange gesucht werden, um eine Plakatkampagne für eine Landtagswahl zu finden, die ähnliche Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat.“

Tatsächlich wurde kurz nach der Plakatierung im Internet die Seite c-wie.de gegründet. Hier können Nutzer ihre Slogans, die mit „C wie …“ beginnen, einstellen. Herausgekommen sind Vergleiche wie „C wie zükunftsoriendierte Rähtschreibüng“, „C wie denn zie wissen nicht was zie tun“ und „C wie sukunft, weisdu?!“.

Auch in anderen Internetblogs wird über „C wie Zukunft“ heiß diskutiert. Manche User fühlen sich auf den Arm genommen, andere finden, dieses Motto klinge wie ein Kneipenscherz.

Aktionen wie diese nimmt die CDU gelassen: „Natürlich müssen wir gerade in weitgehend anonymen Internetforen auch mit karikierenden und harten Debatten leben. Insgesamt können wir mit diesen Debatten aber sehr gut leben“, sagt Vincent Kokert.

Übrigens steht C in diesem Falle nicht nur für die CDU, sondern auch für den Spitzenkandidaten der Union. Dieser heißt Lorenz Caffier – C wie Zukunft.


(www.suedkurier.de)
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 28.07.2011 um 22.44 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=210#7964


Nordwest-Zeitung, 9. Juli 2011

Werbung
„Man kann die Sprache kneten“
Professor Walter Krämer zu gezielt eingesetzten Rechtschreibfehlern

Der Vorsitzende des Vereins Deutsche Sprache und engagierte Kämpfer gegen das „Denglisch“ bleibt bei schrägen Werbeslogans gelassen. Er vermutet, dass diese Mode bald vorbei ist.

Von Regina Jerichow

FRAGE: „Natürlich Vrisch“, „Da Vunkt’s“, „Hrzrasn“ – bringen Sie derartige bewusst gesetzte Rechtschreib- oder auch Grammatikfehler auf die Palme?
KRÄMER: Nein, ich finde das gar nicht so schlecht. Den Anfang machte Verona Pooth mit dem Satz „Da werden Sie geholfen“ (Telefon-Auskunft). So lange die Leute merken, dass das falsch ist, ist Hopfen und Malz nicht verloren. Die Werbetexter unterstellen ja, dass die Mehrheit des Publikums den Fehler bemerkt.

FRAGE: Menschen werden täglich mit Hunderten von Werbeslogans, -bildern und -texten konfrontiert, auf riesigen Plakaten, im Fernsehen. Haben Sie nicht Angst, dass die deutsche Rechtschreibung mit der Zeit von immer weniger Menschen beherrscht werden könnte?
KRÄMER: Ich bin da eigentlich guter Hoffnung. Wenn das so wäre, würde die Werbung ja nicht mehr auffallen. Wenn die Leute nicht mehr stutzig werden und solche Schreibweisen als normal empfinden, dann ist es in der Tat ein Problem. Aber genau das findet ja nicht statt.

FRAGE: Diese Art der Werbung war zunächst eine pfiffige Idee, wird aber in jüngster Zeit geradezu inflationär eingesetzt. Guckt da ein Werbetexter vom anderen ab?
KRÄMER: Bei Verona Pooth war es noch originell. Und jetzt ist es natürlich Abklatsch und wird sich irgendwann totlaufen. Beim zehnten Gag lacht keiner mehr. Insofern vermute ich, dass diese Mode in einem Jahr vorbei ist.

FRAGE: Sie haben da also überhaupt keinen Blutdruck?
KRÄMER: (lacht) Nein.

FRAGE: Die Leute aus der Duden-Redaktion sehen das anders. Sie befürchten, dass seriöse Unternehmen auch in ihren Geschäftsbriefen solche Fehler bewusst einsetzen könnten, um Aufmerksamkeit zu erregen.
KRÄMER: Um Gottes willen, da wären die Unternehmen nicht gut beraten. Fehler passieren ja schon mal aus Schlamperei und passieren auch mir ab und zu – hoffentlich nicht allzu oft. Aber eben aus Schlamperei und nicht mit Absicht. Letzteres kann man nur gelten lassen, wenn es selten passiert, quasi als Salz in der Suppe. Wenn das allerdings Standard wird, ist der ganze Reiz weg.

FRAGE: Ist das für Sie ein gutes Zeichen, dass die deutsche Sprache und Rechtschreibung offenkundig dazu reizt, mit ihr zu spielen?
KRÄMER: Aber ja. Wir vergeben in jedem Jahr den Kulturpreis Deutsche Sprache und den Jacob-Grimme-Preis, der in diesem Jahr an eine junge Frau geht. Sie ist gerade 20 und die jüngste Preisträgerin aller Zeiten. Das ist die Rapperin und „Poetry-Slammerin“ Nora Gomringer. Bei einem Poetry-Slam müssen aus dem Stegreif möglichst griffige, einprägsame Texte formuliert werden. Was oft sehr schräge Produkte hervorbringt. So etwas begrüßen wir ganz ausdrücklich.

FRAGE: Dann arbeiten die Werbetexter ja ganz in Ihrem Sinne.
KRÄMER: Sofern die Slogans zeigen, dass man mit der deutschen Sprache Neues erschaffen kann, dass man sie kneten und neue Formen hervorzaubern kann. Dann ist das ein gutes Zeichen.


(www.nwzonline.de)
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Dieser Beitrag wurde am 07.10.2009 um 23.01 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=210#5427


Kommentar von stefan strasser, verfaßt am 07.10.2009 um 19.33 Uhr

Viele Deutsche übersetzten den Slogan "Come in and find out" (Drogeriekette Douglas) mit "Komm rein und finde wieder heraus", das SAT.1-Motto "Powered by emotion" wurde mit "Kraft durch Freude" übersetzt, "Drive alive" (Mitsubishi) mit "Fahre lebend" und 92 Prozent hatten mit dem RWE Slogan "One Group. Multi Utilities" Verständnisschwierigkeiten, also fast alle ...

Diese Beispiele stammen aus 2004, inzwischen ist vieles davon wieder verschwunden.


Kommentar von Karsten Bolz, verfaßt am 07.10.2009 um 11.19 Uhr (Mail an Karsten.Bolz@googlemail.com)

In diesen Kontext paßt auch, daß SAT.1 seit einigen Wochen einen neuen Werbeslogan hat:

COLOUR YOUR LIFE

Ich frage mich, wie die ihre Zielgruppe definieren.


Kommentar von Germanist, verfaßt am 07.10.2009 um 10.14 Uhr

Muchlight is the worldlanguage BSE (Basic Simple English) lighter to learnen as right Highgerman.


Kommentar von stefan strasser, verfaßt am 07.10.2009 um 01.08 Uhr

Nur weil’s halt auch Bahn ist:
Die österreichische Bahn ÖBB hat ihren Luxuszug „railjet“ in Betrieb gesetzt.
Wer ihn allerdings nutzen möchte, sollte die englische Sprache beherrschen.
Railjet heißt der Zug, die Klassen nennen sich: economy, first und premium (so auch an den Wagen angeschrieben), an Dienstleistungen wird angeboten: cold/hot towels, welcome drink, trolley service, pay service, gourmet-catering, etc.
Der Zug verkehrt zwischen Österreich und Deutschland. Englischsprachig vorgetragene Fragen bringen Schaffner zwar ins Schwitzen, Gott sei Dank gibt’s aber hilfreiche Mitreisende ...
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Dieser Beitrag wurde am 30.10.2008 um 13.23 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=210#4124


Kommentar von jueboe, verfaßt am 14.08.2008 um 18.24 Uhr

Besonders peinlich wird es, wenn man Anglizismen mit Deppendeutsch mischt.
Unter www.n-tv.de/wirtschaft befindet sich die Rubrik "Sponsored Webtipps".
Ein englischer Muttersprachler wird sicher die richtigen Schlußfolgerungen ziehen.
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Dieser Beitrag wurde am 28.10.2008 um 08.53 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=210#4111


Kommentar von Horst Ludwig, verfaßt am 26.10.2008 um 20.35 Uhr

Naja, leidenschaftlich also "aus Leidenschaft": Ich bin sicher, dahinter steht das "with a passion", das sich in der US-Werbung, was weiß ich, in welchen Zusammenhängen, aber jedenfalls oft bewährt hat; also benutzt man's auf deutsch auch. Werbung schafft keine literaturnobelpreisverdächtigen Texte, aber auch sie füllen das Gehirn der Angesprochenen mit Sprache, die bei denen dann im rechten Augenblick fürs Angebotene sprechen soll. Aber lassen wir diese Sprache nicht unbeachtet! Die Werbung hat oft die Hand besser am Puls des Volkes als Regierungsstatistiken. Deshalb habe ich mir z. B. für meinen Kulturkurs http://www.welt.de/lifestyle/article2623747/Es-bleibt-alles-in-der-Familie.html aufgehoben, wonach in der Werbung also vielleicht mehr Inneres Bewegende zur gegenwärtigen Kultur und Zivilisation im deutschen Sprachraum zur Sprache kommt als im Gerede von von allem eigenen Wunschdenken gleich überzeugten Politikern, die für alles gleich ein Programm zur Lösung ihrer eigenen Probleme herantragen, aber bei einer 10-Prozent-Klausel schon oft nichts mehr zu sagen hätten.


Kommentar von Galina Leljanowa, verfaßt am 26.10.2008 um 19.31 Uhr

Leistung aus Leidenschaft

Diese Aussage trifft unbestritten auf Herrn Dr. Josef Ackermann, Vorsitzender des Vorstands und des Group Executive Committee der Deutschen Bank, zu. Wenigstens eine Bank in Deutschland, die nicht am Tropf der Regierung hängt.

Blümerant wird mir höchstens, wenn der Erfolg unter seiner Führung nicht akzeptiert und entsprechend gewürdigt wird.


Kommentar von Walter Lachenmann, verfaßt am 26.10.2008 um 11.43 Uhr

Nicht nur für unsere Sinne wird uns allerlei versprochen, sondern dies auch noch aus Leidenschaft. »Leistung aus Leidenschaft« verspricht uns bekanntlich die Deutsche Bank schon seit langem. Was dabei herauskommt, wenn die Leidenschaft über den Verstand siegt, wissen wir alle aus Lebenserfahrung, die Deutsche Bank hat es jetzt vielleicht auch begriffen. »Fahren aus Leidenschaft«, meint Alfa Romeo. Bahner & Wilck ist »leidenschaftlich kompetent«, Barilla Saucen werden »aus Leidenschaft zur Pasta« gefertigt – weitere Beispiele hier.

Wir leben intensiv, im Sinnenrausch, leidenschaftlich, Emotionen spielen überhaupt eine Riesenrolle im Alltag, und all dies ist wahnsinnig »spannend«, spannende Fragen führen zu spannenden Antworten, und die Internetseite »Kochende Leidenschaft« wünscht ihren Besuchern »spannenden Appetit«.

Wohl bekomm’s!


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 25.10.2008 um 18.33 Uhr

Hat nichts mit Rechtschreibung zu tun, aber ist Ihnen auch schon aufgefallen, daß beinahe jedes Produkt von der Urlaubsreise bis zur Badezimmerausstattung heute mit dem Versprechen "für die Sinne" beworben wird. Google liefert über eine halbe Million Belege. Man kann die Zeitung nicht aufschlagen und den Briefkasten nicht leeren, ohne daß einem etwas für die Sinne entgegenfällt. Mir wird ganz blümerant.
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