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»Sprache und Politik«


Beiträge zum Thema

»Der Versuch, sich auf direktem Wege an die KMK zu wenden – Teil 3«

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David Weiers
Königswinter

Dieser Beitrag wurde am 25.04.2005 um 00.08 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=21#74


Dieser zweite Teil meiner diesjährigen Kontaktaufnahme hatte mir zumindest eines gezeigt: Die KMK bedient sich äußerst plumper und auch sehr dreister Methoden. Ich beschloß also, denjenigen mal ein wenig die Meinung zu geigen, die da augenscheinlich meinen, ich sei ja nur ein mittelloser und leicht einzuschüchterner Student, der vor den hohen Damen und Herren der KMK erschrocken zurückhüpft, sobald da jemand mal ein paar scheinbar amtlich verpflichtende Töne von sich gibt. Ich halte nichts von Führertreue und Obrigkeitshörigkeit, und seit meinem Wehrdienst reagiere ich sehr allergisch auf alle Versuche, mich ohne ausreichende Erklärung mittels "Amtsgebahren" in die Schranken zu weisen.
Am 19.04., also sechs Tage später, schickte ich um die Mittagszeit folgende Antwort los:


Sehr geehrter Herr Dr. Funk,

vielen Dank, daß Sie mir die Pressemitteilung der Kultusministerkonferenz haben zukommen lassen. Das ist sehr freundlich von Ihnen, aber es war überflüssig, denn ich kannte sie bereits, habe mich auch in meiner Email vom 13.04. auf sie bezogen. Ich muß nun davon ausgehen, daß Sie mein Anliegen entweder nicht verstanden haben, es nicht verstehen wollten, oder aber meine Email überhaupt oder zumindest in großen Teilen nicht gelesen haben: Sie haben nämlich auf keine meiner Fragen offen geantwortet.

Werter Herr Dr. Funk, ich möchte hiermit mit Nachdruck darauf hinweisen, daß ich Ihre Hinhaltetaktik nicht akzeptieren werde. Wenn Sie mir direkte, hinreichende und in aller Offenheit gegebene Antworten auf meine Fragen weiterhin schuldig bleiben, werde ich mich an die Öffentlichkeit wenden, um mein Anliegen auf diesem Wege den zuständigen Stellen zu unterbreiten.

Hier noch einmal meine Fragen:

1. Wer glaubt Ihrer Meinung nach noch daran, daß das zur Zeit gültige sogenannte "amtliche Regelwerk" überhaupt auf das Jahr 1996 zurückgeht?
2. Welche Folgen hat eine geplante Verbindlichkeit der "Regelung" ab dem 01.08. diesen Jahres, wenn nahezu alle Schulbücher ohnehin schon fehlerhaft sind, da sie den neuesten Stand des "amtlichen Regelwerkes" gar nicht repräsentieren?
3. Wie soll man als Lehrer damit umgehen?

Ergänzend möchte ich folgendes hinzufügen:

In bezug auf meine zweite Frage ist eine Passage Ihrer Pressemitteilung interessant, die da lautet: "Mit diesem, zwischen dem Vorsitzenden des Rates und der Kultusministerkonferenz abgestimmten Vorgehen ist sichergestellt, dass die Schulen die Rechtschreibung im nächsten Schuljahr auf einer verlässlichen Grundlage unterrichten können."
Wie soll aber diese Grundlage aussehen, wenn sämtliche Schulbücher bereits schon zu diesem Zeitpunkt Makulatur sind und überdies das Regelwerk in seiner Form von 1996 gar nicht mehr besteht? Und versuchen Sie bitte nicht, mich für dumm zu verkaufen, wenn Sie davon sprechen, daß "[d]as zur Zeit gültige Regelwerk [...] auf das Jahr 1996 zurück[gehe]"! Die Grenzen unseres Landes gehen in gewissem Grade und unter gewissen Gesichtspunkten auch auf die letzte Eiszeit zurück; davon zu sprechen, daß diese allerdings direkt am Verlauf der deutsch-tschechischen Grenze beteiligt sei, ist ja wohl auch blanker Unsinn. Verzeihen Sie bitte meine Deutlichkeit an dieser Stelle. Außerdem ist das Erwähnen eines "zur Zeit gültige[n] Regelwerk[s]" schon ziemlich entlarvend. (Warum schreiben Sie eigentlich nicht konsequent in Ihrer Reformschreibung "zurzeit"? Herr Dr. Funk, Sie sind nicht gerade glaubwürdig!)

In bezug auf meine dritte Frage gestatten Sie mir anzumerken, daß es an Unverschämtheit schon nicht mehr grenzt, wenn mir als Antwort eine solche Äußerung dargebracht wird, wie es die Ihrige in Ihrer Email vom 13.04. ist.


Mit freundlichem Gruß

David Weiers




Auf diese Email habe ich bis heute noch keine Antwort erhalten. Sollte ich noch eine bekommen, so werde ich sie umgehend hier einstellen.
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